Ein Jäger steigt aus

»Töten als Freizeitvergnügen ist ethisch nicht vertretbar«

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Jahrzehntelang schoss er Rehe und Hirsche, jagte Gämsen in den Bergen, machte Jagdreisen nach Afrika, tötete Büffel und Leoparden. Das war einmal.

Heute lebt Prof. Winkelmayer vegan. · Bild: Rudolf Winkelmayer

Prof. Dr. Rudolf Winkelmayer aus Niederösterreich war bis zur Pensionierung Tierarzt, Amtstierarzt und Lebensmittelwissenschaftler - und seit seiner Jugend leidenschaftlicher Jäger. Schon sein Vater war Jäger und nahm ihn als Kind oft mit auf die Jagd. Bereits mit 16 Jahren machte er die Jagdprüfung. Mehr als 100 Tiere hat er in seinem Leben geschossen. Auf Jagdreisen in Afrika schoss er Antilopen, Büffel und Leoparden.

Er war im Landesjagdverband aktiv und hielt dort Vorträge über Wildbret-Hygiene. Dann machte Rudolf Winkelmayer eine Kehrtwende: Von heute auf morgen beendete er das Schießen und verkaufte alle seine 16 Gewehre.

Er hörte nicht nur mit dem Töten von Wildtieren auf, sondern auch mit dem Fleisch essen. Seit einigen Jahren ernährt er sich sogar vegan. Wenn Prof. Winkelmayer heute in den Wald geht, dann um das Zwitschern der Vögel zu genießen und in gesunder Luft zu laufen. Er weiß, dass den Jägern aus der Gesellschaft inzwischen ein rauer Wind entgegen bläst: »Töten zum Spaß und als Freizeitvergnügen ist immer weniger anerkannt.« Gemeinsam mit Organisationen und Fachleuten aus Naturschutz, Tierschutz und dem ökologischen Jagd­verband hat Prof. Winkelmayer ein Volksbegehren für ein neues Bundesjagdgesetz ins Leben gerufen, das auf den Säulen Ökologie und Tierschutz beruht.

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Prof. Dr. Rudolf Winkelmayer, Jahrgang 1955, war bis zur Pensionierung praktischer Tierarzt, Amtstierarzt und Lebensmittelwissenschaftler.

2006 wurde ihm vom Österreichischen Bundespräsidenten der Berufstitel Professor verliehen. Als Tierarzt und Jäger schrieb er zahlreiche Bücher und Fachartikel über Jagdethik, Wildbrethygiene und Tierethik.

2008 konnte er das Töten von Tieren nicht mehr mit seinem Gewissen vereinbaren und verkaufte alle 16 Jagdgewehre. Als Autor zahlreicher Publikationen und Bücher ist er heute vor allem als Vordenker in Sachen Tierschutz und Tierrechte bekannt und weiterhin publizistisch tätig.

Seit 2022 setzt sich Prof. Dr. Rudolf Winkelmayer mit Organisationen und Fachleuten aus Naturschutz, Tierschutz und dem ökologischen Jagd­verband für die Änderung der Jagdgesetzgebung in Österreich ein.

Informationen: www.winkelmayer.at

https://bundesjagdgesetz.at/

Den ersten Rehbock schoss er mit 16

»Ich komme aus einer Jägerfamilie. Mein Vater war Jäger und hat mich schon als Kind oft zur Jagd mitgenommen. Mit 16 Jahren habe ich dann die Jagdprüfung gemacht und gleich meinen ersten Rehbock geschossen. Ich war natürlich stolz, bin aber danach in Tränen ausgebrochen. Damals konnte ich meine Gefühle nicht einordnen. Rückblickend weiß ich nun, dass ich Mitleid mit dem Bock hatte«, erzählt Prof. Winkelmayer. »Als Jäger habe ich natürlich auch Wildfleisch gegessen, es zuhause selbst gekocht. Rinder oder Schweine wollte ich seit jeher aber nicht gerne auf meinem Teller haben. Die taten mir immer leid, weil sie schlecht gehalten werden. Als Amtstierarzt habe ich zu viel gesehen. Wer Fleisch essen möchte, muss sich im Klaren sein, dass dies nicht ohne Tierleid geht.«

Rehbock erschossen JWB Fotografie Shutterstock

Mit 16 machte Rundolf Winkelmayer die Jagdprüfung und schoss gleich seinen ersten Rehbock.

»Ich war natürlich stolz, bin aber danach in Tränen ausgebrochen. Damals konnte ich meine Gefühle nicht einordnen. Rückblickend weiß ich nun, dass ich Mitleid mit dem Bock hatte«, erzählt er. · Bild: JWB Fotografie - Shutterstock.com

Prof. Winkelmayer hörte mit dem Jagen auf und beschäftigte sich mit Tierethik

2008 hörte er von einem Tag auf den anderen mit dem Jagen auf - er konnte das Töten von Tieren nicht länger mit seinem Gewissen vereinbaren. »Dafür habe ich mich mit Tierethik auseinandergesetzt. Also mit den Pflichten von Menschen gegenüber Tieren und den Rechten von Tieren.«

Das Ergebnis hat er 2022 in seinem Buch »Ein Beitrag zur Jagd- und Wildtier-Ethik« veröffentlicht. Darin hinterfragt er nicht nur die Grundlagen der Jagd, sondern unseren Umgang mit Wildtieren allgemein. Prof. Winkelmayer hat sein Buch im Sternath-Verlag, einem Jagdliteraturverlag, herausgebracht und wendet sich damit vor allem auch an seine (ehemaligen) Jagdkollegen.

Rehmutter mit Kind Branislav Cerven Shutterstock

»Für Kritiker der Jagd bleibt die Jagd das letzte Refugium, bei dem das lustmotivierte Töten erlaubt ist«, so Prof. Dr. Rudolf Winkelmayer.

Bild: Branislav Cerven - Shutterstock.com

»Wir Jäger müssen uns diesen Themen stellen«

Dr. Michael Sternath, Gründer des Jagdverlags aus Kärnten, schreibt in seinem Vorwort: »Prof. Dr. Rudolf Winkelmayer ist einen weiten Weg gegangen: Einst ein begeisterter Jäger, ist er heute ein vehementer Vertreter der Tierrechte. Jagd ist für ihn ethisch nur mehr in sehr engem Rahmen begründbar. Größtmögliches Augenmerk ist dabei immer auf Angst-, Schmerz- und Leidensvermeidung zu legen. Man braucht Prof. Winkelmayer nicht in jedem einzelnen Punkt seiner Argumentation zu folgen. Die Auseinandersetzung mit seinen Ausführungen ist in jedem Fall höchst anregend. Wenn wir Jäger uns diesen Themen nicht stellen, dann wird der Zug eines Tages ohne uns abfahren...«

»Warum jagen wir?«

Zu Beginn seines Buches stellt der Autor die Frage: »Warum jagen wir eigentlich heute noch? Denken Jäger in stillen Stunden manchmal darüber nach - und wenn ja, finden sie eine ehrliche Antwort, zumindest für sich selbst?«

