Das faszinierende Leben der Störche

Sympathische Flugkünstler mit eingebautem Kompass

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Der Weißstorch wird auch »Klapperstorch« genannt.

Das auffällige Klappern mit dem Schnabel und zurückgeworfenem Kopf dient zur Kommunikation. Es gibt ein Begrüßungsklappern, ein Drohklappern mit Zischgeräuschen, ein Warnklappern vor Greifvögeln, ein Klapperkonzert am Schlafplatz und das Klappern zur Paarbindung, bei dem die Störche auch ihre Schnäbel ganz romantisch aneinander schlagen. Storchenküken beginnen im Nest im Alter von nur zwei Tagen mit dem Klappern. · Foto: Lorenz Heer

Von Julia Brunke, Redaktion FREIHEIT FÜR TIERE

Der Weißstorch war lange Zeit ein Symbol von Reinheit, Treue und Glück - und er brachte als Klapperstorch die Kinder. Dörfer mit Storchennestern auf den Dächern scheinen der Inbegriff einer heilen Welt. Häufig nutzen Störche ihre beeindruckenden Bauwerke jahrzehntelang. Im Spätsommer sammeln sie sich für den Flug nach Afrika. Störche sind elegante Segler, die ohne mit den Flügeln zu schlagen im Aufwind scheinbar mühelos Höhe gewinnen. Doch was wissen wir wirklich über die sympathischen Flugkünstler im schwarz-weißen Kleid? In seinem neuen Buch »Der Weißstorch« gibt uns der Biologe und Storchenkenner Lorenz Heer mit atemberaubenden Fotos einmalige Einblicke in das Leben dieser faszinierenden Vögel.

Storchenforschung

Von kaum einer anderen Vogelart werden so viele Daten gesammelt wie vom Weißstorch. Im europäischen Brutareal sind fast sämtliche Horste bekannt und der Bruterfolg wird in vielen Ländern alljährlich erfasst. Storchennester werden mit Kameras rund um die Uhr gefilmt, so dass wir detaillierten Einblick in das Brutgeschehen, das Verhalten der Störche und über ihren Nachwuchs gewinnen. In wissenschaftlichen Projekten befestigen Forschende auf dem Rücken der Weißstörche Satelliten­sender, so dass die Langstreckenzieher von ihren Nestern in Europa über ihre Zugrouten bis in unzugängliche Gebiete in Afrika verfolgt werden können.

Lorenz Herr fasst in seinem Buch das aktuelle Wissen über Störche zusammen: von Merkmalen, Verbreitung und Lebensraumansprüchen über die Aufzucht der Jungen bis hin zu ihrem Zug nach Afrika. Dabei bezieht er sich auf neueste Forschungsergebnisse und macht auch deutlich: Der Weißstorch ist ein Gradmesser für die vom Menschen geprägte Kulturlandschaft, für den Zustand unserer Umwelt und Biodiversität sowie für die Qualität von Grasland, Weiden, Feuchtwiesen und Ackerland.

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Der Weißstorch war ein häufiger Brutvogel der mitteleuropäischen Flussniederungen, bis im 19. Jahrhundert die Industrialisierung der Landwirtschaft begann und Flüsse verbaut wurden.

Die Zahl der Störche ging zurück, in manchen Gegenden starben sie aus. · Foto: Lorenz Heer

Gradmesser für den Zustand unserer Umwelt

Weißstörche brauchen Gewässer und Feuchtgebiete, wie Feuchtwiesen, vernässte Stellen, Teiche, Gräben, Flüsse mit flachen unverbauten Ufern oder Seitenarme von Flüssen. Zur Nahrung der Weißstörche gehört alles, was ihm von der Größe her entspricht: kleine Insekten und Spinnen, Frösche bis hin zu Kleinsäugern wie Wühlmäusen und Maulwürfen. Damit sie in der Nähe ihres Nestes genügend Nahrung für sich und ihre Nestlinge finden, dürfen naturnahe Strukturen in der Agarlandschaft nicht fehlen: Brachen, Ackerrandstreifen, Hecken mit Saumstreifen, feuchte Senken, Feuchtwiesen... . Somit ist der Weißstorch ein Gradmesser für die Biodiversität im Offenland.

Doch zur Nestlingszeit im Juni und Juli herrscht für ihn in unserem Kulturland oft Nahrungsmangel, zu einer Zeit wenn die Jungstörche gerade besonders viel Nahrung benötigen. Und notfalls weicht der Storch dann sogar auf Plastik und anderen Müll als Nahrung für sich und seine Nestlinge aus.

