Die Verfolgung von Vegetariern durch die Kirche

Katharertaube

»Katharer-Taube« auf einem Sandsteindenkmal, das an die Ermordung der Katharer in Südfrankreich erinnert. Die Gemeinschaft der Katharer wurde durch die Inquisition und einen Kreuzzug der Katholischen Kirche im 13. und 14. Jahrhundert ausgerottet.

Über die urchristliche Glaubensbewegung der Katharer findet sich in den Inquisitionsakten der Kirche Folgendes: »...sie durften ... kein Tier töten.« Und: »Ferner glauben sie, dass es sogar in drängender Not eine Todsünde sei, Fleisch, Eier oder Käse zu essen...« · Bild: »Taube in Minerve«, Slatibartfas, CC-Lizenz (BY 2.0)

Von Julia Brunke, Redaktion FREIHEIT FÜR TIERE


»Wenn jemand Fleischspeisen, die Gott den Menschen zum Genuss gegeben hat, für unrein hält und ... auf sie verzichtet ..., der sei mit dem Bannfluch belegt.«

Papst Johannes III., Synode von Braga, 561 n. Chr.


Diesen Bannfluch verkündete Papst Johannes III. im Jahr 561 nach Christus auf der Synode von Braga in Portugal. Ein Bannfluch hatte die »Vogelfreiheit« zur Folge: Der Gebannte verlor als Ausgeschlossener aus der Gesellschaft alle Rechte.


Ganz in diesem Geiste wurden im Jahre 1051 durch die Bischofsversammlung in Goslar »Ketzer«, die ausschließlich von Pflanzennahrung lebten, zum Tode verurteilt, weil sie sich geweigert hatten, Hühner zu töten. Das Töten von Hühnern wurde zum »Test«, um Ketzer zu erkennen!

Die Ketzer von Montsegur, Alte Gravur. Morphart Creation – Shutterstock

Etwa 200 Katharer wurden zum Osterfest des Jahres 1244 unterhalb der Festung Montségur durch katholische Kreuzzügler verbrannt.

Die Katharer (die »Reinen« - von griechisch: katharós = rein) waren eine urchristliche Glaubensbewegung vom 12. bis zum 14. Jahrhundert. Sie lebten vor allem in Südfrankreich (Okzitanien), aber auch in Italien, Spanien und Deutschland. Bekannt sind sie auch als »Albigenser« nach der südfranzösischen Stadt Albi, einer ehemaligen Katharer-Hochburg. Sie selbst nannten sich »veri christiani« (»die wahren Christen«).

Aus dem Wort Katharer wurde die abwertende Bezeichnung »Ketzer« für alle Abweichler von der katholischen Kirche.
· Bild: Die Ketzer von Montsegur, Alte Gravur. Morphart Creation - Shutterstock.com

Warum verfolgte die Kirche vegetarisch lebende »Ketzer«?

Dass die Katholische Kirche - und später auch die Lutherische Kirche - über viele Jahrhunderte hunderttausende sogenannte Ketzer verfolgte, grausam foltern und brutal töten ließ - oft durch Verbrennen bei lebendigem Leibe -, gehört heute zum Allgemeinwissen. Interessant ist jedoch, dass fast allen verfolgten Gemeinschaften, die dem urchristlichen Glauben treu waren, etwas gemeinsam war: Sie weigerten sich strikt, Menschen und Tiere zu töten und Fleisch zu essen!

Als »Ketzer« wurden sie durch die Kirche jahrhundertelang verfolgt und erbarmungslos ausgerottet. Was hat diese Menschen bewogen, die Tiere als Mitgeschöpfe zu achten? Was war ihre Ethik, mit der sie ihrer Zeit - und auch dem Verhalten der meisten Menschen heute - weit voraus waren?

Wer waren die »Ketzer«?

Mit der Entstehung der römischen Machtkirche in den ersten Jahrhunderten nach Jesus von Nazareth hatte sich die Kirche immer mehr von der urchristlichen Lehre entfernt. Besonders im Mittelalter war es offensichtlich, dass die Kirche nicht in den Spuren des Jesus von Nazareth wandelte. Ein Zeitgenosse schrieb: »Dekadente Prälaten, Bischöfe, die immer reicher werden, weil sie ihre Gemeinden skrupellos ausplündern, Päpste und Kardinäle mit einer reichen illegitimen Kinderschar, Klöster, die auf eine sehr unmittelbare Art „Häuser der Lust und Freude“ sind, ... Oberhirten, die ganze Landstriche mit Krieg und Zerstörung überziehen..., um ihren Machtbereich und ihre Territorien zu erweitern« - dies war der Nährboden, der eine Sehnsucht nach dem ursprünglichen Christentum weckte und ein Wiedererwachen desselben begünstigte. (Quelle: Die Verfolgung von Vegetariern durch die Kirche. Verlag Das Brennglas, 2003)


Die urchristlichen Bewegungen bemängelten deshalb, dass die katholische Kirche nichts mit den Lehren des Jesus von Nazareth gemein habe. Sie erkannten die römische Kirche als heidnische Kultreligion. Sie vermissten fundamentale Lehren Jesu, die bei der Zusammenstellung der Bibel und der katholischen Glaubenssätze nicht aufgenommen wurden: wie die Achtung der Tiere als Mitgeschöpfe, die Lehre von der Reinkarnation oder das Gesetz von Saat und Ernte.


Bischof Buchard von Orta, Zeremonienmeister bei Papst Alexander VI., hielt über die Zustände im Vatikan im 15. Jahrhundert handschriftlich fest:
»Wollte ich all die in Rom vorkommenden Mordtaten, Räubereien und Gräuel aufzählen, so fände ich kein Ende. Wie viel Vergewaltigungen und Blutschande! Wie viel Verdorbenheit macht sich in diesem päpstlichen Palast breit, ohne Scheu vor Gott oder den Menschen! Welche Herden von Kupplerinnen und Prostituierten treiben sich in diesem Palast St. Peter herum!«


Und so stand auf der einen Seite eine blutrünstige Kirche, die an Grausamkeit und Perversität nicht mehr zu überbieten war, und auf der anderen Seite die so genannten Ketzer, die sich bemühten, ein friedvolles Leben - auch gegenüber den Pflanzen und den Tieren - im Sinne der Bergpredigt Jesu zu führen.

Les_marchands_chassés_du_Temple_Ausschnitt-_Jean_Jouvenet Wikimedia Commons CC BY-SA 4.0

Bekannt ist die Szene, wie Jesus von Nazareth die Tierhändler aus dem Tempel hinaustrieb und die Tiere freiließ. Und er rief: »Steht nicht geschrieben: Mein Haus soll ein Bethaus heißen für alle Völker? Ihr aber habt eine Mördergrube daraus gemacht!«

Gemälde von Jean Jouvenet: Les marchands chassés du Temple (1706) · Foto: Gloumouth1 / Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)

Verheimlichte Tierliebe Jesu

Jesus von Nazareth wurde im Stall mitten unter den Tieren geboren. Über die Tierliebe des Jesus von Nazareth ist in der Bibel kaum etwas zu finden - solche Stellen wurden im 4. Jahrhundert durch Correctores in den Evangelien »korrigiert«. Aus frühchristlichen Berichten wird deutlich, dass Jesus kein Fleisch gegessen hat und sich für die Tiere einsetzte.


»Wahrlich, Ich sage euch, darum Bin Ich in die Welt gekommen, dass Ich abschaffe alle Blutopfer und das Essen des Fleisches der Tiere und Vögel, die von Menschen geschlachtet werden.«

(Das Evangelium Jesu, Kap. 75, 9, Rottweil, 1986)


»Siehe die Felder, wie sie wachsen und fruchtbar sind, und die fruchttragenden Bäume und die Kräuter!
Was willst du noch mehr als das, was dir die ehrliche Arbeit deiner Hände gibt?«

(Das Evangelium Jesu, Kap. 14, 7, Rottweil, 1986)



Clemens von Alexandrien schrieb über den Jünger Matthäus, er habe allein von Pflanzenspeisen gelebt und kein Fleisch berührt. Der Kirchenvater und Bischof von Cäsarea Eusebius (264 - 349) zitiert in seiner Kirchengeschichte den Kirchenschriftsteller Hegesipp, wonach der Jünger Johannes niemals Fleischkost genossen habe. In der gleichen Quelle wird von Jakobus dem Jüngeren berichtet, dass er niemals etwas aß, das beseelt war. Jakobus war der Führer der ers­ten Christengemeinde in Jerusalem. Er gilt nach evangelischer Lehre als Bruder Jesu, nach katholischer Auffassung als Vetter Jesu.

Das Paradies Nr 1 Jan Bruegel (1568- 1625);

In der Schöpfungsgeschichte sagte Gott zu den Menschen: »Sehet da, ich habe euch gegeben alle Pflanzen, die Samen bringen, auf der ganzen Erde und alle Bäume mit Früchten, die Samen bringen, zu eurer Speise.« (1. Mose 29)

Bild: »Das Paradies« · Jan Bruegel (1568-1625)

Vegetarisches Urchristentum

Die ersten Christen in den Urgemeinden töteten keine Tiere und sie aßen kein Fleisch. Das Gebot »Du sollst nicht töten!« galt für die Urchristen also auch in Bezug auf die Tiere. In Bezug auf die Menschen natürlich sowieso. Wer Soldat oder wer Jäger war, konnte nicht gleichzeitig Mitglied in einer urchristlichen Gemeinde sein. Die ersten Christen waren also - wie Jesus - Pazifisten und daher Kriegsdienstverweigerer.


Wenn die Urchristen zusammenkamen, hielten sie ein gemeinsames Mahl. Dies war aber kein rituelles Abendmahl, sondern ein feierliches Abendessen. Sie nannten es »Agape«, das heißt »Liebemahl«.


Johannes Chrysostomus (Erzbischof von Konstantinopel, er gilt als einer der größten christlichen Prediger) schrieb im 4. Jahrhundert über eine Gruppe solcher Urchristen:

»Keine Ströme von Blut fließen bei ihnen; kein Fleisch wird geschlachtet und zerhackt ...
Bei ihnen riecht man nicht den schrecklichen Dunst des Fleischmahles ...
Wünschen sie ein üppiges Mahl, so besteht ihre Schwelgerei aus Früchten,
und dabei empfinden sie höheren Genuss als an königlichen Tafeln.«
(Homil. 69)


Ein weiteres Zitat verdeutlicht die Einstellung der ersten Christen zum Fleischkonsum:

»Der Leib, der mit Fleischspeisen beschwert wird, wird von Krankheiten heimgesucht,
eine mäßige Lebensweise macht ihn gesünder und stärker und schneidet dem Übel die Wurzel ab.

