Hase und ich - Die Geschichte einer außergewöhnlichen Begegnung
Buchvorstellung von Julia Brunke, Redaktion FREIHEIT FÜR TIERE
Die Britin Chloe Dalton ist politische Beraterin und arbeitete über ein Jahrzehnt im britischen Parlament und im britischen Außenministerium. Sie lebt abwechselnd in London und auf dem Land, wo sie sich eine alte Scheune als Wohnhaus umgebaut hat. Als sie auf einem Feldweg ein verlassenes Hasenbaby findet, ändert sich ihr Leben. In ihrem Bestseller »Hase und ich« erzählt sie die außergewöhnliche und herzerwärmende Geschichte über die Rettung und Aufzucht dieses Hasenbabys, das erstaunliche Zusammenleben und die wachsende Verbindung zweier ungleicher Freunde in größtmöglicher Freiheit.
Eine unglaubliche wahre Geschichte: Chloe Dalton findet ein frisch geborenes Hasenbaby und zieht es mit Hingabe auf.
Als sie ihr Hasenmädchen in die Freiheit entlassen will, kehrt es jeden Tag in ihren Garten und ihr Haus zurück und bringt eines Tages hier sogar ihre Kinder zur Welt...
Alle Zeichnungen: © Denise Nestor. »Aus: Hase und ich« von Chloe Dalton
Die ergreifende Geschichte beginnt an einem sehr kalten Februartag im Jahr 2021. Aufgrund der Corona-Pandemie herrscht Lockdown, das Büro in London ist dichtgemacht und Chloe ist zu Hause auf dem Land im Homeoffice und versucht, ihren Arbeitsrhythmus beizubehalten. Sie fühlt sich zerrissen und empfindet immense Rastlosigkeit und Angst vor der Zukunft. »Das veränderte Tempo machte mir sehr zu schaffen«, schreibt sie.
Chloe will gerade spazieren gehen, als sie Hundegebell hört und einen Mann, der seinen offenbar ausgebüxten Hund ruft. Kurz darauf findet sie mitten auf dem Feldweg ein winziges Wesen: Ein Hasenbaby! Daran hat sie keinen Zweifel, obwohl sie noch nie zuvor einen jungen Hasen gesehen hat.
Chloe findet beim Spaziergang mitten auf dem Grasstreifen eines Feldwegs ein Hasenbaby
Das Hasenbaby ist nicht größer als ihre Hand. Sie überlegt: Wahrscheinlich hat der Hund, den sie vorher gehört hatte, das Hasenbaby geschnappt und dann wieder fallengelassen. Sie könnte es dort lassen, in der Hoffnung, dass es einen sicheren Unterschlupf findet und von seiner Mutter gefunden wird, bevor es von einem Fuchs oder Bussard entdeckt oder von einem Auto zerquetscht wird. Oder sie könnte es hochheben und ins hohe Gras setzen, mit dem Risiko, dass seine Mutter es vielleicht nicht findet oder es durch den fremden Geruch nicht mehr annehmen würde. Darum beschließt sie zunächst, das Häschen dort zu lassen, wo sie es gefunden hatte, merkt sich aber genau die Stelle, in der Hoffnung, dass das Häschen von seiner Mutter gefunden und später nicht mehr dort sein würde.
»Als ich auf dem Rückweg vier Stunden darauf wieder vorbeikam, hatte ich den Hasen fast vergessen. Doch da saß er immer noch, mitten auf dem Weg, genauso, wie ich ihn zurückgelassen hatte«, erinnert sich Chloe Dalton. Bussarde kreisen am Himmel. Sie will das Hasenbaby nicht zum Sterben auf dem Acker zurücklassen. Schließlich beschließt sie aus dem Bauch heraus, das Hasenbaby mit nach Hause zu nehmen. Vielleicht hatte der Hund das Häschen verletzt oder die Mutter war getötet worden.
Zuhause untersucht sie das kleine Tier. Es scheint nicht verletzt zu sein. Dann ruft sie einen Naturschützer aus der Gegend an, um ihn um Rat zu fragen. Doch er sagt: »Sie müssen sich leider mit dem Gedanken abfinden, dass es wahrscheinlich verhungern wird oder durch Stress stirbt.« Er hätte noch nie gehört, dass jemand ein Feldhasenbaby erfolgreich aufgezogen hätte.
