Aktiver Natur- und Tierschutz: Vegane Weinkultur


Veganer Wein und Sekt vom Bio-Weingut Gänz Bild: Bio-Weingut Gänz · www.gaenz.com


pdf-download: Vorab-Sonderdruck »Freiheit für Tiere« 1/2015: »Aktiver Natur- und Tierschutz: Vegane Weinkultur«


Immer mehr Menschen machen sich bewusst Gedanken über das, was sie konsumieren - ob aus ethischen oder/und gesundheitlichen Gründen. Die Nachfrage nach »Bio« steigt und durch den Veggie-Boom kaufen immer mehr Menschen vegetarische und vegane Lebensmittel. Noch jung ist die Nachfrage nach veganen Weinen. Ein Hersteller von veganem Wein ist das Bio-Weingut Gänz im rheinhessischen Hackenheim. Die Winzerfamilie hat sich nicht nur »Bio« auf die Fahnen geschrieben, sondern aktiven Natur- und Tierschutz.

Dass für die Herstellung von Weinen und Säften Unappetitliches wie zermahlene Tierknochen (Gelatine) oder Fischblase zum Einsatz kommen, ist erst in letzter Zeit ein wenig an die Öffentlichkeit gedrungen - und vielen Verbrauchern noch gar nicht bewusst. Das Problem: Diese Stoffe müssen nicht auf der Flasche angegeben werden. Die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch veranlasste dies zu ihrer Kampagne »Versteckte Tiere kennzeichnen«.

Viele Vegetarier und Veganer wissen gar nicht, dass ein Großteil der Weine und Säfte, die im Handel angeboten werden, nicht vegan und oft noch nicht einmal vegetarisch sind (nämlich dann, wenn Fischbestandteile oder Schweine-Gelatine zum Einsatz kommen). Dies gilt übrigens auch für Bio-Weine: Das EU-Bio-Logo, aber auch große Bio-Verbände, erlauben für die Weinklärung oder Schönung Gelatine (vor allem Schweine-Gelatine), Hausenblase (getrocknete Schwimmblase eines Fisches) und Hühner-Eiweiß. Das EU-Bio-Logo fordert lediglich, dass diese Zusatzstoffe nach Möglichkeit aus ökologischen Ausgangsstoffen gewonnen wurden.


Ökologische Weinberge in Rheinhessen Bild: Bio-Weingut Gänz · www.gaenz.com


100 % vegan: Ohne Gelatine & Co

Der Wein vom Bio-Weingut Gänz ist 100 Prozent vegan: »Für uns ist Wein ein authentisches Naturprodukt - und es ist unser Anliegen, dass diese Authentizität bei jedem Schritt unserer Arbeit erhalten und gepflegt wird«, sagt Peter Gänz, Diplom-Oenologe und Kellermeister im Betrieb der Familie Gänz. »Wer Wein trinken möchte, geht auch davon aus, dass er ‚reinen Wein’ bekommt - und nicht, dass bei der Herstellung Stoffe eingesetzt worden sind, mit denen er vielleicht nichts zu tun haben möchte.«

Eine besondere Spezialität vom Bio-Weingut Gänz ist die »Traubenfrucht«, ein Direkt-Traubensaft in hochwertigster Rohkostqualität. Dieser reine Fruchtgenuss ist wie Wein ohne Alkohol (oder sogar noch köstlicher): Die violett-blauen Beeren des Regents zerschmelzen regelrecht auf der Zunge! Das Aroma überzeugt mit einer außerordentlichen Fruchtigkeit. Denn anders als bei gewöhnlichen Säften - die bei der Abfüllung erhitzt werden - bleiben die wertvollen Inhaltsstoffe wie Antioxidantien und Vitamine in der »Traubenfrucht« erhalten.


Lebensraum Weinberg Bild: Bio-Weingut Gänz · www.gaenz.com


Ökologische Weinkultur: Ohne Agro-Chemie

Die Winzerfamilie Gänz pflegt ihre Weinberge, Felder und Obstwiesen bereits seit 1997 konsequent ökologisch, ohne Kunstdünger und ohne chemisch-synthetische Pestizide. »Angetrieben wurde diese Entscheidung insbesondere von der Idee, einen Umgang mit der uns anvertrauten Natur zu pflegen und im Einklang mit ihr zu arbeiten, um das Leben von Pflanzen und Tieren auf die bestmögliche Weise zu respektieren und aktiv zu schützen«, erklärt Albert Gänz, der Eigentümer des Weinguts.

Bewusst wurden Naturräume geschaffen, in der die verschiedensten Pflanzen- und Tierarten eine Heimat gefunden haben: von Schmetterlingen bis zur Fuchsfamilie. Aus diesem Grund setzt sich die Winzerfamilie Gänz dafür ein, dass ihre Flächen nicht bejagt werden.


Weinbau als aktiver Natur- und Tierschutz ist die Philosophie des Bio-Weinguts Gänz


Vielfalt im Weinberg:


Lebensraum für Schmetterlinge, Vögel & Co.

Um die Gesunderhaltung und die Selbstheilungskräfte der lebendigen Organismen zu stärken, wird das Ökosystem Weinberg gefördert. Und das heißt: Vielfalt statt Monokultur.