Die Dünste der Fleischspeisen verdunkeln das Licht des Geistes.
Man kann schwerlich die Tugend lieben, wenn man sich an Fleischgerichten und Festmahlen erfreut.«
Basilius der Große (329–379), Kirchenvater und Erzbischof von Cäsarea



Als Kirchenvater Hieronymus (331–420) von Papst Damasus I in Rom die Aufgabe erhielt, aus den vielen überlieferten und einander widersprechenden Evangelien die Bibel zu schreiben, stand er unter dem großem Druck der entstehenden römischen Machtkirche und der politischen Kräfte. Dass Hieronymus aber um die Tierliebe Jesu wohl wusste, belegt anschaulich folgendes Zitat:

»Der Genuss des Tierfleisches war bis zur Sintflut unbekannt - aber seit der Sintflut hat man uns die Fasern und die übelriechenden Säfte des Tierfleisches in den Mund gestopft...

Jesus Christus, welcher erschien, als die Zeit erfüllt war, hat das Ende wieder mit dem Anfang verknüpft, sodass es uns jetzt nicht mehr erlaubt ist, Tierfleisch zu essen ...«

Kirchenvater Hieronymus von Bethlehem (331–420)


Mit der Aussage, Jesus Christus habe »das Ende wieder mit dem Anfang verknüpft« bezieht sich Kirchenvater Hieronymus auf die vegetarische Schöpfungsordnung: In der Schöpfungs­geschichte, wie sie in der Genesis beschrieben wird, gab Gott den Menschen Pflanzen und Früchte zur Nahrung.

Gott sprach:

»Sehet da, ich habe euch gegeben alle Pflanzen, die Samen bringen, auf der ganzen Erde, und alle Bäume mit Früchten, die Samen bringen, zu eurer Speise.«

(Bibel, Schöpfungsgeschichte, Genesis 1,29)


Von den kriegerischen Römern wurden die Urchristen in den ersten Jahrhunderten zum Teil blutig verfolgt und im Kolosseum den Löwen zum Fraß vorgeworfen.

christenverfolgung

Christenverfolgung in Rom

Mit dem Aufkommen des Christentums im 1. Jahrhundert wurden die Anhänger der neuen Religion auch schon verfolgt. Sie weigerten sich, den Kaiser in Rom als Gott zu verehren. So verfolgte man die Christen, warf sie ins Gefängnis oder tötete sie. In Amphitheatern kämpften sie um ihr Leben.

Kaiser Konstantin machte das Christentum im 4. Jahrhundert zur Staatsreligion. Dies führte zu einer Verfälschung der ursprünglichen Lehre des Jesus von Nazareth. Die bis dahin pazifistisch lebenden Christen wurden gezwungen, Kriegsdienst zu leisten und Tiere zu essen. Diejenigen, welche dem urchristlichen Glauben treu blieben, wurden verfolgt.

Im 4. Jahrhundert machte der römische Kaiser Konstantin das Christentum zur Staatsreligion - aus machtpolitischen Gründen. Beim ersten Vatikanischen Konzil in Nicäa (325 n. Chr.) wurde der Fleischverzehr für Christen quasi vorgeschrieben und wurde in die entstehende Bibel aufgenommen. Die bis dahin pazifistisch lebenden Christen wurden nun offiziell gezwungen, Kriegsdienst zu leisten und Tiere zu essen. Diejenigen jedoch, welche dem urchristlichen Glauben treu blieben, wurden verfolgt. Von Kaiser Konstantin ist überliefert, dass er Vegetariern flüssiges Blei in den Hals schütten ließ.

Woher kommt das Schimpfwort »Ketzer«?

Das Wort »Ketzer« wurde abgeleitet von »Katharer«. Die Katharer waren eine urchristliche Bewegung in Südfrankreich im 12. und 13. Jahrhundert. »Katharer« heißt übersetzt: »die Reinen«. So wurde diese Bewegung von der Bevölkerung genannt. Denn die Katharer häuften keinen Besitz an, sondern teilten alles miteinander - so, wie es von den urchristlichen Gemeinden im ersten Jahrhundert berichtet wird. Die Katharer halfen armen und kranken Menschen. Sie lehnten jede Form von Gewalt ab. Sie aßen keine Tiere und lebten enthaltsam.


Leider gibt es über den Glauben dieser urchristlichen Gemeinschaften fast keine Original-Dokumente. Denn nicht nur »Ketzer« wurden von einer unglaublich blutrünstigen Kirche verfolgt, sondern die Kirche versuchte auch, ihre Lehre auszulöschen. Und so fielen auch fast alle ihrer Schriften dem Feuer anheim. Wenn wir etwas über den Glauben der »Ketzer« erfahren wollen, stehen uns heute nur die Protokolle der Inquisitoren zur Verfügung, also die »Untersuchungen« ihrer Verfolger und Mitschriften in den Verhören (oft unter Folter). Diese Quellen bringen Erstaunliches zum Vorschein.

Inquisition Everett Collection Shutterstock.com

»Inquisitionsverhör« - das hört sich recht harmlos an. Das Bild zeigt, wie grausam diese Verhöre waren - und sie führten in der Regel zum Tod des »Ketzers«.

Bild: Everett Collection - Shutterstock.com

Die Protokolle der Inquisitoren beweisen: Viele Ketzer waren Vegetarier und Veganer

Die Manichäer

Die Gemeinschaft der Manichäer entstand im 3. Jahrhundert nach Christus und fand schnelle Ausbreitung. Bereits im 4. Jahrhundert wurden die Manichäer als Ketzer angesehen und stießen auf wachsenden Widerstand. Im 6. Jahrhundert befanden sich die Manichäer in Europa im Niedergang, breiteten sich aber in Asien weiter aus. Über die Gemeinschaft der Manichäer ist in »Untersuchungen« ihrer Verfolger Folgendes zu lesen:

»Sie würden auf keinen Fall irgendein Tier töten, weil sie sagen und glauben, dass sich in vernunftlosen Tieren und sogar in den Vögeln jene Geister (Seelen) befinden, die den Körpern der Menschen entweichen...«
Quelle: Bernard Gui, Manuel de l'Inquisiteur, Band 1, Paris 1926 (Les Classiques de l'Histoire de France au Moyen Âge 8), S. 18-22

»Die besagten Ketzer sagen auch, man dürfe kein Fleisch essen, und das erklären sie so: „... Man liest nie, dass Christus Fleisch aß.... also essen auch wir keines".«
Quelle: Cod. Monac. lat. 544 (Saec. XV.)

»Sie essen jedoch auch kein Fleisch... Sie essen nicht einmal Eier... Sie dürfen sich nicht von irgendwelchen toten Körpern ernähren... Sie trinken auch keine Milch...«
Quelle: Petra Seifert/Manfred Pawlik: Geheime Schriften mittelalterlicher Sekten. Aus den Akten der Inquisition, Pattloch Verlag, 1997, S. 115

In einer Schrift der Manichäer heißt es: »Da der Mensch essen muss, um auf Erden leben zu können, ist es besser, Nahrungsmittel zu sich zu nehmen, die viele Lichtanteile enthalten, wie Obst in leuchtenden Farben, Melonen, Kürbisse und Gurken.«
Quelle: Seifert/Pawlik, a.a.O., S. 116

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Einheit von Mensch, Natur und Tieren: Darstellung auf einem Bogominenstein.

Die Bogomilen

Die urchristliche Bewegung der Bogomilen (Gottesfreunde) verbreitete sich vom 9. bis ins 15. Jahrhundert von Bulgarien aus über Mazedonien, Serbien, Montenegro und Bosnien bis nach Dalmatien und weit darüber hinaus. Die Bogomilen bezogen das Gottesgebot »Du sollst nicht töten« auf jedes von Gott geschaffene Leben und töteten und aßen daher auch keine Tiere. In den Akten der Inquisition ist über die Bogomilen zu lesen:


»Sie verurteilen das Essen von Fleisch und allem, was vom Leibe kommt, und behaupten, dass jene nicht errettet werden können, die Fleisch und Gepökeltes essen.«
Quelle: Aus dem Verzeichnis der Irrtümer der bosnischen Christen, Punkt 30, aus dem 14. Jahrhundert

»Ihre Nahrung war ausschließlich pflanzlich - verboten waren ihnen Fleisch, Milch, Käse, Eier. Sie lebten ausschließlich von Brot, Früchten und Gemüse.«
Quelle: Zeljko Fajfric, Sveta loza Stefana Nemanja, Grafosrem,Sid, 1998, S. 50

Bogumilenstein Mittelalterliche in Brontnice, Kroatien. stu.dio – Shutterstock.com

In Bosnien, Kroatien, Serbien und Montenegro stehen über 70.000 Bogomilensteine. Sie sind Zeugnisse ihres Glaubens und ihrer Kultur: In die Steine wurden Bilder gemeißelt, welche die Einheit von Mensch, Tier und Natur symbolisieren.

Bild: Bogumilenstein in Brontnice, Kroatien. stu.dio - Shutterstock.com

Die Katharer

Die Katharer waren eine urchristliche Glaubensbewegung, die im 12. und 13. Jahrhundert vor allem in Südfrankreich (Okzitanien), aber auch in anderen Teilen Europas und bis nach Deutschland verbreitet war. Allein die Inquisitionsprotokolle des Bischofs Jacques Fournier umfassen 578 Vernehmungen. Manche Verhöre füllen 10, 20 oder mehr großer Folio-Seiten. Über die Katharer findet sich in den Inquisitionsakten Folgendes:


»...sie durften ... kein Tier töten.«

»Ferner glauben sie, dass es sogar in drängender Not eine Todsünde sei, Fleisch, Eier oder Käse zu essen...«

»... sie beten oft, fasten und verzichten alle Zeit auf Fleisch, Eier und Käse...«
Quelle: Petra Seifert/Manfred Pawlik: Geheime Schriften mittelalterlicher Sekten. Aus den Akten der Inquisition, Pattloch Verlag, Augsburg 1997



Die Katharer hielten mit den Gläubigen ein »Liebemahl« (Agape) wie im Frühchristentum, mit ausschließlich pflanzlichen Speisen. Vor jeder Mahlzeit brach der Älteste unter ihnen das Brot und segnete es. Die Katharer verwarfen die römisch-katholische Eucharistie mit der Wandlung von Brot in den Leib und von Wein in das Blut Christi.
Quelle: Otto Rahn: Kreuzzug gegen den Gral: Die Geschichte der Albigenser. Verlag Zeitenwende, 4. Aufl. 2018


In einem Inquisitionsprotokoll ist der Eid eines der Ketzerei Angeklagten zu lesen. Johann Teisseire aus Toulouse verteidigte sich gegen den Vorwurf, den Katharern anzugehören:

»Ich bin kein Ketzer, ... ich esse Fleisch, ich lüge, schwöre und bin ein gläubiger Christ, so wahr mir Gott helfe.«
Quelle: Otto Rahn: Kreuzzug gegen den Gral. s.o.

