Irrweg und Ende der Tierversuche: Warum Tierversuche ethisch, wissenschaftlich und in der praktischen Umsetzung nicht vertretbar und überholt sind

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Hirnforschung der University of Wisconsin-Madison (USA). Nach der Veröffentlichung von Fotos und einer langen PETA-Kampagne wurde das umstrittene Labor geschlossen.

Bild: PETA USA

Von Peter Jennrich, Facharzt für Allgemeinmedizin/Naturheilverfahren

Tierversuche sind ein ernstes Thema, das viele Menschen bewegt und das zunehmend als tiefe Ungerechtigkeit empfunden wird. Umfragen zeigen, dass rund 80 % der Bevölkerung in Deutschland und etwa 75 % der Menschen in der Europäischen Union Tierversuche ablehnen. Tierversuche stellen nicht nur ein ethisches Problem dar, sondern sind in vieler Hinsicht auch ein wissenschaftlicher Irrweg - mit schwerwiegenden Folgen für Tiere, Forschende und letztlich für die gesamte Gesellschaft.

Seit dem 19. Jahrhundert gelten Tierversuche als fester Bestandteil der biomedizinischen Forschung, der Arzneimittel­entwicklung und der Prüfung von Chemikalien und Konsumgütern. Insbesondere in der Medikamenten­forschung wurden sie über Jahrzehnte als unverzichtbar angesehen. Eine wichtige Grundlage dafür ist ein Gesetz in den USA aus dem Jahr 1938, das verlangte, die Sicherheit neuer Arzneimittel vor ihrer Zulassung nachzuweisen. Dies geschah in der praktischen Umsetzung fast immer durch Tierversuche. Doch diese lange etablierte Praxis gerät zunehmend in die Kritik. Einerseits aus ethischen Gründen, andererseits aber auch wegen wachsender wissenschaftlicher Zweifel an ihrer Aussagekraft.

Zahlreiche Studien zeigen inzwischen, dass Ergebnisse aus Tierversuchen häufig nur eingeschränkt oder gar nicht auf den Menschen übertragbar sind. Viele Wirkstoffe, die im Tiermodell erfolgreich erscheinen, versagen später in klinischen Studien am Menschen oder verursachen schwere Nebenwirkungen. Noch schwerer wiegt jedoch die Frage nach dem Leid der Tiere.

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Draize-Test an Kaninchen

Der Draize-Test ist ein 1944 entwickelter Tierversuch zur Prüfung der Schleimhaut- und Hautverträglichkeit von Chemikalien und Kosmetika. Dabei wird die Testsubstanz in das Auge oder auf die rasierte Haut eines lebenden Kaninchens appliziert und über Tage auf Rötungen, Schwellungen oder Verätzungen beobachtet. Für Chemikalien, Medikamente oder Reinigungsmittel wird der Draize-Test in der EU bis heute angewendet.
Bild: PETA USA

Tiere sind fühlende und soziale Lebewesen

Tiere sind keine empfindungslosen Objekte. Sie nehmen ihre Umwelt bewusst wahr, pflegen soziale Beziehungen, kommunizieren miteinander und reagieren auf die Gefühle anderer Lebewesen. Sie empfinden Freude, Geborgenheit und Neugier - aber auch Angst, Stress, Verzweiflung und Trauer. Viele Tierarten helfen einander, trösten verletzte Gruppen­mitglieder oder arbeiten gemeinsam bei Nahrungssuche und Aufzucht des Nachwuchses zusammen.

Elefanten, Delfine, Wale, Schimpansen, Schweine, Ratten und viele Vogelarten zeigen Verhaltensweisen, die auf Mitgefühl und Hilfsbereitschaft hindeuten. Delfine wurden beispielsweise dabei beobachtet, verletzte Tiere an die Wasseroberfläche zu tragen, damit diese atmen können. In Neuseeland half ein Delfin sogar gestrandeten Walen zurück ins offene Meer: eine Walmutter und ihr Kalb waren in flachem Wasser nahe einer Sandbank gestrandet und fanden trotz über eineinhalbstündiger Bemühungen von Umweltschützern und Freiwilligen den Weg ins tiefe Wasser nicht zurück. Da tauchte ein Delfin auf, interagierte mit den gestressten Walen und führte sie anschließend über einen schmalen Kanal sicher ins offene Meer. Ein Naturschützer vor Ort berichtete, dass die Wale nach dem Kontakt mit dem Delfin ruhig wurden und ihm willig folgten, nachdem menschliche Rettungsversuche zuvor gescheitert waren. Mitgefühl und soziale Verantwortung sind also keineswegs ausschließlich menschliche Eigenschaften.

Umso problematischer erscheint es, dass Tiere in Laboren als bloße Versuchsobjekte behandelt werden. In der Psychologie spricht man hier von »Objektivierung« oder »Verdinglichung«. Gemeint ist damit die Reduktion eines fühlenden Lebewesens auf ein Werkzeug oder einen Gegenstand, dessen eigene Bedürfnisse und Interessen nicht mehr wahrgenommen werden. Dadurch wird ihre Subjektivität, Würde und Komplexität vernachlässigt. Eigenständige Lebewesen sollen durch die Objektivierung in starre, berechenbare Größen verwandelt werden. Ihnen wird die Fähigkeit zur Selbstbestimmung abgesprochen und sie werden quasi als Werkzeug für die Zwecke anderer benutzt. Gefühle und Erlebnisse der Tiere werden ignoriert oder als irrelevant abgetan und sie werden behandelt als wären sie das Eigentum des Menschen.

Die Objektivierung der Tiere ist zugleich aber auch die Grundlage für viele methodische Fehler, die letztlich die Aussagefähigkeit der Tierversuche immer mehr in Frage stellen. Darauf werden wir später noch genauer eingehen. Doch lassen Sie mich zunächst das Ausmaß der Problematik aufzeigen.

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Tierversuche an Hunden in Frankreich.

Bild: PETA Frankreich

Millionen Tiere leiden und sterben jedes Jahr

Die Zahl der Tiere, die weltweit im Zusammenhang mit Tierversuchen sterben, ist enorm. In den USA existieren für Mäuse, Ratten und Vögel keine vollständigen gesetzlichen Erfassungspflichten. Schätzungen gehen dort von 20 bis über 100 Millionen Tieren pro Jahr aus.

In Deutschland wurden im Jahr 2024 rund 1,95 Millionen Wirbeltiere in Tierversuchen eingesetzt und getötet. Hinzu kamen etwa 1,1 Millionen Tiere, die zwar für Versuchszwecke gezüchtet, anschließend aber nicht verwendet und dennoch getötet wurden. Diese Tiere werden in der Laborsprache oft als »Überschusstiere« bezeichnet.

