Freiheit für Tiere
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Fleischkonsum und Antibiotika

Wer Fleisch isst, sorgt in 10 Jahren für den Einsatz von 219 Antibiotika-Dosen

Ein neuer Online-Rechner ermittelt den Fleischkonsum und errechnet, wie viele Antibiotika und Ressourcen durch diesen Konsum verbraucht werden. Die Zahl ist erschreckend! Deshalb erfährt jeder im gleichen Schritt, wie viele Antibiotika und Ressourcen sich durch pflanzliche Ernährung einsparen lassen.

Während die verschriebenen Mengen in der Humanmedizin zurückgehen, werden weiterhin enorme Mengen Antibiotika in der Massentierhaltung eingesetzt. Ein neu entwickelter Online-Rechner zeigt die Auswirkungen des eigenen Ernährungsverhaltens auf: Ohne es zu wissen, nimmt jeder Deutsche über seinen Fleischkonsum im Schnitt Jahr für Jahr 4,7 Tagesdosen Antibiotika zu sich.

Eines der größten Probleme der industriellen Tierhaltung ist der massenhafte Einsatz von Antibiotika: In Deutschland werden jährlich rund 670 Tonnen Antibiotika an Schweine, Puten, Hühner, Rinder verabreicht (Stand 2019).

»Den meisten Menschen ist nicht klar, auf welche Mengen sich das im Laufe der Zeit summiert«, sagt Tim Lilling, Projektleiter bei blitzrechner.de. »Im Schnitt bekommt jeder Deutsche innerhalb von 10 Jahren 47 Tagesdosen Antibiotika verschrieben. Die von ihm in dieser Zeit verzehrten Tiere im Durchschnitt aber 219 Tagesdosen.«

Antibiotika sind hochwirksam gegen Bakterien und deshalb auch so wichtig in der Medizin. Werden sie aber zu häufig eingesetzt, können Krankheitserreger Resistenzen entwickeln - das jeweilige Antibiotikum ist damit wirkungslos.

In Intensivmastanlagen werden multiresistente Keime gezüchtet

Wenn möglichst viele Tiere auf möglichst wenig Raum möglichst rasch »Schlachtgewicht« erreichen sollen, geht das nur mit hohem Antibiotika-Einsatz. Dabei werden nicht einzelne - tatsächlich kranke - Tiere behandelt: Um zu vermeiden, dass der gesamte Bestand erkrankt, behandelt man alle Tiere standardmäßig vorbeugend. Dabei kommen auch massenhaft Präparate zum Einsatz, die für den Menschen so genannte Reserveantibiotika darstellen - Antibiotika, die die letzte Rettung sein sollen, wenn andere Präparate zuvor aufgrund von Resistenzbildungen unwirksam geworden sind.

Und so werden multiresistente Keime in Intensivmastanlagen und Megaställen gezüchtet - mit der Folge, dass Antibiotika für Menschen wirkungslos werden. Doch wenn man eines Tages selbst einfache Wundinfektionen nach einer Operation nicht mehr zuverlässig behandeln kann, dann ist unser gesamtes Gesundheitssystem in ernsthafter Gefahr.