Im Reich der Bären - Die gelassenen Gebieter des Waldes

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Braunbär Bruno, heute ausgestellt im Münchner Museum »Mensch und Natur«, als Räuber von Bienenwaben.

Bild Bär Bruno: Hellerhoff CC BY-SA 4.0

Buchvorstellung von Julia Brunke, Redaktion FREIHEIT FÜR TIERE



Am 26. Juni 2006, wurde der Bär Bruno um 4:50 Uhr in der Nähe der Rotwand im Spitzingseegebiet in Bayern erschossen. Sein Vergehen: Der junge Bär hatte es gewagt, Italien zu verlassen, deutschen Boden zu betreten und hier Bienenstöcke zu plündern und Schafe zu verspeisen, die eigentlich Menschen essen wollten. Fast 20 Jahre nach Brunos Tod bringt uns Moritz Klose, renommierter Wildtierexperte, in seinem Buch »Im Reich der Bären - Die gelassenen Gebieter des Waldes« auf eindrucksvolle Weise die Welt der Bären näher. Er zeigt, wie anpassungsfähig Bären sind und welche Rolle sie in unserem Ökosystem spielen. Dabei greift er auch kritische Themen wie sogenannte »Problembären« auf, durch die das schwierige Gleichgewicht zwischen Mensch und Natur oft ins Wanken gerät. Und er stellt die entscheidende Frage: Wie gelingt eine nachhaltige und friedliche Koexistenz von Mensch und Bär? Seine Erkenntnisse ermutigen, die kostbare Biodiversität unserer Wälder besser zu verstehen und zu schützen.

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Braunbär am Brooks River im Katmai-Nationalpark in Alaska.

Bild: Moritz Klose

Die schwierige Balance zwischen Mensch und Natur

Moritz Klose, geschäftsführender Vorstand für die NABU International Naturschutzstiftung und Wildtierexperte nimmt uns mit in die Welt der verschiedenen Bärenarten. Besonders interessant wird das Buch durch seine vielfältigen persönlichen Erfahrungen mit Bären: Er ist in Rumänien den Braunbären auf der Spur, spricht mit Grizzly-Forschern in Alaska und gerät in Bayern zwischen die Fronten von Tierschützern und Bärengegnern. Er erzählt von Bruno und Gaia und untersucht die Möglichkeiten für ein konfliktarmes Zusammenleben mit großen Wildtieren in unserer dicht besiedelten Kulturlandschaft. Denn durch sogenannte »Problembären«, die Schafe reißen, Bienenstöcke plündern und in Ortschaften kommen, gerät das schwierige Gleichgewicht zwischen Mensch und Natur oft ins Wanken. Der Wildtierexperte beleuchtet, wie durch Wissen, Respekt und Schutzmaßnahmen diese Balance wiederhergestellt werden kann, ohne die Wildtiere zu schädigen. Denn »Problembären« sind menschengemacht.

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Amerikanischer Schwarzbär, erkennbar an seinem dunklen, nahezu schwarzen Fell und dem hellen Schnauzenbereich.

Im Gegensatz zum Braunbären hat er keinen ausgeprägten Schulterbuckel und eine schlankere Schnauze. Schwarzbären sind zudem kleiner, schlanker und leichter als Braunbären. · Bild: Moritz Klose

Die häufigste Bärenart: Amerikanische Schwarzbären

Von allen Bärenarten kommt der Amerikanische Schwarzbär am häufigsten vor: Mit schätzungsweise fast einer Million Individuen gibt es mehr als doppelt so viele Schwarzbären wie von allen anderen Bärenarten zusammen. Sie leben in Kanada, den USA und Mexiko.

»In den USA leben Schwarzbären dank langjähriger Schutzbemühungen mittlerweile wieder auf etwa der Hälfte ihres ursprünglichen Verbreitungsgebietes«, erklärt Moritz Klose. »Ihre Nahrung variiert jahreszeitlich und reicht von krautiger Vegetation (vor allem im Frühjahr) über Wurzeln, Knospen, Früchte, Beeren, Nüsse bis hin zu Insekten, Kleinsäugern, Fischen und Aas. Auch von menschlicher Nahrung werden sie angezogen, darunter Abfälle, Vogelfutter, Mais, Hafer, Äpfel, Honig und Bienenstöcke.« Damit sind Schwarzbären wie die meisten Bären typische Allesesser.

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Braunbärmutter mit fast zweijährigem Nachwuchs.

· Bild: Moritz Klose

Braunbären in Europa

Braunbären kommen inzwischen wieder in 28 europäischen Ländern vor. Die etwa 20.400 Tiere werden aufgrund geografischer, ökologischer und politischer Faktoren in zehn Populationen zusammengefasst, also jeweils einer Gruppe von Bären, die ein bestimmtes Gebiet bewohnen, sich untereinander fortpflanzen und über mehrere Generationen genetisch miteinander verbunden sind.

»Die größte Braunbärenpopulation mit über 9.000 Individuen findet sich in den Karpaten (Rumänien, Polen, Slowakei und Serbien)«, erfahren wir in dem Bärenbuch. »Die Population im angrenzenden Dinarischen Gebirge und im Pindos in Südosteuropa (Slowenien, Kroatien, Bosnien-Herzegowina, Montenegro, Nordmazedonien, Albanien, Serbien und Griechenland) wird auf etwa 4.000 Tiere geschätzt.« In Skandinavien leben rund 5.000 Bären. Kleinere Bären-Populationen gibt es auch im Baltikum, im östlichen Balkan, in den Alpen, im Kantabrischen Gebirge im Nordosten Spaniens, in den Pyrenäen und im zentralen Apennin in Italien.

