Federleicht - Das erstaunliche Leben der Spatzen

Sie leben mitten unter uns in unseren Dörfern, Städten und den heimischen Gärten, sie landen auf Bistro-Tischen und in Biergärten, um blitzschnell von unserem Kuchen, Baguette oder sogar Pommes zu stibitzen - und doch wissen wir so wenig über sie: Spatzen, auch Sperlinge genannt. Im Gefolge des Menschen haben sie fast den gesamten Globus besiedelt. Doch leider sind auch Spatzen inzwischen stark bedroht: die Bestände haben bis zu 80 Prozent abgenommen. In ihrem Buch »Das erstaunliche Leben der Spatzen« laden uns die Naturexperten Eva Goris und Claus-Peter Hutter zu einer Entdeckungsreise ein: in die geheime Welt eines vermeintlichen »Allerweltsvogels«. Auf unterhaltsame Weise erfahren wir viel Wissenswertes über das Leben der Spatzen, bei denen es heißt: »Einer für alle, alle für einen«. Und auch, was wir alle tun können, um den Spatzen das (Über-)Leben zu erleichtern. Eine Liebeserklärung an eine verkannte und unterschätzte Vogelfamilie - und ein flammender Appell, mit der uns anvertrauten Natur sorgsamer umzugehen.

Spatzen sind ausgesprochen gesellig

Spatzen sind ausgesprochen gesellig

und halten fest zusammen. · Bild: Bachkova Natalia Shutterstock.com

Spatzen – früher überall, heute vom Aussterben bedroht

Die Anfänge der Mensch-Spatz-Beziehung reichen in biblische Zeiten zurück - und lassen sich sogar in den Genen der Spatzen nachweisen: Als der Mensch begann, Getreide anzubauen, entwickelte sich der Spatz zum Getreidefresser und war seither aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken - bis vor Kurzem. Seit etwa 1990 sinkt die Zahl der Spatzen rapide. Inzwischen stehen sie auf der Roten Liste und sind vom Aussterben bedroht. Wie kann das sein, wenn Spatzen als Allesesser doch überall etwas zu futtern finden - sogar in Biergärten, Cafés und auf Marktplätzen?

Die Antwort: Spatzen füttern ihre Jungen nicht mit Körnern, sondern mit Insekten. Und sofort wird das Problem klar: Der dramatische Rückgang der Insekten bedroht nicht nur typische Insektenesser wie Amsel, Rotkehlchen, Dorngrasmücke und Gartenrotschwanz, sondern auch die Körneresser unter den Vögeln wie Finken und eben auch Spatzen. »Vogelkundler haben ausgerechnet, dass ein einziges Spatzenpaar in einer Brutsaison über 20.000 Insekten verfüttert und rund 400-mal am Tag das Nest mit Nahrung anfliegt«, erfahren wir in dem Buch.

Erwachsene Spatzen sind Allesesser, die sich jedoch vor allem von Körnern, Kräutern und Knospen ernähren. Da sie aber auch Blattläuse, Asseln, Raupen und Spinnentiere vertilgen, halten sie Schädlinge im Garten in Schach.

Was sind die Gründe für das dramatische Insektensterben und den Rückgang der Vögel?

Früher summte und zwitscherte es in der Feldflur: Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und Vögel hatten hier einen reich gegliederten Lebensraum. Seit Jahren ist es still geworden: Mit montonen Agrarflächen, hochgiftigen Pestiziden und Überdüngung gilt die industrielle Landwirtschaft als Hauptverursacher für das dramatische Insektensterben und den Rückgang der Vögel. Insektizide vernichten die Insekten, Herbizide vernichten Wildblumen und Wildkräuter, die wiederum Insekten und Vögeln als Nahrung dienen. Dazu kommen die Rodung von Hecken und Bauminseln und das Umpflügen von Wiesen, Brachen und Grünstreifen für immer größere Felder, die mit riesigen Maschinen bewirtschaftet werden.

Während noch vor 30 Jahren nach jeder längeren Autofahrt im Sommer die Windschutzscheibe voller zerquetschter Insekten war, so dass man an der Tankstelle die Scheiben mühsam waschen musste, bleiben heute Autoscheiben und Kühlergrill sauber - ein unübersehbares Zeichen für den dramatischen Rückgang der Insekten. Deshalb ist in den letzten 30 Jahren die Zahl der Spatzen um mehr als die Hälfte - in manchen Regionen bis zu 80 Prozent - zurückgegangen.

»Wenn schon Überlebenskünstler wie Spatzen rapide zurückgehen, wie mag es erst den Sensibelchen unter den Wildtieren und den Nahrungsspezialisten gehen?«, fragen Eva Goris und Claus-Peter Hutter. »Mehl- und Rauchschwalbe, Zaunkönig, Mönchsgrasmücke, Feldlerche - sie alle sind Opfer einer fortschreitenden Lebensraumvernichtung, die am Ende vielen Millionen Individuen den Tod bringt.«

In Europa ging die Zahl der Vögel im Agrarland um 57 Prozent zurück. Die Intensivierung der Landwirtschaft mit hohem Einsatz von Agrochemikalien und die Umwandlung von Grün- in Ackerland ist laut Reports State of the World"s Birds 2022 die größte Bedrohung für die Vögel der Welt: 73 Prozent aller bedrohten Arten sind davon betroffen.

Durch das dramatische Insektensterben

Durch das dramatische Insektensterben

die industrielle Landwirtschaft mit montonen Agrarflächen und hochgiftigen Pestiziden finden unsere Vögel immer weniger Nahrung. Deswegen sollten wir ihnen in unseren Gärten ganzjährig Futter anbieten. · Bild: Ramona Edwards - Shutterstock.com

Wichtiger denn je: Naturnahe Gärten

Vögel finden in unserer ausgeräumten Landschaft das ganze Jahr über zu wenig Nahrung. Inzwischen ist die Artenvielfalt in Städten größer als auf dem Land: Weitläufige Parkanlagen, Gärten und Friedhöfe sind zu Über-Lebensräumen für Wildtiere geworden. Sie bieten mit alten Bäumen, Sträuchern und blühenden Blumen Lebensraum und Nahrung für Insekten und Vögel.

