Rettungsaktion für Hunderte Flusspferde in Botswana

Botswana: Schlimme Dürre bedroht Tierwelt

Flusspferde 06 SAVE Wildlife

Das Flusspferd, auch als Nilpferd bekannt, gehört zu den bekanntesten afrikanischen Wildtieren.

Doch am Unterlauf des Nils sind sie mittlerweile fast ausgerottet. Wilderei und die Zerstörung ihres Lebensraums haben dazu geführt, dass Flusspferde vom Aussterben bedroht sind. · Bild: SAVE Wildlife Conservation Fund

Das Nilpferd - auch Großflusspferd genannt - zählt zu den berühmtesten Wildtieren Afrikas. Allerdings haben Wilderei, Trophäenjagd, die Zerstörung ihrer Lebensräume sowie anhaltende Dürren aufgrund des Klimawandels dazu beigetragen, dass diese majestätischen Tiere auf der Internationalen Roten Liste (IUCN) als vom Aussterben bedroht eingestuft werden. Heute gibt es Flusspferde nur noch südlich der Sahara. Sie müssen regelmäßig baden und leben normalerweise in feuchten Umgebungen. Doch die Tierwelt in den Ländern südlich der Sahara leidet seit Jahren unter einer anhaltenden Dürre - verstärkt durch El Niño. Einige Länder haben deswegen bereits den Katastrophenzustand ausgerufen.

Botswana verfügt mit etwa 2.000 bis 4.000 frei lebenden Flusspferden über einen der weltweit größten Bestände. Doch jetzt bedrohen die Trockenheit und die glühende Hitze ganze Herden: Rund 500 Flusspferde stecken in ausgetrockneten Flussläufen im Nordwesten Botswanas fest. So sind in der ausgetrockneten Nxaraga-Lagune im Okavangodelta nahe der Stadt Maun mehr als 200 der gefährdeten Tiere gestrandet. Seit Juli/August 2023 pumpen Tierschützerinnen und Tierschützer vom SAVE Wildlife Conservation Fund Wasser in die Lagune und füttern die Flusspferde. Eine ähnliche Rettungsaktion war bereits während der schweren Dürre von 2019 bis 2021 nötig gewesen.

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Verkrustete Haut, sengende Hitze und nicht genug Wasser zum Überleben:

In der ausgetrockneten Nxagara-Lagune am Rand des Okavango Deltas im Norden von Botswana droht über 200 Flusspferden der Tod. Der Okavango-Fluss hat seit 2023 kein Wasser in die Lagune gespült, weshalb viele Wildtiere ums Überleben kämpfen. Und es ist kein Ende der extremen Trockenheit in Sicht. · Bild: SAVE Wildlife Conservation Fund

Hippos im Pool im Dorf Nxaraga bei Maun, Botsuana Bashi Kikia Shutterstock

Seit über einem Jahr pumpt der SAVE Wildlife Conservation Fund Wasser in die Lagune.

Weil es aufgrund der Dürre zu wenig Nahrung gibt, werden 15 bis 20 Ballen Luzerne pro Nacht verfüttert, damit die bedrohten Tiere nicht verhungern. · Bild: Bashi Kikia - Shutterstock.com

Ausgetrocknete Flüsse und Wasserlöcher werden zur tödlichen Falle

»Lang anhaltende Dürre plagt Botswana seit Jahren. Die nötigen Überschwemmungen bleiben immer öfter aus. Einst riesige Wasserlöcher schrumpfen zu Pfützen«, erklärt Wabotlhe Letubo, die Direktion von SAVE Botswana. »Ohne unser Eingreifen werden sie zu Todesfallen für Hunderte von Flusspferden, die Jahr um Jahr im vertrocknenden Schlamm stecken bleiben.«

Das Okavangodelta ist ein riesiges Binnenflussdelta im Norden von Botswana. Es ist bekannt für seine weitläufigen Grasflächen, die saisonal überschwemmt werden und dadurch üppigen Lebensraum für Tiere bieten. Im westlichen Teil des unteren Okavango-Deltas liegt der Lake Ngami. Schon während der Dürre im Jahr 2019 - es war die schlimmste Dürre seit über 50 Jahren - war der Wasserstand des Sees außergewöhnlich niedrig. Seit Februar 2019 kam kein frisches Wasser mehr in die Region. Ende 2019 verschwand der See vollständig und blieb bis Ende 2021 leer.

Dies hatte weitreichende Folgen für die Menschen, aber vor allem für die Flusspferde: Sie waren in der Nxaraga-Lagune gefangen, einige von ihnen verdursteten und starben. Schon damals startete SAVE ein SOS-Programm zum Schutz der Flusspferde. FREIHEIT FÜR TIERE hat über die erfolgreiche Rettungsaktion in Ausgabe 3/2020 berichtet.

2023 kam es erneut zu einer schweren Dürre. Die Nxaraga-Lagune im Okavangodelta sowie weitere Wasserlöcher in der Umgebung trockneten aus. Dies stellte eine große Bedrohung für die dort lebenden Flusspferde dar, die die Lagune als ihren wichtigsten Lebensraum nutzen.

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Tag und Nacht wird Wasser in die Lagune gepumpt.

· Bild: SAVE Wildlife Conservation Fund

Seit Juli 2023: SAVE pumpt Wasser in die ausgetrocknete Lagune und füttert die feststeckenden Flusspferde mit Luzerne

SAVE Wildlife traf sich mit der Behörde für Wildtiere und Nationalparks und startete im Juli 2023 eine Rettungsaktion für die feststeckenden Flusspferde. Ziel war es, die Lagune so schnell wie möglich wieder mit Wasser zu füllen, um das Überleben der Tiere zu sichern. In etwa 600 Metern Entfernung von der Lagune wurde ein ergiebiges Bohrloch gefunden. Wasserleitungen wurden verlegt und eine Wasser­pumpe angeschlossen. Tagsüber wurde das Wasser mit Hilfe von Solarzellen gepumpt und nachts ein Generator benutzt.

