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Das Essen von Früchten entwickelte große Gehirne

Bonobos sind besonders friedfertig

und gelten als die Genies unter den Affen. Früchte machen den Hauptbestandteil ihrer Nahrung aus. · Bild: Uryadnikov Sergey - Fotolia.com

Die Ernährung war der entscheidende Faktor für die Entwicklung eines großen Gehirns bei Primaten. Dies weisen Evolutionsbiologen der New York University im Wissenschaftsmagazin Nature Ecology & Evolution nach. Ihre Analysen von mehr als 140 Primatenarten zeigen, dass Früchte-Fresser durchschnittlich 25 Prozent mehr Hirnmasse als Fleisch- oder Allesfresser haben.

Bislang galt bei Anthropologen die Hypothese, die Komplexität sozialer Gruppen sei der entscheidende Faktor für die primäre kognitive Komplexität. Das Leben in großen sozialen Gruppen (»sozialer Druck«) habe letztlich zur Evolution des großen Gehirns beim Menschen und seinen Verwandten geführt.

»Obwohl diese Idee von Studien unterstützt wurde, die positive Beziehungen zwischen relativer Hirn- und / oder Neocortex-Größe und Gruppengröße anzeigen, sind die berichteten Effekte verschiedener sozialer und zusammenpassender Systeme in hohem Maße widersprüchlich«, so der Einwand von Forschern vom Department of Anthropology, New York University in dem Fachartikel »Primate brain size is predicted by diet but not sociality« (»Gehirngröße von Primaten wird bestimmt von der Ernährung und nicht durch Sozialität«).

25 Prozent mehr Hirnmasse

Die Evolutionsbiologen um Alex R. DeCasien weisen in ihrer Studie nach, dass die Ernährung der entscheidende Faktor für die Entwicklung eines großen Gehirnes war. Ihre Daten und Analysen von mehr als 140 Primatenarten zufolge weisen Früchte-Esser durchschnittlich 25 Prozent mehr Hirnmasse als Fleisch- oder Allesfresser auf - unabhängig von den sozialen Strukturen innerhalb der jeweiligen Spezies.

Quellen:
·
Evolutionsbiologen: Früchte formten große Gehirne. Deutschlandfunk, 28.3.2017
· Alex R. DeCasien et al.: Primate brain size is predicted by diet but not sociality. In: Nature Ecology & Evolution 1-2017.