Freiheit für Tiere
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Warum jagen Jäger wirklich?

Von Julia Brunke

Trotz beharrlicher Propagandaarbeit der Jagdverbände sinkt das Image der Jäger in der Öffentlichkeit immer mehr: Immer weniger Spaziergänger, Reiter und Mountainbiker lassen es sich gefallen, von Jägern angepöbelt und bedroht zu werden - und sie protestieren gegen Ballerei in Wohngegenden, in Stadtparks, auf Friedhöfen und in Naherholungsgebieten. Immer wieder ist in der Zeitung zu lesen, dass Jäger aus Versehen Menschen oder Pferde auf der
Weide mit Wildschweinen verwechseln - das kann einem beim Spaziergang schon Angst machen. Millionen Tierfreunde haben kein Verständnis, wenn Jäger ihre Hauskatzen abknallen oder drohen, den Hund zu erschießen. Warum Jäger Hasen totschießen, obwohl diese auf der Roten Liste bedrohter Arten stehen, kann irgendwie auch niemand mehr gut finden. Zudem haben 99,7 Prozent der Bevölkerung andere Hobbys, als Tiere totzuschießen.

Treibjagd auf Hasen

Schon seit 1995 steht der Hase auf der Roten Liste der bedrohten Arten. Dennoch schießen Jäger in Deutschland an die 250.000 Feldhasen tot. · Bild: Freiheit für Tiere

Glaubt man der Jäger-Propaganda in Zeitungen und Fernsehberichten, wäre Deutschland ohne Jagd dem Untergang geweiht: Jäger retten den Wald vor Rehen und Hirschen. Jäger retten die Landwirtschaft vor der Verwüstung durch Wildschweinhorden. Jäger schützen die Bevölkerung vor Seuchen: vor Fuchsbandwurm, Tollwut und (nachdem es in Deutschland keine Tollwut mehr gibt) vor Räude und Staupe. Ohne Jäger würden die Wildtiere überhand nehmen - schließlich gibt es keine großen Raubtiere mehr.

Im Übrigen seien Jäger anerkannte Naturschützer. Wer das nicht verstehe, sei ein naturentfremdeter Städter. Zum Unglück der Jäger glauben immer weniger Menschen das Jägerlatein. Zumal namhafte Biologen und Zoologen in der Öffentlichkeit darauf hinweisen, dass die Natur sich in unbejagten Gebieten selbst reguliert - und die Jagd somit überflüssig ist. Eine großangelegte wissenschaftliche Langzeitstudie wies gar nach, dass starke Bejagung die Vermehrung von Wildschweinen fördert - und somit absolut contraproduktiv ist.

Vor diesem Hintergrund wagen immer mehr Jäger die Flucht nach vorne. Wir, die nichtjagende Mehrheit der Bevölkerung, sollen Verständnis für ihr Hobby, ihre »Passion« entwickeln.

Die Natur braucht keine Jäger

Die Mär vom Jäger als Naturschützer ist längst widerlegt. Wissenschaftliche Studien belegen die Selbstregulierungsfähigkeit der Natur. Auch die Erfahrungen in großen europäischen National­parks zeigen: Es geht Natur und Tieren ohne Jagd viel besser!

Ragnar Kinzelbach, Zoologe an der Universität Rostock, ist überzeugt: »Die Jagd ist überflüssig. Wenn man sie einstellt, regulieren sich die Bestände von allein.« (Süddeutsche Zeitung, 28.01.2009)

Jagd ist nicht nur überflüssig, sondern sogar contraproduktiv: Obwohl in Deutschland so viele Wildschweine geschossen werden, wie noch nie seit Beginn Aufzeichnungen in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, steigt ihre Anzahl immer weiter. Denn so paradox es klingen mag: Je mehr Jagd auf Wildschweine gemacht wird, um so stärker vermehren sie sich. Eine Langzeitstudie kommt zu dem Ergebnis: Starke Bejagung führt zu einer
deutlich höheren Fortpflanzung und stimuliert die Fruchtbarkeit bei Wildschweinen. (Servanty et alii, Journal of Animal Ecology, 2009)

Jagd provoziert vielfach erst so genannte Wildschäden und den »Verbiss« im Wald. Rehe sind von ihrer Natur her Bewohner von Wiesen und dem Waldrand. Die Jagd treibt die Tiere in den Wald hinein, wo sie dann keine - für sie lebenswichtigen - Gräser und Kräuter finden und ihnen nichts anderes bleibt, als an Knospen zu knabbern. Zudem werden die Tiere durch die Jagd unnötig aufgescheucht, was ihren Nahrungsbedarf und damit die Fraßschäden oft weiter erhöht.

