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Frühmenschen: Gehirnentwicklung durch Stärke

Stärke lieferte die nötige Energie

für die Entwicklung unseres Gehirns. Getreide, Reis, Mais, Hirse, Pseudogetreide (Buchweizen, Amarant, Quinoa…), Knollen und Wurzeln (Süßkartoffen, Kartoffeln, Yams…) sowie Hülsenfrüchte sind reich an Stärke. · Foto: carlacastagno - Fotolia.com

Haben auch Sie schon einmal die Behauptung gehört, Fleischessen habe in der Steinzeit den Menschen das größere Gehirn ermöglicht? Evolutionsforscher haben jetzt völlig andere Argumente publiziert: Kohlenhydrate lieferten die nötige Energie für die Entwicklung des menschlichen Gehirns.

Archäologische, anthropologische, genetische, physiologische und anatomische Details deuten darauf hin, dass Kohlen­hydrate, insbesondere Stärke, einen wichtigen Anteil an der schnellen Entwicklung unseres Gehirns hatte, so die Forscher. Demnach ist Glucose die Hauptenergiequelle des menschlichen Gehirns. Die beste Quelle für Glukose ist Stärke, die viele Pflanzen als Speicherstoff einlagern. Rohe Stärke ist für Menschen allerdings nicht sehr gut zu verdauen.

Mit der Entdeckung des Feuers konnten die Pflanzen gekocht werden. Durch Kochen verliert Stärke ihre kristalline Struktur und lässt sich in den Verdauungsorganen aufschließen. Gekochte Stärke ist eine Quelle von vorgeformten Glucose mit hoher Energie­verfügbarkeit für das Gehirn und die roten Blutkörperchen.

Die zentrale Bedeutung der Stärke werde auch dadurch unterstrichen, dass das Enzym Amylase im Menschen durchschnittlich gleich sechsmal im Erbgut codiert ist. Dieser Zuwachs an Amylasegenen erhöhte die für das Gehirn verfügbare Glucose, insbesondere während der Entwicklung im Mutterleib.

Quelle: The Importance of Dietary Carbohydrate in Human Evolution.
The Quarterly Review of Biology, 2015. ·
www.jstor.org/stable/10.1086/682587