Freiheit für Tiere
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Krankheit auf dem Teller

Gammelfleisch, MAP, Salmonellen,

Dioxin, Quecksilber, E-coli....

In den letzten Jahren haben sich die Meldungen über »Tier-Seuchen« und so genannte Lebensmittelskandale regelrecht überschlagen. Und vor lauter Gammelfleisch-Schlagzeilen scheinen BSE, Vogelgrippe, Salmonellen, Trichinen, Medikamentenskandal, Dioxin und Quecksilber in den Hintergrund gerückt zu sein. Hinzu kommt der Verdacht, dass Morbus Crohn mit MAP bei Rindern in Zusammenhang steht.

Die industrielle Massentierhaltung fördert die Ausbreitung von Krankheiten geradezu: Je enger die Tiere im Stall zusammengepfercht sind, desto eher stecken sie ihre Artgenossen an. Der Konsum von kontaminierten Fleisch- und Milchprodukten kann auch für den Menschen gefährlich werden.

Paratuberkulose bei Rindern, Morbus Crohn beim Menschen

An der chronischen Darmentzündung Morbus Crohn erkranken besonders junge Erwachsene zwischen 16 und 35 Jahren sowie ältere Menschen über 60. Die Krankheit beginnt mit Müdigkeit, Bauchschmerzen und Durchfällen. Es können Fieber, starker Gewichtsverlust, Übelkeit und Erbrechen auftreten, oft sind auch die Gelenke betroffen. Die Entstehung von Morbus Crohn ist noch nicht vollständig geklärt. Doch kürzlich forderte die »American Academy of Microbiology« in einem Report, dem dringenden Verdacht, dass der bei Rindern vorkommende Erreger Mycobacterium avium paratuberculosis (MAP) am Morbus Crohn beteiligt ist, mehr Aufmerksam zu schenken. MAP löst bei Wiederkäuern die Paratuberkulose aus. Diese unheilbare Darmentzündung hat sehr große Ähnlichkeit mit dem Krankheitsbild des Morbus Crohn beim Menschen. Die US-Wissenschaftler weisen in ihrer Studie darauf hin, dass bei Menschen, die an Morbus Crohn leiden, der MAP-Erreger siebenmal häufiger nachweisbar ist als bei gesunden Menschen. (Quelle: LME, 13.8.2008)

Bei infizierten Milchkühen wird der MAP-Erreger über die Milch ausgeschieden und erscheint so auch in Milch und Milchprodukten. MAP ist sehr hitzeresistent und kann auch das Pasteurisieren der Milch überleben. Auch in Fleisch wurde MAP nachgewiesen.

Die Agentur für Risikoanalysen »Vose Consulting« hat im Sommer 2008 für das US-Agrarministerium die ökonomischen Folgen für den Fall abgeschätzt, dass ein eindeutiger Zusammenhang zwischen dem Paratuberkuloseerreger beim Rind und dem Morbus Crohn beim Menschen festgestellt wird - und dies von den Konsumenten wahrgenommen wird. Die Studie geht davon aus, dass die Konsumenten mit einem Verzicht auf Milch und Milchprodukte reagieren und dies zu Umsatzverlusten in der Milchindustrie führen würde. In ihrer Analyse haben die Autoren einen Rückgang des Milchkonsums von bis zu 30 % in ihren Berechnungen berücksichtigt. (Quelle: AHO, 17.8.2008)

Die Paratuberkulose-Erreger sind sehr widerstandsfähig: Sie überleben in der Erde und in der Gülle. Daher sind selbst Vegetarier und Veganer nicht vor einer Ansteckung sicher, wenn sie Gemüse verzehren, das mit Mist und Gülle gedüngt wurde. (Quelle: AHO, 29.5.2008)

Antibiotika

Die Hälfte der Antibiotika, die in der Welt produziert werden, landen nicht etwa bei kranken Menschen, sondern in der Massentierhaltung - und dann im Fleisch der Tiere und mit der Gülle auf den Feldern, in den Böden, im Grundwasser. Mehrere tausend Tonnen Antibiotika werden jedes Jahr allein in der Europäischen Union an landwirtschaftliche Nutztiere wie Schweine, Rinder oder Geflügel verabreicht. Die Gefahr für den Menschen: Antibiotika-Resistenz.