Die Jagd auf Füchse versuchen die Jäger gegenüber der Öffentlichkeit mit zwei Argumenten zu rechtfertigen: dem Schutz der Bevölkerung vor Tollwut und Fuchsbandwurm. Der Haken daran: Deutschland gilt seit 2008 nach den internationalen Kriterien der »Weltorganisation für Tiergesundheit« als tollwutfrei. Und: Seit Jahren weisen Forscher darauf hin, dass die Angst vor dem Fuchsbandwurm übertrieben ist. In Deutschland ist kein einziger Fall einer Infektion über Waldbeeren dokumentiert.

Der renommierte Ökologie- und Evolutionsbiologe Prof. Dr. Josef Reichholf kam bei seinen langjährigen Forschungen zu dem Ergebnis, dass die Jagd - nach der industriellen Landwirtschaft - der »Artenfeind Nr. 2« ist.

» Mit der Jagd ist es ähnlich wie mit der Liebe:

Das erotische Erleben liegt auf dem Weg zum Höhepunkt. Das Ziel liegt nämlich nicht im schnellen Schuss, sondern im Erstreben und Erleben eines gemeinsam erreichten anhaltenden Höhepunktes...« · Bild: Pelli

"Jagd - weil sie uns Genuss und Lust bereitet"

Der Jäger und Rechtsanwalt Dr. Florian Asche räumt in seinem Buch Jagen, Sex und Tiere essen: Die Lust am Archaischen (Neumann-Neudamm, 2012) mit den gängigen Begründungen und Rechtfertigungen für die Jagd auf, die da sind: Jäger als Ersatz für Großraubwild, Jäger als Bekämpfer von Wildschäden und Seuchen, Jäger als Naturschützer und Biotop-Pfleger, Waidgerechtigkeit... Ein Jäger, der diese Gründe für die Jagd anführe, würde lügen, so der jagende Rechtsanwalt. Und er gibt offen zu:
»Wir jagen nicht, um das ökologische Gleichgewicht herzustellen. Zumindest ist das nicht das auslösende Motiv unserer Anstrengungen. Es ist nur eine Rechtfertigung für unsere Triebe und Wünsche, die viel tiefer gehen, als die Erfordernisse der Wildschadensvermeidung und des ökologischen Gleichgewichts. Deren Anforderungen regeln höchstens, wie wir jagen, nicht aber ob wir es tun.«
Und weiter: »Wir verwechseln zu gern die erfreulichen und wichtigen Begleiterscheinungen, die unser Tun rechtfertigen sollen, mit dessen wirklichen Gründen.
Sex haben wir, weil er uns Lust und Genuss bereitet.
Auf die Jagd gehen wir, weil sie uns Genuss und Lust bereitet.«

Der Jäger Dr. Florian Asche bekennt sich zum Archaischen: Der Jagdtrieb sei wie der Sexualtrieb in unserem Reptiliengehirn und im Limbischen System angelegt. Diese Triebe auszuleben sei wichtig für die seelische Gesundheit.

Äh... wie bitte?!? Ob der Autor das wohl ernst meint? Meint er wirklich, das Töten von Tieren fördere die seelische Gesundheit? Sind solche verstörenden Aussagen nicht eher ein Zeichen für psychische Probleme? - »Findet außerhalb der Jägerei ein Mensch einen besonderen Lustgewinn daran, ein Tier zu töten, wird er von Psychologen als seelisch schwer gestört eingestuft«, stellte der Journalist und Autor Gerhard Staguhn in seinem Buch
Tierliebe - eine einseitige Beziehung schon 1996 fest.