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Lars Gorschlüter macht sich ein Bild vor Ort ein Bild.

· Bild: SAVE Wildlife Conservation Fund

Lars Gorschlüter, der Gründer und Vorsitzende von SAVE Wildlife, ist extra von Wülfrath (Nordrhein-Westfalen) nach Botswana gereist, um die Arbeit des SAVE-Teams zu unterstützen. »Diesmal ist es etwas schwieriger, da die Flusspferde wegen fehlender Niederschläge im Teich gefangen sind. Sie haben draußen nicht viel Futter, deshalb müssen wir sie jeden Tag mit großen Ballen Luzerne und anderen Futtermitteln füttern«, berichtet er.

Durch die schwere Dürre ist das Weideland so trocken, dass die Flusspferde zu verhungern drohen. Flusspferde brauchen etwa 40 kg Futter pro Tag. Darum wurden viele Ballen Luzerne gekauft. So wurde das Überleben und die Vitalität der Flusspferde gesichert und Kämpfe unter den Tieren um Futter vermieden.

Außerdem wurde ein Camp für die Flusspferd-Betreuer errichtet. Ihre Aufgaben sind die Überwachung des Bohrlochs und die Sicherung der Solarpaneele, die tägliche Zählung und Fütterung der Flusspferde, die Dokumentation der Todesfälle und die Überwachung der Futtermittel.

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Die Flusspferde sind so hungrig, dass sie nahe an die Mitarbeiterinnen und Mitarbieter von SAVE Wildlife herankommen.

· Bilder: SAVE Wildlife Conservation Fund

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Durch das ständige Auffüllen der ausgetrockneten Wasserstelle wurden die Flusspferde vor dem sicheren Tod bewahrt.

Erfolgreiche Rettungsaktion bewahrt nicht nur Flusspferde vor dem Tod, sondern hilft auch Elefanten und Krokodilen

Die Rettungsaktion hatte Erfolg: Das errichtete Bohrloch produzierte viel Wasser und füllte das Flusspferdbecken innerhalb von zwei Monaten. Nun haben die Flusspferde sowie andere Wassertiere wie Fische und Krokodile, und auch Tiere der angrenzenden Bewohner wieder Wasser.

Die Zahl der Flusspferde in der Nxaraga-Lagune durch Geburten innerhalb der Lagune und durch Zuwanderung von Flusspferden aus der Umgebung, deren Wasserlöcher ausgetrocknet sind, nimmt weiter zu. Dadurch hat sich natürlich auch der Bedarf an Futter erhöht: Die Flusspferde wurden anfangs mit 15 Ballen Luzerne pro Nacht gefüttert, aber jetzt musste die Fütterungsmenge auf 20 erhöht werden.

Weil auch immer mehr durstige Elefanten und andere Tiere an die Lagune kommen, wurde ein weiteres Wasserloch neben dem bestehenden ausgehoben und mit Wasser befüllt, um den Tieren mehr Platz zu verschaffen. Durch die Rettungsaktion wurden also nicht nur die Flusspferde vor dem sicheren Tod bewahrt, sondern auch andere Wildtiere wie Elefanten, Krokodile und Fische durch den Erhalt der Wasserstelle gerettet. Und die Bewohnerinnen und Bewohner von Nxaraga sind sehr glücklich, dass auch ihren Weidetieren geholfen wurde.

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Junge Flusspferde kommen in der Lagune zur Welt.

· Bild: SAVE Wildlife Conservation Fund

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Sogar der Präsident von Botswana besuchte die Lagune

und lobte vor laufenden Fernsehkameras die gute Arbeit zur Rettung der Flusspferde. Botswana Television News berichtete landesweit und machte die Rettungsaktion bekannt. · Bild: SAVE Wildlife Conservation Fund

Besuch des Präsidenten von Botswana und eines nationalen Fernsehteams

Sogar der Präsident von Botswana besuchte die Lagune und lobte die gute Arbeit, die die Beteiligten zur Rettung der Flusspferde leisten. In seinem Interview mit einem Team von Botswana Television News sagte der Präsident: »Der SAVE Wildlife Conservation Fund leistet zusammen mit anderen Akteuren eine hervorragende Arbeit und sollte dies auch weiterhin tun, um unser Ökosystem zu schützen.«

Der Präsident sprach auch mit dem Kgosi (Dorfchef) von Nxaraga. Der Dorfchef wurde ebenfalls von dem Fernsehteam interviewt und sagte, dass er SAVE dankbar ist, da sie ihnen in ihrer Gemeinde immer geholfen haben, wenn sie um Hilfe baten. Er erklärte, dass das Dorf die Nilpferd-Lagune für den Tourismus nutzen will: Besucher der Lagune sollen einen bestimmten Betrag zahlen und dieser soll für die Entwicklung ihres Dorfes verwendet werden. Durch den Bericht im nationalen Fernsehen wurde die Bekanntheit des Nilpferd-Projekts erhöht.

Bildung und Armutsbekämpfung als Basis für nachhaltigen Natur- und Artenschutz

Flusspferde, Elefanten, Löwen, Geparden, Zebras, Gnus - noch vor wenigen Jahrhunderten zogen riesige Tierherden durch die Savannen des afrikanischen Kontinents. Heute leben die Wildtiere fast ausschließlich in Nationalparks und Reservaten im östlichen und südlichen Afrika. Eine besondere Rolle spielen dabei die Schutzgebiete in Botswana. Aber trotz dieser Maßnahmen werden Tiere gewildert, als Trophäe gejagt und ihr Lebensraum weiter zerstört.