»Die bisherigen Beobachtungen deuten darauf hin, dass der Gebrauch von Antibiotika in der Massentierhaltung die treibende Kraft für die Entwicklung von Keimen darstellt, die gegen Antibiotika resistent sind«, warnte Wolfgang Witte vom deutschen Robert-Koch-Institut schon vor Jahren .
Bei Stichproben in deutschen Supermärkten wurde antibiotikahaltiges Fleisch entdeckt. (Quelle: Aktion Tier, 18.9.2006) Lebensmittelkontrolleure in Niederösterreich stellten fest, dass nahezu jeder dritte Fisch nicht den Lebensmittelauflagen entspricht. Immer häufiger wurden in den vergangenen Jahren Rückstände von Arzneien oder Antibiotika gefunden. (Quelle: ORF, 28.7.2008)

Chemiker haben nachgewiesen, dass die in der Tierzucht verwendeten Antibiotika durch die Gülledüngung sogar von Pflanzen aufgenommen werden und so in die menschliche Nahrung gelangen - mit gefährlichen Konsequenzen: Wird ein Mensch schwer krank und benötigt ein Antibiotikum, so zeigt dieses keine Wirkung mehr. (Quelle: AHO, 29.5.2008)

Dioxin in Milchprodukten, Eiern und Fleisch

Immer wieder gibt es Meldungen über Dioxin in Fisch, Milch, Käse, Eiern und Fleisch. Dioxin entsteht unter anderem durch Müllverbrennung und Industrieabgase und gelangt über die Dioxinbelastung der Umwelt in den Nahrungskreislauf. Dioxin kann nicht nur Krebs auslösen, sondern auch das Immunsys­tem, die Leber und das Nervensystem schädigen.

Im Frühjahr 2008 sorgte der hohe Dioxingehalt in der Milch süditalienischer Büffel für Aufsehen. Weil aus Büffelmilch Mozzarella hergestellt wird, verhängten Japan und Korea einen Importstopp für Mozzarella aus dieser Region.

Quecksilber in Fisch

In allen Weltmeeren sammelt sich infolge der industriellen Verschmutzung giftiges Quecksilber im Körper von Fischen an, das in ihrem Gewebe gespeichert wird. Bei Menschen kann die Akkumulierung dieses Gifts zu ernsthaften Gesundheitsproblemen führen, darunter u.a. zu Hirnschäden, Gedächtnisverlust, Persönlichkeitsveränderungen, Zittern, Fehlgeburt und Entwicklungsschäden bei Föten.

Eine Studie der Ärztin Dr. Jane Hightower aus San Francisco zeigt, dass viele ihrer Patienten einen hohen Quecksilberspiegel und typische Symptome einer Quecksilbervergiftung aufwiesen. Sie beobachtete, dass die Symptome ihrer Patienten abnahmen, wenn diese aufhörten, Fisch zu essen. (Quelle: www.fischen-tut-weh.de)

Trichinen in Schweinen

Trichinen sind die Larven des Fadenwurms Trichinella. Der Fadenwurm ist ein Parasit und bevorzugt Haus- und Wildschweine. Menschen können sich mit dem Wurm anstecken, wenn sie infiziertes Fleisch oder Wurst essen. In der EU ist es vorgeschrieben, dass Veterinäre Schlachttiere auf Trichinen untersuchen. Allerdings wird nicht jedes geschlachtete Tier kontrolliert. Gilt ein Betrieb als amtlich trichinenfrei oder eine Region als wenig gefährdet, werden oft nur Stichproben gemacht. Das Essen von Rohwurst oder Schweine-Mett aus dem Ausland oder von infizierten Wildschweinen kann gefährlich sein.