Erinnerungsmal an die Verbrennung von über 200 Katharern von Montsegur . MarioB149 – Shutterstock

Erinnerungsmal an die Verbrennung der Katharer von Montsegur.

Bild: Erinnerungsmal an die Verbrennung von über 200 Katharern von Montsegur. MarioB149 - Shutterstock.com

Was war der Glaube der Ketzer?

Wie die urchristlichen Bewegungen selbst wurden auch ihre schriftlichen Aufzeichnungen - die Bogomilen sollen sogar eine eigene Universität aufgebaut haben, an der ihre Gelehrten Wissen weitergaben - systematisch durch die Inquisitoren vernichtet. So sind von den Katharern gerade einmal drei originale Schriftstücke erhalten (wobei nur bei zwei davon als gesichert gilt, dass sie tatsächlich aus ihrer Feder stammen). Was also der Glaube der »Ketzer« war, erfahren wir nur aus den Aufzeichnungen ihrer Gegner und vor allem den akribischen Aufzeichnungen der Inquisitionsverhöre.

Szene aus der Inquisition, Vintage-Gravur. Morphart Creation Shutterstock.com

»Peinliche Befragung« durch die Inquisition: Die Ketzer wurden gefoltert, um Bekenntnisse zu erpressen und vor allem Namen weiterer Ketzer zu erfahren.

Die Mitschriften und Namen der Opfer füllen die Archive.
· Bild: Morphart Creation - Shutterstock.com

Für diesen Glauben wurden die Bogomilen verfolgt:

· Die Bogomilen glaubten an zwei Prinzipien: Gut und Böse, Gott und Satan, Geist und Materie als gegensätzliche Kräfte.

· Die Bogomilen lehnten die kirchliche Hierarchie, Papst, Priester und die Verehrung von Heiligen ab und betonten eine direkte Beziehung zu Gott.

· Die Bogomilen lehnten die Säuglingstaufe, die Eucharistie und andere Sakramente ab. Statt dessen vollzogen die Bogomilen eine Geisttaufe und versprachen, Gott zu lieben.

· Für die Bogomilen galt das Gottesgebot »Du sollst nicht töten« für Menschen und Tiere.

Quelle: Walter L. Wakefield, Austin P. Evans, Heresies of the High Middle Ages, Columbia University Press, New York, 1991


· »Sie verurteilen das Essen von Fleisch und allem, was vom Leibe kommt, und behaupten, dass jene nicht errettet werden können, die Fleisch und Gepökeltes essen.«
Quelle: »Verzeichnis der Irrtümer der bosnischen Christen« aus dem 14. Jahrhundert. die-bogomilen.de

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Die Bogomilensteine sind gleichzeitig Mahnmale der jahrhunderte­langen Verfolgung dieser Urchristen durch die Kirche:

Häufig ist der Hirsch zu sehen, der als Symbol für die Geisttaufe der Bogomilen steht. Auf vielen Steinen wird der Hirsch als von Jägern und Hunden Verfolgter dargestellt. Die Hunde stehen für die Dominikaner­mönche, welche die »Ketzer« grausam verfolgten und »Hunde des Herrn« (»domini canes«) genannt wurden.
· Bild: die-bogomilen.de

Für diesen Glauben wurden die Katharer verfolgt:

· Die Katharer glaubten an eine dualistische Welt: Gott ist der Schöpfer einer geistigen Welt und ausschließlich gut. Die Erde wurde nicht von Gott geschaffen. Das Materielle entstand durch den Abfall von Gott. Die Menschen sind gefallene Engel. Die geistige Welt (Gott) und das Materielle (Satan, das Böse) stehen im Kampf miteinander.

· Die Katharer lehrten absolute Gewaltlosigkeit gegenüber Menschen und Tieren.

· Die Katharer glaubten an ein weiblichen Prinzips im Göttlichen. Der weibliche Aspekt Gottes ist Sophia, »Weisheit«. Darum waren Männer und Frauen in ihren Gemeinschaften gleichgestellt.

· Die Katharer glaubten an Reinkarnation: Eine Seele wird immer wiedergeboren, bis sie sich der Welt entzieht und wieder göttlich wird. Es gibt keine ewige Verdammnis.

· Die Katharer lehnten die Lehren der katholischen Kirche als vom Satan inspiriert ab. Sie kritisierten die Heuchelei und die Ausschweifung der Päpste und Priester und den Erwerb von Land und Reichtum durch die Kirche.

Quelle: Michel Roquebert: Die Geschichte der Katharer. Reclam, 2012

Burg Montsegur - CristiDumi – Shutterstock

Der Montségur in Südfrankreich - hier suchten viele Katharer Zuflucht. 10.000 Kreuzfahrer belagerten die Burg vom Sommer 1243 bis März 1244.

Die Bewohner der Burg wurden vor die Wahl gestellt, entweder ihrem Glauben abzuschwören oder auf dem Scheiterhaufen am Fuße des Berges verbrannt zu werden.

Die Katharer, nach ihrem Wirken in der Stadt Albi auch als Albigenser bezeichnet, hatten im 12. Jahrhunderts unter dem Schutz vieler Adeliger in Okzitanien und vor allem in der dortigen Provinz Languedoc eine mächtige urchristliche Bewegung ins Leben gerufen, welche die römische Kirche, die Ausschweifungen, Gier und Verrohung des Klerus kritisierte und der Lehre des Jesus von Nazareth unmittelbar folgte.

Okzitanien war trotz Lehnshoheit des französischen Königs weitgehend unabhängig, hatte eine eigene Sprache, eine blühende Kultur und war durch den Handel über das Mittelmeer wohlhabend. Die Katharer, die sich selbst »gute Christen« oder »Freunde Gottes« nannten, wurden durch ihre vorbildliche Lebensführung, aber auch als kunstfertige Handwerker, Architekten, Heilkundige und Gelehrte geschätzt. Die okzitanischen Adligen vertrauten ihnen die Erziehung iher Kinder an, viele Adlige waren katharische »Gläubige«. Predigte ein »Ketzer«, strömte das Volk herbei.

Der Katharerkreuzzug leitete den Untergang der Katharer ein. Das bis dahin unabhängige Okzitanien fiel unter die Herrschaft des französischen Königs. Nicht nur die Bewegung der Katharer wurde ausgelöscht, sondern auch die Sprache und Kultur Okzitaniens. Die Inquisition und weitere Feldzüge vernichteten schließlich die Katharer bis zum Ende des 13. Jahrhunderts.

Bild: Burg Montsegur - CristiDumi – Shutterstock.com

Für diesen Glauben wurden die Waldenser verfolgt:

Die urchristliche Glaubensbewegung der Waldenser entstand Ende des 12. Jahrhunderts in Lyon am Rande der Alpen, benannt nach ihrem Gründer, dem Kaufmann Valdès. Die Waldenser verbreiteten sich im Mittelalter über ganz Europa hinweg - immer im Untergrund. In den Inquisitionsverhören von Inquisitor Petrus aus dem Jahre 1398 wurden »die Irrlehren der Ketzer von der Sekte der Waldenser« aufgezeichnet:


»... Sie glauben, dass sie von Gott allein und nicht vom Papst oder irgendeinem katholischen Bischof die Vollmacht haben, das Wort Gottes zu verkünden.«

»Ferner verurteilen sie die römische Kirche deshalb, weil sie seit der Zeit von Papst Silvester Besitztümer angenommen, behalten und erworben hat.«

»Ferner glauben sie nicht, dass eine geweihte Kirche heiliger sei als irgendein beliebiges anderes gewöhnliches Haus.

»Ferner verurteilen und verwerfen sie die Verehrung von Bildern und das Küssen von Reliquien. Ferner verurteilen und verwerfen sie die Ablässe der Kirchenfürsten. (...)«

Quelle: Cod. S. Emmeram. Ratisb. X, 5.


»... jede Art des Blutvergießens galt ihnen als Todsünde.«
Quelle: Seifert/Pawlik, a.a.O., S. 311

Verbrennen von der Inquisition Verurteiler Stick aus dem 16. Jahrhundert

Verbrennen von durch die Inquisition verurteilter »Ketzer« - Stich aus dem 16. Jahrhundert

In einer Würzburger Handschrift aus der Zeit der Ketzer­verfolgung finden sich unter anderem folgende Aussagen:


»Sie behaupten, die Taufe sei bei Kindern deshalb unwirksam, weil sie noch nicht wirklich glauben können.«

»Sie behaupten, das Sakrament der Firmung sei wertlos, aber anstelle dieses Sakraments legen ihre Lehrer ihren Schülern die Hände auf.«

»Sie behaupten, der Leib und das Blut Christi seien nicht echt, sondern nur gesegnetes Brot, das in gewisser Weise Leib Christi genannt wird.«

»Es sei nicht erlaubt, Tiere zu töten, Fische und dergleichen...«

Quelle: Cod. Wirceburg., 190 fol.

Völkermord Folterarten

Blutige Ketzerverfolgung - immer unter dem Zeichen des Kreuzes.

Wer sich weigerte, Tiere zu töten, galt nachweislich als »Ketzer«

Die kirchliche Inquisition des Mittelalters ließ sogar Menschen umbringen, die sich weigerten, Tiere zu töten. Als Beweis seiner Rechtgläubigkeit musste ein Verdächtiger öffentlich ein Tier schlachten. Tat er dies nicht, galt er als Ketzer überführt.


In einem Buch über das Papsttum ist zu lesen: »Durch die Bischofsversammlung in Goslar im Jahre 1051 wurden mehrere als Ketzer zum Tode verurteilt, weil sie sich geweigert hatten, Hühner zu töten: Denn es entspräche den Anschauungen der Katharer, keine Tiere zu töten.«
Quelle: Graf von Hoensbroech: Das Papsttum in seiner sozial-kulturellen Wirksamkeit, Volksausgabe, Leipzig, Breitkopf und Härtel, 1904, Seite 35.

Völkermord Ketzerverbrennung

Ketzerverbrennung.

Kreuzzug gegen die Katharer

Die Gemeinschaft der Katharer in Südfrankreich, die der ursprünglichen Lehre von Jesus, dem Christus, nachfolgten, weder Menschen noch Tiere töteten und ausschließlich von Pflanzen lebten, wurde durch einen regelrechten Kreuzzug der römischen Kirche ausgelöscht.


