Freiheit für Tiere
Sie sind hier: Startseite » Archiv » Archiv 2/09 » Tierschutz

Tierschutz

Tierschutz (pdf-download der Artikel) [378 KB]

Skandal: Tierversuche für die Rüstungsindustrie

Stoppt den Handel mit Affenbabys

Tierschutz kann so einfach sein: Leder ist out! Kunstleder ist »in«!

Tierversuche für die Rüstungsindustrie

Von Edith Fischer, Berlin

Ein neuer Weltkrieg hat längst schon begonnen. Es handelt sich zwar nicht um einen Krieg im herkömmlichen Sinne - doch seit langer Zeit schon führen die Menschen weltweit einen Krieg gegen die Tiere. Und zur Vorbereitung für den Krieg gegen Menschen werden beim Militär an wehrlosen Tieren Waffen erprobt. Außerdem werden auch atomare, chemische und biologische Kampfstoffe getestet.

Einerseits werden Waffen an Tieren erprobt, um herauszufinden, wie man damit am besten Menschen umbringen kann, andererseits werden Tests an Tieren durchgeführt, um Menschen gegen eben diese Waffen zu schützen. In grausamen Tierversuchen werden Abwehr-, Schutz- und Heilmöglichkeiten bei biologischen und chemischen Kampfstoffen getestet. Auch die Auswirkungen der Neutronenbombe oder auch konventioneller Geschosse wurden und werden an Tieren untersucht. In der Öffentlichkeit wird darüber kaum etwas bekannt. Geheimhaltung ist hier oberstes Gebot. In den meisten Ländern, allen voran die USA und Russland, werden Tierversuche für militärische Zwecke durchgeführt. Auch die deutsche Bundeswehr verschleißt jährlich Tausende Versuchstiere für Tests mit Viren (biologische Kampfstoffe) oder dem chemischen Kampfstoff Schwefellost (aus dem 1. Weltkrieg als Senfgas bekannt), der die Haut zerstört. Das Verteidigungsministerium gibt die Tierversuche für die Rüstung in Auftrag, der unwissende Bürger bezahlt mit seinen Steuergeldern dieses grausige Höllenspektakel.


Welche Versuche für die Rüstungsforschung werden an Tieren durchgeführt?

>> Zur Erprobung schusssicherer Westen werden Hochgeschwindigkeitsgeschosse auf Hunde und kleine Schweine abgefeuert. Die dabei verwundeten Tiere werden - wenn nötig - operiert, notdürfig versorgt und erneut wieder eingesetzt. Die schwer verwundeten Tiere werden bis zu ihrem qualvollen Ende beobachtet, um Erkenntnisse über die Art der Verletzungen zu gewinnen.

>> Minischweine - im Fachjargon »Frontschweine« genannt, weil sie als Versuchs-objekte herhalten müssen - werden in der Nähe von Geschützen plaziert und dem Knall großkalibriger Waffen ausgesetzt. Die hohen Geräuschpegel und der dabei entstehende Schalldruck zerstören das Trommelfell der Tiere. Die Nervenfasern in den Gehörgängen und das Gewebe in den Lungen werden geschädigt. Das Ziel der Experimente ist die Entwicklung »moderner Hörschutzgeräte« für Soldaten.

>> Um die Gefährlichkeit von Nebelkerzen zu testen, werden Meerschweinchen und Kaninchen giftigen Dämpfen ausgesetzt. Auch werden Meerschweinchen mit dem Hautgift Lost (bekannt als Senfgas) am ganzen Körper eingerieben. Senfgas wurde im 1. Weltkrieg als Lungen- und Hautgift eingesetzt. Obwohl man es im 2. Weltkrieg wegen der Gefährlichkeit für die eigenen Soldaten nicht wagte, Senfgas zu verwenden, macht man heute noch damit weiter Experimente in der Rüstungsindustrie. Hat man vielleicht doch die Absicht, bei zukünftigen Konflikten Gas einzusetzen?

