Der Kolkrabe

Herbe Schönheit, Virtuosität in der Luft, komplexes Sozialverhalten & hohe Intelligenz

Buchvorstellung von Julia Brunke, Redaktion FREIHEIT FÜR TIERE

Kolkraben faszinieren den Schweizer Biologen und Gebirgsökologen Prof. Dr. Heinrich Haller seit jeher. 24 Jahre lang war er Direktor des Schweizerischen Nationalparks. Seit 2019 ist er pensioniert. Bis heute zieht es ihn immer wieder in den Nationalpark, vor allem zu den Kolkraben. Seit sieben Jahren beobachtet er die Vögel intensiv. Ein Kolkrabenpaar, das er Rabea und Corvun nannte, schloss Freundschaft mit dem Naturforscher, so dass er die Vögel aus nächster Nähe beobachten und ihr Verhalten studieren konnte. So entstanden zahlreiche einzigartige Fotos von den faszinierenden Vögeln. Nun hat Heinrich Haller seine Sammlung aus atemberaubenden Bildern, persönlichen Erlebnissen und wissenschaftlichen Erkenntnissen auf über 200 Seiten in einem großformatigen Buch zusammengefasst. »Der Kolkrabe - Totenvogel, Götterbote, tierisches Genie« ist ein Plädoyer für die großen schwarzen Vögel: früher verteufelt und gnadenlos verfolgt, bis heute durch zahlreiche negative Vorurteile verkannt, in Wirklichkeit aber eine äußerst faszinierende Vogelart.

Kolkrabenpaar im Schweizerischen Nationalpark.

Kolkrabenpaar im Schweizerischen Nationalpark.

Bild: Heinrich Haller

Frühjahr im Schweizerischen Nationalpark: In einer hohen, zerklüfteten Felswand der Engadiner Dolomiten brütet in einem stattlichen Horst aus Knüppeln und Ästen, der ursprünglich von Steinadlern errichtet wurde, ein Bartgeierpaar. Wenige Dutzend Meter daneben brüten Kolkraben. Obwohl Kolkraben viel kleiner sind als Bartgeier, beobachtet Prof. Haller, wie die schwarzen Flugkünstler die viel größeren, jedoch weit weniger wendigen Bartgeier attackieren und sie bei jeder Gelegenheit ärgern.

Frühjahr im Stadtzentrum der Schweizer Hauptstadt Bern: Im überdachten Giebelfeld am Bundeshaus hat ein Kolkrabenpaar mit Ästen und Reisern seinen Horst errichtet - ausgerechnet auf den Schultern der beiden dort nebeneinander thronenden Adler aus Stein. »Über dem Sitz des Schweizer Parlaments kommt es täglich zu Luftkämpfen mit Turmfalken, die ebenso wie die Kolkraben die hohen und gut strukturierten Fassaden des Gebäudekomplexes als Felsen und entsprechend als möglichen Brutstandort wahrnehmen«, berichtet Heinrich Haller. Und er erklärt weiter: »Die beiden geschilderten Situationen stehen für die Fähigkeit des Kolkraben, verschiedene Lebensräume zwischen Berg und Tal, zwischen Wildnis und Stadt und somit fern von und nahe bei den Menschen zu besiedeln.«

Ein Kolkrabennest am Bundeshaus mitten in Bern.

Ein Kolkrabennest am Bundeshaus mitten in Bern.

Bild: Heinrich Haller

Kolkraben beobachten, schätzen lernen und fotografieren

»Kolkraben bedeuten mir persönlich viel, waren sie doch für mich bei diversen wildbiologischen Projekten sozusagen Wegbegleiter«, schreibt Heinrich Haller zu Beginn des Bildbands »Der Kolkrabe«. »Es hat mich stets fasziniert, ausgewählte Tierarten näher kennenzulernen, ihr Verhalten einzuschätzen und sie so verstehen zu können. Bei den klugen Kolkraben ist dies besonders anregend.« In dem Buch berichtet er von seinen jahrelangen Erfahrungen mit Kolkraben, verknüpft sie mit seinem Wissen als Naturforscher und verdichtet sie mit seiner beeindruckenden Sammlung einzigartiger Fotografien zu einem persönlichen Kolkraben-Portrait.

Die bis dahin engste Verbindung zu Kolkraben entstand während seiner Recherchen zum Thema Wilderei: Die Kolkraben zeigten Heinrich Haller mehrere Male die Überreste von Wilderer-Beuten an. Kolkraben ernähren sich als Aasfresser von den Kadavern toter Tiere. Verstehe man ihr Verhalten, können sie einen unter Umständen direkt zur Stelle führen, an der gewildert wurde.

Das Kolkrabenpaar Rabea und Corvun

Das Kolkrabenpaar Rabea und Corvun

auf gemeinsamer Warte im Val dal Spöl, einem Flusstal im Schweizerischen Nationalpark. Prof. Heinrich Haller konnte das Vertauen der sonst scheuen Vögel gewinnen und sie immer wieder auch aus der Nähe fotografieren. · Bild: Heinrich Haller

Der Naturforscher gewinnt das Vertrauen eines Kolkrabenpaares: Rabea und Corvun

Die fotografische Dokumentation freilebender Kolkraben wurde dadurch erleichtert, dass es Prof. Heinrich Haller ab 2015 durch jahrelange Beobachtung und Begleitung gelang, das Vertrauen eines Kolkrabenpaares im Engadin zu gewinnen. Mit Rabea und Corvun, wie er die beiden nannte, entstand eine über Jahre währende persönliche Beziehung, eine Art Freundschaft. Kennengelernt hatte er sie auf einer häufig begangenen Wanderroute im Nationalpark. Rabea und Corvun boten dem Wissenschaftler nicht nur unzählige Gelegenheiten, Kolkraben zu fotografieren und ihr Leben in Bildern festzuhalten, sondern auch ihr Verhalten zu studieren. »Die beiden Vögel hatten ihre Scheu abgelegt, aber ihre Zutraulichkeit beschränkte sich auf ihnen bekannte Situationen und speziell auf mich«, berichtet er. Sobald er in ungewohnter Weise auftrat, beispielsweise mit einer Begleitperson, zeigten die beiden Kolkraben sofort ihre sonst übliche Vorsicht.

»Kolkraben zu fotografieren ist in Europa eine Herausforderung. Sie sind in der Regel scheu und flüchten auf Distanzen von meist weit über 100 m, insbesondere wenn sie sich auf Warten, am Nahrungsplatz oder im Horstbereich aufhalten.« Die große Scheu und das Fluchtverhalten erklären sich durch die jahrhundertelange Verfolgung durch den Menschen, der Raben und andere Wildtiere ausgesetzt gewesen sind und die vielerorts noch anhält, erklärt der Naturforscher. In anderen Gegenden auf dieser Erde, wie auf den Kanarischen Inseln oder in Kalifornien, wo Kolkraben vom Menschen geduldet wurden, seien sie mehr oder minder vertraut geblieben.

