Studie: EU gibt 23% des Gesamthaushalts als Subventionen für Fleisch und Milch aus - Widerspruch zu EU-Gesundheits- und Klimazielen
Klimaschädliche Nahrungsmittel wie Fleisch und Milch profitieren in großem Umfang von EU-Subventionen. Rind- und Lammfleisch, die als größte Klimakiller gelten, erhielten 2020 rund 580-mal höhere Subventionen wie Hülsenfrüchte. Milchprodukte bekamen etwa 554-mal mehr EU-Gelder als Nüsse und Samen.
Eine Studie der Wohltätigkeitsorganisation Foodrise zeigt: Die Gemeinsame Agrarpolitik der EU (CAP) förderte im untersuchten Jahr 2020 die Produktion von klima- und umweltschädlichen tierischen Nahrungsmitteln deutlich stärker als pflanzliche Produkte. Fleisch und Milchprodukte erhielten mehr als das Zehnfache an CAP-Subventionen als die Obst- und Gemüseproduktion und mehr als das Sechzehnfache an Subventionen als die Getreideproduktion.
Insgesamt gingen rund 77 Prozent der CAP-Mittel an tierische Erzeugnisse - das waren 39 Milliarden Euro von insgesamt 51 Milliarden Euro Agrarsubventionen.
Die geschätzten 39 Milliarden Euro an CAP-Subventionen, die 2020 für tierische Nahrungsmittel ausgegeben wurden, entsprechen fast einem Viertel (23 %) des EU-Gesamthaushalts von 168,7 Milliarden Euro für 2020.
»Skandalöser« Umgang mit Steuergeldern
»Es ist skandalös, dass ein so ungerechter Anteil der EU-Subventionen - Milliarden von Euro an Steuergeldern - in die Stützung von besonders emissionsintensiver Fleisch- und Milchproduktion fließt und damit die Essgewohnheiten in Europa verzerrt«, sagt Martin Bowman von Foodrise. »Zumindest verdienen pflanzliche Lebensmittel einen deutlich gerechteren Anteil an den GAP-Mitteln, damit sie überhaupt faire Wettbewerbsbedingungen haben. Diese beschämende Verwendung von EU-Geldern, um Fleisch und Milchprodukte gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern der EU zu bewerben - und damit direkt den eigenen Gesundheits- und Klimazielen zu widersprechen -, muss sofort beendet werden.«
EU soll bis Ende 2026 einen Aktionsplan für pflanzenbasierte Lebensmittel ausarbeiten
In dem Bericht »Strategischer Dialog zur Zukunft der EU-Landwirtschaft« der Europäischen Kommission aus dem Jahr 2024 heißt es, es sei »entscheidend«, die Verbraucherinnen und Verbraucher beim Umstieg auf mehr pflanzliche Lebensmittel zu unterstützen: »Die Europäische Kommission sollte bis 2026 einen EU-Aktionsplan für pflanzenbasierte Lebensmittel ausarbeiten.« Bis Ende 2026 soll es angeblich soweit sein.
Die Vorteile wären enorm. Die Einführung der pflanzenreichen Planetary Health Diet in einkommensstarken Ländern könnte die klimaschädlichen Emissionen der landwirtschaftlichen Produktion um schätzungsweise 61 % senken. Sie könnte die Abhängigkeit der EU von Lebensmittelimporten verringern, die Einkommen in der Landwirtschaft steigern, den Düngemittelverbrauch in der EU um etwa ein Viertel reduzieren, die Zahl der Todesfälle durch Luftverschmutzung senken und bis zu 10–39 % der Krebserkrankungen in Europa verhindern.
Studie: CAP at the Crossroads - Reforming EU CAP subsidies to support healthy sustainable diets. Foodrise, 19.2.2026. foodrise.org.uk/CAPCrossroads/
Die Studie hier downloaden: foodrise.org.uk/wp-content/uploads/2026/02/FoodRise-CAPCrossroads-Feb26-LowRes.pdf