Besonders betroffen sind Mäuse und Ratten, die etwa 80 % aller Versuchstiere ausmachen. Aber auch Fische, Kaninchen, Schweine, Hunde, Katzen, Affen, Pferde und viele andere Tierarten werden für Versuche missbraucht.

Die tatsächliche Zahl der zu Versuchszwecken getöteten Tieren liegt aber in Wirklichkeit wesentlich höher, denn nach dem deutschen Tierschutzgesetz gelten Versuche an wirbellosen Tieren nicht als Tierversuche. Sie sind somit genehmigungsfrei, da sie nicht unter die strenge Regulierung für Wirbeltiere fallen. Betroffen sind Fruchtfliegen, Bienen oder Krebse. Die Zahl der getöteten Tiere wird nicht erfasst.

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In den USA sind über 100.000 Affen in Forschungseinrichtungen registriert (Stand Ende 2025).

Die National Institutes of Health der USA stehen seit Jahren in der Kritik, weil sie Tierversuche an Affen unter anderem zur Neurowissenschaft und zur Infektionsforschung finanzieren und durchführen. Dies hat schwere Traumatisierungen zur Folge.

Nach jahrelanger Kritik von Tierschutzorganisationen kündigte das National Institut of Health an, ab Juli 2025 keine Fördertöpfe mehr für Forschungsprojekte auszuschreiben, die ausschließlich auf Tierversuchen basieren. Dies bedeutet noch nicht, dass ausschließlich tierversuchsfreie Methoden zur Anwendung kommen, dürfte aber dazu führen, dass weniger Tiere in Experimenten verwendet werden.

Auch die US-amerikanische Behörde für Lebens- und Arzneimittel FDA sieht Tierversuche inzwischen kritisch. Dr. Tracy Beth Høeg, Senior Advisor der FDA, erklärte, dass der Großteil der Medikamente, die im Tierversuch erfolgreich getestet wurden, später beim Menschen versagen. Besonders hob sie hervor, dass bei der Entwicklung von monoklonalen Antikörpern, einer spezifischen Art von Medikamenten, pro Wirkstoff meist 144 Affen eingesetzt werden - was sehr hohe Kosten bedeutet. Trotzdem haben diese Tests keine Aussagekraft über Sicherheit oder Wirksamkeit der Medikamente beim Menschen.

In Deutschland gibt es schätzungsweise 1.500 bis über 2.000 Affen in Versuchslaboren. Für die Hirnforschung werden ihnen Implantate und Elektroden direkt in den Schädel operiert. Affen werden auch für Giftigkeits- und Verträglichkeitstests oder die Impfstoff- und Infektionsforschung missbraucht.

Bild: PETA USA

Überschusstiere

»Überschusstiere« sind Tiere, die zwar für Versuche gezüchtet, aber aufgrund genetischer Abweichungen, falschen Geschlechts oder falschen Alters nicht eingesetzt werden. Die Zahl der getöteten Überschusstiere liegt fast genauso hoch wie die der Tiere, die tatsächlich in Versuchen eingesetzt werden.

Allein 2023 wurden in Deutschland über 1,37 Millionen Tiere als »Überschuss« getötet. Die Tötung erfolgt oft aus wirtschaftlichen Gründen, da die Versorgung bis zum natürlichen Lebensende als zu teuer gilt. Unverständlich bleibt, dass die Tötung aus rein wirtschaftlichen Gründen laut §17 Tierschutzgesetz strafbar ist, dies aber bei der Tötung der Überschusstiere scheinbar außer Acht gelassen wird.

Tierschutz- und Tierrechtsorganisationen wie PETA und Ärzte gegen Tierversuche fordern ein Ende dieser Praxis.

Die Fruchtfliege: Klein, aber empfindungsfähig

Besonders häufig werden genehmigungsfreie Versuche an der Fruchtfliege durchgeführt. Lange wurde angenommen, ein so kleines Tier könne keine echten Empfindungen haben. Man dachte diese Fliege ist zu einfach, um irgendetwas zu »fühlen«, sie reagiert nur automatisch, wie eine kleine Maschine. Doch die Vorstellung, dass Tiere kleine Maschinen sind, ohne Gefühle oder ein Eigenleben, ist längst überholt. Die moderne Forschung kommt zu anderen Ergebnissen: Die Fruchtfliege besitzt ein erstaunlich komplexes Nervensystem. Etwa 70 % ihrer Gene haben Entsprechungen beim Menschen. Grundlegende Prozesse wie Lernen, Gedächtnisbildung, Schlafrhythmus und Entscheidungsverhalten zeigen bemerkenswerte Parallelen zwischen Fliege und Mensch.

Auch wenn das Gehirn einer Fruchtfliege wesentlich weniger Nervenzellen hat als das des Menschen, so sind doch ihre Leistungen beachtlich: sie kann lernen, sie kann sich Dinge merken, sie trifft Entscheidungen, sie passt ihr Verhalten an neue Situationen an und sie kann aus guten und schlechten Erfahrungen lernen. Das alles spricht dagegen, dass sie nur automatisch auf Reize reagiert. Die Fliege merkt sich auch Erfahrungen und nutzt sie für zukünftige Entscheidungen. Das ist deutlich mehr als ein Reflex. Zudem verhalten sich Fruchtfliegen nicht immer gleich. Ihre innere Verfassung spielt eine wichtige Rolle und hat Einfluss auf ihr Verhalten. So geht eine hungrige Fliege größere Risiken ein, um an Futter zu kommen, als eine gesättigte Fliege, die vorsichtiger ist. Leidet sie unter Stress, so verändert dies Schlaf, Bewegung und Sozialverhalten. Studien weisen auch darauf hin, dass Fruchtfliegen auf anhaltenden Stress mit Verhaltensänderungen reagieren, die an Depressionen erinnern: Sie werden passiver, erkunden ihre Umgebung weniger und stellen Fluchtversuche ein, wenn diese erfolglos bleiben. All das spricht dafür, dass Fruchtfliegen nicht einfach nur biologische Maschinen sind, sondern Lebewesen mit inneren Zuständen, fühlende Wesen auf ihre eigene Art. Doch dies scheint beim Versuch keine Rolle zu spielen. Fruchtfliegen werden in Experimenten unter anderem elektrischen Schlägen, Hitzestress oder mechanischen Erschütterungen ausgesetzt.