>> Auch ausgediente Diensthunde müssen als Versuchstiere bei Experimenten herhalten und werden oft Langzeit-Immunisierungsversuchen gegen Gasbrand und Tetanus unterzogen. Der Sinn liegt darin, einen Impfstoff zu entwickeln, der die im Einsatz befindlichen Soldaten gegen Gasbrand und Wundstarrkrampf schützt. Die Tiere erleiden Schädigungen der Atemwege und ersticken langsam - für manche Tiere bedeutet es tagelanges Siechtum.

Strenge Geheimhaltung - der Steuerzahler zahlt die Grausamkeiten

Alle Massenvernichtungswaffen werden weltweit in den Laboren des Militärs an Tieren getestet. Die Grausamkeit dieser Versuche übersteigt jedes Fassungsvermögen. Die absolute Geheimhaltung verhindert jegliche Berichterstattung über diese Versuche.
>> Indien hatte schon in den 70er Jahren die Ausfuhr von Primaten in die USA gestoppt, da man erfahren hatte, dass die Tiere zur Entwicklung und Erprobung der Neutronenbombe eingesetzt werden sollten. Die US-Streitkräfte hatten Affen von 1975 bis 1977 Experimenten unterzogen, um die Strahlenwirkung neuer Massenvernichtungsmittel festzustellen. Die Versuchstiere wurden hohen Dosierungen starker Strahlung ausgesetzt und starben einen langsamen und qualvollen Tod. Die Militärs wollten feststellen, wie lange Menschen nach Anwendung von Atomwaffen noch Waffen und Panzer bedienen können. Dazu dienten ihnen Versuche mit Affen. Es wurden auch Affen als Testpiloten im Simulator verwendet, um festzustellen, ob die Besatzung von Langstreckenbombern nach radioaktiver Einwirkung ihren Kampfauftrag noch erfüllen kann.

>> Vor dem Irak-Krieg gab es in den Bergen Kurdistans im Nordirak Tierversuchslabors, in denen Giftgas und andere chemische Waffen an Hunden ausprobiert wurden. (DIE ZEIT, 6.3.2003)

>> In den USA gibt es seit Jahrzehnten ein militärisches Delfinprogramm. Es wurde bekannt, dass von 1986 bis 1988 Delphine im Persischen Golf die US-Kriegsschiffe vor Anschlägen feindlicher Kampfschwimmer und Marinetaucher schützen sollten. Während des Irakkriegs wurden Delfine eingesetzt, um der US Army beim Aufspüren von Seeminen zu helfen. (Neues Deutschland, 2.4.2003)

>> 2005 wurde bekannt, dass die US-Army an einer neuen Schmerzwaffe arbeitet. Sie soll gegen Aufständische oder Demonstranten eingesetzt werden. Ziel ist es, die »Nervenzellen maximal zu reizen, ohne das Gewebe zu schädigen« - anders gesagt: die stärksten, gerade noch erträglichen Schmerzen zu verursachen, ohne das Opfer zu verletzen oder gar zu töten. Auch diese Waffe wurde an Tieren getestet. (FOCUS online, 3.3.2005)

>> Das Magazin DER SPIEGEL machte Ende der 70er Jahre erstmalig auf Tierversuche bei der Bundeswehr aufmerksam. Vorher hatte das Verteidigungsministerium mehrfach bestritten, dass lebende Tiere für Schussversuche und Versuche mit ABC-Waffen (atomare, biologische und chemische Kampfstoffe) überhaupt eingesetzt werden. Diese Versuche unterliegen ebenfalls der Geheimhaltung - unter Berufung auf Sicherheitsgründe.

Weder im Ausland noch in der Bundesrepublik unterliegen die Forschungen der Militärs einer umfassenden zivilen Kontrolle. Tierversuche für die Rüstung werden überwiegend mit Steuergeldern finanziert. Doch der Steuerzahler wird nicht informiert, weder über die Art noch den Umfang oder die Kosten der Versuche.