Der SAVE Wildlife Conservation Fund setzt sich für eine nachhaltige Förderung des Wildtier- und Naturschutzes ein. Die Stiftung ist hauptsächlich in Gebieten aktiv, in denen Wildtiere auf Menschen treffen und der Konflikt zwischen beiden besonders stark ist. SAVE Wildlife hat es sich zum Ziel gesetzt, die lokale Bevölkerung durch Bildungs- und Entwicklungsprojekte zu unterstützen und damit den Menschen vor Ort einen Sinn für den Erhalt ihrer einzigartigen Umwelt zu geben.

Interview mit Lars Gorschlüter, Gründer von SAVE Wildlife

Lars Gorschlüter

Lars Gorschlüter ist Geschäftsführer und Firmengründer der Firma Gotec in Wülfrath. Das Unternehmen, das Lars Gorschlüter 1992 im Alter von 22 Jahren gründete, ist heute ein bedeutender Automobilzulieferer mit inzwischen fast 20 Standorten weltweit. Nach einem Urlaub in Afrika im Jahr 2007 entdeckte der Lars Gorschlüter seine Begeisterung für wild lebende Tiere - und wollte etwas für die Rettung von bedrohten Tieren und der Natur tun. 2010 gründete er die gemeinnützige Stiftung Save Wildlife Conservation Fund.


SAVE setzt sich für mehrere Naturschutzprojekte vor allem im südlichen Teil Afrikas ein. Mit dem Ansatz »Education4Conservation« - Artenschutz durch Bildung und Entwicklungsarbeit - soll die junge Generation dafür sensibilisiert werden, welche Folgen menschliches Handeln für Tiere und Pflanzen weltweit haben kann.


Das SAVE-Team in Botswana besteht aus inzwischen über 130 erfahrenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vor Ort. Ihre Vision ist eine Welt, in der alle Lebewesen dieser Erde in friedlicher Co-Existenz leben und ein gesundes würdevolles Leben im Einklang mit der Natur führen.

FREIHEIT FÜR TIERE: Die Stiftung SAVE Wildlife führt im südlichen Okavangodelta nahe der Stadt Maun in Botswana eine große Rettungsaktion für Flusspferde durch. Wie kam es dazu?



Lars Gorschlüter: Es ist jetzt bereits unsere dritte größere Rettungsaktion: Die erste war 2019/20 in der Nxaraga-Lagune ebenfalls bei Maun. Die zweite war 2021, weil der Lake Ngami ausgetrocknet war. Es waren nur acht Hippos, die dort feststeckten, aber es war eine größere Aktion zusammen mit dem Wildlife Department, weil die Tiere eingefangen und an einen anderen Ort transportiert werden mussten, wo es mehr Wasser gab - und das Einfangen war nicht so einfach. Die Überlegung, die Tiere in andere Gebiete zu verlagern, hatten wir auch im Sommer 2023, als die Hippos in dem Wasserloch in der Nxaraga-Lagune gefangen waren, weil sie in den umliegenden Gebieten kein Wasser mehr fanden. Aber aufgrund der Anzahl - es waren ungefähr 200 Tiere - war das nicht zu leisten. Die Tiere müssen ja erstmal aus dem Wasser herauskommen, dann müsste man sie mit Pfeilen betäuben und in LKWs schleppen... Also, sehr aufwändig und fast unbezahlbar. Der ein oder andere Spezialist hat gesagt: »Das ist Natur, überlasst die Tiere sich selbst.«

Aber wir haben gesagt: Wenn man mit überschaubaren Aufwendungen die Hippos retten kann, dann sollte man das tun! Es handelt sich ja um eine beträchtliche Zahl an Tieren: zwei bis drei Prozent der Gesamtpopulation in Botswana. Und da ist es auf jeden Fall wert, zu kämpfen!

Aufgrund der vorhergehenden Aktion hatten wir natürlich gute Erfahrungen, wie man jetzt vorgeht: Wir haben relativ schnell das Bohrloch in etwa sechs- bis achthundert Metern Entfernung von der Lagune gebohrt. Dort kam ein Wassertank auf eine erhöhte Stelle, der durch das Bohrloch gefüllt wird. Von dort haben wir eine Leitung bis zu dem Wasserloch gelegt. Das Wasserloch haben wir mit Baggern ausgehoben und einen Wall darum geformt, so dass das Wasserloch mehr Wasser hält. Der Wall wird natürlich im Laufe der Zeit platt getrampelt durch die Hippos und Elefanten, die dort zum Trinken kommen. Das Befüllen des Wasserlochs hat gut geklappt. Man muss wissen, dass eigentlich Dezember, Januar, Februar starke Regenmonate sind. Aber auch dieses Jahr war extrem wenig Regen. Der Regen hat wenigstens dafür gesorgt, dass um das Wasserloch herum wieder mehr Gras und natürliches Futter gewachsen ist, so brauchten wir nicht mehr so viel Zusatzfutter zu füttern.

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Durch menschliche Eingriffe im nördlichen Teil des Okavango-Deltas und den Klimawandel kommt es immer öfter zu längeren Dürrephasen.

Flüsse und Lagunen trocknen aus. Flusspferde bleiben in ausgetrockneten Wasserlöchern stecken und verenden. »Ich finde, wir sollten den Tieren eine Chance geben«, sagt Lars Gorschlüter. SAVE Wildlife hat inzwischen drei erfolgreiche Rettungsaktionen für Flusspferde durchgeführt.

FREIHEIT FÜR TIERE: Du bist gerade aus Botswana zurückgekehrt. Wie hast du den Einsatz für die Flusspferde erlebt?



Lars Gorschlüter: Wenn man diese Massen an Hippos sieht - das ist einfach sehr beeindruckend! Und dass man ein Teil davon ist und diesen Hippos eine Chance gibt - das ist schon ein ergreifendes Gefühl.

Unsere anderen Projekte wie Artenschutz durch Bildung sind langfristig angelegt, auch wenn wir natürlich das Feedback der Kinder erleben. Bei der Hippo-Rettung sehen wir den Erfolg direkt - das ist schon ein tolles Gefühl, hier als Tierschützer und als Naturschützer dabeizusein.