Gefahr für Störche: Plastikmüll

Bei der Plastikmüll-Problematik denken wir an die immense Verschmutzung der Meere und die Auswirkungen auf Fische, Meeresschildkröten, Robben und Seevögel, an Bilder von verendeten Albatrossen, deren Mägen mit Plastik gefüllt sind, oder Basstölpel, die auf Helgoland ihre Nester aus Plastikschnüren bauen, in denen sich ihre Küken verheddern und qualvoll verenden. Doch auch Störche sind betroffen: Sie verbauen Plastik in ihre Nester und füttern auch ihre Jungen damit, wenn sie nicht genug andere Nahrung finden - oder weil sie eine Plastikschnur für einen Wurm halten. Die Folge: Die Jungvögel sterben, weil ihre Mägen mit Plastikteilen verstopft sind, oder sie verhungern mit Mägen voller Plastik. Es gibt auch Berichte von Störchen, die im Nest ertranken, weil Regenwasser durch verbautes Plastik nicht abfließen konnte.

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Der Weißstorch ist ein perfekter Thermiksegler.

Auf dem Flug in die Überwinterungsgebiete nach Afrika und zurück ins Brutgebiet profitiert er von seinem energiesparenden Flugeigenschaften. · Foto: Lorenz Heer

Perfekte Segler

Störche müssen zwischen ihren Brutgebieten in Europa und ihren Überwinterungsgebieten im Süden (oft in Afrika) tausende Kilometer zurücklegen. Die Flügelform des Weißstorches ist bestens an das Segeln im Aufwind angepasst. So kann er weite Strecken zurücklegen, ohne mit den Flügeln zu schlagen. Zum Starten und Landen sei die Flügelform allerdings nicht optimal, erklärt Lorenz Heer: »Darum nimmt der Storch beim Starten vom Boden zuerst ein bis drei Schritte Anlauf, um genügend Luft unter die Flügel zu bekommen. Beim Starten vom Horst gleitet er zuerst etwas abwärts. Beim Landen federt der Storch mit zwei bis drei langsamen Rückwärtsschlägen die Landung ab.«

Kompass und Navigationsgerät

Auf ihrem Langstreckenflug in den Süden kombinieren Weißstörche verschiedene Orientierungsmöglichkeiten: Am Tag nutzen sie den Sonnenkompass und in der Nacht orientieren sie sich am Sternenhimmel. Außerdem haben sie einen eingebauten Magnetkompass, mit dem sie sich am Magnetfeld der Erde orientieren. Diese magnetischen Linien können wir Menschen nicht sehen, aber Vögel nehmen sie wahr. Außerdem orientieren sich Störche wie alle Zugvögel an Landschaftsmerkmalen wie Flüsse, Berge, Autobahnen oder Städte. Darüber hinaus verfügen Zugvögel auch über ein genetisch eingebautes Zeitprogramm: Sie wissen, wann sie im Spätsommer die Reise beginnen und wie sie lange in welche Richtung fliegen müssen, um rechtzeitig im Überwinterungsgebiet zu landen.

Graphik Heer_Der Weißstorch_(c)Lorenz Heer

13.400 Kilometer - so weit fliegt ein Weißstorch auf seinem Herbstzug über den Tschadsee bis nach Südafrika.

Er kann Gebirge bis 4000 Meter Höhe überqueren. Auf seinem Flug nach Afrika meidet er die Überquerung des Mittelmeers, wo es zu wenig aufsteigende Thermik gibt. Dies führt zu zwei verschiedenen Zugrouten der europäischen Störche: Die westziehenden Störche (rote Route) fliegen Richtung Spanien und gelangen bei der Straße von Gibralta nach Afrika. Die ostziehenden Störche (orange Route) fliegen über den Bosporus und den Golf von Suez nach Afrika. Sie überwintern südlich der Sahara, teilweise fliegen sie sogar bis nach Südafrika.

In den letzten Jahrzehnten ist das Zugverhalten im Wandel: Viele Weißstörche ziehen nur noch bis Südfrankreich, Spanien oder Marokko oder bleiben sogar über den Winter in ihren Brutgebieten. · Illustration: Lorenz Heer

Was können wir für die Weißstörche tun?

