Freiheit für Tiere
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Ernährung und Bewusstsein

Buchvorstellung von Julia Brunke

Warum das, was wir essen, die Welt nachhaltig beeinflusst

Der Ursprung der Probleme in unserer Welt ist die Gewalt auf unseren Tellern. Ein revolutionärer Blick auf unsere Essgewohnheiten und ihre globalen Auswirkungen.

In seinem Buch »Ernährung und Bewusstsein« stellt Will Tuttle unsere Ernährungsgewohnheiten radikal auf den Prüfstand. Er belegt mit überzeugenden Fakten, dass der Ursprung der Probleme in unserer Welt die Gewalt auf unserem Teller ist. Damit wird die Wahl unserer Lebensmittel der Schlüssel für die Lösung der großen Probleme unserer Welt. »Auf den ersten Blick mag es einem unwahrscheinlich vorkommen, dass ein derart mächtiger Schlüssel in etwas so banalem wie unserer Nahrung versteckt sein soll«, schreibt Will Tuttle. »Wir müssen willens und fähig sein, einen Zusammenhang herzustellen zwischen dem, was wir essen, und dem, was getan werden musste, um es auf unseren Teller zu bekommen.«

Seit Jahrtausenden vererbt unsere Kultur von Generation zu Generation weiter, dass die Tiere unserer Ernährung dienen. »Es wird immer offensichtlicher, dass der alte Mythos, auf dem unsere Kultur aufbaut, im Zusammenbruch begriffen ist«, schreibt Will Tuttle. Wenn wir dem alten Mythos weiter folgen, führe dies nicht nur zur Verwüstung der empfindlichen und komplexen Ökosysteme unseres Planeten, sondern auch zur Selbstzerstörung der Menschheit.

Die Herrschaft von Menschen über Menschen ist eine zwangsläufige Folge der Herrschaft von Menschen über Tiere. Missachten wir die Rechte der Tiere und profitieren von ihrem Leid, so stumpfen wir auch gegen das Leid der Menschen ab. Unser Wohlergehen ist untrennbar mit dem Wohlergehen anderer Lebewesen verknüpft. Wir können nicht Gesundheit für uns selbst ernten, indem wir die Saat der Krankheit und des Todes für die Tiere säen.

Die Folgen unserer Ernährungsgewohnheiten

Will Tuttle stellt eine unglaubliche Fülle von Fakten vor, die selbst für Leser neu sein werden, die sich seit Jahren mit diesem Thema beschäftigen. Und er stellt Zusammenhänge her, die absolut einleuchtend sind, an die man aber so bisher noch nicht gedacht hatte.

Was bedeuten unsere Ernährungsgewohnheiten für uns selbst, unsere körperliche und seelische Gesundheit? Unsere Kultur hält uns an, »Allesfresser« zu sein. Und das sind wir: Statt die Früchte der Erde zu essen, verschlingen wir Tiere und das, was uns die Lebensmittelindustrie vorsetzt: gefärbte, aromatisierte, raffinierte, bestrahlte, gentechnisch modifizierte und chemisch belastete Produkte. Damit wir in der Lage sind, Tiere zu essen, muss unser natürliches Mitgefühl unterdrückt werden. Denn im Grunde unseres Herzens wissen wir, dass das, was wir den Tieren antun, grauenvoll und unmoralisch ist. Dadurch trennen wir uns von der Einheit der Schöpfung und wenden uns dem Materialismus und der Gewalt zu. Wir lassen uns von Großkonzernen manipulieren und entmündigen, die daraus Milliardenprofite ziehen und den Planeten noch weiter ausbeuten.

