Die Vermessung der Ernährung

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Der Zusammenhang von Ernährung, Gesundheit, Umwelt Artenvielfalt und Klima

Buchvorstellung von Julia Brunke, Redaktion FREIHEIT FÜR TIERE

Haben Sie sich schon einmal überlegt, welche Auswirkung unsere Ernährung, also das, was wir jeden Tag essen, auf die Gesundheit, auf Tiere und Natur, auf Böden und Grundwasser, auf die Artenvielfalt, auf die Regenwälder, auf Menschen in den ärmeren Ländern und auf das Klima hat? Dass der hohe Fleischkonsum klimaschädlich ist und pflanzliche Ernährung Klima und Umwelt schont, ist inzwischen bekannt. Doch sollten wir vor dem Hintergrund einer sich abzeichnenden Umwelt- und Klimakatastrophe, welche unser aller Lebensgrundlagen bedroht, nicht viel mehr über diese Zusammenhänge wissen? Prof. Dr. Jan Wirsam, der an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin über Innovationsmanagement, Produktionswirtschaft, Operationsmanagement und pflanzenbasierte Wertschöpfung lehrt und forscht, und der renommierte Ernährungswissenschaftler Prof. Dr. Claus Leitzmann haben aus einer Unmenge von Daten unsere Hauptlebensmittelgruppen auf ernährungsphysiologische, ökonomische, ökologische und klimarelevante Fragen durchleuchtet. Nach über vierjähriger Arbeit legen die beiden Wissenschaftler mit ihrem 450 Seiten starken Werk Die Vermessung der Ernährung nun erstmal eine Synthese der Daten vor. Der rote Faden führt von den verschiedenen Eigenschaften unserer Lebensmittel, ihrer Nährstoffgehalte sowie der ökonomischen Bezugspunkte der Ernährung zu aktuellen Aspekten der Bewertung sowie zur Nachhaltigkeit , so die beiden Autoren. Dabei sind klimarelevante Merkmale von großer Bedeutung, wie klimaschädliche Emissionen oder die Relationen zwischen Nährstoffgewinnung und Ressourceneinsatz.

Mit unserer Lebens- und Wirtschaftsweise beuten

Mit unserer Lebens- und Wirtschaftsweise beuten

wir die Erde aus und zerstören damit unsere eigenen Lebensgrundlagen: Rein rechnerisch verbrauchen wir die Ressourcen von 3 Erden. · Bild: Ink Drop - Shutterstock.com

Für 1 Kilo Rindfleisch werden 15.500 Liter Wasser verbraucht

»Recht bekannt sind hier plastische Darstellungen, dass beispielsweise für die Erzeugung von 1 kg Rindfleisch etwa 15.500 l Wasser benötigt werden«, so die Wissenschaftler. »Diese überraschenden Ergebnisse sind es aber, die uns motivieren, die Wertschöpfung von Lebensmitteln besser zu analysieren, um Vergleiche unterschiedlichster Art zu ermöglichen und neue Erkenntnisse zu gewinnen.«

Der Vergleich der Lebensmittel sowie der Ernährungsformen ergibt Hinweise und Erklärungsansätze dafür, in welchem Ausmaß und mit welcher Geschwindigkeit das weiterhin rasante Wachstum der Weltbevölkerung die begrenzten planetaren Ressourcen beanspruchen wird. Dazu werden ernährungsphysiologische, ökologische, ökonomische und geographische Vermessungswerte in Relation zueinander gesetzt.

Wir in Deutschland verbrauchen rein rechnerisch 3 Erden für unseren Jahresbedarf an Ressourcen

Auch die Anbaumethoden führen zu unterschiedlichen Beanspruchungen der natürlichen Lebensgrundlagen. So schont die ökologische Anbaumethode Ressourcen. Dagegen führt der konventionelle Anbau mit hohem Einsatz von Pestiziden und Düngemitteln zwar zu höheren Ertragsmengen, dabei werden jedoch irreparable Eingriffe in das natürliche Ökosystem und die Biodiversität in Kauf genommen, so die Autoren. Die Folge sind einerseits die Belastung von Gewässern und Grundwasser, der Böden, der Luft und der Lebensmittel mit giftigen Schadstoffen, anderseits der weltweite Artenschwund bei Pflanzen und Tieren, wie der dramatische Rückgang von Insekten und Vögeln.

»Die anhaltende Abholzung der Tropenwälder für die Rinderhaltung und den Sojaanbau zum Einsatz in der weltweiten Tiermast ist unumkehrbar«, schreiben die Wissenschaftler. Die Entstehung neuer Tropenwälder braucht Jahrhunderte. Die Bodenzerstörung durch Erosion, Verdichtung, Versalzung, Versteppung, Verwüstung und Überbauung verringert den Bestand an fruchtbaren Ackerböden mit erschreckender Geschwindigkeit. Hinzu kommt die dramatische Überfischung und Verschmutzung der Meere.

Zur Deckung des weltweiten Jahresbedarfs an Ressourcen sind rein rechnerisch mindestens 1,7 Erden erforderlich. Bei uns in Deutschland waren die natürlich verfügbaren Ressourcen in den letzten Jahren rechnerisch bereits Anfang Mai aufgebraucht (Erdüberlastungstag), so dass die Bedarfsdeckung hierzulande sogar bei 3 Erden liegt. Hinzu kommt, dass unsere derzeitige an Profiten ausgerichtete Wirtschaftweise nicht nur Ressourcen und Natur zum Teil unwiederbringlich ausbeutet, sondern auch die Menschenrechte in den Anbauländern untergräbt.

Luftbild aus dem Weltraum:

Luftbild aus dem Weltraum:

Brände im Amazonasgebiet - eine ökologische Katastrophe. Für die Fleischproduktion wird die Lunge der Erde unwiderbringlich vernichtet. · Bild: OSORIOartist - Shutterstock.com

Das Hauptproblem ist die massenhafte Fleischproduktion

Ein Hauptproblem ist die massenhafte Produktion von Fleisch und Milch, die weltweit weiterhin zunimmt. »Dabei wird immer deutlicher, dass genau das Gegenteil eintreten müsste, um die Gesundheit der Menschen, den Zustand der Umwelt und die Voraussetzungen für Artenvielfalt zu verbessern«, schreiben die Wissenschaftler. »Die Produktion tierischer Nahrungsmittel trägt überdurchschnittlich zur Schädigung der Umwelt, insbesondere zum Klimawandel bei. Durch eine Verringerung des Verzehrs tierischer zugunsten pflanzlicher Lebensmittel lassen sich die negativen Umweltwirkungen des globalen Ernährungssystems am effektivsten reduzieren.« Den zweitstärksten positiven Einfluss hat die ökologische Erzeugung von Lebensmitteln.