Wenn man zum ersten Mal hört, dass Fruchtfliegen elektrischen Schlägen ausgesetzt werden und darauf mit Zeichen von Verzweiflung und Depression reagieren, so sollte man erwarten, dass sich durch die Erkenntnis, dass die Fruchtfliege ein fühlendes Lebewesen ist, das Verhalten und die Einstellung des Menschen gegenüber diesen kleinen Lebewesen grundlegend ändert. Bestürzung über das eigene mangelnde Mitgefühl und die eigene Lebensverachtung sollten dazu führen, Fruchtfliegen in Zukunft in Ruhe zu lassen. Doch zumeist ist sogar das Gegenteil der Fall. Man untersucht beispielsweise die Auswirkung von Medikamenten, Ernährung und anderen Faktoren auf die Behandlung von Depressionen bei diesen 1 mm großen Tieren. Hand auf's Herz: Was glauben Sie, wie hilfreich sind diese Versuche für Menschen, die durch den Verlust eines geliebten Menschen durch Tod, Trennungen und Scheidungen, soziale Isolation, Jobverlust oder Erfahrungen von Gewalt, Missbrauch und Vernachlässigung oder auch durch unerfüllte überzogene Erwartungen depressiv geworden sind?

Doch bevor wir auf die unzuverlässige Übertragbarkeit von Tierversuchen auf den Menschen kommen, lassen sie uns noch einen Blick auf eine weitere Tierart richten, die sehr häufig für Tierversuche missbraucht wird: die Maus.

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Mäusen und Ratten werden für Medikamententests Tumore angezüchtet.

Bild: PETA USA

Mäuse fühlen Schmerz, Angst und Mitgefühl

Es steht außer Frage, dass auch die Maus ein fühlendes Lebewesen mit einer eigenen Wahrnehmung, eigenen Gefühlen und eigenem Sozialverhalten ist. Mäuse und ebenso Ratten besitzen ein hochentwickeltes Nervensystem. Sie empfinden Schmerz, Angst und Stress, aber auch Freude und Neugier.

Wenn eine Maus verletzt wird, reagiert sie nicht nur reflexartig, sondern zeigt anhaltende Verhaltensänderungen, die auf Leiden hindeuten. Ebenso ist belegt, dass Mäuse positive Emotionen erleben können, etwa beim Spielen oder beim Erkunden neuer Umgebungen.

An ihrem Gesichtsausdruck kann man erkennen, ob eine Maus Schmerzen hat. Durch die Wölbung von Backen und Nase, das Zusammenkneifen der Augen, das Anlegen der Ohren nach hinten und die Haltung der Schnurr(bart)haare zeigt die Maus Schmerzen, selbst wenn sie noch keine typischen Verhaltensweisen wie Zittern oder Schreien zeigt. Aber auch Freude oder Ekel drückt die Maus über ihre Gesichtsausdrücke aus. Dies wird von anderen Mäusen wahrgenommen und beeinflusst deren Stimmungslage und Verhalten.

Wenn eine Maus den Gesichtsausdruck eines gestressten oder schmerzleidenden Artgenossen sieht, führt diese Wahrnehmung von Angst oder Schmerz bei dem beobachtenden Tier zu einer erhöhten Alarmbereitschaft oder Fluchtreaktionen. Werden Mäusen Videos von Artgenossen gezeigt, denen Schmerzen zugeführt werden, so reicht das bloße Zuschauen aus, um bei der beobachtenden Maus eine typische Angstreaktion auszulösen. Im Gehirn der beobachtenden Maus werden dabei bestimmte Nervenzellen aktiv, die sogenannten Spiegel­neuronen, die bewirken, dass die Maus den wahrgenommenen Schmerz des anderen quasi am eigenen Leib spürt.

Das hat natürlich auch weitreichende Konsequenzen für die tägliche Praxis in den Tierversuchsanstalten. Die gegenseitige Wahrnehmung von leidvollem, schmerzhaftem Erleben durch das Sehen, Hören oder Riechen der mitgefangenen Tiere beeinflusst die Versuchsergebnisse, so dass auch aus diesem Grund ihre Aussagekraft in Frage gestellt werden muss. Unter Menschen sind Geständnisse, die unter Folter gemacht werden zu Recht verwerflich. In der Tierversuchsforschung sind Versuchsergebnisse, die unter Bedingungen erzielt werden, die für die Tiere körperliche und seelische Folter sind, hingegen an der Tagesordnung. Die Frage bleibt jedoch, wie verlässlich diese Ergebnisse sind.

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In Deutschland fließen nach wie vor über 99% der öffentlichen Gelder für biomedizinische Forschung in Projekte mit Tierversuchen.

Mäuse sind mit einem Anteil von über 70 % die mit Abstand am häufigsten eingesetzten Versuchstiere. Jahr für Jahr werden etwa 1,3 bis 1,5 Millionen Mäuse für wissenschaftliche Zwecke (Grundlagenforschung und medizinische Tests) »verbraucht«.
Bild: PETA

Wissenschaftliche Probleme der Tierversuche

Um die Frage zu beantworten, wie verlässlich die Ergebnisse aus Tierversuchen eigentlich sind, schauen wir uns einmal die Ergebnisse einer im Mai 2022 veröffentlichten Studie an, die die Wiederholbarkeit von Ergebnissen, die aus Tierversuchen stammen, überprüft hat. Die Frage war also, ob ein Ergebnis, das durch einen Tierversuch erzielt wurde, bei Wiederholung des Versuchs reproduzierbar und somit einigermaßen verlässlich ist.

Dabei zeigte sich, dass die Ergebnisse aus identisch aufgebauten Tierversuchen vollkommen unterschiedlich sein können. Das bedeutet, dass ein Ergebnis, das bei einem Versuch erzielt wurde, bei der Wiederholung des gleichen Versuchs nicht erneut erzielt werden konnte. Wird ein Tierversuch unter standardisierten Bedingungen in einem anderen Labor durchgeführt oder wird der Versuch zu einem anderen Zeitpunkt im gleichen Labor wiederholt, so können trotzdem ganz unterschiedliche Ergebnisse zustande kommen. Die Versagensquote liegt bei 50 bis 90 %. Verantwortlich dafür sind unter anderem der Einfluss des Experimentators auf das Ergebnis und Standortunterschiede zwischen einzelnen Laboren. Aber auch ein unterschiedlich hoher Stresspegel, Geräusche, Gerüche oder selbst die Anwesenheit bestimmter Personen im Labor haben Einfluss auf die Testergebnisse. Den weitaus größten Einfluss haben aber »nicht erklärbare Unterschiede zwischen den einzelnen Mäusen«.

Ergebnisse aus identisch aufgebauten Tierversuchen können vollkommen unterschiedlich sein. Ein Ergebnis, das bei einem Versuch erzielt wurde, kann häufig bei der Wiederholung des gleichen Versuchs nicht erneut erzielt werden. Die Versagens­quote liegt bei 50 bis 90%.

