Tierportrait: Luchs - Schattenwesen und Lichtgestalt

Buchvorstellung von Julia Brunke, Redaktion FREIHEIT FÜR TIERE

Fünf Jahre lang begleitete der Naturfotograf und Autor Berndt Fischer wilde Luchse im Bayerischen Wald. Mit dem großformatigen Bildband »Luchs - Schattenwesen und Lichtgestalt« stellt er die geheimnisvollen und seltenen Wildkatzen vor: mit wunderschönen Fotografien von Luchsen, stimmungsvollen Landschaftsbildern und berührenden Erzählungen von seinen Begegnungen mit den fünf Luchsen Mech, Becher, Stefan, Stummel und Kassandra. Seine mitreißende und bildgewaltige Hommage an die seltenen großen Wildkatzen und ihre Lebensräume wird ergänzt durch einen Beitrag des Luchs-Experten Prof. Dr. Marco Heurich, der das Sachgebiet »Monitoring und Tierfreigelände« im Nationalpark Bayerischer Wald leitet und Wissenswertes zur Ökologie, Wiederansiedlung und Zukunft des Luchses in Mitteleuropa vorstellt. So werden Naturerzählung und eindrucksvolle Fotografie mit fundierter Wissensvermittlung verbunden. Der Bildband wird alle begeistern, die Luchse und die Natur lieben!

Cover Bild_©Berndt Fischer

»Heimlich, geräuschlos, fast immer unsichtbar - so leben die Luchse nun schon seit über 50 Jahren in Bayern.

Kaum jemand hat in diesen fünf Jahrzehnten das seltene Glück erlebt, ein Exemplar dieser größten europäischen Katze in ihrem natürlichen Lebensraum zu Gesicht zu bekommen«, schreibt Richard Merger, bis 2025 Landesvorsitzender des BUND Naturschutz in Bayern, in seinem Vorwort zu dem Buch.
Bild: Berndt Fischer

Gnadenlose Verfolgung und Ausrottung

»Einst war der Eurasische Luchs fast auf der ganzen Fläche des nördlichen Eurasiens von Schottland bis nach Nordchina verbreitet«, erklärt der Naturfotograf. Und so haben Luchse auch immer in Bayern gelebt. Sie sind sozusagen Ureinwohner Bayerns.

Doch im 18. und 19. Jahrhundert wurden Luchse durch gnadenlose Verfolgung zuerst auf dem Tiefland in die damals noch schwer zugänglichen Mittel- und Hochgebirge zurück­gedrängt. »Die endgültige Ausrottung erfolgte im 19. Jahrhundert durch den Waffenträger Mensch«, schreibt Berndt Fischer. »Schon 1818 im Harz, Mitte des Jahrhunderts im Bayerischen und im Böhmerwald und am Ende aus allen Alpenrevieren.« Genauso erging es den Luchsen in Österreich, Böhmen, Slowenien und Kroatien, der Schweiz und Frankreich. Luchse galten wie Wölfe und Bären als Bestien. »Den Wildtieren war alles abgesprochen worden: Bewusstsein, Sprache, Gefühle und schließlich sogar das Existenzrecht«, so Berndt Fischer. Und er erinnert daran, dass zu dieser Zeit nicht nur mit wilden Tieren so umgegangen wurde, sondern ganz ähnlich mit den ursprünglichen Bewohnern der eroberten Kolonien.

Wiederansiedelung vor rund 50 Jahren

Nur in der wilden Bergnatur der Karpaten haben Luchse und alle anderen großen Beutegreifer in größerer Zahl überlebt. Alle Luchs-Auswilderungen in den 1970er und 1980er Jahren erfolgten aus den Karpaten.

So wurden 17 Luchse im Böhmerwald wieder angesiedelt, im heutigen Nationalpark Sumava in Tschechien. Von dort breiteten sie sich aus in den angrenzenden Bayerischen Wald, von wo aus einige Luchse weiter wanderten. Inzwischen gibt es Luchssichtungen im Steinwald, im Fichtelgebirge, im Spessart, im Frankenwald, im Allgäu und in den Alpen. »Diese Wiederansiedlung der Luchse stellt unbestritten eine Erfolgsgeschichte des Naturschutzes dar«, erklärt Berndt Fischer.

Nach dem erfolgreichen Wiederansiedlungsprojekt im Böhmerwald wurden auch im Harz und im Pfälzer Wald Luchse wieder angesiedelt. Aktuell laufen Wiederansiedelungsprojekte in Baden-Württemberg, in Sachsen und im Thüringer Wald, wo 2024 fünf Luchse ausgewildert wurden. Von dort ist es nicht weit bis zum Frankenwald, wo es schon einige Luchse gibt, und weiter bis zum Bayerischen Wald, so dass ein genetischer Austausch möglich würde.

Doch insgesamt leben heute in Deutschland wohl nicht einmal 100 Luchse. Dies ist keine sichere, überlebensfähige Population, wodurch die Zukunft der Luchse bei uns immer noch stark gefährdet ist. »Denn bei wenigen Individuen kann durch Zufallsereignisse oder genetische Verarmung der Bestand rasch auf eine kritische Größe zusammenschrumpfen«, erklärt Richard Merger vom BUND Naturschutz in Bayern. »Und so ist jeder überfahrene oder illegal getötete Luchs eine Bedrohung für den ganzen Bestand.«

Lebensräume

Luchse brauchen wie Bären und Hirsche große, ausgedehnte Waldgebiete, die nicht durch menschliche Infrastruktur zerschnitten sind, sowie Wanderkorridore, auf denen sie sich sicher in neue Gebiete ausbreiten können und durch die dann ein genetischer Austausch möglich wird.

»Dabei geht es nicht allein um den Luchs als Vorzeigeart«, schreibt Berndt Fischer. »Wo Luchse leben (können), ändert sich auch der Charakter des Waldes.« Denn auch wenn aus Fortwirtschaftswäldern nicht gleich Urwald entsteht, kehrt Wildheit zurück: »Nur wenige Arten verkörpern die wilde, ungezähmte Waldnatur so wie der Luchs. Heimlich und kaum sichtbar durchstreift er große Reviere, ohne irgendwelche Wege oder Pfade zu hinterlassen«, erklärt der Naturfotograf. »Einen Wurfplatz, an dem sich die Jungen aufhalten, zu lokalisieren bzw. aufzufinden ist auch für Spezialisten so gut wie unmöglich. Hätten nicht die zahllos aufgehängten Wildkameras jene Schemenbilder von unscharfen Luchsen produziert, die mitunter ganz unbefangen auf nächtlichen Forststraßen promenieren, der Öffentlichkeit wäre die Anwesenheit der großen Katzen schlicht entgangen.«

Luchs ©Berndt Fischer

Luchs im hohen Gras.

