Sind Wildtiere von Natur aus scheu?

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Wilde Tiere

Wilde Tiere

haben in unseren Großstädten einen neuen Lebensraum gefunden. Inzwischen gibt es Füchse in fast jeder Stadt und Rehe in fast jedem größeren Stadtwald. Bild: Pim Leijen · fotolia.com

Von Julia Brunke

Immer mehr Wildtiere zieht es in die Nähe der Menschen. Es scheint unglaublich: In unseren Großstädten findet sich eine ganz erstaunliche und immer weiter zunehmende Vielfalt der Tier- und Pflanzenarten. Und je größer die Stadt, desto vielfältiger und reichhaltiger ist ihr Tierleben. Füchse ziehen ihre Jungen seelenruhig vor den Augen der Spaziergänger in Parks groß, Wildschweine laufen am helllichten Tage mit ihrem Nachwuchs durch die Grünanlage, Waschbären ziehen im Gartenhäuschen ein, Habichte und Wanderfalken nisten mitten in der Innenstadt.

Berlin

Berlin

gilt als »Hauptstadt der Wildschweine«. Bild aus: Florian Möllers: Wilde Tiere in der Stadt

"Schneewittchen und die 7 Zwerge",

"Schneewittchen und die 7 Zwerge",

so tauften die Berliner diese Wildschweinfamilie. Bild: Florian Möllers

Städte - Inseln der Artenvielfalt

"Die Wildnis drängt in die Städte und ehemals scheue Tierarten, die sich, solange man denken konnte, vom Menschen fernhielten, werden zu einem Teil der Stadtnatur", schreibt Bernhard Kegel in seinem neuen Buch "Tiere in der Stadt". Inzwischen gibt es sogar eine eigene Wissenschaftsdisziplin, die sich mit den wild lebenden Tieren und Pflanzen der Städte beschäftigt: die Stadtökologie.

Es scheint, als habe sich eine Umkehr vollzogen: Auf dem Land verkommen ehemals fruchtbare und lebensfreundliche Flächen durch die industrielle Landwirtschaft mit ihren giftigen Spritzmitteln, intensive Düngung und Monokulturen zu regelrechten Agrarwüsten. In einem Umland der Monotonie werden Städte zu Inseln der Artenvielfalt, die Lebensraum für unzählige Tierarten bieten. Der in München lebende Naturforscher Prof. Dr. Josef H. Reichholf, der Leiter der Wirbeltierabteilung der Zoologischen Staatssammlung München und Professor für Ökologie und Naturschutz an der TU München war, spricht bei den großen Städten gar von "Rettungsinseln der Artenvielfalt". Er meint damit, dass viele Tierarten, die eigentlich vom Aussterben bedroht sind, in den Städten überleben können.

"Die Zugewinne in der neuen städtischen Artenvielfalt waren keineswegs nur irgendwelche, früher vielleicht einfach übersehene Kleintiere und exotische Pflänzchen, sondern durchaus auffällige Arten wie Wildschwein und Biber, Wanderfalke und seltene europäische Entenarten", schreibt Reichholf in seinem Buchbeitrag "Städte Insel der Artenvielfalt" (in: Florian Möllers: Wilde Tiere in der Stadt). Wanderfalken ziehen am Kölner Dom, am Roten Rathaus in Berlin oder den Türmen der Münchner Frauenkirche ihre Jungen groß. In München hat sich infolge der Renaturierung der Isar sogar der Biber wieder angesiedelt, der eigentlich als extrem menschenscheu gilt. Sogar Feldhasen wurden zu Stadthasen. "Verständlicherweise, denn wie die Kaninchen werden sie in der Stadt, wenn überhaupt, weit weniger gejagt als draußen in der freien Natur"", so Reichholf.

Der vom Aussterben bedrohte Wanderfalke

Der vom Aussterben bedrohte Wanderfalke

brütet in Berlin im Turm des Roten Rathauses. Bild aus: Florian Möllers: Wilde Tiere in der Stadt

Auf jeden Münchner kommt ein Vogel

In einer europäischen Großstadt leben durchschnittlich mehr als 10.000 unterschiedliche Arten. Die Städte sind sehr reich an Strukturen, viel reichhaltiger, als das ausgeräumte, intensiv genutzte Land. "Gebäude aller Art bieten Sonnen- und Schattenseiten, Unterschlupf und Nistplätze; Gärten bilden Mosaike von buntem Grün; Parkanlagen locken mit Licht und Nahrungsfülle, weil auf den Freiflächen nicht produziert" wird wie draußen auf der Flur", erklärt der renommierte Biologe Prof. Dr. Reichholf (ebda.). Und was mindestens genauso wichtig ist: Die Städte sind nicht überdüngt - es wird in den Städten keine Gülle ausgefahren oder im großen Stil künstlich gedüngt. Daher bieten sie den Pflanzen den Lebensraum, den sie brauchen: In einigen Städten finden sich doppelt so viele Wildpflanzenarten wie in ihrem Umland.

Die Vielfalt an Pflanzen bietet wiederum einen Lebensraum für eine Vielzahl von Tieren: Im Park der Zoologischen Staatssammlung München leben 650 verschiedene Schmetterlingsarten das ist eine Zahl, wie man sie vielleicht in einigen wenigen sehr guten Naturschutzgebieten finden kann. Und auch mit seinen 110 verschiedenen Brutvogelarten kann es München mit den meisten bayerischen Naturschutzgebieten an Artenvielfalt durchaus aufnehmen. Auf jeden Münchner kommt ein Vogel mindestens. Und auf jeden der dreieinhalb Millionen Berliner kommt sogar mindestens ein Vogelpaar.

In der Hauptstadt brüten über 150 Vogelarten das sind zwei Drittel aller Vogelarten, die in Mitteleuropa zwischen Nord- und Ostsee und den Alpen vorkommen. "Hamburg konkurriert mit noch mehr Arten", schreibt Reichholf in seinem Buchbeitrag "Städte Insel der Artenvielfalt" (in: Florian Möllers: Wilde Tiere in der Stadt). "Küstenvögel, die naturgemäß in Berlin nicht vorkommen, kommen in Hamburg ja dazu." Und in Köln seien mit bis zu 1150 Brutpaaren pro Quadratkilometer die bislang dichtesten Brutvogelbestände überhaupt nachgewiesen worden. "Sortiert man die Städte nach ihrer Größe, so gilt: je größer die Stadt, desto reichhaltiger die Vogelwelt und umso zahlreicher auch der Brutbestand an Vögeln", so Reichholf (ebda.) Aber auch Fledermäuse fliegen in der Dämmerung und im Dunkeln durch die Parks.

Bernhard Kegel schreibt in "Tiere in der Stadt": Unter Ornithologen kursiert ein Witz, bei dem man allerdings bei näherer Überlegung nicht weiß, ob man ihn wirklich komisch finden soll: Wenn ein südamerikanischer Kollege nach Deutschland käme, um die hiesige Vogelwelt kennenzulernen, schickte man ihn am besten..., ja, wohin? In die Nationalparks und Biosphärenreservate, in den Harz oder Bayerischen Wald, nach Hiddensee, ins Untere Odertal? Nein, in die Hauptstadt, nach Berlin! An kaum einem anderen Ort in diesem Land, schon gar nicht in der viel gerühmten, aber intensiv genutzten Kulturlandschaft lassen sich so viele Vogelarten (151) auf so kleiner Fläche (892 Quadratkilometer) beobachten.