Als ich jetzt vor Ort war, gab es noch immer keinen Regen und dementsprechend trocken waren die Wasserlöcher. Wenn so ein Wasserloch trocknet, besteht eine extrem hohe Gefahr, dass die Hippos im Schlamm einfach stecken bleiben. Man kann sich das gar nicht vorstellen: Der Schlamm ist 70 bis 80 Zentimeter tief. Wenn du da reingehst - das habe ich mal aus Versehen gemacht -, kommst du alleine fast nicht mehr raus.

Der tiefe Schlamm war ein großes Problem. Wir haben fast die Hippos nicht mehr gesehen, weil sie so tief im Schlamm lagen. Deshalb haben wir veranlasst, dass ein zweites Wasserloch gebaggert wird, neben dem bisherigen. Dadurch haben sich die Hippos ein bisschen aufgeteilt. Man muss ja auch verstehen: Das sind Familienverbände, die in recht kleinen Gruppen mit sechs bis acht Tieren leben. Am Wasserloch sind 200 Tiere. Und je kleiner der Raum ist, umso mehr Konflikte gibt es. Deswegen ist es gut, wenn man die Wasserlöcher größer macht und mehrere anlegt, damit sich die Familien aufteilen können. Das war die Aktion bei meiner letzten Reise nach Botswana.

Die Hippos sind inzwischen in sehr guter Verfassung. Wir haben Veterinäre vor Ort, die dies bestätigen. Wir müssen jetzt weniger zufüttern. Wasser muss her, das ist klar, aber die Gruppe ist sehr stabil. Es sind sogar acht bis zehn junge Flusspferde in der Lagune zur Welt gekommen. Wir haben auch schon gesehen, dass zwanzig oder dreißig Flusspferde das Wasserloch verlassen haben. Wohin können wir nicht genau sagen, sie marschieren nachts doch relativ weit und suchen andere Wasserlöcher.

Und bald kommt das Flusswasser. Der letzte Stand war, dass das Okavangowasser, welches vom Norden von Angola aus kommt, noch etwa 50 Kilometer weg ist - und das füllt dann das gesamte Delta. Diese Lagune ist sozusagen am Ende des Deltas. Wir hoffen natürlich, dass die Wasserlöcher dann wieder mit Wasser gefüllt werden. Man muss sich vorstellen, es gab jetzt in diesem Gebiet seit Mitte 2022 kein Flusswasser mehr, so dass keiner weiß: Wie sind die unteren Bodenverhältnisse? Wie tief sackt das Wasser erstmal ab? Fließt es nur unterirdisch oder auch oberirdisch? Insofern bleibt es spannend. Aber wir hoffen, dass das Wasser spätestens Anfang August dort sein wird. Und damit wäre dieses Projekt erst einmal beendet - für dieses Jahr.

Flusspferd Botswana KensCanning Shutterstock

»Die wichtigste Botschaft der Flusspferd-Rettungsaktion ist: Es geht, wir können etwas tun!«

Bild: KensCanning - Shutterstock.com

FREIHEIT FÜR TIERE: Du hast berichtet, es gibt Stimmen, die sagen, man solle die Flusspferde nicht künstlich mit Wasser und Futter versorgen, sondern die Natur sich selbst überlassen. Da müsste man anmerken: Dass es nur noch so wenig Flusspferde gibt, liegt ja nicht an der Natur, sondern an uns Menschen. Und dass es nicht mehr regnet, ist ja auch eine Auswirkung, die wir Menschen durch unsere Naturzerstörung verursacht haben.


Lars Gorschlüter: Genau. Ich verstehe die Meinung - und es gibt ja jedes Mal viele Meinungen. Aber ich finde, wir sollten den Tieren eine Chance geben. Es haben verschiedene menschliche Einflüsse dazu geführt, dass es soweit gekommen ist: Trophäenjagd, Wilderei, Lebensraumzerstörung, unser Einfluss auf das Klima. Darum sollten wir Menschen helfen, Lebensraum für bedrohte Tiere wieder herzustellen und uns darum zu kümmern, dass Flusspferde, Nashörner, Elefanten und andere Tiere wieder eine Chance bekommen.


FREIHEIT FÜR TIERE: Wenn ihr mit SAVE Wildlife diese Arbeit nicht leisten würdet, dann würde auf jeden Fall die Population weiter zurückgehen. Und dann, wenn die Population nicht mehr groß genug ist, und es zu wenig genetische Vielfalt gibt, brechen die Tierbestände zusammen - gerade bei Tieren, die bereits zu den bedrohten Arten zählen.


Lars Gorschlüter: Das stimmt. Die Hippos sind noch nicht stark vom Aussterben bedroht, aber die Zahl ist rückläufig aufgrund verschiedener menschlicher Aktivitäten. Und es ist ja viel einfacher, jetzt etwas zu tun und der gesunden Population in Botswana zu helfen, als zu warten, bis sie auf wenige Tiere zusammengeschrumpft ist.

Dazu kommt: Zu unserem Wasserloch kommen auch Elefanten, um zu trinken. Die Elefanten gehen dann nicht auf der Suche nach Wasser in die Dörfer. Damit reduzieren wir also gleichzeitig auch Konflikte anderer Arten mit dem Menschen und sorgen dafür, dass die Tiere mehr Akzeptanz finden. Außerdem kommen auch viele Rinder von den Dorfbewohnern und umliegenden Farmern zum Trinken. Also: Alle haben etwas davon. Es gibt also keinen logischen und guten Grund, die Rettungsaktion für die Flusspferde nicht zu tun.

Die Menschen vor Ort finden die Aktion toll. Die Menschen kommen zur Lagune, schauen sich das an, sie interessieren sich dafür. Die Lagune findet große Aufmerksamkeit: Das botswanische Fernsehen war mehrmals da, der Präsident war da - es gibt nationales Interesse an diesen Hippos.