Was bedeuten unsere Essgewohnheiten für viele Milliarden so genannter »Nutz«Tiere? Wir verdrängen, dass Tiere, die wie wir Bewusstsein haben, eingesperrt in extremer Beengtheit vegetieren müssen. Wir verdrängen, dass männliche Ferkel und Rinder ohne Betäubung kastriert und männliche Küken gleich nach dem Schlüpfen vernichtet werden, dass Hennen ohne Betäubung die Schnäbel gekürzt und Kühe auf künstlichem Wege gezwungen werden, 45 bis 55 Liter Milch am Tag zu geben. Müttern werden ihre Kinder weggenommen. Wir mästen sie in Rekordzeit auf das Schlachtgewicht, halten sie in verschmutzter, krankmachender Umgebung, verabreichen ihnen massenhaft Hormone und Medikamente - und wundern uns, dass wir übergewichtig und krank werden. Am Ende ihres kurzen, furchtbaren Lebens werden sie brutal transportiert und brutal geschlachtet, die meisten davon noch Tierkinder. »Der Hauptgrund, warum die Tiere im Schlachthaus so schrecklich leiden, liegt darin, dass sie am Leben sein müssen, wenn ihre Kehle durchgeschnitten wird, so dass ihr noch immer schlagendes Herz das Blut aus ihrem Körper pumpt«, erklärt Will Tuttle. Sonst würde niemand ihr Fleisch essen wollen.

Was bedeuten unsere Essgewohnheiten für die Meere und ihre Bewohner? Ganze Ozeane werden durch Überfischung verwüstet. Wussten Sie, dass etwa die Hälfte des weltweiten Fischfangs als Fischmehl in den Trögen der industriellen Massentierhaltung landet, damit Rinder, Schweine, Hühner sowie Fische in Aquakulturen noch schneller ihr Schlachtgewicht erreichen? Wussten Sie, dass ein Drittel der gesamten Fangmenge »Beifang« ist? 25 Millionen Tonnen Meerestiere werden tot oder schwer verwundet in den Ozean zurückgeworfen: Schildkröten, Delfine, Seevögel…

Was sind die Folgen für die Menschen auf unserem Planeten? Unsere Ernährungsgewohnheiten führen dazu, dass Milliarden Menschen in den armen Ländern ausgebeutet werden, Not und Hunger leiden, weil ein Großteil des weltweit angebauten Getreides und Sojas der Fleischproduktion dient. Wussten Sie, dass über neunzig Prozent des Eiweißes aus diesem Getreide sich in Methangas, Ammoniakdämpfe sowie Mist und Gülle verwandeln, die zur Wasser- und Luftverschmutzung beitragen? Es werden Kriege um Ressourcen wie Erdöl geführt. während Unmengen für die Produktion von Fleisch- und Milchprodukten vergeudet werden: für die Produktion von Stickstoffdüngern und Pestiziden, für Bewässerungsanlagen, für Unterbringung und Transporte von jährlich Milliarden Tieren, für Schlachthöfe und Kühlungen.

Was sind die Folgen für unsere Lebensgrundlagen auf diesem Planeten und für die Ökosysteme? Die industrielle Massentierhaltung geht über alle Maßen verschwenderisch mit Wasser, Land, Erdöl und Chemikalien um. Sie zerstört Wälder und verschmutzt in extremem Maße Boden, Wasser und Luft.

Stellung beziehen gegen Tod und Zerstörung: Eine friedliche Revolution

Jeder Einzelne kann die Entscheidung für eine bewusste und pflanzliche Ernährung oder für die grausame Massentierhaltung und die Ausbeutung der Ökosysteme für den Fleischverzehr treffen. Bereits Mahatma Gandhi sagte: »Die gewaltsamste Waffe der Welt ist die Essgabel«.

Wenn wir uns für eine pflanzliche Ernährung entscheiden, beziehen wir damit Stellung: gegen das Töten der Tiere, gegen die Zerstörung des Planeten und gegen die Abstumpfung unseres Bewusstseins. »Wir werden zu einer Ein-Personen-Revolution und tragen mit jeder Mahlzeit zur Gründung einer neuen Welt bei«, schreibt Will Tuttle. Er gibt der Hoffnung Ausdruck, wenn viele diese Ideen teilen, die mitreißendste und heilendste Revolution entstehen könnte, die unsere Gesellschaft jemals erlebt hat.

Will Tuttle: Ernährung und Bewusstsein
Warum das, was wir essen, die Welt nachhaltig beeinflusst
Hardcover, 406 Seiten
Crotona Verlag, 2014 · ISBN 978-3-86191-053-4
Preis: 19,95 Euro (D) 20,60 (A)