Was macht Hunde so besonders für uns?

Ein Wissenschaftler sagt den Grund: Liebe

Was Hundefreunde schon immer wussten, kann durch moderne wissenschaftliche Forschung heute belegt werden: Der Grund- und Eckstein der Hund-Mensch-Beziehung ist Liebe! · Bild: ABO PHOTOGRAPHY - Shutterstock.com


Was macht die fünfzehntausend Jahre währende Beziehung zwischen Hund und Mensch so einzigartig? Die Nützlichkeit des Hundes für den Menschen, sagten die einen. Der Opportunismus des Hundes, der beim Menschen ein bequemes Auskommen fand, sagten die anderen. Eine evolutionär herausgebildete besondere Form der Intelligenz, die Hunden ein außergewöhnliches Verstehen des menschlichen Verhaltens ermöglicht, so die aktuell am häufigsten vertretene These. Das alles greift zu kurz und wird der einzigartigen Lovestory zwischen Hund und Mensch nicht gerecht, meint Psychologieprofessor Clyve Wynne. Der Experte für Hundeverhalten ist überzeugt: Der Grund- und Eckstein der Hund-Mensch-Bindung ist so simpel wie erstaunlich - Liebe!

Dass ein Wissenschaftler es wagt, dieses Wort in den Mund zu nehmen, ist ungewohnt und geradezu unerhört. Warum es aber höchste Zeit dafür ist, erklärt sein Buch »...und wenn es doch Liebe ist? - Neues zur Hund-Mensch-Beziehung«. So überraschend wie überzeugend und untermauert Prof. Wynne das, was Hundefreunde schon immer wussten, mit Fakten aus der wissenschaftlichen Forschung: Hunde lieben uns mit jeder Faser ihrer Körperchemie und ihres Herzschlags tatsächlich mehr, als wir ahnen - wissenschaftlich nachweisbar und ganz ohne kitschige Wunschvorstellung. Zeit, unser Verhältnis zu diesem einzigartigen Wesen an unserer Seite zu überdenken.


Forscher haben nachgewiesen: Hunde zeigen Mutationen auf drei Genen, die für ihr hochgradig liebevolles Wesen verantwortlich sind. · pitrs - Shutterstock.com


»Hunde lieben uns mit jeder Faser ihrer Körperchemie und ihres Herzschlags tatsächlich mehr, als wir ahnen«

»Hunde lieben Menschen, das stimmt«, erklärt Prof. Dr. Clive Wynne. »Aber sie können jedes Wesen lieben, solange sie früh im Leben mit ihm in Kontakt kommen. Wir sehen das an Herdenschutzhunden, die sich um Schafherden, Ziegen oder andere Tiere kümmern. Der außergewöhnlichste Fall dieser Art, der mir begegnete, waren Hunde, die Pinguine auf einer Insel vor der australischen Südküste vor Raubtieren schützten.«

Forscher haben nachgewiesen: Hunde zeigen Mutationen auf drei Genen, die für ihr hochgradig liebevolles Wesen verantwortlich sind. Doch die DNA bestimmt nicht das Schicksal eines Hundes. Wölfe dagegen verfügen über diese Mutation nicht, weshalb vom Menschen groß gezogene Wölfe niemals eine genauso enge Bindung an den Menschen entwickeln wie Hunde.

Zwar werden alle Hunde mit der Fähigkeit zum Lieben von Menschen geboren, aber nur, wenn sie früh in ihrem Leben gute Erfahrungen mit Menschen machen, wachsen sie zu liebenden Wesen heran.

In den 1950er Jahren haben Wissenschaftler Hundewelpen dreieinhalb Monate lang ohne jeden Kontakt zu Menschen aufgezogen und beschrieben diese später als »kleine Wildtiere«, die nie in der Lage waren, freundliche Beziehungen zu ihnen aufzubauen.


»Hunde lieben Menschen, das stimmt«, erklärt Prof. Dr. Clive Wynne. »Aber sie können jedes Wesen lieben, solange sie früh im Leben mit ihm in Kontakt kommen.« · Bild: Carola Schubbel - Shutterstock.com


Zwei Herzen können im Gleichklang schlagen

Hunde lieben ihre Menschen genauso sehr, wie kleine Kinder ihre Mütter. In einfachen Tests, in denen man bewertet, wie stark Kinder an ihre Mütter gebunden sind, zeigen Hunde gleich starke Reaktionen auf die Trennung von ihrer Bezugsperson wie kleine Kinder.

