Deutschlands WILDE WÖLFE

Buchvorstellung von Julia Brunke, Redaktion FREIHEIT FÜR TIERE

»Wölfe haben gezeigt, dass sie mit uns leben können. Nun müssen wir zeigen, ob wir mit ihnen leben wollen.«

Nach ihrer langen Abwesenheit sind wilde Wölfe in Deutschland zurückgekehrt. Der renommierte Zoologe, Fotograf und Filmemacher Axel Gomille hat über viele Jahre - seit 2008 - diese faszinierenden Tiere beobachtet. Mit viel Zeit und Geduld gelangen ihm atemberaubende Fotos von freilebenden Wölfen in Deutschland, die Einblick in das Verhalten und die Welt dieser faszinierenden Tiere geben. In seinem neuen Buch kombiniert er einzig­artige Fotos von Wölfen in freier Natur mit detaillierten Beobachtungen und wissenschaftlichen Fakten, um die Geschichte ihrer beeindruckenden Rückkehr zu erzählen.

gomille7440-v-wildwolf3-1000

Der Zoologe und Fotograf Axel Gomille folgt den Spuren von Deutschlands Wölfen seit 2008.

Dieses Bild ist eines der ersten Fotos, das er von einem wildlebenden Wolf machen konnte. Es entstand 2009 und zeigt den Rüden eines Rudels in der sächsischen Lausitz. · Alle Bilder: Axel Gomille. Aus: Deutschlands wilde Wölfe. 2025

Die Rückkehr der Wölfe: ein großer Erfolg für den Artenschutz

»Hätte vor 40 Jahren ein Naturschützer prophezeit, dass Deutschland wieder zur ständigen Heimat von Wölfen werden könnte - er hätte wahrscheinlich nur Spott geerntet. Dem Wolf, oft empfunden als ein Sinnbild für die ungezähmte Natur, wurde einfach kein Platz mehr zugetraut im aufgeräumten, gut organisierten, modernen Deutschland«, erklären Gesa Kluth und Ilka Reinhardt. Die beiden Biologinnen leiten das LUPUS Institut für Wolfsmonitoring und -forschung und liefern mit ihrer Arbeit grundlegende Daten über das Leben der Wölfe.

Wolfsmonitoring und Forschung

Das LUPUS Institut für Wolfsmonitoring und -forschung wurde im Jahr 2002 von den beiden Biologinnen Gesa Kluth und Ilka Reinhardt gegründet und wird bis heute von ihnen geleitet.

Das LUPUS Institut erforscht und überwacht die natürliche Wiederansiedlung der Wölfe in Deutschland. In Sachsen führt es das Wolfsmonitoring für das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie und in Südostbrandenburg im Auftrag des Landesamtes für Umwelt, Brandenburg durch.

Hauptarbeitsgebiet ist die wissenschaftliche Begleitung und Erforschung der natürlichen Wiederbesiedlung Deutschlands durch den Wolf.

Informationen: www.lupus-institut.de

Nach dem Fall der Mauer und des »Eisernen Vorhangs« kamen die ersten Wölfe Ende der 1990er Jahren aus Polen nach Deutschland, wo sie rund 150 Jahre lang ausgerottet waren. Im Jahr 2000 wurden die ersten Wolfswelpen in Freiheit geboren - auf einem Truppenübungsplatz in der sächsischen Oberlausitz. Seitdem eroberten sich die Wölfe langsam ihre alten Lebensräume zurück und zogen erfolgreich Nachwuchs auf.

25 Jahre später gibt es in Deutschland laut offiziellen Zahlen 219 Wolfsrudel, 43 Wolfspaare und 14 sesshafte Einzelwölfe (Bundesamt für Naturschutz, Stand November 2025).

gomille9566-v-wolfpack-new3-1000

Wie ein Babysitter passt dieser Jährling, ein Jungtier aus dem letzten Jahr, auf seine jüngeren Geschwister auf.

So haben die Wolfseltern mehr Zeit, um sich auszuruhen oder Nahrung herbeizuschaffen. · Alle Bilder: Axel Gomille. Aus: Deutschlands wilde Wölfe. 2025

»Können wir von anderen Ländern erwarten, dass sie wildlebende Tiger, Löwen und Elefanten erhalten?«

Die Rückkehr der Wölfe ist ein großer Erfolg für den Artenschutz und hat enorme Symbolkraft. »Viele Menschen haben inzwischen den Eindruck gewonnen, dass eine Nachbarschaft mit Wölfen auch in unserer Kulturlandschaft möglich ist. Andere sehen in den Tieren aber Störenfriede oder eine potentielle Gefahr: Sie fressen Wild, das mancher Jäger gerne selbst geschossen hätte, sie reißen Weidetiere, und einige Menschen fürchten sogar um die Sicherheit ihrer Kinder«, erklären die beiden Biologinnen Gesa Kluth und Ilka Reinhardt in ihrem Vorwort zu dem Buch »Deutschlands wilde Wölfe«. Und sie stellen eine wichtige Frage: »Können wir von anderen Ländern erwarten, dass sie wildlebende Tiger, Löwen und Elefanten erhalten? Sicherlich nur dann, wenn wir selbst einen angemessenen Umgang mit unseren wilden Nachbarn finden.«

Den »bösen Wolf« gibt es nur im Märchen

Spätestens seit der Wolf das Rotkäppchen im gleichnamigen Märchen verschlungen hat, ist sein Ruf ruiniert - die Angst vorm »bösen Wolf« sitzt tief. Als Viehdiebe und Jagdkonkurrenten verfolgt, wurden die wild lebenden Wölfe in Deutschland deshalb viele Jahrhunderte lang verfolgt und getötet - bis zu ihrer völligen Ausrottung um das Jahr 1850.

Authentische Aufnahmen von freilebenden Wölfen sind nur mit sehr viel Geduld möglich. Aus diesem Grund wurden in den ersten Jahren nach der Rückkehr der Wölfe nach Deutschland wiederholt Aufnahmen von Gehegewölfen als wildlebende Wölfe deklariert. Doch Aufnahmen und Beobachtungen von Gehegewölfen verfälschen das Bild des Verhaltens von Wölfen in freier Natur.

So haben viele Menschen ein falsches Bild von Wölfen. Zum Beispiel hält sich die Vorstellung hartnäckig, dass Wölfe um eine Rangordnung kämpfen, wobei der Alphawolf der Anführer ist und der Omegawolf das rangniedrigste Mitglied des Rudels. Die Wahrheit ist: Wildlebende Wölfe kämpfen nicht um eine Rangordnung, denn es handelt sich nicht um eine Gruppe von Wölfen, bei der sich ein besonders aggressives Tier an die Spitze gekämpft hat, sondern um eine Familie: die beiden Eltern mit ihren Welpen aus diesem Jahr und Jungwölfen aus dem Vorjahr. Die Jungwölfe passen auf ihre jüngeren Geschwister auf und helfen, sie zu versorgen. Spätestens in ihrem zweiten Lebensjahr begeben sich Jungwölfe auf Wanderschaft, um ein eigenes Territorium zu finden und eine Familie zu gründen.

