Freiheit für Tiere
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Interview mit Patrick Fabian vom VfL Bochum:

"Denen, die keine Stimme haben,

unsere Stimme geben"

Patrick Fabian vom VfL Bochum

ist nicht nur überzeugter Veganer, sondern auch aktiver Tierschützer. Er engagiert sich besonders für Straßenhunde. · Bild: Patrick Fabian · www.pau.care

Patrick Fabian, Fußball-Profi und »Urgestein« beim VfL Bochum (er hält dem Verein seit 2000 die Treue), ist Veganer - aus Liebe zu den Tieren. »Tiere sind schutzlos, und der Mensch beutet sie für seine Zwecke aus. Und ich möchte den Tieren helfen«, sagt er im »Freiheit für Tiere«-Interview. Patrick Fabian engagiert sich in seiner Freizeit aktiv für Tierschutz. Seine Bekanntheit als Fußballprofi möchte er nutzen, um die Öffentlichkeit für Tierschutz zu sensibilisieren und auf all das Leid und die Missstände aufmerksam zu machen. »Freiheit für Tiere« sprach mit dem sympathischen Fußballer und engagierten Tierschützer.

Veganer aus ethisch-moralischer Überzeugung

Freiheit für Tiere: Immer mehr Bundesliga-Profis setzen auf vegane Ernährung. Du lebst aus Liebe zu den Tieren vegan. Wie kam es dazu?

Patrick Fabian:
Das fing an mit der Adoption meines ersten Tierschutz-Hundes vor fünfeinhalb Jahren. Dadurch bin ich in diese Tierschutz-Thematik reingekommen. Ich habe mich informiert: Wie sieht es denn in anderen Bereichen aus? Da war relativ schnell klar, dass es eben nicht nur Hunden im Ausland schlecht geht, sondern auch vielen anderen Tieren hier bei uns. Und da ist der Gedanke mehr und mehr gereift: Das will ich nicht mehr vertreten - auch nicht mit meinem Essverhalten. Und deswegen bin ich vegan geworden - aus dieser ethisch-moralischen Sicht.

Es gibt ja verschiedene Ansätze, vegan zu werden: Gesundheit, Umweltgründe und Klimaschutz – und bei mir war es halt die ethisch-moralische Seite, die den Anstoß gegeben hat. Ja, und je mehr man sich mit dem Thema beschäftigt und je mehr Literatur man liest, je mehr Dokumentationen und Reportagen man schaut, wird relativ schnell klar, dass unser Essverhalten weitaus mehr Auswirkungen hat - auf den eigenen Körper, auf die Umwelt und natürlich für die Tiere. Der Verzicht auf tierische Produkte ist die Lösung für viele andere Bereiche. Darum habe ich mich mit all diesen Themen befasst. Wenn man über diese Dinge spricht und diskutiert - es ist halt ein kontroverses Thema und du musst oft diskutieren - dann bin ich einfach jemand, der ein bisschen fundierteres Wissen an den Tag legen möchte.

Die Begegnung mit ehemaligen Streunerhunden

in Spanien, Ungarn und Rumänien änderte Patrick Fabians Leben grundlegend. · Bilder: Patrick Fabian · www.pau.care

"Ich fühle mich deutlich fitter"

Freiheit für Tiere: Nun bist du ja Profi-Fußballer und musst körperliche Leistung bringen. Hast du durch deine Ernährungs­umstellung Änderungen festgestellt?

Patrick Fabian:
Zunächst ist da ja immer so der Mythos: Was, du isst kein Fleisch? Du nimmst keine tierischen Proteine zu dir? Dann kannst du das quasi nicht überstehen als Sportler!