»Wenn ihr sie nicht bekehren könnt, dann tötet sie!« - Dies forderte der Mönch Bernhard von Clairvaux im Kreuzug gegen die Katharer. Unglaublich: Der Kreuzzugprediger wurde 1174 heiliggesprochen und 1830 zum Kirchenlehrer ernannt.


Papst Alexander III. beschloss im Jahre 1179, dass jeder, der mit »Irrgläubigen« Umgang hatte oder sie aufnahm, dem Bannfluch verfallen war. Die Häuser derer, die Ketzer unterstützt hatten, wurden zerstört und durften nie wieder aufgebaut werden. Wer nicht gegen sie in den Krieg ziehe, sei vom »Empfang des Leibes und Blutes des Herrn« ausgeschlossen. Dafür versprach er jedem zwei Jahre Ablass, wenn er gegen Ketzer kämpfe.


Der Kreuzzug gegen die Katharer wurde 20 Jahre lang von 1209-1229 geführt. Papst Innozenz III. (1161-1216) versprach jedem, der sich am Kreuzzug gegen die Katharer beteiligte, einen Ablass seiner Sünden.


So sammelte sich ein Heer von bis zu 200.000 Kreuzfahrern, um das Städtchen Béziers anzugreifen. Alle Einwohner, etwa 20.000 Menschen, wurden in einem Massaker getötet und die Stadt wurde niedergebrannt. Der päpstliche Gesandte, Abt Arnaud Amaury, soll den Kreuzfahrern auf die Frage, wie sie denn die Ketzer von den anderen Bewohnern unterscheiden sollten, geantwortet haben: »Tötet sie! Denn der Herr kennt die Seinen!« (»Caedite eos! Novit enim Dominus qui sunt eius!«).


Das nächste Ziel war Carcassonne, wo die Kreuzritter am 1. August 1209 eintrafen. Die Stadt war mit Flüchtlingen überfüllt. Nach zweiwöchiger Belagerung bot sie ihre Kapitulation an. Als die Kreuzritter die Stadt eroberten, waren fast alle Einwohner durch unterirdische Gänge in die umliegenden Wälder geflohen. Von den verbliebenen 500 Einwohnern, vor allem Greise, Kranke und Kinder, durften 100 die Stadt nackt, »nur mit ihren Sünden beladen«, verlassen, die anderen 400 wurden verbrannt oder gehängt.

Vertreibung der Katharer aus Carcasonne 1209 Französische Buchillustration Kopie

Vertreibung der Katharer aus Carcasonne 1209.

Bild: Alte französische Buchillustration

Im Juli 1210 wurden in der Stadt Minerve mindestens 140 Katharer auf einem großen Scheiterhaufen verbrannt.


Im Mai 1211 wurden etwa 400 Menschen in Lavaur auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Die Bürgermeisterin, eine Katharerin, warf man bei lebendigem Leibe in einen Brunnen.


1243 belagerte ein 10.000 Mann starkes Heer die Katharer auf dem Montségur. Nach fast einem Jahr Belagerung wurden 225 Katharer auf einem großen Scheiterhaufen zum Osterfest lebendig verbrannt, weil sie die geforderte Unterwerfung unter den Glauben der römischen Kirche verweigerten.

Katharer Burg © Raymond Thill  Shutterstock

Uneinhembar: Die Katharerburg auf dem Montségur.

In Städten und Dörfern wurde die Inquisition als Waffe eingesetzt und regelrechter Gesinnungsterror ausgeübt. Die 1229 unter Papst Gregor IX. tagende Synode von Toulouse verschärfte die Bestimmungen gegen die »Ketzer«: Ihre geheimen Zufluchtsorte sollten aufgespürt werden. Wer einen Ketzer verbarg, wurde mit dem Verlust des Vermögens oder gar mit dem Tod bedroht. Jedes Haus, in dem man einen Ketzer fände, sollte niedergerissen werden. Wer mit einem Ketzer verkehrte, war ebenso verdächtig. Der auf eine Vorladung nicht Erschienene oder Flüchtige galt ohne weiteres als schuldig. Wer erschien, wurde eingekerkert. Wessen Name in einem Verhör genannt wurde, fiel ebenfalls der Inquisition zum Opfer. Bis Ende des 13. Jahrhunderts waren die Katharer in Südfrankreich ausgerottet.

Unter der Verfälschung der Lehre Jesu mussten und müssen Unzählige leiden, Menschen und Tiere

Im Mittelalter wurden im Zeichen des Kreuzes und unter dem Schlachtruf »Gott will es!« (»Deus lo vult!«) in den Kreuzzügen »Irrgläubige« zu Tausenden hingemetzelt. Während der Inquisition wurden unter dem Kreuz Millionen Menschen gefoltert und verbrannt - angeblich »im Namen Gottes«. Die tierfreundlichen urchristlichen Bewegungen wurden immer wieder durch die römische Kirche verfolgt und ausgelöscht. Stattdessen setzte sich eine tierfeindliche Lehre durch.


Von Kaiser Konstantin, durch den aus machtpolitischen Gründen ab dem Jahr 313 n. Chr. das Christen­tum von einer verfolgten Minderheitsreligion zu einer staatlich geförderten Religion und schließlich zur Staatskirche wurde, wird berichtet, dass er Vegetariern Blei in den Hals geschüttet habe. Christen, die bisher Pazifisten waren, mussten nun Kriegsdienst leisten. Seither ist die Geschichte des Christentums eine Geschichte der Unterdrückung und des Tötens.


Bereits auf dem frühkirchlichen Konzil Ancyra im Jahr 314 n. Chr. wurde beschlossen, »dass die, die in der Geistlichkeit Priester und Diakonen waren und sich des Fleisches enthielten, es kosten sollten ... wenn sie aber Abscheu zeigten, nicht einmal das mit Fleisch vermischte Gemüse zu essen ... sind sie aus dem Amte zu entfernen«. Priester, die kein Fleisch aßen, galten fortan als »Irrlehrer« (Häretiker).


Papst Johannes III formulierte auf der Synode von Braga im Jahr 561 einen Bannfluch, der nicht nur für Priester, sondern jeden Christen galt und heute noch gültig ist:

»Wer die Fleischspeisen, die Gott zum Gebrauch der Menschen verliehen hat, für unrein hält und ... sich ihrer so enthält, dass er nicht einmal von Gemüse, das mit Fleisch gekocht wurde, kostet, ... der sei mit dem Anathema belegt.« (Anathema = Verfluchung und Kirchenbann)

Metzger Fleischhacker von 1465

Bild: Metzer (»Fleischhacker«) im Mittelalter. Dass die Tiere in unserer Gesellschaft millionenfach so unsagbar leiden müssen, ist nicht zuletzt auf die tier-feindliche Lehre der Kirche zurückzuführen.

Wenn auch einzelne Pfarrer oder Priester versuchen, sich innerhalb der Kirche für Tierschutz einzusetzen, stehen sie damit im Gegensatz zur Lehre ihrer Kirche. Denn die Kirchenlehre rechtfertigt bis heute Massentierhaltung, Tiertransporte, Schlachthöfe, Tierversuche und Jagd.
· Bild: Metzger Fleischhacker von 1465. Seite aus dem Hausbuch der Nürnberger Zwölfbrüderstiftung, Amb. 317.2° Folio 83 verso (Mendel I)

Dass der Mensch, dem die Schöpfung untertan sei, Tiere töten und essen und auch peinigen darf, ist Kirchenlehre seit Augustinus und Thomas von Aquin.


Kirchenvater Augustinus (354–430) lehrte, dass nur Menschen eine unsterbliche Seele haben. Tiere seien ohne Vernunft.


Thomas von Aquin (1225-1274), der zu den bedeutendsten Kirchenlehrern der römisch-katholischen Kirche zählt, lehrte, dass Tiere als »unvernünftige Wesen« nicht Gegenstand der Moral seien und machte sie zum »Ding«.


Descartes (1596-1650), Philosoph und Jesuitenschüler, griff diese Lehre auf und erklärte die Tiere zur »bloßen Sache«. Er bezeichnete die Tiere »als Maschinen und Automaten ohne Verstand und Vernunft, ohne Geist und Seele.«


Im Katechismus der katholischen Kirche ist heute zu lesen:

»2417 Gott hat die Tiere unter die Herrschaft des Menschen gestellt, den er nach seinem Bilde geschaffen hat. Somit darf man sich der Tiere zur Ernährung und zur Herstellung von Kleidern bedienen... Medizinische und wissenschaftliche Tierversuche sind sittlich zulässig...«

»2418 ... Auch ist es unwürdig, für sie Geld auszugeben, das in erster Linie menschliche Not lindern sollte. Man darf Tiere gern haben, soll ihnen aber nicht die Liebe zuwenden, die einzig Menschen gebührt.«

Hubertusmesse  Shutterstock AI

Hubertusmesse: Jedes Jahr im Herbst segnen Pfarrer die Jäger, ihre Waffen und die Strecke der getöteten Tiere.

Bild: Shutterstock AI

Jedes Jahr im Herbst finden überall in den Kirchen die sogenannten Hubertusmessen statt. Priester und Pfarrer segnen Jäger, Jagd und die »Strecke« der getöteten Tiere.

Dies ist ein blutiger Etikettenschwindel: Denn der heilige Hubertus, in dessen Namen diese Messen stattfinden, hat in den Tieren Christus erkannt und mit der Jagd aufgehört. Der Legende nach war Hubertus ein leidenschaftlicher Jäger. Als er eines Tages bei der Jagd einen Hirsch schießen wollte, stellte sich dieser ihm plötzlich entgegen. Zwischen seinem Geweih erstrahlte ein Kreuz, und in der Gestalt des Hirsches sprach Christus zu ihm: »Hubertus, warum jagst du mich?« Hubertus stieg vom Pferd und kniete vor dem Hirsch nieder. Von diesem Moment an entsagte Hubertus der Jagd.

Lesen Sie auch: Schluss mit Hubertusmessen!

Hubertusmesse Salzburg respektiere

Hubertusmesse bei Salzburg.

Bild: Respektiere.at

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Der heilige Hubertus, auf den sich Jäger und Pfarrer in so genannten "Hubertusmessen" berufen, hat Christus im Tier erkannt und der Jagd entsagt!

Ausgerechnet Weihnachten, das Fest der Geburt Jesu, sowie Ostern, das Fest Seiner Auferstehung, sind wahre Tötungsorgien: Die Leichen von Millionen von Gänsen und Enten landen auf dem festlich gedeckten Tisch, während man das Jesus-Püpplein dekorativ in die Krippe zu Ochs und Eselchen legt.