Der Steinzeitmensch war Jäger und Sammler, das Erbeuten von Wild habe damals - zumindest in den kälteren Regionen dieser Erde - sicher eine zentrale Rolle für das Überleben gespielt. Doch diese Notwendigkeit sei für die Menschen in hochentwickelten Ländern längst nicht mehr gegeben: »Andere anstrengende Tätigkeiten - und die Jagd kann sehr anstrengend sein - haben wir im Laufe der Menschheits­geschichte nur zu gerne aufgegeben, sobald keine unmittel­bare Notwendigkeit mehr dafür gegeben war«, erklärt Prof. Winkelmayer. »Nicht so die Jagd. Sie hat sich zwar geändert; ist von der überlebens­wichtigen Nahrungsbeschaffung immer mehr zum Freizeitvergnügen, zum Luxus, aber auch zur Instrumentalisierung der Beute zum Prestigeobjekt - insbesondere bei der Trophäen­jagd - mutiert.«

Gejagt werde heute von den meisten Hobbyjägern (Berufs­jäger stellen eine zahlenmäßig unbedeutende Minderheit dar) ungeschminkt betrachtet in Wahrheit aus ganz anderen Gründen: wegen des »Kicks beim Töten des Tieres, aus »Passion« (also aus Lust und Leidenschaft).

Fragt man Jäger, warum sie jagen, ist die Antwort, dass sie damit den Wildbestand regulieren, alte und kranke Tiere schießen, Wildseuchen verhindern, Wildschäden in der Land- und Forstwirtschaft verhindern und damit einen wertvollen Beitrag zum Naturschutz liefern. Rudolf Winkelmayer weiß aus jahrelanger Erfahrung als Jäger: »Dafür alleine würden die wenigsten im Morgengrauen das warme Bett verlassen und sich an einem nasskalten, ungemütlichen, nebelverhangenen Novembertag den Unbilden der freien Natur ausliefern. Ohne entsprechende Leidenschaft, Emotion, ja unverblümter Lust ist dieses Verhalten vieler auf Dauer nicht denkbar.«

Ist der »Jagdtrieb« eine ausreichende Begründung für die Jagd im 21. Jahrhundert?

Rudolf Winkelmayer hat aus eigener Anschauung als Jäger eine eigene Erklärung für die Jagdleidenschaft: das »Beutemachen«. »Diese Sucht nach Glücksgefühlen, nach dem Adreanalinausstoß, beim schwierigen, aber gut gelungenen Schuss, beim Erbeuten eines Wildtieres oder einer begehrten Trophäe könnte meines Erachtens ein wesentlicher Faktor für die Erklärung der Jagdleidenschaft sein.« Die Leidens­fähigkeit als zentrales Kriterium der Tierethik werde dabei weitgehend ausgeklammert. Und so kommt der ehemalige Jäger zu dem Schluss: »Jagd bleibt eben die Jagd das letzte Refugium, bei dem das lustmotivierte Töten erlaubt ist.«

Eine Begründung - welcher Art auch immer - warum der Mensch nach wie vor mit Leidenschaft jage, sei nur eine Seite der Medaille. Ob und wie wir gegebenenfalls als Kulturwesen des 21. Jahrhunderts jagen sollen, bleibe damit unbeantwortet. Eine bloße Berufung auf Triebverhalten zähle nach allgemeiner Übereinkunft in unserer Kultur nicht als ausreichende Begründung, so Prof. Winkelmayer. Das Ausleben des Sexualtriebs unterliege in unserer Gesellschaft ja auch völlig zu Recht strengen Regeln: »Geschlechtsverkehr mit Minderjährigen und Vergewaltigung stehen unter Strafe, unabhängig davon, ob sich jemand dadurch persönlich im Ausleben seines Triebes eingeschränkt sieht.«

Jäger führen gerne Argumente wie »intensive Naturerfahrung«, »praktizierten Natur- und Artenschutz« und »Selbstversorgung mit hochwertigem Wildfleisch« als moralische Legitimation der Jagd an. Doch intensive Naturerfahrung sei auch beim Wandern oder Bergsteigen möglich, so Prof. Winkelmayer. Und um Natur- und Artenschutz zu praktizieren, müsse man keine Wildtiere tot schießen. Und wenn Jäger wirklich auf die Jagd gingen, um Wildfleisch zu gewinnen, hätte die Fuchsjagd keinen Reiz für sie, da Füchse bekanntlich nicht gegessen werden. Fakt ist, dass etwa die Hälfte der Tiere, welche von Jägern getötet werden, überhaupt nicht verwertet wird, weder als Lebensmittel noch sonst wie - sie landen in der Tierkörperbeseitigung oder werden weggeworfen.

Hier stelle sich die Frage nach der ethischen Legitimation: »Schließlich haben für die Jagd ganz genauso ethische Kriterien zu gelten wie für jedes andere menschliche Tun, und da ist es nur recht, aus tierethischer Sicht inakzeptable Praktiken auch entsprechend klar zu benennen«, so der ehemalige Jäger.

»Schließlich haben für die Jagd ganz genauso ethische Kriterien zu gelten wie für jedes andere menschliche Tun«

In Österreich gibt es rund 130.000 Jäger - etwa 1,5 Prozent der Bevölkerung -, in Deutschland gibt es rund 400.000 Jäger - etwa 0,5 Prozent der Bevölkerung. Dabei handelt es sich überwiegend um Hobbyjäger. In Deutschland gibt es gerade einmal etwa 1.000 Berufsjäger. Und die Jagd wird seit Jahren zunehmend kritisch gesehen. Einerseits haben viele Menschen den Bezug zur Jagd verloren, andererseits hat sich das Tierschutzverständnis weiterentwickelt.

Zum größten Teil seien aber die Jäger selbst die Ursache, so Prof. Winkelmayer: »weil sie jagdliche Tätigkeiten und Wildtier-Aneignungsmethoden praktizieren, für welche die Gesellschaft keinerlei Verständnis aufbringt und die sie schlichtweg ablehnt«, »Dazu zählen Auswüchse der Jagd, die durch eine Maximierung der Jagdstrecke oder Trophäenstärke gekennzeichnet sind oder bei denen Wildtiere auf eine Weise getötet werden, die im heutigen Wertesystem als verwerflich angesehen wird.«

Die große Mehrheit der Bevölkerung hat kein Verständnis für Jagdreisen nach Afrika, Gatterjagden auf halbzahme Hirsche oder »Gesellschaftsjagden« wie »Fuchswochen« im Winter, bei denen revierübergreifend Jäger eingeladen werden, um möglichst viele Füchse totzuschießen. Spaziergänger stehen oft fassungslos, wenn die Jäger feierlich »Strecke« legen und 30, 40, 50 oder mehr zerschossene Tiere in Reih und Glied aufreihen.

Immer wieder geraten Erholungssuchende in Treibjagden und erleiden einen Schock fürs Leben, wenn plötzlich um sie herum scharf geschossen wird. Immer wieder kommt es vor, dass Mountainbiker und Reiter von Jägern angepöbelt oder gar bedroht werden. Und immer wieder drohen Jäger Hunde-Spaziergängern, den geliebten Vierbeiner zu erschießen. Auf diese Weise werden völlig unbeteiligte und bislang am Tierschutz nicht besonders interessierte Menschen zu Jagdgegnern. Schlagzeilen wie »Jäger erschießt Hund von Urlaubern«, »Jäger verwechselt Pony mit Wildschwein« oder »Kind bei Erntejagd angeschossen« tun ihr Übrigens.