Wichtiger denn je sind naturnahe Gärten mit Obstbäumen, Sträuchern, Küchenkräutern, Blumenbeeten und Wildblumenwiesen. »Das Insekten-Buffet ist dort reich gedeckt, wenn es im Garten dichte Büsche aus heimischen Sträuchern wie Heckenrosen, Nutzpflanzen wie Brombeeren und blühendem Lavendel und Margeriten gibt«, erklären Eva Goris und Claus-Peter Hutter. »In einem spatzenfreundlichen Garten wimmelt es von Käfern, Spinnentieren, Ameisen und Schmetterlingslarven. Acker-Witwenblumen, Liguster, Hopfen, Sommerflieder und Hundsrose sowie das immergrüne Geißblatt bieten neben Futter und Schutz für Insekten auch Früchte und Samen für Vögel. Wer naturnah gärtnert, wird dreifach belohnt: mit einem bunten Garten, mit viel Vogelgesang und weniger schädlichen Insekten«, so das Autorenteam.

Angesichts des dramatischen Insekten- und Vogelsterbens sollten wir in unseren Gärten durch Futterstellen unseren Vögeln helfen und zwar das ganze Jahr über. Natürlich finden Vögel in einem vogelfreundlichen Garten auch Nistgelegenheiten, Wasserstellen zum Trinken und Baden sowie eine Futterstelle.

Spatzen sind Leichtgewichte von nur 25 Gramm. Ihr Herz schlägt 800-mal in der Minute, um die Körpertemperatur ständig auf 42 Grad zu halten. Das erfordert einen großen Energieaufwand - und dazu kommt noch der hohe Kalorienverbrauch beim Fliegen.
Darum müssen Vögel ständig futtern - im Vergleich zu der Nahrung, die ein Mensch für sein Körpergewicht braucht, brauchen Vögel umgerechnet etwas zehnmal soviel zu essen.

»Gerade bei Minusgraden und Dauerfrost brauchen Vögel kalorienreiches, hochwertiges Futter, um die kräftezehrende Kälte zu überleben«, schreiben die Naturexperten. »Denn bei Kälte verbrauchen die kleinen Flieger jede Menge Brennstoff in Form von Fett. So verliert ein spatzengroßer Vogel in einer einzigen Frostnacht bis zu zehn Prozent seines Körpergewichtes; dieser Verlust muss am nächsten Tag ausgeglichen werden, sonst endet die nächste kalte Nacht tödlich.«

Schritt für Schritt zum vogelfreundlichen Garten

· Einheimische, standortgerechte Pflanzen gegenüber Exoten bevorzugen.
Vielfalt pflanzen: Verzicht auf pedantisch gepflegten Rasen, stattdessen Schmetterlingswiesen-Samen als bunte Insel oder am Rand des Rasens aussäen,
Weniger ist mehr: Wildblumenwiesen können nur dann gedeihen, wenn dauerhaft auf eine Düngung und häufiges Mähen der Rasenfläche verzichtet wird. Dünger sollte ebenso wie Pestizide an keiner Stelle zum Einsatz kommen.
· Wildwuchs schützt Schmetterlinge: In einer Ecke oder unter Sträuchern Brennnesseln und Disteln als Futterpflanzen stehen lassen. Die Raupen vieler Schmetterlingsarten wie Kleiner Fuchs, Tagpfauenauge und Admiral sind darauf angewiesen.
· Laubsauger sind tabu: Neben Laub verschwinden in den Saugern Samen sowie zahllose Insekten, die sich unter Laubschichten zur Winterruhe zurückgezogen haben.
Das verringert das Nahrungsangebot für Vögel.
· Laub liegen lassen oder kompostieren: Statt Herbstlaub zu entfernen, sollte ein Teil besser unter Hecken und unter Sträucher gerecht werden. Der Rest wird, zusammen mit Holzhäckseln, auf dem Komposthaufen zu wertvoller Humuserde für Pflanzbeete Im Kompost finden Vögel neben Nahrung auch Material für ihren Nestbau.
· Holzreste aufschichten für Kinderstuben und Schlafplätze: Reisig und abgeschnittene Äste nicht verbrennen oder häckseln, sondern totes Holz aufschichten und aufbewahren. Das bietet am Boden brütenden Vogelarten und anderen Wildtieren wie Igeln Wohnraum.

Die richtige Vogelfütterung

· Achten Sie auf hochwertiges Vogelfutter in Lebensmittelqualität: Sie sollten Vögeln nur solche Körner, Nüsse und Samen geben, die sie auch in Ihr eigenes Müsli tun würden.
· Essensreste, altes Brot (Schimmelgefahr!), Gewürze usw. gehören auf gar keinen Fall an die Futterstelle! Sie können die Vögel, denen wir ja eigentlich helfen wollen, krank machen.
· Pflanzliche Fette aus Nüssen und Samen sind perfekte Energiespender: Spatzen,Buchfinken, Grünlinge, Kleiber und Kernbeißer sind mit Sonnenblumenkernen, Hanf, Hirse und klein gehackten Hasel- und Walnüssen gut versorgt. Vermischt mit aufgeschlossenen Weizen- und Haferflocken bietet die Futterstelle auch ein Angebot für Ammern und Kleiber.
· Achtung: In Billigfutter werden harte Getreidekörner als Füllmaterial untergemischt! Meist bleibt dieses Futter liegen, wird nass, schimmelt und schadet den Vögeln.

