Waschbären haben (fast) keine Lobby

Das personifizierte Böse. Da hilft nur eins:

Das personifizierte Böse. Da hilft nur eins:

Abknallen. Feuer frei! In der vergangenen Jagdsaison wurden in Deutschland 75.762 dieser Tiere »neutralisiert«. · Foto: Artemtation/Pixabay

Gnadenlos verfolgt, gequält und massakriert

Von Jürgen Heimann

Hierzulande ist der Waschbär ja auf dem besten Wege, den ach so bösen Fuchs als Public Enemy Nr. 1 abzulösen. Der zwielichtige Maskierte, angeblich von Natur aus schlecht, stellt eine existentielle Bedrohung unserer Zivilisation dar. Zumindest möchte man uns das glauben machen. Viele Gründe werden genannt, die die Notwendigkeit unterstreichen, diesen Tieren noch vehementer als bisher den Pelz über die Ohren zu ziehen. So sollen die Waschbären zum Beispiel den Bestand der europäischen Sumpfschildkröte bedrohen, die es allerdings nur (noch) in Brandenburg gibt - in einer Stückzahl von 70 Exemplaren. Macht aber nix. Als Totschlagargument, den Tieren bundesweit nachstellen zu müssen (und zu dürfen) - und das noch exzessiver als bis dato -, reicht das allemal.

Andere, zumeist von Jägern angeführte, und angeblich zwingend für einen solchen tierischen Genozid sprechende Fakten sind von vergleichbarer inhaltlicher Stringenz. Die kleinen Bären gelten als die Terror-Prädatoren des deutschen Naturhaushaltes. Ausgeburten der Hölle, Manifestation des Schreckens. Deshalb: Feuer frei und Fallen auf! Das einschlägige PR-Trommelfeuer der schießenden Interessenverbände zeigt auch in der öffentlichen Wahrnehmung dieses Problems Wirkung. Headlines wie Der maskierte Jäger erobert das Land , Wilder Waschbär wütet in Wohnung , Terror-Waschbär macht Regierungsviertel unsicher (wenn der Hintergrund nicht so ernst wäre, müsste man drüber lachen), Aggressive Waschbären killen Jagdhunde oder Waschbären für Artensterben verantwortlich rascheln in Endlosschleife durch den gedruckten und den digitalen Blätterwald. Irgendetwas bleibt schon hängen.

Woher diese Informationen kommen und wer das größte Interesse an ihrer Verbreitung hat, ist offensichtlich. Und deren Wahrheitsgehalt entspricht, auch was die suggestive Aufbereitung anbelangt, oft dem von Aufmachern der Schmuddelzeitung mit den vier großen Buchstaben. Das zu Grunde liegende Prinzip ist aber nicht neu und ein gängiges Hilfsmittel der Manipulation und gezielten Desinformation. So etwas begegnet uns in vielen Bereichen.

Vor diesen »Bestien«

Vor diesen »Bestien«

kann einem ja auch angst und bange werden… In Amerika wird die Jagd auf diese Tiere zur Volksbelustigung erhoben. Speziell dafür ausgebildete Hunde scheuchen die Kleinbären auf Bäume, Herrchen knallt sie dann heldenhaft ab. Dafür gibt es Wettbewerbs-Punkte. · Foto: Amadeus Persicke - Fotolia.com

Die Jäger verkaufen uns Waschbären

als "Public Enemy Number 1"

Im Jagdjahr 2013/2014 haben die germanischen Nimrods laut Jagdstatistik 75.762 Raccoons , so der englischsprachige Begriff für den Waschbären, zur Strecke gebracht - offiziell. Die Dunkelziffer könnte darüber liegen, deutlich. Der Gesamtbestand dieser Allesfresser wird auf bundesweit 500.000 Exemplare geschätzt.
Tendenz: angeblich rasant steigend.

Ein amerikanischer Held:

Ein amerikanischer Held:

Hat unter Einsatz seines eigenen Lebens das zweier maskierter Pelz-Monster beendet. Tolle Leistung! · Foto: Youtube-Screenshot