»Eine weitere Folge des hohen Fleisch- und Milchkonsums ist die große Zunahme der ernährungsbedingten Krankheiten. Dies hat auch enorme wirtschaftliche Aspekte: Die Kosten für die Krankheitswirtschaft steigen rapide an, ohne die Gesundheit der Bevölkerung zu verbessern«, schreiben die Autoren. In der Entscheidung für eine vollwertige pflanzliche Ernährung liege somit ein großes ungenutztes Sparpotential.

Riesige Naturflächen fallen Monokulturen

48% des weltweit angebauten Getreides und 80 bis 90 % der Sojaernte landen in den Trögen der Massentierhaltung

Nur ein Bruchteil des in der Massentierhaltung verfütterten Getreides wird in Fleisch umgewandelt: Um 1 Kilo Fleisch zu erzeugen, benötigt man 7 bis 16 Kilo Getreide oder Sojabohnen. Bei der Umwandlung von Getreide in Fleisch gehen durch diese künstliche Verlängerung der Nahrungskette unter anderem 90% Eiweiß, 99% Kohlenhydrate und 100% Faserstoffe verloren. Fleischproduktion ist also die effektivste Form der Nahrungsmittelvernichtung.

Die armen Staaten sind aufgrund der Überschuldung gezwungen, für die menschliche Ernährung notwendiges Getreide an die Futtermittelindustrie zu verkaufen - obwohl die eigene Bevölkerung zum Teil nicht genug zu essen hat. 60 Prozent der Futtermittel, die in den reichen Ländern in der industriellen Massentierhaltung verfüttert werden, sind Importe aus den Entwicklungsländern.

Bild: lourencolf - Shutterstock.com

Die Vermessung von 20 Lebensmittelgruppen

Die vermessenen Lebensmittel sind in 20 Gruppen unterteilt: Getreide, Gemüse, Pilze, Kartoffeln, Obst, Beeren, Hülsenfrüchte, Nüsse, Samen, pflanzliche Fette und Öle, Kräuter, Gewürze, Honig, Fleisch, Fisch, Milch, Ei, Wasser, Zucker und Salz.

Für jede Lebensmittelgruppe werden exemplarisch die wichtigsten Arten, die in Deutschland oder weltweit am häufigsten produziert und verzehrt werden, ausführlich mit Zahlen und Graphiken analysiert.

Die Kapitel sind nach folgendem Muster aufgebaut:
· Ernährungsphysiologische Parameter
· Ökonomische Bezugspunkte
· Nachhaltigkeitsanalyse
· Fallstudien
· Kernaussagen

Im Folgenden stellen wir Ihnen wesentliche Aussagen und Vermessungsergebnisse von einigen ausgewählten Lebensmittelgruppen komprimiert vor: Getreide, Gemüse, Hülsenfrüchte - und im Vergleich dazu Fleisch.

Gemüse, Obst, (Vollkorn-)Getreide & Hülsenfrüchte

Gemüse, Obst, (Vollkorn-)Getreide & Hülsenfrüchte

sind sehr gesundheitsförderlich und sollten täglich auf dem Speiseplan stehen. · Bild: marilyn barbone - Shutterstock.com

Getreide

Das weltweit wichtigste Grundnahrungsmittel ist Getreide: Es liefert für die Menschheit etwa 65% sowohl der Nahrungsenergie als auch des Proteins. In Deutschland und anderen Wohlstandsländern macht Getreide aber nur etwa 20% des Bedarfs an Nahrungsenergie und Protein aus. Dabei ist Getreide ernährungsphysiologisch sehr wertvoll: Neben Protein ist es ein bedeutender Lieferant von Kohlenhydraten, Vitaminen, Mineralstoffen, Ballaststoffen und sekundären Pflanzenstoffen , erklären die Wissenschaftler.

Doch der Großteil des weltweit angebauten Getreides landet in den Futtertrögen der industriellen Massentierhaltung: Fast 48% des weltweiten Getreideverbrauchs sind Futtermittel, nur 35% dienen der Ernährung des Menschen und etwa 17% entfallen auf sonstige Bereiche, vor allem die Chemische Industrie.

Und noch eine Messgröße macht nachdenklich: Der Anteil von ökologisch angebautem Getreide ist noch sehr gering. So liegt bei Weizen der Flächenanteil von Bio-Weizen bei nur 2,07%.

Gemüse

In Deutschland werden 104,3 kg Gemüse pro Person verzehrt (2018). Damit liegt der durchschnittliche Gemüseverbrauch deutlich unter der Empfehlung von 146 kg im Jahr oder von 400 g pro Tag.

Mit ihren hohen Gehalten an Vitaminen, Mineralstoffen, Ballaststoffen und sekundären Pflanzenstoffen sollten die verschiedenen Gemüsesorten ein zentraler Bestandteil der Ernährung sein. Sie enthalten kein Cholesterin, kaum Fett, wenig Kalorien, dafür aber eine hohe Nährstoffdichte. Damit führt ein hoher Gemüsekonsum zu einer Verbesserung der Gesundheit: Das Risiko für Übergewicht, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs und vorzeitige Sterblichkeit wird Studien zufolge deutlich gesenkt.

Die beliebtesten Gemüsesorten in Deutschland sind Tomaten, Möhren, Zwiebeln und Gurken. Die Kartoffel zählt streng genommen nicht als Gemüse, sonst wäre sie mit 55 kg/Person/Jahr der absolute Spitzenreiter , schreiben die Autoren. Eine derzeit noch geringe Rolle spielen Erbsen, ihre Bedeutung als pflanzenbasierte Proteinquelle nimmt aber zu.

Die in Deutschland produzierten Gemüsemengen ergeben einen Selbstversorgungsgrad von gerade einmal 36 Prozent. Dabei verursacht der Gemüseanbau im Vergleich mit tierischen Produkten nur sehr geringe Umweltbelastungen.

Ökologisch angebaute Gemüse aus der Region sind besonders umweltfreundlich, schonen Ressourcen und enthalten deutlich weniger Schadstoffe. Der Anbau von Gemüse verbraucht wesentlich weniger Fläche als Getreide.

