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Multiresistente Keime: Massentierhalter belastet

Hühnermast:

Damit die Tiere die industrielle Massenhaltung überleben, kommen massenhaft Antibiotika zum Einsatz. Der massive Antibiotikaeinsatz hat zur Folge, dass viele Keime resistent gegen die verfügbaren Antibiotika geworden sind. Früher gut beherrschbare Krankheitserreger werden so zu einer lebens­bedrohlichen Gefahr. Jedes Jahr sterben laut Robert-Koch-Institut etwa 15.000 Menschen durch multiresistente Keime.· Bild: peta.de

»Ist die Massentierhaltung Schuld an der Zunahme multiresistenter Erreger (MRSA) in unseren Kliniken?« So lautete der Titel eines Vortrags von Dr. Jörg Herrmann, Direktor des Institutes für Krankenhaushygiene Oldenburg, beim Hygienesymposium 2017 des Klinikverbundes Corantis. Die Antwort auf die Frage lautete: Ja.

Mulitresistente Erreger sind vom Tier auf den Menschen übertragbar. Laut Bundesinstitut für Risikobewertung tragen etwa 1,5 Prozent der Deutschen tragen Multiresistente Keime in sich. Bei Berufsgruppen, die täglich mit Nutztieren zu tun haben, sind die Werte allerdings exorbitant höher, machte Dr. Herrmann deutlich: Etwa 80 Prozent aller Schweinehalter seien mit den Keimen besiedelt, bei Rinderhaltern sind es etwa 35 Prozent und bei Geflügelhaltern 37 Prozent. Ebenso würden 45 Prozent aller Tierärzte, die mit Schweinen zu tun haben, die Erreger in sich tragen. Auch bei Haushaltsmitgliedern von Landwirten und Tierärzten seien mit fünf bis 13 Prozent erhöhte Werte festgestellt worden.

Quelle: Landwirte deutlich höher belastet. Nordwestzeitung, 24.3.2017