Tennessee: Waschbärenjagd als Volksbelustigung

Bei unseren Verbündeten jenseits des großen Teiches, deren Wertvorstellungen mit den unseren angeblich deckungsgleich sind, leben ein paar mehr von diesen Gesellen. Waschbären stammen ja ursprünglich aus Nordamerika, lebten aber auch schon vor 25 Millionen Jahren in Good old Europe . Die Schusswaffen-verliebten US-Amerikaner sind wesentlich erfahrener, erfolgreicher und auch rigoroser darin, den üblen Burschen mit der putzigen Physiognomie den Garaus zu machen. Vielleicht mag der ein oder andere Kollege hierzulande insgeheim von solchen paradiesischen Voraussetzungen träumen: Denn amerikanische Jäger haben die Waschbärenjagd zur Volksbelustigung erhoben. In dem kleinen Städtchen Parsons in Tennessee wird Jahr für Jahr die (laut Veranstalter) größte Waschbären-Hatz der Welt ausgetragen. Aufgezogen ist diese grenzwertige Show wie eine große Kirmes - ein allen Ernstes als Fun-Event für die ganze Familie deklarierter Mordsspaß. It"s partytime! Organisator ist die Montgomery County Waschbärenjagdgesellschaft (Montgomery County Coon Hunters Association). Man muss sich das einmal vorstellen: ein Verein oder Interessengemeinschaft, dessen/deren Zweck einzig und allein darin besteht, einer bestimmten Tierart den Garaus zu machen. Zum Einsatz kommen bei diesem sportiven Wettstreit vor allem so genannte Coonhounds . Das sind speziell für die Waschbärenjagd gezüchtete Hunde, deren Aufgabe es dabei ist, die bärige Beute aufzuspüren, zu stellen und gegebenenfalls auf einen Baum zu scheuchen. Herrchen braucht dann nur noch ritterlich abzudrücken. Wessen Waldi die meisten Coons stellt, hat gewonnen: The candidate scored 18 points! Wobei jeder Punkt für einen in diesem ungleichen Kampf besiegten Gegner steht. Dafür winken stattliche Preisgelder.

Und die unterhaltsame Sause dient auch noch einem guten Zweck - in doppelter Hinsicht. Einmal dem natürlich, den Waschbären zu zeigen, wo der Hammer hängt. Und zum Zweiten: Ein caritativer Anstrich steigert Akzeptanz und Vergnügen um ein Vielfaches, macht die Teilnahme an diesem Zinnober quasi zur patriotischen Pflichtübung. Der Reinerlös dieser unter Schießbudenbedingungen ablaufenden Grausamkeits-Olympiade war auch in diesem Jahr für das St. Jude-Children"s Research-Hospital in Memphis/Tennessee bestimmt, einem der führenden Krankenhäuser der USA für Leukämieforschung und -behandlung. So lassen sich Lust am Töten und gelebte Nächstenliebe mit einander verknüpfen. Eine Geschmacklosigkeit, die an Perfidität eigentlich nicht mehr zu toppen ist.

Erschlagen, ausgeweidet, zerlegt:

Erschlagen, ausgeweidet, zerlegt:

Zu was »Menschen« fähig sind! Die Jungen dieser im mittelhessischen Lauterbach geschlachteten Waschbärin konnten trotz intensiver Suche nicht gefunden werden. Sie dürften inzwischen jämmerlich verhungert sein. · Foto: Dr. Francesco Dati

Grausame Waschbärenjagd in Hessen

Das war auch ein Vorfall nicht, der sich im Frühjahr im mittelhessischen Lauterbach ereignet hatte. Im Vogelsbergkreis, aber nicht nur dort, gibt es offenbar mehr als genug Gestörte, bei denen die Propaganda-Salven Wirkung zeigen: Waschbären müssten ausgerottet oder zumindest massiv und exzessiv verfolgt werden, weil sie uns und die Artenvielfalt der Natur bedrohen. Hier fällt die von irrationalen Urängsten gespeiste Saat des Hasses auf fruchtbar-mörderischen Boden.

Ein mühsames Geschäft:

Ein mühsames Geschäft:

Die wenige Tage alte Jungen, deren Mutter so bestialisch geschlachtet wurde, müssen zunächst mit Hilfe einer Einwegspritze ernährt werden. Später tut‘s auch ein Fläschchen. Die Waschbärenbabys sind nur wenige Zentimeter groß und völlig hilflos. · Foto: Dr. Francesco Dati

Waschbärenmütter brutal getötet -

Ehepaar nimmt hilflose Babys auf

Ein beispielloser Akt von unfassbarer Brutalität: Auf einem Wiesengrundstück waren zwei Waschbärinnen nach einem entsetzlichen Martyrium geschlachtet worden. Sie hatten gegen ihre Verfolger keine Chance. Ihre Jungen auch nicht: In irgendeiner Höhle der zahlreichen dort stehenden Bäume verborgen, dürften nach spätestens drei Tagen verhungert sein. Wenigstens in einem Fall gelang es, das Nest ausfindig zu machen. Die fünf wenige Tage alten Tierbabys fanden bei einem Ehepaar im Nachbarort Aufnahme und wurden dort mit der Flasche aufgezogen.