»Wenn ein Hund und sein Mensch zusammensitzen und entspannen, synchronisieren sich ihre Herzschläge«, erklärt der Verhaltenspsychologe.

Hunde sorgen sich um uns Menschen und werden uns aktiv helfen, sofern sie verstehen, was zu tun ist. Versuche haben gezeigt, dass Hunde sich sorgen, wenn Menschen weinen, und wenn ihr Besitzer in einer Kiste gefangen ist, werden viele versuchen, ihn zu befreien - solange die Kiste nicht zu schwierig zu öffnen ist.

Studien zeigen auch: Wenn Hunde die Wahl haben, entscheiden sie sich oft dafür, einen vollen Futternapf zu ignorieren, um Zeit mit ihrem Menschen zu verbringen.


»Wenn ein Hund und sein Mensch zusammensitzen und »Wenn ein Hund und sein Mensch zusammensitzen und entspannen, synchronisieren sich ihre Herzschläge«, erklärt der Verhaltenspsychologe Prof. Dr. Clyve Wynne. · Bild: Nina Buday - Shutterstock.com


Sehnsucht und riesige Wiedersehensfreude

Prof. Dr. Clive Wynne fand heraus: Die Beziehung zum Menschen ist so eng, dass der Hund seine eigenen Bedürfnisse hintenanstellt, wenn es darum geht, seinem Menschen zu gefallen. Jeder Hundebesitzer kennt das: Wenn Herrchen oder Frauchen von einer Reise zurückkommt, dann flippt der Hund regelrecht aus. Er hat es dabei nicht auf Leckerchen oder Streicheleinheiten abgesehen, wie andere Tiere. Die Erklärung des Verhaltenspsychologen ist für Hundefreunde offensichtlich und lautet: Tagelang hat sich der Hund vor Sehnsucht verzehrt - menschlich gesprochen - und ist nun vor lauter Wiedersehensfreude nicht mehr zu bremsen.


Die Wiedersehensfreude von Hunden ist kaum zu bremsen. · BIGANDT.COM - Shutterstock


»In den Gehirnen und Hormonen der Hunde steckt der Beweis, wie sehr sie ihre Menschen lieben«

Worte wie »Liebe« oder »Sehnsucht« bei Hunden konnte Prof. Wynne seinen Wissenschaftlerkollegen verständlicherweise nur schwer vermitteln. So entwickelte er immer neue Verhaltenstests, in denen er die Konzentration des Hormons Oxytocin maß. Oxytocin, das auch als »Bindungshormon« bezeichnet wird, stärkt bei Menschen - wie auch bei Tieren - das Vertrauen, es fördert soziale Bindungen, stärkt die Bindung zwischen Paaren sowie Eltern und Kindern. Oxytocin tritt in Aktion, wenn wir einander näher kommen - wenn also Liebe im Spiel ist.

In seinen Untersuchungen stellte der Wissenschaftler immer wieder fest: Für Hunde ist die innige Verbundenheit zu ihren Menschen ein Dauerzustand. Hunde sind auf ihren Menschen fixiert und verzeihen ihm fast alles. »In den Gehirnen und Hormonen der Hunde steckt der Beweis, wie sehr sie ihre Menschen lieben«, so der Verhaltenspsychologe. »Wenn ein speziell trainierter Hund in einem MRT-Scanner liegt und man ihm Symbole dafür zeigt, dass sein Mensch in der Nähe ist, zeigt sein Gehirn Aktivitäten, die auf Glücksempfindungen schließen lassen. Und wenn Menschen und Hunde einander in die Augen schauen, steigt bei beiden der Spiegel des „Liebeshormons“ Oxytocin an.«

»Wir müssen und können mehr tun, um unseren Hunden ein gutes Leben zu geben«

»Obwohl viele von uns die Liebe erwidern, die unsere Hunde uns zeigen, kümmern wir uns doch oft nicht so um sie, wie wir sollten«, schreibt der Hundeexperte. »Viele Menschen praktizieren immer noch veraltete Formen der Kontrolle über ihre Hunde, die auf der missverstandenen Vorstellung beruhen, man müsse Dominanz über ein Tier ausüben, das doch nur freundliche Führung sucht.«

Hundebesitzer erkennen häufig nicht, dass das größte Bedürfnis ihrer Hunde das nach ihrer Gesellschaft ist. Menschen lassen ihre Hunde acht, zehn oder zwölf Stunden am Tag allein. »Für ein hochsoziales Tier ist solch eine Einzelhaft Folter«, erklärt der Wissenschaftler.