Spatzen sind unglaublich gesprächig

Spatzen sind unglaublich gesprächig

und kommunizieren den ganzen Tag miteinander. · Bild: Bachkova Natalia Shutterstock.com

Spatzen: Einer für alle - alle für einen

Spatzen sind ausgesprochen gesellig und halten fest zusammen. Durch laute Rufe warnen sie sich gegenseitig, wenn sich ein Sperber nähert oder eine Katze anschleicht - mitunter werden Katzen sogar durch gemeinschaftliche Scheinangriffe aus der Luft vertrieben. Spatzen sind unglaublich gesprächig und kommunizieren den ganzen Tag miteinander. Und sie brüten gerne in Gemeinschaft.

Bereits ab März beginnen Spatzen mit dem Nestbau und brüten von April bis August. Erfahrene Vogeleltern ziehen bis zu vier Bruten auf.

Nach zwei Wochen schlüpfen die Spatzenküken. Sie sind zunächst nackt und blind und kaum größer als ein Stück Würfelzucker. Die Eltern sind den ganzen Tag damit beschäftigt, Nahrung für die hungrigen Vogelkinder zu beschaffen. Sind die Vogeleltern unterwegs, um Insekten zu fangen, herrscht absolute Stille im Nest. Dies ist eine wichtige Überlebensstrategie, damit keine Nesträuber auf die Küken aufmerksam werden. Doch sobald sich ein Elternvogel dem Nest nähert, werden sie quicklebendig, strecken die Köpfchen senkrecht aus dem Nest, sperren die Schnäbel auf und machen ein riesiges Geschrei. Der grellgelbe Rachen übt verbunden mit den Bettelrufen einen starken Schlüsselreiz auf die Vogeleltern aus.

»Singvogeleltern fliegen bis zu 400-mal am Tag zum Nest, um die Küken zu füttern«, erfahren wir in »Federleicht«. Und: Spatzeneltern können die Rufe ihrer Küken sehr genau von denen anderer Küken unterscheiden. Das Weibchen sorgt für die Sauberkeit in der Kinderstube. »Mit dem Schnabel wird das Nistmaterial wie Bettzeug vorsichtig aufgeschüttelt«, erklären Eva Goris und Claus-Peter Hutter. Dotterreste, alte Eierschalen, Kot und Nahrungsreste werden sofort aus dem Nest beseitigt. Spatzen sind Kräuterexperten: Um Parasiten fernzuhalten, bringen sie Blätter von Schafgarbe oder Wermut ins Nest.

Kaum mehr als zwei Wochen nach dem Schlüpfen machen die Spatzenküken die ersten Flugversuche und verlassen das Nest. Damit ist die Arbeit für die Vogeleltern keineswegs getan: Jetzt sitzen die pummeligen Vogelkinder auf Ästen und sperren die Schnäbel auf. Für die Jungvögel ist das eine gefährliche Zeit: Sie können noch kaum fliegen und das Absturzrisiko ist groß - so sind sie eine leichte Beute für Katzen und andere Fressfeinde. Etwa eine Woche nach Verlassen des Nests werden die Spatzenkinder allmählich eigenständig und beginnen zum ersten Mal, selbst Futter zu suchen.

»Obwohl für uns Menschen ein Spatz wie der andere aussehen mag: Verwechslungen untereinander sind ausgeschlossen«, erklären die Autoren. »Die Vögel erkennen sich gegenseitig sehr genau an ihrem Aussehen und dem typischen Gesang.«

Wasserstellen sind das ganze Jahr über wichtig,

Wasserstellen sind das ganze Jahr über wichtig,

nicht nur als Vogeltränke: Spatzen veranstalten gerne regelrechte Badefeste! · Bild: stmilan - Shutterstock.com

Von wegen Dreckspatz!

Völlig im Gegensatz zu der Bezeichnung Dreckspatz sind Spatzen sehr reinlich. Den unrühmlichen Namen hat ihnen ihre Vorliebe für Staubbäder eingebracht. Mit Staubbädern schütteln Spatzen Milben und andere Federparasiten ab. Sehr gerne baden Spatzen in Wasser - sogar im Winter. An großen Vogeltränken kann man sie meist zu mehreren beobachten, wie sie mehrmals am Tag regelrechte Badefeste veranstalten, bis auch der letzte Federkiel nass ist. Darum sollte das Wasser von Vogeltränken und Gartenbrunnen regelmäßig gewechselt und aufgefüllt werden, um es sauber zu halten.

Hin und wieder nutzen Spatzen auch eine »bio-chemische« Reinigung und stecken sich Ameisen ins Gefieder. Denn Ameisensäure vertreibt wirksam Parasiten. Sauberkeit sei nicht nur eine Frage von Schönheit, erklären die Autoren: Befallenes Gefieder wärmt und isoliert nicht. Bei Kälte kann das tödlich enden - erst recht für den Nachwuchs.

Spatzen sind Höhlenbrüter.

Spatzen sind Höhlenbrüter.

Spatzen sind Höhlenbrüter. Am liebsten brüten sie in der Nähe anderer Spatzen und ziehen ihren Nachwuchs miteinander auf. Die geselligen Vögel verbringen den ganzen Tag zusammen, suchen gemeinsam Futter und baden gerne gemeinsam.