Die Idee für das Buch entsteht

»Am 7. August 2019 hielt ich meinen Abschiedsvortrag als Direktor des Schweizerischen Nationalparks. Im Referat spannte ich den inhaltlichen Bogen von den Rabenvögeln bis zur Evolution von Intelligenz«, schreibt Heinrich Haller. Sein Buch »Der Kolkrabe« baut darauf auf und dehnt den Horizont weiter aus.

Prof. Haller zeigt uns die herbe Schönheit

Prof. Haller zeigt uns die herbe Schönheit

unseres größten Singvogels: »Das schillernde Gefieder des Kolkraben mutet edel an, sein gravitätisches Einherschreiten erscheint würdevoll und die virtuosen Flugspiele wirken elegant.« · Bild: Heinrich Haller

Die Kraft der Bilder: Flugkünstler von herber Schönheit

»Es ist weder ein wissenschaftliches Werk noch eine herkömmliche Monographie über den Kolkraben. Allerdings kommt es aus der Hand eines Wissenschaftlers, der sich gegen Ende seiner beruflichen Karriere diesen Vögeln subjektiv, dafür mit weitem Blickwinkel angenähert hat - beobachtend, dokumentierend, kombinierend«, so der renommierte Schweizer Naturforscher über sein neues Buch. Er berichtet von seinen Begegnungen und Erfahrungen mit Kolkraben und bringt uns die Lebensweise unseres größten Singvogels anschaulich nahe.

Dabei baut er auf die Kraft der Bilder: Mit eindrücklichen Fotografien zeigt er ihre herbe Schönheit mit dem schillernden Gefieder, ihre Anmut und Ästhetik, eingebettet in die raue Welt des Gebirges, ihre virtuosen Flugspiele in der Luft. Mit einer Flügelspannweite bis 130 Zentimetern und mehr und einem Gewicht bis eineinhalb Kilogramm ist der Kolkrabe eine imposante Erscheinung. Als exzellenter Flieger kann er ein großes Gebiet kontrollieren.

»Ich habe die Fotos in freier Natur im Alpenraum gemacht, in erster Linie im Engadin und in benachbarten Tälern sowie entlang der Achse Bern - Matterhorn«, erklärt Heinrich Haller. Dazu kommen einige Bilder, die er in Kalifornien, im Himalaja und anderswo aufgenommen hat.

Ein Plädoyer für die schwarzen Vögel

Prof. Heinrich Haller geht es mit seinem Buch auch darum, Vorurteile auszuräumen. Aufgrund ihres schwarzen Gefieders, aber auch ihrer Intelligenz waren Kolkraben schon früh Gegenstand von Erzählungen, Sagen und Mythen. Man sah in ihnen Gefährten von Göttern, Magiern oder Hexen. In der nordischen Mythologie wurden sie als »Götterboten« verehrt. Im Mittelalter sind Raben und Krähen in den schlechten Ruf als »Todesboten« und »Galgenvögel« geraten. Da sie nun einmal Aasfresser sind, waren sie in Scharen auf den Schlachtfeldern zu sehen. Und die Menschen in den Dörfern und Städten beobachteten mit Entsetzen, wie Raben und Krähen Fleischstücke aus den Leichen der Gehenkten pickten, die man zur Abschreckung am Galgen ließ. Verbunden mit ihrer schwarzen Gestalt hat das bei vielen Menschen Verunsicherung und Ablehnung hervorgerufen. So wurden Kolkraben in den letzten Jahrhunderten mit allen Mitteln verfolgt. Ihr Bestand ging dramatisch zurück. Durch Schutzbestrebungen konnte sich die Zahl der Kolkraben seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wieder erholen. Die EU-Vogelschutzrichtlinie verbietet eine Bejagung während der Brutzeit sowie den Einsatz von nicht selektiven Fangmethoden. In Deutschland gehört der Kolkrabe nach § 2 Bundesjagdgesetz zu den jagdbaren Arten. Es gilt aber eine ganzjährige Schonzeit, denn laut Bundesnaturschutzgesetz gehört der Kolkrabe zu den besonders geschützten Arten.

Anflug zum Horst mit vierwöchigen Jungen,

Anflug zum Horst mit vierwöchigen Jungen,

aufgenommen in der Feschelschlucht im Wallis, 28. April 2021. · Bild: Heinrich Haller

Das Leben der Kolkraben

Kolkraben können in freier Natur ein Alter von etwa 20 Jahren erreichen. Dank ihrer enormen Lernfähigkeit und vielseitigen Ernährung sind sie sehr anpassungsfähig. So reicht ihr Verbreitungsgebiet von der Küste bis ins Hochgebirge, von der Arktis bis in heiße Wüstenregionen. In Mitteleuropa wählen sie gerne aufgelockerte Wälder mit angrenzenden Freiflächen als Lebensraum. In den Alpen steigen sie in Höhen von über 3000 Meter auf, im Himalaja sogar bis 6000 Meter und mehr.

Die Kolkrabenpopulation innerhalb eines bestimmten Gebietes besteht aus Brutvögeln, die als Paare je ein Revier besetzen, das die nötigen Ressourcen bietet, und Nichtbrütern - meist junge Vögel vor der Geschlechtsreife -, die in kleineren oder größeren Gruppen großräumig umherstreifen.

Ein Brutvogelpaar bleibt in der Regel sein Leben lang zusammen. Es baut oder erneuert einen Horst aus Ästen und Reisern. Die benötigte Nahrung muss in einem nicht zu großen Umkreis um das Nest gewonnen werden können, denn während das Weibchen drei Wochen lang brütet, bringt das Männchen ihr Nahrung. Wenn die Jungvögel geschlüpft sind, kümmern sich beide Elternvögel um die Fütterung der rasch wachsenden, ständig hungrigen Vogelkinder. Nach etwa sechs Wochen verlassen die Jungen das Nest. Sie fliegen zuerst noch etwas unbeholfen, lernen aber durch Beobachtung des Verhaltens ihrer Eltern. Das Brutpaar füttert die Jungen bis zu einem Alter von etwa 100 Tagen. Dann gehen die Jungvögel auf Wanderschaft, die Eltern bleiben in ihrem Revier.

»Damit das Paar sein Revier einschließlich Brutplatz lang fristig sichern kann, muss es das ganze Jahr über präsent sein«, erklärt Prof. Haller. Territorialität erfordert Aufwand, die Möglichkeit der weitgehend exklusiven Nutzung des besetzten Geländes bietet jedoch Vorteile, und geeignete Niststellen lassen erst eine Fortpflanzung zu.