Hülsenfrüchte

Zu den Hülsenfrüchten zählen Erbsen, Bohnen, Ackerbohnen, Linsen, Kichererbsen, Lupinen und Soja. Sie sind besonders reich an Proteinen. Mit einem Proteingehalt von 19 % bis 24 % enthalten sie so viel Protein wie Fleisch. Bei Soja und Lupinen liegt der Proteingehalt sogar bei 35 %. Damit sind sie die proteinreichsten Lebensmittel überhaupt. Hülsenfrüchte liefern viele wertvolle Inhaltsstoffe wie die Vitamine B1, B6, Folat, die Mineralstoffe Kalium, Magnesium, Calcium und Zink, Eisen sowie viele gesundheitsfördernde Phytonährstoffe. Die löslichen Ballaststoffe sind gut für die Darmgesundheit.

In Deutschland ist der Verzehr von Hülsenfrüchten in den letzten 150 Jahren von durchschnittlich 20 kg pro Person im Jahr auf nur noch 2,5 kg gesunken. In Deutschland werden lediglich auf 1,4 % der Ackerflächen Hülsenfrüchte angebaut.

Dabei sind Hülsenfrüchte nicht nur sehr gesund, sie verbessern auch die Böden: Durch eine Symbiose mit Rhizobien in ihren Wurzelknöllchen sind viele Arten in der Lage, den Ackerboden mit Stickstoff aus der Luft anzureichern und schwer lösliches Phosphat im Boden zu mobilisieren. Durch diese Eigenschaft können Hülsenfrüchte auch auf nährstoffarmen Böden wachsen und bereiten den Boden zum Beispiel für den Anbau von Getreide auf. Folglich muss weniger gedüngt werden. Darum werden Erbsen und Lupinen als Vorkultur oder Zwischenfrucht auf Feldern gesät. Mit ihrem umfangreichen Wurzelsystem lockern Hülsenfrüchte gleichzeitig den Boden auf und wirken einer Verdichtung entgegen.

Die weltweit am häufigsten angebaute Hülsenfrucht ist Soja mit 348 Mio. Tonnen. Obwohl Soja ernährungsphysiologisch sehr wertvoll ist, wird ein Großteil als Futtermittel verwendet. Prof. Wirsam und Prof. Leitzmann weisen in »Die Vermessung der Ernährung« auf die schwerwiegenden ökologischen Auswirkungen hin: Der Sojaanbau nimmt sehr große Flächen in Anspruch, die auch durch die Rodung der Urwälder in Südamerika gewonnen werden. Die Anbaugebiete dringen immer weiter in das Amazonas gebiet vor, obwohl die Böden für den Sojaanbau nicht gut geeignet sind. Getrieben wird die starke Nachfrage nach Soja insbesondere durch die Futtermittelindustrie. Zu den Folgen zählen riesige Monokulturen mit irreparablen Auswirkungen auf die Umwelt. Traditionelle kleinbäuerliche Strukturen werden vernichtet, Landflucht und Verarmung sind weitere Folgen.

Auch der intensive Einsatz von genverändertem Soja führt zu teils unerforschten Folgeschäden. Weltweit sind inzwischen knapp 80 % der Sojaernte genmanipuliert, in den USA und Argentinien bereits über 90 %. Beim genmanipulierten herbizid-resistenten Sojasaatgut RoundupReady werden massiv hochgiftige Glyphosat-Spritzmittel eingesetzt - und dramatischen Folgen für die Natur und die Gesundheit der Menschen.


Die Vermessung von Fleisch

Weltweit werden pro Person im Schnitt rund 16 kg Schweinefleisch, 15,5 kg Geflügelfleisch und 9,1 kg Rindfleisch im Jahr konsumiert. Angetrieben durch die weltweite Nachfrage stellt Fleisch inzwischen einen beachtlichen Exportfaktor dar.

Während in den USA, Australien und Hong Kong pro Person im Jahr deutlich über 100 kg Fleisch verbraucht werden, liegt der Fleischverbrauch in Indien bei unter 4 kg pro Person im Jahr und ist seit 1961 etwa gleich geblieben. In China dagegen hat sich der Verbrauch seit 1961 dagegen etwa verfünffacht.

In Deutschland ist der Fleischkonsum seit Jahren rückläufig: Wurden 1991 im Jahr noch 63,9 kg Fleisch pro Peron verzehrt, waren es laut Statista 2021 noch 55 kg. Die Diskussion über Fragen des Tier- und Umweltschutzes werden verstärkt in der Öffentlichkeit und Politik thematisiert , so die Autoren. Hinzu kommt eine intensivere Auseinandersetzung mit den gesundheitlichen Aspekten des Fleischkonsums. Der anhaltende Trend zur vegetarischen und veganen Ernährung lässt auf einen weiteren Rückgang in den nächsten Jahren schließen.

Doch während der Fleischkonsum sinkt, steigt die Produktion von Fleisch in Deutschland immer weiter:

· 27 Millionen Schweine werden durchschnittlich in 40.000 Betrieben gehalten. Da Schweine meist nach nur 120 Tagen geschlachtet werden, sind es im Jahr insgesamt 59 Millionen.

· 12,5 Millionen Rinder werden im Schnitt gehalten, darunter etwa 4,2 Millionen Milchkühe.

· 1,06 Millionen Tonnen Geflügelfleisch werden in etwa 3.300 Mastbetrieben produziert.

»Die gesamte Fleischindustrie setzt in Deutschland etwa 45 Mrd. Euro um«, schreiben die Forscher. Bemerkenswert ist der starke Anteil des Exports für Schweinefleisch, der im Jahre 1995 gerade einmal 5 % betrug und sich inzwischen der 50%-Marke nähert.

Während wir in Deutschland beim
Gemüseanbau einen Selbstversorgungsgrad von gerade einmal 36 % haben, beläuft sich der Selbstversorgungsgrad bei Fleisch etwa auf stolze 115 % (!). Das deutsche Exportvolumen von Fleisch umfasse mittlerweile etwa 2,3 Millionen Tonnen, erfahren wir in »Die Vermessung der Ernährung«.

Entwicklung des Exportanteils für Schweinefleisch

Entwicklung des Exportanteils für Schweinefleisch

in Deutschland (in Prozent) · Graphik: Thünen-Institut für Marktanalyse, 2018 · https://literatur.thuenen.de/digbib_extern/dn060514.pdf

Die Ernährungsexperten weisen auch daraufhin, dass Fleisch und Wurstwaren aus ernährungsphysiologischer Sicht in mehrfacher Hinsicht problematisch sind und eine Vielzahl ernährungsbedingter Krankheiten verursachen können, allen voran Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs, bekanntlich Todesursache Nr. 1 und Nr. 2 in Deutschland. So erhöhen gesättigte Fettsäuren und Cholesterin in Fleisch und Innereien das Risiko für Herzinfarkt. »Der Verzehr von geräucherten sowie stark verarbeiteten Fleischwaren ist mit einem hohen Risiko für Tumore des Darms verbunden«, erläutern die Ernährungswissenschaftler. Die Gesamtaufnahme von rotem und verarbeitetem Fleisch erhöhe das Risiko für Darmkrebs, Brustkrebs und Prostatakrebs. Die Zufuhr von weißem Fleisch (Geflügelfleisch) erhöhe das Risiko für Krebserkrankungen von Lymphe und Blut.

