STADTNATUR - Eine neue Heimat für Tiere und Pflanzen

Wildschweinfamilie in Berlin

Wildschweinfamilie in Berlin

Bild: Florian Möllers

Buchvorstellung von Julia Brunke, Redaktion »FREIHEIT FÜR TIERE«

»Land« = blühende Landschaften und Artenvielfalt, »Stadt« = Beton und Ödnis? Eine Vorstellung, die längst so nicht mehr gilt. Der bekannte Zoologe, Ökologe und Bestseller-Autor Prof. Dr. Josef H. Reichholf unternimmt in seinem neuen Buch »Stadtnatur - Eine neue Heimat für Tiere und Pflanzen« einen Streifzug durch die vielfältigen Ökosysteme des urbanen Raums. Ob Wildschweine, Füchse und Nachtigallen in Berlin, Wanderfalken in Köln oder eine bunte Vogelwelt und Rehe im Englischen Garten in München: viele Wildtiere haben den Lebensraum Stadt längst für sich entdeckt. Inzwischen sind unsere großen Städte sogar Inseln der Artenvielfalt geworden, die sogar mit den besten Naturschutzgebieten mithalten können.

In den Städten finden Tiere und Pflanzen die Biotope, die sie für ihr (Über)Leben brauchen. Hier sind sie weniger Gefahren ausgesetzt als auf dem Land, wo freilebende Tiere gejagt und ihre Lebensräume durch eine industriell betriebene Land- und Forstwirtschaft vernichtet werden. Josef H. Reichholf deckt unbequeme Wahrheiten wissenschaftlich untermauert auf und spricht Klartext. Zugleich öffnet er uns die Augen für unsere Mitgeschöpfe und zeichnet ein liebevolles Bild von Wildschweinen, die den Straßenverkehr meistern, von Füchsen, die Mittagsschlaf im Garten halten oder von Vögeln im Park, die Menschen von Weitem erkennen, die sie regelmäßig füttern. Ein bewusst provokantes Buch, das beweist, dass ein friedliches Miteinander von Mensch und Natur funktionieren kann - unsere Städte zeigen eindrücklich, wie das geht.

Fuchs in Berlin

Fuchs in Berlin

Bild: Sylvia Bruning - Shutterstock.com

Füchse sind in Großstädten wie Berlin, München oder Zürich am hellichten Tage zu beobachten.

Füchse sind in Großstädten wie Berlin, München oder Zürich am hellichten Tage zu beobachten.

Bild: Erni - Shutterstock.com

Berlins »Grünes Herz« ist der Tiergarten, ein großer Waldpark.

Berlins »Grünes Herz« ist der Tiergarten, ein großer Waldpark.

Der Artenreichtum der Metropole kann in Bezug auf Artenzahl und Mengen an Individuen pro Art mit den besten Naturschutzgebieten mithalten. · Bild: canadastock - shutterstock.com

Mit über tausend Brutpaaren ist Berlin die »Hauptstadt der Nachtigallen«.

Mit über tausend Brutpaaren ist Berlin die »Hauptstadt der Nachtigallen«.

Bild: Bouke Atema - Shutterstock.com

Nachtigallen in Berlin und Wanderfalken am Kölner Dom

Prof. Reichholf beginnt sein Buch mit drei persönlichen Erlebnissen. Das erste Erlebnis stammt aus dem Berlin direkt nach der Wiedervereinigung. Er war mit dem Flugzeug von München gekommen. Als der Zoologe bei seinem Hotel aus dem Taxi stieg, traute er seinen Ohren kaum: Der »Schlag« einer Nachtigall war mitten im Stadtgedröhn zu hören! »Es war nicht nur „ein Schlag“, sondern ein vollständiger, voll klingender Gesang der Nachtigall«, erinnert sich Josef H. Reichholf. Von Berliner Ornithologen erfuhr er, dass es über tausend Nachtigallen sind, die im Stadtgebiet singen. In Berlin lebten damals, Anfang der 1990er-Jahre, ähnlich viele Nachtigallen wie in ganz Bayern zusammen.

Wanderfalken am Roten Rathaus in Berlin und am Kölner Dom sind das zweite Erlebnis, von dem der Wissenschaftler zur Einführung berichtet. Denn die Wanderfalken drohten damals durch den Einsatz von Umweltgiften, vor allem DDT, global auszusterben. Das Comeback der Wanderfalken gelang ausgerechnet über die Großstädte: »Nicht in der wilden Natur lag offenbar ihre Zukunft, sondern über dem höchst naturfernen Häusermeer!«, schreibt Prof. Reichholf.

Turmfalke in Berlin:

Turmfalke in Berlin:

Auch Greifvögel leben in unseren Großstädten in beachtlichen Beständen. Für die in den 1960er bis 1980er Jahren vom Aussterben bedrohten Wanderfalken sind sie zu rettenden Inseln geworden. · Bild: Bouke Atema - Shutterstock.com

Portrait eines Turmfalken

Portrait eines Turmfalken

Bild: Jearu - Shutterstock.com

Ein Braunbär im Museum

Als drittes persönliches Erlebnis schildert Josef H. Reichholf den Abschuss von Braunbär Bruno: »Hätte Bruno, wie der Braunbär genannt worden war, der über hundert Jahre nach der Ausrottung der Bären in den Bayerischen Alpen als Erster auf eigenen Pfoten von Österreich her die Grenze überschritt, wie die Wanderfalken in München leben können, würde er wohl noch immer am Leben sein.« Doch Braunbär Bruno wurde am 26. Juni 2006 im behördlichen Auftrag an der Rotwand in den oberbayerischen Alpen abgeschossen. »Der Bär war nicht bloß unerwünscht in der ‚bayerischen Kulturlandschaft’, sondern nicht zu dulden, zumal er sich nach Bärenart auch aufgerichtet hatte, um die Lage zu sondieren. Was er bei seiner Suche nach Nahrung ‚anrichtete’, das hätten seine Freunde, und Bruno hatte deren viele, sicherlich liebend gern beglichen«, so Prof. Reichholf.

»Dass das Todesurteil für Bruno dem damals letztlich in oberster Instanz zuständigen Ministerpräsidenten politisch nicht gut bekam, erfüllte nachträglich viele Menschen mit einer gewissen Genugtuung. Bruno landete, gut präpariert, nach einigem Hin und Her im Münchner Museum »Mensch und Natur«. Was es dort über die Jahre an eine Art Beileidsbrett an Bekundungen von Betroffenheit, Mitgefühl und Wut auf die für Brunos Tod Verantwortlichen angeheftet zu lesen gab, müsste der Bayerischen Staatsregierung zu denken gegeben haben.«

Braunbär Bruno, heute ausgestellt im Münchner Museum »Mensch und Natur«, als Räuber von Bienenwaben.

Braunbär Bruno, heute ausgestellt im Münchner Museum »Mensch und Natur«, als Räuber von Bienenwaben.

Bild: Hellerhoff CC BY-SA 4.0

Trauer um Bär Bruno bei einer Demonstration am Schliersee, 8. August 2006

Trauer um Bär Bruno bei einer Demonstration am Schliersee, 8. August 2006

Braunbär Bruno wurde am 26. Juni 2006 im behördlichen Auftrag an der Rotwand in den oberbayerischen Alpen abgeschossen - obwohl Braunbären in Europa streng geschützt sind. · Bild: www.abschaffung-der-jagd.de

Anlässlich des Abschusses von Braunbär Bruno: Demonstration für die Abschaffung der Jagd am Schliersee, 8. August 2006

Anlässlich des Abschusses von Braunbär Bruno: Demonstration für die Abschaffung der Jagd am Schliersee, 8. August 2006

Bild: www.abschaffung-der-jagd.de

»Wildtiere« sind in Wirklichkeit gar nicht so wild, wenn sie in Freiheit ohne Verfolgung durch den Menschen leben können.