In keiner anderen deutschen Stadt

In keiner anderen deutschen Stadt

gibt es so viele Turmfalken wie in Berlin: Hier brüten etwa 180 bis 250 Turmfalkenpaare. Auch Waldkauz, Schleiereule und andere Fels-, Nischen- und Höhlenbewohner wie Mauersegler, Mehlschwalbe, Ringeltaube sowie verschiedene - auch seltene - Fledermausarten haben längst die Stadt als Lebensraum erobert. Bild: Jearu - Fotolia.com

"Unter Ornithologen kursiert ein Witz, bei dem man allerdings bei näherer Überlegung nicht weiß, ob man ihn wirklich komisch finden soll: Wenn ein südamerikanischer Kollege nach Deutschland käme, um die hiesige Vogelwelt kennenzulernen, schickte man ihn am besten..., ja, wohin? In die Nationalparks und Biosphärenreservate, in den Harz oder Bayerischen Wald, nach Hiddensee, ins Untere Odertal? Nein, in die Hauptstadt, nach Berlin! An kaum einem anderen Ort in diesem Land, schon gar nicht in der viel
gerühmten, aber intensiv genutzten Kulturlandschaft lassen sich so viele Vogelarten (151) auf so kleiner Fläche (892 Quadratkilometer) beobachten."
Bernhard Kegel in: Tiere in der Stadt

In Berlin kann man Wildschweine

In Berlin kann man Wildschweine

so hautnah und vertraut erleben, wie sonst wohl nirgends in Europa. Auf 890 Quadratkilometer Berliner Stadtgebiet sollen etwa 6.000 Wildschweine leben. Wildschweinmütter bringen ihre Jungen in Vorgärten, Gartensiedlungen und Parks zur Welt - und lassen sich von Anwohnern, Spaziergängern, Auto- und Fahrradfahrern nicht stören. Bild: Photohunter - Fotolia.com

Berlin: Hauptstadt der Tiere

Berlin gilt als Hauptstadt der Tiere: In keiner anderen europäischen Stadt gibt es so eine große Arten- und Pflanzenvielfalt. Mehr als 20.000 verschiedene Tier- und Pflanzenarten kommen inzwischen in der Bundeshauptstadt vor. Mittlerweile leben in Berlin mehr Nachtigallen als in ganz Bayern. Und der vom Aussterben bedrohte Wanderfalke brütet im Turm des Roten Rathauses. Und neben mehr als 150 Brutvogelarten leben in Berlin 53 Säugetierarten.

In Berlin ist nur ein Viertel von 890 Quadratkilometern Stadtfläche bebaut. Die innerstädtische Waldfläche erstreckt sich über 161 Quadratkilometer. Nahezu 2500 Parks und Grünanlagen bilden ein Mosaik von Lebensräumen im gesamten Stadtgebiet. 6 Prozent der Stadtfläche besteht aus einem weitverzweigten Netz von Flüssen, Kanälen, Seen, Teichen, Feuchtgebieten und Kleingewässern. Hinzu kommen zahllose Kleingärten und verwilderte Brachen an aufgegebenen Bahntrassen, ehemaligen Industriegebieten und im Bereich des ehemaligen Mauerstreifens. Das "grüne Berlin" ist zum Lebensraum einst extrem menschenscheuer Wildtiere geworden.

"In Berlin gebären Wildschweinmütter ihre Jungen in einem wenige Meter breiten Waldstreifen zwischen der Autobahn und einer Parallelstraße, in der jedes Wochenende Tausende von Fitnessfans mit Rädern oder Rollerskates entlangrasen", schreibt der in Berlin lebende Stadtökologe Bernhard Kegel. "Kaninchen fühlen sich in unmittelbarer Ku"dammnähe auf einer kaum fußballplatzgroßen, mit Rasen und Büschen bepflanzten Verkehrsinsel wohl." (in: Tiere in der Stadt)

Auf den 890 Quadratkilometern des Berliner Stadtgebiets sollen etwa 6.000 Wildschweine leben sie wissen das reichhaltige Menü der Kleingartenanlagen zu schätzen. Florian Möllers berichtet in seinem Buch "Wilde Tiere in der Stadt" von Schneewittchen, einer jungen Wildschweinmutter, die in der Waldsiedlung Zehlendorf in einem kleinen Gebüsch unter dem Küchenfenster von Nr. 191 Mitte März ihre Jungen bekam: "Nachdem der erste Schrecken über die ungewöhnlichen Untermieter verflogen war, hatte die Anwohnerin sofort die Polizei verständigt. Zusammen mit den Berliner Forsten wurde daraufhin der bereich des Wurfkessels, eine flache Mulde überhäuft mit Zweigen, Gras und anderem Pflanzenmaterial, großräumig mit einem Flatterband gekennzeichnet. Die Nachricht von die süßen Kleenen" verbreitete sich wie ein Lauffeuer. Eine fürsorgliche Gruppe von Wildschweinsympathisanten formierte sich, nachdem die Ausflüge der jungen Familie immer weiter Richtung Bürgersteig und Straße führten. Bald hingen an Laternenpfählen, Baugruben und Straßenbäumen selbst gedruckte Hinweisschilder: 2Vorsicht Wildschweine! Bitte langsam fahren!""

Die junge Wildschweinfamilie wurde nicht nur in Zehlendorf zu einer Attraktion - aus ganz Berlin und Umgebung reisten Wildschweintouristen an, um die Tiere einmal aus so unmittelbarer Nähe zu sehen.

Als Schneewittchen und ihre sieben putzmunteren Frischlinge gepflegte Rasenflächen und Vorgärten auf der Suche nach Nahrung umpflügten, wurde es manchen Anwohnern zu viel: "Natürlich wolle man sie nicht gleich erschießen, erklärten die Wildschweingegner, aber ob man sie denn nicht fangen und woanders aussetzen könne?" Marc Franusch, Pressesprecher der Berliner Forsten, versuchte die Wildschweinnachbarn bei einem Ortstermin zu beruhigen: "Wenn die Tiere nicht gefüttert werden, dann zieht die Mutter mit ihren Kleinen in spätestens zwei bis drei Wochen zurück in den Wald." Es sollte allerdings sechs Wochen dauern, bis Schneewittchen ihre sieben Zwerge wohlbehalten zurück in den Wald führte. (Florian Möllers: Wilde Tiere in der Stadt)

"Wenn es Probleme gibt mit Wildschweinen im Stadtgebiet, dann liegt das eigentlich immer an Leuten, die die Tiere füttern", berichtet Derk Ehlert, Wildtierreferent des Berliner Senats. Denn wenn die Tiere gefüttert werden, suchen sie diese Orte immer wieder auf und können dann beim Stöbern durchaus Schäden verursachen.
In der Regel bedeutet das ihr Todesurteil, weil dann ganz sicher irgendjemand den Jäger ruft. Im Übrigen kann das Füttern mit unnatürlicher Nahrung wie Kuchen oder Süßigkeiten bei den Tieren zu Organschäden oder Stoffwechselerkrankungen führen. Somit ist das Füttern eine falsch verstandene Tierliebe.

In den Berliner Parks kann man Füchse beobachten, während sich nur paar Schritte weiter unbekümmert Wildkaninchen tummeln. Derk Ehlert hat sogar schon beobachtet, dass sich in der Nähe des Hauses der Kulturen der Welt Kaninchen und Füchse einen Bau teilen. Unter dem Titel "Seltsame Wohngemeinschaft" schrieb die Berliner Morgenpost: "Ehlert kannte den Kaninchenbau schon lange. Ein Bau mit vielen Ein- und Ausgängen. Und er hatte schon häufiger beobachtet, wie Kaninchen rein- und raushoppelten. Eines Tages aber schlüpfte aus einem Loch ein Fuchs. Ganz friedlich." (Berliner Morgenpost, 18.9.2011) "Burgfrieden" wird dieses friedliche Zusammenleben von Beutegreifern und Beutetieren in der Fachliteratur genannt.