Die Bindung eines Kolkrabenpaares ist eng: »Sie stehen meist im Sicht- und/oder Rufkontakt zueinander, viele Aktivitäten werden gemeinsam ausgeführt«, so der Naturforscher. Er berichtet, dass die beiden Vögel viel Zeit auf gemeinsamen Warten verbringen, wo sie Ausschau halten, sich der Gefiederpflege widmen und gegenseitig putzen. »Das Niederhalten mit dem Darbieten des Hinterkopfs steht als Aufforderung für den Partner, dort mit seinem Schnabel zu kraulen. «

Kolkraben sind Aasverwerter, die sich von Überresten von Wildtieren oder von zu Tode gekommenen Weidetieren ernähren. Sie erbeuten überdies Regenwürmer, Weichtiere, Großinsekten, Vogeleier und Mäuse, nutzen aber auch Früchte, Samen und reichhaltige pflanzliche Kost von landwirtschaftlichen Feldern.

»Die beiden vierzigtägigen Nestlinge

»Die beiden vierzigtägigen Nestlinge

wurden soeben gefüttert und schauen dem abfliegenden Elternvogel nach«, schreibt Heinrich Haller. Aufgenommen hat er das Bild in Giarsun im Unterengadin, Schweizer Kanton Graubünden, am 2. Mai 2020. · Bild: Heinrich Haller

Kolkrabenreviere im Engadin

Die Größe eines Kolkrabenreviers hängt von der Ernährungssituation ab, die es bietet. Die meisten Reviere haben eine Größe von 15 bis 30 Quadratkilometern, sind also sehr groß. In höheren alpinen Lagen - wo es wegen der geringen Produktivität des Lebensraums generell wenig Fressbares gibt und wenn, dann nur temporär und weit verteilt - sind sie viel größer als entlang von tief gelegenen Haupttälern , erklärt Heinrich Haller. So nutzt das Kolkrabenpaar Buffalora, das sein Revier am Ofenpass (2149 m ü. M.) hat, eine Fläche von mindestens 50 Quadratkilometern zwischen Engadin und Münstertal. Wechselhorste, das heißt Nistplätze im selben Revier, die in verschiedenen Jahren benutzt werden, liegen hier bis 4,9 km auseinander. Der höchste Nistplatz befindet sich auf 2515 m ü. M.

Die Siedlungsdichte der Kolkrabenpaare werde oft überschätzt, erfahren wir weiter. Dies liege an der hohen Mobilität der Kolkraben und ihrer oft weiträumigen Horstplatzwechsel innerhalb eines Reviers sowie der fälschlichen Miteinrechnung von Nichtbrütern. »Bei zwei Bestandsaufnahmen auf einer 780 km²; großen rechteckigen Fläche im mittleren Engadin 2015 und 2020 habe ich im ersten Jahr 16 und ein halbes Jahr später 14 ansässige Paare gezählt, also ein Paar auf 50-55 km² oder etwa zwei Paare pro 100 km². «

Benachbarte Brutvögel kennen sich und verständigen sich auch mit Nichtbrütern in ihrem Gebiet. Nichtbrüter sind nicht ortsgebunden und leben in Gruppen weit im Raum verteilt. Sie suchen bis zu 100 Kilometer und noch weiter entfernte Nahrungsquellen auf. Entdeckt die Gruppe zum Beispiel einen verendeten Steinbock, können sich alle satt essen. Mit ihren verblüffenden Kommunikationsfähigkeiten nutzen Kolkraben gemeinsame Übernachtungsplätze zur Information: Wenn einige wenige Kolkraben eine Nahrungsquelle entdeckt haben, tauchen dort am nächsten Morgen zahlreiche Vögel auf.

Kolkraben pflegen ein komplexes Sozialverhalten, das nicht starr einem Schema folgt, sondern flexibel ist. Prof. Heinrich Haller erklärt, dass Kolkraben sich oft auf persönlicher Ebene begegnen, einer Rangordnung folgen, zwischen Freund und Feind unterscheiden und Koalitionen bilden können - und darin uns Menschen verblüffend ähnlich sind. Diese Verhaltensweisen hängen mit ihren hohen kognitiven Fähigkeiten zusammen.

Kommunikation mit einer Gämse.

Kommunikation mit einer Gämse.

Mals, 25. März 2022. · Bild: Heinrich Haller

Kolkraben sind uns ähnlicher als gedacht

Rabenvögel beeindruckten die Wissenschaft in den letzten Jahrzehnten immer wieder aufs Neue mit ihren erstaunlichen Leistungen: Sie können sich in Artgenossen hineinversetzen, verwenden zielgerichtet Werkzeuge und zählen grundsätzlich zu den intelligentesten Tieren überhaupt, so dass man sie mitunter auch als gefiederte Menschenaffen bezeichnet.

Heinrich Haller weist auf die Parallelen zu uns Menschen hin: Kolkraben und andere Rabenvögel verfügen über besondere geistige Fähigkeiten, sie sind extrem anpassungsfähig, sie pflegen ein komplexes und flexibles Sozialverhalten und verständigen sich durch enorm vielfältige Laute innerhalb eines individuenbasierten, kommunikativen Netzwerkes.

Mit seinem Buch möchte der Naturforscher einen Beitrag für ein ganzheitliches Naturverständnis leisten, für die Sensibilisierung für unsere Um- und Mitwelt und Achtung gegenüber allen Lebewesen.

In seinem Fazit am Ende des Buches schreibt er: »Trotz der Vorgabe, dass man als Wissenschaftler der Natur sachlich und Tieren nicht mit menschlichen Maßstäben begegnen sollte, haben mich diese Vögel in meinem Innersten berührt.« Wir Menschen seien als kluge Wesen eben nicht allein. Er schließt mit den Worten: Der Rabe ist nicht umsonst ein Symbol für Weisheit.

Der Autor

Prof. Dr. Heinrich Haller, Jahrgang 1954, ist ein Schweizer Zoologe und war 24 Jahre lang Direktor des Schweizerischen Nationalparks.

Heinrich Haller hat an der Universität Bern Zoologie, Botanik und Geografie studiert und an der Universität Göttingen in Wildbiologie habilitiert, wo er 20 Jahre als außerplanmäßiger Professor Gebirgsökologie lehrte.

Von 1996 bis zu seiner Pensionierung 2019 war er Direktor des Schweizerischen Nationalparks. Fast ein Vierteljahrhundert lang hat er den Park entscheidend mitgeprägt. 2008 wurde unter seiner Leitung das neue Nationalparkzentrum in Zernez errichtet. Ein Höhepunkt war 2014 die Hundertjahrfeier des Nationalparks mit der Veröffentlichung des umfangreichen Atlas des Schweizerischen Nationalparks.

Heinrich Haller entfaltete eine reiche Forschungstätigkeit als Wissenschaftler und Buchautor. Er hat Studien über Steinadler, Luchse, Rothirsche, Uhus, Kolkraben und andere Wildtiere durch geführt und publiziert. Ein weiterer Forschungsschwerpunkt war das Thema Wilderei im Grenzgebiet Schweiz Italien Österreich.

Bei seinen Studien in den Alpen kam Heinrich Haller immer wieder in Kontakt mit Kolkraben, die so zu Wegbegleitern wurden. Eindrückliche Naturerlebnisse lassen sein Herz höher schlagen und so waren ihm bei seinen Beobachtungen stets auch die Dokumentation mit Fotografien und die emotionale Reflexion wichtig.