Kämpfe um die Rangordnung finden nur bei Wölfen in Gefangenschaft statt, wenn geschlechtsreife Wölfe in einem Gehege zusammenleben müssen, die in Freiheit längst eigene Wege gehen würden. »Da früher viele Untersuchungen über Wölfe in Gehegen durchgeführt wurden, hält sich das Bild der Alphatiere hartnäckig«, erklärt der Biologe Axel Gomille.

Fotos von scheinbar aggressiv drohenden oder unterwürfigen Wölfen werden oft missverstanden. »Wölfe kommunizieren unter anderem mit ausdrucksstarker Körpersprache und Mimik«, so der Zoologe. »Wenn etwa Welpen um Spielzeuge wie Knochen streiten, helfen Drohen und Unterwerfen dabei, ernste Auseinandersetzungen zu vermeiden.« Ebenso begrüßen fast ausgewachsene Jungwölfe aus dem Vorjahr ihren Vater unterwürfig. Die Wolfseltern haben eine natürliche Autorität aufgrund ihres Alters und ihrer Erfahrung.

»Wölfe sind sehr vorsichtig, intelligent und anpassungsfähig, deshalb kommen sie so gut in unserer Kulturlandschaft zurecht«, erläutert Axel Gomille. »Die Märchen vom bösen Wolf haben unsere Vorstellung der Tiere mehr geprägt als die Realität.«

gomille8101-v-wildwolves3-1000

Wölfe kommunizieren unter anderem mit ausdrucksstarker Körpersprache und Mimik.

Die Eltern haben eine natürliche Autorität. Entsprechend unterwürfig begrüßt hier ein Jungtier aus dem Vorjahr seinen Vater. · Alle Bilder: Axel Gomille. Aus: Deutschlands wilde Wölfe. 2025

Viele Hundert Wolfsbegegnungen seit 2008 - und atemberaubende Fotos

Axel Gomille besucht seit 2008 regelmäßig die Lausitz und andere Gebiete in Deutschland, um Wölfe in freier Natur zu fotografieren. Der Diplom-Biologe arbeitet mit dem LUPUS Institut für Wolfsmonitoring und -forschung zusammen, um die Entwicklung und das Verhalten wild­lebender Wölfe in Deutschland zu dokumentieren. Als Fotograf und Filmemacher hat er in mehreren TV-Dokumentationen und Fotoreportagen über die Rückkehr der Wölfe berichtet.

Viele hundert Mal ist er ihnen inzwischen begegnet - ein außergewöhnlicher Erfahrungsschatz, wenn man bedenkt, wie scheu Wölfe sind. In seinem Buch berichtet Axel Gomille, dass er nach seinem anfänglichen Glück, als er 2009 zum ersten Mal einen freilebenden Wolf in der sächsischen Lausitz beobachten konnte und an drei aufeinander folgenden Tagen drei verschiedene Wölfe sah, wochenlang keinen einzigen Wolf zu Gesicht bekam, obwohl er jeden Tag stundenlang gut getarnt mit der Kamera ausharrte. »Im Laufe der Zeit wich meine Zuversicht einer gewissen Ernüchterung«, berichtet er. »Aber jedes Mal, wenn ich kurz davor war, frustriert aufzugeben, zeigte sich ein Wolf. Es wirkte fast so, als wollten mich die Tiere irgendwie auf geheimnisvolle Weise dazu ermuntern, durchzuhalten.«

Nach der ersten Fotoreportage in einer Zeitschrift kam Axel Gomille auf die Idee, ein ganzes Buch über die Rückkehr der Wölfe zu veröffentlichen. »Zwar gab es schon viele Wolfsbücher, aber sie waren fast durchgehend mit Fotos aus Gehegen oder aus Nordamerika illustriert. Dokumentarbilder aus freier Natur in Deutschland kamen fast gar nicht vor«, so der Fotograf. Das Projekt war für ihn eine faszinierende Aufgabe, aber auch eine riesige Herausforderung: »Von nun an verbrachte ich jedes Jahr mehrere Wochen auf den Spuren von Deutschlands wilden Wölfen.« Immer, wenn Fotos dabei waren, die neue Erkenntnisse lieferten, wie die Anzahl der Welpen eines Rudels, flossen sie ins Wolfsmonitoring ein.

2016 veröffentliche Axel Gomille den ersten Bildband von wilden Wölfen in Deutschland, den es jemals gab. Die meisten Bilder stammten aus seinem eigenen inzwischen großen Fundus an Wolfsbildern. Für fehlende Motive holte er sich damals die Unterstützung von anderen Fotografen. Der ersten Auflage folgten rasch zwei weitere.

2025 hat der Fotograf sein ursprüngliches Werk komplett überarbeitet, aktualisiert und um zusätzliche Kapitel und viele neue Fotos ergänzt. Weil er im Laufe der Jahre immer wieder Wölfe beobachten und fotografieren konnte, war er für die neue Ausgabe nicht mehr auf die Hilfe von befreundeten Fotografen angewiesen. Und so stammen tatsächlich alle Fotos in dem faszinierenden Bildband von freilebenden Wölfen in Deutschlands Wolfsgebieten, die Axel Gomille seit 2008 vor die Linse bekommen hat. »Nun hoffe ich, dass die Fotos dazu beitragen, ein realistisches Bild von den Tieren zu vermitteln, die mich schon als Kind so faszinierten - und dass sich vielleicht ein wenig von dieser Faszination auf andere überträgt!«

gomille8049-AxelGomille4-print-1000

Axel Gomille ist Diplom-Biologe und Fotograf und studierte Zoologie in Frankfurt und Florida. Er arbeitet beim ZDF als Redakteur, Autor und Filmemacher mit dem Schwerpunkt Wildtiere und Naturschutz. Seine Tätigkeit führte ihn in viele der schönsten Naturreservate der Erde. Dabei interessiert ihn besonders, wie die Koexistenz von Menschen und Wildtieren gelingen kann. Seine Fotoreportagen, Bücher und TV-Dokumentationen wurden mehrfach ausgezeichnet.