Der Wildtierreferent des Senats beruhigt Anwohner, wenn sie sich Sorgen wegen Tollwut und Fuchsbandwurm machen: Seit mehr als 20 Jahren wurde die Fuchstollwut nicht mehr registriert, seit vielen Jahren auch kein Fuchs mit Bandwürmern mehr gefunden. Wer keinen Fuchs im Garten haben will, sollte sich Nachbars Hund einmal ausleihen: "Um einen Fuchs zu vertreiben, muss man nicht auf ihn schießen. Es reicht meist, in seinem Revier mit einem Hund spazieren zu gehen und es ihn markieren zu lassen. Füchse haben Angst vor Hunden. Binnen drei Wochen sind die Tiere weg", so Derk Ehlert im NABU-Magazin "Naturschutz heute" 1/2012.

In einem Park mitten in München

In einem Park mitten in München

ist diese Fuchsfamilie zu bestaunen. Zwei Tierfreundinnen haben diese Fotos mit ihrer Handykamera gemacht: »Insgesamt sind es fünf Junge und zwei Elterntiere. Man ist rundherum (also Anwohner, Arbeitende, Spaziergänger und Touristen) begeistert!« Bild: M. Haberl

Fuchsfamilie mitten in München

Fuchsfamilie mitten in München

Bild: A. Hauer

Stadtbevölkerung Tieren gegenüber viel toleranter

Neben dem reich strukturierten Lebensraum, den die Großstädte bieten, gibt einen weiteren wichtigen Grund, der die Wildtiere in unsere Metropolen zieht: Die Stadtbevölkerung ist den wild lebenden Tieren gegenüber viel toleranter eingestellt als die Landbevölkerung nicht nur gegenüber Vögeln, sondern auch Füchsen, Mardern, Waschbären und Wildschweinen. Die Tiere lernen, dass ihnen die Städter nichts anhaben wollen.

So traut sich der Fuchs in den Städten anders als auf dem Land wieder am Tage ins Freie, da er sich hier nicht mehr vor den Jägern verstecken muss. "Man könnte sich wie auf den weltfernen Galapagosinseln wähnen, wenn Füchslein im hellen Sonnenschein zur Terrasse eines Hauses schlendern, um sich dort zu einem Schläfchen zusammenzurollen. Oder wenn im Stadtpark der Waldkauz im Eingang seiner Höhle sitzt und am Tag die milde Sonne genießt, ohne sich um die Menschen zu kümmern", schreibt Josef H. Reichholf in seinem Buchbeitrag "Städte Insel der Artenvielfalt" (a.a.O). Dieser Abbau der Scheu, das Wiederauferstehen der ursprünglichen Vertrautheit, mache die Stadttiere so großartig.

Reichholf berichtet von Gänsesängern, Silberreihern, Graureihern und Kormoranen, die in den Münchner Stadtgewässern vor den Augen zahlloser Menschen tauchen und Fische fangen und denen deswegen kein von der Anglerfischerei erwirktes Todesurteil durch Abschuss droht. Er berichtet von ansonsten unduldsamen Autofahrern, die plötzlich zu Kavalieren werden, wenn Mutter Ente einfach die stark befahrene Straße im Watschelgang überquert. Selbst wenn ein Marder ein Kabel in einem Auto durchbeiße, drohe ihm keine Hundertschaft der Polizei, um ihn unschädlich zu machen.

"Die Städte sind zu einer, vielleicht sogar der entscheidenden Schnittstelle zwischen Natur und Mensch geworden", so der Stadtökologe Bernhard Kegel in seinem Buch "Tiere in der Stadt". Er verweist darauf, dass in den Städten die Käufer ökologischer Lebensmittel leben, die Mitglieder der Natur- und Tierschutzverbände, die Vegetarier und Veganer.

Auf dem Land hingegen werden wild lebende Tiere bekämpft: Wehe dem Spatz, der Kirschen nascht! Wehe den arktischen Gänsen, die während des Vogelzugs auf einem Acker Rast machen! Wehe dem Reh, das an einem Baum knabbert! Wehe der Wildschweinmutter, die ihre Kinder in einem Maisfeld groß zieht! Wehe dem Hasen, der ins Gemüsebeet kommt! Es scheint, als würden die Bauern den Tieren kein einziges Körnchen gönnen und die Bauern sind es, die nach den Jägern schreien, dass mehr Tiere tot geschossen werden.

Die Verfolgung durch den Menschen hat eigentlich tagaktive Tiere wie Füchse oder Wildschweine nachtaktiv gemacht, so dass Erholungssuchende nur selten überhaupt ein Tier zu Gesicht bekommen. Denn die ständige Bejagung macht die Tiere scheu und führt zu großen Fluchtdistanzen. Auch der tierliebende Spaziergänger fällt für die Tiere in die Kategorie "Feindbild Mensch", vor dem man sich verstecken und die Flucht ergreifen muss.

Füchse - intelligente und sehr soziale Tiere

Im Fuchs vereinen sich Schönheit und sprichwörtliche Schläue, unbändiger Überlebenswille und einzigartige Anpassungsfähigkeit.
Füchse sind überaus soziale Tiere, die im Normalfall in Gruppen oder Einehe zusammen leben. Sofern der Mensch Fuchs und Füchsin am Leben lässt, ziehen beide Elternteile ihren Nachwuchs gemeinsam groß.

Füchse erfüllen eine wichtige Rolle als Gesundheitspolizei : Sie fangen hauptsächlich Mäuse, was zum Nutzen der Landwirtschaft ist, vertilgen Aas und erbeuten meist kranke oder verletzte Tiere - und tragen somit zur Gesunderhaltung der Tierpopulationen bei. Doch der Fuchs ist nicht nur Gesundheitspolizei in der Natur, sondern trägt auch zum Schutz des Waldes bei, da er Waldwühlmäuse vertilgt.

Füchse sind heute weitaus häufiger in Siedlungsgebieten anzutreffen als noch vor fünfzig oder gar hundert Jahren. In den grünen Oasen der Städte finden sie hervorragende Lebens bedingungen vor. Gärten und Parks sind reich an Deckung und Nahrung. Und: In der Stadt finden Füchse Schutz vor Jägern.

Gnadenlose Jagd auf Füchse

600.000 Füchse erlegen deutsche Jäger jedes Jahr deutschlandweit. Diese gnadenlose Jagd auf Füchse versuchen die Jäger gegenüber der Öffentlichkeit mit zwei Argumenten zu rechtfertigen: dem angeblichen Schutz der Bevölkerung vor Tollwut und dem Fuchsbandwurm. Der Haken daran: Deutschland gilt seit 2008 nach den internationalen Kriterien der Weltorganisation für Tiergesundheit als tollwutfrei. Zudem ist in Deutschland kein einziger Fall einer Fuchsbandwurminfektion eines Menschen über Waldbeeren etc. dokumentiert. So berichtete das Magazin Welt der Wunder am 18.6.2012 unter Berufung auf Mediziner vom Uniklinikum Ulm und von der Universität Würzburg, die offiziell Entwarnung gaben: Dass man sich auf diese Weise mit dem Fuchsbandwurm infizieren kann, darf endgültig ins Reich der Legenden verbannt werden.

Die Initiative Schonzeit für Füchse weist darauf hin, dass eine Regulierung der Fuchsbestände mit jagdlichen Mitteln gar nicht möglich ist: Je mehr Füchse durch Jagd sterben, desto stärker steigt die Geburtenrate. Andersherum führt eine sinkende Sterblichkeit durch soziale Regulationsmechanismen der Fuchspopulationen zu weniger Nachwuchs. Diese Ansicht bestätigt der Zoologe Julian Heiermann vom Naturschutzbund NABU gegenüber dem FOCUS: Das Abschießen vieler Füchse stört die Sozialstruktur, was wiederum die Reproduktion ankurbelt. (FOCUS online, 16.2.2012) Studien zeigen, dass durch starke Bejagung mehr Füchsinnen trächtig werden und zudem eine größere Zahl Junge bekommen.