Das Buch

Der Kolkrabe - Porträt eines faszinierenden Vogels

Der renommierte Naturforscher Prof. Dr. Heinrich Haller stellt uns die Größten unter den Singvögeln vor: mit atemberaubenden, großformatigen Fotografien und spannenden Texten von seinen persönlichen Erlebnissen mit Kolkraben sowie der wissenschaftlichen Forschung über die überaus intelligenten Vögel, die uns Menschen in vielen Eigenschaften ähnlicher sind, als wir denken.
Kolkraben sind vielseitig, weit verbreitet und verfügen über ein hoch entwickeltes Gehirn. Auch ihr komplexes Sozialleben erinnert an das von uns Menschen. Das schwarze Gefieder sowie ihre Vorliebe für Aas und Essensreste lösten allerdings Vorurteile aus. Diese führten zur Verfolgung und sind bis heute nicht gänzlich überwunden. Über den Kolkraben und andere Rabenvögel ist noch viel Aufklärung nötig. Heinrich Haller stellt die großen schwarzen Vögel in informativen und anschaulichen Texten vor und bringt sie uns mit einzigartigen Fotografien nahe.

»In dem aufwändig gestalteten Buch räumt der Autor mit so manchem Vorurteil auf und baut durch die gründlich recherchierten Fakten und die eindrucksvolle Illustration dieses Buches neue Brücken zu einer überaus bemerkenswerten Vogelart, die lange und zu Unrecht verfolgt wurde.«
Herbert Pardatscher-Bestle, Bücherrundschau

Hochwertige Ausstattung im großen Bildband-Querformat mit außergewöhnlich ästhetischen und seltenen Fotos - Ein perfektes Geschenk für alle, die sich für Vögel interessieren!

Heinrich Haller: Der Kolkrabe Totenvogel, Götterbote, tierisches Genie
Großformat 216 Seiten, gebunden, mit zahlreichen Fotografien
Haupt Verlag, 2022 ISBN: 978-3-258-08257-8
Preis: 49.00 € (D) / 50.40 € (A) 49.00 CHF

Interview mit Prof. Dr. Heinrich Haller:

Einsatz für den Erhalt wilder Natur

Der Schweizer Biologe Prof. Dr. Heinrich Haller hat in den Alpen Studien über Steinadler, Luchse, Rothirsche, Uhus, Kolkraben und andere Wildtiere durchgeführt. 24 Jahre lang war er Direktor des Schweizerischen Nationalparks. Seit 2019 ist er pensioniert. Bis heute zieht es ihn immer wieder in den Nationalpark, vor allem zu den Kolkraben. Freiheit für Tiere sprach mit dem renommierten Naturforscher über seine Begeisterung für wilde Natur und die darin lebenden Tiere sowie die Notwendigkeit von Überzeugungsarbeit, um die Idee, die Natur so weit wie möglich selbstständig wirken zu lassen, mehr in der Gesellschaft zu verankern.

Freiheit für Tiere: Sie beobachten und studieren seit Ihrer Jugend die Tierwelt. Schon mit 18 Jahren haben Sie eine Feldstudie über den Uhu durchgeführt. Ihre Dissertation schrieben Sie über den Steinadler und Sie habilitierten über den Luchs. Sie haben über Jahrzehnte Feldforschung betrieben und zahlreiche Aufsätze und Bücher über Wildtiere der Alpen veröffentlicht. Was treibt Sie an?

Heinrich Haller:
Meine Faszination für wilde Natur, das Ursprüngliche, Unwägbare. Sich in der Wildnis oder in intakten Kulturlandschaften zu bewegen, diese Lebensräume am eigenen Körper zu erfahren, ihre Bewohner kennenzulernen und einen Beitrag für den Erhalt solcher Refugien zu leisten, das ist mir ein zentrales Bedürfnis und Anliegen.

Freiheit für Tiere: Sie waren fast 25 Jahre lang Leiter des Schweizerischen Nationalparks. Seit der Gründung 1914 stehen Natur und Tiere unter absolutem Schutz. So ist die Jagd von Anfang an verboten - und von Anfang an wird dieses Naturexperiment wissenschaftlich begleitet. Sie haben als Direktor für die Beibehaltung dieses maximalen Schutzes gekämpft und die Forschung weiter intensiviert. Was sind Ihre Erfahrungen?

Heinrich Haller:
Dass man ständig Überzeugungsarbeit leisten muss, um die Idee, die Natur so weit wie möglich selbstständig wirken zu lassen, besser in der Gesellschaft zu verankern. Zu stark sind wir Menschen auf uns selbst bezogen und meinen, unsere sogenannte ordnende Hand sei überall nötig. Um den Prozessschutz erklären und begründen zu können, braucht es wissenschaftliche Grundlagen und ebenso geeignete Methoden der Wissensvermittlung.

Freiheit für Tiere: Kann die Natur sich selbst regulieren - ohne Eingreifen des Menschen?

Heinrich Haller:
Irgendwann und irgendwie wird Natur immer regulatorischen Kräften unterworfen sein. Die Frage ist einzig, ob wir die damit verbundenen Situationen und Konsequenzen tragen wollen oder nicht. Zum Beispiel: Wenn (zu) hohe Bestände wild lebender Huftiere aus Nahrungsmangel zusammenbrechen, nehmen wir das hin? Ich vertrete die Ansicht, dass man dort die Natur sich selbst überlassen soll, wo es möglich ist, das heißt gesellschaftlich akzeptiert wird. Ich bin aber ebenso der Meinung, dass es verbreitet noch viel Luft nach oben gibt, um die Natur nach ihren eigenen Gesetzen wirken zu lassen. So ist der Biber zu einem Symboltier dafür geworden, dass auch in dicht von Menschen besiedelten Lebensräumen mehr wilde Natur möglich ist.

Freiheit für Tiere: Seit 2015 haben Sie Kolkraben im Nationalpark intensiv beobachtet und erforscht. Mit einem Kolkrabenpaar - Sie nannten die beiden Rabea und Corvun - entstand sogar eine über Jahre dauernde Freundschaft. Wie kam es dazu? Und was fasziniert Sie an Kolkraben?

Heinrich Haller:
Kolkraben umgibt eine spezielle Aura. Sie sind clever und erscheinen dadurch als Persönlichkeiten. Ihre schwarze Gestalt, ihre eindrucksvolle Größe, aber auch die Geschichten um diese Vögel lassen sie für uns Menschen charaktervoll erscheinen. Gerade bei Corvun und Rabea habe ich dies zumindest so empfunden. Natürlich wohlwissend, dass dies menschliche Interpretation ist.

Corvun und Rabea waren grundsätzlich etwas weniger scheu als andere Kolkraben. Da habe ich eingehakt, war immer wieder in der Nähe präsent, vorerst stets in denselben Kleidern, und habe manchmal ein Zubrot gegeben. So hat sich eine gegenseitige, über die Jahre enger gewordene Beziehung aufgebaut.