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Weihnachten - Fest der Liebe zu Mensch und Tier

Jesus kam auch für die Tiere

Weihnachten Gans essen Shutterstock AI

»Die Menschen feiern ihre Weihnacht, indem sie unzählige Gottes­geschöpfe töten.« (Manfred Kyber)

Bild: Shutterstock AI

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Lamm zu Ostern hat eine lange, angeblich »christliche« Tradition.

Bild: leopictures - Shutterstock.com

Jesus liebte die Tiere: Er trieb die Tierhändler aus dem Tempel und ließ die Tiere frei

Auf Jesus von Nazareth kann sich die Kirche dabei nicht berufen. Denn Jesus liebte die Tiere und trieb die Tierhändler mit der Peitsche aus dem Tempel. Dass Jesus Christus nicht nur für die Menschen, sondern auch für die Tiere auf die Erde kam, wurde durch Seine Geburt im Stall zu Bethlehem deutlich: Er kam mitten unter den Tieren zur Welt.

Prof. Dr. theol. Dr. h.c. Erich Grässer (1927-2017), Ordinarius für Neues Testament an der Universität Bonn, bemerkte vor einigen Jahren treffend:
»Was ist mit Kirche und Tierschutz? Ich muss an dieser Stelle deutlich werden: Wenn einst die Geschichte unserer Kirche geschrieben wird, dann wird das Thema "Kirche und Tierschutz" im 20. Jahrhundert ein ebenso schwarzes Kapitel darstellen wie das Thema "Kirche und Hexenverbrennung" im Mittelalter.«


Aufgrund der tierfeindlichen Haltung und Lehre der katholischen Kirche - und ebenso der lutherischen Kirche - wurden und werden Milliarden und Abermilliarden Tiere unter grausamen Bedingungen in Massenställen eingepfercht und geschlachtet - mit dem ausdrücklichen Segen der Kirche.

Mahnmal gegen Tierversuche Monika Ritter (@monika.ritter_bildh) • Instagram-Fotos und -Videos Kopie

Seit 2023 steht in Erlangen ein Mahnmal für Tierrechte gegen Tierversuche.

Das Werk der Bildhauerin Monika Ritter wurde initiiert von »Ärzte gegen Tierversuche«.

Bei der Eröffnung des Tierversuchszentrums in Erlangen 2005 wurde ein Gottesdienst der katholischen und evangelischen Kirche abgehalten - mit kirchlichem Segen für das Zentrum und die dort durchzuführenden Tierversuche.

Bild: monikaritter.de/bildhauerei/ · www.instagram.com/monika.ritter_bildh

Millionen Wildtiere werden von Jägern erschossen - die Kirche segnet die Jäger Jahr für Jahr in Hubertusmessen, auf dem Altar liegt der brutal erschossene Hirsch. Millionen und Abermillionen Tiere leiden und sterben Jahr für Jahr in Tierversuchslaboren - mit dem Segen der Kirche. Aber sicher nicht mit dem Segen Gottes!

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Hubertusmesse: Priester und Pfarrer segnen Jäger, Jagd und die »Strecke« der getöteten Tiere.

Bild: Respektiere.at

Heute wendet sich das Blatt. Immer mehr Menschen sind Vegetarier und Veganer - und sie müssen nicht mehr fürchten, schief angesehen oder belächelt zu werden. Und immer mehr Menschen prangern die Tierfeindlichkeit der Kirche an: Tierfreunde protestieren, wenn Pfarrer und Priester neu gebaute Tierversuchszentren segnen. Sie protestieren gegen die sogenannten Hubertusmessen, in denen Pfarrer und Priester die Jäger und ihre Waffen segnen sowie die »Strecke« der grausam abgeknallten Tiere.

Kein Wunder also, dass immer mehr Tierfreunde - und nicht nur diese - aus der Kirche austreten.

Literatur:

· Die verheimlichte Tierliebe Jesu. Verlag Das Brennglas, 2006
pdf-download

· Die Verfolgung von Vegetariern durch die Kirche. Verlag Das Brennglas, 2003
pdf-download

· Ulrich Seifert: Vegetarier - Gottlose Ketzer? Was Fleischesser und Vegetarier gleichermaßen wissen sollten. Gabriele-Verlag Das Wort, 2012.

· Petra Seifert/Manfred Pawlik Geheime Schriften mittelalterlicher Sekten. Aus den Akten der Inquisition, Pattloch Verlag, Augsburg 1997

· Michel Roquebert: Die Geschichte der Katharer - Häresie, Kreuzzug und Inquisition im Languedoc. Reclam, 2012

· Otto Rahn: Kreuzzug gegen den Gral: Die Geschichte der Albigenser. Verlag Zeitenwende, 4. Aufl. 2018.

· Die Bogomilen - Verfolgte Gottesfreunde in Südosteuropa.
https://die-bogomilen.de

· Ein Mahnmal für die Millionen Opfer der Kirche.
kirchenopfer.de

JETZT NEU: FREHEIT FÜR TIERE 1/2026

Freiheit für Tiere 1/2026

Artikelnummer: 1/2026

Tierschutz aktiv: Delfinarien: Schluss mit Delfinen in Gefangenschaft! • Historisches Urteil in Spanien: Massive Umweltverschmutzung durch Massentierhaltungverstößt gegen Menschenrechte • Bayerns größter Milchviehbetrieb: Tierhaltungsverbot wegen schwerer Tierquälerei • Gesetz ab 2026 in Österreich: Heimtierhaltung mit Sachkundenachweis • Neues Gesetz zur Heimtierhaltung: Interview Prof. Rudolf Winkelmayer, Veterinär und Tierethiker • Ethik und Religion: Die Verfolgung von Vegetariern durch die Kirche • Tierportrait: »Hase und ich« - Ergreifende Rettung und Aufzucht eines Feldhasenbabys • Studie: Schon eine Scheibe Wurst am Tag erhöht das Risiko für chronische Krankheiten • Studie: Pflanzliche Ernährung reduziert Krebsrisiko deutlich • Italienische Küche vegan: Kochen alla Nonna • Rezept: Cavatelli agli spinaci • Rezept: Pasta al forno • Rezept: Tiramisu • DVD-Tipp: »Gottes Gäste« - Jetzt drei Tiergemärchen von Manfred Kyber auf DVD

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FREIHEIT FÜR TIERE 4/2025

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Artikelnummer: 4-2025

Tiernachrichten: Pferde verfügen über ein »reiches Repertoire« an Gesichtsausdrücken • Katzen können menschliche Mitbewohner allein am Geruch erkennen • Stars für Tiere: Lewis Hamilton ernährt seinen Hund 100% pflanzlich • Interview mit Uwe Ochsenknecht: Tierquälerische »Tradition« - Blutiger Protest gegen Stierkampf • Folgen der Massentierhaltung: 70 % der Pandemien sind tierischen Ursprungs • Schlachthof-Skandal in Bayern: Das grausame Ende von Legehennen • Wegen quälerischer Tiermisshandlung: Amtsgericht Schweinfurt verurteilt Rinderhalter zu sieben Monaten Haft • Wildtier-Tourismus: Tierleid durch Unkenntnis? • Wissenschaft: Was Tiere denken - Intelligenz und Emotion in der Wildnis • Tierportrait: Im Reich der Bären • Förster Peter Wohlleben: Komm mit uns in den Wald! • Mutterliebe: Die ergreifende Tiergeschichte von Manfred Kyber jetzt als Film • Wissenschaft: Versteckte Milliardenkosten des Fleischkonsums • Tierfreundliche Rezepte: VEGAN Brot und Brötchen BACKEN

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FREIHEIT FÜR TIERE 3/2025

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Artikelnummer: 3/2025

Tiernachrichten: Mäuse leisten Erste Hilfe · Jäger töten Hirsch auf Grundstück von Star-Regisseur • Violinistin Anne-Sophie Mutter: »Ich esse schon lange kein Fleisch mehr« • Stierkampf auf Mallorca: Helfen Sie, die Tierquälerei zu beenden! • Recht: Forstwirt will Jagd auf seinen 12 Hektar im Brohltal verbieten • Wissenschaft: Ein Viertel der Süßwassertiere vom Aussterben bedroht • Steinzeitmenschen ernährten sich überwiegend pflanzlich • Pflanzliche Ernährung schützt vor Gehirnalterung und Demenz • Studie: Einfluss von Ernährung und Sport auf die Gesundheit • Pflanzenpower: Die optimale Basis für Gesundheit und sportliche Leistungsfähigkeit · Tierportrait: Fledermäuse - Faszinierende Flugkünstler • Tierportrait: Der Wolf · Lifestyle: »Schwedenzauber« - Vegane Backrezepte • Deutsche Küche: Vegan - mit Rezepten

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FREIHEIT FÜR TIERE 2/2025

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Artikelnummer: 2/2025

Tiernachrichten: Zugspitze goes Veggie! • Steigende Meerestemperaturen: 4 Millionen Trottellummen verschwunden • Wanderschäferei: Wanderung in den Tod •Studie: Vormenschen haben kein oder kaum Fleisch gegessen • Studie: Vegane Hundeernährung gesünder als Fütterung mit Fleisch • Studie: Kuhmilch kann Risiko für Herzerkrankungen erhöhen • Babys auf dem Ostertisch: Lasst die Osterlämmer leben! •Ethik: Ist Osterlamm christlich? Jesus kam auch für die Tiere • Natur ohne Jagd:Jagdverbot im italienischen Nationalpark Val Grande •Für öffentliche Grünanlagen und tierfreundliche Gärten: Bauanleitung für Wildtiertränken •Vögel in unserem Garten: Der Hausrotschwanz •Alfie und ich: Die unglaubliche Freundschaft zwischen einem Wissenschaftler und einer Eule • Prof. Dr. Andreas Michalsen: Ernährung - Meine Quintessenz • Der Vegan-Doc für alle Fälle • GANZ ENTSPANNT vegan: Das Jahreszeitenkochbuch • Gehobene vegane Küche: VEGAN FINE DINING

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FREIHEIT FÜR TIERE 1/2025

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Artikelnummer: 1/2025

Tierschutz aktiv: Skandal im Kuhstall - immer wieder werden katastrophale Zustände in Milchkuh-Ställen in Österreich aufgedeckt • Deutschland: Kühe in Ketten – noch weitere 10 Jahre? • Petition: Wissenschaft statt Tierversuche! • Umweltverschmutzung, Umweltzerstörung, Klimakatastrophe: Wie tierische Produkte unseren Planeten zerstören • Kollagen: Schlachtabfälle für schöne Haut? • Aktuelle Studie deckt auf: Fische noch bedrohter als bisher angenommen • Lebensräume: Gestatten. Biber - Unsere außergewöhnliche Freundschaft mit einer wildlebenden Biberfamilie • Wissenschaft: Die Intelligenz der Hunde • Vegane Ernährung für Hunde? • Lifestyle: Tierfreundlich backen

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Neuauflage: FREIHEIT FÜR TIERE - Fakten gegen die Jagd

FREIHEIT FÜR TIERE: Fakten gegen die Jagd (völlig überarbeitete und auf 60 S. erweiterte Neuauflage)

Artikelnummer: 522

Fakten und Argumente gegen das blutige Hobby der Waidmänner und Waidfrauen: Trotz beharrlicher Propagandaarbeit der Jagdverbände sinkt das Image der Jäger immer mehr: Immer weniger Spaziergänger, Hundehalter, Reiter und Mountainbiker lassen es sich gefallen, wenn sie von Hobbyjägern angepöbelt oder sogar bedroht werden. Immer mehr Menschen protestieren gegen die Ballerei in Naherholungsgebieten. Und Berichte, dass Jäger aus Versehen Liebespaare im Maisfeld oder Ponys auf der Weide erschießen, können einem draußen in der Natur durchaus Angst machen. Warum Jäger Jagd auf Hasen machen, obwohl sie auf der »Roten Liste« bedrohter Arten stehen, kann irgendwie auch niemand mehr gut finden. Zudem haben 99,6 Prozent der Bevölkerung andere Hobbys, als Tiere tot zu schießen. Da stellt sich die Frage: Warum jagen Jäger wirklich?

