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Vegetarier & Veganer: jung, gebildet, weltoffen

Interessante Studienergebnisse

Eine Studie zeigt:

Fleischverweigerer sind vorwiegend weiblich, jünger und überdurchschnittlich gebildet. Sie sind offener für neue Erfahrungen und haben ein größeres Vertrauen in ihre Mitmenschen. Sie sind liberaler und politisch interessierter. · Bild: rh2010 - Fotolia.com

Immer mehr Menschen entscheiden sich für eine fleischfreie Ernährung. Eine psychologische Studie, die von der Universität Mainz durchgeführt wurde, untersuchte Persönlichkeitsunterschiede zwischen Vegetariern und Veganern im Vergleich mit Fleischessern.

Das Ergebnis: Vegetarier und Veganer »sind offener für neue Erfahrungen und liberaler, haben ein größeres politisches Interesse und generell größeres Vertrauen in ihre Mitmenschen«, so die Forscher. Vegetarier und Veganer seien außerdem vorwiegend weiblich, jünger und besser gebildet.

Fundiertes Ernährungswissen

Das Bundesinstitut für Risikobewertung BfR veröffentlichte ebenfalls Ergebnisse eines Forschungsprojektes zu Einstellungen von Veganern. »Laut Befragung sind Veganerinnen und Veganer überdurchschnittlich gebildet und haben ein fundiertes Ernährungswissen«, so das BfR. Die große Mehrheit der Befragten sei sich zum Beispiel bewusst, dass vegane Ernährung zu einer Mangelversorgung mit Vitamin B12 führen kann. Die meisten gaben daher an, das Vitamin regelmäßig zu supplementieren. Es gebe aber auch Informationsbedarf.
Zum Beispiel sei das Wissen zu Eisenquellen in Nahrungsmitteln bruchstückhaft. »Das Risikobewusstsein für die besondere Ernährungsweise ist jedoch bei der Mehrheit der Befragten vorhanden«, so das BfR weiter.

Im Rahmen der Studie wurde auch deutlich: »Wer die vegane Ernährung als gefährlich oder abnormal darstellt, findet wenig Gehör bei der Zielgruppe.« Aufklärung über mögliche Risiken sowie konkrete Ernährungsempfehlungen sollten daher stattdessen an bestehende Überzeugungen anknüpfen.

Entscheidung für vegane Ernährung in der Regel ethisch begründet

Das Forschungsprojekt des Bundesinstituts für Risikobewertung untersuchte die individuellen und sozialen Einflussfaktoren, die zur Motivation und Aufrechterhaltung einer veganen Ernährung führen. »Es ließen sich einheitliche Einstellungsmuster erkennen. So ist die Entscheidung für eine vegane Ernährung in der Regel ethisch begründet. Meist impliziert sie auch den Verzicht auf tierische Produkte in anderen Bereichen, wie beispielsweise der Bekleidung. Für die überwiegende Mehrheit der Befragten ist die Rückkehr zur omnivoren Ernährung, die tierische Produkte zulässt, nicht vorstellbar«, so das BfR in einer Presseinformation.

Fleischesser und Vegetarier/Veganer: Warum die einen sich den anderen unterlegen fühlen

Welcher Vegetarier und Veganer kennt das nicht? Alleine die Aussage: »Ich esse kein Fleisch« ruft bei Fleischessern oft eine Abwehrhaltung hervor. Den Grund haben Wissenschaftler der Universität Queensland herausgefunden: Fleischesser trennen zwischen dem Schnitzel auf dem Teller und dem Tier, zu dem sie eine Zuneigung haben - und haben keine Gewissensbisse. Sitzt jedoch ein Vegetarier oder Veganer neben ihnen, der ein Gemüseschnitzel verspeist, wird ihnen plötzlich bewusst, was sie da gerade essen. Sie fühlen sich moralisch unterlegen - und dadurch sofort angegriffen.

Quellen:
· Vegetarisch oder vegan essende Menschen zeigen spezifische Persönlichkeitsmerkmale. Pressemitteilung der Universität Mainz, 2.11.2017.
· Ergebnisse eines Forschungsprojektes des Bundesinsituts für Risikobewertung zu Einstellungen von Veganerinnen und Veganern. Presseinformation 42/2017.
· Sind Vegetarier die besseren Menschen? Kurier, 4.11.2017