Und noch etwas zum Thema »Ausleben von Trieben«:
Pädophilie und Vergewaltigung werden gesellschaftlich auch nicht akzeptiert. Und wer hier seine Triebe nicht beherrschen kann, bekommt psychologische Therapien oder wird weggesperrt. Genauso wenig wird das hobbymäßige Töten von Tieren von der Mehrheit der Bevölkerung akzeptiert.

»Nach erfolgreicher Jagd fühlt man sich

wie nach gutem Sex« · Bild: Freiheit für Tiere

"Freiraum für Verbrechen... und für sexuelle Lust"

Vielleicht kann bei der Analyse der Jäger-Psyche der Neurologe und Psychoanalytiker Paul Parin - ebenfalls begeisterter Jäger - weiterhelfen: In Die Leidenschaft des Jägers (Hamburg, 2003) schreibt der inzwischen verstorbene Psychoanalytiker ungeschminkt über die Leidenschaft, die Passion, das Jagdfieber. Auch Parin stellt die Verbindung zwischen Jagdlust und sexueller Lust her, aber auch zur Freude am Töten, dem Lustmord:

»Seit meinen ersten Jagdabenteuern weiß ich: Jagd eröffnet einen Freiraum für Verbrechen bis zum Mord und für sexuelle Lust, wann und wo immer gejagt wird.«

Jagd sei noch mehr als ein Freibrief zum Töten: »Verbote gelten nicht mehr. Wenn man über Jagd schreibt, muss man über geschlechtliche Lust schreiben und über Grausamkeit und Verbrechen... Die wirkliche Jagd ist ohne vorsätzliche Tötung nicht zu haben. Leidenschaftlich Jagende wollen töten. Jagd ohne Mord ist ein Begriff, der sich selber aufhebt... Und weil es sich um Leidenschaft, Gier, Wollust handelt - um ein Fieber eben - geht es in diesem Buch um sex and crime, um sexuelle Lust und Verbrechen jeder Art, um Mord und Lustmord.«

Der Neurologe und Psychoanalytiker Paul Parin gibt in seinem Buch zu, dass die Tiere unter der Jagd leiden. Und er weiß auch, dass Jäger-Rechtfertigungen wie »Überpopulation«, »Verbiss«, »Jäger als Ersatz für Raubtiere« Jägerlatein sind: Prof. Carlo Consiglio habe mit seinem Buch Vom Widersinn der Jagd bewiesen, dass es biologisch keine Rechtfertigung für die Jagd gibt. Folglich geht es bei der Jagd nicht um biologische oder ökologische Notwendigkeiten, es geht nicht um Naturschutz, geschweige denn um Ethik und Moral. So weist Paul Parin darauf hin, dass zwar alle erdenklichen Argumente dafür herhalten müssen, um die Jagd von jedem moralischen Makel freizusprechen. »Und doch ist die Jagd der einzige normale Fall, bei dem das Töten zum Vergnügen wird...«

Der erste Präsident der Bundesrepublik Deutschland, Theodor Heuss, stellte schon vor Jahrzehnten fest:
»Jagd ist nur eine feige Umschreibung für besonders feigen Mord am chancenlosen Mitgeschöpf. Jagd ist eine Nebenform menschlicher Geisteskrankheit.«

»Seit meinen ersten Jagdabenteuern weiß ich:

Jagd eröffnet einen Freiraum für Verbrechen bis zum Mord und für sexuelle Lust, wann und wo immer gejagt wird.« · Bild: Archiv

"Blut hat eine orgiastische Kraft..."

Die beiden Buchautoren Dr. Florian Asche und Paul Parin treten mit ihren Schilderungen archaischer Jagdabenteuer in die Fußstapfen des berühmten Jagdphilosophen Ortega y Gasset (1883 -1955), der über die Jagdlust geradezu martialisch schwärmte: »Blut hat eine orgiastische Kraft sondergleichen, wenn es überströmt… und das herrliche Fell des Tieres befleckt.«

Doch trotz Bekenntnis zu archaischer Triebgesteuertheit war für Ortega y Gasset klar: »Fernab davon, eine von Vernunft gelenkte Verfolgung zu sein, kann man vielmehr sagen, dass die größte Gefahr für das Fortbestehen der Jagd die Vernunft ist.«