Aufgrund der Spuren lässt sich folgendes rekonstruieren: Die Waschbärinnen waren zunächst mit und in so genannten Gitterfallen festgesetzt worden. Eines der Tiere zog sich beim panisch-verzweifelten Versuch, sich zu befreien, tiefe Verletzungen an den Vorderpfoten zu. Es wurde in Folge von seinen Peinigern mit einem Knüppel erschlagen, dann mit einem Messer ausgeweidet und förmlich in Streifen geschnitten. Ein großer Teil des Körpers fehlte. Nicht ausgeschlossen, dass das Fleisch im Bräter gelandet ist. So etwas soll es ja auch geben. Allein bei dieser Vorstellung dreht sich normal veranlagten Zeitgenossen schon der Magen um. Inzwischen propagieren aber selbst prominente Fernsehköche die entsprechende Verwertung von Waschbärenfleisch, während solchem sogar Vertreter des Naturschutzbundes das Wort reden. So wird versucht, der exzessiven Jagd auf die Pelzträger einen vermeintlichen Sinn zu geben.

Das zweite Tier hatte seinen Häschern offenbar zunächst entkommen können und war unter einen Baum geflüchtet, wo es dann aber von seinen Verfolgern mit einer Latte, in deren vorderem Teil ein langer Nagel steckte, brutal erschlagen und aufgeschlitzt wurde. Aber das Tier hatte auch in Todesgefahr seine Mutterinstinkte nicht unterdrücken können und vermutlich bewusst eine falsche Spur gelegt, indem es die Verfolger an eine unverfängliche Stelle lockte. Ihre fünf Jungen wusste die Bärin so in einem ganz anderen, in der Nähe stehenden Baumstumpf in Sicherheit, wo die Babys später, wenn auch halbverhungert, gefunden wurden.

Die Eigentümer des weitläufigen, nicht völlig eingezäunten Anwesens dulden die Anwesenheit der schwarz-weißen Kleinbären seit Jahren nicht nur, sondern freuen sich auch über ihre regelmäßigen Besuche. Und vor allem auch darüber, dass sie sich hier so wohl und sicher fühlen, ihre Jungen zur Welt zu bringen und aufzuziehen. Die Horror-Bilder, die sich dem tierliebenden Ehepaar boten, haben ein Weltbild zerstört.

Unglaublich: Vertreter der Jägerschaft erhoben gegenüber der Polizei den Vorwurf, der Vorfall sei inszeniert worden, und zwar nur deshalb, um die Waidmann- und -frauschaft zu diskreditieren und gegen die Jagd auf Waschbären Stimmung zu machen. In welcher Welt leben wir eigentlich?

Aufgepäppelt:

Aufgepäppelt:

Nach sechswöchiger Rund-um-die-Uhr-Betreuung sind die kleinen Waschbären übern Berg. · Foto: Jürgen Heimann

Hier sind sie in Sicherheit.

Hier sind sie in Sicherheit.

Harald Roth betreibt mit seiner Frau eine private Auffang- und Aufzuchtstation im hessischen Lauterbach. Teilweise betreuen die beiden hier bis zu 70 verwaiste Tiere, deren Eltern von Jägern erschossen oder im Straßenverkehr getötet wurden. · Fotos: Jürgen Heimann

FREIHEIT FÜR TIERE 3/2026

Freiheit für Tiere 3/2026

Artikelnummer: 3-2026

Tiernachrichten: Verletzter Kormoran klopft an Notaufnahme in Bremen • Amsterdam verbietet Werbung für Fleisch • Plakate in Londoner U-Bahnen: Gaskammern für Schweine nicht »human« • Niedersachsen: Klage wegen CO2-Betäubung von Schweinen • Größter Legehennen-Schlachthof Bayerns: Mehrere Mitarbeiter wegen Tierquälerei verurteilt • Neues Tierschutzrecht in Italien: Tiere sind keine »Sachen« - Härtere Strafen für Tierquälerei • Verstoß gegen das Schweizer Tierschutzgesetz: Größte Lachsfabrik in der Schweiz geplant • Studie: EU gibt 23% des Gesamthaushalts als Subventionen für Fleisch und Milch aus • Rheinland-Pfalz: Grundstück in Winzeln ab sofort jagdfrei • Werkzeuge, Ideen und Innovationen: Der Erfindergeist der Tiere • Kulturlandschaft: Die Logik hinter dem Artenverlust - Mit Herz und Augen in der Natur unterwegs • Symbiosen: Pflanzen und Tiere im Garten • Nachhaltigkeit: Vegane Ernährung im Sport • TAMU: Das vegane Afrika-Kochbuch

