Freiheit für Tiere
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Eva von der Gruppe »Juli«

Kein Fleisch nicht nur im Juli

»Ich bin seit meiner Kindheit Vegetarierin«

Das »Freiheit für Tiere«-Interview mit Eva Briegel, Sängerin und Frontfrau der Gruppe »Juli«


Freiheit für Tiere: Du bist seit deiner Kindheit Vegetarierin - wie kam es dazu?

Eva: Das war damals eher eine Mini-Rebellion. Für meinen Vater und meinen Bruder war eine Mahlzeit ohne Fleisch keine richtige Mahlzeit. Mittlerweile ist daraus eine Entscheidung aus ethischen Gründen geworden.

Freiheit für Tiere: Hat sich durch diese Entscheidung auch sonst dein Leben verändert?

Eva: Eigentlich nicht. Es ist nur schwierig, in meinem Beruf, bei dem man sich hauptsächlich an Tankstellen, Buden und in Restaurants ernährt, überhaupt etwas zu essen zu bekommen. Wenn man kein Fleisch mehr isst, merkt man erst, dass auch im harmlosesten Kartoffelbrei noch Speckfett drin ist.

Freiheit für Tiere: Was sagte deine Familie zu deiner Entscheidung, keine Tiere mehr zu essen, wie reagierten deine Freunde? Fühlst du dich heute als Vegetarierin akzeptiert?

Eva: Meine Familie und meine Freunde haben überhaupt kein Problem damit. Eher im Gegenteil: Wenn ich zum Essen komme, macht sich jeder stundenlang Gedanken darüber, was mir alternativ angeboten werden könnte. Meistens sind´s Nudeln.
Aber fremde Menschen reagieren oft komisch. Sie rechtfertigen sich sofort - ohne, dass ich ein Wort gesagt habe...

Freiheit für Tiere: Sprichst du auch mit den Jungs aus deiner Band darüber?

Eva: Ja, vergeblich. Aber ich habe mal Jonas dazu gebracht, einige Jahre vegetarisch zu leben - bis er aus o. g. Gründen aufgeben musste.

Freiheit für Tiere: Hast du - eventuell als Kind - mit Tieren zusammen gelebt oder gibt es Erfahrungen mit Tieren, die dir ein besonderes Erlebnis waren?

Eva: Ich bin auf dem Dorf groß geworden und die meisten meiner Freunde wohnten auf kleineren Höfen. Mir erschien damals schon dieser »sächliche« Umgang mit lebenden Wesen grausam und unlogisch. Und ich habe einiges gesehen, von rennenden Hühnern ohne Kopf bis zu toten Schweinen in alten Futtersäcken. Meine Oma hat immer gesagt: »Ein Viech ist ein Viech«. Der Umgang mit Tieren ist immer noch hart - auch wenn das heute nicht mehr nötig ist.

Freiheit für Tiere: Könntest du dir vorstellen, in Zukunft auch mit einer Tierrechtsorganisation zusammenzuarbeiten?

Eva: Vielleicht.

Freiheit für Tiere: Viele Fleischesser argumentieren, dass bei vegetarischer Ernährung die Gesundheit leiden würde. - Wie ist deine Erfahrung?

Eva: Ich bin seit 14 Jahren Vegetarier und mir geht´s prima. Als Teenie hatte ich mal leichten Eisenmangel, habe den aber mit Tabletten wieder wegbekommen. Ansonsten esse ich viel Soja»fleisch« gegen Eiweißmangel, und von einem B12-Mangel habe ich bisher noch nichts bemerkt...

Freiheit für Tiere: Was isst du am liebsten?

Eva: Indische Küche. Traditionell vegetarisch und am liebsten von einem Schnellimbissinder in Berlin.

Freiheit für Tiere: Kochst du auch manchmal selbst?
Eva: Früher ganz gerne, heute fehlt mir die Zeit.

Freiheit für Tiere: Hast du dir schon einmal Gedanken gemacht, einen Song über Tiere bzw. das Thema Tierschutz zu schreiben?

Eva: Nein, ich wüsste nicht, wie. Ich belehre andere ungern, und meiner Erfahrung nach muss jeder von selbst auf den Trichter kommen, »Modeentscheidungen« sind nicht von Dauer.

Freiheit für Tiere: Ihr nehmt gerade ein neues Album auf - worauf können sich die Fans besonders freuen?

Eva: Auf gute Musik.

Freiheit für Tiere: Könntest du dir vorstellen, dass eines Tages alle Menschen Vegetarier sind und mit den Tieren in Frieden leben?

Eva: Auf jeden Fall. Die Menschheit entwickelt sich hoffentlich weiter und viele Probleme könnten dadurch gelöst werden. Wenn alle Menschen sich entscheiden könnten, anstatt Schweineschnitzel Sojaschnitzel zu essen (und der geschmackliche Unterschied ist nicht besonders groß) und ihre Nahrungsmittel aus ökologischem Landbau zu beziehen, hätten wir einige Probleme weniger. Ich hoffe, die Leute haben irgendwann eine Vorstellung davon, was Lebensmittel eigentlich wert sind und wie Massenproduktion uns und unsere Umwelt verändert. Und dass ein Tier nichts dafür kann, als Kuh und nicht als Schmusehündchen geboren zu sein.

Freiheit für Tiere: Was sind deine Ziele oder Wünsche für die Zukunft?

Eva: Dass man begreift, mit wie wenig Aufwand und minimalem Verzicht man so unverhältnismäßig viel Leid aus der Welt schaffen kann. Und dass Tiere immer noch eigene Wesen sind, die auf keinen Fall maschinell hergestellt und vernichtet werden dürfen. Tiere empfinden Schmerzen - manchmal glaube ich, das haben die meisten vergessen.

Freiheit für Tiere: Vielen Dank für das Interview!

Eva: Danke für Ihr Interesse.



Eva: »Die Menschheit entwickelt sich hoffentlich weiter und viele Probleme könnten dadurch gelöst werden. Wenn alle Menschen sich entscheiden könnten, anstatt Schweineschnitzel Sojaschnitzel zu essen (und der geschmackliche Unterschied ist nicht besonders groß) und ihre Nahrungsmittel aus ökologischem Landbau zu beziehen, hätten wir einige Probleme weniger.«

Fast eineinhalb Jahre waren Juli mit ihren Hits wie »Geile Zeit«, »Perfekte Welle«, »Regen und Meer«, »Warum« und »November«aus dem ersten Album »Es ist Juli« fast pausenlos on tour. Seit einigen Monaten arbeiten an ihrem zweiten Album »Ein neuer Tag«, das voraussichtlich im Oktober erscheinen wird. Im Sommer fuhren Eva, Jonas, Eva, Olaf Opal und Simon nach Schweden ins »Maratone«-Studio, um das neue Album zu mischen. Am Mischpult saß Michael Ilbert, der u.a. schon für Cardigans, The Hives, A-ha oder Roxette an den Reglern drehte. Juli sind überzeugt: »Die neuen Sachen werden der Hammer!«