Käme es den Militärs wirklich nur auf die Erforschung und Behandlung von Schusswunden und anderen Verletzungen an, könnte man sich auf die Erfahrungen der in zahlreichen Kriegen verletzten und behandelten Soldaten beziehen. Strahlenschäden an Menschen, Tieren und sogar Pflanzen wurden sehr gründlich nach dem Unfall von Tschernobyl 1986 an vielen Forschungsinstituten untersucht - ganz zu schweigen von den Erfahrungen mit den Folgen des Bombenabwurfs auf Hiroshima und Nagasaki 1945.

Hinter unserem Rücken - von der Öffentlichkeit leider unbeachtet und zum Teil nicht gewusst - findet ein heimlicher Krieg gegen wehrlose Geschöpfe statt. Angst, Quälerei und Sadismus lassen sich nicht mit der Menschenwürde vereinbaren.







PETA fordert von Verteidigungsminister Jung:

Stopp von Tierversuchen bei der Bundeswehr!

Die Tierrechtsorganisation PETA schrieb einen offenen Brief an Verteidigungsminister Jung und forderte einen sofortigen Stopp von Tierversuchen bei der Bundeswehr. Wie aus Zeitungsartikeln hervorgeht, hat die Bundeswehr zur Erforschung der Auswirkungen von biologischen und chemischen Waffen Tausende Tierversuche durchführen lassen.

Mindestens 3.300 Tiere starben seit 2004 bei Versuchen der Bundeswehr, darunter Mäuse, Kaninchen, Schweine und Affen. Die Tiere seien bei Versuchen zur Vorbeugung und Therapie von Infektionen mit Pockenviren getötet worden. Die Bundeswehr habe auch Tierversuche mit Erregern von Milzbrand, Ebola, Kongo-Fieber und dem chemischen Kampfstoff Schwefellost durchführen lassen. Insgesamt wurden bei der Bundeswehr seit 2004 laut Zeitungsmeldungen mindestens 2220 Mäuse, 706 Meerschweinchen, 276 Ratten, 84 Kaninchen, 76 Schweine und 18 Makaken (Affen) getötet.

Die Tierrechtsorganisation verweist auf das Verbot von Tierversuchen zur Entwicklung von Waffen: »Laut Absatz 4 des § 7 TierSchG sind Versuche an Tieren zur Entwicklung oder Erprobung von Waffen und Munition verboten. Auch chemische Waffen sind Waffen, und auch diese Versuche sind folglich illegal. Es gibt keinen Grund, Tierversuche zur Entwicklung und Erprobung von Schusswaffen zu verbieten, diese aber für chemische Waffen zuzulassen,« schreibt PETA in dem Brief vom 15.12.2008 an Verteidigungsminister Jung.

»Bitte investieren Sie Zeit, Geld und Energie in die Abwendung von Kriegen, anstatt harmlose Tiere zu quälen, die in keinster Weise in menschliche Kriegsstrategien involviert sind und niemanden angreifen oder vernichten möchten«, heißt es weiter. Die Gefährlichkeit und der Verlauf von Krankheiten wie Milzbrand, Ebola und Kongo-Fieber sowie die Gefährlichkeit chemischer Kampfstoffe seien hinreichend bekannt, und diese Versuche seien reine Tierquälerei und eine Vergeudung von Steuergeldern. Die Organisation fordert von Minister Jung ein sofortiges Verbot von Tierversuchen bei der Bundeswehr!

Informationen:
PETA
Dieselstr. 21 · 70839 Gerlingen · Tel: +49/7156/178-280
www.peta.de

Stoppt den Handel mit Affenbabys!

Von Jan C. Oestreich

Wenn junge Menschenaffen herumtollen, muss man unentwegt an spielende Menschenkinder denken. Verblüffend, welche Parallelen man dabei zwischen Mensch und Affe entdeckt: Allein das stumme Lachen der Schimpansen, Bonobos, Gorillas oder Orang-Utans, wenn sie sich im Spiel gegenseitig anstupsen und kitzeln, lässt die nahe Verwandtschaft zu uns Menschen offensichtlich werden.

