Pflanzliche Eiweiße gesünder als tierische

Wer sich von pflanzlichem Eiweiß ernährt, hat einer aktuellen Studie zufolge eine größere Chance, gesund alt zu werden. Dagegen sei die Aufnahme von tierischen Proteinen mit einem höheren Risiko frühzeitig zu sterben verbunden, so die Wissenschaftler im Fachmagazin JAMA Internal Medicine.

Den Einfluss einer Ernährung mit tierischem und pflanzlichen Protein auf das Sterberisiko untersuchte ein Forscherteam der Harvard Medical School, Boston School of Public Health, der University of Southern California, Los Angeles sowie dem Institute of Technology and Harvard, Cambridge. Die Ergebnisse der Studie wurden im Fachmagazin JAMA Internal Medicine veröffentlicht.


Hülsenfrüchte wie Linsen, Erbsen, Bohnen, Kichererbsen und Erdnüsse sowie alle Nüsse, Soja, Lupinen, Leinsamen, Chiasamen, Hanfsamen, Vollkorngetreide und die Inkagetreide Quinoa und Amaranth liefern hochwertiges und gesundes Eiweiß. Bild: denio109 - Fotolia.com


Eiweiß aus Vollkorn, Nüssen und Hülsenfrüchten hochwertiger als Fleisch, Fisch, Milchprodukte und Eier

Die Auswahl der Proteinquellen beeinflusse zwangsläufig andere Komponenten der Ernährung und könne damit eine kritische Determinante für die Gesundheit sein, so die Forscher. Die Auswertung klinischer Langzeitstudien seit 1980 mit über 130.000 US-Amerikanern zeigen: Eine Ernährung mit einem hohen Anteil an tierischem Protein aus Rind- und Schweinefleisch, Hühnerfleisch, Milchprodukten, Fisch und Eiern steigert das Sterberisiko.

Wer sich stattdessen von pflanzlichem Eiweiß aus Brot, Vollwertgetreide, Nudeln, Nüssen und Hülsenfrüchten ernährt, hat eine größere Chance, gesund alt zu werden, was auf die
Bedeutung dieser Proteinquelle hindeute, so die Forscher.

Studien: Höheres Sterberisiko beim Konsum von rotem und verarbeitetem Fleisch

Erst vor kurzem hatten Wissenschaftler in der Fachzeitschrift The Journal of the American Osteopathic Association über eine erhöhte Lebenserwartung von Vegetariern berichtet. Das
Forscherteam hatte großangelegte Studien und die Daten von insgesamt mehr als 1,5 Millionen Menschen ausgewertet und unter der Überschrift »Is Meat Killing Us?« veröffentlicht.

Die Ergebnisse:
· In einer Meta-Studie, bei der eine Million Menschen über einen Zeitraum von 5,5 bis 28 Jahren beobachtet wurden, wiesen Wissenschaftler 2014 einen steilen Anstieg der Sterblichkeit schon bei einer kleinen Zunahme des Verzehrs von
rotem Fleisch (verarbeitet und unverarbeitet) nach.

· Eine weitere Meta-Analyse mit 1,5 Millionen Menschen, die sich auf Todesfälle durch Herz-Kreislauferkrankungen wie Schlaganfälle und Herzinfarkte fokussierte, wies ein höheres Sterberisiko beim Konsum von verarbeitetem Fleisch nach.

· Bereits in einer Studie aus dem Jahr 2003 ergaben Vergleiche zwischen Menschen, die viel Fleisch essen und solchen, die wenig oder kein Fleisch essen, eine geringere Sterblichkeitsrate bei Fleischverzicht. In dieser Studie entdeckten die Forscher zudem Erstaunliches bei den Vegetariern: Wer tote Tiere bereits länger als 17 Jahre vom Speiseplan gestrichen hatte, lebte im Schnitt 3,6 Jahr länger als die Kurzzeitvegetarier.

Der Markt für vegane und vegetarische Produkte boomt

Unterdessen wächst der Marktanteil vegetarischer und veganer Lebensmittel immer weiter: »Der Markt boomt und ein Ende ist nicht in Sicht«, so eine Studie des Kölner Instituts für Handelsforschung (IFH). Fleischfreie Produkte nehmen immer mehr Platz in den Regalen der Supermärkte und Discounter ein, die eden Trend für sich entdeckt haben und ihr Angebot an vegetarischen und veganen Produkten immer weiter ausbauen.

Kein Wunder, denn die Zahl der Vegetarier, Veganer und Flexitarier wächst kontinuierlich. Mehr als ein Drittel der Haushalte in Deutschland reduzieren nach Angaben der Marktforscher inzwischen bewusst den Verzehr von Fleisch. Vor allem in der Altersgruppe der über 50-Jährigen wachse die Zahl der Flexitarier. Ein wichtiger Grund dafür sei die Sorge um die eigene Gesundheit.

Der Inhaber des Wurstherstellers Rügenwalder, Christian Rauffuss, meinte bereits vor mehr als zwei Jahren in einer Pressemeldung, dass man den Trend nicht unterschätzen dürfe: »Wir werden wohl die erste und letzte Generation sein, die jeden Tag Fleisch auf dem Teller hat.«

Quellen:
· Mingyang Song, Teresa T. Fung et al.: Association of Animal and Plant Protein Intake With All-Cause and Cause-Specific Mortality. Jama Internal Medicine. Published online 1.8.2016.
http://dx.doi.org/10.1001/jamainternmed.2016.4182
· Heather Fields, Denise Millstine et al: Is Meat Killing Us? The Journal of the American Osteopathic Association, May 2016, Vol. 116, 296-300.
jaoa.org/article.aspx?articleid=2517494
· Einfluss auf Sterberisiko: Pflanzliche Eiweiße gesünder als tierische.
ntv, 1.8.2016
· Ernährungsstudie: Pflanzliches Eiweiß scheint gesünder als tierisches. SPIEGEL online, 2.8.2016
· Veganer und Vegetarier: Supermärkte gehen mit dem Trend. FOCUS online, 3.8.2016
· „Wir werden wohl die erste und letzte Generation sein, die jeden Tag Fleisch oder Wurst auf dem Teller hat“. Pressemeldung September 2014.
www.presse.ruegenwalder.de


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