Lässt man diese Aussagen einmal in Ruhe auf sich wirken, so muss man sich doch die Frage stellen, wie zuverlässig Tierversuche eigentlich sind. Wenn Ergebnisse nicht zuverlässig reproduzierbar sind, wird ihre wissenschaftliche Aussagekraft grundsätzlich fragwürdig.

Doch damit nicht genug: Neben den ethischen Einwänden und der mangelhaften Wiederholbarkeit gibt es weitere wissenschaftliche Kritik an Tierversuchen. Ein zentrales Problem ist dabei die mangelnde Übertragbarkeit auf den Menschen.

Die hohe Fehlerrate bei der Übertragung von Tier­versuchen auf den Menschen, eine mangelhafte Reproduzierbarkeit von Tierversuchsergebnissen und ethische Fragen machen Tierversuche als Standard-methodik zunehmend fragwürdig.

Tiere unterscheiden sich in wichtigen biologischen Bereichen vom Menschen - etwa in Genetik, Stoffwechsel, Immun­reaktionen und Organfunktionen. Deshalb kann eine Substanz, die bei Mäusen wirksam oder ungefährlich erscheint, beim Menschen wirkungslos oder sogar gefährlich sein. Besonders deutlich zeigt sich dies in der Arzneimittelforschung: Über 90 % der Wirkstoffe, die Tierversuche erfolgreich bestehen, scheitern später in klinischen Studien am Menschen - entweder wegen mangelnder Wirksamkeit oder unerwarteter Neben­wirkungen.

Wenn viel Energie in eine wenig erfolgreiche Praxis gesteckt wird, dann hat das schwerwiegende Auswirkungen. Der Irrweg der Tierversuche bedeutet nicht zu rechtfertigendes Leid und Qual an empfindenden Lebewesen. Der Irrweg der Tierversuche gefährdet und schadet auch den Menschen, führt zur Verzögerung von Behandlungen und vergeudet Ressourcen, die viel sinnvoller eingesetzt werden können. Dazu zählen die Zeit, die Energie und das Potential der Forschenden und natürlich auch die finanziellen Ressourcen, die sehr ineffektiv eingesetzt werden.

Da Tierversuche nicht nur vom moralischen Standpunkt aus unverantwortbar sind, sondern auch aus der Wissenschaft klare Fakten vorliegen, die beweisen, wie unzuverlässig Tierversuche in der Medikamentenforschung sind, hat die amerikanische Behörde für die Zulassung von Arzneimitteln FDA ihre strikte Haltung zu Tierversuchen, die - wie bereits erwähnt - auf einem Gesetz aus dem Jahr 1938 beruht, geändert. Im Dezember 2022 wurde ein Gesetz vom damaligen US-Präsidenten unterzeichnet, das einen historischen Wendepunkt in der Arzneimittelentwicklung in den USA darstellt. Es erlaubt der US-Arzneimittelbehörde FDA, tierversuchsfreie Methoden bei der Prüfung von neuen Medikamenten auf Sicherheit und Wirksamkeit anzuerkennen. Dazu zählt der Einsatz von im Labor gezüchteten menschlichen Zellen, die menschliche Organe wie Leber, Herz und Immunorgane nachbilden, um die Arzneimittelsicherheit zu testen. Diese Experimente können toxische (giftige) Wirkungen aufdecken, die bei Tieren leicht unentdeckt bleiben könnten, und ermöglichen so einen direkteren Einblick in die menschliche Reaktionsweise.

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Tiere unterscheiden sich in wichtigen biologischen Bereichen vom Menschen - etwa in Genetik, Stoffwechsel, Immun­reaktionen und Organfunktionen.

Deshalb kann eine Substanz, die bei Mäusen wirksam oder ungefährlich erscheint, beim Menschen wirkungslos oder sogar gefährlich sein.

Bild: PETA

Neue von der US-Arneimittelbehörde FDA zugelassene tierversuchsfreie Methoden:

· im Labor gezüchtete menschliche Zellkulturen

· sogenannte »Organe auf Chips«

· künstliche Gewebemodelle

· computergestützte Simulationen

· moderne Bildgebung und KI-gestützte Analysen.

Diese Methoden können häufig präzisere Aussagen über die Wirkung auf den Menschen liefern als Tiermodelle.

Jetzt sind die Forschenden gefragt, ihr dogmatisches Denken, das Tierversuche für notwendig hält, um einen medizinischen Fortschritt zu erzielen, zu ändern und den Irrweg der Tier­versuche endlich zu verlassen. Die juristische Weichenstellung dafür wurde vollzogen. Daraus ergäben sich nicht nur Schritte hin zu einer Medizin, die das Leben achtet, sondern dies würde auch den Forschenden viel Leid ersparen.

Eine Studie zeigte, dass 72 % der befragten Personen, die Tierversuche durchführen, diese als emotionale Belastung empfinden. Viele Beschäftigte leiden unter der sogenannten Mitgefühlsmüdigkeit (Compassion Fatigue), einer Form von Erschöpfung, die durch die ständige Konfrontation mit Leid und Tod entsteht: 83% leiden unter Erschöpfung, 76% unter Teilnahmslosigkeit und Gleichgültigkeit, 71% unter Traurigkeit und ca. zwei Drittel unter Schuldgefühlen und Depressionen.

Besonders Nachwuchswissenschaftler sind gefährdet. Die emotionale Zerrissenheit, Tiere einerseits zu pflegen und andererseits Schmerzen zuzufügen oder sie zu töten, führt zu schwerem ethischem Stress. Diese psychische Belastung wird mit erhöhtem Risiko für Substanzmissbrauch (inklusive Alkohol), vermindertem Einfühlungsvermögen, sozialem Rückzug und Schlaflosigkeit in Verbindung gebracht.

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Hundezuchtanlage für Tierversuche.

Bild: PETA USA

Der Fortschritt der Medizin sollte nicht auf Leid beruhen - es gibt modernere und zuverlässigere Methoden als Tierversuche

Zusammenfassend können wir festhalten, dass es im Interesse von Mensch und Tier ist, so schnell wie möglich den Irrweg der Tierversuche zu verlassen. Diese Forderung beruht vor allem auf der Erkenntnis, dass Tiere fühlende und mitfühlende Individuen sind, mit einem eigenen Recht auf Leben und Unversehrtheit, das auch der Mensch für sich verlangt. Das 5. Gebot »Du sollst nicht töten« bezieht sich nicht nur auf Freund und Feind, sondern auch auf die Tiere. Die Übertretung dieses Gebotes ist eine Schuld, die irgendwann und irgendwie wieder abgegolten werden muss.

