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Tiertransporte für Leder: Grenzenlose Grausamkeit

Für die Produktion von Leder

werden jährlich mehr als 1,4 Milliarden Rinder, Ziegen, Schafe und weitere Tiere getötet. · Alle Bilder: Karremann - PETA

Die ZDF-Dokumentation »Tiertransport grenzenlos - Leder für Deutschland« von Manfred Karremann zeigt den grausamen Weg, den Rinder und Schafe auf wochenlangen Tiertransporten um die halbe Welt durchleiden, bevor sie für die Produktion von Leder getötet werden. Durch den globalen Handel landet ihre Haut als Schuhe und Taschen, Kleidung, Hundeleinen oder Möbel auch in unseren Geschäften.

Lesen Sie den Bericht von PETA Deutschland e.V.

Leder sei nur ein Abfallprodukt

Leder sei nur ein Abfallprodukt aus der Schlachtung, so meinen viele. Doch Millionen Schuhe, Gürtel und Lederjacken sind auch Teil der Wertschöpfung. Leder kann aus Tierquälerei stammen, für den Menschen giftig sein und sogar das Klima schädigen. · Alle Bilder: Manfred Karremann

Für die Lederproduktion um die halbe Welt gekarrt

Für die Produktion von Leder werden jährlich mehr als 1,4 Milliarden Rinder, Ziegen, Schafe und weitere Tiere getötet. In Ländern wie der Türkei boomt der Handel mit ihren Häuten, wodurch die grausamen Lebendtransporte stark zugenommen haben. Bereits 2018 wurden 900.000 Rinder und knapp 281.000 Schafe lebend aus Ländern wie Deutschland, Irland, Frankreich, Spanien, Brasilien, Australien und Österreich in die Türkei exportiert. Deutschland ist nach Russland der zweitgrößte Abnehmer türkischer Lederwaren, insbesondere von Schuhen. So landen die Produkte der häufig betäubungslos getöteten Tiere auch in deutschen Geschäften.

Augenzeugen konnten einige der qualvollen Routen festhalten. So werden brasilianische Rinder wochenlang auf Schiffen in die Türkei oder in den Libanon transportiert. Auch deutsche und österreichische Rinder konnten bis in den Libanon verfolgt werden. In der Türkei geht es für einige Tiere auf LKWs weiter in den Irak.

Die ZDF-Dokumentation "Tiertransport grenzenlos -

von Manfred Karremann zeigte schockierende Aufnahmen von Tiertransporten für die Lederproduktion. Leider keine Ausnahme, sondern millinoenfache Realität. · Alle Bilder: Karremann - PETA

Tiere ohne ausreichend Wasser und Nahrung

auf Schiffen und LKWs

Auf den kräftezehrenden, oftmals wochenlangen Routen werden die Tiere in der Regel unzureichend mit Nahrung und Wasser versorgt. Sie sind Hitze wie Kälte wehrlos ausgesetzt, während sie dicht zusammengedrängt in ihrem eigenen Kot stehen. Auf offenen Anhängern sind die Rinder und Schafe zudem der Witterung schutzlos ausgeliefert. Ungesichert stoßen sie aneinander und verletzen sich dabei gegenseitig. Fallen sie zu Boden, können sie von anderen Tieren zertrampelt werden.

Deutsche Rinder müssen wochenlange Transporte

um die halbe Welt durchleiden, bevor sie für die Produktion von Leder getötet werden. · Alle Bilder: Karremann - PETA

Für die Lederproduktion ohne Betäubung getötet

In vielen Ländern werden Tiere ohne Betäubung getötet. Rinder, Schafe und Ziegen werden einfach zu Boden gedrückt, teilweise gefesselt: ihr Hals wird mit einem Messer durchtrennt. Aufgrund ungeschulten Personals oder der Verwendung stumpfer Messer kann ihr qualvoller Todeskampf mehrere Minuten dauern. Aufnahmen zeigen, wie Arbeiter Schafen vor den Augen ihrer Artgenossen die Kehle durchschneiden und sie zum Ausbluten auf einen Haufen werfen, während die Tiere zucken und um sich treten.

