Freiheit für Tiere
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Tierrechte-Kalender 2016

Ethik trifft Kunst: Der Tierrechte-Jahreskalender 2016 mit Kunstwerken von Jo Frederiks und Zitaten von Helmut F. Kaplan.

Der Jahreskalender mit einer prägnanten Botschaft. Jedes Monatsblatt präsentiert ein emotionales Werk der australischen Künstlerin Jo Frederiks und ein kraftvolles Zitat des österreichischen Philosophen und Autors Helmut F. Kaplan. Zusammen haben sie eine starke Botschaft: Tierrechte müssen jetzt endlich ein grundlegender Bestandteil unserer Gesellschaft und individueller Lebensweise werden.

Format DIN A3 (42cm x 29,7 cm), Spiralbindung, 15 Blatt, vierfarbig gedruckt.
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Von Helmut F. Kaplan

Als vor einiger Zeit der Vorschlag an mich herangetragen wurde, einen Kalender mit Zitaten von mir zu machen, hatte ich zunächst keine Idee, wie man das optisch umsetzen könnte. Nach einigen Tagen vergeblichen Nachdenkens und Suchens erinnerte ich mich plötzlich an das Video „Animal Rights“ – und wusste sofort: Das ist es: Bilder von Jo Frederiks! Ich setzte mich mit ihr in Verbindung und sie sagte sofort zu.

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte, heißt es richtigerweise. Wahr ist aber auch, daß die Wirkung von Bildern oft rasch wieder verblaßt. Warum? In einem früheren Text schrieb ich dazu:

„Weil gleich wieder die alten, bequemen Vorurteile auftauchen und das Gesehene relativieren oder zunichte machen: ,Fressen und Gefressenwerden ist nun einmal der Lauf der Welt.‘ ,Tiere wurden doch für den menschlichen Verzehr geschaffen.‘ ,Tiere leiden auch nicht so schrecklich, wie wir uns das vorstellen.‘ Usw. Und weil es so ist, daß die Wirkung von Bildern durch alte speziesistische Konzepte immer wieder zerstört wird, ist es unerläßlich, den Menschen zusätzlich zu Bildern auch neue ethische Ideen zu liefern, die diese alten Konzepte neutralisieren.

Schopenhauer sagt ganz richtig: Mitleid ist die Grundlage und Triebfeder aller Moral. Und ausgelöst wird Mitleid durch unmittelbare Konfrontation mit dem Leiden: mit den Leidenden selbst oder mit Bildern oder Filmen von ihnen. Wenn wir dieses Leiden dann sehen, leiden wir mit, haben Mitleid und wollen helfen. ( … ) Aber Schopenhauer hat auch erkannt, daß es Situationen gibt, in denen das Mitleid zu spät, zu wenig oder gar nicht auftritt. Im Zusammenhang mit Tieren wird das sogar die Regel sein, weil das Leiden der Tiere ja bewußt und systematisch versteckt wird: hinter dicken Mauern, bunten Verpackungen und lustigen Sprüchen. Und in solchen Fällen … bedarf es moralischer Grundsätze. ( … ) Hier brauchen wir … die Ethik, die ,Theorie‘, die Maximen.“

Ich hoffe, dass diese Kalenderbilder und -texte ein wirksames Mittel sind, um für das Unrecht gegenüber Tieren zu sensibilisieren und um zum Widerstand gegen dieses Unrecht zu mobilisieren. Diesem Kalender sollen internationale Editionen folgen. Die haben den großen Vorteil, bei der Bildauswahl nicht durch ideologische Engstirnigkeiten der deutschen Tierrechtsbewegung beschränkt zu werden.

Helmut F. Kaplan ist Philosoph und Autor und zählt zu den Pionieren der Tierrechtsbewegung. Seine zahlreichen Bücher, Aufsätze und Artikel haben wesentlich dazu beigetragen, die Philosophie der Tierrechtsbewegung im deutschsprachigen Raum bekanntzumachen. Sein Buch „Leichenschmaus – Ethische Gründe für eine vegetarische Ernährung“ gilt inzwischen als Klassiker und wurde unter anderem ins Japanische übersetzt. Kaplan ist Verfasser des Artikels „Vegetarianism“ in der „Encyclopedia of Applied Ethics“ (Elsevier, Oxford) sowie des Artikels „Vegetarismus / Veganismus“ im 2017 erscheinenden „Handbuch Tierethik“ (Metzler, Stuttgart / Weimar). Nächstes Buch (2016): „Tierrechte – Wider den Speziesismus“.

Mit Ihrer Kunst möchte Jo Frederiks die Menschen für die Rechte der Tiere sensibilisieren und ein Bewußtsein gegen Tierquälerei schaffen. Sie arbeitet hauptberuflich als Künstlerin. Ihre Werke präsentierte sie in zahlreichen Ausstellungen. Jo Frederiks bevorzugte Technik ist das Malen und Zeichnen mit Graphit und Ölfarbe. Ihr Kunststudium absolvierte sie an der Kunstakademie in Brisbane / Australien. Dieses schloss sie mit Auszeichnung ab. Ihre emotionalen Werke bewegen Menschen aus der ganzen Welt. Jo wuchs auf einer großen Rinderzucht-Station im Zentrum von Queensland auf. Diese Umgebung prägte und sensibilisierte sie für das Leiden der Tiere.