Und das ist ein Grund mehr zu zeigen: Leute, es geht, wir können etwas tun! Wichtig ist es bei SAVE zu verstehen: Wir arbeiten zu 100 Prozent mit Leuten vor Ort. Das heißt, da ist auch kein Weißer, der sagt: »Hier, ich hab jetzt die Hippos gerettet!« Ich halte mich da bewusst extrem im Hintergrund, das machen alles unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor Ort. Und das ist eine der wichtigsten Botschaften an die Communities: Wir können etwas tun!


FREIHEIT FÜR TIERE: Und es entsteht das Bewusstsein, dass man durch Bewahren der Natur und Wildlife-Tourismus nur Vorteile hat - im Gegensatz zum Abschießen von Tieren durch Trophäenjäger. Du hast ja berichtet, der Dorfchief plant, durch Besucher an der Flusspferd-Lagune Geld zu generieren für die Entwicklung des Dorfes.


Lars Gorschlüter: Das motiviert alle! Durch die Berichte im Fernsehen und den Besuch des Präsidenten wollen die Menschen hier etwas entwickeln. Das ist eine unglaublich positive Gesamtsituation!


Das Interview mit Lars Gorschlüter führte Julia Brunke, Redaktion FREIHEIT FÜR TIERE.

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Karte: Projekte der Stiftung Save Wildlife Conservation Fund in Botswana

Informationen:

SAVE Wildlife Conservation Fund Stiftung

Dieselstraße 70
D-42489 Wülfrath

Internet: www.save-wildlife.org

FREIHEIT FÜR TIERE 2/2026

Freiheit für Tiere 2/2026

Artikelnummer: 2-2026

Tiernachrichten: Schutzgebiet für ehemalige Show-Delfine in Süditalien entsteht • Verhaltenforschung: Werkzeuggebrauch bei Kühen - wie Primaten • Hobbyjagd: Freizeitvergnügen mit tödlicher Schusswaffe • Stoppt die Jagd auf Vögel! • Tierportrait: Deutschlands Wilde Wölfe • Mit Tieren leben: ERST das Buch, dann der HUND: Ratgeber VOR dem Hundekauf • 101 Empfehlungen von internationalen Wissenschaftlern: Vegane Ernährung als Schlüssel gegen zunehmende Gesundheitskrisen • Neue Studie: Ist pflanzliche Ernährung für Kinder und Jugendliche gesund? • Ernährung ohne Tierleid: Tipps für ein langes, gesundes und tierfreundliches Leben • Forschungstrend »Longevity«: Mit Pflanzenkraft gesunde Lebensjahre gewinnen - mit Rezepten • Lifestyle: »VEGAN & Delicious« von Bianca Zapatka - Tierfreundliche Rezepte

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FREHEIT FÜR TIERE 1/2026

Freiheit für Tiere 1/2026

Artikelnummer: 1/2026

Tierschutz aktiv: Delfinarien: Schluss mit Delfinen in Gefangenschaft! • Historisches Urteil in Spanien: Massive Umweltverschmutzung durch Massentierhaltungverstößt gegen Menschenrechte • Bayerns größter Milchviehbetrieb: Tierhaltungsverbot wegen schwerer Tierquälerei • Gesetz ab 2026 in Österreich: Heimtierhaltung mit Sachkundenachweis • Neues Gesetz zur Heimtierhaltung: Interview Prof. Rudolf Winkelmayer, Veterinär und Tierethiker • Ethik und Religion: Die Verfolgung von Vegetariern durch die Kirche • Tierportrait: »Hase und ich« - Ergreifende Rettung und Aufzucht eines Feldhasenbabys • Studie: Schon eine Scheibe Wurst am Tag erhöht das Risiko für chronische Krankheiten • Studie: Pflanzliche Ernährung reduziert Krebsrisiko deutlich • Italienische Küche vegan: Kochen alla Nonna • Rezept: Cavatelli agli spinaci • Rezept: Pasta al forno • Rezept: Tiramisu • DVD-Tipp: »Gottes Gäste« - Jetzt drei Tiergemärchen von Manfred Kyber auf DVD

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Neuauflage: FREIHEIT FÜR TIERE - Fakten gegen die Jagd

FREIHEIT FÜR TIERE: Fakten gegen die Jagd (völlig überarbeitete und auf 60 S. erweiterte Neuauflage)

Artikelnummer: 522

Fakten und Argumente gegen das blutige Hobby der Waidmänner und Waidfrauen: Trotz beharrlicher Propagandaarbeit der Jagdverbände sinkt das Image der Jäger immer mehr: Immer weniger Spaziergänger, Hundehalter, Reiter und Mountainbiker lassen es sich gefallen, wenn sie von Hobbyjägern angepöbelt oder sogar bedroht werden. Immer mehr Menschen protestieren gegen die Ballerei in Naherholungsgebieten. Und Berichte, dass Jäger aus Versehen Liebespaare im Maisfeld oder Ponys auf der Weide erschießen, können einem draußen in der Natur durchaus Angst machen. Warum Jäger Jagd auf Hasen machen, obwohl sie auf der »Roten Liste« bedrohter Arten stehen, kann irgendwie auch niemand mehr gut finden. Zudem haben 99,6 Prozent der Bevölkerung andere Hobbys, als Tiere tot zu schießen. Da stellt sich die Frage: Warum jagen Jäger wirklich?