Bild: Berndt Fischer

»Mein langer Weg zum Luchs«

Wie wurde Berndt Fischer zum Luchs-Fotograf? In seinem Buch erzählt er, wie er im Jahr 1962 als 12-Jähriger auf einer Rad-Wander-Tour erstmals den Bayerischen Wald kennenlernte. Dabei brannte sich bei der Durchquerung einer Wildblumenwiese im dichten Nebeltreiben ein »Kindheits-Seelenbild«, wie er sagt, in ihm ein, viel ursprünglicher in der Wahrnehmung als jede Fotografie.

Während des Studiums in Regensburg war er immer wieder im Bayerischen Wald zum Wandern oder Skifahren unterwegs. »Von der Gründung des Nationalparks im Jahr 1971 lese ich in der Zeitung, aber erst 1975 betrete ich zum ersten Mal die Gehegezone und stehe vor dem schmucken Gehege der Luchse. Irgendwie irreal die Vorstellung, dass diese Tiere einmal den Grenzkamm besiedelten, von deren Rückkehr gleichsam seherisch hin und wieder die Rede ist.« An eine Zeitungsmeldung Ende der 70-er kann er sich erinnern: ein wilder Luchs war bei Frauenau erschossen worden. Angeblich Tollwut-Verdacht. Angeblich war der Hund des Jägers in Gefahr.

In den 1990er Jahren setzte ein Hype unter europäischen Fotografen ein, Luchse und Bären in den Gehegen des Bayerischen Waldes zu fotografieren. »Bilder der Gehege-Luchse auf den charakteristischen Felsen als Fotomotiv samt wiedererkennbaren Rotbuchen von deutschen, italienischen, französischen, holländischen, tschechischen ... Fotografen festgehalten, glichen aber meistens wie ein Ei dem anderen«, schreibt Berndt Fischer. »Bis 2000 konnte sich wahrscheinlich kaum ein Tierfotograf in Europa vorstellen, wie es möglich sein könnte, wilde Luchse zu fotografieren.«

Insider wussten, dass die Wiederansiedlung von freilebenden Luchsen im Böhmerwald und im Bayerischen Wald gelungen war. Doch das Ansinnen, im endlosen Wald einen Luchs vor die Linse zu bekommen, war aussichtslos. Überhaupt versuchte sich kaum ein Fotograf an Aufnahmen freilebender Wildtiere im Nationalpark.

Der Luchs-Boom in Nationalpark zieht zwar viele Touristen an und viele Fremdenverkehrseinrichtungen werben mit dem Luchs, doch noch immer werden Luchse gewildert.

»In den 10-er Jahren des neuen Jahrtausends sind mit Wildkameras und Kamerafallen neue Möglichkeiten der Tierfotografie und das heißt auch der Luchs-Fotografie hinzugekommen«, erklärt Bernd Fischer. »Erstmals werden Bilder gezeigt, die wilde Luchse in ihrer natürlichen Umgebung zeigen.« Mit diesen ersten Bildern keimt auch in ihm die Hoffnung, wilde Luchse im bayerischen Wald und im Nationalpark Sumava zu fotografieren. 2020 fragt Bernd Fischer bei beiden Parks an. Schließlich landet er dank Parkleiter Dr. Leibl beim absoluten Top-Luchsexperten Marco Heurich. Nun kann das Experiment beginnen.

Berndt Fischer_©Berndt Fischer

Der Tierfotograf Berndt Fischer beim getarnten Foto-Ansitz im Wald.

Für die Fotografie wilder Luchse bestehen grundsätzlich zwei Möglichkeiten: Entweder der Fotograf versteckt sich an einer erfolgsträchtigen Stelle oder er richtet eine Fotofalle ein. Hierbei wird eine hochwertige Spiegelreflexkamera in einer wasserdichten Box versteckt, die mit einem externen Passiv­infrarotdetektor über einen Funkkanal verbunden ist.

Bild: Berndt Fischer

»Mein Luchs-Foto-Leben«

»Mein Luchs-Foto-Leben startet mit den Kamerafallen in eine neue Zeit. Am Schattendasein der Luchse hat sich nichts geändert, ich bekomme sie nicht zu Gesicht«, erinnert sich der Naturfotograf. Das Betreten der »Luchs-Welt« verdankt er schließlich dem Luchsmonitoring-Experten Martin Gehbauer. Dieser führt den Fotografen zu der »magischen Stelle«: »Drei hochgewachsene Tannen auf der Anhöhe versichern mir danach stets den Eingang in die Welt der wilden Katze.« Vorbei am Stumpf einer abgebrochenen Fichte und nach Durchquerung eines Jungfichtendickichts öffnet sich der Wald zu einer geheimnisvollen Lichtung. Die Wildtierkamera des Nationalparks zeigt, dass Luchse hier ein und aus gehen.

Bis heute fühlt sich Berndt Fischer beim Betreten dieser Lichtung in eine besondere Stimmung versetzt. »Ich kenne meinen Foto-Raum und den Aufstieg dorthin mittlerweile bis ins Detail: die umgestürzten Baumtorsi mit ihren kahlen Ästen, die wie Speerspitzen aufragen, die niedrigen Granitfelsen mit ihrem leuchtend grünen Moosbezug, den Teppich rostbraunen Buchenlaubs, je nach Witterung dürr und raschelig oder feucht, weich und alle Geräusche dämpfend. Eigentlich ist es gar nicht „mein“ Raum, sondern seiner.«

Der Naturfotograf weiß, dass die Unsichtbaren hier wohnen und er ist sich bewusst, dass er als ungebetener Gast den Raum mit ihnen teilen darf. Er weiß, wie groß sein Privileg ist, hier noch nie einem anderen Menschen begegnet zu sein.

Gemeinsam mit dem Monitoring-Experten beginnt Berndt Fischer 2020 mit der wetterfesten Installierung einer Spiegelreflexkamera mit Passiv­infrarotdetektor. Die Zeit des Hoffens beginnt. Wochenlang lassen die Luchse auf sich warten. Auf der Speicherkarte ist ein Haselhahn zu sehen, Baummarder, Siebenschläfer und ein Wildschwein.

Im November 2020 ist es endlich soweit: Die Kamera zeigt den Kopf von Mech, einem jungen Luchs, der in Tschechien geboren wurde und auf leisen Pfoten in den Bayerischen Wald gewandert ist. »Auf dem Foto lugt er über die Felsnase und registriert die neue Kamera-Box. Anhand der Fellstruktur mit den schwarzen Tupfen auf dem rotbraunen Fell kann Martin sehr schnell die Identität des Luchses feststellen.«

Für Luchs-Monitoring-Experten Martin Gehbauer ist der aus Tschechien zugewanderte junge Luchs Mech schon seit einiger Zeit eine vertraute Erscheinung, denn er taucht seit seiner Ankunft in Bayern immer wieder auf den Wildkameras des Nationalparks auf.

