Sportler ab 35: Eine gute körperliche Fitness kann Ernährungsfehler nicht ausgleichen
Regelmäßiges Training verbessert die Herz-Kreislauf-Gesundheit - das war bisher Standardwissen. Neue Forschungsergebnisse deuten jedoch darauf hin, dass bei Sportlern ab 35 Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Vorhofflimmern, Koronararteriosklerose, Aortendilatation und Myokardfibrose häufiger auftreten als bei weniger aktiven Gleichaltrigen. Wie kann das sein?
Eine neue Studie der Europäischen Gesellschaft für Präventive Kardiologie und des Amerikanischen College für Kardiologie zeigt, dass gute körperliche Fitness nicht alle Ernährungsfehler ausgleichen kann.
Trotz exzellenter körperlicher Verfassung: Mehr Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Sportlern ab 35 als bei Nicht-Sportlern
Die Studie untersucht Sportler ab 35 Jahren, sogenannte Masters-Athleten, deren Trainingsgewohnheiten die Empfehlungen für körperliche Aktivität regelmäßig übertreffen und auf die Verbesserung der Fitness und das Erreichen von Leistungszielen abzielen. Obwohl diese Sportler in exzellenter körperlicher Verfassung sind, spiegelt sich diese körperliche Leistungsfähigkeit oft nicht in ihrem Herz-Kreislauf-System wieder. Dies führt letztendlich zu unerwarteten Herz-Kreislauf-Problemen - von Vorhofflimmern über Koronararterienverkalkung bis hin zu Herzfibrose. Warum ist das so?
Viele Sportler setzen zum Muskelaufbau auf Fleisch, Milchprodukte und Eier
Viele Sportler setzen zum Muskelaufbau auf eine scheinbar gesunde Ernährung mit Fleisch, Milch, Hüttenkäse, Eiern und Proteinriegel mit Molkenprotein. Viele Sportler sind zudem überzeugt, Wochenendausflüge mit Alkohol und dann auch Fast Food durch regelmäßiges Training ausgleichen zu können. Schließlich gilt doch: Je mehr ich trainiere, desto gesünder müsste ich sein, oder?
Doch die Wahrheit ist: Man kann Fehler in einer vermeintlich gesunden Ernährung nicht ewig mit Sport ausgleichen. Mit zunehmendem Alter rächt sich diese fehlerhafte Strategie bei Sportlern gleich doppelt.
Tierische Proteine und tierische Fette fördern Gefäßverkalkung - hinzu kommt hohe Belastungsintensität
Proteine tierischen Ursprungs weisen im Allgemeinen einen höheren Gehalt an Fett, gesättigten Fettsäuren und Cholesterin auf und gelten als atherogen. Die atherogene Ernährung fördert Arteriosklerose (Gefäßverkalkung). Sie erhöht das LDL-Cholesterin, fördert Entzündungen und Bluthochdruck, so das internationale Forschungsteam in seiner Studie.
Hinzu kommt dann die hohe Belastungsintensität durch regelmäßiges Training und sportliche Höchstleistungen, die durch Veränderungen des Lipidstoffwechsels und der Kalziumhomöostase zu chronischen Entzündungsprozessen, Bluthochdruck und Herzrhythmusstörungen führen. Es scheint, als würde körperliche Aktivität, die eigentlich schützend wirken sollte, zu einer zusätzlichen Belastung für einen Körper, der mit gesättigten Fettsäuren und zu viel tierischem Eiweiß überladen ist. In diesem Fall kann Sport sogar Herz-Kreislauf-Erkrankungen beschleunigen, da sportliche Höchstleistungen den Körper, der bereits seit langem unter schlechten Ernährungsgewohnheiten leidet, zusätzlich belasten.
Für ein langes und gesundes Leben ist ein ganzheitlicher Ansatz nötig: regelmäßige Bewegung und Training, eine möglichst vollwertige pflanzenbasierte Ernährung, Alkohol-Verzicht und ausreichende Regeneration.
Studie: Thijs M.H. Eijsvogels, Jonathan H. Kim et al: Masters Athletes With Abnormal Cardiovascular Findings: A Clinical Consensus Statement of the European Association of Preventive Cardiology of the ESC and the American College of Cardiology. J Am Coll Cardiol, 6.4.2026. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/41941267/