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Sonderpreis: Fakten gegen die Jagd (Ausgabe 2017, 24 Seiten)

Artikelnummer: 521

Die Natur braucht keine Jäger: Fakten gegen die Jagd - Warum jagen Jäger wirklich? Die Frage »Warum jagen wir?« beantwortet eine Jagdredakteurin wie folgt: »Einige beschreiben die Jagd als Kick, andere sprechen von großer innerer Zufriedenheit. Die Gefühle bei der Jagd sind ebenso subjektiv wie in der Liebe. Warum genießen wir sie nicht einfach, ohne sie ständig rechtfertigen zu wollen?« Rationale Gründe, mit denen Jäger rechtfertigen, dass die Jagd notwendig sei, sind offenbar nur Ausreden. Jedenfalls schreibt die Jägerin: »Der Tod, der mit dem Beutemachen verbunden ist, ist verpönt. Deswegen suchen die Jäger Begründungen in Begriffen wie Nachhaltigkeit, Hege und Naturschutz.«

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Freizeitvergnügen mit tödlicher Schusswaffe: Wie lange noch?

Im Januar 2026 traf der Schuss eines Jägers einen 23-Jährigen in Nordrhein-Westfalen tödlich. In Niedersachsen verwechselte ein 77-jähriger Hobbyjäger eine Gruppe Spaziergänger mit Wildtieren - eine 58-jährige Frau wurde schwer verletzt. In der Steiermark wurde ein 42-jähriger Hobbyjäger aus Versehen tödlich in den Kopf getroffen - beim Verladen eines erschossenen Wildschweins ins Auto löste sich ein Schuss. Im Dezember 2025 tötete ein Hobbyjäger in der Oberpfalz seinen Nachbarn zwei Stockwerke über sich mit einem gezielten Kopfschuss. Ein anderer Hobbyjäger schoss vom Hochsitz aus Versehen auf einen 20-Jährigen und verletzte ihn so schwer, dass er im Krankenhaus notoperiert werden musste. Im November 2025 tötete ein Hobbyjäger in Reutlingen vier Familienangehörige und sich selbst - mit einer Schusswaffe, die er als Jagdscheininhaber legal besaß. weiterlesen

DVD gibt den Tieren eine Stimme: Der Hase und der Tod – Stumme Bitten

Der Schnee lag kalt und weiß auf freiem Felde.

Ein Hase und seine Frau suchten Futter. Die Pfoten froren. Es war ein mühsamer Weg, und der Wind pfiff über die Fläche. Die Ausbeute war kümmerlich. Man musste erst den Schnee fortkratzen, um etwas Essen zu finden.

Die Pfoten wurden so leicht wund dabei. Man musste sie dazwischen immer wieder ablecken. Auch war die Frau des Hasen leidend. Ein Bein war ihr zerschossen worden. Sie humpelte hilflos und gebrechlich über den Schnee.

»Ach, diese schrecklichen Jagden!« seufzte die Häsin. »Töten ist doch kein Vergnügen! Sogar Wölfe reißen aus Hunger, nicht aus Lust am Töten.«

»Es sind eben keine Wölfe, sondern Menschen«, sagte der Hase.


Manfred Kyber (1880-1933) war ein deutscher Schriftsteller und Tierschützer, der vor allem durch seine besonderen Tiergeschichten bekannt geworden ist. Aus zwei seiner Geschichten hat der Verlag Das Brennglas einen ergreifenden Zeichentrickfilm auf DVD produziert.

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DVD: „Stumme Bitten“ · „Der Hase und der Tod“ als Zeichentrick-Filme

Artikelnummer: 321

»Die Welt ist voll von stummen Bitten, die nicht gehört werden. Es sind Menschen, die sie nicht hören. Es scheint unmöglich, diese stummen Bitten zu zählen. So viele sind es. Aber sie werden alle gezählt. Sie werden gebucht im Buche des Lebens.« (Manfred Kyber) Ein Zeichentrickfilm, der unter die Haut geht, die »stumme Bitten« hörbar macht und den Tieren mit ergreifenden Bildern eine Stimme gibt!

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Die Verfolgung von Vegetariern durch die Kirche

»Wenn jemand Fleischspeisen, die Gott den Menschen zum Genuss gegeben hat, für unrein hält und ... auf sie verzichtet ..., der sei mit dem Bannfluch belegt.«

Papst Johannes III., Synode von Braga, 561 n. Chr.


Diesen Bannfluch verkündete Papst Johannes III. im Jahr 561 nach Christus auf der Synode von Braga in Portugal. Ein Bannfluch hatte die »Vogelfreiheit« zur Folge: Der Gebannte verlor als Ausgeschlossener aus der Gesellschaft alle Rechte.


Ganz in diesem Geiste wurden im Jahre 1051 durch die Bischofsversammlung in Goslar »Ketzer«, die ausschließlich von Pflanzennahrung lebten, zum Tode verurteilt, weil sie sich geweigert hatten, Hühner zu töten. Das Töten von Hühnern wurde zum »Test«, um Ketzer zu erkennen!
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DVD-Tipp: Jesus und die Tiere

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Jesus treibt die Tierhändler aus dem Tempel.

Jesus von Nazareth wurde im Stall mitten unter den Tieren geboren. Gab Gott damit den Menschen nicht ein Symbol, dass Sein Sohn nicht in einem Palast, sondern bei Schafen, Rindern, Eseln und Katzen zur Welt kam?

Zu Zeiten des Jesus von Nazareth wurden Lämmer und Tauben im Tempel für die Sünden der Menschen geopfert. Jesus trat gegen diesen blutigen Kult ein. Bekannt ist die Szene, wie Jesus nach seinem Einzug in Jerusalem die Tierhändler aus dem Tempel hinaustrieb und die Tiere freiließ. Und er rief: »Steht nicht geschrieben: Mein Haus soll ein Bethaus heißen für alle Völker? Ihr aber habt eine Mördergrube daraus gemacht!« (Markus 11,17)

Über die Tierliebe des Jesus von Nazareth ist in der Bibel kaum etwas zu finden. Doch aus der frühchristlichen Geschichtsschreibung wird deutlich, dass Jesus kein Fleisch gegessen hat und sich für die Tiere einsetzte... weiterlesen

DVD: Jesus und die Tiere

Artikelnummer: 318

Vergleicht man die Bibel mit apokryphen Schriften, dann ist gut zu erkennen, dass die Kernaussagen oft die Gleichen sind, aber die Tierliebe Jesu, gänzlich fehlt. In dieser DVD werden viele Begebenheiten, bei denen Jesus über die Tiere sprach, wiedergegeben.

