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Stoppt Tierversuche!

Stoppt Tierversuche! (pdf-download des Artikels) [290 KB] Skandal: Kirche verkauft Land für Tierversuchszentrum
Tierversuche: Fakten und Zahlen

Skandal:

Kirche verkauft Land für Tierversuchszentrum


In Hannover hat die evangelische Kirche den Verkauf eines Kirchengrundstücks an den Pharmakonzern Boehringer Ingelheim genehmigt. Der Pharmakonzern will dort ein Forschungszentrum errichten, in dem ab 2011 Tierversuche durchgeführt werden.

Anwohner laufen Sturm gegen die Pläne für das Zentrum in einem Wohngebiet. Tierschützer demonstrierten gegen das Tierversuchszentrum in der Innenstadt von Hannover.

Der Verkauf des Grundstücks stehe nicht im Widerspruch zum kirchlichen Auftrag oder zu kirchlichen Interessen, teilte die Pressestelle der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers mit. (Quelle: Hannoversche Allgemeine Zeitung, 21.08.2008)

Wie bitte? Grausame Tierversuche stehen also nicht im Widerspruch zu kirchlichen Interessen? Was für eine lebensfeindliche Lehre ist das?


Kirchlicher Segen für Tierversuche

Der Skandal von Hannover ist kein Einzelfall: Als im Juni 2005 das neue Tierversuchszentrum der Universität Erlangen eröffnet wurde, gab es kirchlichen Segen in einem »ökumenischen Gottesdienst« - ausgeführt von einer evangelischen Pfarrerin und einem katholischen Pastoralreferenten.

Auch die katholische Kirche ist für ihre tierfeindliche Haltung bekannt. Papst Johannes Paul II. sagte 1985 in einer Rede vor Biologen: »Es ist gewiss, dass Tiere zum Nutzen des Menschen geschaffen wurden; das heißt, dass sie auch für Experimente benutzt werden können.« Und im Katechismus der Katholischen Kirche heißt es: »Gott hat die Tiere unter die Herrschaft des Menschen gestellt, den er nach seinem Bilde geschaffen hat. (...) Medizinische und wissenschaftliche Tierversuche sind sittlich zulässig.« (2417)


Kirche und Tierschutz: »ein schwarzes Kapitel«

Vor einigen Jahren brachte es der Theologieprofessor Prof. Dr. theol. Dr. h.c. Erich Grässer, em. Ordinarius für Neues Testament an der Universiät Bonn, auf den Punkt: »Was ist mit Kirche und Tierschutz? Ich muss an dieser Stelle deutlich werden: Wenn einst die Geschichte unserer Kirche geschrieben wird, dann wird das Thema »Kirche und Tierschutz« im 20. Jahrhundert ein ebenso schwarzes Kapitel darstellen wie das Thema »Kirche und Hexenverbrennung« im Mittelalter.«


Verrat der Kirche an der Lehre des Jesus von Nazareth

Jesus kam auch für die Tiere. Das wurde schon bei seiner Geburt im Stall zu Bethlehem deutlich. Er setzte sich in seinem Leben praktisch für die Tiere ein. In der Bibel ist noch überliefert, wie er die Händler von Opfertieren mit der Peitsche aus dem Tempel trieb. Das Jesu-Wort: »Was ihr einem meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan« gilt auch für die Tiere.

Die Kirche ist seit Jahrhunderten gegen die Tiere - obwohl Jesus und die ersten Christen Vegetarier waren. Dies wusste übrigens auch noch Kirchenvater Hieronymus, welcher bekanntlich die Bibel zusammenstellte: »Der Genuss des Tierfleisches war bis zur Sintflut unbekannt, aber seit der Sintflut hat man uns die Fasern und die stinkenden Säfte des Tierfleisches in den Mund gestopft... Jesus Christus, welcher erschien, als die Zeit erfüllt war, hat das Ende wieder mit dem Anfang verknüpft, so dass es uns jetzt nicht mehr erlaubt ist, Tierfleisch zu essen.« (Hieronymus, 331-420, Adversus Jovinianum I,18)

Die Tierliebe Jesu wurde nicht in die Bibel aufgenommen. Denn als Hieronymus vor ca. 1600 Jahren die erste umfassende lateinische Bibelübersetzung im Auftrag des Papstes erstellte, stand er unter dem großen Druck der entstehenden römischen Machtkirche und der politischen Kräfte. Kaiser Konstantin I. begünstigte aus Herrschaftsgründen die christliche Kirche, gab ihr Religionsfreiheit und machte diese Lehre schließlich im Jahre 380 de facto zur Staatsreligion. Der Preis: Die - ursprünglich pazifistischen - Christen wurden unter Androhung der Folter gezwungen, für Rom in den Krieg zu ziehen. Es heißt, wer kein Fleisch essen wollte, dem ließ Kaiser Konstantin flüssiges Blei in den Hals schütten. Das ursprüngliche Christentum wurde hiermit nahezu ausgelöscht.
Nun mussten auch die Evangelien dem damaligen Zeitgeist »angepasst« werden. Dafür wurden so genannte »Correctores« eingesetzt. Bewusste Fälschungen sollen besonders in der Zeit nach dem Konzil von Nicäa stattgefunden haben.


Die verheimlichte Tierliebe Jesu

So blieb vieles von dem, was Jesus von Nazareth lehrte, in apokryphen Schriften verborgen, also Schriftrollen, die nicht in die Bibel aufgenommen worden waren.

Im »Evangelium Jesu«, einem apokryphen Bericht über das Leben Jesu, ist zu lesen: »Wahrlich, Ich sage euch, darum Bin Ich in die Welt gekommen, dass Ich abschaffe alle Blutopfer und das Essen des Fleisches der Tiere und Vögel, die von Menschen geschlachtet werden.«

Oder: »Einen Tag, nachdem Jesus Seine Rede beendet hatte, geschah es (...), dass ein junger Mann Ihm lebende Kaninchen und Tauben brachte, damit Er sie mit Seinen Jüngern verzehre. Und Jesus blickte den jungen Mann liebevoll an und sprach zu ihm: Du hast ein gutes Herz, und Gott wird dich erleuchten; aber weißt du nicht, dass Gott am Anfang dem Menschen die Früchte der Erde zur Nahrung gab und ihn dadurch nicht geringer machte als den Affen oder den Ochsen oder das Pferd oder das Schaf, dass er seine Mitgeschöpfe tötet und ihr Fleisch und Blut verzehrt?« (Das Evangelium des vollkommenen Lebens, Humata Verlag, Bad Homburg)

Diese Worte machen deutlich: Echtes Christentum bedeutet Achtung vor allem Leben - und das Gebot »Du sollst nicht töten!« gilt auch für das Töten von Tieren. Tierversuche sind eine besonders grausame Art des Tötens - und so unnötig! Denn längst weisen führende Mediziner darauf hin, dass die Ergebnisse aus Tierversuchen nicht auf den Menschen übertragbar sind.

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