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FREIHEIT FÜR TIERE 2/2026

Freiheit für Tiere 2/2026

Artikelnummer: 2-2026

Tiernachrichten: Schutzgebiet für ehemalige Show-Delfine in Süditalien entsteht • Verhaltenforschung: Werkzeuggebrauch bei Kühen - wie Primaten • Hobbyjagd: Freizeitvergnügen mit tödlicher Schusswaffe • Stoppt die Jagd auf Vögel! • Tierportrait: Deutschlands Wilde Wölfe • Mit Tieren leben: ERST das Buch, dann der HUND: Ratgeber VOR dem Hundekauf • 101 Empfehlungen von internationalen Wissenschaftlern: Vegane Ernährung als Schlüssel gegen zunehmende Gesundheitskrisen • Neue Studie: Ist pflanzliche Ernährung für Kinder und Jugendliche gesund? • Ernährung ohne Tierleid: Tipps für ein langes, gesundes und tierfreundliches Leben • Forschungstrend »Longevity«: Mit Pflanzenkraft gesunde Lebensjahre gewinnen - mit Rezepten • Lifestyle: »VEGAN & Delicious« von Bianca Zapatka - Tierfreundliche Rezepte

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FREHEIT FÜR TIERE 1/2026

Freiheit für Tiere 1/2026

Artikelnummer: 1/2026

Tierschutz aktiv: Delfinarien: Schluss mit Delfinen in Gefangenschaft! • Historisches Urteil in Spanien: Massive Umweltverschmutzung durch Massentierhaltungverstößt gegen Menschenrechte • Bayerns größter Milchviehbetrieb: Tierhaltungsverbot wegen schwerer Tierquälerei • Gesetz ab 2026 in Österreich: Heimtierhaltung mit Sachkundenachweis • Neues Gesetz zur Heimtierhaltung: Interview Prof. Rudolf Winkelmayer, Veterinär und Tierethiker • Ethik und Religion: Die Verfolgung von Vegetariern durch die Kirche • Tierportrait: »Hase und ich« - Ergreifende Rettung und Aufzucht eines Feldhasenbabys • Studie: Schon eine Scheibe Wurst am Tag erhöht das Risiko für chronische Krankheiten • Studie: Pflanzliche Ernährung reduziert Krebsrisiko deutlich • Italienische Küche vegan: Kochen alla Nonna • Rezept: Cavatelli agli spinaci • Rezept: Pasta al forno • Rezept: Tiramisu • DVD-Tipp: »Gottes Gäste« - Jetzt drei Tiergemärchen von Manfred Kyber auf DVD

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Neuauflage: FREIHEIT FÜR TIERE - Fakten gegen die Jagd

FREIHEIT FÜR TIERE: Fakten gegen die Jagd (völlig überarbeitete und auf 60 S. erweiterte Neuauflage)

Artikelnummer: 522

Fakten und Argumente gegen das blutige Hobby der Waidmänner und Waidfrauen: Trotz beharrlicher Propagandaarbeit der Jagdverbände sinkt das Image der Jäger immer mehr: Immer weniger Spaziergänger, Hundehalter, Reiter und Mountainbiker lassen es sich gefallen, wenn sie von Hobbyjägern angepöbelt oder sogar bedroht werden. Immer mehr Menschen protestieren gegen die Ballerei in Naherholungsgebieten. Und Berichte, dass Jäger aus Versehen Liebespaare im Maisfeld oder Ponys auf der Weide erschießen, können einem draußen in der Natur durchaus Angst machen. Warum Jäger Jagd auf Hasen machen, obwohl sie auf der »Roten Liste« bedrohter Arten stehen, kann irgendwie auch niemand mehr gut finden. Zudem haben 99,6 Prozent der Bevölkerung andere Hobbys, als Tiere tot zu schießen. Da stellt sich die Frage: Warum jagen Jäger wirklich?