»Die Bären erholen sich also zunehmend in Europa, doch auch wenn die erbitterte Jagd auf die Bären der Vergangenheit angehört, gibt es heute neue Faktoren, die ihr Überleben in Europa gefährden«, erklärt Moritz Klose. Dazu zählen vor allem der Verlust von Lebensräumen durch Bau von Siedlungen und Straßen, die auch zur Isolation der einzelnen Vorkommen untereinander führen (was die genetische Vielfalt schwächt).

Das Überleben der Bären in Europa ist aber auch durch die geringe Akzeptanz in Teilen der Bevölkerung gefährdet, wenn Bären erst durch menschliche Aktivitäten angelockt werden, und dann der Aufschrei groß ist, wenn sie Schafe fangen oder Bienenstöcke plündern.

Die Essgewohnheiten von Braunbären sind wie bei den Schwarzbären vielfältig: Sie sind Allesesser, die sich vorwiegend vegetarisch ernähren. Durchschnittlich drei Viertel der Nahrung sind pflanzlich, der Speiseplan variiert je nach Region und Jahreszeit. Im Frühjahr, wenn sie aus dem Winterschlaf erwachen, verspeisen sie Gräser, Kräuter, Wurzeln, Blätter, Pflanzentriebe, Beeren, Nüsse und sogar Rinde. Im Sommer machen Beeren einen Großteil der Nahrung aus, später im Jahr auch Eicheln, Tannenzapfen und Pinienkerne. »Bären verbringen bis zu sechzehn Stunden am Tag mit Nahrungssuche und Fressen. Mit ihren langen Krallen können sie hervorragend Wurzeln, Insekten und unterirdisch lebende Nagetiere ausgraben«, erfahren wir weiter.

Forschungen zeigen: Bären sind intelligenter als gedacht

Viele Forschungen zur Intelligenz und zum Lernverhalten von Bären der letzten Jahre und Jahrzehnte zeigen, dass Bären ähnlich wie Elefanten und Menschenaffen wesentlich intelligenter sind als bisher angenommen. »Bären sind in der Lage, Werkzeuge zu ihrem eigenen Nutzen zu verwenden, und können auf Bildern abgebildete Objekte erkennen. In Tests konnten sie nicht nur zwischen Braunbären und Eisbären unterscheiden, sondern auch zwischen Abbildungen von Tieren und solchen, auf denen keine Tiere abgebildet waren«, erklärt der Bärenexperte.

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Rumänien: Ein offensichtlich an Futter gewöhnter Braunbär blickt erwartungsvoll in Richtung eines Busfahrers.

Futterkonditionierung - also die Gewöhnung von Bären an Futter - ist eine der Hauptursachen für Konflikte zwischen Menschen und Bären. · Bild: Moritz Klose

»Problembären«: Ihre Intelligenz und Anpassungsfähigkeit bringt Bären in Konflikte mit Menschen

»Leider bringt die hohe Intelligenz beziehungsweise Anpassungsfähigkeit die Tiere zunehmend in Schwierigkeiten«, schreibt Moritz Klose. »Doch schuld an zerstörten Bienen­stöcken, umgeworfenen Müllcontainern, aufgebrochenen Vorratskammern und potenziell tödlichen Nahbegegnungen zwischen Bären und Menschen sind nicht die Bären allein.« Wenn Wanderer, Camper und Anwohner in Bärengebieten Essensreste rumliegen lassen und Abfall nicht in bärensicheren Containern entsorgen, werden die schlauen Bären angelockt - Konflikte mit Menschen sind vorprogrammiert, die durchaus auch gefährlich werden können.

Häufig ist also das Fehlverhalten von Menschen daran schuld, dass Bären zu sogenannten Problembären werden. Auch die tragische Geschichte von Braunbär Bruno und seiner Schwester Gaia hätten vermutlich verhindert werden können, wäre ihre Mutter Jurka in ihrer Kindheit nicht an menschliche Nähe und menschliches Futter gewöhnt worden. »Es wird nämlich vermutet, dass Jurka schon in Slowenien hinter einem Hotel als Attraktion für Touristen angefüttert wurde«, erklärt Moritz Klose. »Auch im Trentino soll sie von Privatleuten aus falsch verstandener Tierliebe mit Futter angelockt worden sein, mit schwerwiegenden Folgen. Sowohl ihre ersten beiden Söhne – JJ1 (Bruno) und JJ2 – als auch ihr zweiter Wurf einige Jahre später – JJ3, JJ4 (Gaia) und JJ5 – begleiteten ihre Mutter auf der Nahrungssuche in menschliche Siedlungen und gewöhnten sich somit an die Nähe von Menschen.« Die Verantwortlichen des Bären-Wiederansiedlungsprojektes im Trentino versuchten, Jurka von menschlichen Siedlungen mit Lärm und Gummigeschossen zu vergrämen, jedoch ohne Erfolg.

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Nach dem Abschuss von Bär Bruno: Großdemonstration von Tierschützern am Schliersee.

Bild: FREIHEIT FÜR TIERE

»Bären der Welt - meidet Bayern«: Die tragische Geschichte von Braunbär Bruno

Spätestens seit dem Mittelalter wurden Bären in Europa massiv verfolgt - bis zur vollständigen Ausrottung den meisten Ländern. Die Bärenjagd war ein Elitesport. So war in Bayern die Jagd auf Bären im Mittelalter dem Adel und der hohen Geistlichkeit vorbehalten. In Deutschland wurde der letzte Braunbär 1835 in Ruhpolding erschossen.

Erst nach 170 Jahren, im Frühsommer 2006, sich ein Bär erstmals wieder nach Bayern verirrt: Der als Braunbär Bruno bekannt gewordene Jungbär JJ1 war 2004 im Naturpark Adamello-Brenta in Norditalien geboren worden. Hier wurden seit 1999 einige Bären aus Slowenien im Rahmen eines großen Auswilderungsprogramms angesiedelt.