Alle Bilder: Axel Gomille. Aus: Deutschlands wilde Wölfe. 2025

Wie die Fotos für dieses Buch entstanden

»In all den Jahren, seit ich Wölfe in Deutschland fotografiere, bin ich ihnen inzwischen Hunderte Male begegnet«, schreibt Axel Gomille. »Nach meinen Erfahrungen verhalten sich Wölfe sehr vorsichtig und versuchen, Begegnungen zu vermeiden. Da sie hervorragende Sinne haben, nehmen sie Menschen fast immer frühzeitig wahr und ziehen sich zurück.«

Um seine Anwesenheit zu verbergen, trägt der Diplom-Biologe einen Tarnanzug. Er verhält sich still und achtet genau auf die Windrichtung, denn auf menschlichen Geruch reagieren Wölfe sehr empfindlich.

Wildlebende Wölfe zu fotografieren ist sehr aufwändig und erfordert eine gute Ausrüstung und Tarnung für Körper und Kamera. Trotz des großen Aufwands würden die meisten Versuche, wildlebende Wölfe zu fotografieren, erfolglos verlaufen, schreibt Axel Gomille. Und selbst, wenn er einen Wolf sehe, eigne sich die Situation oft nicht für ein hochwertiges Foto, weil er zu weit weg ist, keine freie Sicht hat oder es zu dunkel ist.

Von so einer Situation berichtet er anschaulich in seinem Buch: »Wo die Wölfe stecken, weiß ich. Sie sitzen vor mir in einem abgelegenen Waldstück Sachsen-Anhalts. Manchmal höre ich mitten im tiefen Grün das entfernte Jaulen eines Welpen. Wahrscheinlich begrüßt er gerade einen Artgenossen. Von meinem Versteck aus kann ich auf mehrere Schneisen blicken. In der Ferne sehe ich, wie drei Wölfe sie überqueren. Doch für ein brauchbares Foto ist es schon zu dunkel, und schließlich muss ich aufbrechen.«

Auf dem Rückweg kommt der Fotograf an einer großen Wiese vorbei. Im Licht des Vollmonds erkennt er mit dem Nachtglas mehrere Wölfe. »Plötzlich beginnt einer der Wölfe zu heulen. Ein zweiter stimmt ein, ein dritter antwortet aus einer anderen Ecke des Waldes, und schnell ist das ganze Rudel im Chor vereint. Nun treffen auch die Welpen ein und scheinen sich sehr über das Wiedersehen mit ihren Familienmitgliedern zu freuen. Ausgelassen toben etwa zehn Wölfe unterschiedlichen Alters über die Wiese.« Gebannt beobachtet er die unwirkliche Szenerie. Ein Foto gelingt ihm an diesem Abend nicht - aber es bleibt ein unvergessliches und ganz besonderes Erlebnis.

gomille2671-wildwolvesNEW3-1000

Diese kleinen Wolfswelpen sind erst rund drei Monate alt.

In diesem Alter unternehmen sie bereits kurze Streifzüge in der Nähe der Höhle, die meist gut geschützt irgendwo im Wald liegt. Dabei sind sie häufig zusammen mit ihren Geschwistern unterwegs. · Alle Bilder: Axel Gomille. Aus: Deutschlands wilde Wölfe. 2025

Die Wolfsfamilie: Welpen entdecken die Welt

Wölfe leben in Familien, den Rudeln. Im Rudel gibt es meistens nur zwei erwachsene Tiere, die beiden Eltern. Alle anderen Rudelmitglieder sind die Kinder des Elternpaares aus diesem Jahr oder dem Vorjahr. Einmal im Jahr bringt die Fähe meist vier bis sechs Welpen zur Welt. Sie werden Ende April oder Anfang Mai in einer Höhle geboren, die die Wolfseltern an einem sicheren Ort gegraben haben. Zuerst sind die Welpen völlig hilflos, ihre Augen sind noch geschlossen. Nach zwei bis drei Wochen öffnen sie nach und nach die Augen und ihr Sehvermögen wird immer besser. Sie beginnen, die unmittelbare Umgebung der Höhle zu erkunden. Im Laufe des Sommers vergrößert sich ihr Aktionsradius.

Einige Jungwölfe aus dem Vorjahr passen als ältere Geschwister auf die Welpen auf, spielen mit ihnen und helfen bei der Aufzucht. Sie lernen viel von ihren Eltern und sammeln als Babysitter wertvolle Erfahrungen, wie man Welpen groß zieht. Die meisten Jungwölfe verlassen spätestens bis zum Eintritt der Geschlechtsreife im zweiten Winter ihre Eltern und begeben sich auf die Suche nach einem eigenen Territorium und einem Partner, um eine Familie zu gründen.

Von einer Begegnung mit Wolfswelpen berichtet Axel Gomille in seinem Buch »Deutschlands wilde Wölfe«. Der Fotograf liegt mit seiner Kamera gut versteckt am Rande einer Waldschneise in Brandenburg. »Zwei kleine Ohrspitzen überragen das vertrocknete Gras. Sie drehen sich, halten inne und bewegen sich langsam weiter. Es muss ein Wolfswelpe sein, der dort in der Ferne spazieren geht. Aber er ist noch so klein, dass ihn die Vegetation fast komplett verbirgt. Er reckt den Kopf und versucht, über das Gras hinwegzublicken. Schließlich entscheidet er sich, in meine Richtung zu trotten. Auf der Lichtung am Waldrand findet er eine Stelle, die ihm bessere Sicht bietet. Hier flattern Schmetterlinge und Käfer brummen durch die Luft. Das Hämmern eines Spechtes lässt den Kleinen aufhorchen. Er ist unerfahren, aber auch neugierig - die Welt um sich herum muss er erst noch kennenlernen. Suchend blickt er sich nach seinen Geschwistern um. Dort, wo er vorher den Wald verließ, sind nun weitere Ohrspitzen zu erkennen. Aufgeregt rennen die Welpen zu ihm. Jetzt toben vier kleine Wölfchen über die Lichtung. Sie spielen Fangen, schnüffeln im Gras herum und ärgern die Insekten. Niemand stört sie hier.«

gomille7643-wildwolf-gp-new3-1000

Im Winterhalbjahr verlassen die ein- bis zweijährigen Jungwölfe ihre Familie, um ein eigenes Territorium und einen Partner zu finden, mit dem sie eine Familie gründen.

· Alle Bilder: Axel Gomille. Aus: Deutschlands wilde Wölfe. 2025

Schützen oder schießen? Zwischen Wissenschaft und Politik

Seit Jahren fordern einige Politiker und Verbände von Jagd und Nutztierhaltung lautstark die Jagd auf Wölfe. Doch für Wölfe galt in Deutschland der strengste Schutzstatus. Die geltende Rechtslage erlaubte es den Behörden, einzelne »Problemwölfe«, die nachweislich Nutztiere angegriffen hatten, mit Sondergenehmigung töten zu lassen. Doch im Mai 2025 wurde der Schutzstatus des Wolfs von »streng geschützt« auf »geschützt« gesenkt. Dazu hat die EU extra die Flora-Habitat-Richtlinie (FFH) geändert.