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Die Jagd ist ein Hobby, das nur etwa 1,5 Prozent der Bevölkerung in Österreich und nur etwa 0,5 Prozent der Bevölkerung in Deutschland ausüben.

Die große Mehrheit der Bevölkerung steht der Jagd - vor allem bestimmten Jagdarten wie der Fallenjagd, der Gatterjagd, der Auslandsjagd oder dem Abschuss von Hunden und Katzen - inzwischen recht kritisch gegenüber. · Bild: Budimir Jevtic - Shutterstock.com

Tierschutz hat Verfassungsrang - dem kann sich auch die Jagd nicht entziehen

Sowohl im österreichischen wie auch im deutschen Tierschutz­gesetz steht, dass es verboten ist, Tiere ohne vernünftigen Grund zu töten. Als »vernünftiger Grund« gilt die Nahrungsgewinnung oder die Abwehr von unverhältnismäßigen Schäden. Wirbeltiere dürfen laut Tierschutzgesetz nur mit Betäubung getötet werden. Die Jagd ist davon ausdrücklich ausgenommen. Doch weil in Österreich wie in Deutschland der Tierschutz als Staatsziel Verfassungsrang habe, könne sich auch das Töten von Tieren im Rahmen von Jagd und Fischerei nicht der ethischen Diskussion über den »vernünftigen Grund« entziehen, so Prof. Winkelmayer. Auch lasse sich das Tierschutz­gesetz dahingehend interpretieren, dass bei der jagdlichen Tötung »nicht mehr als unvermeidbare Schmerzen entstehen« dürfen.

Tötungsarten, wie sie etwa bei Gesellschafts­jagden auf Hirsche, Rehe oder Wildschweine - vor allem in nur wenige hundert Hektar großen, meist überbesetzten Gattern - oder eigens für den Zweck des Abschießens ausgesetzte Fasane, Rebhühner oder Enten, die damit zu lebenden Zielscheiben degradiert würden, würden vor allem der Lust am Töten dienen. Diese Tötungsarten seien zwar keine Verstöße gegen die Jagdgesetze, würden aber nicht nur von Tierschützern, sondern auch von vielen Jägern als unethisch abgelehnt.

Bei Drück-, Riegel-, Stöber- oder Treibjagden werden die Wildtiere durch Treiber und Hunde aufgescheucht. Weil die Tiere in Bewegung sind, ist der Schusswinkel oft ungünstig, wodurch viele Tiere nicht sofort tot sind. Prof. Winkelmayer verweist auf die Untersuchungen des deutschen Veterinärs Krug: Von 100 bei einer Drückjagd erlegten Wildschweinen waren etwa drei Viertel der geschossenen Tiere nicht sofort tot, sondern sie flüchteten angeschossen und oft schwer verletzt. Da mit der Nachsuche aus Sicherheitsgründen aber erst nach der Drückjagd begonnen werden könne, bedeute dies eine Verzögerung von mehreren Stunden.

»Wenn wir Tiere töten, so haben wir dies so professionell und schmerzfrei wie möglich zu tun - nicht nur am Schlachthof, sondern auch bei der Jagd!«, erklärt der Tierarzt und Amtstierarzt. Er ist überzeugt: Jäger können sich auf Dauer nicht hinter den Jagdgesetzen verstecken.

»Nach dem zeitgemäßen und auch rechtlich verankerten Tierschutzverständnis ist es jedenfalls verboten, einem Tier ungerechtfertigt Schmerzen, Leiden oder Schäden zuzufügen oder es in schwere Angst zu versetzen«, erklärt Prof. Winkelmayer. »Bei Bewegungsjagden, die vorrangig aus gesellschaftlichen Gründen erfolgen, oder solchen, die in Gattern veranstaltet werden, kann - wenn der Maßstab des Tierschutzrechts abgelegt wird - sehr rasch der Tatbestand der Tierquälerei erfüllt sein.«

»Verhängnisvolles Erbe« der Ausbeutung von Tier und Umwelt

Die moderne Wissenschaft hat zweifelsfrei nachgewiesen: Tiere sind empfindende, Freude und Schmerz verspürende Wesen - und uns Menschen ähnlicher, als gedacht: Immer mehr wissenschaftliche Studien zeigen, dass viele Tiere logisch denken, dass sie eine Vorstellung von Raum und Zeit haben, Entscheidungen treffen und fähig sind zu gezielten Problemlösungen. Und bei immer mehr Tierarten weisen Forschungen nach, dass sie über Selbstbewusstsein verfügen. Tiere zeigen ein reiches Sozialverhalten und gehen wie wir Beziehungen und Freundschaften ein. Sie können Liebe und Trauer empfinden, ja, sogar Fairness, Mitgefühl, Empathie, Altruismus und moralisches Verhalten zeigen, das über Trieb- und Instinktsteuerung weit hinausgeht.

Doch unsere Kultur schleppt ein - für Tiere und Umwelt - verhängnisvolles Erbe mit sich herum, das nur schwer wieder aus den Köpfen der Menschen herauszubringen ist, schreibt Prof. Winkelmayer: »Dass der Mensch die Krone der Schöpfung sei und alle Tiere unter seiner Herrschaft stünden, lehrten längste Zeit die großen christlichen Theologen mit Berufung auf die Bibel, allen voran Thomas von Aquin. Er vertrat die bis in die Gegenwart verbreitete Auffassung, der Mensch habe keine Verpflichtungen gegenüber Tieren, sondern das umfassende Recht, Tiere nach seinem Belieben zu verwenden und zu töten, denn nur der Mensch sei als Gottes Ebenbild geschaffen und mit Verstand ausgestattet.«

Die Folgen dieses verhängnisvollen Erbes erleben wir heute: ein dramatisches Artensterben, Zerstörung natürlicher Lebensräume, Umweltverschmutzung, Klimakatastrophen. Und dazu kommt noch die Jagd nach Trophäen bereits vom Aussterben bedrohter Tierarten.

Wie steht es nun mit Jagd und Ethik?

Heute besteht weitest­gehende Übereinstimmung darüber, dass einem Tier nicht ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zugefügt werden dürfen. So ist es sowohl im deutschen als auch im österreichischen Tierschutzgesetz festgeschrieben.

Nun sind die Ausübung der Jagd und die Fischerei bis auf einige Ausnahmen sowohl in Deutschland als auch in Österreich vom Tierschutzgesetz ausgenommen. Doch Prof. Winkelmayer macht deutlich: Eine Gruppe - die Jäger -, die in Österreich gerade einmal etwas mehr als 1 Prozent der Bevölkerung darstellen (in Deutschland nur etwa 0,5 Prozent) könne sich nicht wirklich gegen die Grundaussagen des Tierschutz­gesetzes stellen, zumal das Ziel des Tierschutzgesetzes, der Schutz des Lebens und Wohlbefinden der Tiere - und zwar aller Tiere - aus der besonderen Verantwortung des Menschen für das Tier als Mitgeschöpf als Staatsziel festgeschrieben ist.