»In den letzten 200 Jahren hat sich der Lebensraum des Weißstorchs in Europa stark verändert«, schreibt Lorenz Heer. »Die großen Überschwemmungslandschaften der Flussniederungen sind intensiv genutzten Agrarlandschaften gewichen.« Durch die Zerstörung seiner ursprünglichen Lebensräume war der Weißstorch in den 1950er Jahren in vielen Teilen Deutschlands ausgestorben - und in der Schweiz völlig. Die gute Nachricht ist: Inzwischen haben sich die Bestände durch gezielte Wiederansiedlungs­projekte und Renaturierungsmaßnahmen erholt. Weltweit wird die Zahl der Weißstörche auf über 700.000 Individuen geschätzt, die Brutpopulation auf 250.000 Storchenpaare. In den Roten Listen der Schweiz und Deutschlands wurde der Weißstorch 2021 in seiner Gefährdung zurückgestuft. Dennoch bedroht der dramatische Rückgang von Insekten, Amphibien und Reptilien wie Fröschen & Co. auch den Weißstorch.

Jede und jeder von uns kann sich für eine vielfältige Biodiversität einsetzen: durch den Einkauf von Lebensmitteln aus biologischem Anbau, durch naturnahe Gärten und Wildblumenwiesen, durch das Anlegen von Biotopen, durch Unterstützung von Naturschutzprojekten zur Renaturierung, zum Beispiel zur Wiedervernässung. Das hilft nicht nur dem Weißstorch, sondern uns allen. Wir wissen, dass die Wiederherstellung von natürlichen Flussläufen und Auen mit Überschwemmungswiesen vor Hochwasser schützen würde. Und eine Zunahme an Blütenpflanzen, Insekten, Reptilien, Amphibien, Vögeln und frei lebenden Säugetieren macht unsere Ökosysteme stabiler und sichert unser aller Lebensgrundlagen.

Der Autor

Portrait Lorenz Heer mit Auenpfadnest

Lorenz Heer ist promovierter Biologe, Wildtier- und Natur-Fotograf und Geschäftsführer von Pro Natura Bern.
Sein ganzes Leben lang interessiert er sich für Vögel und ökologische Zusammenhänge. Aufgewachsen in einer Nachbargemeinde des Storchendorfes Altreu, gehörte der regelmäßige Besuch im Storchendorf und in der dortigen Storchenstation zu seiner Jugend dazu.
Auch später hat er viele Erkenntnisse über Störche durch eigene Beobachtungen in Altreu gesammelt (im Bild mit Storchennest).
Sein Studium am Zoologischen Institut der Universität Bern schloss er im Fach Ornitho-Ökologie mit einer Doktorarbeit über die Alpenbraunelle ab. In seiner weiteren Forschung beschäftigte er sich eingehend mit Säugetieren und Vögeln der Alpen.
In seinem neuen Buch gibt uns Lorenz Heer mit vielen atemberaubenden Fotos Einblicke in das Leben und Verhalten der Weißstörche.

Informationen: www.lorenzheer.ch

Das Buch

Der Weißstorch_Cover

Lorenz Heer: Der Weißstorch

Ein Zugvogel im Wandel

Hardcover, 256 Seiten, Format: 23,5 x 26 cm

Haupt Verlag, 2024 · ISBN 978-3-258-05354-4

Preis: 48,00 Euro (D) / 49,40 Euro (A) / CHF 48,00 (UVP)

FREIHEIT FÜR TIERE 3/2026

Freiheit für Tiere 3/2026

Artikelnummer: 3-2026

Tiernachrichten: Verletzter Kormoran klopft an Notaufnahme in Bremen • Amsterdam verbietet Werbung für Fleisch • Plakate in Londoner U-Bahnen: Gaskammern für Schweine nicht »human« • Niedersachsen: Klage wegen CO2-Betäubung von Schweinen • Größter Legehennen-Schlachthof Bayerns: Mehrere Mitarbeiter wegen Tierquälerei verurteilt • Neues Tierschutzrecht in Italien: Tiere sind keine »Sachen« - Härtere Strafen für Tierquälerei • Verstoß gegen das Schweizer Tierschutzgesetz: Größte Lachsfabrik in der Schweiz geplant • Studie: EU gibt 23% des Gesamthaushalts als Subventionen für Fleisch und Milch aus • Rheinland-Pfalz: Grundstück in Winzeln ab sofort jagdfrei • Werkzeuge, Ideen und Innovationen: Der Erfindergeist der Tiere • Kulturlandschaft: Die Logik hinter dem Artenverlust - Mit Herz und Augen in der Natur unterwegs • Symbiosen: Pflanzen und Tiere im Garten • Nachhaltigkeit: Vegane Ernährung im Sport • TAMU: Das vegane Afrika-Kochbuch

