3.000 Hektar Ruhezone für Tiere

Nationalpark Schwarzwald jetzt zu 1/3 jagdfrei

Die Tiere im Nationalpark Schwarzwald haben seit 1.8.2019 eine jagdfreie Ruhezone von 3.000 Hektar Fläche - das ist ungefähr ein Drittel des Nationalpark-Gebietes. In den nächsten Jahren soll die jagdfreie Ruhezone auf rund drei Viertel der Nationalparkfläche ausgedehnt werden.

So paradox es klingen mag: In Deutschland wird auch in Naturschutzgebieten und sogar in Nationalparks Jagd auf Tiere gemacht - so genannte Jagdruhezonen gibt es nur in Kernbereichen. Und das, obwohl in Gebieten ohne Jagd die Erfahrungen überall die gleichen sind: Die Tiere verlieren die Scheu, Natur und Tierpopulationen regulieren sich selbst.
In vielen anderen Ländern sind Nationalparks jagdfrei, wie der Schweizerische Nationalpark (jagdfrei seit seiner Gründung 1914) oder die großen italienischen Nationalparks wie Gran Paradiso (jagdfrei seit 1922) und der Nationalpark Belluno in den Dolomiten (jagdfrei seit 1990).

Ohne Jagd werden Tiere wie der Hirsch

Ohne Jagd werden Tiere wie der Hirsch

für Naturfreunde wieder erlebbar. Im Nationalpark Schwarzwald sind 3.000 Hektar jagdfrei. Bis zum Jahr 2044 müssen 75 Prozent der Fläche ohne Wildtierregulation auskommen, damit der Nationalpark die internationalen Kriterien erfüllt. · Bild: Walter Finkbeiner, Nationalpark Schwarzwald

Ruhezone im Nationalpark Schwarzwald soll ausgeweitet werden

Die Wildtiermanager im Nationalpark Schwarzwald wollen in der 3000 Hektar großen Ruhezone beobachten, wie Tiere und Pflanzen sich entwickeln, wenn der Mensch überhaupt nicht mehr eingreift - denn das sei schließlich Sinn und Zweck eines Nationalparks.

Ein Drittel der Fläche des Nationalpark Schwarzwald ist jagdfrei. Auf der übrigen Fläche (7000 Hektar) wird vorerst weiterhin gejagt. Die Ruhezone soll nach und nach ausgeweitet werden: Bis zum Jahr 2030 wird im überwiegenden Teil, also auf mindestens 51 Prozent der Fläche, nicht mehr in die Wildtierpopulation eingegriffen. In spätestens 25 Jahren darf dann auf drei Vierteln der Nationalparkfläche (7500 Hektar) nicht mehr gejagt werden.

In Deutschland gibt es nur noch wenige

In Deutschland gibt es nur noch wenige

hundert Auerhahnpaare - der prächtige Hühnervogel steht auf der Roten Liste der vom Aussterben gefährdeten Arten. Die größte Auerhahnpopulation Deutschlands lebt im Schwarzwald. Ziel des Nationalparks ist der Erhalt einer überlebensfähigen Auerhahnpopulation im Schwarzwald. · Bild: Arne Kolb, Nationalpark Schwarzwald

Internationale Kriterien für Nationalparks: Bis 2044 müssen 75% der Fläche jagdfrei sein

»Nach internationalen Kriterien für Nationalparks darf der Mensch auf Dreiviertel der Fläche nicht mehr eingreifen, also natürlich auch nicht mehr jagen«, sagt Friedrich Burghardt, Leiter des Wildtiermanagements im Schutzgebiet. Wie alle deutschen Nationalparks ist der Nationalpark Schwarzwald ein so genannter Entwicklungsnationalpark und hat noch bis zum 1. Januar 2044 Zeit, diese Forderung zu erfüllen.

Weil vor allem die Besitzer der angrenzenden Privatwälder die Beendigung der Jagd kritisch sehen, müssen in diesem Prozess viele Interessen berücksichtigt werden. »Dies ist der Grund, warum wir nicht sofort die Jagd einstellen können, sondern uns diesem Ziel schrittweise nähern«, erklärt Friedrich Burghardt.

