Freiheit für Tiere
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5 Hektar Wald/Wiese im Kreis Rottal/Inn jagdfrei

Raphaela Maier lehnt die Jagd

aus ethischen Gründen ab. Sie kann es nicht mit ihrem Gewissen vereinbaren, dass Jäger auf ihrem Grundstück in Dobl Tiere tot schießen. · Foto: Raffaela Meyer

»Wir lehnen die Jagd aus ethischen Gründen ab und wollen nicht, dass auf unserem Grundstück Tiere getötet werden«, erklärt Raffaela Maier im Namen ihrer Familie. »Ich bin der Meinung, unsere Wildtiere bedürfen mehr Schutz, da sie ja immer weniger werden. Wir wollen den Tieren auf unserem Grundstück Ruhe und einen Ort zum Rückzug bieten.«

Darum stellte die Tierfreundin bei der zuständigen Unteren Jagdbehörde einen Antrag auf jagdrechtliche Befriedung ihrer Flächen. Anschließend berichtete die Passauer Neue Presse, dass es im Landkreis Rottal-Inn bereits 16 Anträge für eine Befriedung gebe.

Der Weg zum jagdfreien Grundstück war steinig: Der Bauausschuss sprach sich mit 8:1 Stimmen gegen den Antrag der Grundeigentümerin aus, auf ihrem Flurstück künftig die Ausübung der Jagd zu unterbinden. Schließlich gab die Untere Jagdbehörde dem Antrag auf Befriedung statt, schickte aber eine Kostenrechnung über 1000 Euro, welche die Tier- und Naturschützerin bis 18.06.2015 bezahlen sollte.

Raffaela Maier war entsetzt über die hohen Kosten und schrieb das Landratsamt an, dass dies eine völlig überhöhte Forderung für die Wahrnehmung eines Menschenrechts sei. Auch wandte sie sich an zuständige Politiker: »Ich habe mich bereits zwei Mal an unsere Landtagsabgeordnete gewandt, auch mit der Bitte, sich in dieser Angelegenheit an Minister Brunner sowie an unseren Landrat zu wenden. Ich werde hier nicht locker lassen, denn sie teilte mir mit, dass die Kostenbescheide von den Landkreisen bestimmt werden.«

Raffaela Maier setzte sich mit weiteren betroffenen Grundstückseigentümern in Verbindung, welche ebenfalls über zu hohe Kostenbescheide klagen, und wandte sich an die Presse, Rundfunk und Fernsehen.

»Die Androhung hoher Kosten soll die Leute davon abhalten, aus der Jagdgenossenschaft auszutreten«, zitierte die Passauer Neue Presse am 9.8.2015 eine weitere betroffene Grundstückseigentümerin und berichtet weiter: »Und auch Tierarzt Dr. Peter Zimmer aus Tann wehrt sich. 1200 Euro sind ihm für seinen Antrag zur Befriedung in Rechnung gestellt worden. Dagegen hat er nun beim Bayerischen Verwaltungsgericht Regensburg Klage eingereicht.«

Auch das Team der ZDF-Sendung terra Xpress besuchte Raffaela Maier, und berichtete im April 2016 in einer Sendung zum Thema »Wer jagt auf meinem Land und darf der das?«.

Mit Beginn des neuen Jagdjahres 2016/17 ist das Grundstück von Raffaela Maier nun offiziell jagdrechtlich befriedet. »Bezüglich der Kosten habe ich jetzt Aufschub bis Juni bekommen. Ab da werde ich in kleinen Raten beginnen zu stunden, denn das Verwaltungsgericht in Regensburg gab dem Landratsamt leider recht, dass sie hier so viel verlangen dürfen«, berichtet sie. »Ich werde mich aber noch an andere Behörden wenden und weiter hoffen, das hier von politischer Seite doch noch ein Wunder
geschieht.«