Studie: Vegane Hunde sind gesünder

Es gibt gute Gründe, Fleisch- und Milchprodukte aus der Ernährung zu streichen. Was aber tun, wenn es um die eigenen Hunde und Katzen geht? Bild: Christian Mueller - Shutterstock.com


Immer mehr Menschen streichen aus Liebe zu den Tieren, für Umwelt- und Klimaschutz und aus gesundheitlichen Gründen Fleisch, Fisch, Eier und Milchprodukte aus ihrer Ernährung. Und immer mehr Tierfreunde, die mit Hunden und Katzen zusammenleben, können es nicht mit ihrem Gewissen vereinbaren, dass andere Tiere für die Ernährung ihrer Haustiere leiden und sterben müssen. Doch ist es richtig, Hunde und Katzen, die als Fleisch- bzw. Allesfresser gelten, ohne Fleisch zu ernähren? Viele halten das für ungesund oder sogar für Tierquälerei. Eine große internationale Studie liefert nun gute Argumente für eine rein pflanzliche Ernährung von Hunden: Vegan ernährte Hunde sind gesünder als Fleisch fressende Artgenossen. Und: Vegane Hundeernährung ist gut für Klima und Umwelt.

Es gibt gute Gründe, Fleisch- und Milchprodukte aus der Ernährung zu streichen. Viele entscheiden sich wegen des Leids der Tiere in Massentierhaltung und Schlachthöfen für eine vegane Ernährung. Ein weiterer Grund ist der Umwelt- und Klimaschutz, denn bei der Produktion von Fleisch und Milch fallen nicht nur große Mengen an Treibhausgasen an: Die Regenwälder werden abgeholzt, Böden und Grundwasser mit Nitrat vergiftet.

Was aber tun, wenn es um die eigenen Hunde und Katzen geht? Mit Hunde- und Katzenfutter werden nicht nur Milliarden umgesetzt, sondern auch jede Menge Ressourcen verbraucht - und längst nicht nur Schlachtabfälle verarbeitet. Dass die Ernährung von Haustieren für die Klimabilanz relevant ist, zeigen die Zahlen: Weltweit werden mehr als 470 Millionen Hunde und über 360 Millionen Katzen gehalten, so ein britisches Forscherteam der University of Winchester in ihrer im Fachmagazin PLOS ONE erschienenen Studie.

Studie: Konventionelles Futter, Barf oder veganes Futter?

An der großangelegten Studie haben mehr als 2.500 Hundebesitzerinnen und -besitzer aus verschiedenen europäischen Ländern, den USA und Australien teilgenommen. Die Hunde
bekamen seit mindestens einem Jahr entweder
· konventionelles Futter (54 % der Hunde in der Studie)
· rohes Fleisch (Barf) (33 % der Hunde in der Studie)
· veganes Futter (13% der Hunde in der Studie).

Studienleiter Prof. Andrew Knight und sein Forschungsteam untersuchten sieben Indikatoren für einen schlechten Gesundheitszustand von Hunden:
· eine ungewöhnliche Anzahl von Tierarztbesuchen,
· die Verwendung von Medikamenten,
· die Umstellung auf eine therapeutische Diät nach einer anfänglichen veganen oder fleischbasierten Ernährung,
· die Meinung des Tierhalters über den Gesundheitszustand,
· die Meinung des Tierarztes über den Gesundheitszustand,
· der Prozentsatz der erkrankten Hunde
· die Anzahl der Gesundheitsstörungen.

Ergebnis: Konventionell ernährte Hunde waren am ungesündesten

Die Auswertung ergab, dass die konventionell ernährten Hunde insgesamt am ungesündesten waren. Fast die Hälfte der fleischlastig ernährten Tiere musste während des Untersuchungszeitraums über Routineuntersuchungen hinaus zum Tierarzt.

Aber warum sind mit konventionellem Futter ernährte Hunde öfter krank? »Eines der häufigsten Gesundheitsprobleme bei Hunden ist Übergewicht oder Fettleibigkeit«, erklärt Studienleiter Prof. Andrew Knight. Die handelsüblichen Futtermischungen, das hätten Tests gezeigt, enthielten mehr Kalorien als die pflanzlichen.

Gefährliches rohes Fleisch

Etwas besser schnitten die Hunde ab, die mit rohem Fleisch gefüttert wurden. Das dürfte laut Prof. Knight und seinem Forschungsteam aber unter anderem daran liegen, dass die roh gefütterten Tiere die jüngsten waren, gemessen an der gesamten Stichprobe. Außerdem wisse man, dass Barf-Anhänger nicht so gern zum Tierarzt gehen: Viele Veterinärmediziner den Modetrend Barfen nämlich sehr kritisch sehen.

Die Rohfleisch-Ernährung ist Untersuchungen zufolge häufig mit ernährungsbedingten Risiken wie Nährstoffmängeln sowie Keimen und Krankheitserregern, die im unverarbeiteten Futter stecken können, verbunden.

Vegan ernährte Hunde waren am gesündesten

Die vegan ernährten Hunde schnitten in der Studie am besten ab. Die Forscherinnen und Forscher kommen angesichts der neuen sowie früherer Untersuchungsergebnisse zu dem Schluss: Die gesündeste und ungefährlichste Ernährungsweise für Hunde ist eine ernährungsphysiologisch ausgewogene vegane Ernährung.

Parallel wurde übrigens auch eine Studie über vegane Ernährung für Katzen durchgeführt, deren Ergebnisse demnächst präsentiert werden sollen.

Quellen:
· Knight A, Huang E, Rai N, Brown H (2022) Vegan versus meat-based dog food: Guardian-reported indicators of health. PLoS ONE 17(4).
https://doi.org/10.1371/journal.pone.0265662
· Peter Carstens: Studie - Vegane Hunde müssen seltener zum Arzt. GEO.de., 14.4.2022
· Eva Obermüller: Vegane Hunde sind gesünder. science.ORF.at, 13.4.2022


Vegane Hundeernährung: So geht's

Wenn’s schnell gehen soll: Mischen Sie Nassfutter wie »Schleckli«-Hundeschmaus oder VegDog aus der Dose mit Trockennahrung von AmiDog, VegDog oder Yarrah Vega. Viele vegane Fertig-Futtermischungen sind 100 % bedarfsdeckend.



Wenn Sie für sich selbst etwas kochen, kochen sie doch gleich etwas mehr für Ihren Hund mit. Aus vielen Lebensmitteln, von denen sich Veganerinnen und Veganer ernähren, lassen sich auch leckere Hundemahlzeiten zubereiten: Vollkornflocken, Nudeln, Reis, Kartoffeln, Süßkartoffeln, gekochtes Gemüse, gekochte Hülsenfrüchte wie Erbsen, Linsen, Lupine oder Soja, Tofu, Vegi-Würstchen, Leinöl, Olivenöl, Hefeflocken, Kräuter, dazu Vitamin B12, Taurin und Carnitin.

Wichtig: Hunde haben einen kürzeren Darm als wir Menschen. Daher sollte Getreide wie Weizen, Hirse, Mais oder Hülsenfrüchte wie Soja oder Linsen für das Hundemenü gekocht oder als Flocken zerkleinert sein. Auch Gemüse ist für Hunde leichter verdaulich, wenn es gekocht wird. Jegliches rohes Gemüse - zum Beispiel Karotten - sollte gerieben oder in der Küchenmaschine zerkleinert werden, um die Verdaulichkeit zu fördern.

Als »Knochenersatz« zum Nagen und für die Pflege der Zähne können Sie Ihrem Hund hart gewordenes Brot geben.


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