Dieses Füchslein hat ein Tierfreund als Waisenkind

Dieses Füchslein hat ein Tierfreund als Waisenkind

aufgenommen, als es etwa vier Wochen alt war. Inzwischen ist der Fuchs wieder in Freiheit, kommt aber jeden Abend zum Spielen im Garten vorbei. Bild: Thorsten Emberger

Informationen:
www.fuechse.info - DIE Informationsseite über Füchse
www.schonzeit-fuer-fuechse.de

An Berliner Gewässern

An Berliner Gewässern

sind in den letzten Jahren etliche Graureiher zu beobachten. Graureiher wurden lange intensiv verfolgt, so dass die Bestände stark zurückgingen. Doch als man Schonzeiten einführte, erholten sich die Bestände - und plötzlich zeigen die Graureiher ein verändertes Verhalten: Ihre Fluchtdistanz beträgt nur noch wenige Meter. Bild: lumen-digital - Fotolia.com

Ohne Jagd: Tiere verlieren die Scheu

Tatsache ist, dass die Scheu, welche die Wildtiere auf dem Land zeigen, in der Stadt abgebaut ist. Dies liegt vor allem daran, dass in der Stadt nicht gejagt wird. Der Mensch ist für die Tiere in der Stadt damit kein Feindbild mehr ganz anders in der freien Natur, in Wäldern und Feldern. Auf dem Land werden Tiere das ganze Jahr gejagt, die Städte bieten ihnen dagegen Schutz. In Parks, Gartensiedlungen und auf Brachen gibt es Nischen zum Leben, die sogar sicherer sind als die freie Wildbahn.

Früher waren Graureiher in Berlin eine Seltenheit. Nur am östlichen Stadtrand gab es einige wenige Brutkolonien. Im Jahr 2001 wurde im Zoologischen Garten das erste innerstädtische Brutpaar beobachtet. Heute leben in Berlin etliche Graureiher. Sie lassen sich vom Lärm der Menschen nicht beunruhigen.

"Irgendetwas ist mit den Vögeln geschehen", schreibt Bernhard Kegel in seinem Buch "Tiere in der Stadt". Er verweist darauf, dass die Graureiher lange intensiv verfolgt wurden, so dass die Bestände stark zurückgingen. "Doch als man Schonzeiten einführte, erholten sich die Bestände und mit ihrem Comeback zeigten die Graureiher plötzlich ein verändertes Verhalten. Nun drangen sie auch in Gebiete vor, die sie vorher wegen der Menschen gemieden hatten." Immer häufiger sind Graureiher nun in Städten zu sehen. Ihre Fluchtdistanz verringerte sich auf wenige Meter.

Bild: Pim Leijen - Fotolia.com

Bild: Pim Leijen - Fotolia.com

Tiere entwickeln neue Verhaltenskulturen

Füchse sind sehr anpassungsfähig. Ihr Speiseplan ist breitgefächert und reicht von Mäusen und Regenwürmern über Aas bis hin zu Beeren und Früchten. In den Städten finden Füchse reichlich Nahrung in Gärten, auf Komposthaufen und in Küchenresten. Beste Voraussetzungen also, um auch in Städten erfolgreich zu sein. Sie mussten nur" ihre Angst vor dem Homo sapiens besiegen , schreibt der Berliner Stadtökologe Bernhard Kegel. Doch als die ersten Fuchs-Pioniere in die Städte zogen, machten sie die Erfahrung, dass die Stadtmenschen keine Füchse töten. In einer Zeit, in der Filme wie Der Fuchs und das Mädchen von Oscarpreisträger Luc Jacquet ein Millionenpublikum in die Kinos locken, freuen sich viele Städter sogar über den Anblick von Füchsen. Wenn heutzutage ein Städter im Frühjahr einen ausgezehrten Fuchs zu Gesicht bekommt, ruft er bei den zuständigen Behörden an und fragt, ob man das arme Tier nicht füttern müsse um dann zu erfahren, dass es sich wahrscheinlich um eine Fuchsmutter handelt, die gerade ihr Winterfell verloren hat und einige Jungfüchse zu säugen hat.

Für moderne Biologen ist Fuchs nicht gleich Fuchs: sie beobachten Stadtfüchse als individuelle Tiere und nicht einfach als Exemplar einer Gattung. In seinem Buch Tiere in der Stadt erklärt Bernhard Kegel, dass die Tiere, welche in den letzten Jahrzehnten vom Land in die Städte einwanderten, besondere Tierpersönlichkeiten innerhalb ihrer Art darstellen: Sie sind die neugierigsten und am wenigsten ängstlichen Tiere, mutige Pioniere, die das Wagnis eingehen, eine neue Lebenswelt zu erobern. Ihre Gene und auch ihr Verhalten geben sie an ihre Nachkommen weiter. Verhaltensforschungen zeigen, dass Stadtfüchse und Landfüchse inzwischen sehr unterschiedliche Verhaltensformen ausgeprägt haben.

In Zürich, wo seit Jahren viele Stadtfüchse zu Hause sind, wurden im Rahmen des Schweizer Fuchsprojektes Haar- und Gewebeproben von Stadtfüchsen genommen und mit der DNA von Füchsen aus drei angrenzenden ländlichen Gebieten verglichen. "Die Ergebnisse waren erstaunlich: Obwohl viele Kilometer voneinander entfernt, waren die Füchse aus den drei ländlichen Gebieten näher miteinander verwandt als die Stadtfüchse mit den jeweils benachbarten Landfüchsen," fasst Bernhard Kegel das Ergebnis zusammen. (ebda.) Die meisten in der Stadt lebenden Füchse verlassen das Siedlungsgebiet nicht und bilden somit eine eigene "Fuchskultur".

Der Stadtökologe Bernhard Kegel berichtet, dass das Sozialleben der Stadtfüchse für die Forscher eine sensationelle Überraschung war. "Man hielt die Tiere bis in die 1970er-Jahre für Einzelgänger. Fähe und Rüde treffen nur zur Paarung zusammen und trennen sich dann wieder, das war lange und unbestritten der Stand der Dinge." David Macdonald bewies Ende der 1970er-Jahre das Gegenteil: Mithilfe der Radiotelemetrie spürte er den nächtlichen Aktivitäten von Füchsen in Oxford nach. Mit Ergebnissen, die alles auf den Kopf stellten, was man über das Sozialleben von Füchsen zu wissen glaubte: "Stadtfüchse, das bestätigen später weitere Untersuchungen, leben nicht allein, sondern in Familienverbänden, die aus einer Fähe, einem Rüden, deren Jungtieren und weiteren erwachsenen Füchsen bestehen, zumeist Schwestern oder ältere Töchter der Eltern." (ebda.) In Zürich stellten Forscher sogar fest, dass im Revier einer solchen Fuchsfamilie mehrere verwandte Männchen leben. Die Verwandten der Elterntiere haben keinen eigenen Nachwuchs, sondern beteiligen sich gemeinsam an der Aufzucht der Jungen.
Kegel verweist darauf, dass Studien zeigen, dass sich die Überlebenschancen der Fuchsjungen deutlich erhöhen, wenn mindestens ein weiteres erwachsenes Tier Nahrung herbeischafft.

Die Sicherheit der Städte, wo es Nahrung im Überfluss gibt, ermöglicht es somit den Füchsen, eine Seite ihres Verhaltensrepertoires auszuleben, für die in ländlichen Gebieten meist die Voraussetzungen fehlten, erklärt Bernhard Kegel. So wurde schon beobachtet, wie Füchse und Hauskatzen friedlich nebeneinander essen und sogar miteinander spielen.

Gibt es nicht zu denken, dass Feldhasen

Gibt es nicht zu denken, dass Feldhasen

- seit Jahren auf der Liste bedrohter Arten - in der Stadt einen Lebensraum gefunden haben, während auf dem Land ihr Lebensraum dramatisch schwindet und zusätzlich Jäger jährlich über 300.000 Feldhasen erschießen? Bild:MarFot - Fotolia.com

Erfahrung mit Artenvielfalt in Städten zeigt:

Auf dem Land muss sich etwas ändern!