Axel Gomille beschreibt in seinem Buch die politischen Hintergründe: »In einer Nacht Anfang September 2022 durchstreifte der Rüde des Wolfsrudels Burgdorf in Niedersachsen sein Revier auf der Suche nach Beute. Nahe Beinhorn, östlich von Hannover, traf er auf eine Pferdekoppel, die nicht durch Elektrozäune geschützt war. Ein altes Pony namens Dolly fiel dem Wolf zum Opfer. Pferde werden nur sehr selten von Wölfen attackiert, doch diesmal war das Unglück besonders groß, denn Dolly war eines der Lieblingsponys von Ursula von der Leyen, der Präsidentin der Europäischen Kommission.« Ob dieses Ereignis dazu beigetragen haben könnte, dass die EU-Kommission ihre Politik zum Thema Wolf geändert hat? Die zeitliche Nähe ist jedenfalls auffällig, denn einige Wochen nach dem Tod ihres Ponys schrieb Ursula von der Leyen in einem Brief an die Abgeordneten, sie wolle den Schutzstatus des Wolfes überprüfen lassen.

In Politik und bei Nutztierhaltern ist die Ansicht weit verbreitet, durch eine generelle Bejagung von Wölfen könnten Nutztierrisse reduziert werden. Doch mehrere wissenschaftliche Untersuchungen kommen zu ganz anderen Ergebnissen: Für das Ausmaß der Schäden an Nutztieren ist nicht die Zahl der Wölfe entscheidend, sondern die Haltungsform der Weidetiere. Besonders aussagekräftig sei die Situation in Norwegen, erklärt der Diplom-Biologe: »Da das Land nicht Mitglied der EU ist, erlaubt die nationale Gesetzgebung, den Wolfsbestand durch Jagd sehr niedrig zu halten. Dennoch verzeichnet Norwegen im europäischen Vergleich die meisten Nutztierrisse pro Wolf, weil dort Schafe fast nie geschützt werden.« Wie sollen Wölfe zwischen »erlaubten« Wildtieren und »verbotenen« Nutztieren unterscheiden?

»In Deutschland machen Nutztiere nur ein bis zwei Prozent im Nahrungsspektrum der Wölfe aus«, schreibt Axel Gomille. »Davon waren die meisten, regional bis zu 80 Prozent, schlecht oder gar nicht geschützt.« Fachgerechter Herdenschutz ist die beste Lösung, um Probleme mit Wölfen gering zu halten.

Jagd auf Wölfe führt nicht zu einer Reduktion von Schäden an »Nutz«tieren

Der Biologe weist auch darauf hin, dass Abschüsse von Wölfen unerwünschte Nebeneffekte verursachen können, wenn sie die Rudelstruktur verändern. Wird eines der Elterntiere geschossen, laste auf dem verbleibenden der Druck, die Welpen mit Nahrung zu versorgen - und dann sind ungeschützte Weidetiere eine einfache Beute. Und ebenso werden hungrige Jungwölfe, deren Eltern erschossen wurden und die von ihnen nicht lernen konnten, wie sie Rothirsche oder Wildschweine fangen, unbewachte Schafe ohne wolfssicheren Zaun angreifen. »Daher kann der Abschuss eines Wolfs in einem Gebiet, in dem ungeschützte Nutztiere weiden, die Wahrscheinlichkeit weiterer Übergriffe erhöhen«, so der Zoologe. Er verweist auf Studien, die zu dem eindeutigen Ergebnis kommen: »Eine generelle Bejagung von Wölfen führt nicht zu einer Reduktion von Nutztierschäden.«

Eine generelle Jagd auf Wölfe hilft also weder den Weidetieren noch ihren Halterinnen und Haltern. Der einzige Weg, um in Koexistenz mit Wölfen eine dauerhafte Reduktion von Schäden an Weidetieren zu erreichen, sei die fachgerechte Umsetzung von Herdenschutzmaßnahmen in breiter Fläche. »Die Forderung, Wölfe generell zu bejagen, mag Wählerstimmen gewinnen oder dazu dienen, dem Druck von Lobbyverbänden zu begegnen - sie hilft aber nicht bei der Lösung des Problems«, erklärt der Diplom-Biologe. »Politische Entscheidungen müssen sich wieder an wissenschaftlichen Erkenntnissen orientieren.«

Der Autor

gomille8049-AxelGomille4-print-1000

Axel Gomille ist Diplom-Biologe und Fotograf und studierte Zoologie in Frankfurt und Florida. Er arbeitet beim ZDF als Redakteur, Autor und Filmemacher mit dem Schwerpunkt Wildtiere und Naturschutz. Seine Tätigkeit führte ihn in viele der schönsten Naturreservate der Erde. Dabei interessiert ihn besonders, wie die Koexistenz von Menschen und Wildtieren gelingen kann. Seine Fotoreportagen, Bücher und TV-Dokumentationen wurden mehrfach ausgezeichnet.


Nach der Schule beschloss Axel Gomille, sein Interesse für die belebte Welt mit solidem Wissen zu untermauern und begann, Biologie zu studieren. Während mehrerer Auslandssemester lernte er wildlebende Tiere in anderen Ländern kennen.

Bald widmete sich der Biologe der Naturfotografie und dem Naturfilm. Er absolvierte beim ZDF eine Zusatzausbildung zum Redakteur und arbeitet seit vielen Jahren als Redakteur und Filmemacher für Sendereihen wie Wunderbare Welt, Terra X und planet e sowie für verschiedene Wissenschaftssendungen und Nachrichtenformate.

Axel Gomilles Fotos wurden in Ausstellungen gezeigt und mehrfach ausgezeichnet. Zusammen mit seinen Texten erschienen sie weltweit in Zeitschriften wie GEO International, BBC Wildlife, National Geographic World, Science Illustrated, Natural History, Universum, natur & kosmos, Terra oder NaturFoto.