Friedrich Burghardt, Leiter

Friedrich Burghardt, Leiter

des Wildtiermanagements im Schutzgebiet, stellt die Ruhezone vor: Die 3000 Hektar jagdfreie Zone sind 0,08 % der Fläche Baden-Württembergs. · Bild: Nationalpark Schwarzwald

Nationalpark-Effekt: Tiere verlieren die Scheu

»Mittelfristig wird schon dieser erste Schritt dazu führen, dass die Tiere weniger scheu werden«, sagt der Leiter des Wildtiermanagements im Schutzgebiet. »Das bedeutet allerdings nicht unbedingt, dass unsere Gäste sofort mehr Rehe oder Hirsche sehen werden«, ergänzt Nationalparkleiter Thomas Waldenspuhl. Das liegt unter anderem daran, dass es im Nationalpark Schwarzwald nur sehr wenige Bereiche, wie offene Wiesen, gibt, an denen Besucherinnen und Besucher die großen Wildtiere aus der Distanz beobachten können. Derzeit werden daher einige Beobachtungsstellen eingerichtet.

Der schnellste Vogel der Welt, der Wanderfalke,

Der schnellste Vogel der Welt, der Wanderfalke,

ist im Nationalpark ebenso zu Hause wie die kleinste Eule Europas, der Sperlingskauz. · Bild: Arne Kolb, Nationalpark Schwarzwald

Mit maximal 18 bis 19 Zentimetern Größe

Mit maximal 18 bis 19 Zentimetern Größe

ist der Sperlingskauz nicht größer als ein Star. · Bild: Arne Kolb, Nationalpark Schwarzwald

Wichtigste Aufgabe von Nationalparks: Wildtiere leben lassen & sich nicht in die Natur einmischen

Auch unabhängig von diesen sichtbaren Effekten ist Friedrich Burghardt die jagdfreie Zone ein absolutes Herzensanliegen. »Bisher haben wir in unserem reichen Bundesland keine großflächigen Bereiche - außerhalb umzäunter Wildparks - in denen wir Hirsche, Rehe und Wildtiere vom Menschen unbehelligt leben lassen. Das ist eine der wichtigsten Aufgaben von Nationalparks: der Natur und damit auch den Tieren auf dieser relativ kleinen Fläche den uneingeschränkten Vorrang einzuräumen und sich nicht mehr einzumischen.« Nur so könnten beispielsweise wissenschaftliche Erkenntnisse über das komplizierte Wirkungsgefüge von Pflanzen und Pflanzenfressern gewonnen werden. Der Schweizer Nationalpark, in dem seit über 100 Jahren nicht mehr gejagt wird, habe dies vorgemacht.

»Und nebenbei profitiert natürlich auch der Mensch, weil er in Nationalparks ein Gegengewicht zum Alltag finden kann, der nach ganz anderen Prinzipien funktioniert. Einen Ort der Ruhe und auch der Demut vor der eigenen Weisheit der Natur«, ergänzt Nationalparkleiter Thomas Waldenspuhl.

Junge Besucher erkunden den Luchspfad

Junge Besucher erkunden den Luchspfad

im Nationalpark Schwarzwald. · Bild: qu-int.gmbh, Nationalpark Schwarzwald

Die Aufgabe des Naturschutzdienstes übernehmen

Die Aufgabe des Naturschutzdienstes übernehmen

im Nationalpark die Rangerinnen und Ranger. Sie machen Gebietskontrollen im Schutzgebiet und führen Gruppen. · Bild: Daniel Müller,Nationalpark Schwarzwald

Der Umgang des Menschen mit der Natur muss sich ändern

»Die großen Probleme der heutigen Zeit wie Klimawandel, Rohstoffknappheit und Artensterben werfen schließlich auch die Frage auf, ob der bisherige Umgang des Menschen mit der Natur ein tragfähiges Modell für die Zukunft unseres Planeten und der Menschheit sein kann«, so Friedrich Burghardt, Leiter des Wildtiermanagements im Schutzgebiet. Umso wichtiger sei es, alternative Modelle zu entwickeln.

Die Erfahrungen mit den ersten jagdfreien Zonen im Nationalpark werden wissenschaftlich begleitet.

»Totholz« ist alles andere als tot.

»Totholz« ist alles andere als tot.

Es spielt im Ökosystem Wald eine zentrale Rolle, denn es bildet die Lebensgrundlage für eine Fülle von Tier- und Pflanzenarten. Außerdem wachsen aus dem Totholz wieder junge Bäume (Naturverjüngung). · Bild : Charly Ebel, Nationalpark Schwarzwald

Der Buhlbachsee im Nationalpark Schwarzwald

Der Buhlbachsee im Nationalpark Schwarzwald

ist ein Inbegriff unberührter Natur. Spätestens in 30 Jahren bleiben drei Viertel der Nationalparkfläche ganz der Natur überlassen, ohne jeden Eingriff von Menschen. · Bild: Arne Kolb, Nationalpark Schwarzwald

Jagd ist die größte vorstellbare Störung für wildlebende Tiere

Die Jagd ist die größte vorstellbare Störung für wildlebende Tiere. Wildtiere können sich so ziemlich an alles gewöhnen, was Menschen in Wäldern und Fluren treiben. Sie gewöhnen sich auch an Spaziergänger. Das zeigen die Erfahrungen in jagdfreien Gebieten, wo sich Wildtiere am hellen Tag beobachten lassen und kaum Scheu zeigen (»Nationalparkeffekt«). Nur an Verletzung und Tod kann sich kein lernfähiger Organismus gewöhnen - weder Mensch noch Tier.