Während unsere Städte zu Oasen der Artenvielfalt werden, sind auf dem Land viele Pflanzen- und Tierarten, die früher selbstverständlich waren, selten geworden oder sogar vollständig verschwunden. Rund die Hälfte der mitteleuropäischen Arten gilt als gefährdet, die Roten Listen werden von Jahr zu Jahr länger.

Artenfeind Nr. 1 ist die industrielle Landwirtschaft, so Prof. Dr. Josef H. Reichhof in seinem Buch "Die Zukunft der Arten": Überdüngung, Strukturverarmung, Monokulturen sind Arten-Killer. Die Industrialisierung und Intensivierung der Landwirtschaft raubte in den letzten Jahrzehnten zahllosen Wildtieren und -pflanzen kontinuierlich Lebensraum und Nahrungsgrundlage: durch die Flurbereinigung mit Trockenlegung von Mooren und Auen, Begradigungen von Wasserläufen und Abholzung von Hecken; durch den Siegeszug der Agrochemie mit exzessiver Kunstdünger-, Pestizid- und Fungizidverwendung; durch die Überdüngung mit riesigen Güllemengen, die das Bodenleben ersticken und Wildpflanzen, die magere Böden benötigen, ausrotten; durch Monokulturen, die Kultursteppen schufen. Es fehlt an Lebensräumen wie Hecken, Gewässern und Stellen ohne intensive landwirtschaftliche Nutzung. Und aus unseren Wäldern ist Forst geworden, der Ertrag und möglichst viel Geld bringen soll: Viele Wälder haben sich durch eine intensive Forstwirtschaft in bloße Stangenholzäcker fast ohne jede Rückzugsmöglichkeit verwandelt.

Nach der industriellen Landwirtschaft ist die Jagd Artenfeind Nr. 2: Auf dem Land wird in den Wäldern und Feldern überall und das ganze Jahr gejagt. Prof. Dr. Reichholf ist überzeugt: Bei den meisten der größeren Arten hängt die Zukunft an den Gewehrläufen der Jäger. Die Jagd erzeuge künstlich Scheu und schränke damit die Lebensmöglichkeiten der bejagten Arten sehr stark ein. Jeder kann dies an der ungleich geringeren Scheu der in den Städten lebenden Tiere im Vergleich zum freien Land draußen direkt feststellen , so Reichholf. Gegenüber der Jagd seien die Schädigungen durch Bau- und Siedlungstätigkeit, durch Industrie und Verkehr vergleichsweise gering.

So sehr wir uns also darüber freuen können, dass in den Städten die Artenvielfalt immer größer wird und Oasen für wild lebende Tiere entstanden sind, so sehr wir uns freuen, dass die Tiere ihre unnatürliche Scheu vor dem Menschen verloren haben und so für uns wieder erlebbar werden umso deutlicher wird, dass sich auf dem Land etwas ändern muss. Wollen wir die Natur und die in ihr lebenden Tiere bewahren, ist ein Umdenken in der Landwirtschaft mehr als überfällig. Mehr als überfällig ist auch eine andere Sicht der Tiere: Wild lebende Tiere sind nicht die Feinde der Landwirtschaft, sondern gehören zu unserer Natur dazu. Letztlich zerstören wir Menschen durch die Vernichtung der Lebensräume von immer mehr Tieren und Pflanzen unseren eigenen Lebensraum und bedrohen unser Überleben auf dem Planeten Erde.

Das Erfolgsmodell "Wildtiere in der Stadt" zeigt: Tiere möchten in Frieden mit dem Menschen zusammenleben und ihn nicht als Todesfeind fürchten müssen. Tiere, die ohne Angst vor dem Menschen aufwachsen, können auch ihre eigene Persönlichkeit entwickeln, wie die Stadtbiologie zeigt. Auch auf dem Land müssen solche Oasen für Tiere und Natur entstehen: Ohne Jagd und mit einer Landwirtschaft im Einklang mit der Natur.

Literatur:

Bernhard Kegel: Tiere in der Stadt - Eine Naturgeschichte. Dumont-Verlag, 2013

Florian Möllers: Wilde Tiere in der Stadt. Bildband zur Natur - Fotografie: Inseln der Artenvielfalt. Knesebeck-Verlag, 2010

Josef H. Reichholf: Die Zukunft der Arten - Neue ökologische Untersuchungen
Verlag C.H.Beck München, 2005

NABU Berlin: Wildtiere in der Stadt
berlin.nabu.de/tiereundpflanzen/wildtiere/

Florian Möllers: Wilde Tiere in der Stadt

Florian Möllers zeigt uns, warum die Tiere zunehmend in Städten einen komfortablen Lebensraum finden und wie die Menschen damit umgehen.

Seine Landschaftsaufnahmen aus Berlin sind für eine Großstadt unerwartet stimmungsvoll, seine Tierbilder und Stadtbeobachtungen außergewöhnlich spannend, immer wieder überraschend und häufig voller Komik. Ein praktischer Infoteil zum Thema Stadtnatur erleben rundet neben den zahlreichen überraschenden Bilddokumenten diesen wunderbaren Band ab.

Florian Möllers hat sich als Fotograf und Autor auf Bildreportagen spezialisiert, die das Zusammenleben von Mensch und Tier illustrieren. Als Naturfotograf arbeitet er auf der ganzen Welt, doch nie hatte er derart unmittelbare und häufige Begegnungen mit Wildtieren wie bei der Arbeit für dieses Buch. Seine Geschichten, z.B. über Wildschweine, Nerze oder Kormorane, erscheinen in Magazinen wie GEO und National Geographic, in Büchern und Kalendern. Seine Fotos wurden mehrfach international ausgezeichnet. Er ist berufenes Mitglied der International League of Conservation Photographers (ILCP).
Florian Möllers: Wilde Tiere in der Stadt - Inseln der Artenvielfalt
Gebunden, 174 Seiten, mit 140 farbigen Abbildungen
Knesebeck, 2010 ISBN 978-3-86873-196-5
Preis: 29,95 Euro

Bernhard Kegel: Tiere in der Stadt

In der Stadt findet sich eine erstaunliche Vielfalt der Arten: Nirgendwo lassen sich so viele heimische Vogelarten (mehr als 150) auf so kleiner Fläche beobachten wie in Berlin. Graureiher jagen neben einer Berliner U-Bahn-Station, Füchse dösen im Kölner Klingelpützpark in der Sonne, vom Aussterben bedrohte Graukopf-Flughunde hängen in den Bäumen nahe der Oper von Sydney. Unübersehbar drängt die Wildnis in die Städte, ehemals scheue Tierarten werden Teil der Stadtnatur.

Wie ist das zu erklären? Sind unsere Städte zu Oasen aufgeblüht, während das Land ringsherum zur Agrarwüste verkommt? Was sagt diese Vielfalt über die Qualität der Lebensräume in Stadt und Land aus? Was müssen Tiere mitbringen und wie müssen sie sich verändern, um in unserer Nachbarschaft überleben zu können? Und wie beeinflussen diese Begegnungen unseren Umgang mit der Natur?

Bernhard Kegel, geboren 1953 in Berlin, studierte Chemie und Biologie an der Freien Universität Berlin und arbeitete am Institut für Biologie der TU. 1991 Promotion zum Dr. rer. nat. mit einer agrarökologischen Arbeit über Nebenwirkungen von Pflanzenschutzmitteln auf Bodentiere, anschließend Tätigkeit als ökologischer Gutachter und Lehrbeauftragter. Seit 1993 veröffentlichte Bernhard Kegel mehrere Romane und Sachbücher, darunter das inzwischen in 5. Auflage erschienene Sachbuch Epigenetik (2009) und den Wissenschaftskrimi Ein tiefer Fall (2012). Seine Bücher wurden mit mehreren Publizistikpreisen ausgezeichnet.

