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Der Feldhase liebt den jagdfreien Kanton Genf

Im jagdfreien Kanton Genf

erfreut sich der Feldhase einer gesunden, vermehrungsfähigen Feldhasenpopulation - der größten in der Schweiz · Bild: shocky - Fotolia.com

Die Zahl der Feldhasen in der Schweiz ist seit den 1950er Jahren derart stark gesunken, dass er auf die Rote Liste gesetzt und als »gefährdet« eingestuft wurde. Dennoch werden immer noch Feldhasen von Jägern abgeschossen. Im Kanton Genf dagegen ist die Jagd seit 1974 verboten. Hier erfreut sich der Feldhase einer gesunden, vermehrungsfähigen Feldhasenpopulation - der größten in der Schweiz.

Seit 1991 schwanken die Zahlen der Feldhasen in den Ackerbaugebieten zwischen 3,5 und 5 Feldhasen auf 100 Hektar. Das zeigen die im Auftrag des Bundesamtes für Umwelt BAFU durchgeführten Zählungen im Frühjahr 2016.

Erschreckend sind die Resultate aus der Zentralschweiz: In vier von sechs untersuchten Gebieten im Raum Luzern ist der Feldhase in den letzten Jahren praktisch verschwunden. Dennoch wird der Feldhase in Luzern immer noch bejagt.

Die höchste Dichte an Feldhasen wurde im Jahr 2016 mit 17,7 Feldhasen auf 100 Hektar im jagdfreien Kanton Genf ermittelt. Dies ist die erste Dichte über 17 Feldhasen/100 ha seit 2006 in der ganzen Schweiz.

Kanton Genf: Jagdverbot seit 1974

Im Kanton Genf gilt seit 1974 durch Volksabstimmung ein allgemeines Jagdverbot auf Säugetiere und Vögel. Mit überaus positiven Auswirkungen für die Natur, Tiere und die Menschen: Noch nie war die Biodiversität größer und die meisten Wildtierbestände regulieren sich laut Genfs verantwortlichem Faunainspektor Gottlieb Dandliker erfolgreich selbstständig.

Vor der Volksabstimmung im Jahr 1974 hatte die Jagdlobby behauptet, ohne Jagd wäre der Feldhase im Kanton Genf von der Ausrottung durch Beutegreifer bedroht. Das Gegenteil war der Fall: Seit Jahren erfreut sich der Kanton Genf einer gesunden, vermehrungsfähigen Feldhasenpopulation - der größten in der Schweiz.

Ein Grund dafür ist neben dem Jagdverbot auch eine Extensivierung in der Landwirtschaft. Genf ist ein Pionier-Kanton: 10 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen sind ökologische Kompensation, also qualitativ hochwertiger für die Biodiversität. Davon profitieren auch Rebhühner, Greifvögel und Beutegreifer wie Marder und Fuchs.

Quellen:
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Der Feldhase liebt den Kanton Genf. Wild beim Wild, 7.4.2017 · wildbeimwild.com
· Seit 1974: Jagdverbot im Kanton Genf. Freiheit für Tiere 2/2014