Jagdfreie Zonen in deutschen Nationalparks

Die 16 deutschen Nationalparks umfassen nur 0,6 Prozent der Fläche der Bundesrepublik. Die Nationalparks wollen das, was an ursprünglicher Natur noch vorhanden ist, vor der Nutzung durch den Menschen bewahren, die Eigendynamik und -entwicklung der Natur schützen und der Bevölkerung zugänglich machen. Wildnis soll entstehen, in der sich Tiere und Pflanzen frei und ohne menschliche Eingriffe entwickeln können. Dennoch wird in allen deutschen Nationalparks gejagt, so genannte Jagdruhezonen gibt es nur in Kernbereichen.

Einige Beispiele:
- Im Nationalpark Sächsische Schweiz findet eine so genannte Wildbestandsregulierung auf der gesamten Fläche statt.
- Auch im Nationalpark Harz und im Nationalpark Jasmund an der Ostsee findet Wildbestandsregulierung auf der überwiegenden Fläche statt.
- Im Nationalpark Hunsrück sind von 10.200 Hektar nur 450 Hektar jagdfrei, also gerade mal 4 Prozent der Gesamtfläche.
- Im Nationalpark Eifel sind von insgesamt 10.800 Hektar mit knapp 1.000 Hektar 10 Prozent der Gesamtfläche jagdfrei.
- Im Müritz-Nationalpark gibt es vier Jagdruhezonen mit insgesamt 2500 Hektar, das sind 8 Prozent der Gesamtfläche.

Einige Nationalparke sind schon etwas weiter:
- Im Nationalpark Hainich sind von einer Gesamtfläche von 7.600 Hektar etwa ein Viertel jagdfreie Zone.
- Im Nationalpark Unteres Odertal sind auf 50,2 Prozent der Gesamtfläche (rund 5183 Hektar) Eingriffe des Menschen nicht gewollt, das gilt grundsätzlich auch für die Jagd.
- Der Nationalpark Bayerischer Wald hat mit 76 Prozent jagdfreien Zonen als einziger deutscher Nationalpark die internationalen Kriterien bereits erreicht: Von einer Gesamtfläche von 24.222 Hektar wird noch auf 5.800 Hektar gejagt. In den Gebieten, in denen nicht gejagt wird, sind die Wildtiere weniger scheu als früher. Sie haben ihre Tagaktivitäten erhöht, sowohl bei der Nahrungsaufnahme, als auch beim Verhalten während der Paarungszeit. Die Nationalparkleitung vermutet, dass durch weniger Störungen und die verlängerte Dauer der Nahrungsaufnahme Verbiss- und Schälschäden gemindert werden. Auch die natürliche Luchspopulation von 6 bis 10 Tieren wirke einem zu starken Anwachsen des Rehbestandes entgegen.

Quellen:
· Ein Drittel des Parks ist jetzt jagdfrei. Pressemitteilung Nationalpark Schwarzwald, 9.8.2019
· Wildnis in Deutschland:
wildnisindeutschland.de

Informationen:

Nationalpark Schwarzwald
www.nationalpark-schwarzwald.de

FREIHEIT FÜR TIERE 3/2026

Freiheit für Tiere 3/2026

Artikelnummer: 3-2026

Tiernachrichten: Verletzter Kormoran klopft an Notaufnahme in Bremen • Amsterdam verbietet Werbung für Fleisch • Plakate in Londoner U-Bahnen: Gaskammern für Schweine nicht »human« • Niedersachsen: Klage wegen CO2-Betäubung von Schweinen • Größter Legehennen-Schlachthof Bayerns: Mehrere Mitarbeiter wegen Tierquälerei verurteilt • Neues Tierschutzrecht in Italien: Tiere sind keine »Sachen« - Härtere Strafen für Tierquälerei • Verstoß gegen das Schweizer Tierschutzgesetz: Größte Lachsfabrik in der Schweiz geplant • Studie: EU gibt 23% des Gesamthaushalts als Subventionen für Fleisch und Milch aus • Rheinland-Pfalz: Grundstück in Winzeln ab sofort jagdfrei • Werkzeuge, Ideen und Innovationen: Der Erfindergeist der Tiere • Kulturlandschaft: Die Logik hinter dem Artenverlust - Mit Herz und Augen in der Natur unterwegs • Symbiosen: Pflanzen und Tiere im Garten • Nachhaltigkeit: Vegane Ernährung im Sport • TAMU: Das vegane Afrika-Kochbuch