Bernhard Kegel: Tiere in der Stadt - Eine Naturgeschichte
479 Seiten
Dumont-Verlag, 2013 ISBN 978-3832197186
Preis: 22 Euro

FREIHEIT FÜR TIERE 3/2024

Freiheit für Tiere 3/2024

Artikelnummer: 3/2024

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FREIHEIT FÜR TIERE 2/2024

Freiheit für Tiere 2/2024

Artikelnummer: 2/2024

Promis für Tiere: Billie Eilish und Fienas eröffnen veganes Restaurant in L.A. · Mary McCartneys veganes Promi-Kochbuch: 60 Rezepte mit Stars von Cameron Diaz, und Woody Harrelson bis Ringo Star und Papa Paul • Interview mit Mary McCartney • Wissenschaft: Vogelmütter singen Lieder für ihre ungeschlüpften Küken • Verstoß gegen das Tierschutzgesetz: Jäger verurteilt, weil er Hündin erschoss • Klage vor dem Verwaltungsgericht Osnabrück: Grundstück in Niedersachsen jagdfrei! • Interview: Ein Fleischer hört auf zu töten und wird Veganer • Das Leid der Ziegen für Kaschmirpullis • Peter Berthold: HILFESCHREI der NATUR! • WILD UND FREI - Die Schönheit afrikanischer Tiere • ATLAS der bedrohten TIERE • EASY SPEEDY VEGAN - Die besten 10-, 20- und 30-Minuten-Rezepte • Vegane Kuchenliebe

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FREIHEIT FÜR TIERE 1/2024

Freiheit für Tiere 1/2024

Artikelnummer: 1/2024

Fakten zu Fleisch, Milch und Eiern • Wegen industrieller Massentierhaltung: Nitratbelastung steigt immer weiter • Wissenschaft: Oxford-Studie vergleicht Umweltbilanz von verschiedenen Ernährungsformen - Wie schädlich sind Fleisch und Milchprodukte wirklich? • Schwere Misshandlung von Kälbchen auf Kälberauktion: PETA erstattet Strafanzeige • Ergreifender Reisebericht: Einsatz für Straßenhunde in Kap Verde • Keine Jagd auf meinem Grundstück: Ehepaar aus Gütersloh klagt gegen Jagd auf seinen Grundstücken • Neues Buch von Josef H. Reichholf: STADTNATUR - Eine neue Heimat für Tiere und Pflanzen • Interview mit Josef H. Reichholf: »Unsere Städte zeigen: Ein friedliches Miteinander von Mensch und Natur ist möglich« • Vögel verstehen: Was uns die Vögel über uns und unsere Umwelt verraten • Studie: Je mehr tierisches Protein, desto höher die Sterblichkeit • Lifestyle: Tierfreundlich kochen & backen»VEGAN Everyday« von Bianca Zapatka • Easy Vegan Christmas« von Katy Beskow

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Sonderausgabe: Fakten gegen die Jagd

Artikelnummer: 521

Die Natur braucht keine Jäger: Fakten gegen die Jagd - Warum jagen Jäger wirklich? Die Frage »Warum jagen wir?« beantwortet eine Jagdredakteurin wie folgt: »Einige beschreiben die Jagd als Kick, andere sprechen von großer innerer Zufriedenheit. Die Gefühle bei der Jagd sind ebenso subjektiv wie in der Liebe. Warum genießen wir sie nicht einfach, ohne sie ständig rechtfertigen zu wollen?« Rationale Gründe, mit denen Jäger rechtfertigen, dass die Jagd notwendig sei, sind offenbar nur Ausreden. Jedenfalls schreibt die Jägerin: »Der Tod, der mit dem Beutemachen verbunden ist, ist verpönt. Deswegen suchen die Jäger Begründungen in Begriffen wie Nachhaltigkeit, Hege und Naturschutz.«

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»VEGGIE FOR KIDS. Vegan - kinderleicht & lecker«

Die Rezepte für unser Kochbuch »VEGGIE FOR KIDS. Vegan - kinderleicht & lecker« - sind allesamt von Kindern und Jugendlichen erprobt worden: Sie sind einfach zuzubereiten, schmecken richtig lecker und sind obendrein auch noch gesund! Und das Wichtigste: Wer so kocht, hilft unseren Freunden, den Tieren! weiterlesen

VEGGIE FOR KIDS

Artikelnummer: 053

Die Rezepte für das Kochbuch »VEGGIE FOR KIDS. Vegan - kinderleicht & lecker«- sind allesamt von Kindern und Jugendlichen erprobt worden: Sie sind einfach zuzubereiten, schmecken richtig lecker und sind obendrein auch noch gesund!

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Trügerische Küstenidylle: Jagd auf Seehunde im Wattenmeer

Wussten Sie, dass Hobbyjäger an der deutschen Nordseeküste und auf den Nordseeinseln jedes Jahr Hunderte Robben und Robbenbabys erschießen? Und das, obwohl laut EU-FFH-Richtlinie die Jagd auf Seehunde streng verboten ist? Denn die geschützten Seehunde unterliegen in Deutschland dem Jagdrecht. Sie haben zwar ganzjährig Schonzeit, doch »Seehundjäger« in Schleswig-Holstein und »Wattenjagdaufseher« in Niedersachsen sind befugt, sich um gestrandete, verletzte, verlassene und kranke Robben zu »kümmern«. weiter

Für Bienen, Schmetterlinge, Vögel, Igel & Co.: Natürlich gärtnern für die Artenvielfalt

»Lass wachsen«: Wildblumenwiesen sind für uns eine Augenweide und bieten Wildbienen, Schmetterlingen und Vögeln Lebensraum und Nahrung.

»Lass wachsen«: Wildblumenwiesen sind für uns eine Augenweide und bieten Wildbienen, Schmetterlingen und Vögeln Lebensraum und Nahrung.

Wichtig: Lassen Sie Wiesen und Stauden über den Winter bis in den Mai hinein stehen. Viele Insekten nutzen hohle Stängel als Winterquartier, darunter viele Wildbienenarten. An Stängeln und Gräsern verbergen sich Eier, Raupen und Puppen von Schmetterlingen. Die Samenstände bieten Vögeln Nahrung. · Bild: Freiheit für Tiere

Was hat unser Garten mit Tierschutz und Artenvielfalt zu tun? Auf den ersten Blick erst einmal nicht so viel. Doch vor dem Hintergrund des dramatischen Artensterbens könnten private Gärten und öffentliche Parks eine bedeutende Rolle spielen, um Inseln der Artenvielfalt zu schaffen. Und erfreulicher Weise erscheinen immer mehr Ratgeber für nachhaltiges und natürliches Gärtnern - als Gegenentwurf zum weltweit fortschreitenden Lebensraumverlust von Tieren und Pflanzen - die zeigen, wie wir auch ohne Vorerfahrung aus unserem Garten ein kleines Paradies schaffen können: für Tiere und Pflanzen, aber auch für uns selbst. weiter

Machen Sie mit bei der EU-Initiative: Stoppt das Schlachten von Pferden!

Arischa

Dieses Pferd sollte im Alter von 6 Jahren zum Schlachter.