Hilfe für Vogeleltern und Spatzenkinder

In ihrem Buch »Das Leben der Spatzen« geben Eva Goris und Claus-Peter Hutter wertvolle Hinweise, wie wir Vogeleltern und Spatzenkindern helfen können. Was können wir zum Beispiel tun, wenn ein Vogelküken aus dem Nest gefallen ist oder bei den ersten Flugversuchen eine Bruchlandung gemacht hat? Nicht jeder Jungvogel, der aus dem Nest gefallen ist, sei gleich ein Notfall, so die Naturexperten. Oft halten die Altvögel den Bruchpiloten durchaus im Auge und nehmen Rufkontakt auf. Außerdem füttern sie auch außerhalb des Nestes weiter. Deshalb macht es durchaus Sinn, den Flugschüler dort zu belassen, wo er so unglücklich gelandet ist. Befindet er sich in einer misslichen Lage, kann man ihn getrost vorsichtig in die Hand nehmen und aus der Gefahrenzone bringen. Es sei ein weit verbreiteter Irrtum, dass Vogeleltern den Nachwuchs verstoßen, wenn ein Mensch das Küken in der Hand gehabt habe. So könne man für Vogelwaisen sogar ein Ammennest suchen: Gerade Koloniebrüter wie der Spatz kümmern sich auch um verwaiste Jungvögel, deren Eltern ein Unglück zugestoßen ist. Es komme nicht selten vor, dass die verwaisten Spatzenkinder von den Nachbarn mitgefüttert werden. Spatzen ziehen sogar fremde Vögel auf. Der Fütterungstrieb ist derart stark ausgeprägt, dass sie selbst Meisenküken füttern, wenn zufällig ein Nest in der Nähe ist.

Wohnungsbau für Spatzen

»Wer für Spatzenfamilien eine Immobilie schaffen will, sollte bedenken, dass der kleine Vogel gesellig ist und am liebsten in Kolonien brütet«, erfahren wir weiter. »Natürlich ziehen Spatzen in Anbetracht der Wohnungsnot auch in einzelne Nistkästen (so etwa der Feldsperling), aber lieber ist es ihnen, wenn andere Paare gleich nebenan wohnen und ihren Nachwuchs großziehen.« Deswegen sollte man mehrere Nistkästen nebeneinander hängen. Es gibt Spatzenhäuser aus Holz mit drei Nistkammern nebeneinander, die zwischen 30 und 40 Euro kosten. Noch besser sind Koloniekästen aus Holzbeton, wie sie die Firma Schwegler anbietet. Sie sind langlebiger als Holzkästen und bieten für die Jungvögel ein besseres Innenklima.

Beim Aufhängen eines Nistkastens sollte man auf die Himmelsrichtung achten und das Einflugloch nach Osten oder Südosten ausrichten: Für den Vogelnachwuchs ist es optimal, wenn die Morgensonne auf den Nistkasten fällt; so wärmt sich der Nistplatz nach einer kühleren Nacht schneller auf und die Vogeleltern können unbesorgt auf die Suche nach Insekten gehen. Doch ein Nistkasten sollte niemals der Hitze des Tages - erst recht nicht der prallen Mittagssonne - ausgesetzt sein! Heizt es sich im Innern zu stark auf, ist das Leben der Küken akut gefährdet , erklärt das Autorenteam. Daher macht es Sinn, Nistkästen in Schatten spendende Bäume oder unter das Dach zu hängen. Um die Vogelküken vor Regen und Wind zu schützen, hängt man den Kasten leicht nach vorne geneigt auf.

Übrigens stehen Spatzen und ihre Nistplätze unter Schutz. »Wer eine Brutstätte zerstört und angezeigt wird, muss mit einer empfindlichen Strafe rechnen«, erklären Eva Goris und Claus-Peter Hutter.

"Sind die Spatzen weg, ist es um uns selbst nicht mehr gut bestellt"

Längst sind Spatzen - wie viele andere Vogelarten auch - bedroht. »Man kann den Spatzen durchaus als Symbolvogel für den Krieg der Menschen gegen die Natur sehen«, so die beiden Autoren. Dieser Krieg hat Milliarden Opfer unter den Tieren gefordert. Lange habe der Spatz mit einer großen Zahl an Individuen der Vernichtung standgehalten. Doch in den letzten 30 Jahren brechen die Bestände ein. Der dramatische Rückgang der einstigen Allerweltsvögel muss uns allen zu denken geben. Denn seien die Spatzen erst einmal weg, sei es um uns selbst nicht mehr gut bestellt...

Eva Goris war nach dem Biologiestudium zehn Jahre Redakteurin bei der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ), dann arbeitete sie als Pressesprecherin der Umweltschutzorganisation Greenpeace. Ab 1990 war sie Ressortleiterin Umwelt/Wissenschaft der BILD am SONNTAG (BamS) und von 2008 bis 2022 Pressesprecherin der Deutschen Wildtier Stiftung. Sie erhielt für ihre aufrührenden Reportagen verschiedene Journalistenpreise und hat mehrere Bücherveröffentlicht. Natur- und Umweltschutz ist auch Menschenschutz, lautet ihr Motto.

Claus-Peter Hutter ist Präsident der Stiftung NatureLife-International und Autor zahlreicher Publikationen zu Natur- und Umweltschutz. Als Ehrensenator der Universität Hohenheim, Lehrbeauftragter der Universität Stuttgart und als langjähriger Leiter der Umweltakademie Baden-Württemberg hat er zahlreiche Bildungsprojekte realisiert, um der Wissenserosion in Sachen Natur entgegenzuwirken. Für sein Engagement wurde er unter anderem dem Bundesverdienstkreuz und einer Ehrendoktorwürde ausgezeichnet.