Der Appell von Prof. Dr. Clyve Wynne lautet: »Wir müssen und können mehr tun, um unseren Hunden ein gutes Leben zu geben.« Er weist auch auf die traurige Tatsache hin, dass Millionen von Hunden jede Nacht auf Betonböden in Tierheimen schlafen und in manchen Ländern eingeschläfert werden, wenn sie innerhalb einer bestimmten Zeit kein Mensch herausholt.

Ein absolutes Muss für Hundefreunde

»… und wenn es doch Liebe ist?« ist ein absolutes Muss für Hundeliebhaber sowie für alle, die an Verhaltensbiologie interessiert sind. Prof. Dr. Clyve Wynne verbindet Ergebnisse von Verhaltensstudien überaus interessant mit persönlichen Erfahrungen und voller spannenden Berichten zu einem wissenschaftlich fundierten und zugleich unterhaltsamen Buch.


»Wenn wir erst einmal verstehen, dass es der Wunsch nach starken, gefühlsgeprägten Bindungen ist, der Hunde so besonders macht, werden wir das Vertrauen, das sie in uns setzen, nicht enttäuschen.« · Bild: Anna Hoychuk - Shutterstock


Der Autor

Dr. Clive D. L. Wynne ist Professor der Psychologie und Experte für Hundeverhalten. Er wuchs auf der Isle of Wight auf, studierte in London und promovierte in Edinburgh. Seit 2013 leitet er das Canine Science Collaboratory an der Arizona State University. Außerdem ist er Forschungsleiter des Wolfsparks in Battle Ground, Indiana.
Bild: Sam Wynne

Das Buch

»Endlich hat die Wissenschaft das Geheimnis der Hunde enthüllt: ihre einzigartige Fähigkeit, zu lieben. Großartig.«
John Bradshaw, Leiter des anthrozoologischen Institutes an der Universität von Bristol, Autor des Bestsellers »Hundeverstand«

Clive Wynne: ...und wenn es doch Liebe ist?
Neues zur Hund-Mensch-Beziehung
Kynos-Verlag, 2019 · ISBN: 978-3954642052
Hardcover, 296 Seiten
Preis: 24,95 Euro


"Was an Hunden wirklich hervorsticht und für ihren phänomenalen Erfolg in der Menschenwelt verantwortlich ist, ist ihre Fähigkeit zur Bildung starker, emotionaler Bindungen: Ihre Fähigkeit, uns zu lieben und Liebe von uns zu akzeptieren." · Bild: HTeam - Shutterstock


…und wenn es doch Liebe ist?


Interview mit Prof. Dr. Clive Wynne

Prof. Dr. Clive Wynne, Professor der Psychologie, Experte für Hundeverhalten und Autor des Buches »....und wenn es doch Liebe ist? - Neues zur Hund-Mensch-Beziehung« gibt Antworten auf Fragen von Hundefreunden.

Weiß nicht jeder, der schon einmal mit einem Hund gelebt hat, dass sein Hund ihn liebt?