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Werkzeuge, Ideen und Innovationen: Der Erfindergeist der Tiere

Buchvorstellung von Julia Brunke, Redaktion FREIHEIT FÜR TIERE

Tiere folgen nur ihren Instinkten und können höchstens ein paar angelernte Arbeitsschritte ausführen? Weit gefehlt! Sie können so viel mehr, als wir geahnt haben! Von Bergpapageien, die verschlossene Rucksäcke und Taschen öffnen, bis zu Kakadus, die mehrstufige Werkzeuge herstellen: Die Kognitionsbiologin Prof. Dr. Alice Auersperg nimmt uns mit auf eine Entdeckungsreise über die erstaunliche Kreativität, den verblüffenden Einfallsreichtum und Erfindergeist von Tieren - und sie zeigt, wie nah uns Tiere wirklich sind! weiter

Kulturlandschaft - Die Logik hinter dem Artenverlust. Mit Herz und Augen in der Natur unterwegs

In seinem Buch »Kulturlandschaft - Die Logik hinter dem Artenverlust« berichtet Guido Meyer, wie er erst als Spaziergänger und Mountainbiker, dann als Hundeführer und Fotograf immer tiefer in die Natur eintauchte und wildlebende Tiere wie Hirsche und Wölfe ganz nah erlebte. Und wie er dabei auf der anderen Seite immer öfter in Konfrontationen mit Jägern und sogar ernsthafte Bedrohungssituationen geriet, die ihn dazu brachten, intensiv über Jagd und Jäger zu recherchieren, über die dramatische Bedrohung der Arten und die Zerstörung von Lebensräumen, aber auch über das Ökosystem Wald, die wunderbare Kraft der Natur und die Symbiose von Natur und Tieren, an der auch wir Menschen teil haben können. Illustriert wird das Buch durch fantastische Fotografien, mit denen Guido Meyer seit Jahren auf seiner Plattform naturdigital.online begeistert. weiterlesen

Freizeitvergnügen mit tödlicher Schusswaffe: Wie lange noch?

Im Februar 2026 hat ein 52-jähriger Hobbyjäger im Landkreis Bamberg seine 49-jährige Frau, seinen 14-jährigen Sohn, die 6-jährige Tochter und sich selbst erschossen.
Im Januar 2026 traf der Schuss eines Jägers einen 23-Jährigen in Nordrhein-Westfalen tödlich. In Niedersachsen verwechselte ein 77-jähriger Hobbyjäger eine Gruppe Spaziergänger mit Wildtieren - eine 58-jährige Frau wurde schwer verletzt. In der Steiermark wurde ein 42-jähriger Hobbyjäger aus Versehen tödlich in den Kopf getroffen - beim Verladen eines erschossenen Wildschweins ins Auto löste sich ein Schuss.
Im Dezember 2025
tötete ein Hobbyjäger in der Oberpfalz seinen Nachbarn zwei Stockwerke über sich mit einem gezielten Kopfschuss. Ein anderer Hobbyjäger schoss vom Hochsitz aus Versehen auf einen 20-Jährigen und verletzte ihn so schwer, dass er im Krankenhaus notoperiert werden musste.
Im November 2025
erschoss ein Hobbyjäger in Reutlingen vier Familienangehörige und sich selbst - mit einer Schusswaffe, die er als Jagdscheininhaber legal besaß. Spaziergänger wurden von Jagdmunition getroffen, das Projektil eines Jägers durchschlug die Jalousie der Küchentür eines Hauses und ein Jagdschein­inhaber aus Crailsheim kündigte an, die »größtmögliche Anzahl an Ausländern« umbringen zu wollen. weiterlesen

Die Verfolgung von Vegetariern durch die Kirche

»Wenn jemand Fleischspeisen, die Gott den Menschen zum Genuss gegeben hat, für unrein hält und ... auf sie verzichtet ..., der sei mit dem Bannfluch belegt.«

Papst Johannes III., Synode von Braga, 561 n. Chr.


Diesen Bannfluch verkündete Papst Johannes III. im Jahr 561 nach Christus auf der Synode von Braga in Portugal. Ein Bannfluch hatte die »Vogelfreiheit« zur Folge: Der Gebannte verlor als Ausgeschlossener aus der Gesellschaft alle Rechte.


Ganz in diesem Geiste wurden im Jahre 1051 durch die Bischofsversammlung in Goslar »Ketzer«, die ausschließlich von Pflanzennahrung lebten, zum Tode verurteilt, weil sie sich geweigert hatten, Hühner zu töten. Das Töten von Hühnern wurde zum »Test«, um Ketzer zu erkennen!
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DVD-Tipp: Jesus und die Tiere

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Jesus treibt die Tierhändler aus dem Tempel.