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FREIHEIT FÜR TIERE 2/2026

Freiheit für Tiere 2/2026

Artikelnummer: 2-2026

Tiernachrichten: Schutzgebiet für ehemalige Show-Delfine in Süditalien entsteht • Verhaltenforschung: Werkzeuggebrauch bei Kühen - wie Primaten • Hobbyjagd: Freizeitvergnügen mit tödlicher Schusswaffe • Stoppt die Jagd auf Vögel! • Tierportrait: Deutschlands Wilde Wölfe • Mit Tieren leben: ERST das Buch, dann der HUND: Ratgeber VOR dem Hundekauf • 101 Empfehlungen von internationalen Wissenschaftlern: Vegane Ernährung als Schlüssel gegen zunehmende Gesundheitskrisen • Neue Studie: Ist pflanzliche Ernährung für Kinder und Jugendliche gesund? • Ernährung ohne Tierleid: Tipps für ein langes, gesundes und tierfreundliches Leben • Forschungstrend »Longevity«: Mit Pflanzenkraft gesunde Lebensjahre gewinnen - mit Rezepten • Lifestyle: »VEGAN & Delicious« von Bianca Zapatka - Tierfreundliche Rezepte

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FREHEIT FÜR TIERE 1/2026

Freiheit für Tiere 1/2026

Artikelnummer: 1/2026

Tierschutz aktiv: Delfinarien: Schluss mit Delfinen in Gefangenschaft! • Historisches Urteil in Spanien: Massive Umweltverschmutzung durch Massentierhaltungverstößt gegen Menschenrechte • Bayerns größter Milchviehbetrieb: Tierhaltungsverbot wegen schwerer Tierquälerei • Gesetz ab 2026 in Österreich: Heimtierhaltung mit Sachkundenachweis • Neues Gesetz zur Heimtierhaltung: Interview Prof. Rudolf Winkelmayer, Veterinär und Tierethiker • Ethik und Religion: Die Verfolgung von Vegetariern durch die Kirche • Tierportrait: »Hase und ich« - Ergreifende Rettung und Aufzucht eines Feldhasenbabys • Studie: Schon eine Scheibe Wurst am Tag erhöht das Risiko für chronische Krankheiten • Studie: Pflanzliche Ernährung reduziert Krebsrisiko deutlich • Italienische Küche vegan: Kochen alla Nonna • Rezept: Cavatelli agli spinaci • Rezept: Pasta al forno • Rezept: Tiramisu • DVD-Tipp: »Gottes Gäste« - Jetzt drei Tiergemärchen von Manfred Kyber auf DVD

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Neuauflage: FREIHEIT FÜR TIERE - Fakten gegen die Jagd

FREIHEIT FÜR TIERE: Fakten gegen die Jagd (völlig überarbeitete und auf 60 S. erweiterte Neuauflage)

Artikelnummer: 522

Fakten und Argumente gegen das blutige Hobby der Waidmänner und Waidfrauen: Trotz beharrlicher Propagandaarbeit der Jagdverbände sinkt das Image der Jäger immer mehr: Immer weniger Spaziergänger, Hundehalter, Reiter und Mountainbiker lassen es sich gefallen, wenn sie von Hobbyjägern angepöbelt oder sogar bedroht werden. Immer mehr Menschen protestieren gegen die Ballerei in Naherholungsgebieten. Und Berichte, dass Jäger aus Versehen Liebespaare im Maisfeld oder Ponys auf der Weide erschießen, können einem draußen in der Natur durchaus Angst machen. Warum Jäger Jagd auf Hasen machen, obwohl sie auf der »Roten Liste« bedrohter Arten stehen, kann irgendwie auch niemand mehr gut finden. Zudem haben 99,6 Prozent der Bevölkerung andere Hobbys, als Tiere tot zu schießen. Da stellt sich die Frage: Warum jagen Jäger wirklich?