»Sein vermeintlicher Geburtsort, ein vermoorter Bergrücken bei Volary in Böhmen mit dem Namen Mechovy vrch, hat dem kleinen „Rys“ (tschechisch für Luchs) den Namen Mech eingebracht, auf den ihn tschechische Luchs-Experten getauft haben«, erklärt Berndt Fischer. Jetzt ist er im Revier des bisher dominanten Luchses Stefan unterhalb des Lusen, dem fünfthöchsten Berg im Bayerischen Wald unterwegs.

Luchs 53 Berndt Fischer

»Luchs Stefan hat im Sprung eine Wurzel erklommen, die ganze Spannung der Bewegung ist noch in der eingefrorenen Ruheposition sichtbar.

Sein Blick geht genau in Richtung Gehäuse mit der in ihm versteckten Spiegelreflexkamera. Hat er die Öffnung der Blende registriert? Die Pupille ist weit geöffnet, sein Kommen hat im letzten Dämmerlicht stattgefunden.«

Bild: Berndt Fischer

Mech, Stummel und Stefan

Mech war der erste freilebende Luchs, den Berndt Fischer fotografieren konnte. Doch dabei sollte es nicht bleiben: »An einem sonnigen Spätherbstabend taucht auch noch die kleine Katze Stummel auf, ganz unpoetisch danach benannt, dass ihr der so typische Luchs-Stummelschwanz gänzlich abhanden­gekommen ist«, berichtet der Fotograf. »Wie Mech trägt sie das getüpfelte Fellkleid des Karpatenluchses.«

Der junge Luchs Mech zeigt sich in den folgenden Wochen auf dem Felsen der Lichtung immer wieder und setzt dort mit großer Selbstverständlichkeit seine Duftmarke ab. Doch am 15. Dezember erscheint auf der Speicherkarte das Bild eines anderen Luchses: Stefan, der ursprüngliche Revierinhaber ist zurück. »Auf dem Foto ist die ganze Dynamik seines Bühnen­auftritts eingefroren. Im Sprung hat er die gewundene Baumwurzel erklommen und blickt in seiner ganzen Wildheit in die Kamera«, so schildert Berndt Fischer diesen Moment in seinem Buch. »Im allerletzten Kameralicht hat Stefans Auftreten stattgefunden, davon künden seine geweiteten Pupillen, dem Dämmerlicht des Felsenszenarios angemessen, während rosa Streifen im fernen Abendhimmel vom Sonnenuntergang erzählen. Die Auslösegeräusche der Kamera, durch die Box gedämpft, nimmt er gleichwohl wahr und nähert sich der Box bis auf wenige Zentimeter.«

Monitoring-Experte Martin vermutet, dass beide, Mech und Stefan, an der jungen Luchskatze Stummel interessiert sind. Da Mech im Revier bleibt und von Stefan nichts mehr zu sehen ist, vermutet er, dass Mech und Stummel sich im Winter gepaart haben. Und nachdem die Paarungszeit vorüber ist, lässt die Aktivität der Luchse an diesem Ort spürbar nach. Erst im Juni 2021 lässt Mech, der den Wettstreit um das Revier offenbar gewonnen hat, sich wieder blicken. Und dann nur noch einmal, im Frühjahr 2024, ist Mech ein letztes Mal auf einem Foto zu sehen, seither ist er verschollen. »Auf keiner der zahlreichen Wildkameras in Bayern und Tschechien ist er seitdem wieder aufgetaucht«, schreibt Berndt Fischer. »Dieses Schicksal des spurlosen Verschwindens teilt er im Übrigen mit Stefan. Die Möglichkeit, „meine“ beiden Luchs-Bekanntschaften könnten gewildert worden sein, stimmt mich sehr traurig.«

Umzug der Foto-Stelle in den Buchenhochwald

Ende 2023 zieht Berndt Fischer mit seiner Spiegelreflexkamera mit Passiv­infrarotdetektor in den offeneren Buchenhochwald. »Auch hier sind kleine Felsen, die den Luchsen als Landmarke dienen, wo sie ihre Duft-Infos absetzen«, schreibt er. »Auf der Rückseite der Felsen zeigt sich ein intimer Platz zwischen ihnen und einer mächtigen Buche. Genau da hat die Wildkamera des Nationalparks die heimlichen Besucher, meist nächtlich, aber auch mal tagsüber, abgebildet. Die Box mit der Kamera wird installiert, diesmal mit Blitzen auch für nächtliche Gäste im „Luchs-Aufenthaltsraum“. Hinter der Felsgruppe wird der Wald immer wilder, umgestürzte Fichten-Veteranen machen das Vorankommen schwierig.« Ein geschützter Ort also. Menschen sind sowieso nur auf dem weiter entfernten Weg durch den Nationalpark unterwegs.

Der Fotograf hofft, sich noch weiter an die Luchse annähern. zu können. »Auf dem Plateau, insbesondere auf der Rückseite der kleinen Felsen unter der Buche, bin ich sowieso unsichtbar, immer hoffend während meiner kurzen Aufenthalte, die Unsichtbaren mögen plötzlich auftauchen und uns eine kurze Begegnung bescheren. Der Naturwald ohne Wege hält anscheinend die übrige Welt draußen. Kein Pilzsammler hat den Weg nach oben (und auf die Speicherkarte) gefunden.«

Doch bevor es zu neuen Luchs-Begegnungen kommt, gibt es ein Problem mit der Kamera: Offenbar ist Feuchtigkeit in die Box eingedrungen und es bildete sich Kondenswasser im Akkufach, so dass sich der Akku aufgrund des Fehlerstroms total entlädt. »Es beginnt eine quälende Zeit der Kamera-Reparatur und des improvisierten Austauschs mit einem anderen Kamera-System, wobei meine Fehleinstellung der Schärfezone für vollkommen unscharfe Bilder sorgt«, erinnert sich Berndt Fischer. Es dauert bis März, bis die Ausrüstung wieder repariert an ihrem Platz steht. Die Hoffnung auf schöne Winterbilder samt Paarungszeit der Luchse scheint verloren...

Neue Luchs-Begegnungen

Am 27. März 2024 taucht an der Fotostelle zwischen Fels und Buche zum ersten Mal ein einjähriger, noch namenloser Jungluchs auf - mit gestochen scharfen und korrekt belichteten Bildern. »Was ich zu diesem Zeitpunkt nicht wissen kann, dass sich damit ein spektakuläres Sommerhalbjahr mit vielen heimlichen Besuchern auf der Bühne zwischen Fels und Buche angekündigt«, schreibt der Tierfotograf.