»Wilde Tiere sind meine große Leidenschaft«, erklärt Axel Gomille. »Die Begegnungen mit Tigern, Bären, Wölfen und vielen anderen beeindruckenden Lebewesen in freier Natur gehören zum Schönsten und Aufregendsten, was ich bisher erleben durfte. Es sind Momente des Glücks - der eigentliche Lohn meiner Arbeit.«



Informationen:
www.axelgomille.com

Das Buch

Cover Deutschlands Wilde Wölfe-2025-adobeRGB-final-online

Axel Gomille: Deutschlands wilde Wölfe

Gebunden, 192 Seiten mit zahlreichen Farbfotos

Frederking & Thaler, 2025 · ISBN: 978-3-95416-415-8

Preis: 29,99 €

Aufnahme des Wolfs in das Jagdrecht: Stellungnahme der Deutschen Juristischen Gesellschaft für Tierschutzrecht

Die Bundesregierung hat sich am 18.12.2025 geeinigt, den Wolf ins Jagdrecht aufzunehmen. Lesen Sie dazu Auszüge aus der Stellungnahme der Deutschen Juristischen Gesellschaft für Tierschutzrecht:

»Der Gesetzentwurf weist nicht nur zahlreiche fachliche Mängel naturschutzrechtlicher Art auf, die Bundesregierung lässt vielmehr völlig außer Acht, dass auch für den Wolf die Regelungen des Tierschutzgesetzes gelten. Mit Wegfall des strengen Schutzstatus, unter dem nur sehr eingeschränkte Tötungsmöglichkeiten bestanden, muss künftig für jede Tötung ein vernünftiger Grund nachgewiesen werden, auch im Rahmen der Jagd. (...)

Mit der Behauptung, die Bejagung sei zur Konfliktlösung alternativlos geboten, offenbart sich vielmehr ein erschreckender Rückfall in mittelalterliche Denkstrukturen.


Die
Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) und das Bundesamt für Naturschutz (BfN) haben umfassende wissensbasierte Fachinformationen zum Wolf und Herdenschutz in ihren Skripten veröffentlicht.

Die Bundesregierung muss somit wissen,

- dass ein Wolfsbestand nicht ins Unendliche wächst und aktuell sogar stagniert

- dass die überwiegende Anzahl von Nutztierrissen an ungeschützten oder unzureichend geschützten Tieren erfolgt und dennoch 2024 um 13% gesunken ist

- dass die reguläre Jagd auf Wölfe (aktives Bestandsmanagement) nicht geeignet ist, die Zahl der Nutzierrisse zu senken, sondern das Gegenteil bewirken kann,

- dass es bisher keine Gefährdung der Öffentlichkeit durch Wölfe gab und das Risikopotential auch zukünftig als gering angesehen wird.


Die Bundesregierung ignoriert damit wider besseren Wissens, dass es alternativ effektivere und mildere Maßnahmen zum Schutz der Nutztiere (und des Wolfes) gibt. (...) Dies stellt nicht nur einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz dar, sondern missachtet den verfassungsrechtlichen Auftrag, auch im Interesse künftiger Generationen, alle Tiere zu schützen.«


Deutsche Juristische Gesellschaft für Tierschutzrecht e. V., Pressemeldung 18.12.2025.
https://djgt.de

FREIHEIT FÜR TIERE 3/2026

Freiheit für Tiere 3/2026

Artikelnummer: 3-2026

Tiernachrichten: Verletzter Kormoran klopft an Notaufnahme in Bremen • Amsterdam verbietet Werbung für Fleisch • Plakate in Londoner U-Bahnen: Gaskammern für Schweine nicht »human« • Niedersachsen: Klage wegen CO2-Betäubung von Schweinen • Größter Legehennen-Schlachthof Bayerns: Mehrere Mitarbeiter wegen Tierquälerei verurteilt • Neues Tierschutzrecht in Italien: Tiere sind keine »Sachen« - Härtere Strafen für Tierquälerei • Verstoß gegen das Schweizer Tierschutzgesetz: Größte Lachsfabrik in der Schweiz geplant • Studie: EU gibt 23% des Gesamthaushalts als Subventionen für Fleisch und Milch aus • Rheinland-Pfalz: Grundstück in Winzeln ab sofort jagdfrei • Werkzeuge, Ideen und Innovationen: Der Erfindergeist der Tiere • Kulturlandschaft: Die Logik hinter dem Artenverlust - Mit Herz und Augen in der Natur unterwegs • Symbiosen: Pflanzen und Tiere im Garten • Nachhaltigkeit: Vegane Ernährung im Sport • TAMU: Das vegane Afrika-Kochbuch

6,50 € ()

   Inkl. 7 % USt. zzgl. Versand

Kann nicht in folgende Länder geliefert werden:

Liefertermin unbekannt

FREIHEIT FÜR TIERE 2/2026

Freiheit für Tiere 2/2026

Artikelnummer: 2-2026

Tiernachrichten: Schutzgebiet für ehemalige Show-Delfine in Süditalien entsteht • Verhaltenforschung: Werkzeuggebrauch bei Kühen - wie Primaten • Hobbyjagd: Freizeitvergnügen mit tödlicher Schusswaffe • Stoppt die Jagd auf Vögel! • Tierportrait: Deutschlands Wilde Wölfe • Mit Tieren leben: ERST das Buch, dann der HUND: Ratgeber VOR dem Hundekauf • 101 Empfehlungen von internationalen Wissenschaftlern: Vegane Ernährung als Schlüssel gegen zunehmende Gesundheitskrisen • Neue Studie: Ist pflanzliche Ernährung für Kinder und Jugendliche gesund? • Ernährung ohne Tierleid: Tipps für ein langes, gesundes und tierfreundliches Leben • Forschungstrend »Longevity«: Mit Pflanzenkraft gesunde Lebensjahre gewinnen - mit Rezepten • Lifestyle: »VEGAN & Delicious« von Bianca Zapatka - Tierfreundliche Rezepte

6,50 € ()

   Inkl. 7 % USt. zzgl. Versand

Kann nicht in folgende Länder geliefert werden:

Sofort ab Lager

FREHEIT FÜR TIERE 1/2026

Freiheit für Tiere 1/2026

Artikelnummer: 1/2026

Tierschutz aktiv: Delfinarien: Schluss mit Delfinen in Gefangenschaft! • Historisches Urteil in Spanien: Massive Umweltverschmutzung durch Massentierhaltungverstößt gegen Menschenrechte • Bayerns größter Milchviehbetrieb: Tierhaltungsverbot wegen schwerer Tierquälerei • Gesetz ab 2026 in Österreich: Heimtierhaltung mit Sachkundenachweis • Neues Gesetz zur Heimtierhaltung: Interview Prof. Rudolf Winkelmayer, Veterinär und Tierethiker • Ethik und Religion: Die Verfolgung von Vegetariern durch die Kirche • Tierportrait: »Hase und ich« - Ergreifende Rettung und Aufzucht eines Feldhasenbabys • Studie: Schon eine Scheibe Wurst am Tag erhöht das Risiko für chronische Krankheiten • Studie: Pflanzliche Ernährung reduziert Krebsrisiko deutlich • Italienische Küche vegan: Kochen alla Nonna • Rezept: Cavatelli agli spinaci • Rezept: Pasta al forno • Rezept: Tiramisu • DVD-Tipp: »Gottes Gäste« - Jetzt drei Tiergemärchen von Manfred Kyber auf DVD

6,50 € ()

   Inkl. 7 % USt. zzgl. Versand

Kann nicht in folgende Länder geliefert werden:

Sofort ab Lager

Neuauflage: FREIHEIT FÜR TIERE - Fakten gegen die Jagd

FREIHEIT FÜR TIERE: Fakten gegen die Jagd (völlig überarbeitete und auf 60 S. erweiterte Neuauflage)

Artikelnummer: 522

Fakten und Argumente gegen das blutige Hobby der Waidmänner und Waidfrauen: Trotz beharrlicher Propagandaarbeit der Jagdverbände sinkt das Image der Jäger immer mehr: Immer weniger Spaziergänger, Hundehalter, Reiter und Mountainbiker lassen es sich gefallen, wenn sie von Hobbyjägern angepöbelt oder sogar bedroht werden. Immer mehr Menschen protestieren gegen die Ballerei in Naherholungsgebieten. Und Berichte, dass Jäger aus Versehen Liebespaare im Maisfeld oder Ponys auf der Weide erschießen, können einem draußen in der Natur durchaus Angst machen. Warum Jäger Jagd auf Hasen machen, obwohl sie auf der »Roten Liste« bedrohter Arten stehen, kann irgendwie auch niemand mehr gut finden. Zudem haben 99,6 Prozent der Bevölkerung andere Hobbys, als Tiere tot zu schießen. Da stellt sich die Frage: Warum jagen Jäger wirklich?

6,50 € ()

   Inkl. 7 % USt. zzgl. Versand

Kann nicht in folgende Länder geliefert werden:

Sofort ab Lager

Werkzeuge, Ideen und Innovationen: Der Erfindergeist der Tiere

Buchvorstellung von Julia Brunke, Redaktion FREIHEIT FÜR TIERE

Tiere folgen nur ihren Instinkten und können höchstens ein paar angelernte Arbeitsschritte ausführen? Weit gefehlt! Sie können so viel mehr, als wir geahnt haben! Von Bergpapageien, die verschlossene Rucksäcke und Taschen öffnen, bis zu Kakadus, die mehrstufige Werkzeuge herstellen: Die Kognitionsbiologin Prof. Dr. Alice Auersperg nimmt uns mit auf eine Entdeckungsreise über die erstaunliche Kreativität, den verblüffenden Einfallsreichtum und Erfindergeist von Tieren - und sie zeigt, wie nah uns Tiere wirklich sind! weiter

Kulturlandschaft - Die Logik hinter dem Artenverlust. Mit Herz und Augen in der Natur unterwegs

In seinem Buch »Kulturlandschaft - Die Logik hinter dem Artenverlust« berichtet Guido Meyer, wie er erst als Spaziergänger und Mountainbiker, dann als Hundeführer und Fotograf immer tiefer in die Natur eintauchte und wildlebende Tiere wie Hirsche und Wölfe ganz nah erlebte. Und wie er dabei auf der anderen Seite immer öfter in Konfrontationen mit Jägern und sogar ernsthafte Bedrohungssituationen geriet, die ihn dazu brachten, intensiv über Jagd und Jäger zu recherchieren, über die dramatische Bedrohung der Arten und die Zerstörung von Lebensräumen, aber auch über das Ökosystem Wald, die wunderbare Kraft der Natur und die Symbiose von Natur und Tieren, an der auch wir Menschen teil haben können. Illustriert wird das Buch durch fantastische Fotografien, mit denen Guido Meyer seit Jahren auf seiner Plattform naturdigital.online begeistert. weiterlesen

Freizeitvergnügen mit tödlicher Schusswaffe: Wie lange noch?

Im Februar 2026 hat ein 52-jähriger Hobbyjäger im Landkreis Bamberg seine 49-jährige Frau, seinen 14-jährigen Sohn, die 6-jährige Tochter und sich selbst erschossen.
Im Januar 2026 traf der Schuss eines Jägers einen 23-Jährigen in Nordrhein-Westfalen tödlich. In Niedersachsen verwechselte ein 77-jähriger Hobbyjäger eine Gruppe Spaziergänger mit Wildtieren - eine 58-jährige Frau wurde schwer verletzt. In der Steiermark wurde ein 42-jähriger Hobbyjäger aus Versehen tödlich in den Kopf getroffen - beim Verladen eines erschossenen Wildschweins ins Auto löste sich ein Schuss.
Im Dezember 2025
tötete ein Hobbyjäger in der Oberpfalz seinen Nachbarn zwei Stockwerke über sich mit einem gezielten Kopfschuss. Ein anderer Hobbyjäger schoss vom Hochsitz aus Versehen auf einen 20-Jährigen und verletzte ihn so schwer, dass er im Krankenhaus notoperiert werden musste.
Im November 2025
erschoss ein Hobbyjäger in Reutlingen vier Familienangehörige und sich selbst - mit einer Schusswaffe, die er als Jagdscheininhaber legal besaß. Spaziergänger wurden von Jagdmunition getroffen, das Projektil eines Jägers durchschlug die Jalousie der Küchentür eines Hauses und ein Jagdschein­inhaber aus Crailsheim kündigte an, die »größtmögliche Anzahl an Ausländern« umbringen zu wollen. weiterlesen

Die Verfolgung von Vegetariern durch die Kirche

»Wenn jemand Fleischspeisen, die Gott den Menschen zum Genuss gegeben hat, für unrein hält und ... auf sie verzichtet ..., der sei mit dem Bannfluch belegt.«

Papst Johannes III., Synode von Braga, 561 n. Chr.


Diesen Bannfluch verkündete Papst Johannes III. im Jahr 561 nach Christus auf der Synode von Braga in Portugal. Ein Bannfluch hatte die »Vogelfreiheit« zur Folge: Der Gebannte verlor als Ausgeschlossener aus der Gesellschaft alle Rechte.


Ganz in diesem Geiste wurden im Jahre 1051 durch die Bischofsversammlung in Goslar »Ketzer«, die ausschließlich von Pflanzennahrung lebten, zum Tode verurteilt, weil sie sich geweigert hatten, Hühner zu töten. Das Töten von Hühnern wurde zum »Test«, um Ketzer zu erkennen!
weiter

DVD-Tipp: Jesus und die Tiere

jesus-tempelreinigung Ausschnitt

Jesus treibt die Tierhändler aus dem Tempel.

Jesus von Nazareth wurde im Stall mitten unter den Tieren geboren. Gab Gott damit den Menschen nicht ein Symbol, dass Sein Sohn nicht in einem Palast, sondern bei Schafen, Rindern, Eseln und Katzen zur Welt kam?