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Werkzeuge, Ideen und Innovationen: Der Erfindergeist der Tiere

Buchvorstellung von Julia Brunke, Redaktion FREIHEIT FÜR TIERE

Tiere folgen nur ihren Instinkten und können höchstens ein paar angelernte Arbeitsschritte ausführen? Weit gefehlt! Sie können so viel mehr, als wir geahnt haben! Von Bergpapageien, die verschlossene Rucksäcke und Taschen öffnen, bis zu Kakadus, die mehrstufige Werkzeuge herstellen: Die Kognitionsbiologin Prof. Dr. Alice Auersperg nimmt uns mit auf eine Entdeckungsreise über die erstaunliche Kreativität, den verblüffenden Einfallsreichtum und Erfindergeist von Tieren - und sie zeigt, wie nah uns Tiere wirklich sind! weiter

Kulturlandschaft - Die Logik hinter dem Artenverlust. Mit Herz und Augen in der Natur unterwegs

In seinem Buch »Kulturlandschaft - Die Logik hinter dem Artenverlust« berichtet Guido Meyer, wie er erst als Spaziergänger und Mountainbiker, dann als Hundeführer und Fotograf immer tiefer in die Natur eintauchte und wildlebende Tiere wie Hirsche und Wölfe ganz nah erlebte. Und wie er dabei auf der anderen Seite immer öfter in Konfrontationen mit Jägern und sogar ernsthafte Bedrohungssituationen geriet, die ihn dazu brachten, intensiv über Jagd und Jäger zu recherchieren, über die dramatische Bedrohung der Arten und die Zerstörung von Lebensräumen, aber auch über das Ökosystem Wald, die wunderbare Kraft der Natur und die Symbiose von Natur und Tieren, an der auch wir Menschen teil haben können. Illustriert wird das Buch durch fantastische Fotografien, mit denen Guido Meyer seit Jahren auf seiner Plattform naturdigital.online begeistert. weiterlesen

Freizeitvergnügen mit tödlicher Schusswaffe: Wie lange noch?

Im Februar 2026 hat ein 52-jähriger Hobbyjäger im Landkreis Bamberg seine 49-jährige Frau, seinen 14-jährigen Sohn, die 6-jährige Tochter und sich selbst erschossen.
Im Januar 2026 traf der Schuss eines Jägers einen 23-Jährigen in Nordrhein-Westfalen tödlich. In Niedersachsen verwechselte ein 77-jähriger Hobbyjäger eine Gruppe Spaziergänger mit Wildtieren - eine 58-jährige Frau wurde schwer verletzt. In der Steiermark wurde ein 42-jähriger Hobbyjäger aus Versehen tödlich in den Kopf getroffen - beim Verladen eines erschossenen Wildschweins ins Auto löste sich ein Schuss.
Im Dezember 2025
tötete ein Hobbyjäger in der Oberpfalz seinen Nachbarn zwei Stockwerke über sich mit einem gezielten Kopfschuss. Ein anderer Hobbyjäger schoss vom Hochsitz aus Versehen auf einen 20-Jährigen und verletzte ihn so schwer, dass er im Krankenhaus notoperiert werden musste.
Im November 2025
erschoss ein Hobbyjäger in Reutlingen vier Familienangehörige und sich selbst - mit einer Schusswaffe, die er als Jagdscheininhaber legal besaß. Spaziergänger wurden von Jagdmunition getroffen, das Projektil eines Jägers durchschlug die Jalousie der Küchentür eines Hauses und ein Jagdschein­inhaber aus Crailsheim kündigte an, die »größtmögliche Anzahl an Ausländern« umbringen zu wollen. weiterlesen

Die Verfolgung von Vegetariern durch die Kirche

»Wenn jemand Fleischspeisen, die Gott den Menschen zum Genuss gegeben hat, für unrein hält und ... auf sie verzichtet ..., der sei mit dem Bannfluch belegt.«

Papst Johannes III., Synode von Braga, 561 n. Chr.


Diesen Bannfluch verkündete Papst Johannes III. im Jahr 561 nach Christus auf der Synode von Braga in Portugal. Ein Bannfluch hatte die »Vogelfreiheit« zur Folge: Der Gebannte verlor als Ausgeschlossener aus der Gesellschaft alle Rechte.


Ganz in diesem Geiste wurden im Jahre 1051 durch die Bischofsversammlung in Goslar »Ketzer«, die ausschließlich von Pflanzennahrung lebten, zum Tode verurteilt, weil sie sich geweigert hatten, Hühner zu töten. Das Töten von Hühnern wurde zum »Test«, um Ketzer zu erkennen!
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DVD-Tipp: Jesus und die Tiere

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Jesus treibt die Tierhändler aus dem Tempel.