So taucht Ende Mai auf einmal eine wunderschöne junge Luchs-Dame auf, welcher die Wildbiologen ebenfalls noch keinen Namen gegeben haben. Danach ist sie nie wieder auf der Speicherkarte zu sehen. Sie scheint weitergezogen zu sein. »Ihr Gesicht und ihr Blick haben sich in meiner Fantasie eingegraben«, so Berndt Fischer.

Im Sommer taucht auch ein Nachfolger für Mech auf: Becher ist aus dem Nationalpark Sumava in Tschechien zugewandert. »Er trägt als Luchs im besten Jugendalter ein auch für mich unverkennbares Merkmal, sein linkes Ohr ist mehrfach leicht geschlitzt«, berichtet der Tierfotograf. Becher kommt bis zum Winter regelmäßig nachts und manchmal auch bei Tageslicht, marschiert ruhig und selbstbewusst auf den Felsen zu und schnuppert intensiv daran, um eigene oder fremde Duft­informationen abzulesen, markiert den Felsen und schreitet wieder majestätisch von dannen.

Katze Kassandra mit Jungluchs_©Berndt Fischer_S.132

»Kassandra sitzt mit einem Jungluchs aus ihrem Dreierwurf im Jahr 2023 auf einem liegenden Baumstamm.

Die geweiteten Pupillen zeigen wiederum, wie schwach das Licht bereits ist. Dennoch scheint der oder die Kleine mich bzw. mein Fotoversteck fest im Blick zu haben.«

Bild: Berndt Fischer

Kassandra und ihr munterer Nachwuchs

Im August entdeckt Berndt Fischer auf dem Kameradisplay etwas Sensationelles: Ein kleiner Luchs, in diesem Jahr geboren, steht auf dem Felsen. Doch wo ist die Mutter? Ein längeres Gespräch mit Monitoring-Experte Martin ergibt, dass die Wildkamera des Nationalparks den Auftritt des kleinen Luchses ebenfalls aufgenommen hat. Hier ist zu sehen: Etwas abseits steht ganz ruhig die Mutter Kassanda. Offenbar hat sie 2024 nur ein Junges erfolgreich aufgezogen. Im letzten Jahr war sie mit drei Jungen zu sehen.

»Was meine Kamera überhaupt nicht aufzeichnen konnte, betrachte ich staunend auf dem kurzen Video der parkeigenen Wildkamera«, schreibt Berndt Fischer. »Der Kleine schleicht zum Passivinfrarotdetektor, wohl angelockt durch leichtes „Blinzeln“ einer roten Kontrollleuchte. Wie gebannt schaut er nach oben, und mit einem Satz ist er aufgerichtet und schlägt mit seiner großen Vorderpfote nach dem kleinen Kästchen, das an einer Jungbuche befestigt ist. Und jetzt geht es auf dem Video Schlag auf Schlag, jeder Hieb in Richtung Kontrollleuchte löst meine Kamera inklusive der Blitze aus.«

»Ein schönes Bild ist kostbar genug«

Das Besondere an dem Bildband ist die erzählerische Perspektive: Berndt Fischer schreibt mit feinem Gespür aus seiner Sicht als Naturfotograf und erzählt - zum Teil fast poetisch - von seinen Begegnungen und Erfahrungen mit Luchsen. Und er vermittelt uns mit seinen Bildern die Einheit des Luchses mit seinem Lebensraum Wald.

Berndt Fischer versteht sich keineswegs als Foto-Jäger. Seine Annäherung an die scheuen Großkatzen hat eher etwas mit Koexistenz als mit Foto-Jagd zu tun: »Wir bewegen uns im gleichen Raum und ich bemühe mich, so wenig invasiv wie möglich vorzugehen. Alle Bilder sind (unfreiwillige) Geschenke der Tiere an mich, die mir genauso viel bedeuten, als hätte ich sie nach tagelangem Warten in einem Versteck bekommen. Mit dieser Art der Fotografie habe ich den Wert der Langsamkeit wieder gelernt: ein schönes Bild ist kostbar genug.«

So erhalten wir mit diesem Bildband einen tiefen Einblick in die Arbeit eines Naturfotografen, die Geduld und Ausdauer, die für eine Wildtierbegegnung und eine gute Fotoaufnahme nötig ist. Und wir erleben mit den erzählenden Texten und den grandiosen Foto-Aufnahmen das erhebende Gefühl der Begegnung mit freilebenden Luchsen mit.

Warum müssen wir den Luchs schützen?

In seinem Beitrag am Ende des Bildbands schreibt Prof. Dr. Marco Heurich über den Luchs aus Sicht des Wissenschaftlers. Der Schutz und die Rückkehr der großen Beutegreifer sind wichtig für den Erhalt der biologischen Vielfalt. Denn als sogenannte Schlüsselart beeinflussen sie ganze Lebensgemeinschaften. »Der Schutz des Luchses ist daher mehr als Artenschutz: Er leistet einen Beitrag dazu, in unserer stark veränderten Landschaft wieder natürliche Prozesse zuzulassen, die langfristig die biologische Vielfalt fördern können«, so der Wildtierökologe.

Dafür müssen großflächige Biotop­verbund­­systeme über Ländergrenzen hinweg geschaffen und dauerhaft gesichert werden. Denn eine überlebensfähige Population braucht langfristig einige Hundert fortpflanzungs­fähige Tiere, die wandern können, so dass genetischer Austausch möglich ist.

Luchse sind Sympathie­träger und wecken in der Öffentlichkeit und in den Medien viel Interesse. Darum eignen sie sich hervorragend als sogenannte Flaggschiffart: Denn funktionierende Biotop­verbundsysteme sind nicht nur für Luchse, sondern auch für viele weniger auf­fällige und weniger populäre Arten wichtig, erklärt Prof. Heurich. »Die positiven Einstellungen gegenüber dem Luchs können damit einen wichtigen Beitrag zum Erhalt ganzer Lebens­gemeinschaften leisten.«

Die Autoren

Berndt Fischer©Foto Brinke

Berndt Fischer (geb. 1949 in Amberg) fotografiert seit 40 Jahren am allerliebsten Naturlandschaften und Tiere.


Nach seinem Studium der Germanistik, Politikwissenschaft und Geschichte arbeitete er als Lehrer in Erlangen und Paris. Seit seiner Jugend ist er der Natur zugewandt, engagierte sich für den Naturschutz und entdeckte die Naturfotografie. Die zunehmende Professionalisierung in diesem Bereich führte ihn in die Naturlandschaften Europas, Lateinamerikas, Asiens und Afrikas. Bisher veröffentlichte er acht Bildbände und zahllose Publikationen in Zeitschriften.