Der junge Bär Bruno wanderte von Norditalien über die Alpen und überquerte Ende Mai 2006 schließlich die Grenze nach Bayern. Hier riss er im Loisachtal ein paar Schafe und nahm er bei Garmisch einen Hühnerstall auseinander. So fiel nur drei Tage, nachdem Bär Bruno Bayern betreten hatte, die Entscheidung ihn abzuschießen, die der damalige Ministerpräsident Edmund Stoiber so begründete: »Wenn die Experten sagen, das ist ein absoluter ... Problembär, da gibt es nur die Lösung, ihn zu beseitigen, weil einfach die Gefahr so groß ist. Dann hat der Minister keine andere Möglichkeit, äh, als eben so zu handeln, wie er gehandelt hat.«

Allerdings hatte die Bayerische Regierung - allen voran Ministerpräsident Stoiber und Umweltminister Schnappauf - nicht mit unzähligen Demonstrationen und Protesten von Tierfreunde und Tierschutzorganisationen gerechnet, die sich vehement gegen die Tötung des Bären aussprachen.

Zunächst wurde versucht, Bruno einzufangen. Nachdem dies zwei Wochen nicht gelang, fiel am 24. Juni 2006 im bayrischen Umweltministerium die endgültige Entscheidung, den Bären abschießen zu lassen. Ein Spezialteam von Jägern wurde zusammengestellt, dessen Mitglieder bis heute unbekannt sind. Am frühen Morgen des 26. Juni erlegten die Jäger Bruno mit zwei Schüssen unterhalb der Rotwand am Schliersee. Heute steht Bär Bruno ausgestopft im Münchner Museum »Mensch und Natur«.

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Proteste gegen den Abschuss von Bär Bruno vor der Staatskanzlei in München.

Bilder: FREIHEIT FÜR TIERE

Rumänen: Heimat der größten Braunbärpopulation in Europa

In Rumänien waren Bären - anders als in den meisten Ländern Westeuropas - nie ausgerottet, auch wenn fast immer Jagd auf sie gemacht wurde. In den rumänischen Karpaten leben laut Umweltministerium 7.500 bis 8.000 Bären, das ist eine der größten Braunbärenpopulationen in Europa. »Wie viele Bären es tatsächlich sind, ist nicht klar, weil es kein einheitliches Monitoring gibt«, schreibt Moritz Klose. »Manche Umweltverbände sprechen davon, dass es möglicherweise nur 2.000 Bären sind. Aus Kreisen der Jägerschaft hört man hingegen, dass es über 10.000 seien.« Naturschützer werfen den Jagdverbänden vor, sie würden bewusst zu hohe Zahlen angeben, um eine Bejagung der Tiere zu erreichen.

»Seit 2016 ist die Jagd auf Braunbären in Rumänien verboten, nur der Abschuss von Bären mit problematischem Verhalten ist erlaubt«, erklärt der Naturschützer und Bärenexperte. »Das Verbot der Trophäenjagd auf Bären in Rumänien löste eine große Kontroverse aus, die bis heute anhält. Vor allem Jagdveranstalter und Jagdvereine waren entsetzt, da sie eine wichtige Einnahmequelle in Gefahr sahen. Auch deutsche Jäger flogen bis dahin zum Bärenabschuss nach Rumänien und zahlten bis zu 10 000 Euro pro Bär.«

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Junger Bär in der Rehabilitationsstation für Braunbären in Rumänien.

Junge Bären sind gute Kletterer, die aus Neugier, zur Nahrungssuche oder um einen guten Platz für ein Nickerchen zu finden, mehrere Meter hoch in Bäume klettern. Der weiße Halskragen verschwindet mit zunehmenden Alter. · Bild: Moritz Klose

Problemmenschen

Braunbären sind artenschutzrechtlich durch die Berner Konvention in ganz Europa streng geschützt, außerdem durch die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie, die 1992 von den EU-Mitgliedstaaten unterzeichnet wurde mit der Verpflichtung, Schutzmaßnahmen für gefährdete Lebensräume und Arten umzusetzen, Schutzgebiete auszuweisen und bestimmte Arten - wie den Bären - nicht zu stören oder zu töten.

Ausgenommen sind sogenannte Problembären, die vom Menschen unerwünschtes Verhalten zeigen: Sie nähern sich Menschen, laufen auf der Suche nach Nahrung durch Wohngebiete und produzieren Schäden, indem sie ungeschützte Weidetiere töten, Hühnerställe oder Bienenstöcke zerlegen. Dennoch sind auch Problembären kaum eine direkte Gefahr für Menschen.

Doch wie wird ein Bär zum »Problembär«? Immer wieder kommt es vor, dass Menschen einzelne Bären gewollt oder ungewollt so stark an sich gewöhnen, dass diese die Anwesenheit oder Annäherung von anderen Menschen in deutlich geringerem Abstand akzeptieren als ihre Artgenossen.

»Dieses Gewöhnungsverhalten wird durch individuelle Erfahrungen erworben, häufig in der Kindheit oder Jugend der Tiere. Jungtiere haben ohnehin oft eine geringere Fluchtdistanz als ältere und sind sehr neugierig; sie lassen sich deshalb leichter an den Menschen gewöhnen als erwachsene Tiere«, erklärt Moritz Klose. »Für manche Menschen scheint es unwiderstehlich, sich niedlichen Tierkindern zu nähern. Doch was im Kindesalter unbedenklich erscheint, kann bei ausgewachsenen Wildtieren die Grundlage für die Entwicklung problematischer Verhaltensweisen sein.«