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FREIHEIT FÜR TIERE 2/2026

Freiheit für Tiere 2/2026

Artikelnummer: 2-2026

Tiernachrichten: Schutzgebiet für ehemalige Show-Delfine in Süditalien entsteht • Verhaltenforschung: Werkzeuggebrauch bei Kühen - wie Primaten • Hobbyjagd: Freizeitvergnügen mit tödlicher Schusswaffe • Stoppt die Jagd auf Vögel! • Tierportrait: Deutschlands Wilde Wölfe • Mit Tieren leben: ERST das Buch, dann der HUND: Ratgeber VOR dem Hundekauf • 101 Empfehlungen von internationalen Wissenschaftlern: Vegane Ernährung als Schlüssel gegen zunehmende Gesundheitskrisen • Neue Studie: Ist pflanzliche Ernährung für Kinder und Jugendliche gesund? • Ernährung ohne Tierleid: Tipps für ein langes, gesundes und tierfreundliches Leben • Forschungstrend »Longevity«: Mit Pflanzenkraft gesunde Lebensjahre gewinnen - mit Rezepten • Lifestyle: »VEGAN & Delicious« von Bianca Zapatka - Tierfreundliche Rezepte

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FREHEIT FÜR TIERE 1/2026

Freiheit für Tiere 1/2026

Artikelnummer: 1/2026

Tierschutz aktiv: Delfinarien: Schluss mit Delfinen in Gefangenschaft! • Historisches Urteil in Spanien: Massive Umweltverschmutzung durch Massentierhaltungverstößt gegen Menschenrechte • Bayerns größter Milchviehbetrieb: Tierhaltungsverbot wegen schwerer Tierquälerei • Gesetz ab 2026 in Österreich: Heimtierhaltung mit Sachkundenachweis • Neues Gesetz zur Heimtierhaltung: Interview Prof. Rudolf Winkelmayer, Veterinär und Tierethiker • Ethik und Religion: Die Verfolgung von Vegetariern durch die Kirche • Tierportrait: »Hase und ich« - Ergreifende Rettung und Aufzucht eines Feldhasenbabys • Studie: Schon eine Scheibe Wurst am Tag erhöht das Risiko für chronische Krankheiten • Studie: Pflanzliche Ernährung reduziert Krebsrisiko deutlich • Italienische Küche vegan: Kochen alla Nonna • Rezept: Cavatelli agli spinaci • Rezept: Pasta al forno • Rezept: Tiramisu • DVD-Tipp: »Gottes Gäste« - Jetzt drei Tiergemärchen von Manfred Kyber auf DVD

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Neuauflage: FREIHEIT FÜR TIERE - Fakten gegen die Jagd

FREIHEIT FÜR TIERE: Fakten gegen die Jagd (völlig überarbeitete und auf 60 S. erweiterte Neuauflage)

Artikelnummer: 522

Fakten und Argumente gegen das blutige Hobby der Waidmänner und Waidfrauen: Trotz beharrlicher Propagandaarbeit der Jagdverbände sinkt das Image der Jäger immer mehr: Immer weniger Spaziergänger, Hundehalter, Reiter und Mountainbiker lassen es sich gefallen, wenn sie von Hobbyjägern angepöbelt oder sogar bedroht werden. Immer mehr Menschen protestieren gegen die Ballerei in Naherholungsgebieten. Und Berichte, dass Jäger aus Versehen Liebespaare im Maisfeld oder Ponys auf der Weide erschießen, können einem draußen in der Natur durchaus Angst machen. Warum Jäger Jagd auf Hasen machen, obwohl sie auf der »Roten Liste« bedrohter Arten stehen, kann irgendwie auch niemand mehr gut finden. Zudem haben 99,6 Prozent der Bevölkerung andere Hobbys, als Tiere tot zu schießen. Da stellt sich die Frage: Warum jagen Jäger wirklich?