Das ist halt völliger Blödsinn. Ganz im Gegenteil! Ich will jetzt gar nicht mal sagen, dass ich trainierter bin oder sonst was. Aber Fakt ist, dass ich auf jeden Fall keine Defizite habe. Ich habe keine muskulären Probleme, ich habe keine Probleme in der Regeneration oder überhaupt in der Leistungserbringung. Sondern im Gegenteil: Ich fühle mich deutlich fitter. Ich hatte sonst immer ein Problem mit Gewichtsschwankungen. Also, ich habe auch vorher auf meine Ernährung geachtet, aber irgendwie war das immer so ein Kampf. Und jetzt geht es durch die vegane Ernährung spielerisch, ich bin leichter. Ich hatte immer viele Verletzungen, Kreuzbandriss, Knieprobleme - und leichter zu sein hat für mich viele Vorteile. Ich muss sagen, dass ich insgesamt seit Beginn dieser Ernährungsweise nur Vorteile erfahren habe und eben überhaupt keine Nachteile.

Es kommt ja auch immer diese Frage: Wie kommst du an deine Proteine? (lacht) Das ist ja auch so etwas, was man in seinem Leben eingetrichtert bekommt - und das einfach falsch ist. Du kannst deine Proteine erstens woanders herbekommen und zweitens brauchst du gar nicht so viele Proteine, wie die immer meinen, dass wir brauchen. Und von daher: Ne, alles gut! Ich fühle mich rundum wohl!

"Wie kommst du an deine Proteine?"

Freiheit für Tiere: Verrätst du uns, woher du deine Proteine bekommst?

Patrick Fabian:
Ja, ganz viel aus Hülsenfrüchten: ob Erbsen, Linsen, Bohnen, Soja oder Erdnüsse... Außerdem: Sportler machen sich ja gerne irgendwelche Shakes. Statt dieser Whey-Proteine aus Molke kannst du auch Erbsen-Proteine oder Reis-Proteine nehmen. Also, da gibt es schon genug Möglichkeiten, um auf die entsprechende Ration zu kommen, wenn man das Gefühl hat, man braucht es. Ich habe gar nicht das Gefühl, dass ich Protein-Pulver unbedingt nötig habe - und nehme das wenn nur sehr dosiert.

»Macho-Geschäft« Fußball:

Vegane Ernährung wird in den Vereinen akzeptiert

Freiheit für Tiere: Vor wenigen Jahren war es noch undenkbar, als Fußballer vegan zu sein. Denn ein richtiger Mann - und vor allem der Fußballer - braucht Fleisch. Inzwischen ist es so, dass sich ein Bundesliga-Profi nach dem anderen als Veganer »outet« - und in der Presse wird über vegane Fußballprofis durchweg positiv berichtet. Wie schätzt du die Entwicklung der veganen Ernährung im Profi-Sport ein?

Patrick Fabian:
Ja, genau so eigentlich. Der Fußball ist ja auch ein Teil der Gesellschaft. Und die Gesellschaft wird offener für die vegane Ernährung. Es wird mehr akzeptiert. In Restaurants gibt es ein immer größeres Angebot an veganen Gerichten, in den Geschäften immer mehr vegane Produkte.

Im Fußball ist es im Prinzip genauso: Was vor ein paar Jahren noch exotisch war, ist heute in den Vereinen und von den Mitspielern akzeptiert. Es gibt natürlich immer wieder den einen oder anderen, der einen Spruch macht, aber das ist ein Stück weit schon lustig und gar nicht mehr ernst gemeint. Auch die Küche in den Vereinen stellt sich mit einer größeren Auswahl an veganen Speisen darauf ein. Ich glaube, die haben sogar Freude daran, nicht nur immer diese 0815-Gerichte machen zu müssen. Also, bei uns im Verein hat das eine sehr positive Richtung angenommen.

Fußball ist ja schon ein Macho-Geschäft. Und wie bei vielen Dingen, die schon immer in Stein gemeißelt waren, dauert es halt ein bisschen, sich davon zu lösen oder das mal aufzubrechen. Und wie du schon gesagt hast: »Ein Mann braucht Fleisch« - und der, der kein Fleisch isst, ist halt irgendwie der Exot, der Außenseiter oder vielleicht sogar der Schwache.