Prof. Dr. Clive Wynne:
Es stimmt, dass die Mehrheit der Hundehalter ein starkes intuitives Gefühl dafür hat, dass ihr Hund etwas Starkes ihnen gegenüber empfindet. Aber noch bis vor Kurzem haben Wissenschaftler, die Hunde besser verstehen wollten, sich anzuerkennen geweigert, dass es die Liebe der Hunde gegenüber Menschen sein könnte, die einen Teil ihrer Erfolgsgeschichte in unserer Gesellschaft ausgemacht hat. Wir dachten bisher, ihre Zuneigung und überhaupt ihre Emotionen im Allgemeinen seien eine Blackbox, die ihren Inhalt niemals einer wissenschaftlichen Analyse preisgeben würde. Viele Forscher haben sich auf die Theorie konzentriert, dass Hunde während der Evolution besondere Fähigkeiten entwickelt hätten, Menschen gut zu verstehen. Ich befürchte, dass sie eine falsche Spur verfolgt haben und lege in meinem Buch die zahlreichen Beweise dafür dar, dass Hunde nicht mit außergewöhnlicher Intelligenz gesegnet sind, sondern vielmehr mit einer bemerkenswerten Fähigkeit zur Bildung starker emotionaler Bindungen zu Angehörigen unserer Spezies.

Natürlich sind Hunde auch schlau - einige mehr als andere. Ich habe die Bekanntschaft von Chaser gemacht, einer Hündin, die die Namen von mehr als 1200 Spielzeugen kannte und bewundere die Fähigkeiten von Spürhunden, Dinge zu finden, die uns komplett verborgen bleiben. Diese Hunde retten buchstäblich jeden Tag Menschenleben.

Was ich klarmachen möchte, wenn ich sage, dass es nicht das Gehirn, sondern das Herz der Hunde ist, das sie so außergewöhnlich macht, ist, dass die Intelligenz der Hunde eigentlich von einer Art ist, wie wir sie auch bei vielen anderen Tierarten sehen.

Man hat Ratten zum Erschnüffeln von Sprengstoff trainiert und sie waren darin offenbar genauso gut wie Hunde, und es gibt Laborstudien zu verschiedenen Tierarten, die Chasers Leistungsniveau erreichen oder übertreffen.

Nein, ich denke, was an Hunden wirklich hervorsticht und für ihren phänomenalen Erfolg in der Menschenwelt verantwortlich ist, ist ihre Fähigkeit zur Bildung starker, emotionaler Bindungen: Ihre Fähigkeit, uns zu lieben und Liebe von uns zu akzeptieren. Es liegt an dieser kraftvollen Verbindung zwischen Hunden und ihren Menschen, dass man sie oft zu solch erstaunlichen Dingen trainieren kann. Das meine ich, wenn ich die Aufmerksamkeit eher auf die Fähigkeit der Hunde zum Lieben richten möchte als auf ihre Intelligenz.


»Das Band der Zuneigung zwischen Menschen und ihren Hunden iat nicht so etwas wie das Sahnehäubchen obenauf, wenn es um das Verständnis von Hunden geht, sondern die Quintessenz dessen, was Hunde zu dem macht, was sie sind und warum sie uns so viel bedeuten.« · Bild: Carola Schubbel - Shutterstock.com


Welche Beweise hat man dafür gefunden, dass Hunde sich wirklich um Menschen sorgen?

Prof. Dr. Clive Wynne:
Es gibt heute viele Beweise dafür, dass Hunde sich wirklich um Menschen sorgen. Das reicht von sehr einfachen Verhaltens­tests bis hin zu Studien, die Liebes­hormone messen oder die Gehirnaktivitäten von Hunden scannen, um in Echtzeit zu sehen, wie Zuneigung in ihre neuronale Hardware einprogrammiert ist. Wir haben Studien durchgeführt, die zeigen, wie Hunde bei ihren Besitzern nach Trost suchen, wenn sie gestresst sind; andere Labore haben herausgefunden, dass Hunde versuchen, einen emotional aufgeregten Menschen zu trösten. Studien aus Japan und Schweden haben gezeigt, dass das so genannte »Liebeshormon« Oxytocin bei Menschen und Hunden mit starker Bindung zueinander hochschießt, wenn sie sich in die Augen sehen. Und Forschungsergebnisse aus Atlanta, Georgia, zeigen, wie die Belohnungszentren im Gehirn eines Hundes aktiviert werden, wenn er an seine Bezugsperson erinnert wird.

Wie hat das Schreiben dieses Buchs Sie verändert?