»Wildtiere« sind in Wirklichkeit gar nicht so wild, wenn sie in Freiheit ohne Verfolgung durch den Menschen leben können.

Bild: Jan Miko - Shutterstock.com

Ist das Wildschwein in der Stadt kein »Wild«-Schwein mehr?

Berlin ist nicht nur die »Hauptstadt der Nachtigallen«, sondern auch »Hauptstadt der Wildschweine«. Mehrere Tausend Wildschweine leben mitten im Stadtgebiet. »Und das nicht nur am Rande, sondern integriert mit ziemlich normalem Wildschweinleben, das Führen von Jungen durch den Stadtverkehr mit eingeschlossen«, berichtet Prof. Reichholf. »Es kann in manchen Stadtvierteln geschehen, dass sich in einem Vorgarten mit geschütztem Winkel ein trächtiges Wildschwein niederlässt, die Jungen zur Welt bringt, sie dort einige Zeit im Lager hält, versorgt und dann mit der Schar von Frischlingen umherstreift. Die Mutter versteht es, ihre Kleinen über die Straßen zu führen. Sie kommt mit den Verkehrsampeln zurecht, die die Autos immer wieder zum Stehen bringen und so ein gefahrloses Wechseln über die Straße ermöglichen.«

In Berlin leben rund 5.000 Wildschweine, sodass es immer wieder zu eindrücklichen Begegnungen kommt.

In Berlin leben rund 5.000 Wildschweine, sodass es immer wieder zu eindrücklichen Begegnungen kommt.

Bild: Julian Hopff - Shutterstock.com

Wildschweinen und Füchsen  geht es in großen Städten wie hier in Berlin ungleich besser

Wildschweinen und Füchsen geht es in großen Städten wie hier in Berlin ungleich besser

als draußen auf dem Land, wo sie intensiv gejagt werden. In der Stadt verlieren sie ihre unnatürliche Scheu. Die intelligenten Tiere finden sich im Straßenverkehr zurecht und wissen sogar Ampelphasen zu nutzen. · Bild: Florian Möllers

Immer wieder gibt es atemberaubende Fotos, wenn eine Wildschweinmutter mit ihren Frischlingen an Passanten vorbeizieht. Natürlich würde Mutter Wildschwein ihre Kinder entschlossen verteidigen, wenn sie bedroht würden, erklärt der Zoologe. Die Erfahrungen des Stadtlebens hätten sie aber gelehrt, dass Menschen in aller Regel ungefährlich sind. »Sind die Jungen groß genug, nimmt sie Mutter Wildschwein zu der ihr bekannten Frittenbude mit, wo erwartungsgemäß immer etwas abfällt oder direkt gegeben wird. Kommt sie mit Frischlingen, steigert dies die Spendenbereitschaft.« Die Berliner Bevölkerung sei offenbar besonders tierfreundlich-tolerant.

Für die Wildschweine ist es in der Stadt trotz des Verkehrs ungleich sicherer als in Wald und Flur: »Draußen auf dem Land werden sie intensiv gejagt«, so Prof. Reichholf. »Mit immer geringeren Schonzeiten oder gar keiner mehr.« Doch obwohl immer mehr Wildschweine geschossen werden, nehmen die Bestände weiter zu. Die Jagd scheint nicht geeignet zu sein, Wildschweine zu »regulieren«. Die eigentlich tagaktiven Tiere verstecken sich und trauen sich nur im Schutze der Dunkelheit heraus. In der Stadt dagegen können sie frei leben und ihre ursprünglichen Verhaltensweisen zeigen.

Nach Jahrzehnten, in denen Wildschweine schon frei in Städten lebten, erledige sich eigentlich die Frage, ob sie noch »wilde« oder vielleicht so etwas wie »halb zivilisierte« Schweine sind, so der Zoologe. Jäger mögen dies »unnatürlich« finden: Für Jäger haben Wildschweine, die sie schießen wollen, »wild« zu sein, also Menschen zu fliehen. »Die Wildschweine selbst dürften die Jägersicht hingegen gänzlich unnatürlich finden, weil sie ihrer Schweinsnatur nach nichts gegen Menschen haben, außer diese trachten ihren nach dem Leben.«

»Wild« hätten sie die Jäger gemacht, nicht ihre Natur. Das Wort »wild« sollten wir daher streichen, wenn wir das Leben der Tiere in der Stadt betrachten, meint Josef H. Reichholf. Es sind eben keine »wilden«, sondern frei lebende Tiere. »Vermindert sich die Scheu vor den Menschen, werden nach und nach ihre wirklichen Lebensansprüche sichtbar.« Und: »Ein Tier, das gelernt hat, dass es die Menschen in der Stadt nicht verfolgen, ist nicht degeneriert, sondern clever!«

Großstädte: Mehr Artenvielfalt als in so manchem Naturschutzgebiet

In Deutschland werden außer in den Siedlungsgebieten überall Tiere gejagt. Auch in Naturparks. Auch in Naturschutz­gebieten. Und auch in Nationalparks. Eigentlich sollten die Natur und die darin lebenden Tiere in Naturschutzgebieten und erst recht in Nationalparks streng geschützt sein. »Menschen sind darin nur Gäste auf (kurze) Zeit, aber keine Nutzer«, erklärt Prof. Reichholf. »Allerdings entspricht keiner unserer deutschen Nationalparke diesem Ideal, weil es kleine, politisch sehr einflussreiche Nutzergruppen verstanden haben, sich trotz Nationalpark-Status solche Privilegien wie die Jagd weiterhin zu sichern. Gerade sie ist eines der Kernprobleme für das Funktionieren der Naturschutz­gebiete.« Denn während Naturfreunde draußen bleiben müssen, würden Hobbyjagd und Angelsport in Naturschutzgebieten nahezu uneingeschränkt weitergeführt - und das auch noch ohne die lästige »Störung« durch Tier- und Naturfreunde. Während Gewässer-Schutzgebiete für »die Öffentlichkeit« gesperrt seinen, blieben sie aber fast ausnahmslos für Angler zugänglich. Für die Bruten seltener Wasservögel an solchen »geschützten« Ufern habe die Privilegierung der Angler verheerende Folgen.«

Im Stadtpark mit eventuell vorhandenen Gewässern würden die darin freilebenden Tiere mehr Schutz vor Verfolgung finden als in (deutschen) Naturschutzgebieten, kritisiert der renommierte Zoologe und Ökologe. Der Schutz vor Verfolgung stelle damit für zahlreiche Tiere einen ganz wesentlichen Positivfaktor für das Leben in der Stadt dar. »Ein größerer Stadtpark kann daher beträchtlich mehr für den Artenschutz bewirken als so manches Naturschutzgebiet - und draußen sehr scheue Tiere für die Menschen in der Stadt zudem bestens beobachtbar machen.«

Und so sind große Städte mit ihren vielen Parks, Seen und Flüssen, dem Mosaik privater Gärten und Schrebergärten sowie Industriebrachen zu Inseln der Artenvielfalt geworden. »Die Stadtlandschaft nimmt zwischen 10 und 15 Prozent der Landesfläche ein«, erklärt Prof. Reichholf.