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Neue Studie: Ist pflanzliche Ernährung für Kinder und Jugendliche gesund?

Die gesundheitlichen Auswirkungen von vegetarischer und veganer Ernährung im Kindesalter sind immer wieder Gegenstand von Diskussionen. Zahlreiche wissenschaftliche Studien belegen, dass eine vollwertige pflanzliche Ernährung für Kinder und Jugendliche gesund und bedarfsdeckend ist. Auch die bisher größte Studie dieser Art bestätigt nun: Pflanzliche Ernährung ist für Kinder und Jugendliche sicher und vorteilhaft. weiterlesen

Ernährung ohne Tierleid: Ein gesünderes Leben

Viele Menschen, die sich entscheiden, kein Fleisch mehr zu essen, tun dies aus ethischen Gründen: weil sie nicht möchten, dass Tiere für sie leiden und sterben müssen. Viele gehen den konsequenten Schritt weiter und lassen aus Liebe zu Kühen und Kälbchen Milch und Käse weg, essen aus Mitgefühl zu Hühnern keine Eier und leben rein pflanzlich. Und dann erfahren sie, dass eine vegane Ernährung ohne Tierleid auch die gesündeste ist!

Eigentlich würde uns dies schon der logische Menschenverstand sagen: Wie sollen Nahrungsmittel, die durch Leid und Tod entstehen, für uns gesund sein? In den letzten Jahren und Jahrzehnten sind tausende wissenschaftliche Studien veröffentlicht worden, die nachweisen: Eine Ernährung mit vollwertigen pflanzlichen Lebensmitteln ist gesund und versorgt uns auch mit allem, was wir brauchen. Diese Ernährungsweise beugt überdies zahlreichen Krankheiten vor, von Herz-Kreislauf-Erkrankungen über Krebs, Diabetes und Adipositas bis zu Demenz - und schützt damit vor vorzeitigem Tod. weiterlesen

Was Tiere denken - Intelligenz und Emotion in der Wildnis

Wir fangen gerade erst an, zu begreifen, dass das Gehirn von Tieren ähnlich komplex ist wie unser eigenes. Die Warnrufe von Präriehunden etwa sind nicht nur hektische Pfeiftöne, sie übermitteln damit differenzierte Nachrichten. Gorillas nutzen Zeichensprache, um vergangene Ereignisse zu schildern - wissen sie also, was heute, gestern und morgen ist? Nicht nur Primaten oder Elefanten, selbst kleinste Ameisen, denen man einen Farbtupfer auf dem Kopf angebracht hat, wollen diesen loswerden, sobald sie in einen Spiegel blicken - ein Beweis für ihr Ich-Bewusstsein, das Menschen erst ab dem zweiten Lebensjahr entwickeln. In ihrem Buch »Was Tiere denken - Intelligenz und Emotion in der Wildnis präsentiert Marianne Taylor 60 Tierarten, ihre bemerkenswerten kognitiven Fähigkeiten, ihre Gefühle und ihre ausgefeilte Kommunikation. weiter

Bayerischer Tierärztetag: Tierqual bei Milchkühen

Razzia auf Skandalhof in Bad Grönenbach. Pressemitteilung SOKO Tierschutz Kopie

Kühe, die nicht mehr laufen können, werden mit Treckern weggeschleift, Mitarbeiter treten ein liegendes Kalb:

Die aktuelle Undercover-Recherche von SOKO Tierschutz in Bayerns größtem Milchviehhof in Bad Grönenbach zeigt erneut massive Verstöße gegen den Tierschutz. · Bild: SOKO Tierschutz

Von Annemarie Botzki, Recherche und Kampagnen bei der Verbraucherschutzorganisation foodwatch e.V.

»Alle haben die Nase voll« - das ist der Satz, der mir vom bayerischen Tierärztetag in Kulmbach besonders im Ohr hängen bleibt. sitze mit 150 amtlichen und Amtstierärzt:innen in einem Konferenzraum. Normalerweise sind sie in detaillierte, fachliche Diskussionen vertieft. Aber diesmal ist die Stimmung anders. Angespannt. Frustriert. weiter

Die dunkle Seite der Milch: Das Leid der Kälbchen

Die Milchindustrie gaukelt uns in der Werbung gerne vor, dass Kühe ein glückliches Leben auf grünen Weiden führen. Wie sieht die Realität aus? Milchkühe müssen ihr Leben in den meisten Fällen ganzjährig im Stall verbringen - zum Teil sogar immer noch in besonders tierquälerischer Anbindehaltung. So hält nach Angaben des Bayerischen Bauernverbands rund die Hälfte der circa 25.000 Milchviehbetriebe in Bayern ihre Tiere in Anbindehaltung. Damit die Kühe immer Milch geben, werden sie jedes Jahr künstlich befruchtet. Die neugeborenen Kälber werden ihren Müttern kurz nach der Geburt weggenommen. Die Milch, welche die Natur für die Kälbchen bestimmt hat, wird maschinell abgepumpt, industriell verarbeitet und im Supermarkt verkauft. Was passiert dann eigentlich mit den Kälbern? weiter

Gestatten. Biber. Eine außergewöhnliche Freundschaft mit einer wildlebenden Biberfamilie

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Christian Kuschenreiter Aug’ in Aug’ mit einem Biber. Das freilebende Tier hat Vertrauen wie zu einem Familienmitglied.