»Die Nachfrage nach Fleisch ist weltweit ungebremst«, schreiben Prof. Wirsam und Prof. Leitzmann. »Die negativen Auswirkungen der Haltung von Nutztieren in diesem Ausmaß auf das Klima und die Gesundheit sind bekannt, werden aber immer noch größtenteils ignoriert bzw. in Kauf genommen.«

Denn neben den gesundheitlichen Folgen des Fleischkonsums sind die ökologischen Auswirkungen verheerend: »Die Produktion von Fleisch verursacht eine Überbeanspruchung der planetaren Ressourcen«, erklären die Forscher. »Insbesondere durch Eingriffe in den Stickstoff- und Phosphorkreislauf entstehen massive Schäden an der Biosphäre in der Weise, dass ökologische Funktionen verloren gehen und durch Artensterben ein irreparabler Biodiversitätsverlust eintritt. Abholzungen, insbesondere im Amazonasgebiet in Brasilien, um Weideflächen oder Anbauflächen für Futtermittel zu generieren, führen zu Landnutzungsänderungen, die der Natur massiv schaden.«

So sei die Anbaufläche von Soja für die Futtermittelindustrie in den letzten 20 Jahren von 67 auf über 120 Millionen Hektar gestiegen. Da durch Dünger, Genmanipulation und Pestizideinsatz bereits maximale Erntemengen erreichen werden, sei eine weitere Steigerung nur durch Ausweitung der Anbauflächen zu erreichen, um den steigenden Futtermittelbedarf der Fleischindustrie zu decken. Die Regenwälder werden also weiter gerodet und die Böden durch Monokulturen ausgelaugt. »Der Verlust der Biodiversität durch Artensterben und die Klimabeeinträchtigungen nehmen zu«, erklären die Wissenschaftler.

Graphik: Weltweite Landnutzung für die Erzeugung

Graphik: Weltweite Landnutzung für die Erzeugung

von Lebensmitteln · Graphik aus: Jan Wirsam, Claus Leitzmann: Die Vermessung der Ernährung. Verlag Eugen Ulmer, 2022 Original-Graphik in englischer Sprache: ourworldindata.org/land-use · CC-BY Licence

Die Vermessung verschiedener Ernährungsformen

Im 3. Teil des Buches werden verschiedene Ernährungsformen und Nährstoffempfehlungen vorgestellt und verglichen:

· Der Durchschnittsverzehr weltweit
· Der Durchschnittsverzehr in Deutschland
· Der Ernährungskreis der Deutschen Gesellschaft für Ernährung
· Die Empfehlungen der EAT: Planetary Health Diet
· Vegane Ernährung
· Vollwert-Ernährung (vegetarisch) nach Bircher-Benner/Bruker

In ihrer Zusammenfassung kommen die Wissenschaftler zu dem Schluss: »Unser Planet Erde wird eine Nahrungsversorgung, wie sie heute in den wohlhabenden Ländern praktiziert wird, nicht länger ermöglichen können. Die zunehmende Bevölkerungszahl, immer weniger Ackerland und ein sich veränderndes Klima zeigen, dass die Grenzen der Belastbarkeit bereits jetzt deutlich überschritten sind.« Die Vermessungen der Ernährung belegen: Der Erdüberlastungstag ist ein schrilles Signal auch für die Ernährung der Menschheit. Eine Wende in allen Bereichen der Produktion, Verarbeitung und Zubereitung der Lebensmittel sei dringend erforderlich, so die Autoren.

Die Berechnungen zeigen, dass pflanzliche Ernährungsformen insgesamt energiesparender und umweltschonender sind als herkömmliche. Dies zeigt die Graphik aus »Die Vermessung der Ernährung« deutlich auf. Am schonendsten für Umwelt und Ressourcen (und am gesündesten) sind pflanzliche Lebensmittel aus ökologischer Landwirtschaft und mit regionaler Herkunft. Somit habe der Bereich Ernährung auch das Potential, eine bessere Welt zu schaffen.

Doch die Autoren legen neben diesen Lösungsansätzen auch den Finger sehr deutlich in die Wunde: »Die internationale Agrarlobby verhindert mit ihrer Macht bzw. ihrem Einfluss immer wieder die dringend erforderlichen und wissenschaftlich begründeten Umsteuerungen.« Die Vertretung eigener Interessen sei zwar legitim, aber es sei unredlich, sie auf Kosten der Umwelt, des Klimas und der Gesundheit durchzusetzen. Hier kommt die Macht von uns als Verbrauchern ins Spiel, die wir noch viel mehr nutzen sollten!

In »Die Vermessung der Ernährung« werden verschiedene Ernährungsformen und -empfehlungen vorgestellt und miteinander verglichen im Hinblick auf Energie (kcal) und Proteinmenge sowie Umwelt- und Klimaverträglichkeit anhand von Co2-Emission, Wasserverbrauch und Flächenbeanspruchung. Es wird deutlich, dass die durchschnittliche Ernährung in den USA und in Deutschland mit vielen Fleisch- und Milchprodukten am meisten klimaschädliche Emissionen erzeugt, am meisten Wasser verbraucht und am meisten Flächen beansprucht. Am schonendsten für Umwelt und Ressourcen ist die vegane Ernährung.

Die Gießener vegane Lebensmittelpyramide,

Die Gießener vegane Lebensmittelpyramide,

welche die Wissenschaftler des IFPE in Gießen um Prof. Leitzmann und Prof. Keller empfehlen

Die Macht als Verbraucher nutzen

»Ganzheitliches Denken und Handeln vieler Menschen und in Institutionen kann einen positiven Beitrag zur Verbesserung der ökonomischen Verwerfungen unseres Ernährungssystems leisten«, sind die Wissenschaftler überzeugt. »Dabei ist die pflanzliche Ernährung ein wichtiger Baustein.« Deutlich machen dies die im Buch erarbeiteten Kreuzrelationstabellen, die aufzeigen, welche Lebensmittel welche Nährstoffe enthalten und die günstigsten Wirkungen haben. Dabei geht es um die Gesundheit des Menschen, des Klimas, der Natur und des Planeten Erde insgesamt.