Jesus von Nazareth wurde im Stall mitten unter den Tieren geboren. Gab Gott damit den Menschen nicht ein Symbol, dass Sein Sohn nicht in einem Palast, sondern bei Schafen, Rindern, Eseln und Katzen zur Welt kam?

Zu Zeiten des Jesus von Nazareth wurden Lämmer und Tauben im Tempel für die Sünden der Menschen geopfert. Jesus trat gegen diesen blutigen Kult ein. Bekannt ist die Szene, wie Jesus nach seinem Einzug in Jerusalem die Tierhändler aus dem Tempel hinaustrieb und die Tiere freiließ. Und er rief: »Steht nicht geschrieben: Mein Haus soll ein Bethaus heißen für alle Völker? Ihr aber habt eine Mördergrube daraus gemacht!« (Markus 11,17)

Über die Tierliebe des Jesus von Nazareth ist in der Bibel kaum etwas zu finden. Doch aus der frühchristlichen Geschichtsschreibung wird deutlich, dass Jesus kein Fleisch gegessen hat und sich für die Tiere einsetzte... weiterlesen

DVD: Jesus und die Tiere

Artikelnummer: 318

Vergleicht man die Bibel mit apokryphen Schriften, dann ist gut zu erkennen, dass die Kernaussagen oft die Gleichen sind, aber die Tierliebe Jesu, gänzlich fehlt. In dieser DVD werden viele Begebenheiten, bei denen Jesus über die Tiere sprach, wiedergegeben.

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»VEGGIE FOR KIDS. Vegan - kinderleicht & lecker«

Die Rezepte für unser Kochbuch »VEGGIE FOR KIDS. Vegan - kinderleicht & lecker« - sind allesamt von Kindern und Jugendlichen erprobt worden: Sie sind einfach zuzubereiten, schmecken richtig lecker und sind obendrein auch noch gesund! Und das Wichtigste: Wer so kocht, hilft unseren Freunden, den Tieren! weiterlesen

VEGGIE FOR KIDS

Artikelnummer: 053

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Neue Studie: Ist pflanzliche Ernährung für Kinder und Jugendliche gesund?

Die gesundheitlichen Auswirkungen von vegetarischer und veganer Ernährung im Kindesalter sind immer wieder Gegenstand von Diskussionen. Zahlreiche wissenschaftliche Studien belegen, dass eine vollwertige pflanzliche Ernährung für Kinder und Jugendliche gesund und bedarfsdeckend ist. Auch die bisher größte Studie dieser Art bestätigt nun: Pflanzliche Ernährung ist für Kinder und Jugendliche sicher und vorteilhaft. weiterlesen

Ernährung ohne Tierleid: Ein gesünderes Leben

Viele Menschen, die sich entscheiden, kein Fleisch mehr zu essen, tun dies aus ethischen Gründen: weil sie nicht möchten, dass Tiere für sie leiden und sterben müssen. Viele gehen den konsequenten Schritt weiter und lassen aus Liebe zu Kühen und Kälbchen Milch und Käse weg, essen aus Mitgefühl zu Hühnern keine Eier und leben rein pflanzlich. Und dann erfahren sie, dass eine vegane Ernährung ohne Tierleid auch die gesündeste ist!

Eigentlich würde uns dies schon der logische Menschenverstand sagen: Wie sollen Nahrungsmittel, die durch Leid und Tod entstehen, für uns gesund sein? In den letzten Jahren und Jahrzehnten sind tausende wissenschaftliche Studien veröffentlicht worden, die nachweisen: Eine Ernährung mit vollwertigen pflanzlichen Lebensmitteln ist gesund und versorgt uns auch mit allem, was wir brauchen. Diese Ernährungsweise beugt überdies zahlreichen Krankheiten vor, von Herz-Kreislauf-Erkrankungen über Krebs, Diabetes und Adipositas bis zu Demenz - und schützt damit vor vorzeitigem Tod. weiterlesen

Was Tiere denken - Intelligenz und Emotion in der Wildnis

Wir fangen gerade erst an, zu begreifen, dass das Gehirn von Tieren ähnlich komplex ist wie unser eigenes. Die Warnrufe von Präriehunden etwa sind nicht nur hektische Pfeiftöne, sie übermitteln damit differenzierte Nachrichten. Gorillas nutzen Zeichensprache, um vergangene Ereignisse zu schildern - wissen sie also, was heute, gestern und morgen ist? Nicht nur Primaten oder Elefanten, selbst kleinste Ameisen, denen man einen Farbtupfer auf dem Kopf angebracht hat, wollen diesen loswerden, sobald sie in einen Spiegel blicken - ein Beweis für ihr Ich-Bewusstsein, das Menschen erst ab dem zweiten Lebensjahr entwickeln. In ihrem Buch »Was Tiere denken - Intelligenz und Emotion in der Wildnis präsentiert Marianne Taylor 60 Tierarten, ihre bemerkenswerten kognitiven Fähigkeiten, ihre Gefühle und ihre ausgefeilte Kommunikation. weiter