Die Naturschutzgebiete brächten es zusammen nur auf ein Zehntel davon - sie seien schlicht zu klein, um das Überleben der darin lebenden Tierbestände, etwa die Vögel in Vogelschutzgebieten, zu sichern.

Gänse Nymphenburg-Palast München.

Gänse Nymphenburg-Palast München.

Auf dem Land sehr scheue - weil bejagte - Wasservögel sind in Städten wie hier in München aus der Nähe zu beobachten und ziehen hier auch erfolgreich ihre Jungen groß. · Bild: Croatorum Shuttertstock.com

Reiche Vogelwelt in Großstädten: Mindestens genauso viele Vögel wie Menschen

»Inzwischen steht zweifelsfrei fest, dass es wohl in allen Städten, und besonders auch in Großstädten, sehr viele Vögel in großer Artenvielfalt gibt«, schreibt Prof. Reichholf. Die Städte liegen mit ihrer Vielfalt an Vogelarten deutlich über jeweils gleich großen Flächen ihres Umlandes - und das gilt besonders für große Städte mit über hunderttausend Einwohnern. »In der Vogelmenge übertreffen alle Stadtgrößen (auf wiederum gleiche Flächengröße bezogen) ihr Umland noch stärker. Allenfalls der besonders vogelreiche Auwald kommt auf gleiche Häufigkeit.« In den Städten gibt es mindestens so viele Vögel wie Menschen.

Berlin ist wohl die Großstadt mit der größten Zahl an Vögeln. Hamburg ist die Großstadt mit der größten Artenzahl, da der Stadtstaat mit einem Stück Meeresküste auch ein vogelreiches Biotop mit Seevögeln besitzt.

»Ob Stadt oder Land, ob Wald oder Gewässer, in erster Linie entscheidet das Ausmaß der Strukturiertheit über den Artenreichtum«, so der renommierte Zoologe. »Großflächig einheitliche Lebensbedingungen bleiben artenarm.« Dies erklärt, warum in den letzten Jahrzehnten durch die industrielle Landwirtschaft mit Monokulturen sowohl die Artenvielfalt als auch die Zahl der Vögel dramatisch zurückgegangen ist. Ebenso sind viele Wälder als Holzplantagen arm an Vogelarten und auch an der Zahl der Vögel.

Der große Artenreichtum der Städte sei eine Folge der günstigeren Einstellung der Stadtbevölkerung, erläutert Josef H. Reichholf weiter. Diese drücke sich durch eine umfassende und großzügige Winterfütterung aus sowie durch einen weit geringeren Einsatz von Giften. Daher gebe es im Stadtgebiet vielerorts mehr Insekten als Nahrung für die Nestjungen.

Blick vom Olympiaturm in München:

Blick vom Olympiaturm in München:

Städte bieten mit einem Mosaik aus großen Parks, Stadtwäldern, Gärten, Flüssen, Seen und Bracheflächen eine Vielzahl an Lebensräumen, in denen freilebende Tiere Unterschlupf und Nahrung finden. · Bild: Andrey Shcherbukhin Shutterstock.com

Graugänse am Olympiapark in München

Graugänse am Olympiapark in München

Bild: Chris Redan Shutterstock.com

Graureiher an einem Bootsanleger an der Spree in Berlin.

Graureiher an einem Bootsanleger an der Spree in Berlin.

Der sonst scheue Vogel lässt sich von vorbeilaufenden Menschen nicht beunruhigen und aus der Nähe fotografieren. · Bild: Sree Mo Photography Berlin - Shutterstock.com

Vielfalt an Schmetterlingen, Wildbienen und anderen Insekten in Großstädten

Die Zahl der nistenden Vogelarten nimmt mit der Größe der Stadt zu:

Die Zahl der nistenden Vogelarten nimmt mit der Größe der Stadt zu:

Auf gleiche Flächen bezogen, übertreffen die Städte den Landesdurchschnitt erheblich. »In Berlin und Hamburg gibt es mehr Vogelarten als in den besten Vogelschutzgebieten Mitteleuropas«, erklärt Prof. Reichholf. · Grafik aus: Reichholf Stadtnatur. Copyright: oekomVverlag

»Unsere Städte sind sehr artenreich an Schmetterlingen, insbesondere an solchen, die nachts fliegen.

»Unsere Städte sind sehr artenreich an Schmetterlingen, insbesondere an solchen, die nachts fliegen.

In München (Graphik) übertreffen sogar innenstadtnahe Bereiche das artenarme Umland, am Stadtrand stürzt der Artenreichtum regelrecht ab. Freigelände in den Städten bergen die größte Vielfalt an Arten. Werden diese zugebaut, verlieren wir die letzten rettenden Inseln für die Biodiversität.« · Grafik aus: Reichholf Stadtnatur. Copyright: oekomVverlag

Auf dem Land: Gift und Güllefluten

Früher fuhr man von der Stadt aufs Land, um »die gute Landluft« zu genießen. Denn in der Stadt war die Luft durch Industrie und Verkehr stark belastet. Durch aufwändige und teure Verbesserungen wurde in den letzten Jahren und Jahrzehnten die Luft in den Städten und Industrie­gebieten immer sauberer. Sogar im Ruhrgebiet, wo früher Menschen vorzeitig an Smog starben, ist der Himmel wieder blau. Umweltprobleme gibt es dagegen durch die industrielle Landwirtschaft auf dem Land: durch immer größere Güllefluten, Feinstaub und versprühtes Gift, das über weite Ackerflächen ohne Hecken und Windschutzgehölze bis hinein in die Siedlungen getragen wird. »Die Landwirtschaft blieb freigestellt von all den Auflagen und Beschränkungen zur Verbesserung der Luft (und der Gewässer)«, schreibt Prof. Reichholf. »Das freie Land wird mit der dreifachen bis fünffachen Menge der menschlichen Abwässer mit Gülle überschwemmt.«

Die Gülle belastet die Böden, erstickt das Bodenleben und vergiftet Gewässer und das Grundwasser mit Nitrat und antibiotikaresistenden Keimen. Durch Gülle und Mist aus der Massentierhaltung entsteht zusätzlich mehr Feinstaub als im Straßenverkehr. Und: Entgegen aller Erfahrungen der letzten Jahrzehnte setzt die industrielle Landwirtschaft weiter auf den Einsatz von sehr viel Gift. Herbizide, allen voran Glyphosat, vernichten die für die Tierwelt so wichtigen Kräuter und tragen zusammen mit den Fungiziden Gift in die Nahrungsketten. Insektenvernichtungsmittel wie die hochgiftigen Neonicotinoide töten auch nützliche Insekten und beschleunigen das Vogelsterben.

Überdüngung und Nitratverseuchung von Böden und Gewässern durch Güllefluten

Überdüngung und Nitratverseuchung von Böden und Gewässern durch Güllefluten

und der massenhafte Einsatz von Pestiziden sind für Insekten und Vögel weitaus schlimmer als nächtliche Lichtverschmutzung und hohes Verkehrsaufkommen in der Stadtnatur. · Bild: nitpicker Shutterstock.com

Jährlich landen auf deutschen Äckern und Wiesen mehr als 200 Millionen Tonnen Gülle und Trockenmist aus der Massentierhaltung.