Freiheit für Tiere: Mit Ihrem Buch Der Kolkrabe brechen Sie eine Lanze für Rabenvögel. Was ist Ihr Ziel?

Heinrich Haller:
Das Buch ist ein Porträt und ein Plädoyer für eine oft verkannte, in Wirklichkeit aber äußerst faszinierende Tierart. Es soll mithelfen, Vorurteile abzubauen und die Rabenvögel in einem neuen, objektiven Licht erscheinen zu lassen. Vor allem auch durch die Fotos.

Freiheit für Tiere: So wie Kolkraben jahrhundertelang verteufelt und von Menschen verfolgt wurden, wurde auch der Wolf im 19. Jahrhundert in der Schweiz, in Deutschland und in Österreich durch massive Bejagung ausgerottet. Als die ersten Wölfe zurückkehrten, freute man sich verbreitet über das dadurch wiedergewonnene Stück Wildnis. Inzwischen werden in der Schweiz, aber auch in Österreich und Deutschland die Rufe nach Abschuss von Wölfen laut - obwohl sie eigentlich streng geschützt sind.

Heinrich Haller:
Wölfe vermehren sich rasch, wenn man sie in Ruhe lässt. Um entwicklungsfähige Bestände aufzubauen, war und ist der absolute Schutz wichtig. Mittlerweile gibt es erfreulicherweise im nördlichen Deutschland und im südwestlichen Alpenraum wieder prosperierende Populationen. Das ist andererseits eine Herausforderung für die Haltung von Weidetieren. Im Vordergrund stehen Maßnahmen für den Herdenschutz, doch kann auch der Abschuss von Problemwölfen die Lage entschärfen und die Perspektiven für die anderen Wölfe verbessern. Voraussetzung hierfür ist ein professionelles Management, das die wichtige ökologische Rolle von Großraubtieren auch bei uns vollumfänglich anerkennt.

Freiheit für Tiere: Vielen Dank für das interessante Gespräch!

Das Interview mit Heinrich Haller führte Julia Brunke, Redaktion Freiheit für Tiere .

Der Schweizerische Nationalpark

Der Schweizerische Nationalpark wurde 1914 als erster Nationalpark in den Alpen gegründet. Damit schufen die Pioniere eine einzigartige Wildnisoase: Hier sollte sich die Natur ohne das Dazutun des Menschen frei entwickeln können - und so war von Anfang an die Jagd verboten. Dieses bemerkenswerte Naturexperiment wird seit über hundert Jahren wissenschaftlich begleitet und dokumentiert.

Gemäß den Bestimmungen der Weltnaturschutzunion (IUCN) gehört der Schweizerische Nationalpark zur Kategorie 1a von Schutzgebieten und gilt somit als Strenges Naturreservat/Wildnisgebiet . Seine Fläche von 170 Quadratkilometern entspricht der Größe des Fürstentums Liechtenstein. Die Gründer des Schweizerischen Nationalparks verfolgten vor Anfang des 20. Jahrhunderts bemerkenswerte Ziele, die heute als visionär gelten können: Sie wollten die natürlichen Prozesse ohne Eingriffe des Menschen wirken lassen. Und so gilt der Nationalpark als Oase der Ursprünglichkeit und der wiedererstandenen Wildnis.

Darüber hinaus ist der Schweizerische Nationalpark von Anfang an ein Freiluftlaboratorium für Wissenschaftler und ermöglichte über ein Jahrhundert Umweltbeobachtung. Die Anzahl fachlicher Publikationen und Studien ist in den letzten 30 Jahren enorm gestiegen, was das wissenschaftliche Interesse belegt.

Informationen: www.nationalpark.ch

Atlas des Schweizerischen Nationalparks

Der Atlas des Schweizerischen Nationalparks zeigt, was im 170 Quadratkilometer großen Naturreservat im Kernraum der Alpen geschehen ist. Mit einer Vielzahl von Karten und erläuternden Texten bietet das Werk Informationen von den erdkundlichen Grundlagen über geschichtliche und räumlich vergleichende Bezüge bis hin zu Pflanzen, Tieren, dem Menschen und dessen Forschung.

Digitaler Atlas: www.atlasnationalpark.ch

Atlas des Schweizerischen Nationalparks
Herausgegeben v. Heinrich Haller, Antonia Eisenhut, Rudolf Haller
Nationalpark-Forschung in der Schweiz Band 99/1.
Haupt Verlag Bern, 2013 ISBN 978-3-258-07801-4
Preis: (D) 59,- Euro, (A) 60,70 Euro, (CH) 69 SFR

FREIHEIT FÜR TIERE 2/2026

Freiheit für Tiere 2/2026

Artikelnummer: 2-2026

Tiernachrichten: Schutzgebiet für ehemalige Show-Delfine in Süditalien entsteht • Verhaltenforschung: Werkzeuggebrauch bei Kühen - wie Primaten • Hobbyjagd: Freizeitvergnügen mit tödlicher Schusswaffe • Stoppt die Jagd auf Vögel! • Tierportrait: Deutschlands Wilde Wölfe • Mit Tieren leben: ERST das Buch, dann der HUND: Ratgeber VOR dem Hundekauf • 101 Empfehlungen von internationalen Wissenschaftlern: Vegane Ernährung als Schlüssel gegen zunehmende Gesundheitskrisen • Neue Studie: Ist pflanzliche Ernährung für Kinder und Jugendliche gesund? • Ernährung ohne Tierleid: Tipps für ein langes, gesundes und tierfreundliches Leben • Forschungstrend »Longevity«: Mit Pflanzenkraft gesunde Lebensjahre gewinnen - mit Rezepten • Lifestyle: »VEGAN & Delicious« von Bianca Zapatka - Tierfreundliche Rezepte

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FREHEIT FÜR TIERE 1/2026

Freiheit für Tiere 1/2026

Artikelnummer: 1/2026

Tierschutz aktiv: Delfinarien: Schluss mit Delfinen in Gefangenschaft! • Historisches Urteil in Spanien: Massive Umweltverschmutzung durch Massentierhaltungverstößt gegen Menschenrechte • Bayerns größter Milchviehbetrieb: Tierhaltungsverbot wegen schwerer Tierquälerei • Gesetz ab 2026 in Österreich: Heimtierhaltung mit Sachkundenachweis • Neues Gesetz zur Heimtierhaltung: Interview Prof. Rudolf Winkelmayer, Veterinär und Tierethiker • Ethik und Religion: Die Verfolgung von Vegetariern durch die Kirche • Tierportrait: »Hase und ich« - Ergreifende Rettung und Aufzucht eines Feldhasenbabys • Studie: Schon eine Scheibe Wurst am Tag erhöht das Risiko für chronische Krankheiten • Studie: Pflanzliche Ernährung reduziert Krebsrisiko deutlich • Italienische Küche vegan: Kochen alla Nonna • Rezept: Cavatelli agli spinaci • Rezept: Pasta al forno • Rezept: Tiramisu • DVD-Tipp: »Gottes Gäste« - Jetzt drei Tiergemärchen von Manfred Kyber auf DVD