Die zwingende Notwendigkeit von Tierversuchen für den medizinischen Fortschritt ist ein veraltetes Dogma, das es hinter sich zu lassen gilt. Die wissenschaftliche Aussagekraft von Tierversuchen ist oft begrenzt, ihre Ergebnisse sind vielfach nicht zuverlässig auf den Menschen übertragbar und moderne Alternativen stehen zunehmend zur Verfügung. Immer mehr Forschende, Unternehmen und politische Institutionen erkennen deshalb, dass der traditionelle Weg der Tierversuche an seine Grenzen gekommen ist.

Der Fortschritt der Medizin sollte nicht auf Leid beruhen, sondern auf Achtung vor dem Leben und auf Methoden, die sowohl wissenschaftlich präziser als auch ethisch verantwortbarer sind als Tierversuche. Eine moderne Forschung, die das Leben achtet - menschliches wie das von Tieren -, ist möglich.

100 Ausgaben FREIHEIT FÜR TIERE von 2002-2026

FREIHEIT FÜR TIERE 4/2026

Freiheit für Tiere 4/2026

Artikelnummer: 4-2026

Nach 25 Jahren: DAS BRENNGLAS endet • Nach 100 Ausgaben von 2002-2026: FREIHEIT FÜR TIERE wird als Zeitschrift eingestellt • Wissenschaft: Goffinkakadus erkennen, wenn etwas kaputt geht, »ärgern« sich - und finden Lösungen • Warum Tierversuche ethisch, wissenschaftlich und in der praktischen Umsetzung problematisch und überholt sind • Studie: Jagd auf Füchse, Marder und Rabenvögel nicht zu rechtfertigen • Recht: 1,6 Hektar Wald und Wiese in Rheinland-Pfalz jagdfrei • Polen: Mit 100.000 Unterschriften und Prominenten für Jagdverbote • Tierportrait: Das Buch der Vögel • Tierportrait: Luchs - Schattenwesen und Lichtgestalt • Stars für Tiere: Sarah Connor - Freiheit für Orcas und alle Meerestiere! • Billie Eilish: »You can’t love animals and eat meat« • Wissenschaft: Pflanzliche Ernährung schützt vor Krebs • Studie: Länger jung mit pflanzlicher Ernährung • Buchtipp Work-Lunch-Balance: Schnelle 100% tierfreundliche Gerichte für eine bewusste Mittagspause • Buchtipp: TASTY HEALTHY VEGAN mit Rezepten

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FREIHEIT FÜR TIERE 3/2026

Freiheit für Tiere 3/2026

Artikelnummer: 3-2026

Tiernachrichten: Verletzter Kormoran klopft an Notaufnahme in Bremen • Amsterdam verbietet Werbung für Fleisch • Plakate in Londoner U-Bahnen: Gaskammern für Schweine nicht »human« • Niedersachsen: Klage wegen CO2-Betäubung von Schweinen • Größter Legehennen-Schlachthof Bayerns: Mehrere Mitarbeiter wegen Tierquälerei verurteilt • Neues Tierschutzrecht in Italien: Tiere sind keine »Sachen« - Härtere Strafen für Tierquälerei • Verstoß gegen das Schweizer Tierschutzgesetz: Größte Lachsfabrik in der Schweiz geplant • Studie: EU gibt 23% des Gesamthaushalts als Subventionen für Fleisch und Milch aus • Rheinland-Pfalz: Grundstück in Winzeln ab sofort jagdfrei • Werkzeuge, Ideen und Innovationen: Der Erfindergeist der Tiere • Kulturlandschaft: Die Logik hinter dem Artenverlust • Symbiosen: Pflanzen und Tiere im Garten • Nachhaltigkeit: Vegane Ernährung im Sport • TAMU: Das vegane Afrika-Kochbuch · Wegen Lagerräumung jetzt kostenlos gegen Übernahme der Portokosten und gerne eine Spende

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FREIHEIT FÜR TIERE 2/2026

Freiheit für Tiere 2/2026

Artikelnummer: 2-2026

Tiernachrichten: Schutzgebiet für ehemalige Show-Delfine in Süditalien entsteht • Verhaltenforschung: Werkzeuggebrauch bei Kühen - wie Primaten • Hobbyjagd: Freizeitvergnügen mit tödlicher Schusswaffe • Stoppt die Jagd auf Vögel! • Tierportrait: Deutschlands Wilde Wölfe • Mit Tieren leben: ERST das Buch, dann der HUND: Ratgeber VOR dem Hundekauf • 101 Empfehlungen von internationalen Wissenschaftlern: Vegane Ernährung als Schlüssel gegen zunehmende Gesundheitskrisen • Neue Studie: Ist pflanzliche Ernährung für Kinder und Jugendliche gesund? • Ernährung ohne Tierleid: Tipps für ein langes, gesundes und tierfreundliches Leben • Forschungstrend »Longevity«: Mit Pflanzenkraft gesunde Lebensjahre gewinnen - mit Rezepten • Lifestyle: »VEGAN & Delicious« von Bianca Zapatka - Tierfreundliche Rezepte · Wegen Lagerräumung jetzt kostenlos gegen Übernahme der Portokosten und gerne eine Spende zur Deckung der Kosten.

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FREHEIT FÜR TIERE 1/2026

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Tierschutz aktiv: Delfinarien: Schluss mit Delfinen in Gefangenschaft! • Historisches Urteil in Spanien: Massive Umweltverschmutzung durch Massentierhaltungverstößt gegen Menschenrechte • Bayerns größter Milchviehbetrieb: Tierhaltungsverbot wegen schwerer Tierquälerei • Gesetz ab 2026 in Österreich: Heimtierhaltung mit Sachkundenachweis • Neues Gesetz zur Heimtierhaltung: Interview Prof. Rudolf Winkelmayer, Veterinär und Tierethiker • Ethik und Religion: Die Verfolgung von Vegetariern durch die Kirche • Tierportrait: »Hase und ich« - Ergreifende Rettung und Aufzucht eines Feldhasenbabys • Studie: Schon eine Scheibe Wurst am Tag erhöht das Risiko für chronische Krankheiten • Studie: Pflanzliche Ernährung reduziert Krebsrisiko deutlich • Italienische Küche vegan: Kochen alla Nonna • Wegen Lagerräumung jetzt kostenlos gegen Übernahme der Portokosten und gerne eine Spende zur Deckung der Kosten.