Nicht nur in Schlachthöfen in der Türkei,

sondern auch in Ländern wie dem Libanon und Libyen finden sich Tiere, die ursprünglich aus Deutschland stammen. In einem Fall wurden sogar schwangere Kühe als Zuchttiere ordnungsgemäß aus Bayern nach Osteuropa transportiert, von dort aber dann nahtlos mit anderen Papieren als Schlachtvieh nach Spanien gekarrt und auf ein Schiff mit Ziel Libyen verladen. · Alle Bilder: Karremann - PETA

Verletzte Tiere illegal in Schlachthöfen getötet

Obwohl es in Europa illegal wäre, verletzte oder sterbende Tiere bis zum Schlachthof zu zerren, zeigen die Aufnahmen, wie Arbeiter auch schwache, offensichtlich im Sterben liegende Rinder gewaltsam von Transportern ziehen. Anschließend schneiden sie ihnen im Schlachthof die Kehle durch. Selbst schwangere Tiere müssen alle Strapazen der Lebendtransporte erleiden. Wenn sie sich unterwegs verletzen, werden auch sie in einen Schlachthof gezerrt und mitsamt ihrem Kind im Bauch getötet. Während die vorsätzliche Tötung schwangerer Tiere in Europa verboten ist, wird die Haut ungeborener Kälber in Ländern wie China sogar als besonders wertvolles Leder gehandelt und landet über den globalen Handel unter dem Begriff »Slunk« auch nach Europa.

Völlig abgemagert, entkräftet und oft durch

Schläge verletzt im Schlachthof in der Türkei oder in Nordafrika angekommen, wird den Tieren bei vollem Bewusstsein die Kehle aufgeschnitten, vielen wird sogar noch lebendig die Haut abgezogen. · Alle Bilder: Karremann - PETA

Rinder mit Kränen gewaltsam von Schiffen gezerrt

Wenn die Tiere nach Tagen oder Wochen am Zielort entladen werden, ist ihr Fell oftmals mit dicken Schichten aus Kot und Urin verklebt. Manche Tiere sind so schwach oder verletzt, dass sie nicht mehr die Kraft haben, sich eigenständig auf den Füßen zu halten. Sie werden mit Kränen von Bord gehievt. Dabei hängen sie mit ihrem gesamten Gewicht an einem Bein. Da ein ausgewachsenes Rind mehrere hundert Kilo wiegt, können die Beine der Tiere dabei brechen und ihre Gelenke schmerzhaft auskugeln.

Durch tagelange Transporte sind manche Tiere

so schwach oder verletzt, dass sie nicht mehr die Kraft haben, sich auf den Füßen zu halten. Sie werden mit Kränen auf Schiffe verladen oder an einem einzigen Bein hängend von Bord gehievt. Alle Bilder: Karremann - PETA

Manfred Karremann über seinen Film

»Auf das Thema Tiertransporte bin ich bereits 1989 gestoßen. In deutschen Schlachthöfen sah es damals nicht besser aus als in Beirut heute. Das hat sich glücklicherweise schrittweise in Deutschland und der gesamten EU positiv verändert. Bleibt aber, die millionenfachen Transporte zum Schlachten um die halbe Welt immer wieder in Frage zu stellen. Angesichts des immensen Tierleids und der unglaublichen Umweltverschmutzung habe ich oft an Greta Thunberg und ihre Worte "How dare you!" gedacht. Und ich bin immer wieder aufs Neue schockiert darüber, wie Menschen so mit Tieren, aber auch der Umwelt umgehen können.«

ZDF-Dokumentation von Manfred Karremann »Leder für Deutschland« ansehen:
zdf.de/dokumentation/37-grad/37-tiertransport-grenzenlos-102.html

In der ZDF-Dokumentation spürt Manfred Karremann

die verschlungenen Wege der Tiertransporte auf. Und das geht so: Ahnungslose Landwirte verkaufen Kälber an einen Händler. Der verkauft sie weiter. Oft kommen die wenigen Wochen alten Tiere anschließend direkt in eine Mast in Länder wie Spanien. Von dort gelangen die deutschen Rinder auf dem Weg in den Nahen Osten oder nach Nordafrika. · Alle Bilder: Karremann - PETA