Jesus von Nazareth wurde im Stall mitten unter den Tieren geboren. Gab Gott damit den Menschen nicht ein Symbol, dass Sein Sohn nicht in einem Palast, sondern bei Schafen, Rindern, Eseln und Katzen zur Welt kam?

Zu Zeiten des Jesus von Nazareth wurden Lämmer und Tauben im Tempel für die Sünden der Menschen geopfert. Jesus trat gegen diesen blutigen Kult ein. Bekannt ist die Szene, wie Jesus nach seinem Einzug in Jerusalem die Tierhändler aus dem Tempel hinaustrieb und die Tiere freiließ. Und er rief: »Steht nicht geschrieben: Mein Haus soll ein Bethaus heißen für alle Völker? Ihr aber habt eine Mördergrube daraus gemacht!« (Markus 11,17)

Über die Tierliebe des Jesus von Nazareth ist in der Bibel kaum etwas zu finden. Doch aus der frühchristlichen Geschichtsschreibung wird deutlich, dass Jesus kein Fleisch gegessen hat und sich für die Tiere einsetzte... weiterlesen

DVD: Jesus und die Tiere

Artikelnummer: 318

Vergleicht man die Bibel mit apokryphen Schriften, dann ist gut zu erkennen, dass die Kernaussagen oft die Gleichen sind, aber die Tierliebe Jesu, gänzlich fehlt. In dieser DVD werden viele Begebenheiten, bei denen Jesus über die Tiere sprach, wiedergegeben.

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»VEGGIE FOR KIDS. Vegan - kinderleicht & lecker«

Die Rezepte für unser Kochbuch »VEGGIE FOR KIDS. Vegan - kinderleicht & lecker« - sind allesamt von Kindern und Jugendlichen erprobt worden: Sie sind einfach zuzubereiten, schmecken richtig lecker und sind obendrein auch noch gesund! Und das Wichtigste: Wer so kocht, hilft unseren Freunden, den Tieren! weiterlesen

VEGGIE FOR KIDS

Artikelnummer: 053

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Neue Studie: Ist pflanzliche Ernährung für Kinder und Jugendliche gesund?

Die gesundheitlichen Auswirkungen von vegetarischer und veganer Ernährung im Kindesalter sind immer wieder Gegenstand von Diskussionen. Zahlreiche wissenschaftliche Studien belegen, dass eine vollwertige pflanzliche Ernährung für Kinder und Jugendliche gesund und bedarfsdeckend ist. Auch die bisher größte Studie dieser Art bestätigt nun: Pflanzliche Ernährung ist für Kinder und Jugendliche sicher und vorteilhaft. weiterlesen

Ernährung ohne Tierleid: Ein gesünderes Leben

Viele Menschen, die sich entscheiden, kein Fleisch mehr zu essen, tun dies aus ethischen Gründen: weil sie nicht möchten, dass Tiere für sie leiden und sterben müssen. Viele gehen den konsequenten Schritt weiter und lassen aus Liebe zu Kühen und Kälbchen Milch und Käse weg, essen aus Mitgefühl zu Hühnern keine Eier und leben rein pflanzlich. Und dann erfahren sie, dass eine vegane Ernährung ohne Tierleid auch die gesündeste ist!

Eigentlich würde uns dies schon der logische Menschenverstand sagen: Wie sollen Nahrungsmittel, die durch Leid und Tod entstehen, für uns gesund sein? In den letzten Jahren und Jahrzehnten sind tausende wissenschaftliche Studien veröffentlicht worden, die nachweisen: Eine Ernährung mit vollwertigen pflanzlichen Lebensmitteln ist gesund und versorgt uns auch mit allem, was wir brauchen. Diese Ernährungsweise beugt überdies zahlreichen Krankheiten vor, von Herz-Kreislauf-Erkrankungen über Krebs, Diabetes und Adipositas bis zu Demenz - und schützt damit vor vorzeitigem Tod. weiterlesen

Was Tiere denken - Intelligenz und Emotion in der Wildnis

Wir fangen gerade erst an, zu begreifen, dass das Gehirn von Tieren ähnlich komplex ist wie unser eigenes. Die Warnrufe von Präriehunden etwa sind nicht nur hektische Pfeiftöne, sie übermitteln damit differenzierte Nachrichten. Gorillas nutzen Zeichensprache, um vergangene Ereignisse zu schildern - wissen sie also, was heute, gestern und morgen ist? Nicht nur Primaten oder Elefanten, selbst kleinste Ameisen, denen man einen Farbtupfer auf dem Kopf angebracht hat, wollen diesen loswerden, sobald sie in einen Spiegel blicken - ein Beweis für ihr Ich-Bewusstsein, das Menschen erst ab dem zweiten Lebensjahr entwickeln. In ihrem Buch »Was Tiere denken - Intelligenz und Emotion in der Wildnis präsentiert Marianne Taylor 60 Tierarten, ihre bemerkenswerten kognitiven Fähigkeiten, ihre Gefühle und ihre ausgefeilte Kommunikation. weiter