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Neuauflage: FREIHEIT FÜR TIERE - Fakten gegen die Jagd

FREIHEIT FÜR TIERE: Fakten gegen die Jagd (völlig überarbeitete und auf 60 S. erweiterte Neuauflage)

Artikelnummer: 522

Fakten und Argumente gegen das blutige Hobby der Waidmänner und Waidfrauen: Trotz beharrlicher Propagandaarbeit der Jagdverbände sinkt das Image der Jäger immer mehr: Immer weniger Spaziergänger, Hundehalter, Reiter und Mountainbiker lassen es sich gefallen, wenn sie von Hobbyjägern angepöbelt oder sogar bedroht werden. Immer mehr Menschen protestieren gegen die Ballerei in Naherholungsgebieten. Und Berichte, dass Jäger aus Versehen Liebespaare im Maisfeld oder Ponys auf der Weide erschießen, können einem draußen in der Natur durchaus Angst machen. Warum Jäger Jagd auf Hasen machen, obwohl sie auf der »Roten Liste« bedrohter Arten stehen, kann irgendwie auch niemand mehr gut finden. Zudem haben 99,6 Prozent der Bevölkerung andere Hobbys, als Tiere tot zu schießen. Da stellt sich die Frage: Warum jagen Jäger wirklich?

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Sonderpreis: Fakten gegen die Jagd (Ausgabe 2017, 24 Seiten)

Artikelnummer: 521

Die Natur braucht keine Jäger: Fakten gegen die Jagd - Warum jagen Jäger wirklich? Die Frage »Warum jagen wir?« beantwortet eine Jagdredakteurin wie folgt: »Einige beschreiben die Jagd als Kick, andere sprechen von großer innerer Zufriedenheit. Die Gefühle bei der Jagd sind ebenso subjektiv wie in der Liebe. Warum genießen wir sie nicht einfach, ohne sie ständig rechtfertigen zu wollen?« Rationale Gründe, mit denen Jäger rechtfertigen, dass die Jagd notwendig sei, sind offenbar nur Ausreden. Jedenfalls schreibt die Jägerin: »Der Tod, der mit dem Beutemachen verbunden ist, ist verpönt. Deswegen suchen die Jäger Begründungen in Begriffen wie Nachhaltigkeit, Hege und Naturschutz.«

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Werkzeuge, Ideen und Innovationen: Der Erfindergeist der Tiere

Buchvorstellung von Julia Brunke, Redaktion FREIHEIT FÜR TIERE

Tiere folgen nur ihren Instinkten und können höchstens ein paar angelernte Arbeitsschritte ausführen? Weit gefehlt! Sie können so viel mehr, als wir geahnt haben! Von Bergpapageien, die verschlossene Rucksäcke und Taschen öffnen, bis zu Kakadus, die mehrstufige Werkzeuge herstellen: Die Kognitionsbiologin Prof. Dr. Alice Auersperg nimmt uns mit auf eine Entdeckungsreise über die erstaunliche Kreativität, den verblüffenden Einfallsreichtum und Erfindergeist von Tieren - und sie zeigt, wie nah uns Tiere wirklich sind! weiter

Kulturlandschaft - Die Logik hinter dem Artenverlust. Mit Herz und Augen in der Natur unterwegs

In seinem Buch »Kulturlandschaft - Die Logik hinter dem Artenverlust« berichtet Guido Meyer, wie er erst als Spaziergänger und Mountainbiker, dann als Hundeführer und Fotograf immer tiefer in die Natur eintauchte und wildlebende Tiere wie Hirsche und Wölfe ganz nah erlebte. Und wie er dabei auf der anderen Seite immer öfter in Konfrontationen mit Jägern und sogar ernsthafte Bedrohungssituationen geriet, die ihn dazu brachten, intensiv über Jagd und Jäger zu recherchieren, über die dramatische Bedrohung der Arten und die Zerstörung von Lebensräumen, aber auch über das Ökosystem Wald, die wunderbare Kraft der Natur und die Symbiose von Natur und Tieren, an der auch wir Menschen teil haben können. Illustriert wird das Buch durch fantastische Fotografien, mit denen Guido Meyer seit Jahren auf seiner Plattform naturdigital.online begeistert. weiterlesen

Freizeitvergnügen mit tödlicher Schusswaffe: Wie lange noch?

Im Februar 2026 hat ein 52-jähriger Hobbyjäger im Landkreis Bamberg seine 49-jährige Frau, seinen 14-jährigen Sohn, die 6-jährige Tochter und sich selbst erschossen.
Im Januar 2026 traf der Schuss eines Jägers einen 23-Jährigen in Nordrhein-Westfalen tödlich. In Niedersachsen verwechselte ein 77-jähriger Hobbyjäger eine Gruppe Spaziergänger mit Wildtieren - eine 58-jährige Frau wurde schwer verletzt. In der Steiermark wurde ein 42-jähriger Hobbyjäger aus Versehen tödlich in den Kopf getroffen - beim Verladen eines erschossenen Wildschweins ins Auto löste sich ein Schuss.
Im Dezember 2025
tötete ein Hobbyjäger in der Oberpfalz seinen Nachbarn zwei Stockwerke über sich mit einem gezielten Kopfschuss. Ein anderer Hobbyjäger schoss vom Hochsitz aus Versehen auf einen 20-Jährigen und verletzte ihn so schwer, dass er im Krankenhaus notoperiert werden musste.
Im November 2025
erschoss ein Hobbyjäger in Reutlingen vier Familienangehörige und sich selbst - mit einer Schusswaffe, die er als Jagdscheininhaber legal besaß. Spaziergänger wurden von Jagdmunition getroffen, das Projektil eines Jägers durchschlug die Jalousie der Küchentür eines Hauses und ein Jagdschein­inhaber aus Crailsheim kündigte an, die »größtmögliche Anzahl an Ausländern« umbringen zu wollen. weiterlesen

Die Verfolgung von Vegetariern durch die Kirche

»Wenn jemand Fleischspeisen, die Gott den Menschen zum Genuss gegeben hat, für unrein hält und ... auf sie verzichtet ..., der sei mit dem Bannfluch belegt.«

Papst Johannes III., Synode von Braga, 561 n. Chr.


Diesen Bannfluch verkündete Papst Johannes III. im Jahr 561 nach Christus auf der Synode von Braga in Portugal. Ein Bannfluch hatte die »Vogelfreiheit« zur Folge: Der Gebannte verlor als Ausgeschlossener aus der Gesellschaft alle Rechte.


Ganz in diesem Geiste wurden im Jahre 1051 durch die Bischofsversammlung in Goslar »Ketzer«, die ausschließlich von Pflanzennahrung lebten, zum Tode verurteilt, weil sie sich geweigert hatten, Hühner zu töten. Das Töten von Hühnern wurde zum »Test«, um Ketzer zu erkennen!
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DVD-Tipp: Jesus und die Tiere

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Jesus treibt die Tierhändler aus dem Tempel.