Tierfreunde kauften die Stute zum Schlachtpreis frei. Heute ist Arischa 33 Jahre alt. · Bild: FREIHEIT FÜR TIERE

In der EU werden Jahr für Jahr Millionen Pferde und Ponys geschlachtet, als »Rossfleisch« verkauft oder zu Salami und Hundefutter verarbeitet. Die Europäische Bürgerinitiative »End The Horse Slaughter Age« fordert jetzt ein Gesetz zum Verbot der Schlachtung von Pferden. Helfen Sie mit, die Pferdequälerei zu beenden und unterschreiben Sie die online-Initiative! weiter

55 Hektar im Kreis Dithmarschen endlich jagdfrei!

Rund 55 Hektar Grundstücke mit Wiesen und Feldern im Kreis Dithmarschen (Schleswig-Holstein) sind endlich jagdfrei! Dass eine dermaßen große Fläche offiziell jagdrechtlich befriedet wird, ist bisher wohl einmalig: Es gibt inzwischen mehrere Hundert jagdrechtlich befriedete Grundstücke in Deutschland, doch meist besitzen die Eigentümer nur wenige Hektar. Wohl genau aus diesem Grund machte es die Jagdlobby den Eigentümern der 55 Hektar landwirtschaftlicher Fläche so schwer: Es brauchte zehn Jahre und eine Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts Schleswig-Holstein, bis das Grundstück von Susanne und Peter Storm* endlich jagdfrei wurde. weiter

WILD UND FREI - Die Schönheit afrikanischer Tiere

»Wild und frei« ist mit atemberaubenden schwarz-weiß-Fotografien eine Ode an die Wildnis. Tom D. Jones ist ein begnadeter »fine art«-Fotograf und zeigt Wildtiere wie Elefanten, Giraffen, Nashörner, Gorillas oder Löwen aus nächster Nähe. »Für mich dreht sich alles um die Freiheit des Tieres«, erklärt er. Deshalb gibt es in den Aufnahmen dieses Buches kein einziges Tier, das gefüttert wird, in einem privaten Reservat lebt oder in irgendeiner anderen Form von Gefangenschaft gehalten wird. Das Ergebnis sind Aufnahmen, welche unter die Haut gehen. weiter

Mary McCartneys veganes Promi-Kochbuch: 60 Rezepte mit Stars von Cameron Diaz, und Woody Harrelson bis Ringo Star und Papa Paul

Mit ihrem neuen Buch »Feeding Creativity« verbindet Mary McCartney ihre beiden großen Leidenschaften: Fotografie und Kochen. Jedes der 60 veganen Rezepte hat sie mit Stars gekocht und sie beim Kochen und Essen fotografiert: Schauspielerinnen und Schauspieler wie Cameron Diaz, Kate Blanchett, Drew Barrymore, Woody Harrelson, Stanley Tucci und David Oyelowo, Musikerinnen und Musiker von Nile Rodgers oder bis Ringo Star und Papa Paul, Künstlerinnen und Künstler wie David Hockney und Jeff Koons oder Primaballerina Francesca Hayward. weiter

Interview mit Mary McCartney: Wie entstand die Idee zu dem veganen Promi-Kochbuch »Feeding Creativity«?

Mit ihrem Kochbuch »Feeding Creativity« möchte Mary McCartney zeigen, wie schnell, einfach, lecker und unkompliziert und einfach das vegane Kochen ist. Damit tritt sie in die Fußstapfen ihrer Mutter Linda McCartney, die ebenfalls Promi-Fotografin war, bereits in den 1970er und 80er Jahren vegetarische Kochbücher veröffentlichte und sich für den Schutz der Tiere einsetzte.


Wie entstand die Idee zu dem Kochbuch?


Mary McCartney: Ich liebe es, Rezepte mit anderen zu teilen. Ich koche schon immer für andere und es ist meine Art, mit jemandem Verbindung aufzunehmen. Aber ich bin nun mal begeisterte Portrait-Fotografin, und so kam eines Tages die Idee für »Feeding Creativity«.
Zum Interview mit Mary McCartney

Metzger gegen Tiermord

Metzger gegen Tiermord? Das scheint ein Widerspruch in sich zu sein. Was aber, wenn gelernte Metzger dem Tiertöten abschwören und Veganer werden?

Im Verein »Metzger gegen Tiermord« haben sich ehemalige Metzger zusammengeschlossen. Aufgrund Ihrer beruflichen Erfahrung sind sie Insider der Branche und klären mit ihrem Fachwissen und ihren Recherchen über Tierrechts­verstöße auf, die normalerweise vor der Öffentlichkeit verborgen bleiben.

FREIHEIT FÜR TIERE sprach mit Peter Hübner, einem ehemaligen Fleischer. Peter Hübner ist Pressesprecher und zweiter Vorsitzender des gemeinnützigen Vereins »Metzger gegen Tiermord« e.V.

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Verstoß gegen das Tierschutzgesetz: Jäger verurteilt, weil er Hündin erschoss

Der Fall sorgte für Aufsehen über Bayern hinaus: Ein 77-jähriger Hobbyjäger erschoss im Juli 2022 die Hündin Mara von Urlaubern aus Österreich, die eine Kanutour auf dem Main machten - angeblich, weil sie »gewildert« hätte. Am 20. November 2023 verurteilte das Amtsgericht Haßfurt den Jäger wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz zu einer Geldstrafe von 5.600 Euro (140 Tagessätzen zu je 40 Euro). Zudem wurde das bei der Tat benutzte Kleinkalibergewehr eingezogen. Dem Urteil zufolge war der angeklagte Hobbyjäger nicht berechtigt, die Hündin zu erschießen. Hinweise darauf, dass die Hündin gewildert hatte, hätten sich nicht ergeben. weiter

STADTNATUR - Eine neue Heimat für Tiere und Pflanzen

»Land« = blühende Landschaften und Artenvielfalt, »Stadt« = Beton und Ödnis? Eine Vorstellung, die längst so nicht mehr gilt. Der bekannte Zoologe, Ökologe und Bestseller-Autor Prof. Dr. Josef H. Reichholf unternimmt in seinem neuen Buch »Stadtnatur - Eine neue Heimat für Tiere und Pflanzen« einen Streifzug durch die vielfältigen Ökosysteme des urbanen Raums. Ob Wildschweine, Füchse und Nachtigallen in Berlin, Wanderfalken in Köln oder eine bunte Vogelwelt und Rehe im Englischen Garten in München: viele Wildtiere haben den Lebensraum Stadt längst für sich entdeckt. Inzwischen sind unsere großen Städte sogar Inseln der Artenvielfalt geworden, die sogar mit den besten Naturschutzgebieten mithalten können.
In den Städten finden Tiere und Pflanzen die Biotope, die sie für ihr (Über)Leben brauchen. Hier sind sie weniger Gefahren ausgesetzt als auf dem Land, wo freilebende Tiere gejagt und ihre Lebensräume durch eine industriell betriebene Land- und Forstwirtschaft vernichtet werden...
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Prof. Dr. Josef H. Reichholf: »Unsere Städte zeigen: Ein friedliches Miteinander von Mensch und Natur ist möglich«

FREIHEIT FÜR TIERE sprach mit Prof. Dr. Josef H. Reichholf über sein neues Buch »Stadtnatur«, über Großstädte als Rettungsinseln der Artenvielfalt und darüber, was geschehen müsste, damit die Artenvielfalt auf den Fluren und in den Wäldern wieder zunimmt. weiter

Die dunkle Seite der Milch: Das Leid der Kälbchen

Die Milchindustrie gaukelt uns in der Werbung gerne vor, dass Kühe ein glückliches Leben auf grünen Weiden führen. Wie sieht die Realität aus? Milchkühe müssen ihr Leben in den meisten Fällen ganzjährig im Stall verbringen - zum Teil sogar immer noch in besonders tierquälerischer Anbindehaltung. So hält nach Angaben des Bayerischen Bauernverbands rund die Hälfte der circa 25.000 Milchviehbetriebe in Bayern ihre Tiere in Anbindehaltung. Damit die Kühe immer Milch geben, werden sie jedes Jahr künstlich befruchtet. Die neugeborenen Kälber werden ihren Müttern kurz nach der Geburt weggenommen. Die Milch, welche die Natur für die Kälbchen bestimmt hat, wird maschinell abgepumpt, industriell verarbeitet und im Supermarkt verkauft. Was passiert dann eigentlich mit den Kälbern? weiter