Schwarze Knopfaugen, beeindruckende Schneidezähne, großer Paddelschwanz, Stupsnase und dichter Pelz: Biber sind entzückende Tiere, und obendrein schlau, empathisch, kommunikativ, verspielt - und eigentlich sehr scheu. Als Bettina und Christian Kutschenreiter im Jahr 2003 beim Fotografieren an einem Fluss in Oberbayern auf eine Biberfamilie treffen, ist das der Beginn einer außergewöhnlichen Freundschaft, die bis heute anhält. Die Biber lassen die beiden Tierfreunde nach und nach an ihrem Leben teilhaben und suchen schließlich sogar bewusst ihre Nähe. Jetzt haben die beiden ein Buch über ihre Erlebnisse mit den Bibern geschrieben - mit vielen wunderschönen und sicher einzigartigen Fotos. weiter

Die Intelligenz der Hunde

Die internationale Forschung hat sich in den letzten Jahren zunehmend mit der Intelligenz von Hunden beschäftigt und dabei so manches bestätigt, was Hundefreundinnen und Hundefreunde längst wussten: Hunde denken viel komplexer als gedacht. Aber: Was genau ist Hundeintelligenz? Wie misst man sie? Haben wir dazu überhaupt die richtigen Werkzeuge und Vergleichsmaßstäbe? Sind »Menschenschläue« und »Hundeschläue« überhaupt vergleichbar? Und in welchen Bereichen haben Hunde andere oder viel mehr geistige Kompetenzen als wir? weiter

Trügerische Küstenidylle: Jagd auf Seehunde im Wattenmeer

Wussten Sie, dass Hobbyjäger an der deutschen Nordseeküste und auf den Nordseeinseln jedes Jahr Hunderte Robben und Robbenbabys erschießen? Und das, obwohl laut EU-FFH-Richtlinie die Jagd auf Seehunde streng verboten ist? Denn die geschützten Seehunde unterliegen in Deutschland dem Jagdrecht. Sie haben zwar ganzjährig Schonzeit, doch »Seehundjäger« in Schleswig-Holstein und »Wattenjagdaufseher« in Niedersachsen sind befugt, sich um gestrandete, verletzte, verlassene und kranke Robben zu »kümmern«. weiter

Für Bienen, Schmetterlinge, Vögel, Igel & Co.: Natürlich gärtnern für die Artenvielfalt

»Lass wachsen«: Wildblumenwiesen sind für uns eine Augenweide und bieten Wildbienen, Schmetterlingen und Vögeln Lebensraum und Nahrung.

»Lass wachsen«: Wildblumenwiesen sind für uns eine Augenweide und bieten Wildbienen, Schmetterlingen und Vögeln Lebensraum und Nahrung.

Wichtig: Lassen Sie Wiesen und Stauden über den Winter bis in den Mai hinein stehen. Viele Insekten nutzen hohle Stängel als Winterquartier, darunter viele Wildbienenarten. An Stängeln und Gräsern verbergen sich Eier, Raupen und Puppen von Schmetterlingen. Die Samenstände bieten Vögeln Nahrung. · Bild: Freiheit für Tiere

Was hat unser Garten mit Tierschutz und Artenvielfalt zu tun? Auf den ersten Blick erst einmal nicht so viel. Doch vor dem Hintergrund des dramatischen Artensterbens könnten private Gärten und öffentliche Parks eine bedeutende Rolle spielen, um Inseln der Artenvielfalt zu schaffen. Und erfreulicher Weise erscheinen immer mehr Ratgeber für nachhaltiges und natürliches Gärtnern - als Gegenentwurf zum weltweit fortschreitenden Lebensraumverlust von Tieren und Pflanzen - die zeigen, wie wir auch ohne Vorerfahrung aus unserem Garten ein kleines Paradies schaffen können: für Tiere und Pflanzen, aber auch für uns selbst. weiter

Ein Jäger steigt aus

Prof. Dr. Rudolf Winkelmayer aus Niederösterreich war seit seiner Jugend leidenschaftlicher Jäger. Schon sein Vater war Jäger und nahm ihn als Kind oft mit auf die Jagd. Mehr als 100 Tiere hat der 67-Jährige in seinem Leben geschossen. Vor 14 Jahren machte er eine Kehrtwende: Von heute auf morgen beendete er das Schießen und verkaufte alle seine 16 Gewehre. Jetzt hat Prof. Winkelmayer ein Buch geschrieben: »Ein Beitrag zur Jagd- und Wildtier-Ethik«. Damit wendet er sich an seine ehemaligen Jagdkollegen und an die nicht jagende Bevölkerung und macht deutlich: »Töten als Freizeitvergnügen ist ethisch nicht vertretbar«. weiter

Interview: Ein Jäger steigt aus

Mit 16 machte er den Jagdschein, 37 Jahre lang ging er auf die Jagd. Dann hörte er von einem Tag auf den anderen mit dem Tiere töten auf. Freiheit für Tiere sprach mit dem Veterinär Prof. Dr. Rudolf Winkelmayer über seine Erfahrungen und die Gründe, warum er mit der Hobbyjagd Schluss gemacht hat. weiter

Mehr Freiheit für Pferde

Nach § 2 des Tierschutzgesetzes gilt: Wer ein Tier hält, muss dieses seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernähren, pflegen und verhaltensgerecht unterbringen. Und er darf die Möglichkeit des Tieres zur artgemäßen Bewegung nicht so einschränken, dass ihm Schmerzen, vermeidbare Leiden oder Schäden zugefügt werden. Doch was bedeutet dies für die heutige Pferdehaltung? weiter

Grausame Tierquälerei für Grana Padano-Käse

Die italienische Tierschutzorganisation Essere Animali dokumentierte in Milchviehbetrieben, die Grana Padano herstellen, schockierende Lebensbedingungen für Kühe und Kälber. Auch Gewalt durch Arbeiter gegenüber Tieren wurde dokumentiert. Grana Padano gehört neben Parmesan und Mozzarella zu den bekanntesten Käsesorten Italiens und ist der weltweit am meisten konsumierte Käse. weiter