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Werkzeuge, Ideen und Innovationen: Der Erfindergeist der Tiere

Buchvorstellung von Julia Brunke, Redaktion FREIHEIT FÜR TIERE

Tiere folgen nur ihren Instinkten und können höchstens ein paar angelernte Arbeitsschritte ausführen? Weit gefehlt! Sie können so viel mehr, als wir geahnt haben! Von Bergpapageien, die verschlossene Rucksäcke und Taschen öffnen, bis zu Kakadus, die mehrstufige Werkzeuge herstellen: Die Kognitionsbiologin Prof. Dr. Alice Auersperg nimmt uns mit auf eine Entdeckungsreise über die erstaunliche Kreativität, den verblüffenden Einfallsreichtum und Erfindergeist von Tieren - und sie zeigt, wie nah uns Tiere wirklich sind! weiter

Kulturlandschaft - Die Logik hinter dem Artenverlust. Mit Herz und Augen in der Natur unterwegs

In seinem Buch »Kulturlandschaft - Die Logik hinter dem Artenverlust« berichtet Guido Meyer, wie er erst als Spaziergänger und Mountainbiker, dann als Hundeführer und Fotograf immer tiefer in die Natur eintauchte und wildlebende Tiere wie Hirsche und Wölfe ganz nah erlebte. Und wie er dabei auf der anderen Seite immer öfter in Konfrontationen mit Jägern und sogar ernsthafte Bedrohungssituationen geriet, die ihn dazu brachten, intensiv über Jagd und Jäger zu recherchieren, über die dramatische Bedrohung der Arten und die Zerstörung von Lebensräumen, aber auch über das Ökosystem Wald, die wunderbare Kraft der Natur und die Symbiose von Natur und Tieren, an der auch wir Menschen teil haben können. Illustriert wird das Buch durch fantastische Fotografien, mit denen Guido Meyer seit Jahren auf seiner Plattform naturdigital.online begeistert. weiterlesen

Freizeitvergnügen mit tödlicher Schusswaffe: Wie lange noch?

Im Februar 2026 hat ein 52-jähriger Hobbyjäger im Landkreis Bamberg seine 49-jährige Frau, seinen 14-jährigen Sohn, die 6-jährige Tochter und sich selbst erschossen.
Im Januar 2026 traf der Schuss eines Jägers einen 23-Jährigen in Nordrhein-Westfalen tödlich. In Niedersachsen verwechselte ein 77-jähriger Hobbyjäger eine Gruppe Spaziergänger mit Wildtieren - eine 58-jährige Frau wurde schwer verletzt. In der Steiermark wurde ein 42-jähriger Hobbyjäger aus Versehen tödlich in den Kopf getroffen - beim Verladen eines erschossenen Wildschweins ins Auto löste sich ein Schuss.
Im Dezember 2025
tötete ein Hobbyjäger in der Oberpfalz seinen Nachbarn zwei Stockwerke über sich mit einem gezielten Kopfschuss. Ein anderer Hobbyjäger schoss vom Hochsitz aus Versehen auf einen 20-Jährigen und verletzte ihn so schwer, dass er im Krankenhaus notoperiert werden musste.
Im November 2025
erschoss ein Hobbyjäger in Reutlingen vier Familienangehörige und sich selbst - mit einer Schusswaffe, die er als Jagdscheininhaber legal besaß. Spaziergänger wurden von Jagdmunition getroffen, das Projektil eines Jägers durchschlug die Jalousie der Küchentür eines Hauses und ein Jagdschein­inhaber aus Crailsheim kündigte an, die »größtmögliche Anzahl an Ausländern« umbringen zu wollen. weiterlesen

Die Verfolgung von Vegetariern durch die Kirche

»Wenn jemand Fleischspeisen, die Gott den Menschen zum Genuss gegeben hat, für unrein hält und ... auf sie verzichtet ..., der sei mit dem Bannfluch belegt.«

Papst Johannes III., Synode von Braga, 561 n. Chr.


Diesen Bannfluch verkündete Papst Johannes III. im Jahr 561 nach Christus auf der Synode von Braga in Portugal. Ein Bannfluch hatte die »Vogelfreiheit« zur Folge: Der Gebannte verlor als Ausgeschlossener aus der Gesellschaft alle Rechte.


Ganz in diesem Geiste wurden im Jahre 1051 durch die Bischofsversammlung in Goslar »Ketzer«, die ausschließlich von Pflanzennahrung lebten, zum Tode verurteilt, weil sie sich geweigert hatten, Hühner zu töten. Das Töten von Hühnern wurde zum »Test«, um Ketzer zu erkennen!
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DVD-Tipp: Jesus und die Tiere

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Jesus treibt die Tierhändler aus dem Tempel.

Jesus von Nazareth wurde im Stall mitten unter den Tieren geboren. Gab Gott damit den Menschen nicht ein Symbol, dass Sein Sohn nicht in einem Palast, sondern bei Schafen, Rindern, Eseln und Katzen zur Welt kam?