Bayerischer Tierärztetag: Tierqual bei Milchkühen

Razzia auf Skandalhof in Bad Grönenbach. Pressemitteilung SOKO Tierschutz Kopie

Kühe, die nicht mehr laufen können, werden mit Treckern weggeschleift, Mitarbeiter treten ein liegendes Kalb:

Die aktuelle Undercover-Recherche von SOKO Tierschutz in Bayerns größtem Milchviehhof in Bad Grönenbach zeigt erneut massive Verstöße gegen den Tierschutz. · Bild: SOKO Tierschutz

Von Annemarie Botzki, Recherche und Kampagnen bei der Verbraucherschutzorganisation foodwatch e.V.

»Alle haben die Nase voll« - das ist der Satz, der mir vom bayerischen Tierärztetag in Kulmbach besonders im Ohr hängen bleibt. sitze mit 150 amtlichen und Amtstierärzt:innen in einem Konferenzraum. Normalerweise sind sie in detaillierte, fachliche Diskussionen vertieft. Aber diesmal ist die Stimmung anders. Angespannt. Frustriert. weiter

Die dunkle Seite der Milch: Das Leid der Kälbchen

Die Milchindustrie gaukelt uns in der Werbung gerne vor, dass Kühe ein glückliches Leben auf grünen Weiden führen. Wie sieht die Realität aus? Milchkühe müssen ihr Leben in den meisten Fällen ganzjährig im Stall verbringen - zum Teil sogar immer noch in besonders tierquälerischer Anbindehaltung. So hält nach Angaben des Bayerischen Bauernverbands rund die Hälfte der circa 25.000 Milchviehbetriebe in Bayern ihre Tiere in Anbindehaltung. Damit die Kühe immer Milch geben, werden sie jedes Jahr künstlich befruchtet. Die neugeborenen Kälber werden ihren Müttern kurz nach der Geburt weggenommen. Die Milch, welche die Natur für die Kälbchen bestimmt hat, wird maschinell abgepumpt, industriell verarbeitet und im Supermarkt verkauft. Was passiert dann eigentlich mit den Kälbern? weiter

Gestatten. Biber. Eine außergewöhnliche Freundschaft mit einer wildlebenden Biberfamilie

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Christian Kuschenreiter Aug’ in Aug’ mit einem Biber. Das freilebende Tier hat Vertrauen wie zu einem Familienmitglied.

Schwarze Knopfaugen, beeindruckende Schneidezähne, großer Paddelschwanz, Stupsnase und dichter Pelz: Biber sind entzückende Tiere, und obendrein schlau, empathisch, kommunikativ, verspielt - und eigentlich sehr scheu. Als Bettina und Christian Kutschenreiter im Jahr 2003 beim Fotografieren an einem Fluss in Oberbayern auf eine Biberfamilie treffen, ist das der Beginn einer außergewöhnlichen Freundschaft, die bis heute anhält. Die Biber lassen die beiden Tierfreunde nach und nach an ihrem Leben teilhaben und suchen schließlich sogar bewusst ihre Nähe. Jetzt haben die beiden ein Buch über ihre Erlebnisse mit den Bibern geschrieben - mit vielen wunderschönen und sicher einzigartigen Fotos. weiter

Die Intelligenz der Hunde

Die internationale Forschung hat sich in den letzten Jahren zunehmend mit der Intelligenz von Hunden beschäftigt und dabei so manches bestätigt, was Hundefreundinnen und Hundefreunde längst wussten: Hunde denken viel komplexer als gedacht. Aber: Was genau ist Hundeintelligenz? Wie misst man sie? Haben wir dazu überhaupt die richtigen Werkzeuge und Vergleichsmaßstäbe? Sind »Menschenschläue« und »Hundeschläue« überhaupt vergleichbar? Und in welchen Bereichen haben Hunde andere oder viel mehr geistige Kompetenzen als wir? weiter