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Neuauflage: FREIHEIT FÜR TIERE - Fakten gegen die Jagd

FREIHEIT FÜR TIERE: Fakten gegen die Jagd (völlig überarbeitete und auf 60 S. erweiterte Neuauflage)

Artikelnummer: 522

Fakten und Argumente gegen das blutige Hobby der Waidmänner und Waidfrauen: Trotz beharrlicher Propagandaarbeit der Jagdverbände sinkt das Image der Jäger immer mehr: Immer weniger Spaziergänger, Hundehalter, Reiter und Mountainbiker lassen es sich gefallen, wenn sie von Hobbyjägern angepöbelt oder sogar bedroht werden. Immer mehr Menschen protestieren gegen die Ballerei in Naherholungsgebieten. Und Berichte, dass Jäger aus Versehen Liebespaare im Maisfeld oder Ponys auf der Weide erschießen, können einem draußen in der Natur durchaus Angst machen. Warum Jäger Jagd auf Hasen machen, obwohl sie auf der »Roten Liste« bedrohter Arten stehen, kann irgendwie auch niemand mehr gut finden. Zudem haben 99,6 Prozent der Bevölkerung andere Hobbys, als Tiere tot zu schießen. Da stellt sich die Frage: Warum jagen Jäger wirklich? · Wegen Lagerräumung jetzt kostenlos gegen Übernahme der Portokosten und gerne eine Spende zur Deckung der Kosten.

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Werkzeuge, Ideen und Innovationen: Der Erfindergeist der Tiere

Buchvorstellung von Julia Brunke, Redaktion FREIHEIT FÜR TIERE

Tiere folgen nur ihren Instinkten und können höchstens ein paar angelernte Arbeitsschritte ausführen? Weit gefehlt! Sie können so viel mehr, als wir geahnt haben! Von Bergpapageien, die verschlossene Rucksäcke und Taschen öffnen, bis zu Kakadus, die mehrstufige Werkzeuge herstellen: Die Kognitionsbiologin Prof. Dr. Alice Auersperg nimmt uns mit auf eine Entdeckungsreise über die erstaunliche Kreativität, den verblüffenden Einfallsreichtum und Erfindergeist von Tieren - und sie zeigt, wie nah uns Tiere wirklich sind! weiter

Kulturlandschaft - Die Logik hinter dem Artenverlust. Mit Herz und Augen in der Natur unterwegs

In seinem Buch »Kulturlandschaft - Die Logik hinter dem Artenverlust« berichtet Guido Meyer, wie er erst als Spaziergänger und Mountainbiker, dann als Hundeführer und Fotograf immer tiefer in die Natur eintauchte und wildlebende Tiere wie Hirsche und Wölfe ganz nah erlebte. Und wie er dabei auf der anderen Seite immer öfter in Konfrontationen mit Jägern und sogar ernsthafte Bedrohungssituationen geriet, die ihn dazu brachten, intensiv über Jagd und Jäger zu recherchieren, über die dramatische Bedrohung der Arten und die Zerstörung von Lebensräumen, aber auch über das Ökosystem Wald, die wunderbare Kraft der Natur und die Symbiose von Natur und Tieren, an der auch wir Menschen teil haben können. Illustriert wird das Buch durch fantastische Fotografien, mit denen Guido Meyer seit Jahren auf seiner Plattform naturdigital.online begeistert. weiterlesen

Freizeitvergnügen mit tödlicher Schusswaffe: Wie lange noch?

Im Februar 2026 hat ein 52-jähriger Hobbyjäger im Landkreis Bamberg seine 49-jährige Frau, seinen 14-jährigen Sohn, die 6-jährige Tochter und sich selbst erschossen.
Im Januar 2026 traf der Schuss eines Jägers einen 23-Jährigen in Nordrhein-Westfalen tödlich. In Niedersachsen verwechselte ein 77-jähriger Hobbyjäger eine Gruppe Spaziergänger mit Wildtieren - eine 58-jährige Frau wurde schwer verletzt. In der Steiermark wurde ein 42-jähriger Hobbyjäger aus Versehen tödlich in den Kopf getroffen - beim Verladen eines erschossenen Wildschweins ins Auto löste sich ein Schuss.
Im Dezember 2025
tötete ein Hobbyjäger in der Oberpfalz seinen Nachbarn zwei Stockwerke über sich mit einem gezielten Kopfschuss. Ein anderer Hobbyjäger schoss vom Hochsitz aus Versehen auf einen 20-Jährigen und verletzte ihn so schwer, dass er im Krankenhaus notoperiert werden musste.
Im November 2025
erschoss ein Hobbyjäger in Reutlingen vier Familienangehörige und sich selbst - mit einer Schusswaffe, die er als Jagdscheininhaber legal besaß. Spaziergänger wurden von Jagdmunition getroffen, das Projektil eines Jägers durchschlug die Jalousie der Küchentür eines Hauses und ein Jagdschein­inhaber aus Crailsheim kündigte an, die »größtmögliche Anzahl an Ausländern« umbringen zu wollen. weiterlesen

Die Verfolgung von Vegetariern durch die Kirche

»Wenn jemand Fleischspeisen, die Gott den Menschen zum Genuss gegeben hat, für unrein hält und ... auf sie verzichtet ..., der sei mit dem Bannfluch belegt.«

Papst Johannes III., Synode von Braga, 561 n. Chr.


Diesen Bannfluch verkündete Papst Johannes III. im Jahr 561 nach Christus auf der Synode von Braga in Portugal. Ein Bannfluch hatte die »Vogelfreiheit« zur Folge: Der Gebannte verlor als Ausgeschlossener aus der Gesellschaft alle Rechte.


Ganz in diesem Geiste wurden im Jahre 1051 durch die Bischofsversammlung in Goslar »Ketzer«, die ausschließlich von Pflanzennahrung lebten, zum Tode verurteilt, weil sie sich geweigert hatten, Hühner zu töten. Das Töten von Hühnern wurde zum »Test«, um Ketzer zu erkennen!
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DVD-Tipp: Jesus und die Tiere

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Jesus treibt die Tierhändler aus dem Tempel.

Jesus von Nazareth wurde im Stall mitten unter den Tieren geboren. Gab Gott damit den Menschen nicht ein Symbol, dass Sein Sohn nicht in einem Palast, sondern bei Schafen, Rindern, Eseln und Katzen zur Welt kam?