Da habe ich zum Glück - wahrscheinlich auch durch mein Alter: ich bin 31 Jahre und habe auch ein gewisses Standing - nie Probleme gehabt, weil ich zu dem stehe, was ich tue. Ich sehe das umgedreht: Diejenigen, die nicht einfach mit der Masse gehen, sondern sich mal hinterfragen, etwas ändern und dabei standhaft und stark bleiben, sich nicht von schiefen Blicken beeinflussen lassen, sind ja eigentlich die Stärkeren.

Wenn wir jetzt bei diesem Bild bleiben, ist die Frage: Wer ist mehr »Mann«? Derjenige, der das macht, was alle machen, oder derjenige, der mal sagt: Nein, ich mache nicht, was ihr macht, ich mach was anderes und bleib auch dabei. Und bin davon überzeugt. - Darum schmunzele ich über solche Sprüche.

Patrick Fabian ist Mitbegründer

von »People & Animals United e.V.« (PAU). Gemeinsam mit seinem Team setzt er sich dafür ein, die Lebensbedingungen von Hunden in Rumänien zu verbessern. · Bild: Patrick Fabian · www.pau.care

"Der Stein kam ins Rollen

mit meinem ersten geretteten Hund"

Freiheit für Tiere: Vegan und Fußball - das geht inzwischen gut zusammen. Du bist aber auch Gründungsmitglied und Vorstand von »People & Animals United e.V.« (PAU). Wie bist du auf die Idee gekommen, einen Tierschutzverein zu gründen? Das ist für einen Fußballprofi doch eher ungewöhnlich…

Patrick Fabian:
Ja, wie gesagt: Der Stein kam ins Rollen mit meinem ersten geretteten Hund. Und dann ging das weiter. Im Trainingslager in Spanien sollten wir mit einer kleineren Gruppe eine Tierschützerin besuchen, die sich dort um das Schicksal von Hunden gekümmert hat. Das hat dann doch nicht geklappt. Ich habe der Dame dann geschrieben, dass ich mich nach dem Trainingslager privat bei ihr melden werde. Und das habe ich dann tatsächlich getan, was sie, glaube ich, auch sehr gefreut hat. Ich habe sie dann ein bisschen unterstützt mit Vermittlungen von Hunden, mit Futter- und Geldspenden.

Bald habe ich gemerkt: Das ist mir zu wenig, ich möchte noch mehr machen. Ich habe dann eine ungarische Tierschützerin kennengelernt, die mit vielen weiteren Tierschutzorganisationen vor Ort zusammengearbeitet hat. Von ihr habe ich dann meinen zweiten Hund aus dem Tierschutz adoptiert.

Dann habe ich gemerkt: Irgendwie will ich noch mehr machen. Ich bin dann auf ein Projekt gestoßen, das seinerzeit ein brachliegendes Tierheim in Rumänien über Crowdfounding finanzieren wollte. Das hätte auch geklappt, wenn nicht am Ende der Verkäufer auf einmal andere Ideen gehabt hätte. Doch aus dieser Gruppe hat sich dann ein Kern zusammen entschlossen: Lass uns doch unseren eigenen Tierschutzverein gründen, damit wir nicht mehr davon abhängig sind, was dann andere Leute am Ende sagen und tun. Für mich war das in dem Moment genau das Richtige, denn ich wollte von Anfang an bei so einem Projekt dabei sein. Ich wurde Gründungsmitglied von »People & Animals United e.V.« (PAU) und bin jetzt seit fast zwei Jahren sogar 1. Vorsitzender.

Und das macht mir einfach Spaß. Weil das die Leidenschaft ist, Dinge zu tun, die einfach vom Inneren heraus kommen und die dir keiner aufzwingt - weil du sie mit dem Herzen gerne machst, weil sie dich einfach berühren. Es erfüllt einen auch.

Freiheit für Tiere: Was sind die Ziele von PAU? Ihr setzt euch vor allem für Streunerhunde ein - macht ihr euch auch darüber hinaus für die Rechte von Tieren stark?