Aber da nicht einmal wir Menschen untereinander friedlich auskommen, kann man einen milderen Umgang mit unseren nächsten Verwandten kaum erwarten.

Alle vier Menschenaffenarten sind bedroht. Als so genanntes Bush-Meat enden täglich unzählige Menschenaffen in den Kochtöpfen der afrikanischen Bevölkerung. »Wilderer töten die gesamte Familie, nur die Jungtiere sind für den Fleischmarkt nicht interessant und werden am Leben gelassen«, berichtet die Naturschutzorganisation Pro Wildlife. »Die Wilderer überlassen die hilflosen Babys entweder einem ungewissen Schicksal oder verkaufen sie als Spielzeug oder Haustier auf den Märkten.«

Ein Beispiel: Bei einer Razzia gegen einen Tierschmuggler fanden Naturschützer einen schlimm zugerichteten Schimpansenjungen. Im Kofferraum eines Autos war das Tier zwischen dicken Säcken mit Marihuana eingepfercht. Pro Wildlife berichtet: »Das kleine Affenkind hat mehrere Schädelbrüche. Ein Streifschuss am Kopf stammt wohl von der Gewehrkugel, die seine Mutter tötete. Aufgrund einer Verrenkung der Wirbelsäule kann es momentan weder Arme noch Beine bewegen.«

Doch die Retter gaben das schwerverletzte Schimpansenbaby nicht auf: GAH, wie es nach seinem Fundort benannt wurde, erhielt im Limbe Wildlife Zentrum in Kamerun Rund-um-die-Uhr-Betreuung und erholte sich langsam. Nun kann es dort mit Artgenossen spielen. Das von Pro Wildlife unterstützte Naturschutzzentrum ist mittlerweile für 200 gerettete Affenwaisen der Start in ein glücklicheres Leben.
Ein Blick nach Asien: Ähnliche Qualen wie der Schimpansenjunge GAH erleiden dort viele Orang-Utan-Babys. Orang-Utan heißt übersetzt »Waldmensch«, doch aus ihrem Zuhause, dem artenreichen Regenwald Südostasiens, werden viele der jungen Baumakrobaten herausgerissen. Auch dort machen Wilderer illegal Jagd auf sie. Da die Orang-Utanweibchen ihre Babys natürlich nicht freiwillig hergeben, werden sie kaltblütig abgeschossen oder erschlagen. Beim Sturz aus den Baumkronen kommen dann oft auch die Babys um. Deshalb wird geschätzt, dass pro Orang-Utan-Baby etwa drei bis vier andere Orang-Utans gestorben sind.

Affenkinder als Prestigeobjekt

»In Indonesien werden Orang-Utans häufig von reichen, einflussreichen Leuten, z.B. Offizieren von Polizei und Militär, als Prestigeobjekt gehalten«, kritisiert BOS e.V., eine Organisation zum Schutz der Orang-Utans: »Nicht selten wird bei der Konfiszierung eines Orang-Utanbabys ein älterer Orang-Utan im Garten gefunden, der getötet wurde, um wieder ein neues Orang-Utan-Baby kaufen zu können.« Der Handel und die Haltung von Orang-Utans sind zwar in Indonesien verboten, doch wird dieses Verbot nur unzureichend durchgesetzt. Die Wilderei und die Lebensraumzerstörung sind zu einer ernsten Gefahr für den Fortbestand der Menschenaffen geworden. Das dürfen wir nicht so hinnehmen.

Das können Sie tun:

>> Kaufen Sie keine Holzartikel aus Tropenholz - das hilft, den Lebensraum der Affen vor Zerstörung zu bewahren.

>> Werden Sie Pate für ein Affenbaby oder kaufen Sie symbolisch Regenwald.