Jährlich landen auf deutschen Äckern und Wiesen mehr als 200 Millionen Tonnen Gülle und Trockenmist aus der Massentierhaltung.

Bild: andrekoehn - Shutterstock.com

Monokulturen und Gift - kein Lebensraum für Tiere.

Monokulturen und Gift - kein Lebensraum für Tiere.

Bild: Freiheit für Tiere

Direkte Verfolgung auf dem Land

Während die Flurbereinigung mit der Abholzung von Hecken und Bauminseln und der Trockenlegung von Feuchtgebieten Agrarwüsten geschaffen hat, sind die Wälder zu Holzplantagen verkommen. Wildlebende Tiere sind kaum zu sehen: Die ständige Verfolgung durch die Jagd hat sie sind scheu gemacht, sie fliehen vor den Menschen.

»Sie werden zum Vergnügen geschossen, nicht aus Notwendigkeit. Auch nicht, um Bestände zu regulieren, die ansonsten außer Kontrolle geraten könnten«, prangert der renommierte Zoologe die Hobbyjagd in Deutschland an. »Bei den wenigen Wildtieren, deren Bestände aus wirtschaftlichen Gründen begrenzt gehalten werden sollten, gelingt dies in unserem Jagdsystem den Jägern offenkundig nicht.« Denn die Bestände von Rehen und Hirschen bewegen sich seit Jahrzehnten auf sehr hohem Niveau. Bei Wildschweinen nehmen sie sogar - trotz (oder wegen) massiver Bejagung - immer weiter zu. Auf der anderen Seite werden die Bestände anderer Tierarten drastisch vermindert bis zur großflächigen Ausrottung.

Direkte Verfolgung von Tieren auf dem Land.

Direkte Verfolgung von Tieren auf dem Land.

Bild: Freiheit für Tiere

Erntejagd: Jäger umstellen die Felder und schießen auf vor den Mähdreschern flüchtende Tiere.

Erntejagd: Jäger umstellen die Felder und schießen auf vor den Mähdreschern flüchtende Tiere.

Bild: Freiheit für Tiere

Auf dem »Freiland« herrscht keineswegs die große Freiheit - in der Stadt finden frei lebende Tiere Sicherheit vor Verfolgung

Auf dem »Freiland« herrscht also keineswegs die große Freiheit. Die Bejagung macht Tiere scheu, führt zu großen Fluchtdistanzen und drängt von Natur aus tagaktive Tiere wie Füchse, Rehe und Wildschweine in das Dickicht der Wälder und in die Nacht. Tiere, die das ganze Jahr Angst vor Jägern haben müssen, zeigen auch kein Spielverhalten - sie sind im Überlebensmodus, ständig in Anspannung. Die Wildtiere seien nicht in die Städte gekommen, weil es ihnen von Anfang an darin besser gefiel als in der freien Natur: »Vielmehr fanden sie mehr Sicherheit vor Verfolgung«, so Josef H. Reichholf.

Fast alle mitteleuropäischen Säugetierarten leben auch in Städten: von Eichhörnchen, Dachsen, Mardern, Füchsen und Wildschweinen bis zu Rehen, die abends in Berliner Parks oder im Nymphenburger Schlosspark in München zu beobachten sind. Ausnahmen erklären sich durch spezielle Lebensräume wie das Hochgebirge beim Steinbock oder durch die Körpergröße wie beim Rothirsch. Doch selbst Hirsche kommen vereinzelt in Ortschaften: So machten zwei Hirsche mit ihren regelmäßigen Besuchen die Ortschaft Katzhütte im Thüringer Schiefergebirge im Sommer 2008 in ganz Deutschland und sogar im benachbarten Ausland bekannt. Im Winter 2019 wurde von kleinen Hirschgruppen berichtet, die bei geschlossener Schneedecke auf der Suche nach Nahrung in die Ortschaft Walchensee im Voralpenland kamen. In Nordamerika suchen Weißwedelhirsche den Schutz in Vorgärten, wenn die Jagdsaison begonnen hat.

Wildschweinfamilie in Berlin

Wildschweinfamilie in Berlin

Bild: Florian Möllers

In den Städten zeigt sich so etwas wie ein »Nationalpark-Effekt«:

In den Städten zeigt sich so etwas wie ein »Nationalpark-Effekt«:

Die Tiere lassen sich am helllichten Tag beobachten und zeigen ein entspanntes und verspieltes Verhalten. · Bild: Chedko - Shutterstock.com

Im Englischen Garten in München zeigen Gänse keine Scheu vor Spaziergängern.

Im Englischen Garten in München zeigen Gänse keine Scheu vor Spaziergängern.

Bild: Jesus Fernandez - Shutterstock.com

»Das Füttern von Wasservögeln oder Tauben sollte von den Verwaltungen nicht pauschal verboten werden,

»Das Füttern von Wasservögeln oder Tauben sollte von den Verwaltungen nicht pauschal verboten werden,

weil es für viele Menschen ein wichtiges emotionales Bedürfnis ist, Tieren nah zu sein«, so Josef H. Reichholf in »Stadtnatur«. · MNStudio Shutterstock.com

Fledermäuse finden in Stadtparks mehr alte Bäume mit Baumhöhlen als in Wirtschaftsforsten

Auch die ganz kleinen Säugetiere, die Fledermäuse - die meisten davon in Deutschland gefährdet oder sogar vom Aussterben bedroht - besiedeln die Städte, wenn es darin für sie passende Biotope gibt. »Im Stadtgebiet von Berlin leben nahezu alle mitteleuopäischen Fledermausarten«, erfahren wir in »Stadtnatur«: in Kellern, Gewölben, Stollen und Bunkern sowie in Baumhöhlen. Denn in Stadtparks und Gärten finden sie mehr geeignete alte Bäume mit geeigneten Höhlen als in Wirtschaftsforsten, in denen Bäume nicht alt werden dürfen - und morsche Bäume und »Totholz« (das in Wirklichkeit sehr lebendig ist) gefällt

Fledermauskasten in einem Stadtpark

Fledermauskasten in einem Stadtpark

Bild: Krzysztof Winnik - Shutterstock.com

Fledermaus »Braunes Langohr«

Fledermaus »Braunes Langohr«

In Deutschland leben noch 25 Fledermausarten. Davon stehen 17 Arten auf der Roten Liste. Zur Hauptbedrohung der Fledermäuse zählen die Zerstörung ihrer Lebensräume und das dramatische Insektensterben. · Bild: Agami Photo Agency - Shutterstock.com

»In den Städten findet mehr Tierleben auf natürliche Weise statt als auf industriell bewirtschafteten Feldern und Forsten«

Das städtische Mosaik mit großen Parks, Stadtwäldern, Gärten, Flüssen, Seen und Brachflächen bietet eine Vielzahl an Lebensräumen, in denen freilebende Tiere Unterschlupf und Nahrung finden. »Dass mehrere Tausend Wildschweine in Berlin leben können, drückt aus, wie viel qualitativ hochwertige Nahrung ihnen dort zur Verfügung steht, und darüber hinaus, wie wildtiertolerant die (Berliner) Stadt­bevölkerung ist«, schreibt Prof. Reichholf.