Ob durch leicht zugängliche Nahrung einem Bauernhof, durch Fütterung in Ortschaften oder als Touristenattraktion an Hotels, durch Essensreste auf einem Campingplatz, einem Rastplatz oder einer Mülldeponie: Wenn Bären einmal die Erfahrung gemacht haben, dass die Anwesenheit von Menschen Futter bedeutet, suchen sie in sie gezielt solche Orte auf oder nehmen direkten Kontakt mit Menschen auf, insbesondere wenn sie zuvor wiederholt gefüttert wurden. »Futterkonditionierte Tiere können gegenüber Menschen sehr fordernd werden«, erklärt der Bärenexperte. »Insbesondere wenn der erwartete positive Reiz in Form von Futter ausbleibt, kann es zu ernsthaften Gefahrensituationen kommen. So könnte der Bär an der Straße - wenn die Äpfel nicht von selbst aus dem Fenster fliegen - gezielt auf Autos zugehen, um sein Futter einzufordern.«

Sogenannte Problembären wurden also erst von Menschen geschaffen: durch gezielte Fütterung, durch unachtsames Herumliegenlassen von Essensresten in Bärengebieten oder durch Weidetiere, die weder durch Hirten oder Hunde noch durch bärensichere Einzäunung geschützt werden. »Wir sollten uns deshalb bewusst sein, dass es in den überwiegenden Fällen am Fehlverhalten von Menschen (sogenannten »Problemmenschen«) liegt, dass Wildtiere zur Gefahr für Menschen werden können, die von Menschen dann gern als »Problemtiere« bezeichnet werden«, so Moritz Klose.

»Ähnliche Diskussionen kenne ich auch aus Deutschland, wenn es um den Wolf geht«

In Rumänien kommt es durch »Problembären« auch zu Angriffen auf Menschen, meist Bauern oder Hirten, die ihre Nutztiere verteidigen wollten, sowie auf Forstarbeiter. Auch deshalb wächst der Druck auf die Regierung, wieder mehr Bären zum Abschuss freizugeben.

»Der Bär ist in Rumänien ein Politikum, und mit der Forderung nach einer Wiedereröffnung der Bärenjagd lassen sich auch in Rumänien, vor allem in ländlichen Gebieten, Stimmen gewinnen«, schreibt der NABU-Wildtierexperte. »Ähnliche Diskussionen kenne ich auch aus Deutschland, wenn es um den Wolf und die Forderung nach einer Reduzierung der Anzahl der Tiere geht. Zwar sind hierzulande noch keine Menschen von Wölfen angegriffen worden, aber gefühlt proportional zur Zahl der Nutztierrisse, die mit der Zahl der Wölfe steigt, werden die Rufe nach einer Regulierung - und das heißt de facto Bejagung - der Tiere lauter.«

Mit dem Abschuss von Wölfen sei jedoch keinem Nutztierhalter geholfen, denn eine dauerhafte und flächendeckende Bejagung ist kein Ersatz für Herdenschutzmaßnahmen. Wölfe legen problemlos sehr weite Strecken zurück. »Solange es ungeschützte Nutztierherden und wandernde Wölfe gibt, wird es auch zu Übergriffen auf Schafe, Ziegen, Rinder und Co. kommen«, so Moritz Klose. Bemerkenswert sei, dass rund 70 Prozent der Wolfsübergriffe in Deutschland direkt auf ungeschützte oder schlecht geschützte Herden entfallen. Es bestehe also noch großer Bedarf, den Herdenschutz in Deutschland flächendeckend auszubauen, auch in Vorbereitung auf einwandernde Bären, denn Elektrozäune und Herdenschutzhunde, die zur Verhinderung von Wolfsübergriffen eingesetzt werden, schützen weitgehend auch vor Bären.

»Im Gegensatz zu anderen Ländern, in denen große Beutegreifer nie ausgestorben sind, haben wir 150 Jahre lang nicht mit großen Wildtieren zusammengelebt«, erklärt der Biologe. »Kein Wunder und völlig verständlich, dass wir das Zusammenleben erst wieder lernen müssen. Keine leichte Zeit für uns Naturschützer, denn die Bären- und Wolfsgegner erreichen mit ihren lauten Rufen ein größeres Publikum als wir mit unseren Sachargumenten.«

Als Biologe und NABU-Wildtierexperte setzt Moritz Klose auf Vermittlung von Wissen - und er bringt uns das Leben der Bären und ihre majestätische Schönheit näher, treu dem Motto: »Nur was ich kenne, das liebe ich, nur was ich liebe, das schütze ich.« (Konrad Lorenz)

Eindringlicher Appell für die ökologische Bedeutung der Wälder und ihrer Bewohner

»Im Reich der Bären. Die gelassenen Gebieter des Waldes« ist nicht nur eine Hommage an die majestätischen und doch auf die sanften Giganten des Waldes. Das Buch ist auch ein eindringlicher Appell für das Verständnis von Biodiversität und für die ökologische Bedeutung der Wälder und ihrer Bewohner. Mit Einblicken in das Ökosystem Wald, unterstreicht Moritz Klose die Bedeutung jedes Elements in diesem komplexen Lebensnetz von der Ameise bis zum Bären.

Fotografien und persönliche Erlebnisse des Autors ergänzen das Sachbuch und ermöglichen einen einzigartigen Blick auf die geheimnisvolle Welt der Bären. Ein lesenswertes Buch für alle Tier- und Umweltschützer und Naturbegeisterte, die mehr über Bären erfahren möchten.

Der Autor

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Moritz Klose, geboren 1987 in Magdeburg, ist Biologe, Buchautor und geschäftsführender Vorstand der NABU International Naturschutzstiftung.

Moritz Klose studierte Biologie in Berlin und Naturschutz in Potsdam. Seit Jahren erforscht er Wildtiere auf der ganzen Welt. Er weiß, wo Braunbär, Brillenbär und Lippenbär zu Hause sind und welche wichtige Rolle sie in unserem Ökosystem spielen. Neben den Bären stehen Luchse und Wölfe im Fokus seiner Projekte. Er leitete für den WWF die Wildtierarbeit in Deutschland und Europa, setzte sich für die Rückkehr großer Säugetiere nach Mitteleuropa ein und förderte das konfliktarme Zusammenleben von Mensch und Tier (Wolf, Bär, Luchs). Als NABU-Stiftungsvorstand entwickelt er die strategische Ausrichtung der Stiftung weiter, knüpft Partnerschaften und treibt die Umsetzung von Naturschutzprojekten weltweit voran, um - mit einem Fokus auf bedrohte Arten und innovativen- Schutzlösungen für Mensch und Natur umzusetzen.