Bayerischer Tierärztetag: Tierqual bei Milchkühen

Razzia auf Skandalhof in Bad Grönenbach. Pressemitteilung SOKO Tierschutz Kopie

Kühe, die nicht mehr laufen können, werden mit Treckern weggeschleift, Mitarbeiter treten ein liegendes Kalb:

Die aktuelle Undercover-Recherche von SOKO Tierschutz in Bayerns größtem Milchviehhof in Bad Grönenbach zeigt erneut massive Verstöße gegen den Tierschutz. · Bild: SOKO Tierschutz

Von Annemarie Botzki, Recherche und Kampagnen bei der Verbraucherschutzorganisation foodwatch e.V.

»Alle haben die Nase voll« - das ist der Satz, der mir vom bayerischen Tierärztetag in Kulmbach besonders im Ohr hängen bleibt. sitze mit 150 amtlichen und Amtstierärzt:innen in einem Konferenzraum. Normalerweise sind sie in detaillierte, fachliche Diskussionen vertieft. Aber diesmal ist die Stimmung anders. Angespannt. Frustriert. weiter

Die dunkle Seite der Milch: Das Leid der Kälbchen

Die Milchindustrie gaukelt uns in der Werbung gerne vor, dass Kühe ein glückliches Leben auf grünen Weiden führen. Wie sieht die Realität aus? Milchkühe müssen ihr Leben in den meisten Fällen ganzjährig im Stall verbringen - zum Teil sogar immer noch in besonders tierquälerischer Anbindehaltung. So hält nach Angaben des Bayerischen Bauernverbands rund die Hälfte der circa 25.000 Milchviehbetriebe in Bayern ihre Tiere in Anbindehaltung. Damit die Kühe immer Milch geben, werden sie jedes Jahr künstlich befruchtet. Die neugeborenen Kälber werden ihren Müttern kurz nach der Geburt weggenommen. Die Milch, welche die Natur für die Kälbchen bestimmt hat, wird maschinell abgepumpt, industriell verarbeitet und im Supermarkt verkauft. Was passiert dann eigentlich mit den Kälbern? weiter

Gestatten. Biber. Eine außergewöhnliche Freundschaft mit einer wildlebenden Biberfamilie

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Christian Kuschenreiter Aug’ in Aug’ mit einem Biber. Das freilebende Tier hat Vertrauen wie zu einem Familienmitglied.

Schwarze Knopfaugen, beeindruckende Schneidezähne, großer Paddelschwanz, Stupsnase und dichter Pelz: Biber sind entzückende Tiere, und obendrein schlau, empathisch, kommunikativ, verspielt - und eigentlich sehr scheu. Als Bettina und Christian Kutschenreiter im Jahr 2003 beim Fotografieren an einem Fluss in Oberbayern auf eine Biberfamilie treffen, ist das der Beginn einer außergewöhnlichen Freundschaft, die bis heute anhält. Die Biber lassen die beiden Tierfreunde nach und nach an ihrem Leben teilhaben und suchen schließlich sogar bewusst ihre Nähe. Jetzt haben die beiden ein Buch über ihre Erlebnisse mit den Bibern geschrieben - mit vielen wunderschönen und sicher einzigartigen Fotos. weiter

Die Intelligenz der Hunde

Die internationale Forschung hat sich in den letzten Jahren zunehmend mit der Intelligenz von Hunden beschäftigt und dabei so manches bestätigt, was Hundefreundinnen und Hundefreunde längst wussten: Hunde denken viel komplexer als gedacht. Aber: Was genau ist Hundeintelligenz? Wie misst man sie? Haben wir dazu überhaupt die richtigen Werkzeuge und Vergleichsmaßstäbe? Sind »Menschenschläue« und »Hundeschläue« überhaupt vergleichbar? Und in welchen Bereichen haben Hunde andere oder viel mehr geistige Kompetenzen als wir? weiter