Zu Zeiten des Jesus von Nazareth wurden Lämmer und Tauben im Tempel für die Sünden der Menschen geopfert. Jesus trat gegen diesen blutigen Kult ein. Bekannt ist die Szene, wie Jesus nach seinem Einzug in Jerusalem die Tierhändler aus dem Tempel hinaustrieb und die Tiere freiließ. Und er rief: »Steht nicht geschrieben: Mein Haus soll ein Bethaus heißen für alle Völker? Ihr aber habt eine Mördergrube daraus gemacht!« (Markus 11,17)

Über die Tierliebe des Jesus von Nazareth ist in der Bibel kaum etwas zu finden. Doch aus der frühchristlichen Geschichtsschreibung wird deutlich, dass Jesus kein Fleisch gegessen hat und sich für die Tiere einsetzte... weiterlesen

DVD: Jesus und die Tiere

Artikelnummer: 318

Vergleicht man die Bibel mit apokryphen Schriften, dann ist gut zu erkennen, dass die Kernaussagen oft die Gleichen sind, aber die Tierliebe Jesu, gänzlich fehlt. In dieser DVD werden viele Begebenheiten, bei denen Jesus über die Tiere sprach, wiedergegeben. · Wegen Lagerräumung jetzt kostenlos gegen Übernahme der Portokosten und gerne eine Spende zur Deckung der Kosten.

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»VEGGIE FOR KIDS. Vegan - kinderleicht & lecker«

Die Rezepte für unser Kochbuch »VEGGIE FOR KIDS. Vegan - kinderleicht & lecker« - sind allesamt von Kindern und Jugendlichen erprobt worden: Sie sind einfach zuzubereiten, schmecken richtig lecker und sind obendrein auch noch gesund! Und das Wichtigste: Wer so kocht, hilft unseren Freunden, den Tieren! weiterlesen

VEGGIE FOR KIDS

Artikelnummer: 053

Die Rezepte für das Kochbuch »VEGGIE FOR KIDS. Vegan - kinderleicht & lecker«- sind allesamt von Kindern und Jugendlichen erprobt worden: Sie sind einfach zuzubereiten, schmecken richtig lecker und sind obendrein auch noch gesund! · Wegen Lagerräumung jetzt kostenlos gegen Übernahme der Portokosten und gerne eine Spende zur Deckung der Kosten.

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Neue Studie: Ist pflanzliche Ernährung für Kinder und Jugendliche gesund?

Die gesundheitlichen Auswirkungen von vegetarischer und veganer Ernährung im Kindesalter sind immer wieder Gegenstand von Diskussionen. Zahlreiche wissenschaftliche Studien belegen, dass eine vollwertige pflanzliche Ernährung für Kinder und Jugendliche gesund und bedarfsdeckend ist. Auch die bisher größte Studie dieser Art bestätigt nun: Pflanzliche Ernährung ist für Kinder und Jugendliche sicher und vorteilhaft. weiterlesen

Ernährung ohne Tierleid: Ein gesünderes Leben

Viele Menschen, die sich entscheiden, kein Fleisch mehr zu essen, tun dies aus ethischen Gründen: weil sie nicht möchten, dass Tiere für sie leiden und sterben müssen. Viele gehen den konsequenten Schritt weiter und lassen aus Liebe zu Kühen und Kälbchen Milch und Käse weg, essen aus Mitgefühl zu Hühnern keine Eier und leben rein pflanzlich. Und dann erfahren sie, dass eine vegane Ernährung ohne Tierleid auch die gesündeste ist!

Eigentlich würde uns dies schon der logische Menschenverstand sagen: Wie sollen Nahrungsmittel, die durch Leid und Tod entstehen, für uns gesund sein? In den letzten Jahren und Jahrzehnten sind tausende wissenschaftliche Studien veröffentlicht worden, die nachweisen: Eine Ernährung mit vollwertigen pflanzlichen Lebensmitteln ist gesund und versorgt uns auch mit allem, was wir brauchen. Diese Ernährungsweise beugt überdies zahlreichen Krankheiten vor, von Herz-Kreislauf-Erkrankungen über Krebs, Diabetes und Adipositas bis zu Demenz - und schützt damit vor vorzeitigem Tod. weiterlesen

Was Tiere denken - Intelligenz und Emotion in der Wildnis

Wir fangen gerade erst an, zu begreifen, dass das Gehirn von Tieren ähnlich komplex ist wie unser eigenes. Die Warnrufe von Präriehunden etwa sind nicht nur hektische Pfeiftöne, sie übermitteln damit differenzierte Nachrichten. Gorillas nutzen Zeichensprache, um vergangene Ereignisse zu schildern - wissen sie also, was heute, gestern und morgen ist? Nicht nur Primaten oder Elefanten, selbst kleinste Ameisen, denen man einen Farbtupfer auf dem Kopf angebracht hat, wollen diesen loswerden, sobald sie in einen Spiegel blicken - ein Beweis für ihr Ich-Bewusstsein, das Menschen erst ab dem zweiten Lebensjahr entwickeln. In ihrem Buch »Was Tiere denken - Intelligenz und Emotion in der Wildnis präsentiert Marianne Taylor 60 Tierarten, ihre bemerkenswerten kognitiven Fähigkeiten, ihre Gefühle und ihre ausgefeilte Kommunikation. weiter

Bayerischer Tierärztetag: Tierqual bei Milchkühen

Razzia auf Skandalhof in Bad Grönenbach. Pressemitteilung SOKO Tierschutz Kopie

Kühe, die nicht mehr laufen können, werden mit Treckern weggeschleift, Mitarbeiter treten ein liegendes Kalb:

Die aktuelle Undercover-Recherche von SOKO Tierschutz in Bayerns größtem Milchviehhof in Bad Grönenbach zeigt erneut massive Verstöße gegen den Tierschutz. · Bild: SOKO Tierschutz

Von Annemarie Botzki, Recherche und Kampagnen bei der Verbraucherschutzorganisation foodwatch e.V.

»Alle haben die Nase voll« - das ist der Satz, der mir vom bayerischen Tierärztetag in Kulmbach besonders im Ohr hängen bleibt. sitze mit 150 amtlichen und Amtstierärzt:innen in einem Konferenzraum. Normalerweise sind sie in detaillierte, fachliche Diskussionen vertieft. Aber diesmal ist die Stimmung anders. Angespannt. Frustriert. weiter

Die dunkle Seite der Milch: Das Leid der Kälbchen

Die Milchindustrie gaukelt uns in der Werbung gerne vor, dass Kühe ein glückliches Leben auf grünen Weiden führen. Wie sieht die Realität aus? Milchkühe müssen ihr Leben in den meisten Fällen ganzjährig im Stall verbringen - zum Teil sogar immer noch in besonders tierquälerischer Anbindehaltung. So hält nach Angaben des Bayerischen Bauernverbands rund die Hälfte der circa 25.000 Milchviehbetriebe in Bayern ihre Tiere in Anbindehaltung. Damit die Kühe immer Milch geben, werden sie jedes Jahr künstlich befruchtet. Die neugeborenen Kälber werden ihren Müttern kurz nach der Geburt weggenommen. Die Milch, welche die Natur für die Kälbchen bestimmt hat, wird maschinell abgepumpt, industriell verarbeitet und im Supermarkt verkauft. Was passiert dann eigentlich mit den Kälbern? weiter

Gestatten. Biber. Eine außergewöhnliche Freundschaft mit einer wildlebenden Biberfamilie

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Christian Kuschenreiter Aug’ in Aug’ mit einem Biber. Das freilebende Tier hat Vertrauen wie zu einem Familienmitglied.