Vegan vom Grill

»Was essen Veganer, wenn gegrillt wird?« Diese Frage wurde der britischen Köchin Katy Beskow während ihrer bisher fünfzehn Jahre als Veganerin unzählige Male gestellt. Die Antwort: »Wenn ihr euch von der Idee verabschiedet, dass Grillen und Fleisch (oder Fertiggerichte aus Fleisch­alternativen) untrennbar zusammengehören, steht euch eine neue Welt offen.« In ihrem neuen Kochbuch »Vegan vom Grill« zeigt Katy Beskow mit 70 kreativen und unkomplizierten Rezepten, dass fleischfrei Gegrilltes hervorragend schmeckt - nicht nur im Sommer, sondern das ganze Jahr über! Dazu zeigt Katy zahlreiche Tipps und Tricks - damit die Grillparty auch bei blutigen Grill-Anfängerinnen und -Anfängern gelingt. Ob Hauptgericht oder Dessert: »Vegan vom Grill« animiert, den Grill dieses Jahr richtig zum Einsatz kommen zu lassen!
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Urteil BVerwG: Auch Vereine und Stiftungen können die jagdrechtliche Befriedung ihrer Flächen aus ethischen Gründen beantragen

Laut § 6a Bundesjagdgesetz (BJagdG) dürfen nur »natürliche Personen« das Ruhen der Jagd beantragen. Tier- und Naturschutzvereine oder Stiftungen konnten bisher das Ruhen der Jagd auf ihren Flächen nicht beantragen. Doch dies ist mit dem entscheidenden Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte vom 26.6.2012 und der Europäischen Menschenrechtskonvention (Schutz des Eigentums) nicht vereinbar.

Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof München macht in seinem grundlegenden Urteil vom 28.05.2020 »Erklärung von Grundstücken zu jagdrechtlich befriedeten Bezirken« die Antragstellung auch für juristische Personen wie Vereine, Stiftungen oder GmbHs möglich. (VGH München, 19 B 19.1713 und 19 B 19.1715) weiter

Hannes Jaenicke: »Seit 30 Jahren wird das Tierschutzgesetz wissentlich gebrochen«

»Die Milch macht's«, »Milch macht müde Männer munter«, »Fleisch ist ein Stück Lebenskraft« - wir alle sind mit diesen Werbe-Slogans aufgewachsen. In seinem investigativen Enthüllungsbuch »Die große Sauerei« deckt Hannes Jaenicke die dreistesten Industrie- und Werbelügen auf und erklärt, was Verbraucherinnen und Verbraucher über Fleisch, Milchprodukte und Eier unbedingt wissen sollten, um vor dem Kauf und Verzehr die richtige Entscheidung zu treffen. weiter

FREIHEIT FÜR TIERE-Interview mit Hannes Jaenicke

»Die einzige Antwort auf diese Art der Massentierhaltung ist der Verzicht auf ihre Produkte «
FREIHEIT FÜR TIERE sprach mit dem Schauspieler und bekannten Umweltschützer Hannes Jaenicke über die Recherchen zu seinem neuen Buch, warum er vor 40 Jahren zum Vegetarier wurde, warum er Hafermilch trinkt, über das Problem, dass immer noch zu viele Menschen schlecht informiert sind und was dagegen zu tun ist. weiter

Ein Jäger steigt aus

Prof. Dr. Rudolf Winkelmayer aus Niederösterreich war seit seiner Jugend leidenschaftlicher Jäger. Schon sein Vater war Jäger und nahm ihn als Kind oft mit auf die Jagd. Mehr als 100 Tiere hat der 67-Jährige in seinem Leben geschossen. Vor 14 Jahren machte er eine Kehrtwende: Von heute auf morgen beendete er das Schießen und verkaufte alle seine 16 Gewehre. Jetzt hat Prof. Winkelmayer ein Buch geschrieben: »Ein Beitrag zur Jagd- und Wildtier-Ethik«. Damit wendet er sich an seine ehemaligen Jagdkollegen und an die nicht jagende Bevölkerung und macht deutlich: »Töten als Freizeitvergnügen ist ethisch nicht vertretbar«. weiter

Interview: Ein Jäger steigt aus

Mit 16 machte er den Jagdschein, 37 Jahre lang ging er auf die Jagd. Dann hörte er von einem Tag auf den anderen mit dem Tiere töten auf. Freiheit für Tiere sprach mit dem Veterinär Prof. Dr. Rudolf Winkelmayer über seine Erfahrungen und die Gründe, warum er mit der Hobbyjagd Schluss gemacht hat. weiter

Die Vermessung der Ernährung

Haben Sie sich schon einmal überlegt, welche Auswirkung unsere Ernährung, also das, was wir jeden Tag essen, auf die Gesundheit, auf Tiere und Natur, auf Böden und Grundwasser, auf die Artenvielfalt, auf die Regenwälder, auf Menschen in den ärmeren Ländern und auf das Klima hat? Sollten wir vor dem Hintergrund einer sich abzeichnenden Umwelt- und Klimakatastrophe, welche unser aller Lebensgrundlagen bedroht, nicht viel mehr über diese Zusammenhänge wissen? weiter

Vermessung der Ernährung: Interview mit Jan Wirsam

FREIHEIT FÜR TIERE sprach mit Prof. Dr. Jan Wirsam, wie das Buch Die Vermessung der Ernährung mit Prof. Dr. Claus Leitzmann entstand, aus welchen Gründen die Wissenschaftler mit einigen Kollegen die Forschung über pflanzliche Ernährung so engagiert vorantreiben und warum in Deutschland mehr Hülsenfrüchte wie Linsen, Erbsen, Bohnen, Lupinen und Soja angebaut werden sollten. weiter

Neues Buch von Prof. Reichholf: Stadt, Land, Fuchs

»Unsere Säugetiere verdienen mehr Beachtung; viel mehr, als ihnen gegenwärtig zuteil wird«, ist Prof. Dr. Josef H. Reichholf überzeugt. Sie brauchen neue Freunde! Solche zu gewinnen, ist das Hauptanliegen seines neuesten Buches »Stadt, Land, Fuchs: Das Leben der heimischen Säugetiere«. weiter

Interview mit Prof. Josef H. Reichholf

FREIHEIT FÜR TIERE sprach mit dem renommierten Zoologen über Wildtiere, Jäger, Massentierhaltung und was jeder Einzelne für wild lebende Tiere tun kann. weiter

Das Leid der Stuten für Schweinefleisch

Bisher kannte man die grausamen Stutenblut-Farmen in Argentininen, Urugay und China: Schwangeren Pferden wird dort literweise Blut abgezapft und an die Pharmaindustrie verkauft. Die Hormone der Stuten werden in der industriellen Schweinemast eingesetzt, um die Trächtigkeit der Sauen zu erhöhen und zu synchronisieren. Nachdem immer wieder über die grausamen Blutfarmen in Südamerika berichtet wurde, stoppten einige Pharmakonzerne den Import aus diesen Ländern - und wichen auf Islandponys aus. weiter

Mehr Freiheit für Pferde

Nach § 2 des Tierschutzgesetzes gilt: Wer ein Tier hält, muss dieses seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernähren, pflegen und verhaltensgerecht unterbringen. Und er darf die Möglichkeit des Tieres zur artgemäßen Bewegung nicht so einschränken, dass ihm Schmerzen, vermeidbare Leiden oder Schäden zugefügt werden. Doch was bedeutet dies für die heutige Pferdehaltung? weiter

Grausame Tierquälerei für Grana Padano-Käse

Die italienische Tierschutzorganisation Essere Animali dokumentierte in Milchviehbetrieben, die Grana Padano herstellen, schockierende Lebensbedingungen für Kühe und Kälber. Auch Gewalt durch Arbeiter gegenüber Tieren wurde dokumentiert. Grana Padano gehört neben Parmesan und Mozzarella zu den bekanntesten Käsesorten Italiens und ist der weltweit am meisten konsumierte Käse. weiter