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Plastikmüll aus Fischerei: Gefahr für Seevögel!

Plastik aus der Fischerei ist eine große Gefahr:

Seevögel verwenden die Fasern wie Seegras oder Tang als Nistmaterial. · Bild: Dirk Vorbusch

Sie gehören leider wie Muscheln und Sand zu jedem Strandspaziergang an der Nordseeküste: Orange und blaue Plastikfäden, die im Spülsaum liegen. Plastikmüll aus der Fischerei ist ein massives Umweltproblem und gefährdet besonders unsere Seevögel.

Bild: Rüm Hart-Stiftung

Die Verschmutzung der Meere durch Plastikmüll ist eines der wichtigsten Umweltprobleme unserer Zeit. Rund ein Drittel der Plastikverschmutzung in der Nordsee stammt aus der Fischerei. Neben Netzresten und Leinen besteht dieser Müll aus so genannten Dolly Ropes. (1) Diese meist blauen oder orangen Kunststofffäden sind Teile des Scheuerschutzes von Grundschleppnetzen, welche insbesondere in der Krabbenfischerei eingesetzt werden. Bündel aus diesen Polyethylen-Strängen werden dabei in das Netz geknotet oder mit Kabelbindern befestigt und sollen so verhindern, dass sich die Netze bei Bodenkontakt an Steinen oder Muscheln aufreißen. Dabei wird bewusst in Kauf genommen, dass diese Verschleißteile abreißen und in hoher Zahl ins Meer gelangen und an den Strand gespült werden.

Die Plastikfasern stellen für Seevögel eine große Gefahr dar, da die Tiere sie wie Seegras und Tang als Nistmaterial verwenden. In der Folge werden die dünnen Plastikfäden für die Vögel häufig zur tödlichen Falle, wie es regelmäßig in den Brutkolonien auf Helgoland beobachtet werden kann. Die Vögel strangulieren sich mit den Plastikfäden oder verhungern, nachdem sie sich in dem Baumaterial ihres Nestes verfangen haben. (2)

In Brutkolonien auf Helgoland,

wie hier von Basstölpeln, sterben regelmäßig viele Vögel, weil sie sich in den Netzen verfangen und so ersticken oder verhungern. · Bild: Rüm Hart-Stiftung

Die Bundesregierung hat im Koalitionsvertrag vereinbart, sich für ein Verbot von Dolly Ropes auf europäischer Ebene einzusetzen. Dieser Weg kann jedoch Jahre dauern - und ob er erfolgreich sein wird, ist ungewiss. (3)

Die Rüm Hart-Stiftung fordert daher die Landesregierungen von Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein dazu auf, voranzugehen und in ihren Nationalparks im Wattenmeer den Einsatz von synthetischen Dolly Ropes zu verbieten.

Quellen:
(1) Umweltbundesamt, Fakten Meeresmüll deutsche Nord- und Ostsee, 2017
(2) Alfred-Wegener-Institut, Helmholz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung, Die Auswirkungen von Plastikverschmutzung in den Ozeanen auf Maritime Arten, die biologische Vielfalt und Ökosysteme, 2022
(3) Mehr Fortschritt wagen, Koalitionsvertrag 2021 - 2025, S. 31

Informationen & Petition unterzeichnen:

stiftung-rüm-hart.de