Jesus von Nazareth wurde im Stall mitten unter den Tieren geboren. Gab Gott damit den Menschen nicht ein Symbol, dass Sein Sohn nicht in einem Palast, sondern bei Schafen, Rindern, Eseln und Katzen zur Welt kam?

Zu Zeiten des Jesus von Nazareth wurden Lämmer und Tauben im Tempel für die Sünden der Menschen geopfert. Jesus trat gegen diesen blutigen Kult ein. Bekannt ist die Szene, wie Jesus nach seinem Einzug in Jerusalem die Tierhändler aus dem Tempel hinaustrieb und die Tiere freiließ. Und er rief: »Steht nicht geschrieben: Mein Haus soll ein Bethaus heißen für alle Völker? Ihr aber habt eine Mördergrube daraus gemacht!« (Markus 11,17)

Über die Tierliebe des Jesus von Nazareth ist in der Bibel kaum etwas zu finden. Doch aus der frühchristlichen Geschichtsschreibung wird deutlich, dass Jesus kein Fleisch gegessen hat und sich für die Tiere einsetzte... weiterlesen

DVD: Jesus und die Tiere

Artikelnummer: 318

Vergleicht man die Bibel mit apokryphen Schriften, dann ist gut zu erkennen, dass die Kernaussagen oft die Gleichen sind, aber die Tierliebe Jesu, gänzlich fehlt. In dieser DVD werden viele Begebenheiten, bei denen Jesus über die Tiere sprach, wiedergegeben.

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»VEGGIE FOR KIDS. Vegan - kinderleicht & lecker«

Die Rezepte für unser Kochbuch »VEGGIE FOR KIDS. Vegan - kinderleicht & lecker« - sind allesamt von Kindern und Jugendlichen erprobt worden: Sie sind einfach zuzubereiten, schmecken richtig lecker und sind obendrein auch noch gesund! Und das Wichtigste: Wer so kocht, hilft unseren Freunden, den Tieren! weiterlesen

VEGGIE FOR KIDS

Artikelnummer: 053

Die Rezepte für das Kochbuch »VEGGIE FOR KIDS. Vegan - kinderleicht & lecker«- sind allesamt von Kindern und Jugendlichen erprobt worden: Sie sind einfach zuzubereiten, schmecken richtig lecker und sind obendrein auch noch gesund!

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Neue Studie: Ist pflanzliche Ernährung für Kinder und Jugendliche gesund?

Die gesundheitlichen Auswirkungen von vegetarischer und veganer Ernährung im Kindesalter sind immer wieder Gegenstand von Diskussionen. Zahlreiche wissenschaftliche Studien belegen, dass eine vollwertige pflanzliche Ernährung für Kinder und Jugendliche gesund und bedarfsdeckend ist. Auch die bisher größte Studie dieser Art bestätigt nun: Pflanzliche Ernährung ist für Kinder und Jugendliche sicher und vorteilhaft. weiterlesen

Ernährung ohne Tierleid: Ein gesünderes Leben

Viele Menschen, die sich entscheiden, kein Fleisch mehr zu essen, tun dies aus ethischen Gründen: weil sie nicht möchten, dass Tiere für sie leiden und sterben müssen. Viele gehen den konsequenten Schritt weiter und lassen aus Liebe zu Kühen und Kälbchen Milch und Käse weg, essen aus Mitgefühl zu Hühnern keine Eier und leben rein pflanzlich. Und dann erfahren sie, dass eine vegane Ernährung ohne Tierleid auch die gesündeste ist!

Eigentlich würde uns dies schon der logische Menschenverstand sagen: Wie sollen Nahrungsmittel, die durch Leid und Tod entstehen, für uns gesund sein? In den letzten Jahren und Jahrzehnten sind tausende wissenschaftliche Studien veröffentlicht worden, die nachweisen: Eine Ernährung mit vollwertigen pflanzlichen Lebensmitteln ist gesund und versorgt uns auch mit allem, was wir brauchen. Diese Ernährungsweise beugt überdies zahlreichen Krankheiten vor, von Herz-Kreislauf-Erkrankungen über Krebs, Diabetes und Adipositas bis zu Demenz - und schützt damit vor vorzeitigem Tod. weiterlesen

Was Tiere denken - Intelligenz und Emotion in der Wildnis

Wir fangen gerade erst an, zu begreifen, dass das Gehirn von Tieren ähnlich komplex ist wie unser eigenes. Die Warnrufe von Präriehunden etwa sind nicht nur hektische Pfeiftöne, sie übermitteln damit differenzierte Nachrichten. Gorillas nutzen Zeichensprache, um vergangene Ereignisse zu schildern - wissen sie also, was heute, gestern und morgen ist? Nicht nur Primaten oder Elefanten, selbst kleinste Ameisen, denen man einen Farbtupfer auf dem Kopf angebracht hat, wollen diesen loswerden, sobald sie in einen Spiegel blicken - ein Beweis für ihr Ich-Bewusstsein, das Menschen erst ab dem zweiten Lebensjahr entwickeln. In ihrem Buch »Was Tiere denken - Intelligenz und Emotion in der Wildnis präsentiert Marianne Taylor 60 Tierarten, ihre bemerkenswerten kognitiven Fähigkeiten, ihre Gefühle und ihre ausgefeilte Kommunikation. weiter

Bayerischer Tierärztetag: Tierqual bei Milchkühen

Razzia auf Skandalhof in Bad Grönenbach. Pressemitteilung SOKO Tierschutz Kopie

Kühe, die nicht mehr laufen können, werden mit Treckern weggeschleift, Mitarbeiter treten ein liegendes Kalb:

Die aktuelle Undercover-Recherche von SOKO Tierschutz in Bayerns größtem Milchviehhof in Bad Grönenbach zeigt erneut massive Verstöße gegen den Tierschutz. · Bild: SOKO Tierschutz

Von Annemarie Botzki, Recherche und Kampagnen bei der Verbraucherschutzorganisation foodwatch e.V.