Trügerische Küstenidylle: Jagd auf Seehunde im Wattenmeer

Wussten Sie, dass Hobbyjäger an der deutschen Nordseeküste und auf den Nordseeinseln jedes Jahr Hunderte Robben und Robbenbabys erschießen? Und das, obwohl laut EU-FFH-Richtlinie die Jagd auf Seehunde streng verboten ist? Denn die geschützten Seehunde unterliegen in Deutschland dem Jagdrecht. Sie haben zwar ganzjährig Schonzeit, doch »Seehundjäger« in Schleswig-Holstein und »Wattenjagdaufseher« in Niedersachsen sind befugt, sich um gestrandete, verletzte, verlassene und kranke Robben zu »kümmern«. weiter

Für Bienen, Schmetterlinge, Vögel, Igel & Co.: Natürlich gärtnern für die Artenvielfalt

»Lass wachsen«: Wildblumenwiesen sind für uns eine Augenweide und bieten Wildbienen, Schmetterlingen und Vögeln Lebensraum und Nahrung.

»Lass wachsen«: Wildblumenwiesen sind für uns eine Augenweide und bieten Wildbienen, Schmetterlingen und Vögeln Lebensraum und Nahrung.

Wichtig: Lassen Sie Wiesen und Stauden über den Winter bis in den Mai hinein stehen. Viele Insekten nutzen hohle Stängel als Winterquartier, darunter viele Wildbienenarten. An Stängeln und Gräsern verbergen sich Eier, Raupen und Puppen von Schmetterlingen. Die Samenstände bieten Vögeln Nahrung. · Bild: Freiheit für Tiere

Was hat unser Garten mit Tierschutz und Artenvielfalt zu tun? Auf den ersten Blick erst einmal nicht so viel. Doch vor dem Hintergrund des dramatischen Artensterbens könnten private Gärten und öffentliche Parks eine bedeutende Rolle spielen, um Inseln der Artenvielfalt zu schaffen. Und erfreulicher Weise erscheinen immer mehr Ratgeber für nachhaltiges und natürliches Gärtnern - als Gegenentwurf zum weltweit fortschreitenden Lebensraumverlust von Tieren und Pflanzen - die zeigen, wie wir auch ohne Vorerfahrung aus unserem Garten ein kleines Paradies schaffen können: für Tiere und Pflanzen, aber auch für uns selbst. weiter

Ein Jäger steigt aus

Prof. Dr. Rudolf Winkelmayer aus Niederösterreich war seit seiner Jugend leidenschaftlicher Jäger. Schon sein Vater war Jäger und nahm ihn als Kind oft mit auf die Jagd. Mehr als 100 Tiere hat der 67-Jährige in seinem Leben geschossen. Vor 14 Jahren machte er eine Kehrtwende: Von heute auf morgen beendete er das Schießen und verkaufte alle seine 16 Gewehre. Jetzt hat Prof. Winkelmayer ein Buch geschrieben: »Ein Beitrag zur Jagd- und Wildtier-Ethik«. Damit wendet er sich an seine ehemaligen Jagdkollegen und an die nicht jagende Bevölkerung und macht deutlich: »Töten als Freizeitvergnügen ist ethisch nicht vertretbar«. weiter

Interview: Ein Jäger steigt aus

Mit 16 machte er den Jagdschein, 37 Jahre lang ging er auf die Jagd. Dann hörte er von einem Tag auf den anderen mit dem Tiere töten auf. Freiheit für Tiere sprach mit dem Veterinär Prof. Dr. Rudolf Winkelmayer über seine Erfahrungen und die Gründe, warum er mit der Hobbyjagd Schluss gemacht hat. weiter

Mehr Freiheit für Pferde

Nach § 2 des Tierschutzgesetzes gilt: Wer ein Tier hält, muss dieses seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernähren, pflegen und verhaltensgerecht unterbringen. Und er darf die Möglichkeit des Tieres zur artgemäßen Bewegung nicht so einschränken, dass ihm Schmerzen, vermeidbare Leiden oder Schäden zugefügt werden. Doch was bedeutet dies für die heutige Pferdehaltung? weiter

Grausame Tierquälerei für Grana Padano-Käse

Die italienische Tierschutzorganisation Essere Animali dokumentierte in Milchviehbetrieben, die Grana Padano herstellen, schockierende Lebensbedingungen für Kühe und Kälber. Auch Gewalt durch Arbeiter gegenüber Tieren wurde dokumentiert. Grana Padano gehört neben Parmesan und Mozzarella zu den bekanntesten Käsesorten Italiens und ist der weltweit am meisten konsumierte Käse. weiter