Die Stadtnatur sei nicht weniger komplex als die freie Natur in Wald und Flur, so der Zoologe. Das werde oft übersehen, weil man die Stadt für »künstlich« hält. »Doch die Fluren, zumal die agro-industriell (= konventionell) bewirtschafteten, sind tatsächlich künstlicher im Sinne von naturferner.« Auch die Wälder könnten »natürlicher« sein, würden sie nicht so sehr als Forste bewirtschaftet und jagdlich gemanagt werden. »Daher darf sehr wohl behauptet werden, dass mehr Tierleben auf natürliche Weise in Städten stattfindet als in großen Standardforsten aus Monokulturen von Fichten und Kiefern.« Der deutsche »Wald« werde gerne romantisch verklärt. Die Waldwirklichkeit wolle man lieber nicht zur Kenntnis nehmen.

Für viele Säugetiere, die auf dem Land fast das ganze Jahr von Jägern gejagt und erschossen werden, sei die Sicherheit, die ihnen die Stadt bietet, ein entscheidender Faktor, erklärt Josef H. Reichholf: »Sie werden in den Städten nicht oder nur in Ausnahmefällen verfolgt. Trotz Straßenverkehr, dem so manches Säugetier zum Opfer fällt, lebt es sich für die allermeisten von ihnen sicherer in der Stadt als auf dem Land«. Am besten lasse sich dies bei den Stadtfüchsen beobachten, weil viele von ihnen in der Stadt wieder ihr natürliches Verhalten zeigen und mit ihrer tagaktiven Lebensweise vielfältig zu beobachten sind. Außerdem werden Füchse in der Stadt kaum überfahren, weil sie mit ihrer füchsischen Umsicht besser mit dem Verkehr zurechtkommen als Hauskatzen, so der Zoologe. »Dass sich Füchse am (Dosen-)Futter, das für Katzen und Igel auf Terrassen bereitgestellt wird, gern mitbedienen, ist ihnen nicht zu verdenken. Machen sie ein Schläfchen an gut sichtbarer Stelle im Garten oder gar auf einer Hollywood­schaukel, fliegen ihnen die Herzen zu.«

Dies zeigt, dass »Wildtiere« in Wirklichkeit gar nicht so wild sind, wenn sie in Freiheit ohne Verfolgung durch den Menschen leben können. In den Städten zeigt sich so etwas wie ein »Nationalpark-Effekt«: Die Tiere verlieren ihre unnatürliche Scheu vor dem Menschen, sind am helllichten Tag zu beobachten mit einem entspannten, vertrauten und verspielten Verhalten.

Stadtfuchs

Stadtfuchs

Bild: Jakub Rutkiewicz - Shutterstock.com

Friedliches Miteinander mit frei lebenden Tieren

»Die Stadtbevölkerung akzeptiert nicht nur das Miteinander mit freilebenden Tieren, sondern viele Menschen setzen sich aktiv dafür ein«, schreibt Josef H. Reichholf. »Deshalb können in Städten seltene Arten leben, die es in der freien Natur schwer haben, weil sie extrem scheu sein müssen.« Die teilnehmende Rücksichtsnahme eröffne die Möglichkeit, dass Tiere von sich aus auf uns zukommen. Und das mache den großen Unterschied zum Land aus. Auch auf dem Land gebe es Menschen, die den Tieren sehr wohl­gesonnen sind. »Menschen, die sogar die frustrierenden Kämpfe auf sich nehmen, gerichtlich zu erstreiten, dass ihr Land aus der bejagbaren Fläche ausgeschieden wird, weil sie nicht wollen, dass darauf Tiere erschossen werden. Das, was für die an Tieren Interessierten in den Städten normal und selbstverständlich ist, muss draußen erkämpft werden. Was für ein Unterschied!«

Josef H. Reichholf warnt daher auch vor der Nachverdichtung unserer Städte: »Es wäre fatal, wenn wir städtische Brachflächen überbauen würden, denn gerade hier entstehen oft besonders artenreiche, mitunter seltene Tier- und Pflanzen­-gemeinschaften.« Auf der anderen Seite müsse der Verlust monotoner und überdüngter Ackerflächen nicht betrauert werden, wenn dafür klug geplante, gartenstadtähnliche Wohnsiedlungen entstehen. »Die gängige These, dass die ›böse Stadt das gute Land frisst‹, ist nicht mehr haltbar!«, so Josef H. Reichholf.

Ein bewusst provokantes Buch, das beweist, dass ein friedliches Miteinander von Mensch und Natur funktionieren kann - unsere Städte zeigen eindrücklich, wie das geht.

Lesen Sie auch das FREIHEIT FÜR TIERE-Interview mit Prof. Dr. Josef H. Reichholf: »Unsere Städte zeigen: Ein friedliches Miteinander von Mensch und Natur ist möglich«

Der Autor

Prof. Dr. Josef H. Reichholf wurde 1945 in Aigen am Inn geboren. Der Zoologe und Ökologe zählt zu den

prominentesten Naturwissenschaftlern Deutschlands.

Bis 2010 leitete er an der Zoologischen Staatssammlung München die Hauptabteilung Wirbeltiere. Er lehrte 30 Jahre Ökologie, Naturschutz und Biologie an der Ludwig-Maximilians-Universität und an der Technischen Universität München und setzte sich intensiv mit Flora und Fauna dieser und anderer Städte auseinander. Er war zudem viele Jahre lang Mitglied der Kommission für Ökologie der Internationalen Naturschutzunion (IUCN). Prof. Reichholf ist Träger der »Treviranus-Medaille«, der höchsten Auszeichnung der Deutschen Biologen, und des »Grüter-Preises für Wissenschaftsvermittlung«. 2010 wurde sein Bestseller »Rabenschwarze Intelligenz« und 2017 »Symbiosen« als »Wissenschaftsbuch des Jahres« prämiert.

Josef H. Reichholf hat zahlreiche Bücher zu naturwissenschaftlichen und ökologischen Themen geschrieben, darunter:

· »Ornis - Das Leben der Vögel« (2014)

· »Symbiosen« (2017, Reihe Naturkunden)

· »Schmetterlinge - Warum sie verschwinden und was das für uns bedeutet« (2018)

· »Das Leben der Eichhörnchen« (2019)

· »Der Hund und sein Mensch - Wie der Wolf sich und uns domestizierte« (2020)

· »Die Schönheit der Vögel« (2021)

· Flussnatur (2021)

· Waldnatur (2022)

· Stadt, Land, Fuchs. Das Leben der heimischen Säugetiere (2022)

Das Buch

Josef H. Reichholf: Stadtnatur

Eine neue Heimat für Tiere und Pflanzen.