Die Weinberge unterscheiden sich optisch ganz deutlich von anderen Winzern: Zwischen den Reben sprießt eine bunte Arten­vielfalt, denn die Abstände zwischen den einzelnen Reben als auch zwischen den Zeilen sind viel größer als bei anderen Winzern. Das bedeutet zwar weniger Reben und somit weniger Ertrag auf der gleichen Fläche. Aber damit bleibt mehr Platz für Vielfalt: Kräuter, Pilze, Insekten, Regenwürmer, Schmetterlinge, Maulwürfe, Gartenschläfer, sogar Hamster und natürlich viele, viele Vögel.

»Nur wenn wir den Weinberg als Ganzes betrachten, mit all seinen Bewohnern, können wir auf Dauer seine Gesundheit und vor allem die des Bodens, des Wassers und der Luft erhalten«, ist die Winzerfamilie Gänz überzeugt.

Zu den Bewohnern und Gästen in den Weinbergen zählen nicht nur Schmetterlinge, Vögel, Gartenschläfer & Co, sondern auch größere Tiere: Immer wieder können auch Füchse, Rehe oder sogar Wildschweine beobachtet werden. Dass Wildschweine von den Trauben naschen, gehört dazu. Die Bio-Winzerfamilie ist der Auffassung, dass auch die Wildtiere in unserer Natur einen Platz und einen Anspruch auf Leben und somit Nahrung haben.

»Wir freuen uns, dass sich eine Fuchsfamilie bei uns wohl fühlt«, erzählt Sarah Gänz. »Auf unserem Hofgrundstück sind sie vor Verfolgung sicher. Wir setzen uns dafür ein, dass unsere Flächen nicht bejagt werden.« Die Winzertochter, die für das Marketing des Familien­betriebs verantwortlich ist, liebt Tiere und lebt seit vielen Jahren vegan.


Zwischen den Reben sprießt eine bunte Artenvielfal Bild: Bio-Weingut Gänz · www.gaenz.com


Ein Gartenschläfer lässt sich Trauben schmecken. Bild: Bio-Weingut Gänz · www.gaenz.com


Dieser junge Falke macht auf dem Hofgut erste Flugversuche. · Bild: Bio-Weingut Gänz · www.gaenz.com


Auch eine Fuchsfamilie fühlt sich auf dem Weingut wohl. · Bild: Bio-Weingut Gänz · www.gaenz.com


Ziel: Ein jagdfreies Weingut

Familie Gänz kann es nicht mit ihrem Gewissen vereinbaren, wenn Jäger in den ökologisch bewirtschafteten Weinbergen oder auf den Streuobstwiesen Tiere tot schießen. Zum Weingut gehören über 60 Grundstücke.

»Dass dann auf unseren Flächen Wildtiere wie Rehe, Wildschweine, Füchse, Rebhühner, Fasane usw. aus Spaß, zum Sport, als Freizeitbeschäftigung, zur Trophäenschau oft qualvoll sterben müssen, ist mit unserem Verständnis vom Umgang mit der Natur nicht vereinbar«, so die Bio-Winzer.

Gleich nach dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte vom 26.6.2012 wurde ein Eilantrag gestellt, um die Grundstücke vorläufig jagdfrei zu stellen. Doch das Verwaltungs­gericht Koblenz wies den Eilantrag mit Beschluss vom 17.04.2013 zurück. Am 6.12.2013 trat die Änderung des Jagdgesetzes in Kraft, die aufgrund des Urteils des Europäischen Gerichtshofs nötig geworden war. Seither läuft das Antragsverfahren auf jagdrechtliche Befriedung der über 60 Grundstücke. Die endgültige Entscheidung steht noch aus.


Achtung vor den Gaben der Natur Bild: Bio-Weingut Gänz · www.gaenz.com


Veganer Landbau

Um über ihre veganen Weine zu infomieren, ist das Bio-Weingut Gänz auf Messen wie der »Veggieworld« in Düsseldorf oder dem vegan-vegetarischem Sommerfest in Berlin vertreten - oder mit einer Weinprobe bei der ersten »Veganen Flusskreuzfahrt«.

Durch bewussten Einkauf kann jeder Konsument Projekte und engagierte ökologische Betriebe unterstützen, die schonend und achtungsvoll mit der Natur umgehen: Lebensraum schaffen statt immer weiter zu zerstören, Tiere leben lassen statt töten. Immer mehr Veganer interessieren sich daher auch für veganen Landbau, wo keine Nutztierhaltung stattfindet und kein Mist und keine Gülle, kein Knochen-, Blut- oder Hornmehl auf die Felder oder die Gemüsebeete kommen.


pdf-download: Vorab-Sonderdruck »Freiheit für Tiere« 1/2015: »Aktiver Natur- und Tierschutz: Vegane Weinkultur«

Lesen Sie auch: Veganer Wein: Was ist das eigentlich? - Interview mit Peter Gänz, Diplom-Oenologe und Kellermeister des Bio-Weinguts Gänz


Informationen:
gänz | Weingut & Biohotel
Albert Gänz
Bosenheimer Straße (außerhalb)
55546 Hackenheim
Telefon: 0671 - 8 96 34 53
Fax: 0671 - 8 96 34 55
www.gaenz.com

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