Damit will sich Chloe nicht abfinden. Ihre Kämpfernatur meldet sich: »Und nun stand ich unversehens über ein wildes Lebewesen gebeugt, das ich irgendwie füttern und am Leben erhalten musste. Das Hasenjunge wartete geduldig, nichtsahnend, was mir durch den Kopf ging«, berichtet sie.
Womit füttert man ein Hasenbaby, das vielleicht einen Tag alt ist?
Chloe ruft ihre Schwester an, die schon viele verwaiste Lämmchen und Katzenbabys aufgezogen hat und ihr sofort laktosefreien Milchersatz vorbeibringt. Sie verrührt das Pulver mit Wasser, füllt es in eine Pipette, die sie in einer Tasse mit warmem Wasser auf Körpertemperatur erwärmt. Dann hebt sie das Hasenbaby hoch und hält es vorsichtig an ihre Brust. In ihrem Buch schreibt sie: »Es war warm und weich und beinahe gewichtslos, so klein, dass es problemlos in die Mulde meiner Hand passte. Durch den Stoff konnte ich die Form seiner Pfoten spüren.«
Chloe dreht den kleinen Hasen ein wenig zu sich nach oben, schiebt die Pipette in die winzige Öffnung seines Mundes und drückt ein paar Tropfen Milch heraus. Dann setzt sie ihn in eine Schuhschachtel und sammelt Gras vom Wegrand, in der Hoffnung, dass dies dem Hasenbaby vertraut sein würde, und polstert damit den Karton aus. Doch sie befürchtet, am nächsten Morgen den kleinen Hasen leblos vorzufinden.
Wird der kleine Hase überleben?
»Im frühen Morgenlicht eilte ich mit einem mulmigen Gefühl im Bauch die Treppe hinunter und stellte fest, dass sich der kleine Hase im Gras ein Nest gebaut hatte, kaum größer als er selbst. Als ich mich neben ihn setzte, reckte er seine winzigen Ohren in die Höhe, als wäre er nun bereit für diese Welt«, berichtet Chloe in ihrem Buch. Entgegen aller Befürchtungen ist das Hasenbaby am Leben und es trinkt die Milch.
Chloe recherchiert im Internet. Sie liest, dass ein Feldhasenjunges nur einmal am Tag von der Mutter gesäugt wird. Will man ein verwaistes Feldhasenjunges aufziehen, sollte man ihm dreimal am Tag zu trinken geben, um die Chance zu erhöhen, dass es genügend Nahrung bekommt. Mit etwa acht Wochen, wenn der Hase feste Nahrung zu sich nehmen könne, sollte er in die Natur entlassen werden. Das Problem sei aber, dass ein Hasenjunges das Trinken verweigere, wenn es Angst habe und somit die Gefahr des Verhungerns bestehe.
Doch Chloes Hasenbaby trinkt - und am Ende der ersten Woche trinkt es immer kräftiger. Sie erinnert sich: »Wenn ich den Hasen nach dem Füttern absetzte, lief er quer durchs Zimmer oder kletterte mit prall gefülltem Bauch über meine Beine.« Nachdem es eine Zeitlang herumgelaufen war, setzt sie das Hasenbaby wieder in sein Nest zurück. »Obwohl die Seite offen war, verließ es nie sein Nest. Jedes Mal, wenn ich nach ihm sah, fand ich es reglos geduckt im Heu. Erst später verstand ich, dass dies dem Verhalten von Junghasen in freier Wildbahn entspricht, die ihr Nest in den ersten Lebenswochen niemals verlassen, solange es hell ist.«
Freiheitsliebe: Das Hasenkind kann kommen und gehen, wann es will
Als das Hasenkind größer wird, baut Chloe auf Empfehlung der Hasen-Website einen Laufkäfig als Vorstufe zur späteren Auswilderung in die Natur. Doch nach wenigen Tagen bemerkt sie, dass mit dem Hasen etwas nicht stimmt, und eines Morgens ist sein Urin seltsam rötlich. Da gibt sie das Laufgehege auf, auch auf die Gefahr hin, dass sie später die Zimmerteppiche erneuern müsse. Sie stellt den Karton des Hasenkindes wieder auf den Boden und lässt alle Türen im Haus und auch die Tür in den Garten offen.