Informationen: www.berndtfischer.de

Marco Heurich©Fotostudio Eder

Prof. Dr. Marco Heurich zählt zu den führenden Experten auf dem Gebiet der Wildtier- und Waldökologie.


Er leitet das Sachgebiet »Monitoring und Tierfreigelände« im Nationalpark Bayerischer Wald und ist Professor für Wildtierökologie an der Universität Freiburg. Mit seinen Arbeiten trägt er wesentlich zur Weiterentwicklung des Wildtiermonitorings und des großflächigen Naturschutzes bei. Er ist Autor zahlreicher Fachartikel sowie sechs Bücher.

Informationen: nationalpark-bayerischer-wald.bayern.de/ forschung/forscher/marco_heurich.htm

Das Buch

Cover_Luchs_3D

Berndt Fischer, Marco Heurich: Luchs - Schattenwesen und Lichtgestalt
Großformat, Hardcover, 176 Seiten mit vielen Farbfotos
oekom-Verlag, 2026 · ISBN: 978-3-98726-193-0
Preis: 35,- Euro

100 Ausgaben FREIHEIT FÜR TIERE von 2002-2026

FREIHEIT FÜR TIERE 4/2026

Freiheit für Tiere 4/2026

Artikelnummer: 4-2026

Nach 25 Jahren: DAS BRENNGLAS endet • Nach 100 Ausgaben von 2002-2026: FREIHEIT FÜR TIERE wird als Zeitschrift eingestellt • Wissenschaft: Goffinkakadus erkennen, wenn etwas kaputt geht, »ärgern« sich - und finden Lösungen • Warum Tierversuche ethisch, wissenschaftlich und in der praktischen Umsetzung problematisch und überholt sind • Studie: Jagd auf Füchse, Marder und Rabenvögel nicht zu rechtfertigen • Recht: 1,6 Hektar Wald und Wiese in Rheinland-Pfalz jagdfrei • Polen: Mit 100.000 Unterschriften und Prominenten für Jagdverbote • Tierportrait: Das Buch der Vögel • Tierportrait: Luchs - Schattenwesen und Lichtgestalt • Stars für Tiere: Sarah Connor - Freiheit für Orcas und alle Meerestiere! • Billie Eilish: »You can’t love animals and eat meat« • Wissenschaft: Pflanzliche Ernährung schützt vor Krebs • Studie: Länger jung mit pflanzlicher Ernährung • Buchtipp Work-Lunch-Balance: Schnelle 100% tierfreundliche Gerichte für eine bewusste Mittagspause • Buchtipp: TASTY HEALTHY VEGAN mit Rezepten

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FREIHEIT FÜR TIERE 3/2026

Freiheit für Tiere 3/2026

Artikelnummer: 3-2026

Tiernachrichten: Verletzter Kormoran klopft an Notaufnahme in Bremen • Amsterdam verbietet Werbung für Fleisch • Plakate in Londoner U-Bahnen: Gaskammern für Schweine nicht »human« • Niedersachsen: Klage wegen CO2-Betäubung von Schweinen • Größter Legehennen-Schlachthof Bayerns: Mehrere Mitarbeiter wegen Tierquälerei verurteilt • Neues Tierschutzrecht in Italien: Tiere sind keine »Sachen« - Härtere Strafen für Tierquälerei • Verstoß gegen das Schweizer Tierschutzgesetz: Größte Lachsfabrik in der Schweiz geplant • Studie: EU gibt 23% des Gesamthaushalts als Subventionen für Fleisch und Milch aus • Rheinland-Pfalz: Grundstück in Winzeln ab sofort jagdfrei • Werkzeuge, Ideen und Innovationen: Der Erfindergeist der Tiere • Kulturlandschaft: Die Logik hinter dem Artenverlust • Symbiosen: Pflanzen und Tiere im Garten • Nachhaltigkeit: Vegane Ernährung im Sport • TAMU: Das vegane Afrika-Kochbuch · Wegen Lagerräumung jetzt kostenlos gegen Übernahme der Portokosten und gerne eine Spende

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FREIHEIT FÜR TIERE 2/2026

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Tiernachrichten: Schutzgebiet für ehemalige Show-Delfine in Süditalien entsteht • Verhaltenforschung: Werkzeuggebrauch bei Kühen - wie Primaten • Hobbyjagd: Freizeitvergnügen mit tödlicher Schusswaffe • Stoppt die Jagd auf Vögel! • Tierportrait: Deutschlands Wilde Wölfe • Mit Tieren leben: ERST das Buch, dann der HUND: Ratgeber VOR dem Hundekauf • 101 Empfehlungen von internationalen Wissenschaftlern: Vegane Ernährung als Schlüssel gegen zunehmende Gesundheitskrisen • Neue Studie: Ist pflanzliche Ernährung für Kinder und Jugendliche gesund? • Ernährung ohne Tierleid: Tipps für ein langes, gesundes und tierfreundliches Leben • Forschungstrend »Longevity«: Mit Pflanzenkraft gesunde Lebensjahre gewinnen - mit Rezepten • Lifestyle: »VEGAN & Delicious« von Bianca Zapatka - Tierfreundliche Rezepte · Wegen Lagerräumung jetzt kostenlos gegen Übernahme der Portokosten und gerne eine Spende zur Deckung der Kosten.

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FREHEIT FÜR TIERE 1/2026

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Artikelnummer: 1/2026

Tierschutz aktiv: Delfinarien: Schluss mit Delfinen in Gefangenschaft! • Historisches Urteil in Spanien: Massive Umweltverschmutzung durch Massentierhaltungverstößt gegen Menschenrechte • Bayerns größter Milchviehbetrieb: Tierhaltungsverbot wegen schwerer Tierquälerei • Gesetz ab 2026 in Österreich: Heimtierhaltung mit Sachkundenachweis • Neues Gesetz zur Heimtierhaltung: Interview Prof. Rudolf Winkelmayer, Veterinär und Tierethiker • Ethik und Religion: Die Verfolgung von Vegetariern durch die Kirche • Tierportrait: »Hase und ich« - Ergreifende Rettung und Aufzucht eines Feldhasenbabys • Studie: Schon eine Scheibe Wurst am Tag erhöht das Risiko für chronische Krankheiten • Studie: Pflanzliche Ernährung reduziert Krebsrisiko deutlich • Italienische Küche vegan: Kochen alla Nonna • Wegen Lagerräumung jetzt kostenlos gegen Übernahme der Portokosten und gerne eine Spende zur Deckung der Kosten.