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Sonderpreis: Fakten gegen die Jagd (Ausgabe 2017, 24 Seiten)

Artikelnummer: 521

Die Natur braucht keine Jäger: Fakten gegen die Jagd - Warum jagen Jäger wirklich? Die Frage »Warum jagen wir?« beantwortet eine Jagdredakteurin wie folgt: »Einige beschreiben die Jagd als Kick, andere sprechen von großer innerer Zufriedenheit. Die Gefühle bei der Jagd sind ebenso subjektiv wie in der Liebe. Warum genießen wir sie nicht einfach, ohne sie ständig rechtfertigen zu wollen?« Rationale Gründe, mit denen Jäger rechtfertigen, dass die Jagd notwendig sei, sind offenbar nur Ausreden. Jedenfalls schreibt die Jägerin: »Der Tod, der mit dem Beutemachen verbunden ist, ist verpönt. Deswegen suchen die Jäger Begründungen in Begriffen wie Nachhaltigkeit, Hege und Naturschutz.«

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Mutterliebe - Die ergreifende Tiergeschichte von Manfred Kyber jetzt als Film

Manfred Kyber (1880-1933) war ein Schriftsteller und Tierschützer, der vor allem durch seine besonderen Tiergeschichten bekannt geworden ist. Aus zwei seiner Geschichten, »Stumme Bitten« und »Der Hase und der Tod« hat der Verlag Das Brennglas einen Zeichentrickfilm auf DVD produziert, der die »stumme Bitten« hörbar macht und den Tieren mit ergreifenden Bildern eine Stimme gibt. Nun ist der Film »Mutterliebe« online erschienen.


In einem Heukorb oben auf der Dachkammer lag eine Katzenmutter mit zwei Katzenkindern. Die Kinder waren erst vor wenigen Tagen zur Welt gekommen, und sie waren noch sehr hilflos - kleine Pfoten hatten sie, die immer ausrutschten, und unverhältnismäßig große Köpfe mit blinden Augen, die sich suchend im Bauchfell der Mutter vergruben. weiterlesen

DVD gibt den Tieren eine Stimme: Der Hase und der Tod – Stumme Bitten

Der Schnee lag kalt und weiß auf freiem Felde.

Ein Hase und seine Frau suchten Futter. Die Pfoten froren. Es war ein mühsamer Weg, und der Wind pfiff über die Fläche. Die Ausbeute war kümmerlich. Man musste erst den Schnee fortkratzen, um etwas Essen zu finden.

Die Pfoten wurden so leicht wund dabei. Man musste sie dazwischen immer wieder ablecken. Auch war die Frau des Hasen leidend. Ein Bein war ihr zerschossen worden. Sie humpelte hilflos und gebrechlich über den Schnee.

»Ach, diese schrecklichen Jagden!« seufzte die Häsin. »Töten ist doch kein Vergnügen! Sogar Wölfe reißen aus Hunger, nicht aus Lust am Töten.«

»Es sind eben keine Wölfe, sondern Menschen«, sagte der Hase.


Manfred Kyber (1880-1933) war ein deutscher Schriftsteller und Tierschützer, der vor allem durch seine besonderen Tiergeschichten bekannt geworden ist. Aus zwei seiner Geschichten hat der Verlag Das Brennglas einen ergreifenden Zeichentrickfilm auf DVD produziert.

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DVD: „Stumme Bitten“ · „Der Hase und der Tod“ als Zeichentrick-Filme

Artikelnummer: 321

»Die Welt ist voll von stummen Bitten, die nicht gehört werden. Es sind Menschen, die sie nicht hören. Es scheint unmöglich, diese stummen Bitten zu zählen. So viele sind es. Aber sie werden alle gezählt. Sie werden gebucht im Buche des Lebens.« (Manfred Kyber) Ein Zeichentrickfilm, der unter die Haut geht, die »stumme Bitten« hörbar macht und den Tieren mit ergreifenden Bildern eine Stimme gibt!

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DVD-Tipp: Jesus und die Tiere

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Jesus treibt die Tierhändler aus dem Tempel.

Jesus von Nazareth wurde im Stall mitten unter den Tieren geboren. Gab Gott damit den Menschen nicht ein Symbol, dass Sein Sohn nicht in einem Palast, sondern bei Schafen, Rindern, Eseln und Katzen zur Welt kam?

Zu Zeiten des Jesus von Nazareth wurden Lämmer und Tauben im Tempel für die Sünden der Menschen geopfert. Jesus trat gegen diesen blutigen Kult ein. Bekannt ist die Szene, wie Jesus nach seinem Einzug in Jerusalem die Tierhändler aus dem Tempel hinaustrieb und die Tiere freiließ. Und er rief: »Steht nicht geschrieben: Mein Haus soll ein Bethaus heißen für alle Völker? Ihr aber habt eine Mördergrube daraus gemacht!« (Markus 11,17)

Über die Tierliebe des Jesus von Nazareth ist in der Bibel kaum etwas zu finden. Doch aus der frühchristlichen Geschichtsschreibung wird deutlich, dass Jesus kein Fleisch gegessen hat und sich für die Tiere einsetzte... weiterlesen

DVD: Jesus und die Tiere

Artikelnummer: 318

Vergleicht man die Bibel mit apokryphen Schriften, dann ist gut zu erkennen, dass die Kernaussagen oft die Gleichen sind, aber die Tierliebe Jesu, gänzlich fehlt. In dieser DVD werden viele Begebenheiten, bei denen Jesus über die Tiere sprach, wiedergegeben.

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»VEGGIE FOR KIDS. Vegan - kinderleicht & lecker«

Die Rezepte für unser Kochbuch »VEGGIE FOR KIDS. Vegan - kinderleicht & lecker« - sind allesamt von Kindern und Jugendlichen erprobt worden: Sie sind einfach zuzubereiten, schmecken richtig lecker und sind obendrein auch noch gesund! Und das Wichtigste: Wer so kocht, hilft unseren Freunden, den Tieren! weiterlesen

VEGGIE FOR KIDS

Artikelnummer: 053

Die Rezepte für das Kochbuch »VEGGIE FOR KIDS. Vegan - kinderleicht & lecker«- sind allesamt von Kindern und Jugendlichen erprobt worden: Sie sind einfach zuzubereiten, schmecken richtig lecker und sind obendrein auch noch gesund!

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Was Tiere denken - Intelligenz und Emotion in der Wildnis

Wir fangen gerade erst an, zu begreifen, dass das Gehirn von Tieren ähnlich komplex ist wie unser eigenes. Die Warnrufe von Präriehunden etwa sind nicht nur hektische Pfeiftöne, sie übermitteln damit differenzierte Nachrichten. Gorillas nutzen Zeichensprache, um vergangene Ereignisse zu schildern - wissen sie also, was heute, gestern und morgen ist? Nicht nur Primaten oder Elefanten, selbst kleinste Ameisen, denen man einen Farbtupfer auf dem Kopf angebracht hat, wollen diesen loswerden, sobald sie in einen Spiegel blicken - ein Beweis für ihr Ich-Bewusstsein, das Menschen erst ab dem zweiten Lebensjahr entwickeln. In ihrem Buch »Was Tiere denken - Intelligenz und Emotion in der Wildnis präsentiert Marianne Taylor 60 Tierarten, ihre bemerkenswerten kognitiven Fähigkeiten, ihre Gefühle und ihre ausgefeilte Kommunikation. weiter

Im Reich der Bären - Die gelassenen Gebieter des Waldes

Am 26. Juni 2006, wurde der Bär Bruno um 4:50 Uhr in der Nähe der Rotwand im Spitzingseegebiet in Bayern erschossen. Sein Vergehen: Der junge Bär hatte es gewagt, Italien zu verlassen, deutschen Boden zu betreten und hier Bienenstöcke zu plündern und Schafe zu verspeisen, die eigentlich Menschen essen wollten. Fast 20 Jahre nach Brunos Tod bringt uns Moritz Klose, renommierter Wildtierexperte, in seinem Buch »Im Reich der Bären - Die gelassenen Gebieter des Waldes« auf eindrucksvolle Weise die Welt der Bären näher. Er zeigt, wie anpassungsfähig Bären sind und welche Rolle sie in unserem Ökosystem spielen. Und er stellt die entscheidende Frage: Wie gelingt eine nachhaltige und friedliche Koexistenz von Mensch und Bär? weiter

Wildtier-Tourismus: Tierleid durch Unkenntnis?