Das Buch

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Moritz Klose: Im Reich der Bären

Die gelassenen Gebieter des Waldes

Alles, was Sie schon immer über Bären wissen wollten

Gebundene Ausgabe, 304 Seiten

Droemer Knaur, 2025 · ISBN: 978-3-426-44904-2

Preis: 25 Euro

FREIHEIT FÜR TIERE 2/2026

Freiheit für Tiere 2/2026

Artikelnummer: 2-2026

Tiernachrichten: Schutzgebiet für ehemalige Show-Delfine in Süditalien entsteht • Verhaltenforschung: Werkzeuggebrauch bei Kühen - wie Primaten • Hobbyjagd: Freizeitvergnügen mit tödlicher Schusswaffe • Stoppt die Jagd auf Vögel! • Tierportrait: Deutschlands Wilde Wölfe • Mit Tieren leben: ERST das Buch, dann der HUND: Ratgeber VOR dem Hundekauf • 101 Empfehlungen von internationalen Wissenschaftlern: Vegane Ernährung als Schlüssel gegen zunehmende Gesundheitskrisen • Neue Studie: Ist pflanzliche Ernährung für Kinder und Jugendliche gesund? • Ernährung ohne Tierleid: Tipps für ein langes, gesundes und tierfreundliches Leben • Forschungstrend »Longevity«: Mit Pflanzenkraft gesunde Lebensjahre gewinnen - mit Rezepten • Lifestyle: »VEGAN & Delicious« von Bianca Zapatka - Tierfreundliche Rezepte

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FREHEIT FÜR TIERE 1/2026

Freiheit für Tiere 1/2026

Artikelnummer: 1/2026

Tierschutz aktiv: Delfinarien: Schluss mit Delfinen in Gefangenschaft! • Historisches Urteil in Spanien: Massive Umweltverschmutzung durch Massentierhaltungverstößt gegen Menschenrechte • Bayerns größter Milchviehbetrieb: Tierhaltungsverbot wegen schwerer Tierquälerei • Gesetz ab 2026 in Österreich: Heimtierhaltung mit Sachkundenachweis • Neues Gesetz zur Heimtierhaltung: Interview Prof. Rudolf Winkelmayer, Veterinär und Tierethiker • Ethik und Religion: Die Verfolgung von Vegetariern durch die Kirche • Tierportrait: »Hase und ich« - Ergreifende Rettung und Aufzucht eines Feldhasenbabys • Studie: Schon eine Scheibe Wurst am Tag erhöht das Risiko für chronische Krankheiten • Studie: Pflanzliche Ernährung reduziert Krebsrisiko deutlich • Italienische Küche vegan: Kochen alla Nonna • Rezept: Cavatelli agli spinaci • Rezept: Pasta al forno • Rezept: Tiramisu • DVD-Tipp: »Gottes Gäste« - Jetzt drei Tiergemärchen von Manfred Kyber auf DVD

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Neuauflage: FREIHEIT FÜR TIERE - Fakten gegen die Jagd

FREIHEIT FÜR TIERE: Fakten gegen die Jagd (völlig überarbeitete und auf 60 S. erweiterte Neuauflage)

Artikelnummer: 522

Fakten und Argumente gegen das blutige Hobby der Waidmänner und Waidfrauen: Trotz beharrlicher Propagandaarbeit der Jagdverbände sinkt das Image der Jäger immer mehr: Immer weniger Spaziergänger, Hundehalter, Reiter und Mountainbiker lassen es sich gefallen, wenn sie von Hobbyjägern angepöbelt oder sogar bedroht werden. Immer mehr Menschen protestieren gegen die Ballerei in Naherholungsgebieten. Und Berichte, dass Jäger aus Versehen Liebespaare im Maisfeld oder Ponys auf der Weide erschießen, können einem draußen in der Natur durchaus Angst machen. Warum Jäger Jagd auf Hasen machen, obwohl sie auf der »Roten Liste« bedrohter Arten stehen, kann irgendwie auch niemand mehr gut finden. Zudem haben 99,6 Prozent der Bevölkerung andere Hobbys, als Tiere tot zu schießen. Da stellt sich die Frage: Warum jagen Jäger wirklich?

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Sonderpreis: Fakten gegen die Jagd (Ausgabe 2017, 24 Seiten)

Artikelnummer: 521

Die Natur braucht keine Jäger: Fakten gegen die Jagd - Warum jagen Jäger wirklich? Die Frage »Warum jagen wir?« beantwortet eine Jagdredakteurin wie folgt: »Einige beschreiben die Jagd als Kick, andere sprechen von großer innerer Zufriedenheit. Die Gefühle bei der Jagd sind ebenso subjektiv wie in der Liebe. Warum genießen wir sie nicht einfach, ohne sie ständig rechtfertigen zu wollen?« Rationale Gründe, mit denen Jäger rechtfertigen, dass die Jagd notwendig sei, sind offenbar nur Ausreden. Jedenfalls schreibt die Jägerin: »Der Tod, der mit dem Beutemachen verbunden ist, ist verpönt. Deswegen suchen die Jäger Begründungen in Begriffen wie Nachhaltigkeit, Hege und Naturschutz.«

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Freizeitvergnügen mit tödlicher Schusswaffe: Wie lange noch?