Prof. Dr. Rudolf Winkelmayer spricht hier aus eigenem Erleben, denn er ist den weiten Weg gegangen vom Jäger, Safarijäger, Veterinär, Amtsveterinär und gefragtem Experten über Wildfleisch­hygiene zum Jagdkritiker, der mit dem Tieretöten aufhörte und seine Jagdgewehre alle verkaufte, bis zum Veganer, nachdem er vor etwa 15 Jahren begann, sich intensiv mit Tierethik auseinanderzusetzen: »Ob Tiere eine Seele und Gefühle haben, kann nur fragen, wer über keine der beiden Eigenschaften verfügt, meinte einst Eugen Drevermann.«

Prof. Winkelmayer ist überzeugt: Nach aktuellem Stand der Naturwissenschaft und der Tierethik hat unser Umgang mit Tieren, sei es in der Landwirtschaft, bei Tierversuchen, in der Heimtierhaltung, bei der Jagd und bei sonstigen Wildtieren dringenden Diskussions- und Handlungsbedarf: »Die Frage nach der zeitgemäßen moralischen Behandlung von Tieren im Allgemeinen und Wildtieren im Besonderen ist nicht mehr vom Tisch zu wischen.«

»Die moralische Beurteilung der Jagd betrifft im Wesentlichen zwei Folgen für die Tiere: die Tötung und die Leidenszufügung (bzw. das Zufügen von ungerechtfertigten Schmerzen, Leiden oder Schäden und das Versetzen in schwere Angst gemäß Österreichischem Tierschutzgesetz«, schreibt Prof. Winkelmayer. »Wenn Jagd nach üblicher Definition das Aufspüren, Verfolgen und Erlegen von Wild bedeutet, führt die Verfolgung durch den Jäger beim Tier zu Angst und Stress.« Auch durch schlechte Treffer, wenn der Tod nicht unmittelbar eintritt, könne erhebliches Leiden entstehen. Dazu kommen sekundäre Leiden: Tiere leben in sozialen Verbänden oder lebenslangen Partnerschaften. Wenn also ein Tier von Jägern getötet wird, leiden Gruppen- oder Familienmitglieder unter seinem Verlust.

Dürfen Tieren vermeidbare Leiden zugefügt werden? Ist Hobbyjagd heute noch zeitgemäß?

Nun kommt der entscheidende Punkt: »Nach gängiger Auffassung in der Tierethik darf Tieren Leid nur zugefügt werden, wenn entweder das Leiden für einen bestimmten Zweck unerlässlich ist und/oder seine Zufügung ethisch vertretbar ist, das heißt, der Zweck für den Menschen von besonderer Bedeutung ist.« Und hier stellt sich die Frage nach der Notwendigkeit der Jagd.

Bei aufrichtiger Betrachtung der gängigen Jagdpraktiken geraten die Jäger rasch in Argumentations­­notstand, so Prof. Winkelmayer. Er stellt die Frage: »Ist der Fang von Marder, Wiesel, Iltis & Co wirklich unabdingbar, oder ist es nicht in vielen Fällen auch Selbstzweck bzw. eine fragliche Praxis zur Erhöhung der zu erzielenden Jagdstrecke?« Oder: »Was ist mit der Baujagd? Ist sie unter dem Aspekt der zu fordernden Leidvermeidung noch zeitgemäß?« Das gleiche gelte für Treib- und Drückjagden, weil viele Tiere nicht beim ersten Schuss tödlich getroffen werden, was vermeidbares Leid bedeutet.

Auch die Jagd mit Schrotschuss auf Füchse, Hasen, Iltisse, Fasane usw. stellt der Autor infrage: »Wie viele Schüsse kommen bei der durchschnittlichen Niederwildjagd auf einen ausreichend guten Treffer, und wie viele der beschossenen Tiere kommen auch tatsächlich rasch und schmerzfrei zu Tode?« Außerdem führten die Ausreizung der technischen Möglichkeiten wie die Nachtjagd mit Nachtsichtgeräten sowie kürzere Schonzeiten zu laufend stärkerer Beunruhigung und damit Stress für die Wildtiere.

Ist die Jagd überhaupt ethisch gerechtfertigt?

Ist die Jagd aus aktueller Sicht ethisch zu rechtfertigen?

Prof. Winkelmayer schließt sich der Position des Schweizer Philosophen Prof. Dr. Markus Wild an: Tiere haben ein Recht auf Leben. Man sollte Tieren unnötiges Leid ersparen - gemäß der Goldenen Regel: »Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg auch keinem andern zu.« Es ist wissenschaftlich nach­gewiesen, dass Säugetiere und Vögel, die von Jägern gejagt werden, Schmerzen empfinden. Darum sei das Interesse eines Tieres, keinen Schmerz zu haben, ein Grund, ihm weder Leid noch Schmerz zuzufügen. Die unnötige Zufügung von Schmerz verletze also das Interesse eines Tieres. Wenn ein empfindungsfähiges Tier getötet werde (schmerzlos oder nicht), werde ihm damit ein irreversibler Schaden zugefügt. Darum sei die Jagd im Prinzip ethisch nicht zu rechtfertigen.

»Die Ultima-Ratio-Jagd ist die einzige ethisch begründbare Form der Jagd«

Beide Tierethiker, Prof. Dr. Markus Wild und Prof. Dr. Rudolf Winkelmayer, sagen aber »Ja« zu einer »Ultima Ratio-Jagd«, denn es gebe durchaus Gründe für das Töten eines Wildtiers:

· Notwehr: Wenn jemand von einem Wildtier ernsthaft angegriffen wird.

· Notstand: Wenn wir versehentlich ein Wildtier schwer verletzen, können wir es sachgerecht töten.

· Wohl des betroffenen Tieres: Wenn das Leben eines Wildtieres keine Chance mehr auf überwiegend positive Erlebnisse hat, können wir es zur Schmerzlinderung töten.

· Übergeordnete Interessen: »Für Markus Wild sind übergeordnete Interessen, wie etwa die Regulation des Wildbestandes, der Schutz der Biodiversität oder die Vermeidung von Wildschäden für das Töten bei der Jagd umstritten«, erklärt Prof. Winkelmayer. »Er ortet ein generelles Problem mit übergeordneten Interessen für das Töten, weil es für ihn nicht einsichtig ist, warum ökonomische und/oder ökologische Interessen das Lebensrecht empfindungs­fähiger Tiere ausstechen sollten.

Es gibt drei Arten von Jagd:

· Subsistenzjagd: Jagd, die der Mensch zum Überleben braucht. Diese Jagd brauchen wir in Mitteleuropa (derzeit) nicht.

· Hobbyjagd: Jagd als Tradition, Erholung, Trophäengewinn, Naturerlebnis. Dies sind keine übergeordneten Interessen.

· Ultima-Ratio-Jagd: Nur sie ist ethisch gerechtfertigt. Für die Ultima-Ratio-Jagd brauchen wir weder eine Revier- noch eine Patentjagd. Am besten geeignet sei eine Verwaltungsjagd (Jagdverbot für Hobbyjäger).

