Freiheit für Tiere
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Grausame Tierquälerei für Grana Padano-Käse

Wer Gran Padano-Käse isst, sollte sich die Bilder

ansehen, was dies für die Kühe und ihre Kälbchen bedeutet. · Bild Gran Padano: Artit Wongpradu - Shutterstock.com

Die italienische Tierschutzorganisation Essere Animali dokumentierte in Milchviehbetrieben, die Grana Padano herstellen, schockierende Lebensbedingungen für Kühe und Kälber. Filmaufnahmen zeigen schwerwiegende Vernachlässigungen und erschreckende hygienische Zustände: Die Tiere sind gezwungen, in ihren eigenen Exkrementen zu leben und ihre Kälber zu gebären. Immer wieder sind tote Kälber zu sehen. Auch Gewalt durch Arbeiter gegenüber Tieren wurde dokumentiert. Grana Padano gehört neben Parmesan und Mozzarella zu den bekanntesten Käsesorten Italiens und ist der weltweit am meisten konsumierte Käse.

Die italienische Tierschutzorganisation

»Essere Animali« hat schockierende Bilder von einem Milchbetrieb in der Provinz Brescia veröffentlicht. Kühe vegetieren in knietiefen Exkrementen - und müssen in diesem Dreck sogar ihre Kinder bekommen. · Alle Bilder: Essere Animali

Die Tiere sind gezwungen sind, in "Gehegen"

zu leben, die überflutet oder so mit Exkrementen bedeckt sind, dass sie sich kaum bewegen können. · Alle Bilder: Essere Animali

Grana Padano wird in den Regionen Lombardei, Venetien, Emilia-Romagna, Trentino und Piemont mit der geschützten Ursprungsbezeichnung PDO (Protected Designation of Origin) hergestellt. Für das Grana Padana-Konsortium sind 129 Erzeuger, 153 Reifungsbetriebe und 160 Verpackungs- und Reibebetriebe tätig. Deutschland ist das wichtigste Importland für Grana Padano.

Die Tierschutzorganisation Essere Animali veröffentlichte eine Untersuchung in einem Milchviehbetrieb in der Provinz Bergamo, der Grana Padano herstellt. Filmaufnahmen zeigten gravierende Tierschutzverstöße und Gewalt von Arbeitern gegenüber den Tieren. Daraufhin versuchte das Grana Padana-Konsortium, die dokumentierten Verstöße als Einzelfälle abzutun.

Filmaufnahmen der Tierschutzorganisation

»Essere Animali« zeigten gravierende Tierschutzverstöße und Gewalt von Arbeitern gegenüber Tieren in einem Milchviehbetrieb in der Provinz Bergamo, der Grana Padano herstellt. · Alle Bilder: Essere Animali

Verwahrloste Kühe und Kälber knietief in ihren eigenen Exkrementen: Die Missstände sind keine Einzelfälle

Essere Animali veröffentlichte eine weitere Untersuchung, die tierquälerische Zustände in einem Betrieb mit etwa 1.000 Kühen und Kälbern in der Provinz Brescia dokumentiert.

Simone Montuschi, Vorsitzender von Essere Animali, erklärt: »Bei der ersten Untersuchung auf einem Milchhof in der Provinz Bergamo wurde Gewalt gegenüber Tieren dokumentiert, während dieses neue Video von einem Milchhof in der Provinz Brescia unvorstellbare Zustände der Vernachlässigung zeigt, bei denen die Tiere gezwungen sind, in Gehegen zu leben, die überflutet oder so mit Exkrementen bedeckt sind, dass sie sich kaum bewegen können. Auch die Kälber werden in einer unhygienischen Umgebung geboren, was vermutlich zu der hohen Sterblichkeitsrate in dem Betrieb beiträgt. Unsere Untersuchungen haben leider gezeigt, dass es sich bei den Missständen in den Massentierhaltungsbetrieben nicht um Einzelfälle handelt.«

»Auch die Kälber

werden in einer unhygienischen Umgebung geboren, was vermutlich zu der hohen Sterblichkeitsrate in dem Betrieb beiträgt«, so Essere Animali. · Alle Bilder: Essere Animali

Eine Mutterkuh trauert um ihr totes Kälbchen.

So viel Leid, damit Menschen Käse essen können.

Misshandlung und Vernachlässigung von Kälbchen

Das Filmmaterial zeigt auch die Misshandlung von Kälbern in Milchviehbetrieben, insbesondere die gewaltsame Trennung der Kälber von ihren Müttern, die unmittelbar nach der Geburt erfolgt. Anschließend werden die Kälber in kleine Einzelbuchten gesperrt.

Gleich nach der Geburt werden die Kälbchen

von ihren Müttern getrennt und in Einzelboxen »untergebracht«. · Alle Bilder: Essere Animali

Ähnliche Situation »in den meisten Milchviehbetrieben«

Diese Praktiken sind gesetzlich erlaubt und werden in fast allen Milchviehbetrieben angewandt, auch in jenen, die Milch für italienische »Premium«-Produkte wie Grana Padano produzieren. Verschiedene Studien zeigen, dass diese Praktiken die Tiere sozialer Deprivation, Stress und Leiden aussetzen.

»Diese jüngste Untersuchung beweist zum wiederholten Mal, dass in den meisten Milchviehbetrieben die grundlegenden Tierschutzvorschriften nicht eingehalten werden, sondern dass Kälber und Kühe im Gegenteil wie bloße Handelsware behandelt werden«, so Reinke Hameleers, CEO der Eurogroup for Animals.

Die Recherche in Gran Padano-Milchbetrieben zeigt

verwahrloste Kälbchen in katastrophalen »Ställen«. · Alle Bilder: Essere Animali

Unter diesen Bedingungen

ist es nicht verwunderlich, dass bei den Ermittlung zahlreiche tote Kälbchen gefunden wurden. · Alle Bilder: Essere Animali

Mozzarella hat ein ähnliches dunkles Geheimnis

Immer wieder stoßen Beamte der italienischen Tierschutzbehörden auf illegal entsorgte Kadaver meist männlicher Büffelkälber. Weil sie keine Milch geben, lohnt sich die Aufzucht nicht - und man lässt sie einfach verhungern.

Auch in Deutschland werden in industriellen Milchbetrieben Kälbchen kurz nach der Geburt mit illegalen Methoden entsorgt, laut Recherchen der WELT AM SONNTAG bis zu 200.000 Kälber jährlich. Vor allem männliche Kälber werden als Abfallprodukt der Milchwirtschaft in den ersten drei Lebensmonaten getötet oder verenden. In Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern seien es bis zu 16 Prozent der Jungtiere.

Jeder kann helfen, dieses Tierleid zu vermeiden: Kaufen Sie keinen Gran Padano, keinen Mozzarella und keine anderen Milchprodukte. Das Angebot an Milch, Sahne, Käse, Joghurt und Eiscreme auf rein pflanzlicher Basis ist inzwischen riesig!

Quellen:
· Italien: Abscheuliche Tierquälerei für Parmesan Käse. IG Wild beim Wild, 1.10.2021
· Seconda indagine shock in un allevamento del Grana Padano. Essene Animali, 29.9.2021