Freiheit für Tiere
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Studie: Ernähren sich vegane Sportler gesünder?

»Wenn ich die Bilder der Tiere im Kopf hatte,

habe ich mich fast schon geekelt.« Das sagt der deutsche Radrennfahrer Simon Geschke, der bei Tour de France 2022 Bestform zeigte: Neun Tage in Folge führte er die Bergwertung an und trug das gepunktete Berg-Trikot bis kurz vor Paris. Seit 2016 is(s)t Simon Geschke vegan. »Wer einmal umdenkt, merkt, dass man auf gar nichts verzichten muss. Man ist einfach froh, etwas anderes essen zu können und nicht zum Tierleid und der Zerstörung der Umwelt beizutragen.« · Bild: photofort 77 - Shutterstock.com

Immer mehr Ausdauersportler bauen auf Pflanzenkraft: von Radprofi Simon Geschke, Deutschlands Bergtrikot-Held bei der diesjährigen Tour de France, über Gerlinde Kaltenbrunner, eine der erfolgreichsten Bergsteigerinnen der Welt, bis zu Fiona Oakes, die vier Weltrekorde im Marathonlauf hält, oder den Ultramarathonläufer Scott Jurek, der siebenmal in Folge den Western States 100 Mile Endurance Run gewann. Viele Sportler, die auf vegane Ernährung umgestellt haben, fühlen sich leistungsfähiger. Sie berichten von schnellerer Regeneration und weniger Entzündungen. Ernähren sich vegane Ausdauersportler gesünder und sind sie dadurch vielleicht sogar leistungsfähiger? Eine interdisziplinäre Studie untersucht Ernährung im Zusammenhang mit sportlicher Leistungsfähigkeit und vergleicht vegane Langstreckenläufer mit vegetarischen Läufern, die auch Milchprodukte und Eier zu sich nehmen, sowie Mischköstlern, die Fleisch essen.

Die Forscher der NURMI-Studie um Sportwissenschaftlerin Dr. Katharina Wirnitzer, den Ernährungswissenschaftler Prof. Dr. Claus Leitzmann, die Mediziner Prof. Dr. Beat Knechtle und Prof. Dr. Thomas Rosemann untersuchten Zusammenhänge zwischen Ernährungstyp und Nahrungsaufnahme von Langstreckenläufern anhand zahlreicher Daten von 95 Omnivoren (»Allesesser«), 40 vegetarischen und 76 veganen Läuferinnen und Läufern.

Ergebnis: Vegane Läufer hatten im Vergleich zu Vegetariern und Allesessern einen höheren Konsum von protein- und ballaststoffreichen Hülsenfrüchten, Nüssen und Samen, einen höheren Konsum von Obst und Gemüse sowie Milchalternativen und den geringsten Konsum von raffiniertem Getreide und Ölen. Diese Auswertung deutet darauf hin, dass Veganer eine höhere Tendenz zum Verzehr von gesundheitsfördernden Lebensmittelgruppen haben (z.B. ballaststoffreiche Lebensmittel).

Die wissenschaftliche Literatur beweist,

dass vegane Ernährung die Prävention und Therapie von chronischen, entzündlichen und degenerativen Krankheiten positiv beeinflusst und die vorteilhafteste Ernährungsweise zur Vorbeugung von Bluthochdruck, Diabetes mellitus Typ 2, Atherosklerose, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und weiteren chronischen Erkrankungen ist. Darüber hinaus hat vegane Ernährung eine besondere Relevanz für Sportler, insbesondere auf einen günstigen BMI sowie Vorbeugung und Therapie von Mikroentzündungen und chronischen systemischen Entzündungen. · Bild: marilyn barbone Shutterstock.com

Sportlerinnen ernähren sich gesünder als Sportler

Ein weiteres Ergebnis: Sportlerinnen ernähren sich gesünder als Sportler. Langstreckenläuferinnen weisen der Studie zufolge einen signifikant höheren Konsum von Hülsenfrüchten, Samen, Obst und Gemüse, pflanzlichen Alternativen zu Milchprodukten und an Wasser auf als männliche Läufer. Frauen tendieren generell zu gesünderer Ernährung mit weniger Fleisch, Wurst und somit weniger tierischen Fetten. Die Studie bestätigt diesen Unterschied auch bei Sportlerinnen.

Quellen:
Wirnitzer, K.; Wagner, K.-H.; Motevalli, M.; Tanous, D.; Wirnitzer, G.; Leitzmann, C.; Rosemann, T.; Knechtle, B.: · Dietary Intake of Vegan and Non-Vegan Endurance Runners - Results from the NURMI Study (Step 2). Journal Nutrients 2022, Volume 14, Issue 15, 3151.
www.mdpi.com/2072-6643/14/15/3151/htm
· Female Endurance Runners Have a Healthier Diet than Males - Results from the NURMI Study (Step 2). Journal Nutrients 2022, Volume 14, Issue 15, 2590
www.mdpi.com/2072-6643/14/13/2590/htm