Patrick Fabian:
Wir sind kein reiner Hundeschutz-Verein, sondern ein Tierschutzverein in Gänze, unabhängig von den Spezien. Wir setzen uns genauso für das Wohl von so genannten »Nutz«tieren ein wie für Hunde und Katzen, aber hauptsächlich für Streunerhunde im Ausland, vor allem in Rumänien. Das hat auch seinen Grund: Wir hatten bei der Gründung einen rumänischen Tierrechtler dabei, der in Rumänien seit Jahren politisch und rechtlich für das Wohl der Hunde und gegen das Tierleid dort ankämpft. Und dort ist eben auch das Leid am größten.

Durch mobile Kastrationskampagnen

nach dem Konzept »Collect, Neuter & Return« (Hunde einsammeln, kastrieren und wieder an ihrem angestammten Platz freilassen) soll die Vermehrung der Straßenhunde gestoppt und so Tötungs­aktionen verhindert werden. · Bild: Patrick Fabian · www.pau.care

Einsatz für Streunerhunde in Rumänien

Freiheit für Tiere: Arbeitet ihr in Rumänien auch mit Tierschutzorganisationen oder Auffangstationen vor Ort zusammen?

Patrick Fabian:
Ja, genau. Der rumänische Tierrechtler heißt Claudiu Dumitriu, er hat 2012 in Rumänien den Verein, die »Allianz zur Bekämpfung von Missbräuchen« gegründet.

Außerdem arbeiten wir mit einem großen offenen Tierheim zusammen. Das Tierheim ist Teil eines Projekts, das von dem englischen Textil-Unternehmer Robert Smith gegründet wurde, der über seine Fabriken, die er erst in der Türkei und später auch in Rumänien ansiedelte, auf das Elend vieler Straßenhunde aufmerksam wurde. Er hat in Rumänien die Stiftung »SOS Dogs Oradea« gegründet. Neben dem offenen Tierheim gibt es mehrere Auffangstationen sowie mobile Kastrationskampagnen nach dem Konzept »Collect, Neuter & Return« (Hunde einsammeln, kastrieren und wieder an ihrem angestammten Platz freilassen), das nachweislich das Leid der Straßenhunde reduzieren kann.

Mit diesen beiden Organisationen, der »Allianz zur Bekämpfung von Missbräuchen« und »SOS Dogs Oradea« arbeiten wir hauptsächlich zusammen. Wir möchten - wie es schon unser Name »People & Animals United« sagt - Tiere und Menschen zusammenbringen, aber auch Menschen und Menschen und Verein und Vereine zusammenbringen, damit Energien gebündelt werden und man dadurch einfach auch mehr Gehör bekommt. Es ist ja generell ein Kampf gegen Windmühlen - aber zusammen sind wir stärker.

»PAU« unterstützt die Tierheime

und Auffangstationen auch mit Futterspenden. · Bild: Patrick Fabian · www.pau.care

Wichtig ist für das PAU-Team

vor allem die Aufklärung der Öffentlichkeit. Ziel ist es, das Leben der Streuerhunde in Osteuropa, vor allem in Rumänien, zu verbessern. Dazu gehört auch die Vermittlung von Hunde-Adoptionen nach Deutschland. Doch ebenso will Patrick Fabian mit PAU den Tieren hierzulande eine Stimme geben, vor allem denen, die in der Massentierhaltung für die Fleischproduktion leiden: »Tiere sind schutzlos, und der Mensch beutet sie für seine Zwecke aus. Und ich möchte den Tieren helfen.« · Bild: Patrick Fabian · www.pau.care

Aufmerksamkeit schaffen und helfen

Freiheit für Tiere: Wie kann man sich eure Arbeit konkret vorstellen? Ihr unterstützt Tierheime, Auffangstationen für Straßenhunde, Kastrationsprojekte, Vermittlung von Straßenhunden, macht Öffentlichkeitsarbeit - oder alles zusammen?