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Neuauflage: FREIHEIT FÜR TIERE - Fakten gegen die Jagd

FREIHEIT FÜR TIERE: Fakten gegen die Jagd (völlig überarbeitete und auf 60 S. erweiterte Neuauflage)

Artikelnummer: 522

Fakten und Argumente gegen das blutige Hobby der Waidmänner und Waidfrauen: Trotz beharrlicher Propagandaarbeit der Jagdverbände sinkt das Image der Jäger immer mehr: Immer weniger Spaziergänger, Hundehalter, Reiter und Mountainbiker lassen es sich gefallen, wenn sie von Hobbyjägern angepöbelt oder sogar bedroht werden. Immer mehr Menschen protestieren gegen die Ballerei in Naherholungsgebieten. Und Berichte, dass Jäger aus Versehen Liebespaare im Maisfeld oder Ponys auf der Weide erschießen, können einem draußen in der Natur durchaus Angst machen. Warum Jäger Jagd auf Hasen machen, obwohl sie auf der »Roten Liste« bedrohter Arten stehen, kann irgendwie auch niemand mehr gut finden. Zudem haben 99,6 Prozent der Bevölkerung andere Hobbys, als Tiere tot zu schießen. Da stellt sich die Frage: Warum jagen Jäger wirklich? · Wegen Lagerräumung jetzt kostenlos gegen Übernahme der Portokosten und gerne eine Spende zur Deckung der Kosten.

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Werkzeuge, Ideen und Innovationen: Der Erfindergeist der Tiere

Buchvorstellung von Julia Brunke, Redaktion FREIHEIT FÜR TIERE

Tiere folgen nur ihren Instinkten und können höchstens ein paar angelernte Arbeitsschritte ausführen? Weit gefehlt! Sie können so viel mehr, als wir geahnt haben! Von Bergpapageien, die verschlossene Rucksäcke und Taschen öffnen, bis zu Kakadus, die mehrstufige Werkzeuge herstellen: Die Kognitionsbiologin Prof. Dr. Alice Auersperg nimmt uns mit auf eine Entdeckungsreise über die erstaunliche Kreativität, den verblüffenden Einfallsreichtum und Erfindergeist von Tieren - und sie zeigt, wie nah uns Tiere wirklich sind! weiter

Kulturlandschaft - Die Logik hinter dem Artenverlust. Mit Herz und Augen in der Natur unterwegs

In seinem Buch »Kulturlandschaft - Die Logik hinter dem Artenverlust« berichtet Guido Meyer, wie er erst als Spaziergänger und Mountainbiker, dann als Hundeführer und Fotograf immer tiefer in die Natur eintauchte und wildlebende Tiere wie Hirsche und Wölfe ganz nah erlebte. Und wie er dabei auf der anderen Seite immer öfter in Konfrontationen mit Jägern und sogar ernsthafte Bedrohungssituationen geriet, die ihn dazu brachten, intensiv über Jagd und Jäger zu recherchieren, über die dramatische Bedrohung der Arten und die Zerstörung von Lebensräumen, aber auch über das Ökosystem Wald, die wunderbare Kraft der Natur und die Symbiose von Natur und Tieren, an der auch wir Menschen teil haben können. Illustriert wird das Buch durch fantastische Fotografien, mit denen Guido Meyer seit Jahren auf seiner Plattform naturdigital.online begeistert. weiterlesen

Freizeitvergnügen mit tödlicher Schusswaffe: Wie lange noch?

Im Februar 2026 hat ein 52-jähriger Hobbyjäger im Landkreis Bamberg seine 49-jährige Frau, seinen 14-jährigen Sohn, die 6-jährige Tochter und sich selbst erschossen.
Im Januar 2026 traf der Schuss eines Jägers einen 23-Jährigen in Nordrhein-Westfalen tödlich. In Niedersachsen verwechselte ein 77-jähriger Hobbyjäger eine Gruppe Spaziergänger mit Wildtieren - eine 58-jährige Frau wurde schwer verletzt. In der Steiermark wurde ein 42-jähriger Hobbyjäger aus Versehen tödlich in den Kopf getroffen - beim Verladen eines erschossenen Wildschweins ins Auto löste sich ein Schuss.
Im Dezember 2025
tötete ein Hobbyjäger in der Oberpfalz seinen Nachbarn zwei Stockwerke über sich mit einem gezielten Kopfschuss. Ein anderer Hobbyjäger schoss vom Hochsitz aus Versehen auf einen 20-Jährigen und verletzte ihn so schwer, dass er im Krankenhaus notoperiert werden musste.
Im November 2025
erschoss ein Hobbyjäger in Reutlingen vier Familienangehörige und sich selbst - mit einer Schusswaffe, die er als Jagdscheininhaber legal besaß. Spaziergänger wurden von Jagdmunition getroffen, das Projektil eines Jägers durchschlug die Jalousie der Küchentür eines Hauses und ein Jagdschein­inhaber aus Crailsheim kündigte an, die »größtmögliche Anzahl an Ausländern« umbringen zu wollen. weiterlesen

Die Verfolgung von Vegetariern durch die Kirche

»Wenn jemand Fleischspeisen, die Gott den Menschen zum Genuss gegeben hat, für unrein hält und ... auf sie verzichtet ..., der sei mit dem Bannfluch belegt.«

Papst Johannes III., Synode von Braga, 561 n. Chr.


Diesen Bannfluch verkündete Papst Johannes III. im Jahr 561 nach Christus auf der Synode von Braga in Portugal. Ein Bannfluch hatte die »Vogelfreiheit« zur Folge: Der Gebannte verlor als Ausgeschlossener aus der Gesellschaft alle Rechte.


Ganz in diesem Geiste wurden im Jahre 1051 durch die Bischofsversammlung in Goslar »Ketzer«, die ausschließlich von Pflanzennahrung lebten, zum Tode verurteilt, weil sie sich geweigert hatten, Hühner zu töten. Das Töten von Hühnern wurde zum »Test«, um Ketzer zu erkennen!
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DVD-Tipp: Jesus und die Tiere

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Jesus treibt die Tierhändler aus dem Tempel.

Jesus von Nazareth wurde im Stall mitten unter den Tieren geboren. Gab Gott damit den Menschen nicht ein Symbol, dass Sein Sohn nicht in einem Palast, sondern bei Schafen, Rindern, Eseln und Katzen zur Welt kam?