Hardcover, 192 Seiten.

oekom Verlag, 2023 · ISBN 978-3-98726-035-3

Preis: Print 24,00 € / 24,70 € (AT) · E-Book 18,99 € / 19,99 € (AT)

FREIHEIT FÜR TIERE 2/2026

Freiheit für Tiere 2/2026

Artikelnummer: 2-2026

Tiernachrichten: Schutzgebiet für ehemalige Show-Delfine in Süditalien entsteht • Verhaltenforschung: Werkzeuggebrauch bei Kühen - wie Primaten • Hobbyjagd: Freizeitvergnügen mit tödlicher Schusswaffe • Stoppt die Jagd auf Vögel! • Tierportrait: Deutschlands Wilde Wölfe • Mit Tieren leben: ERST das Buch, dann der HUND: Ratgeber VOR dem Hundekauf • 101 Empfehlungen von internationalen Wissenschaftlern: Vegane Ernährung als Schlüssel gegen zunehmende Gesundheitskrisen • Neue Studie: Ist pflanzliche Ernährung für Kinder und Jugendliche gesund? • Ernährung ohne Tierleid: Tipps für ein langes, gesundes und tierfreundliches Leben • Forschungstrend »Longevity«: Mit Pflanzenkraft gesunde Lebensjahre gewinnen - mit Rezepten • Lifestyle: »VEGAN & Delicious« von Bianca Zapatka - Tierfreundliche Rezepte

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FREHEIT FÜR TIERE 1/2026

Freiheit für Tiere 1/2026

Artikelnummer: 1/2026

Tierschutz aktiv: Delfinarien: Schluss mit Delfinen in Gefangenschaft! • Historisches Urteil in Spanien: Massive Umweltverschmutzung durch Massentierhaltungverstößt gegen Menschenrechte • Bayerns größter Milchviehbetrieb: Tierhaltungsverbot wegen schwerer Tierquälerei • Gesetz ab 2026 in Österreich: Heimtierhaltung mit Sachkundenachweis • Neues Gesetz zur Heimtierhaltung: Interview Prof. Rudolf Winkelmayer, Veterinär und Tierethiker • Ethik und Religion: Die Verfolgung von Vegetariern durch die Kirche • Tierportrait: »Hase und ich« - Ergreifende Rettung und Aufzucht eines Feldhasenbabys • Studie: Schon eine Scheibe Wurst am Tag erhöht das Risiko für chronische Krankheiten • Studie: Pflanzliche Ernährung reduziert Krebsrisiko deutlich • Italienische Küche vegan: Kochen alla Nonna • Rezept: Cavatelli agli spinaci • Rezept: Pasta al forno • Rezept: Tiramisu • DVD-Tipp: »Gottes Gäste« - Jetzt drei Tiergemärchen von Manfred Kyber auf DVD

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Neuauflage: FREIHEIT FÜR TIERE - Fakten gegen die Jagd

FREIHEIT FÜR TIERE: Fakten gegen die Jagd (völlig überarbeitete und auf 60 S. erweiterte Neuauflage)

Artikelnummer: 522

Fakten und Argumente gegen das blutige Hobby der Waidmänner und Waidfrauen: Trotz beharrlicher Propagandaarbeit der Jagdverbände sinkt das Image der Jäger immer mehr: Immer weniger Spaziergänger, Hundehalter, Reiter und Mountainbiker lassen es sich gefallen, wenn sie von Hobbyjägern angepöbelt oder sogar bedroht werden. Immer mehr Menschen protestieren gegen die Ballerei in Naherholungsgebieten. Und Berichte, dass Jäger aus Versehen Liebespaare im Maisfeld oder Ponys auf der Weide erschießen, können einem draußen in der Natur durchaus Angst machen. Warum Jäger Jagd auf Hasen machen, obwohl sie auf der »Roten Liste« bedrohter Arten stehen, kann irgendwie auch niemand mehr gut finden. Zudem haben 99,6 Prozent der Bevölkerung andere Hobbys, als Tiere tot zu schießen. Da stellt sich die Frage: Warum jagen Jäger wirklich?

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Sonderpreis: Fakten gegen die Jagd (Ausgabe 2017, 24 Seiten)

Artikelnummer: 521

Die Natur braucht keine Jäger: Fakten gegen die Jagd - Warum jagen Jäger wirklich? Die Frage »Warum jagen wir?« beantwortet eine Jagdredakteurin wie folgt: »Einige beschreiben die Jagd als Kick, andere sprechen von großer innerer Zufriedenheit. Die Gefühle bei der Jagd sind ebenso subjektiv wie in der Liebe. Warum genießen wir sie nicht einfach, ohne sie ständig rechtfertigen zu wollen?« Rationale Gründe, mit denen Jäger rechtfertigen, dass die Jagd notwendig sei, sind offenbar nur Ausreden. Jedenfalls schreibt die Jägerin: »Der Tod, der mit dem Beutemachen verbunden ist, ist verpönt. Deswegen suchen die Jäger Begründungen in Begriffen wie Nachhaltigkeit, Hege und Naturschutz.«

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Werkzeuge, Ideen und Innovationen: Der Erfindergeist der Tiere

Buchvorstellung von Julia Brunke, Redaktion FREIHEIT FÜR TIERE

Tiere folgen nur ihren Instinkten und können höchstens ein paar angelernte Arbeitsschritte ausführen? Weit gefehlt! Sie können so viel mehr, als wir geahnt haben! Von Bergpapageien, die verschlossene Rucksäcke und Taschen öffnen, bis zu Kakadus, die mehrstufige Werkzeuge herstellen: Die Kognitionsbiologin Prof. Dr. Alice Auersperg nimmt uns mit auf eine Entdeckungsreise über die erstaunliche Kreativität, den verblüffenden Einfallsreichtum und Erfindergeist von Tieren - und sie zeigt, wie nah uns Tiere wirklich sind! weiter

Kulturlandschaft - Die Logik hinter dem Artenverlust. Mit Herz und Augen in der Natur unterwegs

In seinem Buch »Kulturlandschaft - Die Logik hinter dem Artenverlust« berichtet Guido Meyer, wie er erst als Spaziergänger und Mountainbiker, dann als Hundeführer und Fotograf immer tiefer in die Natur eintauchte und wildlebende Tiere wie Hirsche und Wölfe ganz nah erlebte. Und wie er dabei auf der anderen Seite immer öfter in Konfrontationen mit Jägern und sogar ernsthafte Bedrohungssituationen geriet, die ihn dazu brachten, intensiv über Jagd und Jäger zu recherchieren, über die dramatische Bedrohung der Arten und die Zerstörung von Lebensräumen, aber auch über das Ökosystem Wald, die wunderbare Kraft der Natur und die Symbiose von Natur und Tieren, an der auch wir Menschen teil haben können. Illustriert wird das Buch durch fantastische Fotografien, mit denen Guido Meyer seit Jahren auf seiner Plattform naturdigital.online begeistert. weiterlesen

Freizeitvergnügen mit tödlicher Schusswaffe: Wie lange noch?

Im Februar 2026 hat ein 52-jähriger Hobbyjäger im Landkreis Bamberg seine 49-jährige Frau, seinen 14-jährigen Sohn, die 6-jährige Tochter und sich selbst erschossen.
Im Januar 2026 traf der Schuss eines Jägers einen 23-Jährigen in Nordrhein-Westfalen tödlich. In Niedersachsen verwechselte ein 77-jähriger Hobbyjäger eine Gruppe Spaziergänger mit Wildtieren - eine 58-jährige Frau wurde schwer verletzt. In der Steiermark wurde ein 42-jähriger Hobbyjäger aus Versehen tödlich in den Kopf getroffen - beim Verladen eines erschossenen Wildschweins ins Auto löste sich ein Schuss.
Im Dezember 2025
tötete ein Hobbyjäger in der Oberpfalz seinen Nachbarn zwei Stockwerke über sich mit einem gezielten Kopfschuss. Ein anderer Hobbyjäger schoss vom Hochsitz aus Versehen auf einen 20-Jährigen und verletzte ihn so schwer, dass er im Krankenhaus notoperiert werden musste.
Im November 2025
erschoss ein Hobbyjäger in Reutlingen vier Familienangehörige und sich selbst - mit einer Schusswaffe, die er als Jagdscheininhaber legal besaß. Spaziergänger wurden von Jagdmunition getroffen, das Projektil eines Jägers durchschlug die Jalousie der Küchentür eines Hauses und ein Jagdschein­inhaber aus Crailsheim kündigte an, die »größtmögliche Anzahl an Ausländern« umbringen zu wollen. weiterlesen

Die Verfolgung von Vegetariern durch die Kirche

»Wenn jemand Fleischspeisen, die Gott den Menschen zum Genuss gegeben hat, für unrein hält und ... auf sie verzichtet ..., der sei mit dem Bannfluch belegt.«

Papst Johannes III., Synode von Braga, 561 n. Chr.