Bei einer Infektion nisten sich die Larven im Darm ein und wachsen dort zu Würmern heran, die wiederum Larven freisetzen. Diese Miniwürmer wandern durch die Darmwand in die Blutbahnen und gelangen in den gesamten Körper. Die Folgen: Fieber, Übelkeit, Durchfall, schwere Muskel-, Kopf- und Gelenkschmerzen. (Quelle: www.stern.de, 1.4.2008)

Salmonellen in Milchprodukten, rohen Eiern, Fleisch und Wurst

Salmonellen können besonders im Sommer in Eiscreme, Pudding oder Rohmilchkäse vorkommen, aber auch in rohem Fleisch oder in Wurst, die bei der Herstellung nicht genügend erhitzt wurde. Ris­kant sind auch Lebensmittel, die rohe Eier enthalten: Mayonnaise oder Desserts wie Tiramisu.

Salmonellen gedeihen bei Temperaturen zwischen 10 bis 47 Grad Celsius, und sogar Einfrieren tötet sie nicht ab - im Gegenteil: Wenn kontaminierte Lebensmittel aufgetaut werden, vermehren sich die Salmonellen sogar.

In der Massentierhaltung sind Salmonellen weit verbreitet: Studien des Bundesinstitutes für Risikobewertung belegen, dass rund zehn Prozent der deutschen Mastputen und etwa dreizehn Prozent der Mastschweine Salmonellen haben - und jede dritte (!) Legehennen-Herde. Die Tiere werden nicht zwangsläufig krank, sie übertragen die Bazillen aber.

Salmonellen-Befall beim Menschen führt zu Durchfall und Übelkeit. Gefährlich kann die Infektion bei älteren oder kranken Menschen sowie Kindern werden.

E-coli-Bakterien

Gesundheitliche Gefahren gehen von bestimmten E-coli-Bakterien aus, die aus der Massentierhaltung stammen: Der weitverbreitete Bakterienstamm E. coli O157:H7 bildet so genannte Verotoxine, die beim Menschen zu gefährlichen Infektionen führen können. Die Erreger können beim Schlachtvorgang von Rindern ins gesunde Fleisch gelangen. In den USA gibt es jährlich etwa 8.000-16.000 Infektionen mit mehreren Hundert Todesfällen. Die meisten Krankheitsfälle sind im Zusammenhang mit dem Verzehr von Hamburgern in Fast-Food-Ketten in den USA beschrieben worden. Auch die Kontamination von Rohmilch und Rohmilchprodukten mit E. coli O157:H7 wurde nachgewiesen. (Quelle: Forschungsinstitut für biologischen Landbau, Schweiz)

Selbst Vegetarier und Veganer können sich nicht in Sicherheit wiegen: Die gefährlichen E-coli-Erreger wurden auch bei Obst und Gemüse nachgewiesen. Ursache: Düngung mit Mist und Gülle.

Radioaktivität in Wildfleisch

Auch weit über 20 Jahre nach Tschernobyl sind in Süddeutschland Wildschweine immer noch mit hohen Cäsium-Werten belastet. Laut Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) kann Muskelfleisch durchaus 3000 Bq/kg erreichen. Der Spitzenwert der vergangenen Jahre betrug sogar 65 000 Bq. - der Grenzwert für Wildfleisch liegt bei 600 Becquerel pro Kilogramm.

Belastung mit Pestiziden

Fleisch ist mit Abstand das Nahrungsmittel mit der höchsten Pestizidbelastung. Der Grund: Mastfutter wird billig importiert. Pestizide, die sich in den Futterpflanzen finden, addieren sich im Körper des Tieres. In Entwicklungsländern werden Pestizide verwendet, die in Deutschland längst verboten sind, unter anderem DDT. Menschliche Organe werden so zur Sondermülldeponie der chemischen und pharmazeutischen Industrie.

Fleisch kann zu Lebensmittelvergiftungen führen

Lebensmittelvergiftungen nehmen immer weiter zu: Nicht durch nur Salmonellen, sondern auch durch Campylobacter-Keime. Der Ausgang kann tödlich sein.

Inhalt: DER TIERLEICHENFRESSER