»Alle haben die Nase voll« - das ist der Satz, der mir vom bayerischen Tierärztetag in Kulmbach besonders im Ohr hängen bleibt. sitze mit 150 amtlichen und Amtstierärzt:innen in einem Konferenzraum. Normalerweise sind sie in detaillierte, fachliche Diskussionen vertieft. Aber diesmal ist die Stimmung anders. Angespannt. Frustriert. weiter

Die dunkle Seite der Milch: Das Leid der Kälbchen

Die Milchindustrie gaukelt uns in der Werbung gerne vor, dass Kühe ein glückliches Leben auf grünen Weiden führen. Wie sieht die Realität aus? Milchkühe müssen ihr Leben in den meisten Fällen ganzjährig im Stall verbringen - zum Teil sogar immer noch in besonders tierquälerischer Anbindehaltung. So hält nach Angaben des Bayerischen Bauernverbands rund die Hälfte der circa 25.000 Milchviehbetriebe in Bayern ihre Tiere in Anbindehaltung. Damit die Kühe immer Milch geben, werden sie jedes Jahr künstlich befruchtet. Die neugeborenen Kälber werden ihren Müttern kurz nach der Geburt weggenommen. Die Milch, welche die Natur für die Kälbchen bestimmt hat, wird maschinell abgepumpt, industriell verarbeitet und im Supermarkt verkauft. Was passiert dann eigentlich mit den Kälbern? weiter

Gestatten. Biber. Eine außergewöhnliche Freundschaft mit einer wildlebenden Biberfamilie

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Christian Kuschenreiter Aug’ in Aug’ mit einem Biber. Das freilebende Tier hat Vertrauen wie zu einem Familienmitglied.

Schwarze Knopfaugen, beeindruckende Schneidezähne, großer Paddelschwanz, Stupsnase und dichter Pelz: Biber sind entzückende Tiere, und obendrein schlau, empathisch, kommunikativ, verspielt - und eigentlich sehr scheu. Als Bettina und Christian Kutschenreiter im Jahr 2003 beim Fotografieren an einem Fluss in Oberbayern auf eine Biberfamilie treffen, ist das der Beginn einer außergewöhnlichen Freundschaft, die bis heute anhält. Die Biber lassen die beiden Tierfreunde nach und nach an ihrem Leben teilhaben und suchen schließlich sogar bewusst ihre Nähe. Jetzt haben die beiden ein Buch über ihre Erlebnisse mit den Bibern geschrieben - mit vielen wunderschönen und sicher einzigartigen Fotos. weiter

Die Intelligenz der Hunde

Die internationale Forschung hat sich in den letzten Jahren zunehmend mit der Intelligenz von Hunden beschäftigt und dabei so manches bestätigt, was Hundefreundinnen und Hundefreunde längst wussten: Hunde denken viel komplexer als gedacht. Aber: Was genau ist Hundeintelligenz? Wie misst man sie? Haben wir dazu überhaupt die richtigen Werkzeuge und Vergleichsmaßstäbe? Sind »Menschenschläue« und »Hundeschläue« überhaupt vergleichbar? Und in welchen Bereichen haben Hunde andere oder viel mehr geistige Kompetenzen als wir? weiter

Trügerische Küstenidylle: Jagd auf Seehunde im Wattenmeer

Wussten Sie, dass Hobbyjäger an der deutschen Nordseeküste und auf den Nordseeinseln jedes Jahr Hunderte Robben und Robbenbabys erschießen? Und das, obwohl laut EU-FFH-Richtlinie die Jagd auf Seehunde streng verboten ist? Denn die geschützten Seehunde unterliegen in Deutschland dem Jagdrecht. Sie haben zwar ganzjährig Schonzeit, doch »Seehundjäger« in Schleswig-Holstein und »Wattenjagdaufseher« in Niedersachsen sind befugt, sich um gestrandete, verletzte, verlassene und kranke Robben zu »kümmern«. weiter

Für Bienen, Schmetterlinge, Vögel, Igel & Co.: Natürlich gärtnern für die Artenvielfalt

»Lass wachsen«: Wildblumenwiesen sind für uns eine Augenweide und bieten Wildbienen, Schmetterlingen und Vögeln Lebensraum und Nahrung.

»Lass wachsen«: Wildblumenwiesen sind für uns eine Augenweide und bieten Wildbienen, Schmetterlingen und Vögeln Lebensraum und Nahrung.

Wichtig: Lassen Sie Wiesen und Stauden über den Winter bis in den Mai hinein stehen. Viele Insekten nutzen hohle Stängel als Winterquartier, darunter viele Wildbienenarten. An Stängeln und Gräsern verbergen sich Eier, Raupen und Puppen von Schmetterlingen. Die Samenstände bieten Vögeln Nahrung. · Bild: Freiheit für Tiere

Was hat unser Garten mit Tierschutz und Artenvielfalt zu tun? Auf den ersten Blick erst einmal nicht so viel. Doch vor dem Hintergrund des dramatischen Artensterbens könnten private Gärten und öffentliche Parks eine bedeutende Rolle spielen, um Inseln der Artenvielfalt zu schaffen. Und erfreulicher Weise erscheinen immer mehr Ratgeber für nachhaltiges und natürliches Gärtnern - als Gegenentwurf zum weltweit fortschreitenden Lebensraumverlust von Tieren und Pflanzen - die zeigen, wie wir auch ohne Vorerfahrung aus unserem Garten ein kleines Paradies schaffen können: für Tiere und Pflanzen, aber auch für uns selbst. weiter

Ein Jäger steigt aus

Prof. Dr. Rudolf Winkelmayer aus Niederösterreich war seit seiner Jugend leidenschaftlicher Jäger. Schon sein Vater war Jäger und nahm ihn als Kind oft mit auf die Jagd. Mehr als 100 Tiere hat der 67-Jährige in seinem Leben geschossen. Vor 14 Jahren machte er eine Kehrtwende: Von heute auf morgen beendete er das Schießen und verkaufte alle seine 16 Gewehre. Jetzt hat Prof. Winkelmayer ein Buch geschrieben: »Ein Beitrag zur Jagd- und Wildtier-Ethik«. Damit wendet er sich an seine ehemaligen Jagdkollegen und an die nicht jagende Bevölkerung und macht deutlich: »Töten als Freizeitvergnügen ist ethisch nicht vertretbar«. weiter

Interview: Ein Jäger steigt aus

Mit 16 machte er den Jagdschein, 37 Jahre lang ging er auf die Jagd. Dann hörte er von einem Tag auf den anderen mit dem Tiere töten auf. Freiheit für Tiere sprach mit dem Veterinär Prof. Dr. Rudolf Winkelmayer über seine Erfahrungen und die Gründe, warum er mit der Hobbyjagd Schluss gemacht hat. weiter

Mehr Freiheit für Pferde

Nach § 2 des Tierschutzgesetzes gilt: Wer ein Tier hält, muss dieses seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernähren, pflegen und verhaltensgerecht unterbringen. Und er darf die Möglichkeit des Tieres zur artgemäßen Bewegung nicht so einschränken, dass ihm Schmerzen, vermeidbare Leiden oder Schäden zugefügt werden. Doch was bedeutet dies für die heutige Pferdehaltung? weiter

Grausame Tierquälerei für Grana Padano-Käse

Die italienische Tierschutzorganisation Essere Animali dokumentierte in Milchviehbetrieben, die Grana Padano herstellen, schockierende Lebensbedingungen für Kühe und Kälber. Auch Gewalt durch Arbeiter gegenüber Tieren wurde dokumentiert. Grana Padano gehört neben Parmesan und Mozzarella zu den bekanntesten Käsesorten Italiens und ist der weltweit am meisten konsumierte Käse. weiter