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Elefanten: Hervorragendes Gedächtnis

Elefanten: Hervorragendes Gedächtnis

Kennen Sie die Redensart: »Ein Gedächtnis wie ein Elefant haben«? Gemeint ist damit, dass jemand ein besonders gutes Erinnerungsvermögen hat und sich nach Jahren noch an andere Menschen oder Ereignisse erinnern kann. Denn Elefanten besitzen ein so hervorragendes Erinnerungsvermögen, dass sprichwörtlich von einem »Elefantengedächtnis« gesprochen wird - wobei sich Elefanten besser an Vergangenes erinnern als Menschen.

Elefanten verfügen über außergewöhnliche Sinnesleistungen und zeichnen sich durch hohe Intelligenz aus. Die grauen Riesen, die bis zu 70 Jahre alt werden, erkennen einander auch nach Jahren oder Jahrzehnten wieder. Genauso erinnern sie sich noch nach Jahrzehnten an Menschen, die ihnen wohl gesonnen waren oder die sie schlecht behandelt haben. Auch an Wege, Geländeformationen und Futterquellen können sie sich ihr Leben lang hervorragend erinnern: Ein Elefant, der als Jungtier mit seiner Mutter ein einziges Mal ein Wasserloch besucht hat, findet den Weg auch nach 30 Jahre wieder.

Erinnerung: visuell, akustisch und über den Geruchssinn

Bei ihrer Erinnerung verlassen sich Elefanten nicht allein auf ihre Augen, sondern auch auf ihre Ohren und den Geruchssinn. Elefanten erkennen sich auch nach vielen Jahren akustisch
sogar über mehrere Kilometer hinweg - über ein komplexes Lautsystem, das unter anderem Töne im extrem tiefen Infraschallbereich umfasst. Ebenso erinnern sich auch nach Jahren noch an Gerüche: So können sie bestimmte Menschengruppen, die ihnen in der Vergangenheit nicht wohl gesonnen waren, an ihrem Geruch erkennen und meiden sie.

Ein Elefant hat Selbstbewusstsein

Elefanten erkennen ihr Spiegelbild. Wissenschaftler werten dies als untrügliches Zeichen für das Selbstbewusstsein von Elefanten, aber auch dafür, dass über hoch entwickelte Kognitionen verfügen. Elefanten sind Lerntiere. Sie können genaue Beziehungen herstellen zwischen sich selbst und ihren eigenen Bedürfnissen ihrer Umwelt.

Gelerntes wird an nächste Generation weitergegeben

Eine Elefantenherde wird von einer Leitkuh geführt, die über die meiste Erfahrung verfügt. Von ihr lernen die jungen Elefanten das Verhalten in der Herde und sie gibt ihr Gelerntes an die jüngeren Tiere weiter: Denn die Leitkuh kennt den Lebensraum und führt die Herde zu Weideplätzen, Trink- und Badestellen, Schlammsuhlen und Staubplätzen.

Bei ihren Wanderungen legt eine Elefantenherde in einer einzigen Nacht bis zu 80 Kilometer zurück. Die Benutzung von Wanderwegen wird von den unerfahrenen Tieren in ihrem sprichwörtlich guten Gedächtnis behalten und von Generation zu Generation weitergegeben.

Die Sprache der Elefanten:

Kommunikation über Infraschall

Elefanten kommunizieren nicht nur über lautes Tröten. Mit Hilfe von tiefen Brummlauten unterhalb des Bereichs des menschlichen Gehörs (»Infraschall« unter 20 Hertz) nehmen sie über weite Distanzen Kontakt zu anderen Elefanten auf. Wie sie die Infraschalltöne erzeugen, hat jetzt ein internationales Forscherteam um Christian Herbst von der Universität Wien erstmals nachgewiesen und im Fachmagazin Science veröffentlicht.

Elefanten unterhalten sich - wie Menschen - per Luftstrom aus der Lunge über den Kehlkopf, der die Stimmlippen bewegt. Die Stimmlippen sitzen im Kehlkopf und bestehen aus Stimmmuskel und Stimmband. Mit Hilfe ihrer Stellung und Spannung erzeugen sie Töne. Die Brummgeräusche sind so tief, dass Menschen sie kaum oder gar nicht hören. Der Infraschall der großen Elefanten etwa liegt unter 20 Hertz. Menschen können Schallwellen zwischen etwa 20 Hertz und 20 Kilohertz hören.

Quelle: How Low Can You Go? Physical Production Mechanism of Elephant Infrasonic Vocalizations. In: Science, 3.8.2012