Im Januar 2026 traf der Schuss eines Jägers einen 23-Jährigen in Nordrhein-Westfalen tödlich. In Niedersachsen verwechselte ein 77-jähriger Hobbyjäger eine Gruppe Spaziergänger mit Wildtieren - eine 58-jährige Frau wurde schwer verletzt. In der Steiermark wurde ein 42-jähriger Hobbyjäger aus Versehen tödlich in den Kopf getroffen - beim Verladen eines erschossenen Wildschweins ins Auto löste sich ein Schuss. Im Dezember 2025 tötete ein Hobbyjäger in der Oberpfalz seinen Nachbarn zwei Stockwerke über sich mit einem gezielten Kopfschuss. Ein anderer Hobbyjäger schoss vom Hochsitz aus Versehen auf einen 20-Jährigen und verletzte ihn so schwer, dass er im Krankenhaus notoperiert werden musste. Im November 2025 tötete ein Hobbyjäger in Reutlingen vier Familienangehörige und sich selbst - mit einer Schusswaffe, die er als Jagdscheininhaber legal besaß. weiterlesen

DVD gibt den Tieren eine Stimme: Der Hase und der Tod – Stumme Bitten

Der Schnee lag kalt und weiß auf freiem Felde.

Ein Hase und seine Frau suchten Futter. Die Pfoten froren. Es war ein mühsamer Weg, und der Wind pfiff über die Fläche. Die Ausbeute war kümmerlich. Man musste erst den Schnee fortkratzen, um etwas Essen zu finden.

Die Pfoten wurden so leicht wund dabei. Man musste sie dazwischen immer wieder ablecken. Auch war die Frau des Hasen leidend. Ein Bein war ihr zerschossen worden. Sie humpelte hilflos und gebrechlich über den Schnee.

»Ach, diese schrecklichen Jagden!« seufzte die Häsin. »Töten ist doch kein Vergnügen! Sogar Wölfe reißen aus Hunger, nicht aus Lust am Töten.«

»Es sind eben keine Wölfe, sondern Menschen«, sagte der Hase.


Manfred Kyber (1880-1933) war ein deutscher Schriftsteller und Tierschützer, der vor allem durch seine besonderen Tiergeschichten bekannt geworden ist. Aus zwei seiner Geschichten hat der Verlag Das Brennglas einen ergreifenden Zeichentrickfilm auf DVD produziert.

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DVD: „Stumme Bitten“ · „Der Hase und der Tod“ als Zeichentrick-Filme

Artikelnummer: 321

»Die Welt ist voll von stummen Bitten, die nicht gehört werden. Es sind Menschen, die sie nicht hören. Es scheint unmöglich, diese stummen Bitten zu zählen. So viele sind es. Aber sie werden alle gezählt. Sie werden gebucht im Buche des Lebens.« (Manfred Kyber) Ein Zeichentrickfilm, der unter die Haut geht, die »stumme Bitten« hörbar macht und den Tieren mit ergreifenden Bildern eine Stimme gibt!

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Die Verfolgung von Vegetariern durch die Kirche

»Wenn jemand Fleischspeisen, die Gott den Menschen zum Genuss gegeben hat, für unrein hält und ... auf sie verzichtet ..., der sei mit dem Bannfluch belegt.«

Papst Johannes III., Synode von Braga, 561 n. Chr.


Diesen Bannfluch verkündete Papst Johannes III. im Jahr 561 nach Christus auf der Synode von Braga in Portugal. Ein Bannfluch hatte die »Vogelfreiheit« zur Folge: Der Gebannte verlor als Ausgeschlossener aus der Gesellschaft alle Rechte.


Ganz in diesem Geiste wurden im Jahre 1051 durch die Bischofsversammlung in Goslar »Ketzer«, die ausschließlich von Pflanzennahrung lebten, zum Tode verurteilt, weil sie sich geweigert hatten, Hühner zu töten. Das Töten von Hühnern wurde zum »Test«, um Ketzer zu erkennen!
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DVD-Tipp: Jesus und die Tiere

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Jesus treibt die Tierhändler aus dem Tempel.

Jesus von Nazareth wurde im Stall mitten unter den Tieren geboren. Gab Gott damit den Menschen nicht ein Symbol, dass Sein Sohn nicht in einem Palast, sondern bei Schafen, Rindern, Eseln und Katzen zur Welt kam?

Zu Zeiten des Jesus von Nazareth wurden Lämmer und Tauben im Tempel für die Sünden der Menschen geopfert. Jesus trat gegen diesen blutigen Kult ein. Bekannt ist die Szene, wie Jesus nach seinem Einzug in Jerusalem die Tierhändler aus dem Tempel hinaustrieb und die Tiere freiließ. Und er rief: »Steht nicht geschrieben: Mein Haus soll ein Bethaus heißen für alle Völker? Ihr aber habt eine Mördergrube daraus gemacht!« (Markus 11,17)

Über die Tierliebe des Jesus von Nazareth ist in der Bibel kaum etwas zu finden. Doch aus der frühchristlichen Geschichtsschreibung wird deutlich, dass Jesus kein Fleisch gegessen hat und sich für die Tiere einsetzte... weiterlesen

DVD: Jesus und die Tiere

Artikelnummer: 318

Vergleicht man die Bibel mit apokryphen Schriften, dann ist gut zu erkennen, dass die Kernaussagen oft die Gleichen sind, aber die Tierliebe Jesu, gänzlich fehlt. In dieser DVD werden viele Begebenheiten, bei denen Jesus über die Tiere sprach, wiedergegeben.

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»VEGGIE FOR KIDS. Vegan - kinderleicht & lecker«

Die Rezepte für unser Kochbuch »VEGGIE FOR KIDS. Vegan - kinderleicht & lecker« - sind allesamt von Kindern und Jugendlichen erprobt worden: Sie sind einfach zuzubereiten, schmecken richtig lecker und sind obendrein auch noch gesund! Und das Wichtigste: Wer so kocht, hilft unseren Freunden, den Tieren! weiterlesen

VEGGIE FOR KIDS

Artikelnummer: 053

Die Rezepte für das Kochbuch »VEGGIE FOR KIDS. Vegan - kinderleicht & lecker«- sind allesamt von Kindern und Jugendlichen erprobt worden: Sie sind einfach zuzubereiten, schmecken richtig lecker und sind obendrein auch noch gesund!

