Plakate in Londoner U-Bahnen: Gaskammern für Schweine nicht »human«
»Don’t buy it!« (»Glaubt das nicht!«) heißt eine Kampagne in der Londoner U-Bahn, welche die geheime Praxis der Schweine-Betäubung in Gaskammern ans Licht bringen soll. Über 750 Plakate hängen in 206 Londoner U-Bahn-Stationen und weitere 2.200 in den Waggons.
Britische Prominente unterstützen die Kampagne
Zu den Unterstützern der Kampagne gehören der Komiker Simon Amstell, der Autor und Historiker Rutger Bregman, der Abgeordnete Neil Duncan-Jordan, der Schauspieler Sir Mark Rylance sowie Sir Paul McCartney und seine Töchter Mary und Stella McCartney, die sich seit Jahrzehnten für eine tierleidfreie Lebensweise einsetzen.
»Project Slingshot leistet genau das, was getan werden muss: Es lüftet den Schleier der Massentierhaltung, damit Menschen informierte Entscheidungen treffen können. Dieser Moment der Erkenntnis verändert die Denkweise«, erklären Paul, Mary und Stella McCartney.
Sir Mark Rylance sagt: »Neun von zehn Schweinen werden in Gaskammern getötet. Die Regierung weiß, dass dies Schmerzen und Angst verursacht. Die Industrie weiß, dass wir protestieren würden, wenn wir es wüssten. Deshalb haben sie dafür gesorgt, dass wir es nicht erfahren.«
90 % der Schweine in England werden in CO2-Gaskammern betäubt
In England und Wales werden 90 % der Schweine in CO₂-Gaskammern geschlachtet, was laut einem staatlichen Bericht für die britischen Regierung von 2025 schwere Schmerzen, Angstzustände und Atemnot verursacht. Daraufhin kündigte die britische Regierung im Dezember 2025 die schrittweise Abschaffung der CO₂-Begasung von Schweinen an.
Doch die Tierschützer von Project Slingshot halten diese Zusage für leere Versprechungen. Sie werfen der Regierung vor, vor einer profitorientierten, nicht tierschutzorientierten Industrie eingeknickt zu sein.
Massentierhaltung basiert auf Geheimhaltung
Obwohl die Praxis der qualvollen Betäubung von Schweinen in CO₂-Gaskammern wenig bekannt ist, lehnt die Mehrheit der Bevölkerung sie ab, sobald sie davon erfährt. In einer von Project Slingshot in Auftrag gegebenen Umfrage gaben 81 % der Briten an, diese Praxis für inakzeptabel zu halten.
»Die einflussreichen Agrarkonzerne hinter der britischen Schweineindustrie kennen die Erfolgsformel: Sie machen Profit, indem sie weniger für die Schlachtung ausgeben«, erklärt Matthew Glover, Mitbegründer von Project Slingshot. »Wir wissen, dass der Kampf gegen die CO₂-Begasung von Schweinen ein Kampf David gegen Goliath ist. Sie haben die Macht. Sie sitzen in Regierungsgremien. Aber wir kennen die Wahrheit, und wenn ihnen unsere Aussagen nicht passen, stehen unsere Anwälte bereit.«
Das erklärte Ziel von Project Slingshot« ist es, Gaskammern - und alle anderen inakzeptablen Praktiken und Folgen der industriellen Massentierhaltung - öffentlich zu machen und die Massentierhaltung bis 2040 zu beenden.
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Niedersachsen: Klage wegen CO2-Betäubung von Schweinen
In Deutschland kommen rund 80% aller Schweine vor der Schlachtung in CO₂-Gaskammern - das sind pro Jahr rund 34 Millionen Tiere. Ende März 2026 hat der Landestierschutzverband Niedersachsen e.V. wegen dieser tierschutzwidrigen Praxis Verbandsklage gegen das Veterinäramt Vechta erhoben.
Hintergrund: Tierrechtsaktivisten hatten 2024 in einem Schlachthof im Landkreis Vechta heimlich Kameras installiert und die Betäubung von Schweinen mit CO₂ gefilmt. (FREIHEIT FÜR TIERE berichtete) Die Aufnahmen, die auch in der ARD gezeigt wurden, dokumentieren, wie Schweine in eine Art Gondel getrieben und in eine dunkle Senke gefahren werden. Der eintretende Sauerstoffentzug in einer Atmosphäre mit bis zu 90 % CO₂ führt zu Panik: Die Schweine schreien, laufen übereinander, hyperventilieren und schnappen vergeblich nach Sauerstoff - bis sie bewusstlos umfallen. Blutverschmierte Gondeln zeigen, wie heftig die Panik der Tiere war, die etwa 60-90 Sekunden anhält.
Alarmiert durch diese Aufnahmen forderte der Landestierschutzverband Niedersachsen im Dezember 2025 das zuständige Veterinäramt in Vechta auf, die Betäubung zu untersagen.
Bereits im Jahr 2004 hatte die EU-Lebensmittelbehörde EFSA die CO2-Betäubung als tierschutzwidrig eingestuft. Dennoch ist die CO2-Betäubung in Deutschland immer noch erlaubt. Der Landestierschutzverband Niedersachsen ist der Auffassung, dass diese Praxis gegen das Tierschutzgesetz sowie gegen europäische Vorgaben zum Schutz von Tieren bei der Tötung verstößt. Dem Veterinäramt Vechta wird vorgeworfen, trotz der bekannten Probleme und einer fachlichen Aufforderung nicht eingegriffen zu haben.
»Als Landestierschutzverband Niedersachsen haben wir uns dazu entschieden, diese Klage zu erheben, weil aus unserer Sicht eine grundsätzliche Entscheidung zur Art und Weise einer Betäubung erforderlich erscheint und der Landkreis auf unserer Aufforderung, eine Anordnung im Rahmen § 16a zum Unterbinden der CO₂-Betäubung zu erlassen, nicht reagiert hat«, heißt es in einer Pressemitteilung.
Die alternative Elektrobetäubung kostet mehr Geld und braucht mehr Personal. Die CO2-Betäubung ist am billigsten.