Zu Zeiten des Jesus von Nazareth wurden Lämmer und Tauben im Tempel für die Sünden der Menschen geopfert. Jesus trat gegen diesen blutigen Kult ein. Bekannt ist die Szene, wie Jesus nach seinem Einzug in Jerusalem die Tierhändler aus dem Tempel hinaustrieb und die Tiere freiließ. Und er rief: »Steht nicht geschrieben: Mein Haus soll ein Bethaus heißen für alle Völker? Ihr aber habt eine Mördergrube daraus gemacht!« (Markus 11,17)

Über die Tierliebe des Jesus von Nazareth ist in der Bibel kaum etwas zu finden. Doch aus der frühchristlichen Geschichtsschreibung wird deutlich, dass Jesus kein Fleisch gegessen hat und sich für die Tiere einsetzte... weiterlesen

DVD: Jesus und die Tiere

Artikelnummer: 318

Vergleicht man die Bibel mit apokryphen Schriften, dann ist gut zu erkennen, dass die Kernaussagen oft die Gleichen sind, aber die Tierliebe Jesu, gänzlich fehlt. In dieser DVD werden viele Begebenheiten, bei denen Jesus über die Tiere sprach, wiedergegeben. · Wegen Lagerräumung jetzt kostenlos gegen Übernahme der Portokosten und gerne eine Spende zur Deckung der Kosten.

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»VEGGIE FOR KIDS. Vegan - kinderleicht & lecker«

Die Rezepte für unser Kochbuch »VEGGIE FOR KIDS. Vegan - kinderleicht & lecker« - sind allesamt von Kindern und Jugendlichen erprobt worden: Sie sind einfach zuzubereiten, schmecken richtig lecker und sind obendrein auch noch gesund! Und das Wichtigste: Wer so kocht, hilft unseren Freunden, den Tieren! weiterlesen

VEGGIE FOR KIDS

Artikelnummer: 053

Die Rezepte für das Kochbuch »VEGGIE FOR KIDS. Vegan - kinderleicht & lecker«- sind allesamt von Kindern und Jugendlichen erprobt worden: Sie sind einfach zuzubereiten, schmecken richtig lecker und sind obendrein auch noch gesund! · Wegen Lagerräumung jetzt kostenlos gegen Übernahme der Portokosten und gerne eine Spende zur Deckung der Kosten.

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Neue Studie: Ist pflanzliche Ernährung für Kinder und Jugendliche gesund?

Die gesundheitlichen Auswirkungen von vegetarischer und veganer Ernährung im Kindesalter sind immer wieder Gegenstand von Diskussionen. Zahlreiche wissenschaftliche Studien belegen, dass eine vollwertige pflanzliche Ernährung für Kinder und Jugendliche gesund und bedarfsdeckend ist. Auch die bisher größte Studie dieser Art bestätigt nun: Pflanzliche Ernährung ist für Kinder und Jugendliche sicher und vorteilhaft. weiterlesen

Ernährung ohne Tierleid: Ein gesünderes Leben

Viele Menschen, die sich entscheiden, kein Fleisch mehr zu essen, tun dies aus ethischen Gründen: weil sie nicht möchten, dass Tiere für sie leiden und sterben müssen. Viele gehen den konsequenten Schritt weiter und lassen aus Liebe zu Kühen und Kälbchen Milch und Käse weg, essen aus Mitgefühl zu Hühnern keine Eier und leben rein pflanzlich. Und dann erfahren sie, dass eine vegane Ernährung ohne Tierleid auch die gesündeste ist!

Eigentlich würde uns dies schon der logische Menschenverstand sagen: Wie sollen Nahrungsmittel, die durch Leid und Tod entstehen, für uns gesund sein? In den letzten Jahren und Jahrzehnten sind tausende wissenschaftliche Studien veröffentlicht worden, die nachweisen: Eine Ernährung mit vollwertigen pflanzlichen Lebensmitteln ist gesund und versorgt uns auch mit allem, was wir brauchen. Diese Ernährungsweise beugt überdies zahlreichen Krankheiten vor, von Herz-Kreislauf-Erkrankungen über Krebs, Diabetes und Adipositas bis zu Demenz - und schützt damit vor vorzeitigem Tod. weiterlesen

Was Tiere denken - Intelligenz und Emotion in der Wildnis

Wir fangen gerade erst an, zu begreifen, dass das Gehirn von Tieren ähnlich komplex ist wie unser eigenes. Die Warnrufe von Präriehunden etwa sind nicht nur hektische Pfeiftöne, sie übermitteln damit differenzierte Nachrichten. Gorillas nutzen Zeichensprache, um vergangene Ereignisse zu schildern - wissen sie also, was heute, gestern und morgen ist? Nicht nur Primaten oder Elefanten, selbst kleinste Ameisen, denen man einen Farbtupfer auf dem Kopf angebracht hat, wollen diesen loswerden, sobald sie in einen Spiegel blicken - ein Beweis für ihr Ich-Bewusstsein, das Menschen erst ab dem zweiten Lebensjahr entwickeln. In ihrem Buch »Was Tiere denken - Intelligenz und Emotion in der Wildnis präsentiert Marianne Taylor 60 Tierarten, ihre bemerkenswerten kognitiven Fähigkeiten, ihre Gefühle und ihre ausgefeilte Kommunikation. weiter

Bayerischer Tierärztetag: Tierqual bei Milchkühen

Razzia auf Skandalhof in Bad Grönenbach. Pressemitteilung SOKO Tierschutz Kopie

Kühe, die nicht mehr laufen können, werden mit Treckern weggeschleift, Mitarbeiter treten ein liegendes Kalb:

Die aktuelle Undercover-Recherche von SOKO Tierschutz in Bayerns größtem Milchviehhof in Bad Grönenbach zeigt erneut massive Verstöße gegen den Tierschutz. · Bild: SOKO Tierschutz

Von Annemarie Botzki, Recherche und Kampagnen bei der Verbraucherschutzorganisation foodwatch e.V.

»Alle haben die Nase voll« - das ist der Satz, der mir vom bayerischen Tierärztetag in Kulmbach besonders im Ohr hängen bleibt. sitze mit 150 amtlichen und Amtstierärzt:innen in einem Konferenzraum. Normalerweise sind sie in detaillierte, fachliche Diskussionen vertieft. Aber diesmal ist die Stimmung anders. Angespannt. Frustriert. weiter

Die dunkle Seite der Milch: Das Leid der Kälbchen

Die Milchindustrie gaukelt uns in der Werbung gerne vor, dass Kühe ein glückliches Leben auf grünen Weiden führen. Wie sieht die Realität aus? Milchkühe müssen ihr Leben in den meisten Fällen ganzjährig im Stall verbringen - zum Teil sogar immer noch in besonders tierquälerischer Anbindehaltung. So hält nach Angaben des Bayerischen Bauernverbands rund die Hälfte der circa 25.000 Milchviehbetriebe in Bayern ihre Tiere in Anbindehaltung. Damit die Kühe immer Milch geben, werden sie jedes Jahr künstlich befruchtet. Die neugeborenen Kälber werden ihren Müttern kurz nach der Geburt weggenommen. Die Milch, welche die Natur für die Kälbchen bestimmt hat, wird maschinell abgepumpt, industriell verarbeitet und im Supermarkt verkauft. Was passiert dann eigentlich mit den Kälbern? weiter

Gestatten. Biber. Eine außergewöhnliche Freundschaft mit einer wildlebenden Biberfamilie

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Christian Kuschenreiter Aug’ in Aug’ mit einem Biber. Das freilebende Tier hat Vertrauen wie zu einem Familienmitglied.