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Neue Studie: Ist pflanzliche Ernährung für Kinder und Jugendliche gesund?

Die gesundheitlichen Auswirkungen von vegetarischer und veganer Ernährung im Kindesalter sind immer wieder Gegenstand von Diskussionen. Zahlreiche wissenschaftliche Studien belegen, dass eine vollwertige pflanzliche Ernährung für Kinder und Jugendliche gesund und bedarfsdeckend ist. Auch die bisher größte Studie dieser Art bestätigt nun: Pflanzliche Ernährung ist für Kinder und Jugendliche sicher und vorteilhaft. weiterlesen

Ernährung ohne Tierleid: Ein gesünderes Leben

Viele Menschen, die sich entscheiden, kein Fleisch mehr zu essen, tun dies aus ethischen Gründen: weil sie nicht möchten, dass Tiere für sie leiden und sterben müssen. Viele gehen den konsequenten Schritt weiter und lassen aus Liebe zu Kühen und Kälbchen Milch und Käse weg, essen aus Mitgefühl zu Hühnern keine Eier und leben rein pflanzlich. Und dann erfahren sie, dass eine vegane Ernährung ohne Tierleid auch die gesündeste ist!

Eigentlich würde uns dies schon der logische Menschenverstand sagen: Wie sollen Nahrungsmittel, die durch Leid und Tod entstehen, für uns gesund sein? In den letzten Jahren und Jahrzehnten sind tausende wissenschaftliche Studien veröffentlicht worden, die nachweisen: Eine Ernährung mit vollwertigen pflanzlichen Lebensmitteln ist gesund und versorgt uns auch mit allem, was wir brauchen. Diese Ernährungsweise beugt überdies zahlreichen Krankheiten vor, von Herz-Kreislauf-Erkrankungen über Krebs, Diabetes und Adipositas bis zu Demenz - und schützt damit vor vorzeitigem Tod. weiterlesen

Was Tiere denken - Intelligenz und Emotion in der Wildnis

Wir fangen gerade erst an, zu begreifen, dass das Gehirn von Tieren ähnlich komplex ist wie unser eigenes. Die Warnrufe von Präriehunden etwa sind nicht nur hektische Pfeiftöne, sie übermitteln damit differenzierte Nachrichten. Gorillas nutzen Zeichensprache, um vergangene Ereignisse zu schildern - wissen sie also, was heute, gestern und morgen ist? Nicht nur Primaten oder Elefanten, selbst kleinste Ameisen, denen man einen Farbtupfer auf dem Kopf angebracht hat, wollen diesen loswerden, sobald sie in einen Spiegel blicken - ein Beweis für ihr Ich-Bewusstsein, das Menschen erst ab dem zweiten Lebensjahr entwickeln. In ihrem Buch »Was Tiere denken - Intelligenz und Emotion in der Wildnis präsentiert Marianne Taylor 60 Tierarten, ihre bemerkenswerten kognitiven Fähigkeiten, ihre Gefühle und ihre ausgefeilte Kommunikation. weiter

Bayerischer Tierärztetag: Tierqual bei Milchkühen

Razzia auf Skandalhof in Bad Grönenbach. Pressemitteilung SOKO Tierschutz Kopie

Kühe, die nicht mehr laufen können, werden mit Treckern weggeschleift, Mitarbeiter treten ein liegendes Kalb:

Die aktuelle Undercover-Recherche von SOKO Tierschutz in Bayerns größtem Milchviehhof in Bad Grönenbach zeigt erneut massive Verstöße gegen den Tierschutz. · Bild: SOKO Tierschutz

Von Annemarie Botzki, Recherche und Kampagnen bei der Verbraucherschutzorganisation foodwatch e.V.

»Alle haben die Nase voll« - das ist der Satz, der mir vom bayerischen Tierärztetag in Kulmbach besonders im Ohr hängen bleibt. sitze mit 150 amtlichen und Amtstierärzt:innen in einem Konferenzraum. Normalerweise sind sie in detaillierte, fachliche Diskussionen vertieft. Aber diesmal ist die Stimmung anders. Angespannt. Frustriert. weiter

Die dunkle Seite der Milch: Das Leid der Kälbchen

Die Milchindustrie gaukelt uns in der Werbung gerne vor, dass Kühe ein glückliches Leben auf grünen Weiden führen. Wie sieht die Realität aus? Milchkühe müssen ihr Leben in den meisten Fällen ganzjährig im Stall verbringen - zum Teil sogar immer noch in besonders tierquälerischer Anbindehaltung. So hält nach Angaben des Bayerischen Bauernverbands rund die Hälfte der circa 25.000 Milchviehbetriebe in Bayern ihre Tiere in Anbindehaltung. Damit die Kühe immer Milch geben, werden sie jedes Jahr künstlich befruchtet. Die neugeborenen Kälber werden ihren Müttern kurz nach der Geburt weggenommen. Die Milch, welche die Natur für die Kälbchen bestimmt hat, wird maschinell abgepumpt, industriell verarbeitet und im Supermarkt verkauft. Was passiert dann eigentlich mit den Kälbern? weiter

Gestatten. Biber. Eine außergewöhnliche Freundschaft mit einer wildlebenden Biberfamilie

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Christian Kuschenreiter Aug’ in Aug’ mit einem Biber. Das freilebende Tier hat Vertrauen wie zu einem Familienmitglied.