Eva Goris und Claus-Peter Hutter: Federleicht
Das erstaunliche Leben der Spatzen
Illustriert von Bernd Pöppelmann
Taschenbuch , 224 Seiten
Heyne, 2022 ISBN: 978-3-453-28138-7
Preis: 15,00 [DE], 15,50 € [AT], 21,90 CHF

FREIHEIT FÜR TIERE 3/2026

Freiheit für Tiere 3/2026

Artikelnummer: 3-2026

Tiernachrichten: Verletzter Kormoran klopft an Notaufnahme in Bremen • Amsterdam verbietet Werbung für Fleisch • Plakate in Londoner U-Bahnen: Gaskammern für Schweine nicht »human« • Niedersachsen: Klage wegen CO2-Betäubung von Schweinen • Größter Legehennen-Schlachthof Bayerns: Mehrere Mitarbeiter wegen Tierquälerei verurteilt • Neues Tierschutzrecht in Italien: Tiere sind keine »Sachen« - Härtere Strafen für Tierquälerei • Verstoß gegen das Schweizer Tierschutzgesetz: Größte Lachsfabrik in der Schweiz geplant • Studie: EU gibt 23% des Gesamthaushalts als Subventionen für Fleisch und Milch aus • Rheinland-Pfalz: Grundstück in Winzeln ab sofort jagdfrei • Werkzeuge, Ideen und Innovationen: Der Erfindergeist der Tiere • Kulturlandschaft: Die Logik hinter dem Artenverlust - Mit Herz und Augen in der Natur unterwegs • Symbiosen: Pflanzen und Tiere im Garten • Nachhaltigkeit: Vegane Ernährung im Sport • TAMU: Das vegane Afrika-Kochbuch

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FREIHEIT FÜR TIERE 2/2026

Freiheit für Tiere 2/2026

Artikelnummer: 2-2026

Tiernachrichten: Schutzgebiet für ehemalige Show-Delfine in Süditalien entsteht • Verhaltenforschung: Werkzeuggebrauch bei Kühen - wie Primaten • Hobbyjagd: Freizeitvergnügen mit tödlicher Schusswaffe • Stoppt die Jagd auf Vögel! • Tierportrait: Deutschlands Wilde Wölfe • Mit Tieren leben: ERST das Buch, dann der HUND: Ratgeber VOR dem Hundekauf • 101 Empfehlungen von internationalen Wissenschaftlern: Vegane Ernährung als Schlüssel gegen zunehmende Gesundheitskrisen • Neue Studie: Ist pflanzliche Ernährung für Kinder und Jugendliche gesund? • Ernährung ohne Tierleid: Tipps für ein langes, gesundes und tierfreundliches Leben • Forschungstrend »Longevity«: Mit Pflanzenkraft gesunde Lebensjahre gewinnen - mit Rezepten • Lifestyle: »VEGAN & Delicious« von Bianca Zapatka - Tierfreundliche Rezepte

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FREHEIT FÜR TIERE 1/2026

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Tierschutz aktiv: Delfinarien: Schluss mit Delfinen in Gefangenschaft! • Historisches Urteil in Spanien: Massive Umweltverschmutzung durch Massentierhaltungverstößt gegen Menschenrechte • Bayerns größter Milchviehbetrieb: Tierhaltungsverbot wegen schwerer Tierquälerei • Gesetz ab 2026 in Österreich: Heimtierhaltung mit Sachkundenachweis • Neues Gesetz zur Heimtierhaltung: Interview Prof. Rudolf Winkelmayer, Veterinär und Tierethiker • Ethik und Religion: Die Verfolgung von Vegetariern durch die Kirche • Tierportrait: »Hase und ich« - Ergreifende Rettung und Aufzucht eines Feldhasenbabys • Studie: Schon eine Scheibe Wurst am Tag erhöht das Risiko für chronische Krankheiten • Studie: Pflanzliche Ernährung reduziert Krebsrisiko deutlich • Italienische Küche vegan: Kochen alla Nonna • Rezept: Cavatelli agli spinaci • Rezept: Pasta al forno • Rezept: Tiramisu • DVD-Tipp: »Gottes Gäste« - Jetzt drei Tiergemärchen von Manfred Kyber auf DVD

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Neuauflage: FREIHEIT FÜR TIERE - Fakten gegen die Jagd

FREIHEIT FÜR TIERE: Fakten gegen die Jagd (völlig überarbeitete und auf 60 S. erweiterte Neuauflage)

Artikelnummer: 522

Fakten und Argumente gegen das blutige Hobby der Waidmänner und Waidfrauen: Trotz beharrlicher Propagandaarbeit der Jagdverbände sinkt das Image der Jäger immer mehr: Immer weniger Spaziergänger, Hundehalter, Reiter und Mountainbiker lassen es sich gefallen, wenn sie von Hobbyjägern angepöbelt oder sogar bedroht werden. Immer mehr Menschen protestieren gegen die Ballerei in Naherholungsgebieten. Und Berichte, dass Jäger aus Versehen Liebespaare im Maisfeld oder Ponys auf der Weide erschießen, können einem draußen in der Natur durchaus Angst machen. Warum Jäger Jagd auf Hasen machen, obwohl sie auf der »Roten Liste« bedrohter Arten stehen, kann irgendwie auch niemand mehr gut finden. Zudem haben 99,6 Prozent der Bevölkerung andere Hobbys, als Tiere tot zu schießen. Da stellt sich die Frage: Warum jagen Jäger wirklich?

