Niedersachsen: Klage wegen CO2-Betäubung von Schweinen
Niedersachsen: Klage wegen CO2-Betäubung von Schweinen
In Deutschland kommen rund 80% aller Schweine vor der Schlachtung in CO₂-Gaskammern - das sind pro Jahr rund 34 Millionen Tiere. Ende März 2026 hat der Landestierschutzverband Niedersachsen e.V. wegen dieser tierschutzwidrigen Praxis Verbandsklage gegen das Veterinäramt Vechta erhoben.
Hintergrund: Tierrechtsaktivisten hatten 2024 in einem Schlachthof im Landkreis Vechta heimlich Kameras installiert und die Betäubung von Schweinen mit CO₂ gefilmt. (FREIHEIT FÜR TIERE berichtete) Die Aufnahmen, die auch in der ARD gezeigt wurden, dokumentieren, wie Schweine in eine Art Gondel getrieben und in eine dunkle Senke gefahren werden. Der eintretende Sauerstoffentzug in einer Atmosphäre mit bis zu 90 % CO₂ führt zu Panik: Die Schweine schreien, laufen übereinander, hyperventilieren und schnappen vergeblich nach Sauerstoff - bis sie bewusstlos umfallen. Blutverschmierte Gondeln zeigen, wie heftig die Panik der Tiere war, die etwa 60-90 Sekunden anhält.
Alarmiert durch diese Aufnahmen forderte der Landestierschutzverband Niedersachsen im Dezember 2025 das zuständige Veterinäramt in Vechta auf, die Betäubung zu untersagen.
Bereits im Jahr 2004 hatte die EU-Lebensmittelbehörde EFSA die CO2-Betäubung als tierschutzwidrig eingestuft. Dennoch ist die CO2-Betäubung in Deutschland immer noch erlaubt. Der Landestierschutzverband Niedersachsen ist der Auffassung, dass diese Praxis gegen das Tierschutzgesetz sowie gegen europäische Vorgaben zum Schutz von Tieren bei der Tötung verstößt. Dem Veterinäramt Vechta wird vorgeworfen, trotz der bekannten Probleme und einer fachlichen Aufforderung nicht eingegriffen zu haben.
»Als Landestierschutzverband Niedersachsen haben wir uns dazu entschieden, diese Klage zu erheben, weil aus unserer Sicht eine grundsätzliche Entscheidung zur Art und Weise einer Betäubung erforderlich erscheint und der Landkreis auf unserer Aufforderung, eine Anordnung im Rahmen § 16a zum Unterbinden der CO₂-Betäubung zu erlassen, nicht reagiert hat«, heißt es in einer Pressemitteilung.
Die alternative Elektrobetäubung kostet mehr Geld und braucht mehr Personal. Die CO2-Betäubung ist am billigsten.
