Freiheit für Tiere
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Petition für die Beendigung der Fuchsjagd

In unserem Nachbarland Luxemburg wird die Fuchsjagd ab April zunächst für ein Jahr komplett verboten. Es gebe aktuell »keinen objektiven Grund«, Füchse zu jagen, so Camille Gira, Staatssekretär im Ministerium für nachhaltige Entwicklung und Infrastruktur. Die geschossenen Füchse hätten »keine nützliche Verwendung« mehr, weder als Nahrung noch als Pelz. Jedes Jahr würden »rund 3.000 dieser sympathischen Lebewesen« abgeschossen und dann in die Mülltonne geschmissen. Zudem gebe es bereits seit über zehn Jahren in Luxemburg keine Tollwut mehr.
Die Jäger in Luxemburg laufen Sturm gegen die zunächst einjährige Aussetzung der Fuchsjagd.

Wildtierschutz Deutschland hat eine neue Petition für die Einstellung der Fuchsjagd auf den Weg gebracht - als Unterstützung an den zuständigen Staatssekretär Gira in Luxemburg und als Aufforderung, die Fuchsjagd in Deutschland abzuschaffen an die in Deutschland auf Bundes- und Landesebene zuständigen Ministerien. Die Petition hat zunächst eine Laufzeit bis zum 17. April 2015.

In Deutschland gibt es keine oder nur unzureichende Schonzeiten für Füchse. In Luxemburg sollen zunächst bis zum 31. März 2016 keine Füchse mehr gejagt werden. Gegen die kleinsten Änderungen des Status Quo laufen die Jäger Sturm – in Luxemburg, in Stuttgart, in Düsseldorf, in Saarbrücken. Die von den Jagdverbänden angeführten Argumente für die Beibehaltung der Fuchsjagd sind jedoch fadenscheinig:

Fuchsbandwurm: Entgegen der Behauptungen von Jagdverbänden ist das Risiko über den Fuchsbandwurm zu erkranken eher zu vernachlässigen. In Deutschland ist die Fuchsbandwurm-Erkrankung (alveoläre Echinokokkose) eine meldepflichte Krankheit. Beim Robert-Koch-Institut erfährt man, dass in ganz Deutschland mit seinen 80 Mio. Einwohnern pro Jahr nur etwa 25 Personen daran erkranken. Selbst bei wesentlich höheren Fallzahlen wäre das Risiko zu erkranken mittels der Jagd nicht in den Griff zu bekommen. Aus Zeiten der Tollwut wissen wir, dass die Jagd die weitere Verbreitung der Tollwut sogar gefördert hat. Erst der großflächige Abwurf von Impfködern konnte die Tollwut ausmerzen.
Fuchsbestand: Die Jagdverbände gehen von einer Zunahme des Fuchsbestandes beim Aussetzen der Jagd aus. Erhebungen aus jagdfreien Gebieten lehren uns das Gegenteil. Die Geburtenraten gehen zurück, die Fuchsbestände bleiben weitgehend konstant. Im Rahmen von wissenschaftlichen Untersuchungen im Kerngebiet des Nationalparks Bayerischer Wald, wo Füchse nicht bejagt werden, ist bekannt, dass die Geburtenrate mit 1,7 Welpen je Wurf erheblich niedriger ist, als in intensiv bejagten Revieren. Auch eine neunmonatige Schonzeit im Saarland hat nicht dazu geführt, dass die Fuchsbestände gestiegen sind.

Fuchsjagd ist sinnlos. Sie ist nicht nachhaltig, sie provoziert vielmehr eine höhere, mit viel Leid verbundene Reproduktionsrate. Es gibt keine Belege dafür, dass mittels der Fuchsjagd Fuchskrankheiten wie Echinokokkose oder Fuchsräude reduziert werden können. Fuchsjagd hat auch keine nachhaltige Auswirkung auf den Bestand von Tierarten, deren Lebensraum durch Land- oder Forstwirtschaft zerstört werden (z.B. Rebhühner, Feldhasen).

Füchse sind nützlich. Füchse nehmen in ihren Lebensräumen wichtige ökologische Funktionen wahr. Sie vertilgen Aas und fressen bis zu 3.000 Mäuse pro Jahr. Zu ihrem Beutespektrum gehören schon auch Kleinsäuger (Hasen, Kaninchen) und Bodenbrüter, allerdings werden in der Regel nur kranke und geschwächte Tiere Beute der Füchse – bei gesunden und reaktionsstarken Tieren hat Reineke Fuchs kaum eine Chance.