Weitreichende Konsequenzen für die Jagd

»Die Umsetzung dieser Gedanken hätte zugegebenermaßen weitreichende Konsequenzen für die Jagd«, erklärt Prof. Winkelmayer. »Ob überhaupt bzw. wann sich diese Meinung letztendlich durchsetzt, hängt unter anderem von der Weiterentwicklung bzw. dem Kulturfortschritt unseres Wertesystems - vor allem evolutionärer Humanismus und Aufklärung - und den jeweiligen politischen Machtverhältnissen ab.« Jedenfalls sei die Ultima-Ratio-Jagd zumindest in Mittel­europa eine - wenn nicht sogar die einzige - ethisch begründbare Form der Jagd.

»Das Töten von Tieren aus Spaß oder zu Erholungszwecken ist aus meiner Sicht absolut abzulehnen«

Am Ende seines Buches kommt Rudolf Winkelmayer zu dem Schluss: »Der Tod schadet jedem Lebewesen, er nimmt die potentiellen Möglichkeiten der Zukunft weg - unabhängig davon, ob es eine Vorstellung von der Zukunft hat oder nicht!« Natürlich ist er sich des Dilemmas bewusst, dass wir nicht im Paradies leben: »Wir können unser eigenes Leben immer nur auf Kosten anderer führen, und es wird uns auch nicht gelingen, dieses Leben völlig widerspruchsfrei zu leben. Das entbindet uns aber dennoch nicht der Verantwortung, so wenig Tod und Leid wie möglich zu verursachen.«

Ethische Entscheidungen seien immer sehr persönliche Entscheidungen und hingen ganz wesentlich vom eigenen Weltbild ab. Dennoch: »Das Töten von empfindungs- und leidensfähigen Tieren aus Spaß oder zu Erholungszwecken ist aus meiner Sicht absolut abzulehnen.«

Das Buch

Jagd- und Wildtierethik

Rudolf Winkelmayer: Ein Beitrag zur Jagd- und Wildtier-Ethik

200 Seiten, broschiert.

Sternath Verlag, Mallnitz, 2022.

Preis: 20 Euro

Hier bestellen: www.sternathverlag.at

Interview mit Prof. Dr. Rudolf Winkelmayer: Vom Jäger zum Tierschützer

Mit 16 machte er den Jagdschein, 37 Jahre lang ging er auf die Jagd. Dann hörte er von einem Tag auf den anderen mit dem Tieretöten auf. FREIHEIT FÜR TIERE sprach mit dem Veterinär Prof. Dr. Rudolf Winkelmayer über seine Erfahrungen und die Gründe, warum er mit der Hobbyjagd Schluss gemacht hat.

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Prof. Dr. Rudolf Winkelmayer als Redner bei der Verleihung des Peter Singer-Preises.

»Freiheit für Tiere«: Ihre Geschichte ist ungewöhnlich: Sie stammen aus einer Jägerfamilie und waren Jäger von Jugend an, Sie gingen jahrzehntelang auf die Jagd, machten mit Jagdfreunden Jagdreisen ins Ausland, waren im Jagdverband gut vernetzt, hielten Vorträge und schrieben Fachbücher über Wildfleischverarbeitung... und dann hörten Sie von einem Tag auf den anderen auf mit dem Schießen von Tieren und verkauften alle Ihre Gewehre. Wie kam es dazu?

Rudolf Winkelmayer: Die Entscheidung, endgültig mit der Jagd aufzuhören, hat natürlich eine Vorgeschichte. Ich war sehr stark mit dem Tod konfrontiert: erstens bei der Jagd, zweitens als Amtstierarzt bei den Kontrollen an Schlachthöfen und drittens als praktizierender Fachtierarzt für Kleintiere bei der Euthanasie von Lieblingstieren, hauptsächlich Hunden und Katzen, für die ein Weiterleben nur mehr aussichtslose Qualen bedeutet hätte.

Ich habe nach Antworten gesucht, inwieweit wir töten dürfen und dies rechtfertigen können. Diese Antworten habe ich schließlich in der Philosophie, insbesondere der Tierethik, gefunden, mit der ich mich von da an intensiv beschäftigte. Die Quintessenz lautet: Versuche, für so wenig Tötungen wie möglich verantwortlich zu sein. Das bewusste Quälen und Töten von Tieren ist - bei intellektueller Redlichkeit nach heutigem Stand unseres Wissens - nicht zu rechtfertigen.

»Freiheit für Tiere«: Gab es ein Schlüsselerlebnis?

Rudolf Winkelmayer: Ich machte eines Tages im Frühling eine Radtour über die Feldwege rund um meinen Heimatort. Dabei sah ich einige Junghasen, die übermütig und voll Lebensfreude in der milden Frühlingssonne spielten. Da dachte ich mir: Genau hier gehe ich ja im Herbst auf Niederwildjagd. Nein, das kann nicht sein, ich werde mich nicht mehr an der Tötung dieser und anderer Wildtiere beteiligen. Aus, Schluss!

»Freiheit für Tiere«: Wie haben Ihre ehemaligen Jägerkollegen reagiert?

Rudolf Winkelmayer: Da gibt es zwei Gruppen: Die diskursfähigen, sensiblen, empathischen Menschen beginnen zumindest nachzudenken und ihr Handeln zu hinterfragen. Das ist - wie bei mir selbst - ein langer, mühsamer Weg, der nicht sofort zum Aufgeben der Hobbyjagd führt, aber zumindest eindeutig seine Spuren in Richtung waidgerechterer Jagdausübung und deutlicher Reduktion der Jagd führt.

Die andere Gruppe reagiert total ablehnend, von beleidigt bis aggressiv, nicht wirklich diskursfähig, da für sie das aus der Psychologie bekannte Phänomen der kognitiven Dissonanz zutrifft, mit dem sie nicht zurecht kommen wollen oder können. Ihr selbst zusammengebasteltes Weltbild würde zusammenbrechen, wenn sie sich ernsthaft den von mir aufgeworfenen Fragen stellen würden.

»Freiheit für Tiere«: Die Jagd ist ein Hobby, das nur etwa 1,5 Prozent der Bevölkerung in Österreich und nur etwa 0,5 Prozent der Bevölkerung in Deutschland ausüben. Die große Mehrheit der Bevölkerung steht der Jagd - vor allem Jagdarten wie der Fallenjagd, der Gatterjagd, der Auslandsjagd oder dem Abschuss von Hunden und Katzen - inzwischen kritisch gegenüber. Doch warum lässt eine entsprechende Reformierung der Jagdgesetze so lange auf sich warten?

Rudolf Winkelmayer: Ich kann das nur auf kurzsichtigen, aber sehr starken Lobbyismus zurückführen. Schließlich sitzen viele Hobbyjäger in höchsten Positionen und in politischen Ämtern. Der Mensch lebt bequem mit seinen Gewohnheiten und will nichts ändern, so lange er nicht dazu gezwungen wird oder einen Vorteil davon hat. Und bekanntlich hinkt ja die Gesetzgebung immer mindestens ein bis zwei Jahrzehnte hinter den wissenschaftlichen Erkenntnissen hinterher.