»Die neu erlangte Freiheit animierte den Hasen dazu, seinen Stützpunkt zu verlegen, und zwar immer weiter in meinen Teil des Hauses, wo er seine Zeit im Wohnzimmer oder bei mir im Büro verbrachte, das ebenfalls in den kleinen Garten hinausführte«, berichtet Chloe. Und nie hinterlässt der kleine Hase Köttel im Haus. Bald gelingt es ihm, die Treppenstufen zu erklimmen, die zu Chloes Schlafzimmer hochführen. Und er macht es sich zur Gewohnheit, während des Tages unter ihrem Bett zu schlafen. Chloe erinnert sich: »An manchen Nachmittagen kam das Hasenjunge die Schlafzimmertreppe nur zur Hälfte herunter und blieb hinter mir auf einer Stufe mit Teppichbelag sitzen, offensichtlich unbeeindruckt vom Klang der Stimmen während endloser Videokonferenzen oder dem Rattern des Druckers, wenn er plötzlich zum Leben erwachte und Seite für Seite ausspuckte. Jedes Niesen oder andere fremde Geräusche - wie das Zischen beim Öffnen einer Mineralwasserflasche, auch wenn man sie noch so vorsichtig aufdrehte - sorgte dafür, dass er wie der Blitz aus dem Haus rannte.«
Vertrautes Zusammenleben mit Hase
Während Chloé am Schreibtisch arbeitet - die meiste Zeit in Videokonferenzen oder mit Telefonaten-, sitzt der kleine Hase nun immer öfter auf der Treppe. Manchen Leuten erzählt sie am Telefon sogar von dem kleinen Hasen. »Doch wie mir auffiel, verschwieg ich dabei, dass er mir immer mehr ans Herz wuchs«, schreibt sie. Sie befürchtet, dass dies unseriös oder zu emotional wirken könnte - schließlich arbeitet sie als politische Beraterin.
Viele Jahre hatten hektische Betriebsamkeit, Dauerstress, ein Zustand ständiger Wachsamkeit und Unberechenbarkeit Chloes Leben bestimmt. Der kleine Hase wirkt auf sie entspannt und entspannend zugleich. Sie berichtet: »Immer wieder schlich ich mich nun kurz vom Schreibtisch fort, um einen schnellen Blick auf den Hasen zu werfen, fasziniert von seiner sanften und friedvollen Art.«
Nachdem er am Nachmittag eine Weile auf der Treppe gesessen hat, steht der kleine Hase auf und geht durch die offene Tür oder Luke in den Garten, der von einer Steinmauer umgeben ist. Bevor es dunkel wird, holt Chloe ihn herein und füttert ihn in der Küche. In ihrem Buch schreibt sie: »Er lag zum Trinken nicht mehr auf meiner Hand, sondern kletterte auf meinen Schoß und legte sich mit der Schwanzseite zu mir bäuchlings auf den Oberschenkel. Mit einer Hand stützte ich seine Vorderpfoten ab und hielt mit der anderen die Flasche.«
Anschließend läuft der Hase mit Chloe ins Wohnzimmer und legt sich auf der Fensterbank über dem Sofa, nicht weit von ihrem Kopf, auf ein Kissen. Bald besucht sie der kleine Hase auch nachts in ihrem Schlafzimmer und sie hört seine kleinen Füße auf dem Teppich herumtrippeln.
Die Aufzucht des Hasenkindes ist für Chloe ein ständiges Ausprobieren und Lernen
Der kleine Hase wächst mit erstaunlicher Geschwindigkeit. In der Natur sind Junghasen im Alter von etwa dreißig Tagen von der Muttermilch entwöhnt. Es bereitet ihr große Sorgen, nicht genau zu wissen, welches Futter ihr Hase jetzt bekommen sollte. Sie bringt ihm verschiedene frische Gräser, doch der kleine Hase will sie nicht essen.