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Werkzeuge, Ideen und Innovationen: Der Erfindergeist der Tiere

Buchvorstellung von Julia Brunke, Redaktion FREIHEIT FÜR TIERE

Tiere folgen nur ihren Instinkten und können höchstens ein paar angelernte Arbeitsschritte ausführen? Weit gefehlt! Sie können so viel mehr, als wir geahnt haben! Von Bergpapageien, die verschlossene Rucksäcke und Taschen öffnen, bis zu Kakadus, die mehrstufige Werkzeuge herstellen: Die Kognitionsbiologin Prof. Dr. Alice Auersperg nimmt uns mit auf eine Entdeckungsreise über die erstaunliche Kreativität, den verblüffenden Einfallsreichtum und Erfindergeist von Tieren - und sie zeigt, wie nah uns Tiere wirklich sind! weiter

Kulturlandschaft - Die Logik hinter dem Artenverlust. Mit Herz und Augen in der Natur unterwegs

In seinem Buch »Kulturlandschaft - Die Logik hinter dem Artenverlust« berichtet Guido Meyer, wie er erst als Spaziergänger und Mountainbiker, dann als Hundeführer und Fotograf immer tiefer in die Natur eintauchte und wildlebende Tiere wie Hirsche und Wölfe ganz nah erlebte. Und wie er dabei auf der anderen Seite immer öfter in Konfrontationen mit Jägern und sogar ernsthafte Bedrohungssituationen geriet, die ihn dazu brachten, intensiv über Jagd und Jäger zu recherchieren, über die dramatische Bedrohung der Arten und die Zerstörung von Lebensräumen, aber auch über das Ökosystem Wald, die wunderbare Kraft der Natur und die Symbiose von Natur und Tieren, an der auch wir Menschen teil haben können. Illustriert wird das Buch durch fantastische Fotografien, mit denen Guido Meyer seit Jahren auf seiner Plattform naturdigital.online begeistert. weiterlesen

Freizeitvergnügen mit tödlicher Schusswaffe: Wie lange noch?

Im Februar 2026 hat ein 52-jähriger Hobbyjäger im Landkreis Bamberg seine 49-jährige Frau, seinen 14-jährigen Sohn, die 6-jährige Tochter und sich selbst erschossen.
Im Januar 2026 traf der Schuss eines Jägers einen 23-Jährigen in Nordrhein-Westfalen tödlich. In Niedersachsen verwechselte ein 77-jähriger Hobbyjäger eine Gruppe Spaziergänger mit Wildtieren - eine 58-jährige Frau wurde schwer verletzt. In der Steiermark wurde ein 42-jähriger Hobbyjäger aus Versehen tödlich in den Kopf getroffen - beim Verladen eines erschossenen Wildschweins ins Auto löste sich ein Schuss.
Im Dezember 2025
tötete ein Hobbyjäger in der Oberpfalz seinen Nachbarn zwei Stockwerke über sich mit einem gezielten Kopfschuss. Ein anderer Hobbyjäger schoss vom Hochsitz aus Versehen auf einen 20-Jährigen und verletzte ihn so schwer, dass er im Krankenhaus notoperiert werden musste.
Im November 2025
erschoss ein Hobbyjäger in Reutlingen vier Familienangehörige und sich selbst - mit einer Schusswaffe, die er als Jagdscheininhaber legal besaß. Spaziergänger wurden von Jagdmunition getroffen, das Projektil eines Jägers durchschlug die Jalousie der Küchentür eines Hauses und ein Jagdschein­inhaber aus Crailsheim kündigte an, die »größtmögliche Anzahl an Ausländern« umbringen zu wollen. weiterlesen

Die Verfolgung von Vegetariern durch die Kirche

»Wenn jemand Fleischspeisen, die Gott den Menschen zum Genuss gegeben hat, für unrein hält und ... auf sie verzichtet ..., der sei mit dem Bannfluch belegt.«

Papst Johannes III., Synode von Braga, 561 n. Chr.


Diesen Bannfluch verkündete Papst Johannes III. im Jahr 561 nach Christus auf der Synode von Braga in Portugal. Ein Bannfluch hatte die »Vogelfreiheit« zur Folge: Der Gebannte verlor als Ausgeschlossener aus der Gesellschaft alle Rechte.


Ganz in diesem Geiste wurden im Jahre 1051 durch die Bischofsversammlung in Goslar »Ketzer«, die ausschließlich von Pflanzennahrung lebten, zum Tode verurteilt, weil sie sich geweigert hatten, Hühner zu töten. Das Töten von Hühnern wurde zum »Test«, um Ketzer zu erkennen!
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DVD-Tipp: Jesus und die Tiere

jesus-tempelreinigung Ausschnitt

Jesus treibt die Tierhändler aus dem Tempel.

Jesus von Nazareth wurde im Stall mitten unter den Tieren geboren. Gab Gott damit den Menschen nicht ein Symbol, dass Sein Sohn nicht in einem Palast, sondern bei Schafen, Rindern, Eseln und Katzen zur Welt kam?

Zu Zeiten des Jesus von Nazareth wurden Lämmer und Tauben im Tempel für die Sünden der Menschen geopfert. Jesus trat gegen diesen blutigen Kult ein. Bekannt ist die Szene, wie Jesus nach seinem Einzug in Jerusalem die Tierhändler aus dem Tempel hinaustrieb und die Tiere freiließ. Und er rief: »Steht nicht geschrieben: Mein Haus soll ein Bethaus heißen für alle Völker? Ihr aber habt eine Mördergrube daraus gemacht!« (Markus 11,17)

Über die Tierliebe des Jesus von Nazareth ist in der Bibel kaum etwas zu finden. Doch aus der frühchristlichen Geschichtsschreibung wird deutlich, dass Jesus kein Fleisch gegessen hat und sich für die Tiere einsetzte... weiterlesen

DVD: Jesus und die Tiere

Artikelnummer: 318

Vergleicht man die Bibel mit apokryphen Schriften, dann ist gut zu erkennen, dass die Kernaussagen oft die Gleichen sind, aber die Tierliebe Jesu, gänzlich fehlt. In dieser DVD werden viele Begebenheiten, bei denen Jesus über die Tiere sprach, wiedergegeben.

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»VEGGIE FOR KIDS. Vegan - kinderleicht & lecker«

Die Rezepte für unser Kochbuch »VEGGIE FOR KIDS. Vegan - kinderleicht & lecker« - sind allesamt von Kindern und Jugendlichen erprobt worden: Sie sind einfach zuzubereiten, schmecken richtig lecker und sind obendrein auch noch gesund! Und das Wichtigste: Wer so kocht, hilft unseren Freunden, den Tieren! weiterlesen

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Artikelnummer: 053

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Neue Studie: Ist pflanzliche Ernährung für Kinder und Jugendliche gesund?