FREIHEIT FÜR TIERE 3/2026

Freiheit für Tiere 3/2026

Artikelnummer: 3-2026

Tiernachrichten: Verletzter Kormoran klopft an Notaufnahme in Bremen • Amsterdam verbietet Werbung für Fleisch • Plakate in Londoner U-Bahnen: Gaskammern für Schweine nicht »human« • Niedersachsen: Klage wegen CO2-Betäubung von Schweinen • Größter Legehennen-Schlachthof Bayerns: Mehrere Mitarbeiter wegen Tierquälerei verurteilt • Neues Tierschutzrecht in Italien: Tiere sind keine »Sachen« - Härtere Strafen für Tierquälerei • Verstoß gegen das Schweizer Tierschutzgesetz: Größte Lachsfabrik in der Schweiz geplant • Studie: EU gibt 23% des Gesamthaushalts als Subventionen für Fleisch und Milch aus • Rheinland-Pfalz: Grundstück in Winzeln ab sofort jagdfrei • Werkzeuge, Ideen und Innovationen: Der Erfindergeist der Tiere • Kulturlandschaft: Die Logik hinter dem Artenverlust - Mit Herz und Augen in der Natur unterwegs • Symbiosen: Pflanzen und Tiere im Garten • Nachhaltigkeit: Vegane Ernährung im Sport • TAMU: Das vegane Afrika-Kochbuch

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FREIHEIT FÜR TIERE 2/2026

Freiheit für Tiere 2/2026

Artikelnummer: 2-2026

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FREHEIT FÜR TIERE 1/2026

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Artikelnummer: 1/2026

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Neuauflage: FREIHEIT FÜR TIERE - Fakten gegen die Jagd

FREIHEIT FÜR TIERE: Fakten gegen die Jagd (völlig überarbeitete und auf 60 S. erweiterte Neuauflage)

Artikelnummer: 522

Fakten und Argumente gegen das blutige Hobby der Waidmänner und Waidfrauen: Trotz beharrlicher Propagandaarbeit der Jagdverbände sinkt das Image der Jäger immer mehr: Immer weniger Spaziergänger, Hundehalter, Reiter und Mountainbiker lassen es sich gefallen, wenn sie von Hobbyjägern angepöbelt oder sogar bedroht werden. Immer mehr Menschen protestieren gegen die Ballerei in Naherholungsgebieten. Und Berichte, dass Jäger aus Versehen Liebespaare im Maisfeld oder Ponys auf der Weide erschießen, können einem draußen in der Natur durchaus Angst machen. Warum Jäger Jagd auf Hasen machen, obwohl sie auf der »Roten Liste« bedrohter Arten stehen, kann irgendwie auch niemand mehr gut finden. Zudem haben 99,6 Prozent der Bevölkerung andere Hobbys, als Tiere tot zu schießen. Da stellt sich die Frage: Warum jagen Jäger wirklich?

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Werkzeuge, Ideen und Innovationen: Der Erfindergeist der Tiere

Buchvorstellung von Julia Brunke, Redaktion FREIHEIT FÜR TIERE

Tiere folgen nur ihren Instinkten und können höchstens ein paar angelernte Arbeitsschritte ausführen? Weit gefehlt! Sie können so viel mehr, als wir geahnt haben! Von Bergpapageien, die verschlossene Rucksäcke und Taschen öffnen, bis zu Kakadus, die mehrstufige Werkzeuge herstellen: Die Kognitionsbiologin Prof. Dr. Alice Auersperg nimmt uns mit auf eine Entdeckungsreise über die erstaunliche Kreativität, den verblüffenden Einfallsreichtum und Erfindergeist von Tieren - und sie zeigt, wie nah uns Tiere wirklich sind! weiter

Kulturlandschaft - Die Logik hinter dem Artenverlust. Mit Herz und Augen in der Natur unterwegs

In seinem Buch »Kulturlandschaft - Die Logik hinter dem Artenverlust« berichtet Guido Meyer, wie er erst als Spaziergänger und Mountainbiker, dann als Hundeführer und Fotograf immer tiefer in die Natur eintauchte und wildlebende Tiere wie Hirsche und Wölfe ganz nah erlebte. Und wie er dabei auf der anderen Seite immer öfter in Konfrontationen mit Jägern und sogar ernsthafte Bedrohungssituationen geriet, die ihn dazu brachten, intensiv über Jagd und Jäger zu recherchieren, über die dramatische Bedrohung der Arten und die Zerstörung von Lebensräumen, aber auch über das Ökosystem Wald, die wunderbare Kraft der Natur und die Symbiose von Natur und Tieren, an der auch wir Menschen teil haben können. Illustriert wird das Buch durch fantastische Fotografien, mit denen Guido Meyer seit Jahren auf seiner Plattform naturdigital.online begeistert. weiterlesen

Freizeitvergnügen mit tödlicher Schusswaffe: Wie lange noch?

Im Februar 2026 hat ein 52-jähriger Hobbyjäger im Landkreis Bamberg seine 49-jährige Frau, seinen 14-jährigen Sohn, die 6-jährige Tochter und sich selbst erschossen.
Im Januar 2026 traf der Schuss eines Jägers einen 23-Jährigen in Nordrhein-Westfalen tödlich. In Niedersachsen verwechselte ein 77-jähriger Hobbyjäger eine Gruppe Spaziergänger mit Wildtieren - eine 58-jährige Frau wurde schwer verletzt. In der Steiermark wurde ein 42-jähriger Hobbyjäger aus Versehen tödlich in den Kopf getroffen - beim Verladen eines erschossenen Wildschweins ins Auto löste sich ein Schuss.
Im Dezember 2025
tötete ein Hobbyjäger in der Oberpfalz seinen Nachbarn zwei Stockwerke über sich mit einem gezielten Kopfschuss. Ein anderer Hobbyjäger schoss vom Hochsitz aus Versehen auf einen 20-Jährigen und verletzte ihn so schwer, dass er im Krankenhaus notoperiert werden musste.
Im November 2025
erschoss ein Hobbyjäger in Reutlingen vier Familienangehörige und sich selbst - mit einer Schusswaffe, die er als Jagdscheininhaber legal besaß. Spaziergänger wurden von Jagdmunition getroffen, das Projektil eines Jägers durchschlug die Jalousie der Küchentür eines Hauses und ein Jagdschein­inhaber aus Crailsheim kündigte an, die »größtmögliche Anzahl an Ausländern« umbringen zu wollen. weiterlesen

Die Verfolgung von Vegetariern durch die Kirche

»Wenn jemand Fleischspeisen, die Gott den Menschen zum Genuss gegeben hat, für unrein hält und ... auf sie verzichtet ..., der sei mit dem Bannfluch belegt.«

Papst Johannes III., Synode von Braga, 561 n. Chr.


Diesen Bannfluch verkündete Papst Johannes III. im Jahr 561 nach Christus auf der Synode von Braga in Portugal. Ein Bannfluch hatte die »Vogelfreiheit« zur Folge: Der Gebannte verlor als Ausgeschlossener aus der Gesellschaft alle Rechte.