Aber auch deutsche Milchkühe,

die zur Zucht exportiert wurden, finden sich in den Schlachthöfen im Nahen Osten oder Nordafrika. · Alle Bilder: Karremann - PETA

Aber auch deutsche Milchkühe,

die zur Zucht exportiert wurden, finden sich in den Schlachthöfen im Nahen Osten oder Nordafrika. · Alle Bilder: Karremann - PETA

Die Leder-Produktion ist nicht nur für das Leiden

und qualvolle Sterben von vielen Millionen Tiere verantwortlich. Aufgrund von intensiven chemischen Gerbverfahren stellt die Lederindustrie in Billiglohnländern zudem eine große Gefahr für Menschen und die Umwelt dar - und setzt auch Verbraucher in Deutschland erheblichen Gesundheitsrisiken aus. Alle Bilder: Karremann - PETA

Herkunft von Leder oftmals unbekannt

Wegen mangelnder Kennzeichnungspflichten für Lederprodukte und der intransparenten Handelswege kann die ursprüngliche Herkunft der Tiere und ihrer Häute in der Regel nicht zurückverfolgt werden. Konsumenten können nicht erkennen, ob ihr Schuh oder ihre Tasche aus der Haut eines Rindes, Hundes oder Kängurus gefertigt und in welchem Land das Tier getötet wurde. Angaben wie »Made in Italy« geben ebenfalls keine Auskunft über die Herkunft oder Verarbeitung der Tierhäute, sondern lediglich darüber, wo das Endprodukt zuletzt bearbeitet wurde.

Deutschland ist ein Hauptabnehmer von Schuhen,

deren Leder aus der Türkei stammt. Gefertigt werden sie auch aus der Haut deutscher Tiere. Offizielle Label, die Angaben über die Herkunft der Tierhäute und den Ort der Gerbung geben, gibt es nicht - egal, ob beim 20 Euro-Schuh oder beim teuren Designerstiefel. Im Gegensatz zur Textilindustrie ignorieren die Kunden bei Lederprodukten bisher die Bedingungen, unter denen sie hergestellt werden. · Alle Bilder: Karremann - PETA

Leder ist eine Katastrophe für Mensch und Natur

Leder verursacht nicht nur Tierleid, es gilt auch als eines der umweltfeindlichsten Produkte der Welt. Für die Rinderzucht und die Produktion von Futtermitteln werden jeden Tag unersetzbare Regenwälder gerodet. Die Massentierhaltung trägt durch die Freisetzung von Methan und anderen klimaschädlichen Gasen überdies massiv zur Erwärmung des Klimas bei. Zudem werden bei der Gerbung zahlreiche hochgiftige Chemikalien wie Chrom oder Formaldehyd eingesetzt, die eine Gefahr für Natur und Menschen darstellen. In Endprodukten wie Schuhen, Taschen und Kleidung finden sich häufig Belastungen mit Chrom VI,
einem krebserregenden und allergieauslösenden Schwermetall.

Was Sie tun können

Egal, woher Leder stammt: Es ist immer mit Tierleid und Umweltzerstörung verbunden. Während wir Hunde und Katzen als unsere Gefährten verwöhnen, stehen tagtäglich Milliarden Tiere wie Rinder, Schafe oder Ziegen knietief in ihrem eigenen Kot, werden mit Elektroschocks malträtiert, in Tiertransporten um die halbe Welt gekarrt und schließlich getötet.

Bitte schauen Sie immer auf das Etikett: Ist darauf der Begriff Leder oder das entsprechende Symbol abgebildet, lassen Sie das Produkt im Regal liegen. Wählen Sie den Tieren zuliebe stattdessen vegane Alternativen wie Kunstleder Ananasleder oder Kork. Immer mehr Firmen bieten vegane Schuhe, Gürtel, Taschen und Kunstlederjacken an.

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Informationen:

PETA Deutschland e.V.
www.peta.de/tiertransporte-leder

ZDF-Dokumentation von Manfred Karremann »Leder für Deutschland« ansehen:
zdf.de/dokumentation/37-grad/37-tiertransport-grenzenlos-102.html