Die Autoren

Prof. Dr. Claus Leitzmann, geb. 1933, ist einer der renommiertesten Ernährungswissenschaftler Deutschlands. Der ehemalige Direktor des Institutes für Ernährungswissenschaft der Universität Gießen wurde 2013 in die Liste der Living Legends der International Union of Nutritional Sciences aufgenommen.

Seit 1974 lehrte Dr. Claus Leitzmann am Institut für Ernährungswissenschaft der Universität Gießen. Von 1978 - 1998 hatte er die Professur »Ernährung in Entwicklungsländern« inne. Seine Forschungsschwerpunkte waren außerdem alternative Ernährungsformen und Ernährungsökologie.

Seit 1998 ist er im (Un-)Ruhestand: Prof. Leitzmann ist Mitglied der Vereinigung Deutscher Wissenschaftler, Leiter des wissenschaftlichen Beirats beim Verband für Unabhängige Gesundheitsberatung UGB sowie Gründungsgesellschafter und wissenschaftlicher Mentor des Forschungsinstituts für pflanzen basierte Ernährung IFPE in Gießen. Seine Schwerpunkte sind Vollwert-Ernährung, Welternährung, Ernährungsökologie, sekundäre Pflanzenstoffe und Ballaststoffe.
Prof. Leitzmann wurde bereits 1979 Vegetarier.

1996 erschien das Standardwerk »Vegetarische Ernährung«. 2020 erschien die 4. Auflage des Buches gemeinsam mit Prof. Dr. Markus Keller mit dem Titel »Vegane und vegetarische Ernährung«.

Informationen: ifpe-giessen.de

Prof. Dr. Jan Wirsam, geb. 1976 in Gießen, ist seit 2015 Inhaber des Lehrstuhls für Operations- und Innovationsmanagement an der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin. Seine Forschungsschwerpunkte sind Innovation, Digitalisierung, Zukunft der Gesundheit und Ernährung, pflanzenbasierte Wertschöpfung, Food-Start-ups. Der Betriebswirtschaftler lebt seit vielen Jahren vegan.

Jan Wirsam studierte Betriebswirtschaftslehre und promovierte 2010 an der Universität Mainz. Er war Gastdozent an der University of Athabasca (Canada) und der Dalian University of Technology (China), der FH Kufstein und der TH Ingolstadt.

Gemeinsam mit Prof. Dr. Claus Leitzmann, Prof. Dr. Markus Keller und Prof. Dr. Andreas Michalsen engagiert sich Prof. Dr. Wirsam als Gründungsgesellschafter beim Forschungsinstitut für pflanzenbasierte Ernährung IFPE in Gießen. Der Fokus des IFPE liegt vor allem auf der Erforschung und wissenschaftlichen Bewertung pflanzenbasierter Ernährungsweisen, sowohl aus ernährungswissenschaftlicher als auch aus ökologischer Sicht, um zur Verbreitung einer pflanzenbasierten, nachhaltigen Ernährung in der Gesellschaft beizutragen.

Informationen: ifpe-giessen.de

Das Buch

Jan Wirsam, Claus Leitzmann: Die Vermessung der Ernährung
457 Seiten, mit 206 Tabellen und 150 farbigen Abbildungen
Ulmer-Verlag, 1. Auflage 2022 · ISBN: 9783825253929
Preis: 45 Euro

Erscheint Mitte August: FREIHEIT FÜR TIERE 4/2024

Freiheit für Tiere 4-2024 (Vorbestellung - erscheint Mitte August)

Artikelnummer: 4-2024

Umfrage: EU-Bürger wollen strenge Regulierung der Jagd • Auf der Weide »aus Versehen« mit Wildtier verwechselt: Wie viele Pferde von Hobbyjägern erschossen werden • Eines der letzten Tabus der Fleischindustrie: DIE BLUTFABRIK - Warum Rosendünger Tierblut enthält und Zigarettenfilter auch • Wissenschaftliche Studie: »Landwirtschaft neu denken« - Wie wir unser Ernährungssystem konsequent und zukunftssicher transformieren • Wissenschaft: Die Wahrheit über die Jagd • Jagd ist ein Hobby mit einer starken Lobby • Wissenschaftliche Studien: Jagd stört das Ökosystem • Warum jagen Jäger wirklich? • Sympathische Flugkünstler mit eingebautem Kompass: Das faszinierende Leben der Störche • Tier- und Artenschutz international: Schlimme Dürre bedroht Tierwelt - Rettungsaktion für Hunderte Flusspferde in Botswana • Wissenschaft: Gesundheit & Ernährung • HOW NOT TO AGE: Jung bleiben und immer gesünder werden mit der Kraft von Pflanzen!

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FREIHEIT FÜR TIERE 3/2024

Freiheit für Tiere 3/2024

Artikelnummer: 3/2024

Verhaltensforschung: Was Raben über andere wissen • Überraschende Zwillingsstudie: Ein Zwilling isst vegan, der andere nicht • Machen Sie mit bei der EU-Initiative: Stoppt das Schlachten von Pferden! • Tiere für den Müll? Tiere aus der industriellen Massenhaltung enden millionenfach in »Tierkörperbeseitigungsanlagen« • Amtsgericht Hameln: Schweinemäster zu hoher Geldstrafe verurteilt • Recht: 50 Hektar im Kreis Dithmarschen jagdfrei! • Biotop »Rüm Hart« jagdfrei! • Trügerische Küstenidylle: Jagd auf Seehunde im Wattenmeer • Wildtier-Findlinge: Erste Hilfe • Für Bienen, Schmetterlinge, Vögel, Igel & Co.: Natürlich gärtnern für die Artenvielfalt • RespekTiere International: Der erste Gnadenhof in Mauretanien ist im Entstehen! • Vegan Body Reset: Raus aus Übergewicht, Schmerzen und Entzündungen • Deftig vegan für jeden Tag: Unkomplizierte Köstlichkeiten schnell und einfach gemacht