Schwarze Knopfaugen, beeindruckende Schneidezähne, großer Paddelschwanz, Stupsnase und dichter Pelz: Biber sind entzückende Tiere, und obendrein schlau, empathisch, kommunikativ, verspielt - und eigentlich sehr scheu. Als Bettina und Christian Kutschenreiter im Jahr 2003 beim Fotografieren an einem Fluss in Oberbayern auf eine Biberfamilie treffen, ist das der Beginn einer außergewöhnlichen Freundschaft, die bis heute anhält. Die Biber lassen die beiden Tierfreunde nach und nach an ihrem Leben teilhaben und suchen schließlich sogar bewusst ihre Nähe. Jetzt haben die beiden ein Buch über ihre Erlebnisse mit den Bibern geschrieben - mit vielen wunderschönen und sicher einzigartigen Fotos. weiter

Die Intelligenz der Hunde

Die internationale Forschung hat sich in den letzten Jahren zunehmend mit der Intelligenz von Hunden beschäftigt und dabei so manches bestätigt, was Hundefreundinnen und Hundefreunde längst wussten: Hunde denken viel komplexer als gedacht. Aber: Was genau ist Hundeintelligenz? Wie misst man sie? Haben wir dazu überhaupt die richtigen Werkzeuge und Vergleichsmaßstäbe? Sind »Menschenschläue« und »Hundeschläue« überhaupt vergleichbar? Und in welchen Bereichen haben Hunde andere oder viel mehr geistige Kompetenzen als wir? weiter

Trügerische Küstenidylle: Jagd auf Seehunde im Wattenmeer

Wussten Sie, dass Hobbyjäger an der deutschen Nordseeküste und auf den Nordseeinseln jedes Jahr Hunderte Robben und Robbenbabys erschießen? Und das, obwohl laut EU-FFH-Richtlinie die Jagd auf Seehunde streng verboten ist? Denn die geschützten Seehunde unterliegen in Deutschland dem Jagdrecht. Sie haben zwar ganzjährig Schonzeit, doch »Seehundjäger« in Schleswig-Holstein und »Wattenjagdaufseher« in Niedersachsen sind befugt, sich um gestrandete, verletzte, verlassene und kranke Robben zu »kümmern«. weiter

Für Bienen, Schmetterlinge, Vögel, Igel & Co.: Natürlich gärtnern für die Artenvielfalt

»Lass wachsen«: Wildblumenwiesen sind für uns eine Augenweide und bieten Wildbienen, Schmetterlingen und Vögeln Lebensraum und Nahrung.

»Lass wachsen«: Wildblumenwiesen sind für uns eine Augenweide und bieten Wildbienen, Schmetterlingen und Vögeln Lebensraum und Nahrung.

Wichtig: Lassen Sie Wiesen und Stauden über den Winter bis in den Mai hinein stehen. Viele Insekten nutzen hohle Stängel als Winterquartier, darunter viele Wildbienenarten. An Stängeln und Gräsern verbergen sich Eier, Raupen und Puppen von Schmetterlingen. Die Samenstände bieten Vögeln Nahrung. · Bild: Freiheit für Tiere

Was hat unser Garten mit Tierschutz und Artenvielfalt zu tun? Auf den ersten Blick erst einmal nicht so viel. Doch vor dem Hintergrund des dramatischen Artensterbens könnten private Gärten und öffentliche Parks eine bedeutende Rolle spielen, um Inseln der Artenvielfalt zu schaffen. Und erfreulicher Weise erscheinen immer mehr Ratgeber für nachhaltiges und natürliches Gärtnern - als Gegenentwurf zum weltweit fortschreitenden Lebensraumverlust von Tieren und Pflanzen - die zeigen, wie wir auch ohne Vorerfahrung aus unserem Garten ein kleines Paradies schaffen können: für Tiere und Pflanzen, aber auch für uns selbst. weiter

Ein Jäger steigt aus

Prof. Dr. Rudolf Winkelmayer aus Niederösterreich war seit seiner Jugend leidenschaftlicher Jäger. Schon sein Vater war Jäger und nahm ihn als Kind oft mit auf die Jagd. Mehr als 100 Tiere hat der 67-Jährige in seinem Leben geschossen. Vor 14 Jahren machte er eine Kehrtwende: Von heute auf morgen beendete er das Schießen und verkaufte alle seine 16 Gewehre. Jetzt hat Prof. Winkelmayer ein Buch geschrieben: »Ein Beitrag zur Jagd- und Wildtier-Ethik«. Damit wendet er sich an seine ehemaligen Jagdkollegen und an die nicht jagende Bevölkerung und macht deutlich: »Töten als Freizeitvergnügen ist ethisch nicht vertretbar«. weiter

Interview: Ein Jäger steigt aus

Mit 16 machte er den Jagdschein, 37 Jahre lang ging er auf die Jagd. Dann hörte er von einem Tag auf den anderen mit dem Tiere töten auf. Freiheit für Tiere sprach mit dem Veterinär Prof. Dr. Rudolf Winkelmayer über seine Erfahrungen und die Gründe, warum er mit der Hobbyjagd Schluss gemacht hat. weiter

Mehr Freiheit für Pferde

Nach § 2 des Tierschutzgesetzes gilt: Wer ein Tier hält, muss dieses seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernähren, pflegen und verhaltensgerecht unterbringen. Und er darf die Möglichkeit des Tieres zur artgemäßen Bewegung nicht so einschränken, dass ihm Schmerzen, vermeidbare Leiden oder Schäden zugefügt werden. Doch was bedeutet dies für die heutige Pferdehaltung? weiter

Grausame Tierquälerei für Grana Padano-Käse

Die italienische Tierschutzorganisation Essere Animali dokumentierte in Milchviehbetrieben, die Grana Padano herstellen, schockierende Lebensbedingungen für Kühe und Kälber. Auch Gewalt durch Arbeiter gegenüber Tieren wurde dokumentiert. Grana Padano gehört neben Parmesan und Mozzarella zu den bekanntesten Käsesorten Italiens und ist der weltweit am meisten konsumierte Käse. weiter