Fast 20 Prozent des internationalen Tourismus lassen sich auf Wildtier-Tourismus zurückführen - und diese Branche wächst stetig weiter. Tiere dienen in der Tourismusbranche als Profitobjekt. Sie werden von Menschen ausgebeutet, manipuliert und so zu unnatürlichen Verhaltensweisen gezwungen, um Touristen zu entertainen und ein schönes Urlaubserlebnis zu verschaffen. So werden in vielen Ländern Asiens Elefanten als Attraktionen genutzt. Es wird das Bild vermittelt, dass es vollkommen natürlich sei, auf Elefanten zu reiten. Die Tiere werden angekettet und mit Elefantenhaken gehorsam gemacht. Anderswo kann man mit Orang-Utans oder anderen Primaten für Selfies posieren. Vielen Touristen scheint nicht bewusst zu sein, dass ihr Urlaubsvergnügen oder das Foto für Social Media oft mit großem Leid für die Tiere verbunden ist. weiter

Bayerischer Tierärztetag: Tierqual bei Milchkühen

Razzia auf Skandalhof in Bad Grönenbach. Pressemitteilung SOKO Tierschutz Kopie

Kühe, die nicht mehr laufen können, werden mit Treckern weggeschleift, Mitarbeiter treten ein liegendes Kalb:

Die aktuelle Undercover-Recherche von SOKO Tierschutz in Bayerns größtem Milchviehhof in Bad Grönenbach zeigt erneut massive Verstöße gegen den Tierschutz. · Bild: SOKO Tierschutz

Von Annemarie Botzki, Recherche und Kampagnen bei der Verbraucherschutzorganisation foodwatch e.V.

»Alle haben die Nase voll« - das ist der Satz, der mir vom bayerischen Tierärztetag in Kulmbach besonders im Ohr hängen bleibt. sitze mit 150 amtlichen und Amtstierärzt:innen in einem Konferenzraum. Normalerweise sind sie in detaillierte, fachliche Diskussionen vertieft. Aber diesmal ist die Stimmung anders. Angespannt. Frustriert. weiter

natürlich VEGAN BACKEN

Philip Khoury, preisgekrönter Chefkonditor im Kaufhaus »Harrods« in London, zeigt in seinem ersten Backbuch, wie man mit rein natürlichen Zutaten vegane und damit ethisch vertretbare Backwaren zubereiten kann: ohne Abstriche bei Geschmack und Qualität, aber ohne Ausbeutung von Tieren und des Planeten. Er widmet sein Buch allen Menschen, »die mutig genug sind, den Status quo infrage zu stellen. Für alle Naschkatzen, die nach einer neuen Art zu backen suchen. Möge dieses Buch eine Quelle der Inspiration und Freude sein. Gemeinsam können wir eine Zukunft schaffen, die freundlicher, empathischer und nachhaltiger für alle ist.« weiter

Umweltverschmutzung, Umweltzerstörung, Klimakatastrophe: Wie tierische Produkte unseren Planeten zerstören

Nächtliche Satellitenaufnahme Brände im brasilianischen Regenwald - Trzmiel Shutterstock

Nächtliche Satelliten­aufnahme einer ökologischen Katastrophe: Die unwiderbringliche Zerstörung des Regenwaldes, der Lunge unseres Planenten

Die Erzeugung tierischer Produkte wie Fleisch, Milch, Fisch und Eier gehört zu den Hauptgründen für die menschengemachte Klimakatastrophe und ist maßgeblich für die Zerstörung des Planeten verantwortlich: für die Zerstörung von Lebensräumen und der Nahrungsgrundlage von Menschen, Tieren und Pflanzen, für das dramatische Artensterben, für die Abholzung der Regenwälder, für die Vergeudung von Ressourcen, für die Verschwendung und Verschmutzung von Wasser und für die Vergiftung der Böden, des Grundwassers und der Luft. Ein ausgesprochen wirksamer Beitrag, um die Umwelt zu schützen, ist vegan zu leben. weiter

Skandal im Kuhstall: Immer wieder katastrophale Zustände in Milchkuh-Ställen aufgedeckt

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Nichts für schwache Nerven: Kühe in einem Stall in Feldkirchen in Anbindehaltung, zentimetertief in Kot und Gülle.

Der österreichische Verein RespekTiere e.V. in Salzburg deckt seit vielen Jahren regelmäßig tierquälerische Zustände in Milchkuh-Betrieben auf: Kühe in Anbinde­haltung, durch kurze Ketten zur Bewegungsunfähigkeit verurteilt, auf Gitterrosten in Mist und Gülle stehend, mit dreckverkrustetem Fell. Kälber in winzigen Holzverschlägen, in denen sie sich kaum umdrehen können, oder in Kälberiglus in Gülle stehend. Über viele dieser Tierschutz-Skandale wurde mit dramatischen Bildern in der Presse berichtet. Doch wie viele Missstände müssen Tierschutzorganisationen noch aufdecken, bis der Gesetzgeber endlich reagiert und die tierquälerische Anbindehaltung von Kühen verbietet? weiter

Gestatten. Biber. Eine außergewöhnliche Freundschaft mit einer wildlebenden Biberfamilie

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Christian Kuschenreiter Aug’ in Aug’ mit einem Biber. Das freilebende Tier hat Vertrauen wie zu einem Familienmitglied.

Schwarze Knopfaugen, beeindruckende Schneidezähne, großer Paddelschwanz, Stupsnase und dichter Pelz: Biber sind entzückende Tiere, und obendrein schlau, empathisch, kommunikativ, verspielt - und eigentlich sehr scheu. Als Bettina und Christian Kutschenreiter im Jahr 2003 beim Fotografieren an einem Fluss in Oberbayern auf eine Biberfamilie treffen, ist das der Beginn einer außergewöhnlichen Freundschaft, die bis heute anhält. Die Biber lassen die beiden Tierfreunde nach und nach an ihrem Leben teilhaben und suchen schließlich sogar bewusst ihre Nähe. Jetzt haben die beiden ein Buch über ihre Erlebnisse mit den Bibern geschrieben - mit vielen wunderschönen und sicher einzigartigen Fotos. weiter

Die Intelligenz der Hunde

Die internationale Forschung hat sich in den letzten Jahren zunehmend mit der Intelligenz von Hunden beschäftigt und dabei so manches bestätigt, was Hundefreundinnen und Hundefreunde längst wussten: Hunde denken viel komplexer als gedacht. Aber: Was genau ist Hundeintelligenz? Wie misst man sie? Haben wir dazu überhaupt die richtigen Werkzeuge und Vergleichsmaßstäbe? Sind »Menschenschläue« und »Hundeschläue« überhaupt vergleichbar? Und in welchen Bereichen haben Hunde andere oder viel mehr geistige Kompetenzen als wir? weiter

Trügerische Küstenidylle: Jagd auf Seehunde im Wattenmeer

Wussten Sie, dass Hobbyjäger an der deutschen Nordseeküste und auf den Nordseeinseln jedes Jahr Hunderte Robben und Robbenbabys erschießen? Und das, obwohl laut EU-FFH-Richtlinie die Jagd auf Seehunde streng verboten ist? Denn die geschützten Seehunde unterliegen in Deutschland dem Jagdrecht. Sie haben zwar ganzjährig Schonzeit, doch »Seehundjäger« in Schleswig-Holstein und »Wattenjagdaufseher« in Niedersachsen sind befugt, sich um gestrandete, verletzte, verlassene und kranke Robben zu »kümmern«. weiter

Für Bienen, Schmetterlinge, Vögel, Igel & Co.: Natürlich gärtnern für die Artenvielfalt

»Lass wachsen«: Wildblumenwiesen sind für uns eine Augenweide und bieten Wildbienen, Schmetterlingen und Vögeln Lebensraum und Nahrung.

»Lass wachsen«: Wildblumenwiesen sind für uns eine Augenweide und bieten Wildbienen, Schmetterlingen und Vögeln Lebensraum und Nahrung.

Wichtig: Lassen Sie Wiesen und Stauden über den Winter bis in den Mai hinein stehen. Viele Insekten nutzen hohle Stängel als Winterquartier, darunter viele Wildbienenarten. An Stängeln und Gräsern verbergen sich Eier, Raupen und Puppen von Schmetterlingen. Die Samenstände bieten Vögeln Nahrung. · Bild: Freiheit für Tiere

Was hat unser Garten mit Tierschutz und Artenvielfalt zu tun? Auf den ersten Blick erst einmal nicht so viel. Doch vor dem Hintergrund des dramatischen Artensterbens könnten private Gärten und öffentliche Parks eine bedeutende Rolle spielen, um Inseln der Artenvielfalt zu schaffen. Und erfreulicher Weise erscheinen immer mehr Ratgeber für nachhaltiges und natürliches Gärtnern - als Gegenentwurf zum weltweit fortschreitenden Lebensraumverlust von Tieren und Pflanzen - die zeigen, wie wir auch ohne Vorerfahrung aus unserem Garten ein kleines Paradies schaffen können: für Tiere und Pflanzen, aber auch für uns selbst. weiter

55 Hektar im Kreis Dithmarschen endlich jagdfrei!

Rund 55 Hektar Grundstücke mit Wiesen und Feldern im Kreis Dithmarschen (Schleswig-Holstein) sind endlich jagdfrei! Dass eine dermaßen große Fläche offiziell jagdrechtlich befriedet wird, ist bisher wohl einmalig: Es gibt inzwischen mehrere Hundert jagdrechtlich befriedete Grundstücke in Deutschland, doch meist besitzen die Eigentümer nur wenige Hektar. Wohl genau aus diesem Grund machte es die Jagdlobby den Eigentümern der 55 Hektar landwirtschaftlicher Fläche so schwer: Es brauchte zehn Jahre und eine Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts Schleswig-Holstein, bis das Grundstück von Susanne und Peter Storm* endlich jagdfrei wurde. weiter

WILD UND FREI - Die Schönheit afrikanischer Tiere

»Wild und frei« ist mit atemberaubenden schwarz-weiß-Fotografien eine Ode an die Wildnis. Tom D. Jones ist ein begnadeter »fine art«-Fotograf und zeigt Wildtiere wie Elefanten, Giraffen, Nashörner, Gorillas oder Löwen aus nächster Nähe. »Für mich dreht sich alles um die Freiheit des Tieres«, erklärt er. Deshalb gibt es in den Aufnahmen dieses Buches kein einziges Tier, das gefüttert wird, in einem privaten Reservat lebt oder in irgendeiner anderen Form von Gefangenschaft gehalten wird. Das Ergebnis sind Aufnahmen, welche unter die Haut gehen. weiter

Mary McCartneys veganes Promi-Kochbuch: 60 Rezepte mit Stars von Cameron Diaz, und Woody Harrelson bis Ringo Star und Papa Paul

Mit ihrem neuen Buch »Feeding Creativity« verbindet Mary McCartney ihre beiden großen Leidenschaften: Fotografie und Kochen. Jedes der 60 veganen Rezepte hat sie mit Stars gekocht und sie beim Kochen und Essen fotografiert: Schauspielerinnen und Schauspieler wie Cameron Diaz, Kate Blanchett, Drew Barrymore, Woody Harrelson, Stanley Tucci und David Oyelowo, Musikerinnen und Musiker von Nile Rodgers oder bis Ringo Star und Papa Paul, Künstlerinnen und Künstler wie David Hockney und Jeff Koons oder Primaballerina Francesca Hayward. weiter

Interview mit Mary McCartney: Wie entstand die Idee zu dem veganen Promi-Kochbuch »Feeding Creativity«?