Schwarze Knopfaugen, beeindruckende Schneidezähne, großer Paddelschwanz, Stupsnase und dichter Pelz: Biber sind entzückende Tiere, und obendrein schlau, empathisch, kommunikativ, verspielt - und eigentlich sehr scheu. Als Bettina und Christian Kutschenreiter im Jahr 2003 beim Fotografieren an einem Fluss in Oberbayern auf eine Biberfamilie treffen, ist das der Beginn einer außergewöhnlichen Freundschaft, die bis heute anhält. Die Biber lassen die beiden Tierfreunde nach und nach an ihrem Leben teilhaben und suchen schließlich sogar bewusst ihre Nähe. Jetzt haben die beiden ein Buch über ihre Erlebnisse mit den Bibern geschrieben - mit vielen wunderschönen und sicher einzigartigen Fotos. weiter

Die Intelligenz der Hunde

Die internationale Forschung hat sich in den letzten Jahren zunehmend mit der Intelligenz von Hunden beschäftigt und dabei so manches bestätigt, was Hundefreundinnen und Hundefreunde längst wussten: Hunde denken viel komplexer als gedacht. Aber: Was genau ist Hundeintelligenz? Wie misst man sie? Haben wir dazu überhaupt die richtigen Werkzeuge und Vergleichsmaßstäbe? Sind »Menschenschläue« und »Hundeschläue« überhaupt vergleichbar? Und in welchen Bereichen haben Hunde andere oder viel mehr geistige Kompetenzen als wir? weiter

Trügerische Küstenidylle: Jagd auf Seehunde im Wattenmeer

Wussten Sie, dass Hobbyjäger an der deutschen Nordseeküste und auf den Nordseeinseln jedes Jahr Hunderte Robben und Robbenbabys erschießen? Und das, obwohl laut EU-FFH-Richtlinie die Jagd auf Seehunde streng verboten ist? Denn die geschützten Seehunde unterliegen in Deutschland dem Jagdrecht. Sie haben zwar ganzjährig Schonzeit, doch »Seehundjäger« in Schleswig-Holstein und »Wattenjagdaufseher« in Niedersachsen sind befugt, sich um gestrandete, verletzte, verlassene und kranke Robben zu »kümmern«. weiter

Für Bienen, Schmetterlinge, Vögel, Igel & Co.: Natürlich gärtnern für die Artenvielfalt

»Lass wachsen«: Wildblumenwiesen sind für uns eine Augenweide und bieten Wildbienen, Schmetterlingen und Vögeln Lebensraum und Nahrung.

»Lass wachsen«: Wildblumenwiesen sind für uns eine Augenweide und bieten Wildbienen, Schmetterlingen und Vögeln Lebensraum und Nahrung.

Wichtig: Lassen Sie Wiesen und Stauden über den Winter bis in den Mai hinein stehen. Viele Insekten nutzen hohle Stängel als Winterquartier, darunter viele Wildbienenarten. An Stängeln und Gräsern verbergen sich Eier, Raupen und Puppen von Schmetterlingen. Die Samenstände bieten Vögeln Nahrung. · Bild: Freiheit für Tiere

Was hat unser Garten mit Tierschutz und Artenvielfalt zu tun? Auf den ersten Blick erst einmal nicht so viel. Doch vor dem Hintergrund des dramatischen Artensterbens könnten private Gärten und öffentliche Parks eine bedeutende Rolle spielen, um Inseln der Artenvielfalt zu schaffen. Und erfreulicher Weise erscheinen immer mehr Ratgeber für nachhaltiges und natürliches Gärtnern - als Gegenentwurf zum weltweit fortschreitenden Lebensraumverlust von Tieren und Pflanzen - die zeigen, wie wir auch ohne Vorerfahrung aus unserem Garten ein kleines Paradies schaffen können: für Tiere und Pflanzen, aber auch für uns selbst. weiter

Ein Jäger steigt aus

Prof. Dr. Rudolf Winkelmayer aus Niederösterreich war seit seiner Jugend leidenschaftlicher Jäger. Schon sein Vater war Jäger und nahm ihn als Kind oft mit auf die Jagd. Mehr als 100 Tiere hat der 67-Jährige in seinem Leben geschossen. Vor 14 Jahren machte er eine Kehrtwende: Von heute auf morgen beendete er das Schießen und verkaufte alle seine 16 Gewehre. Jetzt hat Prof. Winkelmayer ein Buch geschrieben: »Ein Beitrag zur Jagd- und Wildtier-Ethik«. Damit wendet er sich an seine ehemaligen Jagdkollegen und an die nicht jagende Bevölkerung und macht deutlich: »Töten als Freizeitvergnügen ist ethisch nicht vertretbar«. weiter

Interview: Ein Jäger steigt aus

Mit 16 machte er den Jagdschein, 37 Jahre lang ging er auf die Jagd. Dann hörte er von einem Tag auf den anderen mit dem Tiere töten auf. Freiheit für Tiere sprach mit dem Veterinär Prof. Dr. Rudolf Winkelmayer über seine Erfahrungen und die Gründe, warum er mit der Hobbyjagd Schluss gemacht hat. weiter

Mehr Freiheit für Pferde

Nach § 2 des Tierschutzgesetzes gilt: Wer ein Tier hält, muss dieses seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernähren, pflegen und verhaltensgerecht unterbringen. Und er darf die Möglichkeit des Tieres zur artgemäßen Bewegung nicht so einschränken, dass ihm Schmerzen, vermeidbare Leiden oder Schäden zugefügt werden. Doch was bedeutet dies für die heutige Pferdehaltung? weiter

Grausame Tierquälerei für Grana Padano-Käse

Die italienische Tierschutzorganisation Essere Animali dokumentierte in Milchviehbetrieben, die Grana Padano herstellen, schockierende Lebensbedingungen für Kühe und Kälber. Auch Gewalt durch Arbeiter gegenüber Tieren wurde dokumentiert. Grana Padano gehört neben Parmesan und Mozzarella zu den bekanntesten Käsesorten Italiens und ist der weltweit am meisten konsumierte Käse. weiter