Chloe recherchiert im Internet und lässt sich extra von der London Libary Bücher zuschicken. Sie stellt fest, dass zwar viel über die Aufzucht von Kaninchen zu finden ist, aber nichts über die Aufzucht von Feldhasen. In ihrem Buch schreibt sie: »Bei meiner Lektüre stieß ich auf unzählige Ausführungen darüber, wie man Hasen jagt, tötet oder zubereitet, doch ich fand nicht ein Wort darüber, wie man sie aufzieht. Ich überblätterte eilig die zahllosen Farbdrucke von Stillleben mit toten Hasen, welche die Wände unserer Museen und Kunstausstellungen zieren: Hasen, die kopfüber von Fleischerhaken hängen oder der Länge nach hingeworfen auf Tischen liegen, die Läufe mit Seilen verknotet, während das Blut unter ihren Köpfen zu kleinen Pfützen zusammenläuft.« Und auch viele Rezepte sind dabei: Von »Hase in Kohl« bis Haseneintopf.
Schließlich stößt sie in einem Buch auf die Gedichte von William Cowper (1731 - 1800), der mehrere Hasen aufgezogen hatte, und einen Aufsatz des englischen Dichters, in denen er Gemüse-Gänsedistel, Löwenzahn, Blattsalat, grünes Getreide, Stroh, Kräuter, Hafer sowie Brotwürfel, vermischt mit Möhrenraspel und Apfelschale als die am besten für Hasen geeigneten Nahrungsmittel beschreibt. Sie versucht fast alles auf Cowpers Liste. Schließlich findet sie heraus, dass ihr Hase am liebsten Haferflocken mag. Im Garten isst er Himbeeren und später auch Klee.
Hase pendelt zwischen der freien Natur und Chloes Garten und Landhaus hin und her
Es stellt sich heraus, dass es sich bei Chloes Hasen um ein Mädchen handelt. Chloe begegnet ihr mit Neugier, Respekt und gewährt ihr bei aller Zuwendung die größtmögliche Freiheit. Chloe will ihr Hasenmädchen - das sie einfach »Hase« nennt - auf seine Rückkehr in die freie Natur vorbereiten. Doch Hase bleibt bei ihr, kann kommen und gehen, wann sie will und frei durch den Garten und die umliegenden Felder streifen. Das Hasenmädchen ist nicht zahm, lässt sich nicht streicheln und liebt seinen Freiraum.
Bald ist Hase erwachsen. Sie lebt in der freien Natur der umliegenden Felder, kehrt aber jeden Tag in Chloes Garten und Landhaus zurück. Und eines Tages bringt Hase in dem Garten ihre Kinder zur Welt - Chloe entdeckt sie erst, als sie etwa zwei Wochen alt sind und tagsüber abenteuerlustig rund ums Haus unterwegs sind.
Ein ultimativer Vertrauensbeweis
Ein Jahr später bringt sie an einem Nachmittag Ende April in Chloes Büro zwei Hasenbabys zur Welt - hinter dem Stuhl, auf dem sie jeden Tag bei der Arbeit sitzt. Chloe entdeckt die Hasenbabys eingekuschelt in den Falten des Vorhangs. »Das Vertrauen, das Hase mir entgegengebracht hatte, überwältigte mich«, schreibt sie. Tagsüber liegen die kleinen Hasenbabys in ihrem Versteck, während Chloe im Haus herumläuft. Vor Einbruch der Dunkelheit kommt die Hasenmutter ins Haus zurück. Chloe erinnert sich: »Sie lief in der Küche unmittelbar auf mich zu, stellte sich auf die Hinterbeine und klopfte mir mit ihren federleichten Pfoten auf die Oberschenkel. Ich hockte mich hinunter und sie lehnte sich seitlich an mich.«
Am nächsten Morgen sieht Chloe auf der Kamera, dass Hase ihre Jungen in der Nacht drei Mal gesäugt hatte: um zehn Uhr abends, um zwei Uhr und um fünf Uhr morgens. »Die Fütterungsintervalle waren also wesentlich kürzer, als die Studien, die ich gelesen hatte, behaupteten«, schreibt sie. »Dort hieß es, dass Häsinnen ihre Jungen nur ein Mal innerhalb von vierundzwanzig Stunden säugen, immer nach Sonnenuntergang.«
Bald liegen die beiden Hasenkinder auf dem Sofa oder sitzen auf der Fensterbank, wenn Chloe morgens herunterkommt. In ihrem Buch berichtet sie: »Wenn ich den Raum betrat, trabten sie locker auf die Türöffnung zu, wachsam, jedoch ohne Angst. Wenig später würden sie sich dann oben in meinem Zimmer zum Schlafen hinlegen, ein Muster, das erstaunliche Ähnlichkeit mit dem Verhalten ihrer Mutter aufwies, als diese noch klein war. Das Gefühl von Sicherheit, das sie dorthin gezogen hatte, spürte ihr Nachwuchs nun wohl auch.« Und wie ihre Mutter spielen die Häschen am Nachmittag im Garten, durch den sie durch die kleine Hasentür gelangen.