Prof. Dr. Clive Wynne:
Ich gehörte eigentlich eher zu der besonders nüchternen Fraktion der Tierverhaltensforscher: Man nannte mich sogar einmal die »Spaßbremse« der Hundekognitionsforschung. Ich lege in meiner Wissenschaft immer noch Wert auf Kontrolle und Genauigkeit und gebe mir große Mühe, die Dinge korrekt zu machen. Aber nachdem ich die zahlreichen Beweise aus viele Studien - meinen eigenen und denen von Wissenschaftlern aus der ganzen Welt - angeschaut habe, wurde mir schließlich klar, dass das Band der Zuneigung zwischen Menschen und ihren Hunden nicht so etwas wie das Sahnehäubchen obenauf ist, wenn es um das Verständnis von Hunden geht, sondern die Quintessenz dessen, was Hunde zu dem macht, was sie sind und warum sie uns so viel bedeuten.

Welche Rolle spielte Ihre Hündin Xephos für die Entstehung dieses Buchs?

Prof. Dr. Clive Wynne:
Xephos kam an einem entscheidenden Punkt in der Entwicklung meiner Theorie über die Liebe der Hunde in unser Leben - und war damit an der Geburt dieses Buchs beteiligt. Zu der Zeit, als wir Xephos bekamen, wusste ich bereits, was meiner Meinung nach an den Erklärungs­versuchen mancher Menschen für den Erfolg der Hunde aufgrund irgendeiner besonderen Intelligenz falsch war, aber ich hatte noch nicht ganz zu fassen bekommen, was es dann war, das Hunde so gut in der Nähe von Menschen gedeihen lässt.

Ab dem Moment, als Xephos zu uns nach Hause kam, legte sie es darauf an, mir zu zeigen, was ihre Art so besonders und schätzenswert für uns macht. Sie ist nicht der schlaueste aller Hunde, aber sie hat ein Herz voller überschwänglicher Liebe zu verschenken. Zuerst wusste ich nicht, wie ich ihre Zuneigung mit meinem wissenschaftlichen Verständnis von Hunden zusammenbringen sollte, aber mit Xephos‘ Hilfe wurde ich dann auf ein neues Verständnis von der Einzigartigkeit der Hunde gestoßen.

Was war das Überraschendste, das Sie beim Schreiben dieses Buchs lernten?

Prof. Dr. Clive Wynne:
Mir war nicht klar, dass man etwas so »Schwammiges« wie Liebe in einen absolut respektablen wissenschaftlichen Begriff fassen konnte - selbst wenn wir sie in »Hyper-Soziabilität« oder »übertriebene Geselligkeit« umtaufen müssen, um es in die Wissenschaftsliteratur zu schaffen. Und mir war nicht bewusst, wie uralt die Zuneigung der Menschen zu Hunden und die menschlichen Zeugnisse von der Liebe der Hunde zu Menschen sind. Es gibt Belege aus der Zeit des Beginns der Schriftsprache im Alten Ägypten, die einfangen, wie sehr sich Menschen schon damals um Hunde gekümmert haben. Und man kann die Spur der Liebe zwischen Menschen und Hunden sogar noch weiter zurückverfolgen, wenn man sich anschaut, wie sorgfältig Menschen ihre Hunde vor über vierzehntausend Jahren bestattet haben.

Wie können wir das emotionale Wohlergehen unserer Hunde sicherstellen?

Prof. Dr. Clive Wynne:
Der Schlüssel zum emotionalen Wohlergehen unserer Hunde ist die Erkenntnis, dass sie emotionale Wesen mit dem Bedürfnis nach Zuneigung und Freundschaft sind, das wir anerkennen und respektieren müssen.

Wenn wir erst einmal verstehen, dass es der Wunsch nach starken, gefühlsgeprägten Bindungen ist, der Hunde so besonders macht, werden wir das Vertrauen, das sie in uns setzen, nicht damit beantworten, dass wir ihnen ein isoliertes und einsames Leben zumuten - für acht, zehn oder mehr Stunden am Tag im leeren Haus eingesperrt. Stattdessen werden wir Wege finden, sie frei ausdrücken zu lassen, was sie uns gegenüber empfinden. Das ist keine Astrophysik und erfordert auch keine besonderen Kenntnisse: Man muss seinem Hund nur liebevolle Führung und von Zuneigung geprägte Freundschaft geben. Hunde verlangen nicht viel von uns und wir sollten nicht damit geizen, ihnen zu geben, was sie brauchen.


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