Zu Zeiten des Jesus von Nazareth wurden Lämmer und Tauben im Tempel für die Sünden der Menschen geopfert. Jesus trat gegen diesen blutigen Kult ein. Bekannt ist die Szene, wie Jesus nach seinem Einzug in Jerusalem die Tierhändler aus dem Tempel hinaustrieb und die Tiere freiließ. Und er rief: »Steht nicht geschrieben: Mein Haus soll ein Bethaus heißen für alle Völker? Ihr aber habt eine Mördergrube daraus gemacht!« (Markus 11,17)

Über die Tierliebe des Jesus von Nazareth ist in der Bibel kaum etwas zu finden. Doch aus der frühchristlichen Geschichtsschreibung wird deutlich, dass Jesus kein Fleisch gegessen hat und sich für die Tiere einsetzte... weiterlesen

DVD: Jesus und die Tiere

Artikelnummer: 318

Vergleicht man die Bibel mit apokryphen Schriften, dann ist gut zu erkennen, dass die Kernaussagen oft die Gleichen sind, aber die Tierliebe Jesu, gänzlich fehlt. In dieser DVD werden viele Begebenheiten, bei denen Jesus über die Tiere sprach, wiedergegeben.

9,90 € ()

   Inkl. 19 % USt. zzgl. Versand

Kann nicht in folgende Länder geliefert werden:

Sofort ab Lager

»VEGGIE FOR KIDS. Vegan - kinderleicht & lecker«

Die Rezepte für unser Kochbuch »VEGGIE FOR KIDS. Vegan - kinderleicht & lecker« - sind allesamt von Kindern und Jugendlichen erprobt worden: Sie sind einfach zuzubereiten, schmecken richtig lecker und sind obendrein auch noch gesund! Und das Wichtigste: Wer so kocht, hilft unseren Freunden, den Tieren! weiterlesen

VEGGIE FOR KIDS

Artikelnummer: 053

Die Rezepte für das Kochbuch »VEGGIE FOR KIDS. Vegan - kinderleicht & lecker«- sind allesamt von Kindern und Jugendlichen erprobt worden: Sie sind einfach zuzubereiten, schmecken richtig lecker und sind obendrein auch noch gesund!

16,90 € ()

   Inkl. 7 % USt. zzgl. Versand

Kann nicht in folgende Länder geliefert werden:

Sofort ab Lager

Neue Studie: Ist pflanzliche Ernährung für Kinder und Jugendliche gesund?

Die gesundheitlichen Auswirkungen von vegetarischer und veganer Ernährung im Kindesalter sind immer wieder Gegenstand von Diskussionen. Zahlreiche wissenschaftliche Studien belegen, dass eine vollwertige pflanzliche Ernährung für Kinder und Jugendliche gesund und bedarfsdeckend ist. Auch die bisher größte Studie dieser Art bestätigt nun: Pflanzliche Ernährung ist für Kinder und Jugendliche sicher und vorteilhaft. weiterlesen

Ernährung ohne Tierleid: Ein gesünderes Leben

Viele Menschen, die sich entscheiden, kein Fleisch mehr zu essen, tun dies aus ethischen Gründen: weil sie nicht möchten, dass Tiere für sie leiden und sterben müssen. Viele gehen den konsequenten Schritt weiter und lassen aus Liebe zu Kühen und Kälbchen Milch und Käse weg, essen aus Mitgefühl zu Hühnern keine Eier und leben rein pflanzlich. Und dann erfahren sie, dass eine vegane Ernährung ohne Tierleid auch die gesündeste ist!

Eigentlich würde uns dies schon der logische Menschenverstand sagen: Wie sollen Nahrungsmittel, die durch Leid und Tod entstehen, für uns gesund sein? In den letzten Jahren und Jahrzehnten sind tausende wissenschaftliche Studien veröffentlicht worden, die nachweisen: Eine Ernährung mit vollwertigen pflanzlichen Lebensmitteln ist gesund und versorgt uns auch mit allem, was wir brauchen. Diese Ernährungsweise beugt überdies zahlreichen Krankheiten vor, von Herz-Kreislauf-Erkrankungen über Krebs, Diabetes und Adipositas bis zu Demenz - und schützt damit vor vorzeitigem Tod. weiterlesen

Was Tiere denken - Intelligenz und Emotion in der Wildnis

Wir fangen gerade erst an, zu begreifen, dass das Gehirn von Tieren ähnlich komplex ist wie unser eigenes. Die Warnrufe von Präriehunden etwa sind nicht nur hektische Pfeiftöne, sie übermitteln damit differenzierte Nachrichten. Gorillas nutzen Zeichensprache, um vergangene Ereignisse zu schildern - wissen sie also, was heute, gestern und morgen ist? Nicht nur Primaten oder Elefanten, selbst kleinste Ameisen, denen man einen Farbtupfer auf dem Kopf angebracht hat, wollen diesen loswerden, sobald sie in einen Spiegel blicken - ein Beweis für ihr Ich-Bewusstsein, das Menschen erst ab dem zweiten Lebensjahr entwickeln. In ihrem Buch »Was Tiere denken - Intelligenz und Emotion in der Wildnis präsentiert Marianne Taylor 60 Tierarten, ihre bemerkenswerten kognitiven Fähigkeiten, ihre Gefühle und ihre ausgefeilte Kommunikation. weiter

Bayerischer Tierärztetag: Tierqual bei Milchkühen

Razzia auf Skandalhof in Bad Grönenbach. Pressemitteilung SOKO Tierschutz Kopie

Kühe, die nicht mehr laufen können, werden mit Treckern weggeschleift, Mitarbeiter treten ein liegendes Kalb:

Die aktuelle Undercover-Recherche von SOKO Tierschutz in Bayerns größtem Milchviehhof in Bad Grönenbach zeigt erneut massive Verstöße gegen den Tierschutz. · Bild: SOKO Tierschutz

Von Annemarie Botzki, Recherche und Kampagnen bei der Verbraucherschutzorganisation foodwatch e.V.

»Alle haben die Nase voll« - das ist der Satz, der mir vom bayerischen Tierärztetag in Kulmbach besonders im Ohr hängen bleibt. sitze mit 150 amtlichen und Amtstierärzt:innen in einem Konferenzraum. Normalerweise sind sie in detaillierte, fachliche Diskussionen vertieft. Aber diesmal ist die Stimmung anders. Angespannt. Frustriert. weiter

Die dunkle Seite der Milch: Das Leid der Kälbchen

Die Milchindustrie gaukelt uns in der Werbung gerne vor, dass Kühe ein glückliches Leben auf grünen Weiden führen. Wie sieht die Realität aus? Milchkühe müssen ihr Leben in den meisten Fällen ganzjährig im Stall verbringen - zum Teil sogar immer noch in besonders tierquälerischer Anbindehaltung. So hält nach Angaben des Bayerischen Bauernverbands rund die Hälfte der circa 25.000 Milchviehbetriebe in Bayern ihre Tiere in Anbindehaltung. Damit die Kühe immer Milch geben, werden sie jedes Jahr künstlich befruchtet. Die neugeborenen Kälber werden ihren Müttern kurz nach der Geburt weggenommen. Die Milch, welche die Natur für die Kälbchen bestimmt hat, wird maschinell abgepumpt, industriell verarbeitet und im Supermarkt verkauft. Was passiert dann eigentlich mit den Kälbern? weiter

Gestatten. Biber. Eine außergewöhnliche Freundschaft mit einer wildlebenden Biberfamilie

30-31_doppelseitig

Christian Kuschenreiter Aug’ in Aug’ mit einem Biber. Das freilebende Tier hat Vertrauen wie zu einem Familienmitglied.