Informationen erhalten Sie bei:

Pro Wildlife e.V. · Kidlerstr. 2 · D- 81371 München
www.prowildlife.de

Leder ist out!

Kunstleder ist "in"!

Sie glauben, Sie sähen in Ihrer Lederjacke toll aus? Wie würden Sie darüber denken, wenn Sie wüssten, dass dies die Haut einer Katze oder die eines Hundes sein könnte? Es sind nicht »nur« Rinderhäute, die als Schuhe, Jacke oder Handtaschen enden. Sie können also nie sicher sein, in wessen Haut sie stecken. Leder ist - genauso wie Pelz - die Haut eines einst lebendigen Wesens, aus dem man Kleidung oder Modeartikel, Möbel oder Accessoires gefertigt hat.

Jeder Lederneukauf trägt erheblich zum wirtschaftlichen Gewinn von Schlachthäusern bei. Tierhäute machen etwa 60% der Rindernebenprodukte aus. Praktisch jedes Tier, das schließlich als Tasche, Schuh oder Gürtel endet, hat die gesamte Bandbreite der unvorstellbaren Qualen in der Massentierhaltung erlitten. Der Kauf von Leder trägt direkt zu dem Geschäft der Intensivhaltung und Schlachthäuser bei, da die Tierhäute das wirtschaftlich wichtigste Nebenprodukt der milliardenschweren Fleischindustrie sind. Die Nachfrage nach Tierhäuten bestimmt also einen erheblichen Teil der tödlichen Industrie.

Leder aus Indien – von wegen »heilige Kühe«!

Ein großer Teil des in Deutschland verkauften Leders stammt aus Indien. Nun meinen ja die meisten Menschen, Kühe würden in Indien gut behandelt, weil viele Inder die Kuh als »heilig« verehren. Ermittlungen der Tierrechtsorganisation PETA zeigten, dass indische Kühe oft auf Auktionen verkauft werden und lange Wege zu illegalen Transportlastern zurücklegen müssen. Arbeiter treiben die hungrigen und durstigen Tiere mit Schlägen auf tagelangen Fußmärschen. Den Kühen werden oft Chili-Schoten und Tabak in ihre Augen gerieben oder die Schwänze gebrochen, um sie zum Aufstehen und Weiterlaufen zu zwingen. Nach dem langen Marsch werden bis zu 50 Kühe, die oft krank oder verletzt sind, in Lastwagen, die für nur ein Dutzend Tiere ausgelegt sind, gequetscht. Sie werden über holprige Straßen gekarrt, während sie sich gegenseitig mit ihren Hörnern verletzen und aufeinander herumtrampeln. Viele von ihnen sterben noch auf der Fahrt. Filmaufnahmen belegen, dass die Tiere in steinzeitlichen Schlachthäusern häufig mit dreckigen stumpfen Messern und in Sichtweite ihrer Artgenossen aufgeschnitten werden. Einige Tiere werden sogar bei vollem Bewusstsein gehäutet und zerlegt.

Häute von Katzen und Hunden aus China

Auch Asien zählt zu den großen Lederlieferanten. Katzen und Hunde werden dort auf grausamste Weise misshandelt, indem sie oft bei lebendigem Leib gehäutet werden. Geschätzte zwei Millionen Hunde und Katzen werden in China getötet, um die Nachfrage zu decken. Ihre Häute tauchen lediglich als »Leder« gekennzeichnet in den verschiedensten Produkten weltweit auf. Gekauft von ahnungslosen Kunden, die nie daran denken würden, die Haut von Katzen oder Hunden zu tragen.
In Frankreich werden jährlich mehr als 20.000 Katzen für den Hautmarkt gestohlen. Bei einem Polizeieinsatz in einer Gerberei wurden 1.500 Katzenhäute sichergestellt, aus denen Babyschuhe gemacht wurden.


