Neue Studie zu Geflügelfleisch: Darmkrebs-Risiko bereits bei geringer Menge
Seit 2015 warnt die WHO davor, dass der Konsum von verarbeitetem Fleisch (Wurst) und von rotem Fleisch (Rindfleisch, Schweinefleisch, Schaf und Ziege) das Risiko für Darmkrebs, aber auch für Bauchspeicheldrüsen- und Prostatakrebs erhöht. Hähnchen, Enten- oder Putenfleisch wurde als »weißes Fleisch« lange Zeit als vermeintlich gesündere Alternative zu rotem Fleisch empfohlen. Doch eine aktuelle Langzeitstudie weist nun darauf hin, dass selbst geringe Mengen Geflügelfleisch das Risiko für Darmkrebs drastisch erhöhen.
Ein Forschungsteam des National Institute of Gastroenterology in Bari, Italien dokumentiert in einer Langzeitstudie über 19 Jahre erstmals einen signifikanten Zusammenhang zwischen bereits geringem Geflügelkonsum und erhöhter Sterblichkeit, insbesondere bei Darmkrebs.
Bei nur 300 g pro Woche um 127 % höheres Risiko, an Darmkrebs zu sterben
Die Studie zeigt: Durch den Konsum von mehr als 300 g Geflügelfleisch (zum Beispiel ein Paar Hähnchenflügel oder ein halbes kleines Putenbrustfilet) pro Woche stieg das Risiko, an Magen-Darm-Krebs zu sterben, um 127 Prozent (also 2,27-fach). Die Gesamtsterblichkeit war um 27 Prozent erhöht.
Studie: Bonfiglio, C.; Tatoli, R. et al.: Does Poultry Consumption Increase the Risk of Mortality for Gastrointestinal Cancers? A Preliminary Competing Risk Analysis. Nutrients 2025, 17(8), 1370; https://doi.org/10.3390/nu17081370