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FREIHEIT FÜR TIERE 2/2024

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Artikelnummer: 2/2024

Promis für Tiere: Billie Eilish und Fienas eröffnen veganes Restaurant in L.A. · Mary McCartneys veganes Promi-Kochbuch: 60 Rezepte mit Stars von Cameron Diaz, und Woody Harrelson bis Ringo Star und Papa Paul • Interview mit Mary McCartney • Wissenschaft: Vogelmütter singen Lieder für ihre ungeschlüpften Küken • Verstoß gegen das Tierschutzgesetz: Jäger verurteilt, weil er Hündin erschoss • Klage vor dem Verwaltungsgericht Osnabrück: Grundstück in Niedersachsen jagdfrei! • Interview: Ein Fleischer hört auf zu töten und wird Veganer • Das Leid der Ziegen für Kaschmirpullis • Peter Berthold: HILFESCHREI der NATUR! • WILD UND FREI - Die Schönheit afrikanischer Tiere • ATLAS der bedrohten TIERE • EASY SPEEDY VEGAN - Die besten 10-, 20- und 30-Minuten-Rezepte • Vegane Kuchenliebe

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FREIHEIT FÜR TIERE 1/2024

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Artikelnummer: 1/2024

Fakten zu Fleisch, Milch und Eiern • Wegen industrieller Massentierhaltung: Nitratbelastung steigt immer weiter • Wissenschaft: Oxford-Studie vergleicht Umweltbilanz von verschiedenen Ernährungsformen - Wie schädlich sind Fleisch und Milchprodukte wirklich? • Schwere Misshandlung von Kälbchen auf Kälberauktion: PETA erstattet Strafanzeige • Ergreifender Reisebericht: Einsatz für Straßenhunde in Kap Verde • Keine Jagd auf meinem Grundstück: Ehepaar aus Gütersloh klagt gegen Jagd auf seinen Grundstücken • Neues Buch von Josef H. Reichholf: STADTNATUR - Eine neue Heimat für Tiere und Pflanzen • Interview mit Josef H. Reichholf: »Unsere Städte zeigen: Ein friedliches Miteinander von Mensch und Natur ist möglich« • Vögel verstehen: Was uns die Vögel über uns und unsere Umwelt verraten • Studie: Je mehr tierisches Protein, desto höher die Sterblichkeit • Lifestyle: Tierfreundlich kochen & backen»VEGAN Everyday« von Bianca Zapatka • Easy Vegan Christmas« von Katy Beskow

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Die Natur braucht keine Jäger: Fakten gegen die Jagd - Warum jagen Jäger wirklich? Die Frage »Warum jagen wir?« beantwortet eine Jagdredakteurin wie folgt: »Einige beschreiben die Jagd als Kick, andere sprechen von großer innerer Zufriedenheit. Die Gefühle bei der Jagd sind ebenso subjektiv wie in der Liebe. Warum genießen wir sie nicht einfach, ohne sie ständig rechtfertigen zu wollen?« Rationale Gründe, mit denen Jäger rechtfertigen, dass die Jagd notwendig sei, sind offenbar nur Ausreden. Jedenfalls schreibt die Jägerin: »Der Tod, der mit dem Beutemachen verbunden ist, ist verpönt. Deswegen suchen die Jäger Begründungen in Begriffen wie Nachhaltigkeit, Hege und Naturschutz.«

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Trügerische Küstenidylle: Jagd auf Seehunde im Wattenmeer

Wussten Sie, dass Hobbyjäger an der deutschen Nordseeküste und auf den Nordseeinseln jedes Jahr Hunderte Robben und Robbenbabys erschießen? Und das, obwohl laut EU-FFH-Richtlinie die Jagd auf Seehunde streng verboten ist? Denn die geschützten Seehunde unterliegen in Deutschland dem Jagdrecht. Sie haben zwar ganzjährig Schonzeit, doch »Seehundjäger« in Schleswig-Holstein und »Wattenjagdaufseher« in Niedersachsen sind befugt, sich um gestrandete, verletzte, verlassene und kranke Robben zu »kümmern«. weiter

Für Bienen, Schmetterlinge, Vögel, Igel & Co.: Natürlich gärtnern für die Artenvielfalt

»Lass wachsen«: Wildblumenwiesen sind für uns eine Augenweide und bieten Wildbienen, Schmetterlingen und Vögeln Lebensraum und Nahrung.

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Machen Sie mit bei der EU-Initiative: Stoppt das Schlachten von Pferden!

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Rund 55 Hektar Grundstücke mit Wiesen und Feldern im Kreis Dithmarschen (Schleswig-Holstein) sind endlich jagdfrei! Dass eine dermaßen große Fläche offiziell jagdrechtlich befriedet wird, ist bisher wohl einmalig: Es gibt inzwischen mehrere Hundert jagdrechtlich befriedete Grundstücke in Deutschland, doch meist besitzen die Eigentümer nur wenige Hektar. Wohl genau aus diesem Grund machte es die Jagdlobby den Eigentümern der 55 Hektar landwirtschaftlicher Fläche so schwer: Es brauchte zehn Jahre und eine Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts Schleswig-Holstein, bis das Grundstück von Susanne und Peter Storm* endlich jagdfrei wurde. weiter

WILD UND FREI - Die Schönheit afrikanischer Tiere

»Wild und frei« ist mit atemberaubenden schwarz-weiß-Fotografien eine Ode an die Wildnis. Tom D. Jones ist ein begnadeter »fine art«-Fotograf und zeigt Wildtiere wie Elefanten, Giraffen, Nashörner, Gorillas oder Löwen aus nächster Nähe. »Für mich dreht sich alles um die Freiheit des Tieres«, erklärt er. Deshalb gibt es in den Aufnahmen dieses Buches kein einziges Tier, das gefüttert wird, in einem privaten Reservat lebt oder in irgendeiner anderen Form von Gefangenschaft gehalten wird. Das Ergebnis sind Aufnahmen, welche unter die Haut gehen. weiter

Mary McCartneys veganes Promi-Kochbuch: 60 Rezepte mit Stars von Cameron Diaz, und Woody Harrelson bis Ringo Star und Papa Paul

Mit ihrem neuen Buch »Feeding Creativity« verbindet Mary McCartney ihre beiden großen Leidenschaften: Fotografie und Kochen. Jedes der 60 veganen Rezepte hat sie mit Stars gekocht und sie beim Kochen und Essen fotografiert: Schauspielerinnen und Schauspieler wie Cameron Diaz, Kate Blanchett, Drew Barrymore, Woody Harrelson, Stanley Tucci und David Oyelowo, Musikerinnen und Musiker von Nile Rodgers oder bis Ringo Star und Papa Paul, Künstlerinnen und Künstler wie David Hockney und Jeff Koons oder Primaballerina Francesca Hayward. weiter

Interview mit Mary McCartney: Wie entstand die Idee zu dem veganen Promi-Kochbuch »Feeding Creativity«?