Diesen Bannfluch verkündete Papst Johannes III. im Jahr 561 nach Christus auf der Synode von Braga in Portugal. Ein Bannfluch hatte die »Vogelfreiheit« zur Folge: Der Gebannte verlor als Ausgeschlossener aus der Gesellschaft alle Rechte.


Ganz in diesem Geiste wurden im Jahre 1051 durch die Bischofsversammlung in Goslar »Ketzer«, die ausschließlich von Pflanzennahrung lebten, zum Tode verurteilt, weil sie sich geweigert hatten, Hühner zu töten. Das Töten von Hühnern wurde zum »Test«, um Ketzer zu erkennen!
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DVD-Tipp: Jesus und die Tiere

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Jesus treibt die Tierhändler aus dem Tempel.

Jesus von Nazareth wurde im Stall mitten unter den Tieren geboren. Gab Gott damit den Menschen nicht ein Symbol, dass Sein Sohn nicht in einem Palast, sondern bei Schafen, Rindern, Eseln und Katzen zur Welt kam?

Zu Zeiten des Jesus von Nazareth wurden Lämmer und Tauben im Tempel für die Sünden der Menschen geopfert. Jesus trat gegen diesen blutigen Kult ein. Bekannt ist die Szene, wie Jesus nach seinem Einzug in Jerusalem die Tierhändler aus dem Tempel hinaustrieb und die Tiere freiließ. Und er rief: »Steht nicht geschrieben: Mein Haus soll ein Bethaus heißen für alle Völker? Ihr aber habt eine Mördergrube daraus gemacht!« (Markus 11,17)

Über die Tierliebe des Jesus von Nazareth ist in der Bibel kaum etwas zu finden. Doch aus der frühchristlichen Geschichtsschreibung wird deutlich, dass Jesus kein Fleisch gegessen hat und sich für die Tiere einsetzte... weiterlesen

DVD: Jesus und die Tiere

Artikelnummer: 318

Vergleicht man die Bibel mit apokryphen Schriften, dann ist gut zu erkennen, dass die Kernaussagen oft die Gleichen sind, aber die Tierliebe Jesu, gänzlich fehlt. In dieser DVD werden viele Begebenheiten, bei denen Jesus über die Tiere sprach, wiedergegeben.

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»VEGGIE FOR KIDS. Vegan - kinderleicht & lecker«

Die Rezepte für unser Kochbuch »VEGGIE FOR KIDS. Vegan - kinderleicht & lecker« - sind allesamt von Kindern und Jugendlichen erprobt worden: Sie sind einfach zuzubereiten, schmecken richtig lecker und sind obendrein auch noch gesund! Und das Wichtigste: Wer so kocht, hilft unseren Freunden, den Tieren! weiterlesen

VEGGIE FOR KIDS

Artikelnummer: 053

Die Rezepte für das Kochbuch »VEGGIE FOR KIDS. Vegan - kinderleicht & lecker«- sind allesamt von Kindern und Jugendlichen erprobt worden: Sie sind einfach zuzubereiten, schmecken richtig lecker und sind obendrein auch noch gesund!

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Neue Studie: Ist pflanzliche Ernährung für Kinder und Jugendliche gesund?

Die gesundheitlichen Auswirkungen von vegetarischer und veganer Ernährung im Kindesalter sind immer wieder Gegenstand von Diskussionen. Zahlreiche wissenschaftliche Studien belegen, dass eine vollwertige pflanzliche Ernährung für Kinder und Jugendliche gesund und bedarfsdeckend ist. Auch die bisher größte Studie dieser Art bestätigt nun: Pflanzliche Ernährung ist für Kinder und Jugendliche sicher und vorteilhaft. weiterlesen

Ernährung ohne Tierleid: Ein gesünderes Leben

Viele Menschen, die sich entscheiden, kein Fleisch mehr zu essen, tun dies aus ethischen Gründen: weil sie nicht möchten, dass Tiere für sie leiden und sterben müssen. Viele gehen den konsequenten Schritt weiter und lassen aus Liebe zu Kühen und Kälbchen Milch und Käse weg, essen aus Mitgefühl zu Hühnern keine Eier und leben rein pflanzlich. Und dann erfahren sie, dass eine vegane Ernährung ohne Tierleid auch die gesündeste ist!

Eigentlich würde uns dies schon der logische Menschenverstand sagen: Wie sollen Nahrungsmittel, die durch Leid und Tod entstehen, für uns gesund sein? In den letzten Jahren und Jahrzehnten sind tausende wissenschaftliche Studien veröffentlicht worden, die nachweisen: Eine Ernährung mit vollwertigen pflanzlichen Lebensmitteln ist gesund und versorgt uns auch mit allem, was wir brauchen. Diese Ernährungsweise beugt überdies zahlreichen Krankheiten vor, von Herz-Kreislauf-Erkrankungen über Krebs, Diabetes und Adipositas bis zu Demenz - und schützt damit vor vorzeitigem Tod. weiterlesen

Was Tiere denken - Intelligenz und Emotion in der Wildnis

Wir fangen gerade erst an, zu begreifen, dass das Gehirn von Tieren ähnlich komplex ist wie unser eigenes. Die Warnrufe von Präriehunden etwa sind nicht nur hektische Pfeiftöne, sie übermitteln damit differenzierte Nachrichten. Gorillas nutzen Zeichensprache, um vergangene Ereignisse zu schildern - wissen sie also, was heute, gestern und morgen ist? Nicht nur Primaten oder Elefanten, selbst kleinste Ameisen, denen man einen Farbtupfer auf dem Kopf angebracht hat, wollen diesen loswerden, sobald sie in einen Spiegel blicken - ein Beweis für ihr Ich-Bewusstsein, das Menschen erst ab dem zweiten Lebensjahr entwickeln. In ihrem Buch »Was Tiere denken - Intelligenz und Emotion in der Wildnis präsentiert Marianne Taylor 60 Tierarten, ihre bemerkenswerten kognitiven Fähigkeiten, ihre Gefühle und ihre ausgefeilte Kommunikation. weiter

Bayerischer Tierärztetag: Tierqual bei Milchkühen

Razzia auf Skandalhof in Bad Grönenbach. Pressemitteilung SOKO Tierschutz Kopie

Kühe, die nicht mehr laufen können, werden mit Treckern weggeschleift, Mitarbeiter treten ein liegendes Kalb:

Die aktuelle Undercover-Recherche von SOKO Tierschutz in Bayerns größtem Milchviehhof in Bad Grönenbach zeigt erneut massive Verstöße gegen den Tierschutz. · Bild: SOKO Tierschutz

Von Annemarie Botzki, Recherche und Kampagnen bei der Verbraucherschutzorganisation foodwatch e.V.

