Freiheit für Tiere
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Horror in der Schweinemast

Die Tiere stehen in ihren eigenen Exkrementen.

Bild: PETA

Unerträglicher Gestank, ammoniakdurchtränkte Luft, Blut an den Wänden, kranke und tote Tiere soweit man in der Dunkelheit der Stallanlage sehen kann. Über diese grauenvollen Zustände in einem Schweinemast­betrieb im niedersächsischen Cappeln berichten die PETA-Ermittler.

Zahlreiche Schweine lagen in den Stallabteilen in ihren eigenen Exkrementen. Dazwischen Fliegen, Maden, Kakerlaken, Rattenkot sowie etliche tote Mäuse, deren Kadaver teilweise schon am Boden festgerottet waren. Die Spaltenböden, durch die Kot und Urin abfließen sollen, waren so verstopft, dass die Tiere völlig nass und verdreckt waren.

Zwischen lebenden Schweinen

liegen tote Artgenossen. Bild: PETA

Kranke Schweine zwischen Blut und Kot

Einige Schweine konnten nicht aufstehen oder sich nur sehr schwerfällig bewegen. Manche hatten Nabelbrüche und teilweise bis zu kindskopfgroße Abszesse. Ein totes Schwein lag mitten unter den lebenden. Auch in der so genannten Krankenbucht vegetierten zahlreiche Schweine unter schlimmsten Bedingungen vor sich hin. Hier wurden die Abteile ebenfalls nicht gereinigt. Die kranken Tiere, die zum großen Teil an Mastdarmvorfällen
litten, hatten nicht einmal die Möglichkeit, sich auf einer trockenen Stelle hinzulegen. Blut von ihren offenen Darmvorfällen klebte an den kotverschmierten Wänden.

Die gemessenen Ammoniakwerte waren viel zu hoch.

Bild: PETA

Zahlreiche weitere Missstände

Die in der Anlage gemessenen Ammoniakwerte waren viel zu hoch (bis zu 60 ppm), was bei den Tieren zu schweren Atemwegsproblemen führen kann. Die PETA-Ermittler konnten sich nur dank Atemschutzmasken über einen längeren Zeitraum in dem Gebäude aufhalten.

Für die Tiere gab es keinerlei Beschäftigungsmöglichkeiten. Die vorgeschriebenen Ketten, die den Schweinen als »Spielzeug« dienen sollen, hingen außerhalb der Stallabteile.

Die Tränkvorrichtungen waren verstopft oder kaputt, so dass die Tiere Flüssigkeit nur aus dem Futterbrei erhielten, der einmal pro Tag in die Steinkübel gefüllt wurde.

Zahlreiche offene und verschlossene Packungen verschiedener Antibiotika-Präparate standen ungeschützt im Vorraum, teilweise sogar auf dem Boden. Da das Gebäude nicht verschlossen war, hätte jeder Zugang zu diesen großen Mengen an Medikamenten gehabt.

Viele Schweine leiden an Mastdarmvorfällen

oder riesigen Abszessen. Nach sechs Monaten Mast - im eigenen Dreck, in qualvoller Enge und unerträglichem Gestank - sehen sie zum ersten Mal Tageslicht - auf dem Weg in den Schlachthof. Bild: PETA

Ermittlungen über mehrere Wochen

Die PETA-Ermittler beobachteten den Schweinemastbetrieb über mehrere Wochen hinweg und dokumentierten die katastrophalen Zustände. Eines wurde klar: Diese Missstände sind keine Momentaufnahme, sondern die Regel. Die Kadavertonne des Betriebes füllte sich zunehmend mit toten, ausgewachsenen Schweinen, die die Mast nicht überlebt hatten.

PETA meldete diese skandalösen Zustände umgehend dem Veterinäamt und erstattete Strafanzeige.

Was Sie tun können

Was Sie tun können

Millionen Schweine leiden in den Mastbetrieben. Von dort aus werden sie nach nur etwa sechs Monaten zum Schlachthof gebracht und getötet. Selbst wenn sich alle Beteiligten an die Tierschutzgesetze und Richtlinen halten, kann das Leiden und Sterben der Tiere nicht verhindert werden. Die einzige Möglichkeit, den Tieren wirklich zu helfen, ist: keine Tiere zu essen!

Video ansehen unter: PETA.de/Schweinemast

Damit die Tiere die industrielle Massenhaltung

überleben, kommen massenhaft Antibiotika zum Einsatz. Bild: PETA

Tödliche Gefahr

durch antibiotikaresistente Erreger

Forscher der schwedischen Universität Uppsala kommen zu dem alarmierenden Ergebnis: Schon kleinste Mengen Antibiotika - deutlich unter den zugelassenen Grenzwerten für Antibiotikarückstände in Nahrungsmitteln - fördern die Verbreitung von resistenten Erregern (Fachmagazin PLoS Pathogens, 7-11). Doch wie kommen Antibiotika in die Nahrungsmittel? Zwei Drittel aller in Deutschland verabreichten Antibiotika landen in der industriellen Massentierhaltung - und damit in Fleisch, Eiern und Milch.

Die industrielle Massentierhaltung bietet Krankheitserregern aller Art ideale Bedingungen. Damit die Tiere unter diesen Bedingungen überhaupt bis zur Schlachtung am Leben bleiben, kommen massenhaft Antibiotika zum Einsatz.

Schweine erhalten im Schnitt 5,9 Mal Antibiotika, bevor sie geschlachtet werden

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) schätzt für 2010, dass Schweine im Schnitt 5,9-mal und Rinder 2,3-mal Antibiotika bekamen, bevor sie geschlachtet wurden. Doch die Bakterien bilden immer mehr Resistenzen gegen Antibiotika, und so kommen noch mehr Antibitotika zum Einsatz - ein Teufelskreis. Bakterien, die Abwehrmechanismen gegen Antibiotika entwickelt haben und daher kaum zu behandeln sind, werden MRSA genannt. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat in einer bundesweiten Untersuchung über 2500 Fleischproben auf MRSA untersucht. Das Ergebnis: 42,2 Prozent der Putenfleischproben und 22,3 Prozent der Hähnchenfleischproben waren mit MRSA belastet.

Die Ansteckungsgefahr für die Verbraucher ergibt sich nicht nur beim Konsum kontaminierter Tierprodukte, sondern schon bei der Zubereitung. Prof. Wolfgang Witte, Mikrobiologe am Robert-Koch-Ins­itut, weist darauf hin: »Wenn ich jetzt das Auftauwasser an meine Finger bekomme und habe dort kleine Schnittwunden, dann kann der MRSA dort eindringen und kann eine Hautweichgewebeinfektion verursachen. Im ungünstigen Falle kann davon eine Blutvergiftung, eine Sepsis, ausgehen und im ganz ungünstigen Falle - ist selten, aber durchaus beschrieben - der Tod.« (Quelle: AHO, 20.9.2011)

Inhalt: DER TIERLEICHENFRESSER