»Blut hat eine orgiastische Kraft sondergleichen,

wenn es überströmt... und das herrliche Fell des Tieres befleckt.« · Bild: Pelli

"Keine Angst vor der Lust": Jäger-Dissertation

Über den »Jagdtrieb« und den »Kick« beim Töten hat ein Jäger sogar eine Doktorarbeit geschrieben. In seiner Dissertation Die Jagd als Mechanismus der biotischen und kulturellen Evolution des Menschen (2003) schreibt Günter R. Kühnle: »Weltweit wird die Wildjagd unserer Zeit selten noch aus rein praktischen Motiven (z. B. Nahrungsjagd), sondern um eines starken emotionalen Erfolges Willen (der Kick beim Töten des Tieres, Freude, Glück, Zerstreuung, Entspannung, Abenteuer) oft mit großer Leidenschaft und Hingabe betrieben. ... Für die modernen Jäger unserer Zeit bedeutet das Töten des Wildes notwendige Bedingung zum Erreichen des oft leidenschaftlich intendierten emotionalen Ereignisses (der Kick).«

Kühnle beschreibt den erlebten Kick beim Töten des Wildes als »die Erfahrung einer extremalen Befriedigung vermittels (virtueller) Macht über die dem Menschen mit dem Bewusstsein der Endlichkeit (Todesangst) unbeherrschbar und unabwendbar bedrohlich erscheinende Natur«.

Eine große Jägerzeitschrift widmete dieser Dissertation einen großen Artikel über Triebforschung. Mit der Überschrift »Keine Angst vor der Lust« sollte Jägern Mut gemacht werden, offen zu ihrem Jagdtrieb zu stehen: »Beim Erlegen des Wildes erleben Jäger einen Kick und zu dem sollten sie sich bekennen.« (Wild und Hund 24/2003) Und dann wurde in Anlehnung an Kühnles Doktorarbeit erklärt, wie der Jäger durch das Töten von Tieren sich unbewusst das Gefühl verschaffe, die Natur mit ihrer beängstigenden Todesgewissheit zu beherrschen und so die Todesangst zu überwinden. Der Jagdtrieb sei laut Kühnle eine »genetische Dispositionen«: Im Jägergehirn wirke »ein kulturspezifischer Elementartrieb, der in Geist-Gehirn-Interaktion Jagdmotivation generiert«.

»Beim Erlegen des Wildes erleben Jäger einen Kick

und zu dem sollten sie sich bekennen.« (Keine Angst vor der Lust. Wild und Hund 24/2003)

In Deutschland sind nur 0,3 Prozent der Bevölkerung Jäger. Das bedeutet: 99,7 Prozent der Deutschen ist dieser Jagdtrieb offenbar nicht angeboren - oder sie können mit ihren Trieben auch anders umgehen.

"Exorbitanter Lusteffekt beim Töten"

Der Psychoanalytiker Paul Parin beschreibt in seinem Buch Die Leidenschaft des Jägers, wie er den Höhepunkt beim Schuss als Orgasmus erlebte, als er als Dreizehnjähriger seinen ersten Haselhahn erlegte: »Ich drücke ab, höre keinen Knall, spüre den Rückstoß nicht. Ich bin aufgesprungen, blind und taub stehe ich da. Eine unerträgliche Spannung, irgendwo im Unterleib, etwas muss geschehen. Plötzlich löst sich die Spannung, in lustvollen
Stößen fließt es mir in die Hose, nein, es ist das, der wunderbare Samenerguss, der erste bei Bewusstsein. Ich stehe aufgerichtet, das Gewehr in der Linken, kann wieder hören und kann sehen. - Dort liegt die Beute, ein Haufen bunter Federn.«

Auch von Erschießungen im Krieg wurde immer wieder berichtet, dass sich Schützen dabei aufgeilen. Und so manchem Lager-Aufseher verschaffte das Erschießen von Gefangenen sicher einen »Kick«. Allerdings wird so etwas im Nachhinein als Kriegsverbrechen gewertet.