Schwarze Knopfaugen, beeindruckende Schneidezähne, großer Paddelschwanz, Stupsnase und dichter Pelz: Biber sind entzückende Tiere, und obendrein schlau, empathisch, kommunikativ, verspielt - und eigentlich sehr scheu. Als Bettina und Christian Kutschenreiter im Jahr 2003 beim Fotografieren an einem Fluss in Oberbayern auf eine Biberfamilie treffen, ist das der Beginn einer außergewöhnlichen Freundschaft, die bis heute anhält. Die Biber lassen die beiden Tierfreunde nach und nach an ihrem Leben teilhaben und suchen schließlich sogar bewusst ihre Nähe. Jetzt haben die beiden ein Buch über ihre Erlebnisse mit den Bibern geschrieben - mit vielen wunderschönen und sicher einzigartigen Fotos. weiter

Die Intelligenz der Hunde

Die internationale Forschung hat sich in den letzten Jahren zunehmend mit der Intelligenz von Hunden beschäftigt und dabei so manches bestätigt, was Hundefreundinnen und Hundefreunde längst wussten: Hunde denken viel komplexer als gedacht. Aber: Was genau ist Hundeintelligenz? Wie misst man sie? Haben wir dazu überhaupt die richtigen Werkzeuge und Vergleichsmaßstäbe? Sind »Menschenschläue« und »Hundeschläue« überhaupt vergleichbar? Und in welchen Bereichen haben Hunde andere oder viel mehr geistige Kompetenzen als wir? weiter

Trügerische Küstenidylle: Jagd auf Seehunde im Wattenmeer

Wussten Sie, dass Hobbyjäger an der deutschen Nordseeküste und auf den Nordseeinseln jedes Jahr Hunderte Robben und Robbenbabys erschießen? Und das, obwohl laut EU-FFH-Richtlinie die Jagd auf Seehunde streng verboten ist? Denn die geschützten Seehunde unterliegen in Deutschland dem Jagdrecht. Sie haben zwar ganzjährig Schonzeit, doch »Seehundjäger« in Schleswig-Holstein und »Wattenjagdaufseher« in Niedersachsen sind befugt, sich um gestrandete, verletzte, verlassene und kranke Robben zu »kümmern«. weiter

Für Bienen, Schmetterlinge, Vögel, Igel & Co.: Natürlich gärtnern für die Artenvielfalt

»Lass wachsen«: Wildblumenwiesen sind für uns eine Augenweide und bieten Wildbienen, Schmetterlingen und Vögeln Lebensraum und Nahrung.

»Lass wachsen«: Wildblumenwiesen sind für uns eine Augenweide und bieten Wildbienen, Schmetterlingen und Vögeln Lebensraum und Nahrung.

Wichtig: Lassen Sie Wiesen und Stauden über den Winter bis in den Mai hinein stehen. Viele Insekten nutzen hohle Stängel als Winterquartier, darunter viele Wildbienenarten. An Stängeln und Gräsern verbergen sich Eier, Raupen und Puppen von Schmetterlingen. Die Samenstände bieten Vögeln Nahrung. · Bild: Freiheit für Tiere

Was hat unser Garten mit Tierschutz und Artenvielfalt zu tun? Auf den ersten Blick erst einmal nicht so viel. Doch vor dem Hintergrund des dramatischen Artensterbens könnten private Gärten und öffentliche Parks eine bedeutende Rolle spielen, um Inseln der Artenvielfalt zu schaffen. Und erfreulicher Weise erscheinen immer mehr Ratgeber für nachhaltiges und natürliches Gärtnern - als Gegenentwurf zum weltweit fortschreitenden Lebensraumverlust von Tieren und Pflanzen - die zeigen, wie wir auch ohne Vorerfahrung aus unserem Garten ein kleines Paradies schaffen können: für Tiere und Pflanzen, aber auch für uns selbst. weiter

Ein Jäger steigt aus

Prof. Dr. Rudolf Winkelmayer aus Niederösterreich war seit seiner Jugend leidenschaftlicher Jäger. Schon sein Vater war Jäger und nahm ihn als Kind oft mit auf die Jagd. Mehr als 100 Tiere hat der 67-Jährige in seinem Leben geschossen. Vor 14 Jahren machte er eine Kehrtwende: Von heute auf morgen beendete er das Schießen und verkaufte alle seine 16 Gewehre. Jetzt hat Prof. Winkelmayer ein Buch geschrieben: »Ein Beitrag zur Jagd- und Wildtier-Ethik«. Damit wendet er sich an seine ehemaligen Jagdkollegen und an die nicht jagende Bevölkerung und macht deutlich: »Töten als Freizeitvergnügen ist ethisch nicht vertretbar«. weiter

Interview: Ein Jäger steigt aus

Mit 16 machte er den Jagdschein, 37 Jahre lang ging er auf die Jagd. Dann hörte er von einem Tag auf den anderen mit dem Tiere töten auf. Freiheit für Tiere sprach mit dem Veterinär Prof. Dr. Rudolf Winkelmayer über seine Erfahrungen und die Gründe, warum er mit der Hobbyjagd Schluss gemacht hat. weiter

Mehr Freiheit für Pferde

Nach § 2 des Tierschutzgesetzes gilt: Wer ein Tier hält, muss dieses seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernähren, pflegen und verhaltensgerecht unterbringen. Und er darf die Möglichkeit des Tieres zur artgemäßen Bewegung nicht so einschränken, dass ihm Schmerzen, vermeidbare Leiden oder Schäden zugefügt werden. Doch was bedeutet dies für die heutige Pferdehaltung? weiter

Grausame Tierquälerei für Grana Padano-Käse

Die italienische Tierschutzorganisation Essere Animali dokumentierte in Milchviehbetrieben, die Grana Padano herstellen, schockierende Lebensbedingungen für Kühe und Kälber. Auch Gewalt durch Arbeiter gegenüber Tieren wurde dokumentiert. Grana Padano gehört neben Parmesan und Mozzarella zu den bekanntesten Käsesorten Italiens und ist der weltweit am meisten konsumierte Käse. weiter