Ganz in diesem Geiste wurden im Jahre 1051 durch die Bischofsversammlung in Goslar »Ketzer«, die ausschließlich von Pflanzennahrung lebten, zum Tode verurteilt, weil sie sich geweigert hatten, Hühner zu töten. Das Töten von Hühnern wurde zum »Test«, um Ketzer zu erkennen!
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DVD-Tipp: Jesus und die Tiere

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Jesus treibt die Tierhändler aus dem Tempel.

Jesus von Nazareth wurde im Stall mitten unter den Tieren geboren. Gab Gott damit den Menschen nicht ein Symbol, dass Sein Sohn nicht in einem Palast, sondern bei Schafen, Rindern, Eseln und Katzen zur Welt kam?

Zu Zeiten des Jesus von Nazareth wurden Lämmer und Tauben im Tempel für die Sünden der Menschen geopfert. Jesus trat gegen diesen blutigen Kult ein. Bekannt ist die Szene, wie Jesus nach seinem Einzug in Jerusalem die Tierhändler aus dem Tempel hinaustrieb und die Tiere freiließ. Und er rief: »Steht nicht geschrieben: Mein Haus soll ein Bethaus heißen für alle Völker? Ihr aber habt eine Mördergrube daraus gemacht!« (Markus 11,17)

Über die Tierliebe des Jesus von Nazareth ist in der Bibel kaum etwas zu finden. Doch aus der frühchristlichen Geschichtsschreibung wird deutlich, dass Jesus kein Fleisch gegessen hat und sich für die Tiere einsetzte... weiterlesen

DVD: Jesus und die Tiere

Artikelnummer: 318

Vergleicht man die Bibel mit apokryphen Schriften, dann ist gut zu erkennen, dass die Kernaussagen oft die Gleichen sind, aber die Tierliebe Jesu, gänzlich fehlt. In dieser DVD werden viele Begebenheiten, bei denen Jesus über die Tiere sprach, wiedergegeben.

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»VEGGIE FOR KIDS. Vegan - kinderleicht & lecker«

Die Rezepte für unser Kochbuch »VEGGIE FOR KIDS. Vegan - kinderleicht & lecker« - sind allesamt von Kindern und Jugendlichen erprobt worden: Sie sind einfach zuzubereiten, schmecken richtig lecker und sind obendrein auch noch gesund! Und das Wichtigste: Wer so kocht, hilft unseren Freunden, den Tieren! weiterlesen

VEGGIE FOR KIDS

Artikelnummer: 053

Die Rezepte für das Kochbuch »VEGGIE FOR KIDS. Vegan - kinderleicht & lecker«- sind allesamt von Kindern und Jugendlichen erprobt worden: Sie sind einfach zuzubereiten, schmecken richtig lecker und sind obendrein auch noch gesund!

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Neue Studie: Ist pflanzliche Ernährung für Kinder und Jugendliche gesund?

Die gesundheitlichen Auswirkungen von vegetarischer und veganer Ernährung im Kindesalter sind immer wieder Gegenstand von Diskussionen. Zahlreiche wissenschaftliche Studien belegen, dass eine vollwertige pflanzliche Ernährung für Kinder und Jugendliche gesund und bedarfsdeckend ist. Auch die bisher größte Studie dieser Art bestätigt nun: Pflanzliche Ernährung ist für Kinder und Jugendliche sicher und vorteilhaft. weiterlesen

Ernährung ohne Tierleid: Ein gesünderes Leben

Viele Menschen, die sich entscheiden, kein Fleisch mehr zu essen, tun dies aus ethischen Gründen: weil sie nicht möchten, dass Tiere für sie leiden und sterben müssen. Viele gehen den konsequenten Schritt weiter und lassen aus Liebe zu Kühen und Kälbchen Milch und Käse weg, essen aus Mitgefühl zu Hühnern keine Eier und leben rein pflanzlich. Und dann erfahren sie, dass eine vegane Ernährung ohne Tierleid auch die gesündeste ist!

Eigentlich würde uns dies schon der logische Menschenverstand sagen: Wie sollen Nahrungsmittel, die durch Leid und Tod entstehen, für uns gesund sein? In den letzten Jahren und Jahrzehnten sind tausende wissenschaftliche Studien veröffentlicht worden, die nachweisen: Eine Ernährung mit vollwertigen pflanzlichen Lebensmitteln ist gesund und versorgt uns auch mit allem, was wir brauchen. Diese Ernährungsweise beugt überdies zahlreichen Krankheiten vor, von Herz-Kreislauf-Erkrankungen über Krebs, Diabetes und Adipositas bis zu Demenz - und schützt damit vor vorzeitigem Tod. weiterlesen

Was Tiere denken - Intelligenz und Emotion in der Wildnis

Wir fangen gerade erst an, zu begreifen, dass das Gehirn von Tieren ähnlich komplex ist wie unser eigenes. Die Warnrufe von Präriehunden etwa sind nicht nur hektische Pfeiftöne, sie übermitteln damit differenzierte Nachrichten. Gorillas nutzen Zeichensprache, um vergangene Ereignisse zu schildern - wissen sie also, was heute, gestern und morgen ist? Nicht nur Primaten oder Elefanten, selbst kleinste Ameisen, denen man einen Farbtupfer auf dem Kopf angebracht hat, wollen diesen loswerden, sobald sie in einen Spiegel blicken - ein Beweis für ihr Ich-Bewusstsein, das Menschen erst ab dem zweiten Lebensjahr entwickeln. In ihrem Buch »Was Tiere denken - Intelligenz und Emotion in der Wildnis präsentiert Marianne Taylor 60 Tierarten, ihre bemerkenswerten kognitiven Fähigkeiten, ihre Gefühle und ihre ausgefeilte Kommunikation. weiter

Bayerischer Tierärztetag: Tierqual bei Milchkühen

Razzia auf Skandalhof in Bad Grönenbach. Pressemitteilung SOKO Tierschutz Kopie

Kühe, die nicht mehr laufen können, werden mit Treckern weggeschleift, Mitarbeiter treten ein liegendes Kalb:

Die aktuelle Undercover-Recherche von SOKO Tierschutz in Bayerns größtem Milchviehhof in Bad Grönenbach zeigt erneut massive Verstöße gegen den Tierschutz. · Bild: SOKO Tierschutz

Von Annemarie Botzki, Recherche und Kampagnen bei der Verbraucherschutzorganisation foodwatch e.V.