Die gesundheitlichen Auswirkungen von vegetarischer und veganer Ernährung im Kindesalter sind immer wieder Gegenstand von Diskussionen. Zahlreiche wissenschaftliche Studien belegen, dass eine vollwertige pflanzliche Ernährung für Kinder und Jugendliche gesund und bedarfsdeckend ist. Auch die bisher größte Studie dieser Art bestätigt nun: Pflanzliche Ernährung ist für Kinder und Jugendliche sicher und vorteilhaft. weiterlesen

Ernährung ohne Tierleid: Ein gesünderes Leben

Viele Menschen, die sich entscheiden, kein Fleisch mehr zu essen, tun dies aus ethischen Gründen: weil sie nicht möchten, dass Tiere für sie leiden und sterben müssen. Viele gehen den konsequenten Schritt weiter und lassen aus Liebe zu Kühen und Kälbchen Milch und Käse weg, essen aus Mitgefühl zu Hühnern keine Eier und leben rein pflanzlich. Und dann erfahren sie, dass eine vegane Ernährung ohne Tierleid auch die gesündeste ist!

Eigentlich würde uns dies schon der logische Menschenverstand sagen: Wie sollen Nahrungsmittel, die durch Leid und Tod entstehen, für uns gesund sein? In den letzten Jahren und Jahrzehnten sind tausende wissenschaftliche Studien veröffentlicht worden, die nachweisen: Eine Ernährung mit vollwertigen pflanzlichen Lebensmitteln ist gesund und versorgt uns auch mit allem, was wir brauchen. Diese Ernährungsweise beugt überdies zahlreichen Krankheiten vor, von Herz-Kreislauf-Erkrankungen über Krebs, Diabetes und Adipositas bis zu Demenz - und schützt damit vor vorzeitigem Tod. weiterlesen

Was Tiere denken - Intelligenz und Emotion in der Wildnis

Wir fangen gerade erst an, zu begreifen, dass das Gehirn von Tieren ähnlich komplex ist wie unser eigenes. Die Warnrufe von Präriehunden etwa sind nicht nur hektische Pfeiftöne, sie übermitteln damit differenzierte Nachrichten. Gorillas nutzen Zeichensprache, um vergangene Ereignisse zu schildern - wissen sie also, was heute, gestern und morgen ist? Nicht nur Primaten oder Elefanten, selbst kleinste Ameisen, denen man einen Farbtupfer auf dem Kopf angebracht hat, wollen diesen loswerden, sobald sie in einen Spiegel blicken - ein Beweis für ihr Ich-Bewusstsein, das Menschen erst ab dem zweiten Lebensjahr entwickeln. In ihrem Buch »Was Tiere denken - Intelligenz und Emotion in der Wildnis präsentiert Marianne Taylor 60 Tierarten, ihre bemerkenswerten kognitiven Fähigkeiten, ihre Gefühle und ihre ausgefeilte Kommunikation. weiter

Bayerischer Tierärztetag: Tierqual bei Milchkühen

Razzia auf Skandalhof in Bad Grönenbach. Pressemitteilung SOKO Tierschutz Kopie

Kühe, die nicht mehr laufen können, werden mit Treckern weggeschleift, Mitarbeiter treten ein liegendes Kalb:

Die aktuelle Undercover-Recherche von SOKO Tierschutz in Bayerns größtem Milchviehhof in Bad Grönenbach zeigt erneut massive Verstöße gegen den Tierschutz. · Bild: SOKO Tierschutz

Von Annemarie Botzki, Recherche und Kampagnen bei der Verbraucherschutzorganisation foodwatch e.V.

»Alle haben die Nase voll« - das ist der Satz, der mir vom bayerischen Tierärztetag in Kulmbach besonders im Ohr hängen bleibt. sitze mit 150 amtlichen und Amtstierärzt:innen in einem Konferenzraum. Normalerweise sind sie in detaillierte, fachliche Diskussionen vertieft. Aber diesmal ist die Stimmung anders. Angespannt. Frustriert. weiter

Die dunkle Seite der Milch: Das Leid der Kälbchen

Die Milchindustrie gaukelt uns in der Werbung gerne vor, dass Kühe ein glückliches Leben auf grünen Weiden führen. Wie sieht die Realität aus? Milchkühe müssen ihr Leben in den meisten Fällen ganzjährig im Stall verbringen - zum Teil sogar immer noch in besonders tierquälerischer Anbindehaltung. So hält nach Angaben des Bayerischen Bauernverbands rund die Hälfte der circa 25.000 Milchviehbetriebe in Bayern ihre Tiere in Anbindehaltung. Damit die Kühe immer Milch geben, werden sie jedes Jahr künstlich befruchtet. Die neugeborenen Kälber werden ihren Müttern kurz nach der Geburt weggenommen. Die Milch, welche die Natur für die Kälbchen bestimmt hat, wird maschinell abgepumpt, industriell verarbeitet und im Supermarkt verkauft. Was passiert dann eigentlich mit den Kälbern? weiter

Gestatten. Biber. Eine außergewöhnliche Freundschaft mit einer wildlebenden Biberfamilie

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Christian Kuschenreiter Aug’ in Aug’ mit einem Biber. Das freilebende Tier hat Vertrauen wie zu einem Familienmitglied.