Trügerische Küstenidylle: Jagd auf Seehunde im Wattenmeer

Wussten Sie, dass Hobbyjäger an der deutschen Nordseeküste und auf den Nordseeinseln jedes Jahr Hunderte Robben und Robbenbabys erschießen? Und das, obwohl laut EU-FFH-Richtlinie die Jagd auf Seehunde streng verboten ist? Denn die geschützten Seehunde unterliegen in Deutschland dem Jagdrecht. Sie haben zwar ganzjährig Schonzeit, doch »Seehundjäger« in Schleswig-Holstein und »Wattenjagdaufseher« in Niedersachsen sind befugt, sich um gestrandete, verletzte, verlassene und kranke Robben zu »kümmern«. weiter

Für Bienen, Schmetterlinge, Vögel, Igel & Co.: Natürlich gärtnern für die Artenvielfalt

»Lass wachsen«: Wildblumenwiesen sind für uns eine Augenweide und bieten Wildbienen, Schmetterlingen und Vögeln Lebensraum und Nahrung.

»Lass wachsen«: Wildblumenwiesen sind für uns eine Augenweide und bieten Wildbienen, Schmetterlingen und Vögeln Lebensraum und Nahrung.

Wichtig: Lassen Sie Wiesen und Stauden über den Winter bis in den Mai hinein stehen. Viele Insekten nutzen hohle Stängel als Winterquartier, darunter viele Wildbienenarten. An Stängeln und Gräsern verbergen sich Eier, Raupen und Puppen von Schmetterlingen. Die Samenstände bieten Vögeln Nahrung. · Bild: Freiheit für Tiere

Was hat unser Garten mit Tierschutz und Artenvielfalt zu tun? Auf den ersten Blick erst einmal nicht so viel. Doch vor dem Hintergrund des dramatischen Artensterbens könnten private Gärten und öffentliche Parks eine bedeutende Rolle spielen, um Inseln der Artenvielfalt zu schaffen. Und erfreulicher Weise erscheinen immer mehr Ratgeber für nachhaltiges und natürliches Gärtnern - als Gegenentwurf zum weltweit fortschreitenden Lebensraumverlust von Tieren und Pflanzen - die zeigen, wie wir auch ohne Vorerfahrung aus unserem Garten ein kleines Paradies schaffen können: für Tiere und Pflanzen, aber auch für uns selbst. weiter

Ein Jäger steigt aus

Prof. Dr. Rudolf Winkelmayer aus Niederösterreich war seit seiner Jugend leidenschaftlicher Jäger. Schon sein Vater war Jäger und nahm ihn als Kind oft mit auf die Jagd. Mehr als 100 Tiere hat der 67-Jährige in seinem Leben geschossen. Vor 14 Jahren machte er eine Kehrtwende: Von heute auf morgen beendete er das Schießen und verkaufte alle seine 16 Gewehre. Jetzt hat Prof. Winkelmayer ein Buch geschrieben: »Ein Beitrag zur Jagd- und Wildtier-Ethik«. Damit wendet er sich an seine ehemaligen Jagdkollegen und an die nicht jagende Bevölkerung und macht deutlich: »Töten als Freizeitvergnügen ist ethisch nicht vertretbar«. weiter

Interview: Ein Jäger steigt aus

Mit 16 machte er den Jagdschein, 37 Jahre lang ging er auf die Jagd. Dann hörte er von einem Tag auf den anderen mit dem Tiere töten auf. Freiheit für Tiere sprach mit dem Veterinär Prof. Dr. Rudolf Winkelmayer über seine Erfahrungen und die Gründe, warum er mit der Hobbyjagd Schluss gemacht hat. weiter

Mehr Freiheit für Pferde

Nach § 2 des Tierschutzgesetzes gilt: Wer ein Tier hält, muss dieses seiner Art und seinen Bedürfnissen entsprechend angemessen ernähren, pflegen und verhaltensgerecht unterbringen. Und er darf die Möglichkeit des Tieres zur artgemäßen Bewegung nicht so einschränken, dass ihm Schmerzen, vermeidbare Leiden oder Schäden zugefügt werden. Doch was bedeutet dies für die heutige Pferdehaltung? weiter

Grausame Tierquälerei für Grana Padano-Käse

Die italienische Tierschutzorganisation Essere Animali dokumentierte in Milchviehbetrieben, die Grana Padano herstellen, schockierende Lebensbedingungen für Kühe und Kälber. Auch Gewalt durch Arbeiter gegenüber Tieren wurde dokumentiert. Grana Padano gehört neben Parmesan und Mozzarella zu den bekanntesten Käsesorten Italiens und ist der weltweit am meisten konsumierte Käse. weiter