»Alle haben die Nase voll« - das ist der Satz, der mir vom bayerischen Tierärztetag in Kulmbach besonders im Ohr hängen bleibt. sitze mit 150 amtlichen und Amtstierärzt:innen in einem Konferenzraum. Normalerweise sind sie in detaillierte, fachliche Diskussionen vertieft. Aber diesmal ist die Stimmung anders. Angespannt. Frustriert. weiter

Die dunkle Seite der Milch: Das Leid der Kälbchen

Die Milchindustrie gaukelt uns in der Werbung gerne vor, dass Kühe ein glückliches Leben auf grünen Weiden führen. Wie sieht die Realität aus? Milchkühe müssen ihr Leben in den meisten Fällen ganzjährig im Stall verbringen - zum Teil sogar immer noch in besonders tierquälerischer Anbindehaltung. So hält nach Angaben des Bayerischen Bauernverbands rund die Hälfte der circa 25.000 Milchviehbetriebe in Bayern ihre Tiere in Anbindehaltung. Damit die Kühe immer Milch geben, werden sie jedes Jahr künstlich befruchtet. Die neugeborenen Kälber werden ihren Müttern kurz nach der Geburt weggenommen. Die Milch, welche die Natur für die Kälbchen bestimmt hat, wird maschinell abgepumpt, industriell verarbeitet und im Supermarkt verkauft. Was passiert dann eigentlich mit den Kälbern? weiter

Gestatten. Biber. Eine außergewöhnliche Freundschaft mit einer wildlebenden Biberfamilie

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Christian Kuschenreiter Aug’ in Aug’ mit einem Biber. Das freilebende Tier hat Vertrauen wie zu einem Familienmitglied.

Schwarze Knopfaugen, beeindruckende Schneidezähne, großer Paddelschwanz, Stupsnase und dichter Pelz: Biber sind entzückende Tiere, und obendrein schlau, empathisch, kommunikativ, verspielt - und eigentlich sehr scheu. Als Bettina und Christian Kutschenreiter im Jahr 2003 beim Fotografieren an einem Fluss in Oberbayern auf eine Biberfamilie treffen, ist das der Beginn einer außergewöhnlichen Freundschaft, die bis heute anhält. Die Biber lassen die beiden Tierfreunde nach und nach an ihrem Leben teilhaben und suchen schließlich sogar bewusst ihre Nähe. Jetzt haben die beiden ein Buch über ihre Erlebnisse mit den Bibern geschrieben - mit vielen wunderschönen und sicher einzigartigen Fotos. weiter

Die Intelligenz der Hunde

Die internationale Forschung hat sich in den letzten Jahren zunehmend mit der Intelligenz von Hunden beschäftigt und dabei so manches bestätigt, was Hundefreundinnen und Hundefreunde längst wussten: Hunde denken viel komplexer als gedacht. Aber: Was genau ist Hundeintelligenz? Wie misst man sie? Haben wir dazu überhaupt die richtigen Werkzeuge und Vergleichsmaßstäbe? Sind »Menschenschläue« und »Hundeschläue« überhaupt vergleichbar? Und in welchen Bereichen haben Hunde andere oder viel mehr geistige Kompetenzen als wir? weiter

Trügerische Küstenidylle: Jagd auf Seehunde im Wattenmeer

Wussten Sie, dass Hobbyjäger an der deutschen Nordseeküste und auf den Nordseeinseln jedes Jahr Hunderte Robben und Robbenbabys erschießen? Und das, obwohl laut EU-FFH-Richtlinie die Jagd auf Seehunde streng verboten ist? Denn die geschützten Seehunde unterliegen in Deutschland dem Jagdrecht. Sie haben zwar ganzjährig Schonzeit, doch »Seehundjäger« in Schleswig-Holstein und »Wattenjagdaufseher« in Niedersachsen sind befugt, sich um gestrandete, verletzte, verlassene und kranke Robben zu »kümmern«. weiter

Für Bienen, Schmetterlinge, Vögel, Igel & Co.: Natürlich gärtnern für die Artenvielfalt

»Lass wachsen«: Wildblumenwiesen sind für uns eine Augenweide und bieten Wildbienen, Schmetterlingen und Vögeln Lebensraum und Nahrung.

»Lass wachsen«: Wildblumenwiesen sind für uns eine Augenweide und bieten Wildbienen, Schmetterlingen und Vögeln Lebensraum und Nahrung.

Wichtig: Lassen Sie Wiesen und Stauden über den Winter bis in den Mai hinein stehen. Viele Insekten nutzen hohle Stängel als Winterquartier, darunter viele Wildbienenarten. An Stängeln und Gräsern verbergen sich Eier, Raupen und Puppen von Schmetterlingen. Die Samenstände bieten Vögeln Nahrung. · Bild: Freiheit für Tiere

Was hat unser Garten mit Tierschutz und Artenvielfalt zu tun? Auf den ersten Blick erst einmal nicht so viel. Doch vor dem Hintergrund des dramatischen Artensterbens könnten private Gärten und öffentliche Parks eine bedeutende Rolle spielen, um Inseln der Artenvielfalt zu schaffen. Und erfreulicher Weise erscheinen immer mehr Ratgeber für nachhaltiges und natürliches Gärtnern - als Gegenentwurf zum weltweit fortschreitenden Lebensraumverlust von Tieren und Pflanzen - die zeigen, wie wir auch ohne Vorerfahrung aus unserem Garten ein kleines Paradies schaffen können: für Tiere und Pflanzen, aber auch für uns selbst. weiter

Ein Jäger steigt aus

Prof. Dr. Rudolf Winkelmayer aus Niederösterreich war seit seiner Jugend leidenschaftlicher Jäger. Schon sein Vater war Jäger und nahm ihn als Kind oft mit auf die Jagd. Mehr als 100 Tiere hat der 67-Jährige in seinem Leben geschossen. Vor 14 Jahren machte er eine Kehrtwende: Von heute auf morgen beendete er das Schießen und verkaufte alle seine 16 Gewehre. Jetzt hat Prof. Winkelmayer ein Buch geschrieben: »Ein Beitrag zur Jagd- und Wildtier-Ethik«. Damit wendet er sich an seine ehemaligen Jagdkollegen und an die nicht jagende Bevölkerung und macht deutlich: »Töten als Freizeitvergnügen ist ethisch nicht vertretbar«. weiter

Interview: Ein Jäger steigt aus

Mit 16 machte er den Jagdschein, 37 Jahre lang ging er auf die Jagd. Dann hörte er von einem Tag auf den anderen mit dem Tiere töten auf. Freiheit für Tiere sprach mit dem Veterinär Prof. Dr. Rudolf Winkelmayer über seine Erfahrungen und die Gründe, warum er mit der Hobbyjagd Schluss gemacht hat. weiter

Mehr Freiheit für Pferde

Nach § 2 des Tierschutzgesetzes gilt: Wer ein Tier hält, muss dieses seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernähren, pflegen und verhaltensgerecht unterbringen. Und er darf die Möglichkeit des Tieres zur artgemäßen Bewegung nicht so einschränken, dass ihm Schmerzen, vermeidbare Leiden oder Schäden zugefügt werden. Doch was bedeutet dies für die heutige Pferdehaltung? weiter

Grausame Tierquälerei für Grana Padano-Käse

Die italienische Tierschutzorganisation Essere Animali dokumentierte in Milchviehbetrieben, die Grana Padano herstellen, schockierende Lebensbedingungen für Kühe und Kälber. Auch Gewalt durch Arbeiter gegenüber Tieren wurde dokumentiert. Grana Padano gehört neben Parmesan und Mozzarella zu den bekanntesten Käsesorten Italiens und ist der weltweit am meisten konsumierte Käse. weiter