Patrick Fabian:
Ja, alles zusammen! Es geht natürlich darum, hier in Deutschland auch irgendwo Aufmerksamkeit zu schaffen für die einzelnen Problematiken. Wir machen auch darauf aufmerksam, dass es nicht angehen kann, dass das Kükenschreddern weiterhin betrieben werden darf oder die Ferkel weiterhin ohne Betäubung kastriert werden. Aber natürlich machen wir auch darauf aufmerksam, was in der EU passiert - man darf nicht vergessen, dass EU-Gelder dafür eingesetzt werden. Das sind Dinge, auf die wir aufmerksam machen. Und gleichzeitig betreiben wir aktiv Tierschutz. Wir unterstützen auch neben unseren beiden großen Kooperations­partnern kleinere, private Tierschutzprojekte mit dem, was wir halt können: in der Vermittlung, durch Futterspenden oder indem wir vor Ort die Projekte handwerklich auf einen Stand bringen, der einigermaßen akzeptabel ist. Im Prinzip versuchen wir den Leuten, die ihr Leben den Hunden und dem Tierschutz dort widmen, unter die Arme zu greifen. Wir verstehen uns als Verein, der sich genau darüber definiert: Aufmerksamkeit zu schaffen und zu helfen.

Freiheit für Tiere: Du hast eben die EU angesprochen: Als Vertreter von PAU warst du sogar schon einige Male beim Europäischen Parlament, um den Straßenhunden in Osteuropa eine Stimme zu geben. Magst du davon berichten?

Patrick Fabian:
Durch die Kooperation mit Claudiu Dumitriu ist es möglich geworden, an Sitzungen dort teilzunehmen. Einmal ging es um die Straßenhunde-Problematik generell, ein anderes Mal war es mit Fokus auf die Balkanländer, dann Rumänien beim letzten Mal. Daran sieht man, dass sich mit der Problematik auseinandergesetzt wird. Aber - und das ist das größte Problem: Wenn die Politik nicht richtig mitmachen möchte und wirklich dieses Problem lösen will, dann ist es schon ein sehr zäher Kampf.

Freiheit für Tiere: Das ist vermutlich in Rumänien nicht anders als bei uns in Deutschland…

Patrick Fabian:
Ja, ganz genau. Eigentlich ist Tierschutz ein riesiges Thema, wenn wir dabei noch auf die Umwelt- und Klima-Problematik schauen! Aber dieses Thema bekommt in der Politik nicht die Bedeutung, die es müsste. Wir werden trotzdem weitermachen!

Freiheit für Tiere: Da braucht es einen langen Atem…

Patrick Fabian:
Ja, absolut!

Patrick Fabian mit dem EU-Abgeordenten

und Tierrechtler Stefan B. Eck (2. von links) und dem rumänischen Tierrechter Claudiu Dumitriu (ganz links im Bild) im Europaparlament beim Einsatz für die rumänischen Straßenhunde. · Bild: Patrick Fabian · www.pau.care

"Wenn ich das Leid dort sehe,

dann berührt mich das emotional sehr"

Freiheit für Tiere: Was gibt dir die Kraft dazu? Was treibt dich an? Gibt es einen besonders bewegenden Moment, den du mit Tieren erlebt hast? Das Schlüsselerlebnis war wahrscheinlich die Begegnung mit deinem ersten Hund, den du gerettet hast?

Patrick Fabian:
Ja, das war der Auslöser von allem. Ich muss sagen: Wenn ich in Rumänien bin und dort in die Tierheime gehe - es gibt viele gute Tierheime, es gibt aber auch viele schlechte - und wenn ich das Leid dort sehe, dann berührt mich das emotional sehr.

Aber genauso, wenn ich Videos sehe von Schweinen, die in Transportern quer durch die Republik gekarrt werden, oder Bilder von Undercover-Aufnahmen von Aktivisten... Das berührt auf eine Art und Weise - die kann man auch gar nicht so beschreiben, wenn man es nicht mal selber erlebt hat. Da weiß man dann auch ganz genau, das ist es, was man im tiefsten Inneren machen möchte: den Tieren zu helfen.

So ist das. Ich glaube auch nicht, dass sich das in meinem Leben noch mal ändern wird. Ich sag mal so: Tiere sind schutzlos, und der Mensch beutet sie für seine Zwecke aus. Und ich möchte den Tieren helfen. Das ist mein Thema.