Zu Zeiten des Jesus von Nazareth wurden Lämmer und Tauben im Tempel für die Sünden der Menschen geopfert. Jesus trat gegen diesen blutigen Kult ein. Bekannt ist die Szene, wie Jesus nach seinem Einzug in Jerusalem die Tierhändler aus dem Tempel hinaustrieb und die Tiere freiließ. Und er rief: »Steht nicht geschrieben: Mein Haus soll ein Bethaus heißen für alle Völker? Ihr aber habt eine Mördergrube daraus gemacht!« (Markus 11,17)

Über die Tierliebe des Jesus von Nazareth ist in der Bibel kaum etwas zu finden. Doch aus der frühchristlichen Geschichtsschreibung wird deutlich, dass Jesus kein Fleisch gegessen hat und sich für die Tiere einsetzte... weiterlesen

DVD: Jesus und die Tiere

Artikelnummer: 318

Vergleicht man die Bibel mit apokryphen Schriften, dann ist gut zu erkennen, dass die Kernaussagen oft die Gleichen sind, aber die Tierliebe Jesu, gänzlich fehlt. In dieser DVD werden viele Begebenheiten, bei denen Jesus über die Tiere sprach, wiedergegeben.

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»VEGGIE FOR KIDS. Vegan - kinderleicht & lecker«

Die Rezepte für unser Kochbuch »VEGGIE FOR KIDS. Vegan - kinderleicht & lecker« - sind allesamt von Kindern und Jugendlichen erprobt worden: Sie sind einfach zuzubereiten, schmecken richtig lecker und sind obendrein auch noch gesund! Und das Wichtigste: Wer so kocht, hilft unseren Freunden, den Tieren! weiterlesen

VEGGIE FOR KIDS

Artikelnummer: 053

Die Rezepte für das Kochbuch »VEGGIE FOR KIDS. Vegan - kinderleicht & lecker«- sind allesamt von Kindern und Jugendlichen erprobt worden: Sie sind einfach zuzubereiten, schmecken richtig lecker und sind obendrein auch noch gesund!

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Neue Studie: Ist pflanzliche Ernährung für Kinder und Jugendliche gesund?

Die gesundheitlichen Auswirkungen von vegetarischer und veganer Ernährung im Kindesalter sind immer wieder Gegenstand von Diskussionen. Zahlreiche wissenschaftliche Studien belegen, dass eine vollwertige pflanzliche Ernährung für Kinder und Jugendliche gesund und bedarfsdeckend ist. Auch die bisher größte Studie dieser Art bestätigt nun: Pflanzliche Ernährung ist für Kinder und Jugendliche sicher und vorteilhaft. weiterlesen

Ernährung ohne Tierleid: Ein gesünderes Leben

Viele Menschen, die sich entscheiden, kein Fleisch mehr zu essen, tun dies aus ethischen Gründen: weil sie nicht möchten, dass Tiere für sie leiden und sterben müssen. Viele gehen den konsequenten Schritt weiter und lassen aus Liebe zu Kühen und Kälbchen Milch und Käse weg, essen aus Mitgefühl zu Hühnern keine Eier und leben rein pflanzlich. Und dann erfahren sie, dass eine vegane Ernährung ohne Tierleid auch die gesündeste ist!

Eigentlich würde uns dies schon der logische Menschenverstand sagen: Wie sollen Nahrungsmittel, die durch Leid und Tod entstehen, für uns gesund sein? In den letzten Jahren und Jahrzehnten sind tausende wissenschaftliche Studien veröffentlicht worden, die nachweisen: Eine Ernährung mit vollwertigen pflanzlichen Lebensmitteln ist gesund und versorgt uns auch mit allem, was wir brauchen. Diese Ernährungsweise beugt überdies zahlreichen Krankheiten vor, von Herz-Kreislauf-Erkrankungen über Krebs, Diabetes und Adipositas bis zu Demenz - und schützt damit vor vorzeitigem Tod. weiterlesen

Was Tiere denken - Intelligenz und Emotion in der Wildnis

Wir fangen gerade erst an, zu begreifen, dass das Gehirn von Tieren ähnlich komplex ist wie unser eigenes. Die Warnrufe von Präriehunden etwa sind nicht nur hektische Pfeiftöne, sie übermitteln damit differenzierte Nachrichten. Gorillas nutzen Zeichensprache, um vergangene Ereignisse zu schildern - wissen sie also, was heute, gestern und morgen ist? Nicht nur Primaten oder Elefanten, selbst kleinste Ameisen, denen man einen Farbtupfer auf dem Kopf angebracht hat, wollen diesen loswerden, sobald sie in einen Spiegel blicken - ein Beweis für ihr Ich-Bewusstsein, das Menschen erst ab dem zweiten Lebensjahr entwickeln. In ihrem Buch »Was Tiere denken - Intelligenz und Emotion in der Wildnis präsentiert Marianne Taylor 60 Tierarten, ihre bemerkenswerten kognitiven Fähigkeiten, ihre Gefühle und ihre ausgefeilte Kommunikation. weiter

