Was sind eigentlich Qualzuchten?
Qualzuchten sind ein schwerwiegendes Tierschutzproblem: Die Tiere werden gezielt so gezüchtet, dass sie bestimmte Merkmale aufweisen, die jedoch mit erheblichen gesundheitlichen Problemen verbunden sind.
Qualzuchten gibt es bei vielen Haustieren: bei Hunden, Katzen, Kaninchen, Meerschweinchen, Fischen und Vögeln.
Bekannte Beispiele bei Hunden sind Möpse, Bulldoggen oder Boxer: Die angezüchtete Kurzköpfigkeit verursacht Leiden wie Atemnot, Ohren- und Augenentzündungen. Viele Halter finden ihr Schnarchen aufgrund von Atemproblemen sogar niedlich oder deuten das Röcheln beim Laufen als normal.
Bei Katzen sind Nacktkatzen (Bild) Qualzuchten, ebenso die Rasse Scottish Folds (Schottische Faltohrkatzen), die aufgrund ihres Gendefekts ihr Leben lang unter Gelenkbeschwerden leiden. Ihre Aktivität wird wegen Schmerzen stark eingeschränkt.
Bei Reptilien gibt es Qualzuchten mit einer veränderten Färbung, Größe und Beschuppung (»Morphenzuchten«). Zum Beispiel hat die Silkback-Bartagame (Bild links auf einer Reptilienbörse) eine angezüchtete Schuppenlosigkeit.
Auch in der landwirtschaftlichen Tierhaltung sind Qualzuchten weit verbreitet: Hier werden Tiere so gezüchtet, dass sie schneller wachsen, mehr Fleisch ansetzen, immer mehr Milch geben oder immer mehr Eier legen.
Hühner in der Eierindustrie leiden durch eine unnatürlich hohe Eierproduktion an Entzündungen des Legedarms und der Kloake sowie unter Knochenbrüchen, da die hohe Legeleistung und der damit verbundene Kalziumentzug die Knochen porös und instabil machen.
Hühner sowie Puten und Truthähne, die für eine hohe Fleischproduktion gezüchtet werden, leiden oft unter Gelenkproblemen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Kühe in der Milchindustrie leiden durch die übermäßig hohe Milchproduktion an schmerzhaften Euterentzündungen und anderen gesundheitlichen Problemen, so dass sie im Schnitt im Alter von nur fünf Jahren im Schlachthof enden.
Wer Fleisch, Milch und Eier konsumiert, trägt zu dem durch Qualzuchten verursachten Leid der Tiere bei.
