Freiheit für Tiere
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Niedersachsen: 8 Hektar im Kreis Wittmund jagdfrei

Ede Rieken ist Eigentümer eines Grundstücks

im Landkreis Wittmund. Im Dezember 2014 beantragte er die Befriedung seiner Flächen, nachdem ein Jäger bei Dunkelheit in die Wohnzimmerscheibe geschossen hatte. · Foto: Ede Rieken

Elektro-Meister Ede Rieken ist Eigentümer eines Grundstücks im Landkreis Wittmund im Nordwesten von Niedersachsen. Seit 1.6.2016 ist sein Grundstück offiziell jagdrechtlich befriedet. »Gut 8 Hektar landwirtschaftliche Fläche steht jetzt uneingeschränkt auch den frei lebenden Tieren zur Verfügung«, freut sich der Naturfreund.

Im Dezember 2014 hatte Ede Rieken die Befriedung seines Grundstücks beantragt, nachdem ein Jäger bei Dunkelheit durch die Wohnzimmerscheibe geschossen hatte: »Die Kugel hat mich nur um etwa einen halben Meter verfehlt!«

Abschreckung durch hohe Kosten?

Zunächst waren Ede Rieken - wie den anderen betroffenen Grundstückseigentümern in Niedersachsen - für die Bearbeitung des Antrags auf jagdrechtliche Befriedung eine Verwaltungs­gebühr in Höhe bis zu 2.000 Euro angekündigt worden.

»Verhindert Niedersachsen jagdfreie Grundstücke?«, fragte das NDR-Fernsehen (Hallo Niedersachsen, 3.3.2016). Der NDR kritisierte die hohen Hürden und fragte im Landwirtschaftsministerium nach, warum kaum Grundstücke befriedet würden.

Auch Ede Rieken ließ nicht locker und schrieb wegen der hohen Kosten den zuständigen Minister Meyer an. Am 17.5.2016 kam die die Antwort, dass die Gebühren korrigiert würden.

Niedersachsen senkt Kosten für Befriedung auf 200 bis 700 Euro

Am 26.5.2016 erhielt der Elektromeister ein Schreiben des Landkreises, dass die Niedersächsische Gebührenordnung jetzt einen Kostenrahmen von 200 bis 700 Euro für die Befriedung von Grundflächen vorsieht.

Seit 1.6.2016 ist das Grundstück jagdrechtlich befriedet. Kosten: 450,- Euro. Doch kurz darauf berichtet Ede Rieken der Bürgerinitiative »Zwangsbejagung ade«: »Die Jagdgenossenschaft verklagt jetzt den Landkreis Wittmund, damit der Beschluss auf Befriedung von unseren Ländereien wieder aufgehoben werden soll.« Dennoch ist er zuversichtlich: »Unser Beispiel zeigt, dass man auch Erfolg haben kann, wenn man einen langen Atem hat.«
Der Elektromeister hofft, dass viele andere Mitstreiter Mut zu dem gleichen Schritt finden.

Helfen Sie mit!

Wollen Sie die Bürgerbewegung »Zwangsbejagung ade« und damit betroffene Grundstückseigentümer, welche die Jagd auf ihren Flächen nicht länger dulden wollen, unterstützen?

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Wildtierschutz Deutschland e.V.
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Verwendungszweck: Zwangsbejagung ade
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Informationen: www.zwangsbejagung-ade.de