Der jagende Rechtsanwalt Dr. Florian Asche beklagt in seinem Buch Jagen, Sex und Tiere essen: Die Lust am Archaischen, dass Sex zu unserem Alltag gehöre - von Brüsten in der Werbung bis Viagra für Rentner -, der moderne Mensch aber so »verspannt« mit »Tod und Töten« umgehe.

Dass Jäger mitunter mit »Tod und Töten« lockerer umgehen als Normalbürger, zeigt sich immer wieder bei Schlagzeilen wie »Jäger erschießt Ehefrau«. In Normal-Haushalten ist nunmal beim Ehekrach keine Waffe zur Hand. Zudem hat jeder Mensch bekanntlich von Natur aus eine Tötungshemmung. Doch im Krieg und auf der Jagd kann das Töten kann gelernt und trainiert werden.

Unter dem Titel Neue Gedanken zur Lust an der Lust zwischen Erleben und Erlegen (2004) spricht Prof. Dr. Gerd Rohmann von der »Lust zum Beutemachen...« und vom »Kick« (erlebt im Akt des Erlegens, Tötens): »Denn darin, dass wir das Naturding Wild töten und dabei einen exorbitanten Lusteffekt erleben, erweist es sich empirisch, dass wir etwas ganz Besonderes in unserem Inneren erfahren... Mit der Jagd ist es ähnlich wie mit der Liebe: Das erotische Erleben liegt auf dem Weg zum Höhepunkt. Das Ziel liegt nämlich nicht im schnellen Schuss, sondern im Erstreben und Erleben eines gemeinsam erreichten anhaltenden Höhepunktes...« Den emotionalen Höhepunkt seiner Jagd, den »Kick«, erlebe der Jäger immer dann, wenn er den todbringenden Schuss auslöse.

Doch lässt sich die Jagd damit rechtfertigen, dass der todbringende Schuss dem Hobbyjäger einen emotionalen Höhepunkt verschafft?

Rechtfertigt die "Lust" einiger weniger das Töten

...von jährlich über 5 Millionen Wildtieren?

Bevor uns solche psychischen Abgründe völlig verwirren, kommen wir zurück zu unserer Ausgangsfrage: Warum jagen Jäger? Die Antwort: Jäger gehen nicht auf die Jagd, um den deutschen Wald vor Rehen und Hirschen retten. Jäger gehen nicht auf die Jagd, um die Landwirtschaft vor der Verwüstung durch Wildschweinhorden zu retten. Jäger gehen nicht auf die Jagd, um die Bevölkerung vor Seuchen zu schützen. Jäger gehen nicht auf die Jagd, um angebliche Überpopulationen zu regulieren. Jäger gehen nicht auf die Jagd, Naturschutz zu betreiben - niemand macht den Jagdschein, um Hecken zu pflanzen und Biotope anzulegen. Jäger gehen nicht auf die Jagd, um Tiere zu sehen und die Natur zu erleben - das könnten sie auch mit Fotoapparat, dafür braucht man kein Gewehr.

Jäger schießen Tiere tot, weil es ihnen einen »Kick« verschafft, weil sie eine triebgesteuerte »Freude am Beutemachen« haben. Doch rechtfertigen der »Kick« und die »Freude am Beutemachen« das Töten von über 5 Millionen Wildtieren und den Abschuss von etwa 40.000 Hunden und über 300.000 Katzen jedes Jahr? Rechtfertigt das Ausleben eines »Jagdtriebs« über tausend Verletzte und -zig Tote durch Jagdunfälle und Straftaten mit Jägerwaffen Jahr für Jahr?

Ist der bei manchen Menschen angeblich angeborener Jagdtrieb eine Rechtfertigung für das Töten von Tieren - und das auch noch als Hobby? Schließlich ist bereits seit einem Jahrzehnt der Tierschutz als Staatziel im Grundgesetz verankert - und das Tierschutzgesetz verlangt bekanntlich für das Töten von Tieren einen »vernünftigen Grund«.

Ist es nicht an der Zeit zu sagen: Es gibt im 21. Jahrhundert keine Rechtfertigung mehr, den blutigen Krieg gegen unsere Mitgeschöpfe in Wald und Flur fortzusetzen!