»Alle haben die Nase voll« - das ist der Satz, der mir vom bayerischen Tierärztetag in Kulmbach besonders im Ohr hängen bleibt. sitze mit 150 amtlichen und Amtstierärzt:innen in einem Konferenzraum. Normalerweise sind sie in detaillierte, fachliche Diskussionen vertieft. Aber diesmal ist die Stimmung anders. Angespannt. Frustriert. weiter

Die dunkle Seite der Milch: Das Leid der Kälbchen

Die Milchindustrie gaukelt uns in der Werbung gerne vor, dass Kühe ein glückliches Leben auf grünen Weiden führen. Wie sieht die Realität aus? Milchkühe müssen ihr Leben in den meisten Fällen ganzjährig im Stall verbringen - zum Teil sogar immer noch in besonders tierquälerischer Anbindehaltung. So hält nach Angaben des Bayerischen Bauernverbands rund die Hälfte der circa 25.000 Milchviehbetriebe in Bayern ihre Tiere in Anbindehaltung. Damit die Kühe immer Milch geben, werden sie jedes Jahr künstlich befruchtet. Die neugeborenen Kälber werden ihren Müttern kurz nach der Geburt weggenommen. Die Milch, welche die Natur für die Kälbchen bestimmt hat, wird maschinell abgepumpt, industriell verarbeitet und im Supermarkt verkauft. Was passiert dann eigentlich mit den Kälbern? weiter

Gestatten. Biber. Eine außergewöhnliche Freundschaft mit einer wildlebenden Biberfamilie

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Christian Kuschenreiter Aug’ in Aug’ mit einem Biber. Das freilebende Tier hat Vertrauen wie zu einem Familienmitglied.

Schwarze Knopfaugen, beeindruckende Schneidezähne, großer Paddelschwanz, Stupsnase und dichter Pelz: Biber sind entzückende Tiere, und obendrein schlau, empathisch, kommunikativ, verspielt - und eigentlich sehr scheu. Als Bettina und Christian Kutschenreiter im Jahr 2003 beim Fotografieren an einem Fluss in Oberbayern auf eine Biberfamilie treffen, ist das der Beginn einer außergewöhnlichen Freundschaft, die bis heute anhält. Die Biber lassen die beiden Tierfreunde nach und nach an ihrem Leben teilhaben und suchen schließlich sogar bewusst ihre Nähe. Jetzt haben die beiden ein Buch über ihre Erlebnisse mit den Bibern geschrieben - mit vielen wunderschönen und sicher einzigartigen Fotos. weiter

Die Intelligenz der Hunde

Die internationale Forschung hat sich in den letzten Jahren zunehmend mit der Intelligenz von Hunden beschäftigt und dabei so manches bestätigt, was Hundefreundinnen und Hundefreunde längst wussten: Hunde denken viel komplexer als gedacht. Aber: Was genau ist Hundeintelligenz? Wie misst man sie? Haben wir dazu überhaupt die richtigen Werkzeuge und Vergleichsmaßstäbe? Sind »Menschenschläue« und »Hundeschläue« überhaupt vergleichbar? Und in welchen Bereichen haben Hunde andere oder viel mehr geistige Kompetenzen als wir? weiter

Trügerische Küstenidylle: Jagd auf Seehunde im Wattenmeer

Wussten Sie, dass Hobbyjäger an der deutschen Nordseeküste und auf den Nordseeinseln jedes Jahr Hunderte Robben und Robbenbabys erschießen? Und das, obwohl laut EU-FFH-Richtlinie die Jagd auf Seehunde streng verboten ist? Denn die geschützten Seehunde unterliegen in Deutschland dem Jagdrecht. Sie haben zwar ganzjährig Schonzeit, doch »Seehundjäger« in Schleswig-Holstein und »Wattenjagdaufseher« in Niedersachsen sind befugt, sich um gestrandete, verletzte, verlassene und kranke Robben zu »kümmern«. weiter

Für Bienen, Schmetterlinge, Vögel, Igel & Co.: Natürlich gärtnern für die Artenvielfalt

»Lass wachsen«: Wildblumenwiesen sind für uns eine Augenweide und bieten Wildbienen, Schmetterlingen und Vögeln Lebensraum und Nahrung.

»Lass wachsen«: Wildblumenwiesen sind für uns eine Augenweide und bieten Wildbienen, Schmetterlingen und Vögeln Lebensraum und Nahrung.

Wichtig: Lassen Sie Wiesen und Stauden über den Winter bis in den Mai hinein stehen. Viele Insekten nutzen hohle Stängel als Winterquartier, darunter viele Wildbienenarten. An Stängeln und Gräsern verbergen sich Eier, Raupen und Puppen von Schmetterlingen. Die Samenstände bieten Vögeln Nahrung. · Bild: Freiheit für Tiere

Was hat unser Garten mit Tierschutz und Artenvielfalt zu tun? Auf den ersten Blick erst einmal nicht so viel. Doch vor dem Hintergrund des dramatischen Artensterbens könnten private Gärten und öffentliche Parks eine bedeutende Rolle spielen, um Inseln der Artenvielfalt zu schaffen. Und erfreulicher Weise erscheinen immer mehr Ratgeber für nachhaltiges und natürliches Gärtnern - als Gegenentwurf zum weltweit fortschreitenden Lebensraumverlust von Tieren und Pflanzen - die zeigen, wie wir auch ohne Vorerfahrung aus unserem Garten ein kleines Paradies schaffen können: für Tiere und Pflanzen, aber auch für uns selbst. weiter

Ein Jäger steigt aus

Prof. Dr. Rudolf Winkelmayer aus Niederösterreich war seit seiner Jugend leidenschaftlicher Jäger. Schon sein Vater war Jäger und nahm ihn als Kind oft mit auf die Jagd. Mehr als 100 Tiere hat der 67-Jährige in seinem Leben geschossen. Vor 14 Jahren machte er eine Kehrtwende: Von heute auf morgen beendete er das Schießen und verkaufte alle seine 16 Gewehre. Jetzt hat Prof. Winkelmayer ein Buch geschrieben: »Ein Beitrag zur Jagd- und Wildtier-Ethik«. Damit wendet er sich an seine ehemaligen Jagdkollegen und an die nicht jagende Bevölkerung und macht deutlich: »Töten als Freizeitvergnügen ist ethisch nicht vertretbar«. weiter

Interview: Ein Jäger steigt aus

Mit 16 machte er den Jagdschein, 37 Jahre lang ging er auf die Jagd. Dann hörte er von einem Tag auf den anderen mit dem Tiere töten auf. Freiheit für Tiere sprach mit dem Veterinär Prof. Dr. Rudolf Winkelmayer über seine Erfahrungen und die Gründe, warum er mit der Hobbyjagd Schluss gemacht hat. weiter

Mehr Freiheit für Pferde

Nach § 2 des Tierschutzgesetzes gilt: Wer ein Tier hält, muss dieses seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernähren, pflegen und verhaltensgerecht unterbringen. Und er darf die Möglichkeit des Tieres zur artgemäßen Bewegung nicht so einschränken, dass ihm Schmerzen, vermeidbare Leiden oder Schäden zugefügt werden. Doch was bedeutet dies für die heutige Pferdehaltung? weiter

Grausame Tierquälerei für Grana Padano-Käse

Die italienische Tierschutzorganisation Essere Animali dokumentierte in Milchviehbetrieben, die Grana Padano herstellen, schockierende Lebensbedingungen für Kühe und Kälber. Auch Gewalt durch Arbeiter gegenüber Tieren wurde dokumentiert. Grana Padano gehört neben Parmesan und Mozzarella zu den bekanntesten Käsesorten Italiens und ist der weltweit am meisten konsumierte Käse. weiter