Bayerischer Tierärztetag: Tierqual bei Milchkühen

Razzia auf Skandalhof in Bad Grönenbach. Pressemitteilung SOKO Tierschutz Kopie

Kühe, die nicht mehr laufen können, werden mit Treckern weggeschleift, Mitarbeiter treten ein liegendes Kalb:

Die aktuelle Undercover-Recherche von SOKO Tierschutz in Bayerns größtem Milchviehhof in Bad Grönenbach zeigt erneut massive Verstöße gegen den Tierschutz. · Bild: SOKO Tierschutz

Von Annemarie Botzki, Recherche und Kampagnen bei der Verbraucherschutzorganisation foodwatch e.V.

»Alle haben die Nase voll« - das ist der Satz, der mir vom bayerischen Tierärztetag in Kulmbach besonders im Ohr hängen bleibt. sitze mit 150 amtlichen und Amtstierärzt:innen in einem Konferenzraum. Normalerweise sind sie in detaillierte, fachliche Diskussionen vertieft. Aber diesmal ist die Stimmung anders. Angespannt. Frustriert. weiter

Die dunkle Seite der Milch: Das Leid der Kälbchen

Die Milchindustrie gaukelt uns in der Werbung gerne vor, dass Kühe ein glückliches Leben auf grünen Weiden führen. Wie sieht die Realität aus? Milchkühe müssen ihr Leben in den meisten Fällen ganzjährig im Stall verbringen - zum Teil sogar immer noch in besonders tierquälerischer Anbindehaltung. So hält nach Angaben des Bayerischen Bauernverbands rund die Hälfte der circa 25.000 Milchviehbetriebe in Bayern ihre Tiere in Anbindehaltung. Damit die Kühe immer Milch geben, werden sie jedes Jahr künstlich befruchtet. Die neugeborenen Kälber werden ihren Müttern kurz nach der Geburt weggenommen. Die Milch, welche die Natur für die Kälbchen bestimmt hat, wird maschinell abgepumpt, industriell verarbeitet und im Supermarkt verkauft. Was passiert dann eigentlich mit den Kälbern? weiter

Gestatten. Biber. Eine außergewöhnliche Freundschaft mit einer wildlebenden Biberfamilie

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Christian Kuschenreiter Aug’ in Aug’ mit einem Biber. Das freilebende Tier hat Vertrauen wie zu einem Familienmitglied.

Schwarze Knopfaugen, beeindruckende Schneidezähne, großer Paddelschwanz, Stupsnase und dichter Pelz: Biber sind entzückende Tiere, und obendrein schlau, empathisch, kommunikativ, verspielt - und eigentlich sehr scheu. Als Bettina und Christian Kutschenreiter im Jahr 2003 beim Fotografieren an einem Fluss in Oberbayern auf eine Biberfamilie treffen, ist das der Beginn einer außergewöhnlichen Freundschaft, die bis heute anhält. Die Biber lassen die beiden Tierfreunde nach und nach an ihrem Leben teilhaben und suchen schließlich sogar bewusst ihre Nähe. Jetzt haben die beiden ein Buch über ihre Erlebnisse mit den Bibern geschrieben - mit vielen wunderschönen und sicher einzigartigen Fotos. weiter

Die Intelligenz der Hunde

Die internationale Forschung hat sich in den letzten Jahren zunehmend mit der Intelligenz von Hunden beschäftigt und dabei so manches bestätigt, was Hundefreundinnen und Hundefreunde längst wussten: Hunde denken viel komplexer als gedacht. Aber: Was genau ist Hundeintelligenz? Wie misst man sie? Haben wir dazu überhaupt die richtigen Werkzeuge und Vergleichsmaßstäbe? Sind »Menschenschläue« und »Hundeschläue« überhaupt vergleichbar? Und in welchen Bereichen haben Hunde andere oder viel mehr geistige Kompetenzen als wir? weiter