Schwarze Knopfaugen, beeindruckende Schneidezähne, großer Paddelschwanz, Stupsnase und dichter Pelz: Biber sind entzückende Tiere, und obendrein schlau, empathisch, kommunikativ, verspielt - und eigentlich sehr scheu. Als Bettina und Christian Kutschenreiter im Jahr 2003 beim Fotografieren an einem Fluss in Oberbayern auf eine Biberfamilie treffen, ist das der Beginn einer außergewöhnlichen Freundschaft, die bis heute anhält. Die Biber lassen die beiden Tierfreunde nach und nach an ihrem Leben teilhaben und suchen schließlich sogar bewusst ihre Nähe. Jetzt haben die beiden ein Buch über ihre Erlebnisse mit den Bibern geschrieben - mit vielen wunderschönen und sicher einzigartigen Fotos. weiter

Die Intelligenz der Hunde

Die internationale Forschung hat sich in den letzten Jahren zunehmend mit der Intelligenz von Hunden beschäftigt und dabei so manches bestätigt, was Hundefreundinnen und Hundefreunde längst wussten: Hunde denken viel komplexer als gedacht. Aber: Was genau ist Hundeintelligenz? Wie misst man sie? Haben wir dazu überhaupt die richtigen Werkzeuge und Vergleichsmaßstäbe? Sind »Menschenschläue« und »Hundeschläue« überhaupt vergleichbar? Und in welchen Bereichen haben Hunde andere oder viel mehr geistige Kompetenzen als wir? weiter

Trügerische Küstenidylle: Jagd auf Seehunde im Wattenmeer

Wussten Sie, dass Hobbyjäger an der deutschen Nordseeküste und auf den Nordseeinseln jedes Jahr Hunderte Robben und Robbenbabys erschießen? Und das, obwohl laut EU-FFH-Richtlinie die Jagd auf Seehunde streng verboten ist? Denn die geschützten Seehunde unterliegen in Deutschland dem Jagdrecht. Sie haben zwar ganzjährig Schonzeit, doch »Seehundjäger« in Schleswig-Holstein und »Wattenjagdaufseher« in Niedersachsen sind befugt, sich um gestrandete, verletzte, verlassene und kranke Robben zu »kümmern«. weiter

Für Bienen, Schmetterlinge, Vögel, Igel & Co.: Natürlich gärtnern für die Artenvielfalt

»Lass wachsen«: Wildblumenwiesen sind für uns eine Augenweide und bieten Wildbienen, Schmetterlingen und Vögeln Lebensraum und Nahrung.

»Lass wachsen«: Wildblumenwiesen sind für uns eine Augenweide und bieten Wildbienen, Schmetterlingen und Vögeln Lebensraum und Nahrung.

Wichtig: Lassen Sie Wiesen und Stauden über den Winter bis in den Mai hinein stehen. Viele Insekten nutzen hohle Stängel als Winterquartier, darunter viele Wildbienenarten. An Stängeln und Gräsern verbergen sich Eier, Raupen und Puppen von Schmetterlingen. Die Samenstände bieten Vögeln Nahrung. · Bild: Freiheit für Tiere

Was hat unser Garten mit Tierschutz und Artenvielfalt zu tun? Auf den ersten Blick erst einmal nicht so viel. Doch vor dem Hintergrund des dramatischen Artensterbens könnten private Gärten und öffentliche Parks eine bedeutende Rolle spielen, um Inseln der Artenvielfalt zu schaffen. Und erfreulicher Weise erscheinen immer mehr Ratgeber für nachhaltiges und natürliches Gärtnern - als Gegenentwurf zum weltweit fortschreitenden Lebensraumverlust von Tieren und Pflanzen - die zeigen, wie wir auch ohne Vorerfahrung aus unserem Garten ein kleines Paradies schaffen können: für Tiere und Pflanzen, aber auch für uns selbst. weiter

Ein Jäger steigt aus

Prof. Dr. Rudolf Winkelmayer aus Niederösterreich war seit seiner Jugend leidenschaftlicher Jäger. Schon sein Vater war Jäger und nahm ihn als Kind oft mit auf die Jagd. Mehr als 100 Tiere hat der 67-Jährige in seinem Leben geschossen. Vor 14 Jahren machte er eine Kehrtwende: Von heute auf morgen beendete er das Schießen und verkaufte alle seine 16 Gewehre. Jetzt hat Prof. Winkelmayer ein Buch geschrieben: »Ein Beitrag zur Jagd- und Wildtier-Ethik«. Damit wendet er sich an seine ehemaligen Jagdkollegen und an die nicht jagende Bevölkerung und macht deutlich: »Töten als Freizeitvergnügen ist ethisch nicht vertretbar«. weiter

Interview: Ein Jäger steigt aus

Mit 16 machte er den Jagdschein, 37 Jahre lang ging er auf die Jagd. Dann hörte er von einem Tag auf den anderen mit dem Tiere töten auf. Freiheit für Tiere sprach mit dem Veterinär Prof. Dr. Rudolf Winkelmayer über seine Erfahrungen und die Gründe, warum er mit der Hobbyjagd Schluss gemacht hat. weiter

Mehr Freiheit für Pferde

Nach § 2 des Tierschutzgesetzes gilt: Wer ein Tier hält, muss dieses seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernähren, pflegen und verhaltensgerecht unterbringen. Und er darf die Möglichkeit des Tieres zur artgemäßen Bewegung nicht so einschränken, dass ihm Schmerzen, vermeidbare Leiden oder Schäden zugefügt werden. Doch was bedeutet dies für die heutige Pferdehaltung? weiter

Grausame Tierquälerei für Grana Padano-Käse

Die italienische Tierschutzorganisation Essere Animali dokumentierte in Milchviehbetrieben, die Grana Padano herstellen, schockierende Lebensbedingungen für Kühe und Kälber. Auch Gewalt durch Arbeiter gegenüber Tieren wurde dokumentiert. Grana Padano gehört neben Parmesan und Mozzarella zu den bekanntesten Käsesorten Italiens und ist der weltweit am meisten konsumierte Käse. weiter