Freiheit für Tiere: Wenn man mal wirklich zu einem Tier eine besondere Beziehung spürt und dann auf einmal diese Erkenntnis hat: Jedes Tier hat genau das gleiche Recht zu leben und jedem Tier sollte ich die gleiche Achtung entgegenbringen, wie dem Tier, das ich liebe - dann ist es nicht mehr anonym. Sondern dann ist es genauso ein Wesen, ein Individuum, dem eigentlich die gleiche Liebe und Wertschätzung gebührt, wie dem einen Tier, das ich kenne.

Patrick Fabian:
Absolut. Absolut. Genauso ist es.

"An alle, die Tiere schützen:

Macht weiter, lasst euch nicht unterkriegen!"

Freiheit für Tiere: Was sagt eigentlich dein Umfeld dazu, dass du dich für Tierschutz engagierst, gerettete Straßenhunde aufnimmst und vegan lebst?

Patrick Fabian:
Ja, bei der Lebensweise und der Ernährung haben sie erstmal geguckt und wollten es auch irgendwie nicht wahrhaben. Wenn ich mal bei meinen Eltern essen war, haben sie mir immer wieder Fleisch angeboten und gesagt: »Hier, für dich!« Ich habe gesagt: »Ich esse aber immer noch kein Fleisch…« Aber mittlerweile hat es auch der Letzte verstanden. Wenn ich heute zum Grillen zu meinen Eltern komme, da gibt es viele Salate oder Kartoffeln - und wenn man halt eine Wurst grillen möchte, dann ist es eine vegane Wurst.

Ich glaub auch schon, dass die meisten meine vegane Lebensweise nicht nur respektieren und akzeptieren, sondern ich kann mir auch vorstellen: Viele würden es auch gerne machen, weil sie wissen, dass Fleisch essen eben auch nicht gesund ist. Aber sie haben einfach in dem Moment - noch - nicht die Stärke, das komplett durchzuziehen.

Freiheit für Tiere: Gibt es noch etwas, das dir am Herzen liegt, das du den Leserinnen und Lesern von »Freiheit für Tiere« sagen möchtest?

Patrick Fabian:
Alle, die Tiere schützen und Tierleid verhindern wollen: Macht weiter, lasst euch nicht unterkriegen! Die Community wird immer größer. Gemeinsam geben wir denen, die keine Stimme haben und schutzlos sind, unsere Stimme und helfen ihnen dadurch.

Freiheit für Tiere: Genau das ist auch das Ziel von »Freiheit für Tiere«: den Tieren eine Stimme zu geben.

Patrick Fabian:
Perfekt!

Freiheit für Tiere: Vielen Dank für das sehr interessante Gespräch!


Das Interview mit Patrick Fabian führte Julia Brunke, Redaktion »Freiheit für Tiere«

People & Animals United e.V. (PAU)

»PAU steht für ein friedvolles Miteinander von Mensch und Tier. Unserer Auffassung nach gehören die Rechte von Menschen und Tieren sowie der Schutz der Natur untrennbar zusammen«, so das Selbstverständnis des Vereins. Und weiter: »Zum Wohle von Tier, Natur und Mensch liegt uns daher auch besonders die Förderung und Verbreitung der veganen Lebensweise am Herzen.«

Der Verein betrachtet sich als ein Tierschutznetzwerk und dient der Vernetzung und Kooperation von Menschen und Organisationen, die die gleichen Ziele verfolgen.

In diesem Zusammenhang kooperiert der Verein in Rumänien mit dem bekannten Tierrechtler Claudiu Dumitriu und seinem Verein »Allianz zur Bekämpfung von Missbräuchen« und arbeitet eng zusammen mit Robert Smith und dessen Stiftung »SOS Dogs Oradea« zusammen.

Informationen:
People & Animals United e.V. (PAU)
Heideller Straße 6a · 44807 Bochum
e-mail:
info@pau.care
www.pau.care