Im Garten spielen die Hasenkinder ausgelassen. Und Chloe berichtet Unglaubliches: »Eines Tages erschreckte mich eines der Jungen, indem es kurzerhand in meinen Schoß sprang und mir begeistert auf Bauch und Beine trommelte.«
Während wir das Buch »Hase und ich« lesen, werden wir eingefangen von dieser ganz besonderen Stimmung, diesem Band des Vertrauens zwischen einem Menschen und einem frei lebenden Tier. Und wir werden verzaubert durch die wunderschöne poetische Sprache, mit der Chloe Dalton ihre Begegnungen mit ihrem Hasenmädchen und später auch ihren Kindern schildert und den Veränderungen, die diese besonderen Erfahrungen in ihrem Inneren und ihrer Sicht auf das Leben auslösen.
Eine unglaubliche wahre Geschichte: Chloe Dalton findet ein frisch geborenes Hasenbaby und zieht es mit Hingabe auf.
Als sie ihr Hasenmädchen in die Freiheit entlassen will, kehrt es jeden Tag in ihren Garten und ihr Haus zurück und bringt eines Tages hier sogar ihre Kinder zur Welt...
Alle Zeichnungen: © Denise Nestor. »Aus: Hase und ich« von Chloe Dalton
»Jede Minute, die Hase in meiner Nähe verbringen möchte, ist für mich wertvoll«
Inzwischen ist Hase vier Jahre alt und hat mindestens drei Mal Junghasen zur Welt gebracht, die ihrerseits wieder Kinder bekommen haben. Sie hat drei Winter und drei Ernten überlebt - und eine Verletzung ihrer Vorderpfote, durch die sie monatelang humpelte und auf drei Beinen lief, mit der Gefahr, vom Fuchs gefangen zu werden. »Sie springt über die Gartenmauer hinaus in eine Welt voller Gefahren, teils von anderen Tieren, teils von Menschen gemacht. Daher ist jede Minute, die Hase in meiner Nähe verbringen möchte, für mich wertvoll, aber vergänglich.«
»Fast jeden Morgen taucht sie zum Sonnenaufgang auf und läuft entweder, Ohren und Beine ausschüttelnd, auf das Haus zu oder hält inne, um sich in die Sonne zu legen«, schreibt Chloe. »Seit dem allerersten Tag, als ich sie fand, habe ich das Gefühl, als hätte sich ein Zauber über dieses Fleckchen Erde gelegt, und ich wäre mittendrin.«
Chloe Dalton ist aus ihrem alten Leben ausgestiegen - für das Privileg einer außergewöhnlichen Erfahrung. »Hase brachte mir Geduld bei. Sie lehrte mich - eine Frau, die ihren Lebensunterhalt mit Worten verdient -, die Würde und Überzeugungskraft der Stille zu schätzen. Sie zeigte mir ein anderes Leben, mit all den Reichtümern darin. Sie sorgte dafür, dass ich Tiere in einem neuen Licht sehe.«
Und darum gibt sie heute den Feldhasen eine Stimme: »Angefangen von der Jagd über die Landwirtschaft bis hin zur Zerstörung von Lebensräumen haben wir den Feldhasen über die Jahrhunderte hinweg viel Schaden zugefügt.« Chloe Dalton wendet sich in einem Offenen Brief an den britischen Premierminister: »Schützen Sie Hasen und ihre Jungen vor der Jagd, indem Sie in England und Wales dringend eine Schonzeit einführen.« Zahlreiche namhafte Unterstützer von Schauspiel-Ikone Judy Dench über zahlreiche Autoren, Politiker, Tierschützer, Naturfotographen, Wissenschaftler bis zum Kanzler der Universität Oxford haben sich angeschlossen.
Die Autorin
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Chloe Dalton ist Schriftstellerin, politische Beraterin und Außenpolitikexpertin. Sie arbeitete im britischen Parlament und im Außenministerium, unter anderem für den britischen Außenminister William Hague in der Koalitionsregierung von David Cameron.
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