Schwarze Knopfaugen, beeindruckende Schneidezähne, großer Paddelschwanz, Stupsnase und dichter Pelz: Biber sind entzückende Tiere, und obendrein schlau, empathisch, kommunikativ, verspielt - und eigentlich sehr scheu. Als Bettina und Christian Kutschenreiter im Jahr 2003 beim Fotografieren an einem Fluss in Oberbayern auf eine Biberfamilie treffen, ist das der Beginn einer außergewöhnlichen Freundschaft, die bis heute anhält. Die Biber lassen die beiden Tierfreunde nach und nach an ihrem Leben teilhaben und suchen schließlich sogar bewusst ihre Nähe. Jetzt haben die beiden ein Buch über ihre Erlebnisse mit den Bibern geschrieben - mit vielen wunderschönen und sicher einzigartigen Fotos. weiter

Die Intelligenz der Hunde

Die internationale Forschung hat sich in den letzten Jahren zunehmend mit der Intelligenz von Hunden beschäftigt und dabei so manches bestätigt, was Hundefreundinnen und Hundefreunde längst wussten: Hunde denken viel komplexer als gedacht. Aber: Was genau ist Hundeintelligenz? Wie misst man sie? Haben wir dazu überhaupt die richtigen Werkzeuge und Vergleichsmaßstäbe? Sind »Menschenschläue« und »Hundeschläue« überhaupt vergleichbar? Und in welchen Bereichen haben Hunde andere oder viel mehr geistige Kompetenzen als wir? weiter

Trügerische Küstenidylle: Jagd auf Seehunde im Wattenmeer

Wussten Sie, dass Hobbyjäger an der deutschen Nordseeküste und auf den Nordseeinseln jedes Jahr Hunderte Robben und Robbenbabys erschießen? Und das, obwohl laut EU-FFH-Richtlinie die Jagd auf Seehunde streng verboten ist? Denn die geschützten Seehunde unterliegen in Deutschland dem Jagdrecht. Sie haben zwar ganzjährig Schonzeit, doch »Seehundjäger« in Schleswig-Holstein und »Wattenjagdaufseher« in Niedersachsen sind befugt, sich um gestrandete, verletzte, verlassene und kranke Robben zu »kümmern«. weiter

Für Bienen, Schmetterlinge, Vögel, Igel & Co.: Natürlich gärtnern für die Artenvielfalt

»Lass wachsen«: Wildblumenwiesen sind für uns eine Augenweide und bieten Wildbienen, Schmetterlingen und Vögeln Lebensraum und Nahrung.

»Lass wachsen«: Wildblumenwiesen sind für uns eine Augenweide und bieten Wildbienen, Schmetterlingen und Vögeln Lebensraum und Nahrung.

Wichtig: Lassen Sie Wiesen und Stauden über den Winter bis in den Mai hinein stehen. Viele Insekten nutzen hohle Stängel als Winterquartier, darunter viele Wildbienenarten. An Stängeln und Gräsern verbergen sich Eier, Raupen und Puppen von Schmetterlingen. Die Samenstände bieten Vögeln Nahrung. · Bild: Freiheit für Tiere

Was hat unser Garten mit Tierschutz und Artenvielfalt zu tun? Auf den ersten Blick erst einmal nicht so viel. Doch vor dem Hintergrund des dramatischen Artensterbens könnten private Gärten und öffentliche Parks eine bedeutende Rolle spielen, um Inseln der Artenvielfalt zu schaffen. Und erfreulicher Weise erscheinen immer mehr Ratgeber für nachhaltiges und natürliches Gärtnern - als Gegenentwurf zum weltweit fortschreitenden Lebensraumverlust von Tieren und Pflanzen - die zeigen, wie wir auch ohne Vorerfahrung aus unserem Garten ein kleines Paradies schaffen können: für Tiere und Pflanzen, aber auch für uns selbst. weiter

Ein Jäger steigt aus

Prof. Dr. Rudolf Winkelmayer aus Niederösterreich war seit seiner Jugend leidenschaftlicher Jäger. Schon sein Vater war Jäger und nahm ihn als Kind oft mit auf die Jagd. Mehr als 100 Tiere hat der 67-Jährige in seinem Leben geschossen. Vor 14 Jahren machte er eine Kehrtwende: Von heute auf morgen beendete er das Schießen und verkaufte alle seine 16 Gewehre. Jetzt hat Prof. Winkelmayer ein Buch geschrieben: »Ein Beitrag zur Jagd- und Wildtier-Ethik«. Damit wendet er sich an seine ehemaligen Jagdkollegen und an die nicht jagende Bevölkerung und macht deutlich: »Töten als Freizeitvergnügen ist ethisch nicht vertretbar«. weiter

Interview: Ein Jäger steigt aus

Mit 16 machte er den Jagdschein, 37 Jahre lang ging er auf die Jagd. Dann hörte er von einem Tag auf den anderen mit dem Tiere töten auf. Freiheit für Tiere sprach mit dem Veterinär Prof. Dr. Rudolf Winkelmayer über seine Erfahrungen und die Gründe, warum er mit der Hobbyjagd Schluss gemacht hat. weiter

Mehr Freiheit für Pferde

Nach § 2 des Tierschutzgesetzes gilt: Wer ein Tier hält, muss dieses seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernähren, pflegen und verhaltensgerecht unterbringen. Und er darf die Möglichkeit des Tieres zur artgemäßen Bewegung nicht so einschränken, dass ihm Schmerzen, vermeidbare Leiden oder Schäden zugefügt werden. Doch was bedeutet dies für die heutige Pferdehaltung? weiter

Grausame Tierquälerei für Grana Padano-Käse

Die italienische Tierschutzorganisation Essere Animali dokumentierte in Milchviehbetrieben, die Grana Padano herstellen, schockierende Lebensbedingungen für Kühe und Kälber. Auch Gewalt durch Arbeiter gegenüber Tieren wurde dokumentiert. Grana Padano gehört neben Parmesan und Mozzarella zu den bekanntesten Käsesorten Italiens und ist der weltweit am meisten konsumierte Käse. weiter