Trügerische Küstenidylle: Jagd auf Seehunde im Wattenmeer

Wussten Sie, dass Hobbyjäger an der deutschen Nordseeküste und auf den Nordseeinseln jedes Jahr Hunderte Robben und Robbenbabys erschießen? Und das, obwohl laut EU-FFH-Richtlinie die Jagd auf Seehunde streng verboten ist? Denn die geschützten Seehunde unterliegen in Deutschland dem Jagdrecht. Sie haben zwar ganzjährig Schonzeit, doch »Seehundjäger« in Schleswig-Holstein und »Wattenjagdaufseher« in Niedersachsen sind befugt, sich um gestrandete, verletzte, verlassene und kranke Robben zu »kümmern«. weiter

Für Bienen, Schmetterlinge, Vögel, Igel & Co.: Natürlich gärtnern für die Artenvielfalt

»Lass wachsen«: Wildblumenwiesen sind für uns eine Augenweide und bieten Wildbienen, Schmetterlingen und Vögeln Lebensraum und Nahrung.

»Lass wachsen«: Wildblumenwiesen sind für uns eine Augenweide und bieten Wildbienen, Schmetterlingen und Vögeln Lebensraum und Nahrung.

Wichtig: Lassen Sie Wiesen und Stauden über den Winter bis in den Mai hinein stehen. Viele Insekten nutzen hohle Stängel als Winterquartier, darunter viele Wildbienenarten. An Stängeln und Gräsern verbergen sich Eier, Raupen und Puppen von Schmetterlingen. Die Samenstände bieten Vögeln Nahrung. · Bild: Freiheit für Tiere

Was hat unser Garten mit Tierschutz und Artenvielfalt zu tun? Auf den ersten Blick erst einmal nicht so viel. Doch vor dem Hintergrund des dramatischen Artensterbens könnten private Gärten und öffentliche Parks eine bedeutende Rolle spielen, um Inseln der Artenvielfalt zu schaffen. Und erfreulicher Weise erscheinen immer mehr Ratgeber für nachhaltiges und natürliches Gärtnern - als Gegenentwurf zum weltweit fortschreitenden Lebensraumverlust von Tieren und Pflanzen - die zeigen, wie wir auch ohne Vorerfahrung aus unserem Garten ein kleines Paradies schaffen können: für Tiere und Pflanzen, aber auch für uns selbst. weiter

Ein Jäger steigt aus

Prof. Dr. Rudolf Winkelmayer aus Niederösterreich war seit seiner Jugend leidenschaftlicher Jäger. Schon sein Vater war Jäger und nahm ihn als Kind oft mit auf die Jagd. Mehr als 100 Tiere hat der 67-Jährige in seinem Leben geschossen. Vor 14 Jahren machte er eine Kehrtwende: Von heute auf morgen beendete er das Schießen und verkaufte alle seine 16 Gewehre. Jetzt hat Prof. Winkelmayer ein Buch geschrieben: »Ein Beitrag zur Jagd- und Wildtier-Ethik«. Damit wendet er sich an seine ehemaligen Jagdkollegen und an die nicht jagende Bevölkerung und macht deutlich: »Töten als Freizeitvergnügen ist ethisch nicht vertretbar«. weiter

Interview: Ein Jäger steigt aus

Mit 16 machte er den Jagdschein, 37 Jahre lang ging er auf die Jagd. Dann hörte er von einem Tag auf den anderen mit dem Tiere töten auf. Freiheit für Tiere sprach mit dem Veterinär Prof. Dr. Rudolf Winkelmayer über seine Erfahrungen und die Gründe, warum er mit der Hobbyjagd Schluss gemacht hat. weiter

Mehr Freiheit für Pferde

Nach § 2 des Tierschutzgesetzes gilt: Wer ein Tier hält, muss dieses seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernähren, pflegen und verhaltensgerecht unterbringen. Und er darf die Möglichkeit des Tieres zur artgemäßen Bewegung nicht so einschränken, dass ihm Schmerzen, vermeidbare Leiden oder Schäden zugefügt werden. Doch was bedeutet dies für die heutige Pferdehaltung? weiter

Grausame Tierquälerei für Grana Padano-Käse

Die italienische Tierschutzorganisation Essere Animali dokumentierte in Milchviehbetrieben, die Grana Padano herstellen, schockierende Lebensbedingungen für Kühe und Kälber. Auch Gewalt durch Arbeiter gegenüber Tieren wurde dokumentiert. Grana Padano gehört neben Parmesan und Mozzarella zu den bekanntesten Käsesorten Italiens und ist der weltweit am meisten konsumierte Käse. weiter