Mit ihrem Kochbuch »Feeding Creativity« möchte Mary McCartney zeigen, wie schnell, einfach, lecker und unkompliziert und einfach das vegane Kochen ist. Damit tritt sie in die Fußstapfen ihrer Mutter Linda McCartney, die ebenfalls Promi-Fotografin war, bereits in den 1970er und 80er Jahren vegetarische Kochbücher veröffentlichte und sich für den Schutz der Tiere einsetzte.


Wie entstand die Idee zu dem Kochbuch?


Mary McCartney: Ich liebe es, Rezepte mit anderen zu teilen. Ich koche schon immer für andere und es ist meine Art, mit jemandem Verbindung aufzunehmen. Aber ich bin nun mal begeisterte Portrait-Fotografin, und so kam eines Tages die Idee für »Feeding Creativity«.
Zum Interview mit Mary McCartney

Metzger gegen Tiermord

Metzger gegen Tiermord? Das scheint ein Widerspruch in sich zu sein. Was aber, wenn gelernte Metzger dem Tiertöten abschwören und Veganer werden?

Im Verein »Metzger gegen Tiermord« haben sich ehemalige Metzger zusammengeschlossen. Aufgrund Ihrer beruflichen Erfahrung sind sie Insider der Branche und klären mit ihrem Fachwissen und ihren Recherchen über Tierrechts­verstöße auf, die normalerweise vor der Öffentlichkeit verborgen bleiben.

FREIHEIT FÜR TIERE sprach mit Peter Hübner, einem ehemaligen Fleischer. Peter Hübner ist Pressesprecher und zweiter Vorsitzender des gemeinnützigen Vereins »Metzger gegen Tiermord« e.V.

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Verstoß gegen das Tierschutzgesetz: Jäger verurteilt, weil er Hündin erschoss

Der Fall sorgte für Aufsehen über Bayern hinaus: Ein 77-jähriger Hobbyjäger erschoss im Juli 2022 die Hündin Mara von Urlaubern aus Österreich, die eine Kanutour auf dem Main machten - angeblich, weil sie »gewildert« hätte. Am 20. November 2023 verurteilte das Amtsgericht Haßfurt den Jäger wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz zu einer Geldstrafe von 5.600 Euro (140 Tagessätzen zu je 40 Euro). Zudem wurde das bei der Tat benutzte Kleinkalibergewehr eingezogen. Dem Urteil zufolge war der angeklagte Hobbyjäger nicht berechtigt, die Hündin zu erschießen. Hinweise darauf, dass die Hündin gewildert hatte, hätten sich nicht ergeben. weiter

STADTNATUR - Eine neue Heimat für Tiere und Pflanzen

»Land« = blühende Landschaften und Artenvielfalt, »Stadt« = Beton und Ödnis? Eine Vorstellung, die längst so nicht mehr gilt. Der bekannte Zoologe, Ökologe und Bestseller-Autor Prof. Dr. Josef H. Reichholf unternimmt in seinem neuen Buch »Stadtnatur - Eine neue Heimat für Tiere und Pflanzen« einen Streifzug durch die vielfältigen Ökosysteme des urbanen Raums. Ob Wildschweine, Füchse und Nachtigallen in Berlin, Wanderfalken in Köln oder eine bunte Vogelwelt und Rehe im Englischen Garten in München: viele Wildtiere haben den Lebensraum Stadt längst für sich entdeckt. Inzwischen sind unsere großen Städte sogar Inseln der Artenvielfalt geworden, die sogar mit den besten Naturschutzgebieten mithalten können.
In den Städten finden Tiere und Pflanzen die Biotope, die sie für ihr (Über)Leben brauchen. Hier sind sie weniger Gefahren ausgesetzt als auf dem Land, wo freilebende Tiere gejagt und ihre Lebensräume durch eine industriell betriebene Land- und Forstwirtschaft vernichtet werden...
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Prof. Dr. Josef H. Reichholf: »Unsere Städte zeigen: Ein friedliches Miteinander von Mensch und Natur ist möglich«

FREIHEIT FÜR TIERE sprach mit Prof. Dr. Josef H. Reichholf über sein neues Buch »Stadtnatur«, über Großstädte als Rettungsinseln der Artenvielfalt und darüber, was geschehen müsste, damit die Artenvielfalt auf den Fluren und in den Wäldern wieder zunimmt. weiter

Die dunkle Seite der Milch: Das Leid der Kälbchen

Die Milchindustrie gaukelt uns in der Werbung gerne vor, dass Kühe ein glückliches Leben auf grünen Weiden führen. Wie sieht die Realität aus? Milchkühe müssen ihr Leben in den meisten Fällen ganzjährig im Stall verbringen - zum Teil sogar immer noch in besonders tierquälerischer Anbindehaltung. So hält nach Angaben des Bayerischen Bauernverbands rund die Hälfte der circa 25.000 Milchviehbetriebe in Bayern ihre Tiere in Anbindehaltung. Damit die Kühe immer Milch geben, werden sie jedes Jahr künstlich befruchtet. Die neugeborenen Kälber werden ihren Müttern kurz nach der Geburt weggenommen. Die Milch, welche die Natur für die Kälbchen bestimmt hat, wird maschinell abgepumpt, industriell verarbeitet und im Supermarkt verkauft. Was passiert dann eigentlich mit den Kälbern? weiter

Vegan vom Grill

»Was essen Veganer, wenn gegrillt wird?« Diese Frage wurde der britischen Köchin Katy Beskow während ihrer bisher fünfzehn Jahre als Veganerin unzählige Male gestellt. Die Antwort: »Wenn ihr euch von der Idee verabschiedet, dass Grillen und Fleisch (oder Fertiggerichte aus Fleisch­alternativen) untrennbar zusammengehören, steht euch eine neue Welt offen.« In ihrem neuen Kochbuch »Vegan vom Grill« zeigt Katy Beskow mit 70 kreativen und unkomplizierten Rezepten, dass fleischfrei Gegrilltes hervorragend schmeckt - nicht nur im Sommer, sondern das ganze Jahr über! Dazu zeigt Katy zahlreiche Tipps und Tricks - damit die Grillparty auch bei blutigen Grill-Anfängerinnen und -Anfängern gelingt. Ob Hauptgericht oder Dessert: »Vegan vom Grill« animiert, den Grill dieses Jahr richtig zum Einsatz kommen zu lassen!
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Urteil BVerwG: Auch Vereine und Stiftungen können die jagdrechtliche Befriedung ihrer Flächen aus ethischen Gründen beantragen

Laut § 6a Bundesjagdgesetz (BJagdG) dürfen nur »natürliche Personen« das Ruhen der Jagd beantragen. Tier- und Naturschutzvereine oder Stiftungen konnten bisher das Ruhen der Jagd auf ihren Flächen nicht beantragen. Doch dies ist mit dem entscheidenden Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte vom 26.6.2012 und der Europäischen Menschenrechtskonvention (Schutz des Eigentums) nicht vereinbar.

Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof München macht in seinem grundlegenden Urteil vom 28.05.2020 »Erklärung von Grundstücken zu jagdrechtlich befriedeten Bezirken« die Antragstellung auch für juristische Personen wie Vereine, Stiftungen oder GmbHs möglich. (VGH München, 19 B 19.1713 und 19 B 19.1715) weiter

Hannes Jaenicke: »Seit 30 Jahren wird das Tierschutzgesetz wissentlich gebrochen«

»Die Milch macht's«, »Milch macht müde Männer munter«, »Fleisch ist ein Stück Lebenskraft« - wir alle sind mit diesen Werbe-Slogans aufgewachsen. In seinem investigativen Enthüllungsbuch »Die große Sauerei« deckt Hannes Jaenicke die dreistesten Industrie- und Werbelügen auf und erklärt, was Verbraucherinnen und Verbraucher über Fleisch, Milchprodukte und Eier unbedingt wissen sollten, um vor dem Kauf und Verzehr die richtige Entscheidung zu treffen. weiter

FREIHEIT FÜR TIERE-Interview mit Hannes Jaenicke

»Die einzige Antwort auf diese Art der Massentierhaltung ist der Verzicht auf ihre Produkte «
FREIHEIT FÜR TIERE sprach mit dem Schauspieler und bekannten Umweltschützer Hannes Jaenicke über die Recherchen zu seinem neuen Buch, warum er vor 40 Jahren zum Vegetarier wurde, warum er Hafermilch trinkt, über das Problem, dass immer noch zu viele Menschen schlecht informiert sind und was dagegen zu tun ist. weiter

Ein Jäger steigt aus

Prof. Dr. Rudolf Winkelmayer aus Niederösterreich war seit seiner Jugend leidenschaftlicher Jäger. Schon sein Vater war Jäger und nahm ihn als Kind oft mit auf die Jagd. Mehr als 100 Tiere hat der 67-Jährige in seinem Leben geschossen. Vor 14 Jahren machte er eine Kehrtwende: Von heute auf morgen beendete er das Schießen und verkaufte alle seine 16 Gewehre. Jetzt hat Prof. Winkelmayer ein Buch geschrieben: »Ein Beitrag zur Jagd- und Wildtier-Ethik«. Damit wendet er sich an seine ehemaligen Jagdkollegen und an die nicht jagende Bevölkerung und macht deutlich: »Töten als Freizeitvergnügen ist ethisch nicht vertretbar«. weiter

Interview: Ein Jäger steigt aus

Mit 16 machte er den Jagdschein, 37 Jahre lang ging er auf die Jagd. Dann hörte er von einem Tag auf den anderen mit dem Tiere töten auf. Freiheit für Tiere sprach mit dem Veterinär Prof. Dr. Rudolf Winkelmayer über seine Erfahrungen und die Gründe, warum er mit der Hobbyjagd Schluss gemacht hat. weiter

Die Vermessung der Ernährung

Haben Sie sich schon einmal überlegt, welche Auswirkung unsere Ernährung, also das, was wir jeden Tag essen, auf die Gesundheit, auf Tiere und Natur, auf Böden und Grundwasser, auf die Artenvielfalt, auf die Regenwälder, auf Menschen in den ärmeren Ländern und auf das Klima hat? Sollten wir vor dem Hintergrund einer sich abzeichnenden Umwelt- und Klimakatastrophe, welche unser aller Lebensgrundlagen bedroht, nicht viel mehr über diese Zusammenhänge wissen? weiter

Vermessung der Ernährung: Interview mit Jan Wirsam

FREIHEIT FÜR TIERE sprach mit Prof. Dr. Jan Wirsam, wie das Buch Die Vermessung der Ernährung mit Prof. Dr. Claus Leitzmann entstand, aus welchen Gründen die Wissenschaftler mit einigen Kollegen die Forschung über pflanzliche Ernährung so engagiert vorantreiben und warum in Deutschland mehr Hülsenfrüchte wie Linsen, Erbsen, Bohnen, Lupinen und Soja angebaut werden sollten. weiter

Neues Buch von Prof. Reichholf: Stadt, Land, Fuchs

»Unsere Säugetiere verdienen mehr Beachtung; viel mehr, als ihnen gegenwärtig zuteil wird«, ist Prof. Dr. Josef H. Reichholf überzeugt. Sie brauchen neue Freunde! Solche zu gewinnen, ist das Hauptanliegen seines neuesten Buches »Stadt, Land, Fuchs: Das Leben der heimischen Säugetiere«. weiter

Interview mit Prof. Josef H. Reichholf

FREIHEIT FÜR TIERE sprach mit dem renommierten Zoologen über Wildtiere, Jäger, Massentierhaltung und was jeder Einzelne für wild lebende Tiere tun kann. weiter

Das Leid der Stuten für Schweinefleisch

Bisher kannte man die grausamen Stutenblut-Farmen in Argentininen, Urugay und China: Schwangeren Pferden wird dort literweise Blut abgezapft und an die Pharmaindustrie verkauft. Die Hormone der Stuten werden in der industriellen Schweinemast eingesetzt, um die Trächtigkeit der Sauen zu erhöhen und zu synchronisieren. Nachdem immer wieder über die grausamen Blutfarmen in Südamerika berichtet wurde, stoppten einige Pharmakonzerne den Import aus diesen Ländern - und wichen auf Islandponys aus. weiter

Mehr Freiheit für Pferde

Nach § 2 des Tierschutzgesetzes gilt: Wer ein Tier hält, muss dieses seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernähren, pflegen und verhaltensgerecht unterbringen. Und er darf die Möglichkeit des Tieres zur artgemäßen Bewegung nicht so einschränken, dass ihm Schmerzen, vermeidbare Leiden oder Schäden zugefügt werden. Doch was bedeutet dies für die heutige Pferdehaltung? weiter

Grausame Tierquälerei für Grana Padano-Käse

Die italienische Tierschutzorganisation Essere Animali dokumentierte in Milchviehbetrieben, die Grana Padano herstellen, schockierende Lebensbedingungen für Kühe und Kälber. Auch Gewalt durch Arbeiter gegenüber Tieren wurde dokumentiert. Grana Padano gehört neben Parmesan und Mozzarella zu den bekanntesten Käsesorten Italiens und ist der weltweit am meisten konsumierte Käse. weiter