Leder - alles andere als umweltfreundlich

Die Lederindustrie versucht dem Kunden einzureden, Häute seien »umweltfreundlich« und »natürlich«. Doch in Wahrheit ist Leder ganz und gar nicht gut für unseren Planeten.Jedes Echt-Lederprodukt ist nicht nur ein Symbol für Tierleid, sondern auch umweltschädlich und gesundheitlich bedenklich. Um die Verwesung der Tierhäute zu verhindern, werden bei der Lederverarbeitung zahlreiche Chemikalien benutzt, die hochgradig umweltschädlich sind und häufig Allergien auslösen und das Krebsrisiko erhöhen. Studien haben ergeben, dass die Lederindustrie sogar schädlicher für die Umwelt ist, als die Textil-, Medikamenten-, Düngemittel- und Papierindustrien.

Kunstleder ist "in"!

Tierhautfreies Einkaufen ist heutzutage so einfach wie nie zuvor. Zahlreiche moderne Designer und Markenverkaufen tolle lederfreie Kleidungsstücke, angefangen mit Gürteln und Taschen, bis hin zu Schuhen und Jacken. Auch einige Discountläden und Kaufhäuser verfügen über ein großes Sortiment an lederfreien Schuhen.

10 Gründe, kein Leder zu tragen

1. Die Verwandlung von Haut zu Leder durch gefährliche Chemikalien
Obwohl einige Lederhersteller ihre Produkte fälschlicherweise als »umweltfreundlich« anpreisen, benötigt die Verwandlung von Tierhaut zu Leder massive Mengen an gefährlichen Chemikalien wie Mineralsalzen, Formaldehyd, Kohle-Teer H-Derivate und verschiedene Öle, Farben und Polituren, von denen einige auf Zyanid basieren. Das weltweit meiste produzierte Leder wird mit Chrom gegerbt; die Umweltschutzbehörde in den USA stuft alle Abfälle, die Chrom enthalten, als gefährlich ein.

2. Giftstoffe im Abwasser von Gerbereien

Die Abwässer von Gerbereien enthalten jede Menge Schadstoffe wie Salze, Kalkschlamm, Sulfide und Säuren. Das Gerben stabilisiert die Kollagen- und Proteinfasern in den Häuten, so dass diese sich nicht mehr biologisch zersetzen, sprich: nicht verrotten. Eine Chromgerberei verschwendet über 56.000 Liter Wasser und produziert auf jede Tonne an verarbeiteten Häuten genau so viel an »Feststoffabfall« (z. B. Haare, Fleisch und Abfälle). Das Grundwasser in der Nähe von Gerbereien wies erhöhte Werte an Blei, Zyanid und Formaldehyd auf. Das Gerben von Leder verursacht außerdem 800.000 Tonnen an Chromabfällen jährlich.

3. Gesundheitsrisiken für Menschen
Lederprodukte, die meist in direktem Hautkontakt stehen, können hohe Werte an sechswertigem Chrom, einer giftigen Chemikalie und starkem Allergen enthalten. Dies kann zu allergischen Hautreaktionen wie Ekzemen führen. Menschen, die in Gerbereien arbeiten oder in ihrer Nähe leben, leiden unter erhöhtem Gesundheitsrisiko. Viele von ihnen sterben an Krebs, ausgelöst durch die giftige Chemikalien der Gerbereien. Das Zentrum zur Kontrolle und Verhinderung von Krankheiten in den Vereinigten Staaten fand heraus, dass Leukämie unter den Anwohnern einer Gegend nahe einer Gerberei in Kentucky 5 x so häufig vorkam wie im nationalen Durchschnitt. Arsen, eine häufig in Gerbereien verwendete Chemikalie, wird schon lange mit Lungenkrebs unter den Arbeitern, die diesem Stoff regelmäßig ausgesetzt sind, in Verbindung gebracht. Studien unter Gerbereiarbeitern in Schweden und Italien ergaben, dass das Krebsrisiko »zwischen 20% und 25% höher als erwartet« war.

