Freiheit für Tiere
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Der "Gladiator" Ralf Moeller isst jetzt vegan

Ein Leben ohne Fleisch und Milchprodukte war für den Ex-Bodybuilder und »Mr. Universum« von 1986 nicht vorstellbar. Doch seit eineinhalb Jahren setzt Hollywood-Star Ralf Moeller auf Pflanzenkraft: »Abgesehen vom Leid der Tiere, ist sich vegan zu ernähren das Beste für die Gesundheit«, sagt der ehemalige Bodybuilder, der in Ridley Scotts legendärem Film »Gladiator« den Gladiator Hagen spielte sowie diverse Muskelprotze wie »Conan, der Abenteurer« und »The Scorpion King« darstellte. »Das bedeutet: Finger weg von Fleisch, Eiern und Milchprodukten.« »Freiheit für Tiere« sprach mit Ralf Moeller über seine Beweggründe.

Freiheit für Tiere: Sie setzen seit über einem Jahr auf Pflanzenkraft. Was waren Ihre Gründe?

Ralf Moeller:
Da gibt es mehrere Gründe: Einmal die Gesundheit, dann natürlich das Abschlachten der Tiere, das grausamer gar nicht geht - wenn man sieht, was mit Rindern, Schafen und Schweinen passiert.

Vor eineinhalb Jahren habe ich mit vegan angefangen, durch einen Freund, der schon eher damit anfing. Ich habe mit James Cameron gesprochen, der kommt ja jetzt mit »The Game Changers« in die Kinos - ein großer Film! James Cameron ernährt sich pflanzenbasiert, Louis Hamilton oder Djokovic... So kann man die Liste endlos weiterführen, von Schauspielern - von Brad Pitt bis DiCaprio - bis zu Sportlern.

»Wenn du ein Stück Fleisch isst,

hast du diese Bilder im Kopf"

Freiheit für Tiere: Haben Sie Filme über Massentierhaltung gesehen?

Ralf Moeller:
Ja, natürlich! Das Schlimmste ist, wenn man sieht, was mit den Tieren passiert, wie die abgeschlachtet werden. Da braucht man nicht lange zu suchen, das Internet ist ja voll damit. Das sind schockierende Bilder! Und die siehst du automatisch: Wenn du ein Stück Fleisch isst, kommen die automatisch wieder in deinen Kopf rein.

Ich sag immer zu den Leuten: Schaut euch das an, diese Bilder, wie grausam die sind, was mit dem Huhn passiert, mit dem Rind, dem Schwein passiert. Lest mal über vegane Ernährung, erkundigt euch - ich kann nur Gutes berichten!

"Mein Cholesterin und alle anderen Werte

sind so super wie lange nicht mehr"

Freiheit für Tiere: Wie hat sich Ihre Ernährungsumstellung ausgewirkt?

Ralf Moeller:
Zuerst habe ich Fleisch und die Molkereiprodukte weggelassen. Es ist ja nicht leicht, von heute auf morgen alles umzuändern. Und dann noch die Werbung, dass Fleisch so wichtig ist wegen der Proteine und Milch für Kalzium... Das ist erst mal nicht so schnell aus dem Kopf raus zu kriegen. Was die Proteine angeht: Die Veganer bekommen viel mehr Proteine, als sie vorher gegessen haben!

Inzwischen kann man Fleisch und Milch einfach ersetzten, mit Reismilch, mit Mandelmilch, mit Hafermilch - schmeckt auch übrigens viel besser. Oder wenn man mal an den »Impossible Burger« denkt, der aus Pflanzen gemacht ist.

Es ist so: Ich bin jetzt 60. Wer alt werden und dabei fit bleiben möchte, hat gar keine andere Wahl, als auf tierische Produkte zu verzichten. Mein Cholesterin und alle anderen Werte sind so super wie lange nicht mehr.

Freiheit für Tiere: Nun die Frage, die immer gestellt wird: Wie hat sich das auf die Fitness ausgewirkt? Können Sie denn mit pflanzlicher Ernährung und so ganz ohne Fleisch überhaupt Muskeln aufbauen?

Ralf Moeller:
Ja, auf jeden Fall! Wie gesagt, ich mach das jetzt seit eineinhalb Jahren und im Gegenteil: Ich brauche keine Zusatzstoffe zu nehmen, der Muskel bekommt alles, was er braucht. Ich habe nach wie vor meinen 47er/48er Oberarm, bin aber schlanker in den Hüften geworden.

Man muss natürlich auch bei der veganen Ernährung aufpassen, dass sie vollwertig ist, es gibt auch vegane Produkte mit viel zu viel Zucker und so weiter. Neben der Ernährung ist natürlich auch Training angesagt. Ich sag immer: Ihr müsst in euren Körper investieren, wie in eure Rente!

Freiheit für Tiere: Pflanzliche Ernährung ist ja nicht nur gut für die Gesundheit und auch aktiver Tierschutz, sondern auch Umwelt- und Klimaschutz. Hierfür macht sich ja Ihr Freund Arnold Schwarzenegger stark. Ist dies für Sie auch ein Thema?

Ralf Moeller:
Absolut! Da wird Regenwald abgeholzt in Brasilien für die Fleischproduktion... Das muss alles nicht sein. Man sieht dann diese Kette: Da hängt eines mit dem anderen zusammen. Das macht dann auch alles Sinn! Klar, du kannst das nicht jedem bis ins Detail erzählen. Aber man weist darauf hin. Im Internet teilt man dann schon mal Filme, wie Tiere abgeschlachtet werden… Die Pharmaindustrie freut sich natürlich nach wie vor, wenn ihr euch falsch ernährt, und versucht, das Ganze mit Medikamenten zu lösen, was dann auch irgendwann nicht mehr geht. Ich sag immer: Versucht es mal vier oder sechs Wochen vegan, dann werdet ihr schon sehen, was da für Veränderungen stattfinden.

Freiheit für Tiere: Im November kommt »Der letzte Bulle« in die Kinos, die Filmadaption der gleichnamigen Serie mit Henning Baum. Können Sie uns schon etwas verraten?

Ralf Moeller:
(lacht) Henning spielt wieder den Mick Brisgau. Und wie wir es schon aus der Serie kennen, wacht er nach 25 Jahren aus dem Koma auf - ein Kopfschuss hatte ihn ins Koma versetzt. Und da erinnert er sich an seinen Kumpel Ralle... am Anfang des Films sieht man dann auch den jungen Henning und den jungen Ralf Moeller. Ich spiele die Rolle des Freundes, der ihn moralisch-seelisch aufbaut und ihm auch körperlich hilft, wieder auf die Beine zu kommen.

Freiheit für Tiere: Wir können also gespannt sein! Vielen Dank für das sehr interessante Gespräch!


Kinotipp:

Ab 7. November 2019 ist Ralf Moeller neben Henning Baum im Kinofilm »Der letzte Bulle« zu sehen.