Mit ihrem Kochbuch »Feeding Creativity« möchte Mary McCartney zeigen, wie schnell, einfach, lecker und unkompliziert und einfach das vegane Kochen ist. Damit tritt sie in die Fußstapfen ihrer Mutter Linda McCartney, die ebenfalls Promi-Fotografin war, bereits in den 1970er und 80er Jahren vegetarische Kochbücher veröffentlichte und sich für den Schutz der Tiere einsetzte.


Wie entstand die Idee zu dem Kochbuch?


Mary McCartney: Ich liebe es, Rezepte mit anderen zu teilen. Ich koche schon immer für andere und es ist meine Art, mit jemandem Verbindung aufzunehmen. Aber ich bin nun mal begeisterte Portrait-Fotografin, und so kam eines Tages die Idee für »Feeding Creativity«.
Zum Interview mit Mary McCartney

STADTNATUR - Eine neue Heimat für Tiere und Pflanzen

»Land« = blühende Landschaften und Artenvielfalt, »Stadt« = Beton und Ödnis? Eine Vorstellung, die längst so nicht mehr gilt. Der bekannte Zoologe, Ökologe und Bestseller-Autor Prof. Dr. Josef H. Reichholf unternimmt in seinem neuen Buch »Stadtnatur - Eine neue Heimat für Tiere und Pflanzen« einen Streifzug durch die vielfältigen Ökosysteme des urbanen Raums. Ob Wildschweine, Füchse und Nachtigallen in Berlin, Wanderfalken in Köln oder eine bunte Vogelwelt und Rehe im Englischen Garten in München: viele Wildtiere haben den Lebensraum Stadt längst für sich entdeckt. Inzwischen sind unsere großen Städte sogar Inseln der Artenvielfalt geworden, die sogar mit den besten Naturschutzgebieten mithalten können.
In den Städten finden Tiere und Pflanzen die Biotope, die sie für ihr (Über)Leben brauchen. Hier sind sie weniger Gefahren ausgesetzt als auf dem Land, wo freilebende Tiere gejagt und ihre Lebensräume durch eine industriell betriebene Land- und Forstwirtschaft vernichtet werden...
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Prof. Dr. Josef H. Reichholf: »Unsere Städte zeigen: Ein friedliches Miteinander von Mensch und Natur ist möglich«

FREIHEIT FÜR TIERE sprach mit Prof. Dr. Josef H. Reichholf über sein neues Buch »Stadtnatur«, über Großstädte als Rettungsinseln der Artenvielfalt und darüber, was geschehen müsste, damit die Artenvielfalt auf den Fluren und in den Wäldern wieder zunimmt. weiter

Die dunkle Seite der Milch: Das Leid der Kälbchen

Die Milchindustrie gaukelt uns in der Werbung gerne vor, dass Kühe ein glückliches Leben auf grünen Weiden führen. Wie sieht die Realität aus? Milchkühe müssen ihr Leben in den meisten Fällen ganzjährig im Stall verbringen - zum Teil sogar immer noch in besonders tierquälerischer Anbindehaltung. So hält nach Angaben des Bayerischen Bauernverbands rund die Hälfte der circa 25.000 Milchviehbetriebe in Bayern ihre Tiere in Anbindehaltung. Damit die Kühe immer Milch geben, werden sie jedes Jahr künstlich befruchtet. Die neugeborenen Kälber werden ihren Müttern kurz nach der Geburt weggenommen. Die Milch, welche die Natur für die Kälbchen bestimmt hat, wird maschinell abgepumpt, industriell verarbeitet und im Supermarkt verkauft. Was passiert dann eigentlich mit den Kälbern? weiter

Urteil BVerwG: Auch Vereine und Stiftungen können die jagdrechtliche Befriedung ihrer Flächen aus ethischen Gründen beantragen

Laut § 6a Bundesjagdgesetz (BJagdG) dürfen nur »natürliche Personen« das Ruhen der Jagd beantragen. Tier- und Naturschutzvereine oder Stiftungen konnten bisher das Ruhen der Jagd auf ihren Flächen nicht beantragen. Doch dies ist mit dem entscheidenden Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte vom 26.6.2012 und der Europäischen Menschenrechtskonvention (Schutz des Eigentums) nicht vereinbar.

Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof München macht in seinem grundlegenden Urteil vom 28.05.2020 »Erklärung von Grundstücken zu jagdrechtlich befriedeten Bezirken« die Antragstellung auch für juristische Personen wie Vereine, Stiftungen oder GmbHs möglich. (VGH München, 19 B 19.1713 und 19 B 19.1715) weiter

Hannes Jaenicke: »Seit 30 Jahren wird das Tierschutzgesetz wissentlich gebrochen«

»Die Milch macht's«, »Milch macht müde Männer munter«, »Fleisch ist ein Stück Lebenskraft« - wir alle sind mit diesen Werbe-Slogans aufgewachsen. In seinem investigativen Enthüllungsbuch »Die große Sauerei« deckt Hannes Jaenicke die dreistesten Industrie- und Werbelügen auf und erklärt, was Verbraucherinnen und Verbraucher über Fleisch, Milchprodukte und Eier unbedingt wissen sollten, um vor dem Kauf und Verzehr die richtige Entscheidung zu treffen. weiter

FREIHEIT FÜR TIERE-Interview mit Hannes Jaenicke

»Die einzige Antwort auf diese Art der Massentierhaltung ist der Verzicht auf ihre Produkte «
FREIHEIT FÜR TIERE sprach mit dem Schauspieler und bekannten Umweltschützer Hannes Jaenicke über die Recherchen zu seinem neuen Buch, warum er vor 40 Jahren zum Vegetarier wurde, warum er Hafermilch trinkt, über das Problem, dass immer noch zu viele Menschen schlecht informiert sind und was dagegen zu tun ist. weiter

Ein Jäger steigt aus

Prof. Dr. Rudolf Winkelmayer aus Niederösterreich war seit seiner Jugend leidenschaftlicher Jäger. Schon sein Vater war Jäger und nahm ihn als Kind oft mit auf die Jagd. Mehr als 100 Tiere hat der 67-Jährige in seinem Leben geschossen. Vor 14 Jahren machte er eine Kehrtwende: Von heute auf morgen beendete er das Schießen und verkaufte alle seine 16 Gewehre. Jetzt hat Prof. Winkelmayer ein Buch geschrieben: »Ein Beitrag zur Jagd- und Wildtier-Ethik«. Damit wendet er sich an seine ehemaligen Jagdkollegen und an die nicht jagende Bevölkerung und macht deutlich: »Töten als Freizeitvergnügen ist ethisch nicht vertretbar«. weiter

Interview: Ein Jäger steigt aus

Mit 16 machte er den Jagdschein, 37 Jahre lang ging er auf die Jagd. Dann hörte er von einem Tag auf den anderen mit dem Tiere töten auf. Freiheit für Tiere sprach mit dem Veterinär Prof. Dr. Rudolf Winkelmayer über seine Erfahrungen und die Gründe, warum er mit der Hobbyjagd Schluss gemacht hat. weiter

Die Vermessung der Ernährung

Haben Sie sich schon einmal überlegt, welche Auswirkung unsere Ernährung, also das, was wir jeden Tag essen, auf die Gesundheit, auf Tiere und Natur, auf Böden und Grundwasser, auf die Artenvielfalt, auf die Regenwälder, auf Menschen in den ärmeren Ländern und auf das Klima hat? Sollten wir vor dem Hintergrund einer sich abzeichnenden Umwelt- und Klimakatastrophe, welche unser aller Lebensgrundlagen bedroht, nicht viel mehr über diese Zusammenhänge wissen? weiter

Vermessung der Ernährung: Interview mit Jan Wirsam

FREIHEIT FÜR TIERE sprach mit Prof. Dr. Jan Wirsam, wie das Buch Die Vermessung der Ernährung mit Prof. Dr. Claus Leitzmann entstand, aus welchen Gründen die Wissenschaftler mit einigen Kollegen die Forschung über pflanzliche Ernährung so engagiert vorantreiben und warum in Deutschland mehr Hülsenfrüchte wie Linsen, Erbsen, Bohnen, Lupinen und Soja angebaut werden sollten. weiter

Neues Buch von Prof. Reichholf: Stadt, Land, Fuchs

»Unsere Säugetiere verdienen mehr Beachtung; viel mehr, als ihnen gegenwärtig zuteil wird«, ist Prof. Dr. Josef H. Reichholf überzeugt. Sie brauchen neue Freunde! Solche zu gewinnen, ist das Hauptanliegen seines neuesten Buches »Stadt, Land, Fuchs: Das Leben der heimischen Säugetiere«. weiter

Interview mit Prof. Josef H. Reichholf

FREIHEIT FÜR TIERE sprach mit dem renommierten Zoologen über Wildtiere, Jäger, Massentierhaltung und was jeder Einzelne für wild lebende Tiere tun kann. weiter

Das Leid der Stuten für Schweinefleisch

Bisher kannte man die grausamen Stutenblut-Farmen in Argentininen, Urugay und China: Schwangeren Pferden wird dort literweise Blut abgezapft und an die Pharmaindustrie verkauft. Die Hormone der Stuten werden in der industriellen Schweinemast eingesetzt, um die Trächtigkeit der Sauen zu erhöhen und zu synchronisieren. Nachdem immer wieder über die grausamen Blutfarmen in Südamerika berichtet wurde, stoppten einige Pharmakonzerne den Import aus diesen Ländern - und wichen auf Islandponys aus. weiter

Mehr Freiheit für Pferde

Nach § 2 des Tierschutzgesetzes gilt: Wer ein Tier hält, muss dieses seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernähren, pflegen und verhaltensgerecht unterbringen. Und er darf die Möglichkeit des Tieres zur artgemäßen Bewegung nicht so einschränken, dass ihm Schmerzen, vermeidbare Leiden oder Schäden zugefügt werden. Doch was bedeutet dies für die heutige Pferdehaltung? weiter

Grausame Tierquälerei für Grana Padano-Käse

Die italienische Tierschutzorganisation Essere Animali dokumentierte in Milchviehbetrieben, die Grana Padano herstellen, schockierende Lebensbedingungen für Kühe und Kälber. Auch Gewalt durch Arbeiter gegenüber Tieren wurde dokumentiert. Grana Padano gehört neben Parmesan und Mozzarella zu den bekanntesten Käsesorten Italiens und ist der weltweit am meisten konsumierte Käse. weiter