4. Klimakiller Massentierhaltung
Jeder Neukauf von Leder trägt erheblich zum wirtschaftlichen Gewinn der Fleischindustrie und der Schlachthäuser bei, da die Häute 55-60% der Rindernebenprodukte ausmachen. Mittlerweile ist bekannt, dass die Intensivtierhaltung einer der Hauptverursacher für die heutigen Umweltprobleme ist. Nach einem Bericht der UN- Welternährungsorganisation (FAO) verursacht die Massentierhaltung - die unweigerlich mit der Lederindustrie verbunden ist - mehr Emissionen als der globale Verkehr.

5. Enormer Wasserverbrauch
Etwa 70% der erschlossenen Wasserressourcen fließen in die Landwirtschaft. Dabei schluckt die Tierzucht und Intensivtierhaltung ganz besonders viel Wasser (Zur Veranschaulichung: ca. 25.000l Trinkwasser für 1kg Fleisch). Futtermittel und Abwässer der Milchfabriken - »ausgediente« Kühe der Milchindustrie werden zu Leder verarbeitet - tragen wesentlich zur Wasserverschmutzung bei.

6. Leder ist Zündstoff für fossilen Brennstoff
Die »Produktion« von Tieren verschlingt riesige Mengen an fossilem Brennstoff. Ganz im Gegensatz dazu trägt Kunststoffbekleidung nur zu einem Bruchteil des Erdölverbrauchs bei. Eine Studie in Bangladesch hat herausgefunden, dass die Lederindustrie schädlicher für die Umwelt ist, als die Textil-, Medikamenten-, Düngemittel- und Papierindustrien zusammen.

7. Leder - beteiligt am Welthunger
Knapp 1 Milliarde Menschen, darunter über 100.000 Millionen Kinder, hungern auf dieser Erde, dabei würde es genügend Nahrung für jeden einzelnen geben. Denn Land, Wasser und andere Ressourcen, die für den Anbau von Nahrungsmitteln für den Menschen eingesetzt werden könnten, werden stattdessen für den Anbau von Futtermitteln für die Intensivtierhaltung »verschwendet«. So werden 50% der weltweiten Getreideernte und 90% des Sojas an die »Nutz«tiere vor allem in den Industrieländern verfüttert.

8. Lederimport aus Asien
Keineswegs stammen in Deutschland erhältliche Lederartikel ausschließlich aus Europa. Ein Großteil des Leders wird aus Asien importiert. Deutschland ist eines der Hauptimportländer für indisches Leder, wo die wachsende Lederindustrie vielleicht zu den Grausamsten der Welt zählt. Zunehmend kommt in Europa verarbeitetes Leder aus China zum Einsatz, wo Hunde und Katzen ihrer Felle und Häute wegen auf grausame Weise getötet werden. Katzen- und Hundehäute -schlicht als »Leder« gekennzeichnet - tauchen in den verschiedensten Produkten auf. Die asiatische Lederindustrie unterliegt kaum Normen zum Umweltschutz.

9. Vegetarier tragen kein Leder
Wer sich bewusst vegetarisch ernährt, kann auch keinen Gefallen an Leder finden. Die Lederindustrie ist eng verstrickt mit der Fleischindustrie und keinesfalls »nur« ein Neben-/Abfallprodukt. Wer nicht ertragen kann, dass ein Tier für den schnellen Gaumengenuss erbärmlich leiden und sterben muss, kann dies auch nicht mit dem Tragen der Häute vereinbaren. Eine vegetarische Ernährung sollte daher den Umstieg auf Alternativen zu Leder einschleißen und gewährleistet auch so einen sehr guten Beitrag zum Klima- und Umweltschutz.

10. Das Leiden der Umwelt und der Tiere
Unter dem Tragen von Leder leiden die Umwelt, das Klima, die Menschen, die es herstellen - und vor allem die Tiere. Die einzigen, die einen Nutzen daraus ziehen, sind die Menschen, die aus dem Leid anderer Profit schlagen.

Quelle:
www.peta.de
www.lederinfo.peta.de